{"id":8763,"date":"2011-03-22T07:29:40","date_gmt":"2011-03-22T06:29:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8763"},"modified":"2011-03-22T07:29:40","modified_gmt":"2011-03-22T06:29:40","slug":"hinweise-des-tages-1330","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8763","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Wahlen in Sachsen-Anhalt; Das gar nicht r&auml;tselhafte Yen-R&auml;tsel; Perverse Priorit&auml;ten der Industrienationen; Deutschland hat die meisten Langzeitarbeitslosen; An der Charit&eacute; droht Pflegerstreik; Helios-Kliniken: Sparen an der Heilung; Kernkraft-Debatte; Telekom r&auml;umt auf; Deutsche Bahn sucht K&auml;ufer f&uuml;r 900 Bahnh&ouml;fe; Korruption in &Ouml;sterreich &ndash; Politisches Aus f&uuml;r Ernst Strasser; Lebensmittelskandale: Fleischkontrolleur verklagt Baden-W&uuml;rttemberg; Italien: Nichts zu feiern; Libyen &ndash; Diese Intervention ist durch nichts zu rechtfertigen; Saudi-Arabien: Taumelnde Petrokraten; Referendum in &Auml;gypten: W&auml;hlen in Festtagskleidung; Afghanistan: US-Armee entschuldigt sich f&uuml;r Gr&auml;uelfotos; Erziehung zum Glotzen; Im Internet und als &ldquo;taz&rdquo;-Beilage: Neue Zeitung berichtet kritisch aus dem Musterl&auml;ndle (MB\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Wahlen in Sachsen-Anhalt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Heiner Flassbeck: Das gar nicht r&auml;tselhafte Yen-R&auml;tsel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Perverse Priorit&auml;ten der Industrienationen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Deutschland hat die meisten Langzeitarbeitslosen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">An der Charit&eacute; droht Pflegerstreik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Helios-Kliniken: Sparen an der Heilung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Kernkraft-Debatte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Telekom r&auml;umt auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Deutsche Bahn sucht K&auml;ufer f&uuml;r 900 Bahnh&ouml;fe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Korruption in &Ouml;sterreich &ndash; Politisches Aus f&uuml;r Ernst Strasser<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Lebensmittelskandale: Fleischkontrolleur verklagt Baden-W&uuml;rttemberg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Italien: Nichts zu feiern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Libyen &ndash; Diese Intervention ist durch nichts zu rechtfertigen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Saudi-Arabien: Taumelnde Petrokraten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Referendum in &Auml;gypten: W&auml;hlen in Festtagskleidung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Afghanistan: US-Armee entschuldigt sich f&uuml;r Gr&auml;uelfotos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Erziehung zum Glotzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Im Internet und als &ldquo;taz&rdquo;-Beilage: Neue Zeitung berichtet kritisch aus dem Musterl&auml;ndle<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=8763&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Wahlen in Sachsen-Anhalt<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Bemerkenswertes Spiel<\/strong><br>\nDie SPD in Sachsen-Anhalt hat im Wahlkampf f&uuml;r ein neues Vergabegesetz, f&uuml;r faire L&ouml;hne, f&uuml;r l&auml;ngeres gemeinsames Lernen in der Schule gestritten. Die Linke in Sachsen-Anhalt hat im Wahlkampf f&uuml;r ein neues Vergabegesetz, f&uuml;r faire L&ouml;hne, f&uuml;r l&auml;ngeres gemeinsames Lernen gestritten. Die SPD in Sachsen-Anhalt ist so linken-nah, die Linke so SPD-nah, dass im Prinzip seit Jahren Verwechslungsgefahr besteht. Ihre Spitzenm&auml;nner Jens Bullerjahn und Wulf Gallert sind Freunde. Beide h&auml;tten keine Probleme damit, in Sachsen-Anhalt eine Koalition zu managen. Aber sie werden es nach Lage der Dinge nicht tun. Warum nicht? Weil Die Linke am Sonntag zwei Prozentpunkte mehr einheimste als die SPD. W&auml;re es umgekehrt, st&uuml;nden die Zeichen l&auml;ngst auf Rot-Rot. Versteht das da drau&szlig;en noch jemand?<br>\nEs ist ein Eiertanz, den die SPD seit mindestens zwei Jahren auf offener B&uuml;hne auff&uuml;hrt. 2009 in Th&uuml;ringen fing es an: Da signalisierten die Sozialdemokraten dem geneigten W&auml;hler, wenn wir st&auml;rker werden als die, dann machen wir&rsquo;s mit denen, wenn die st&auml;rker werden als wir, dann eben mit den anderen, also der CDU. So kam es dann auch. Inhalte? Egal. Dass die Schnittmengen zwischen Linken und SPD schon damals gewaltig waren, dass die Th&uuml;ringer CDU nach dem Abgang des Extremsportlers Dieter Althaus im Grunde nur noch ein Club zum Machterhalt um jeden Preis war, dass Linken-Mann Bodo Ramelow zwischenzeitlich sogar mit einem Verzicht auf das Amt des Ministerpr&auml;sidenten lieb&auml;ugelte &ndash; geschenkt. Mit denen nur, wenn wir st&auml;rker sind, so das Basta der SPD. Schl&uuml;ssige Begr&uuml;ndung? Wird wohl irgendwann nachgeliefert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/bemerkenswertes-spiel\/-\/1472602\/8251166\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Heribert Prantl: Depression im Herzen Deutschlands<\/strong><br>\nDiese Wahl war keine gute. Nur jeder Zweite ging hin, die Parteien erreichen immer weniger Menschen. Eine wichtige Lehre aus Sachsen-Anhalt ist: F&uuml;r einen Wahlsieg in Deutschland reicht es, sehr wenige Stimmen aus der Gesamtbev&ouml;lkerung zu bekommen. Wahlsieger in Deutschland siegen mit immer weniger Stimmen. Die Prozentergebnisse t&auml;uschen dar&uuml;ber hinweg, dass sie sich aus schmaler Basis errechnen. Diese Prozentzahlen, auf die am Wahlabend alle schauen, sind eine Potemkin&rsquo;sche Fassade; dahinter schlummert die halbe Demokratie. Das muss ein Gemeinwesen mehr umtreiben als die Frage, ob der neue Ministerpr&auml;sident in Magdeburg Reiner Haseloff (CDU) oder Jens Bullerjahn (SPD) hei&szlig;t. Eine Demokratie, in der nur zwei Drittel oder gar nur die H&auml;lfte der B&uuml;rger w&auml;hlen, ist eine defizit&auml;re Demokratie. Mit einer halben Demokratie kann sich ein Demokrat nicht zufriedengeben, auch in Sachsen-Anhalt nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/landtagswahl-in-sachsen-anhalt-depression-im-herzen-deutschlands-1.1074727\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Heiner Flassbeck: Das gar nicht r&auml;tselhafte Yen-R&auml;tsel<\/strong><br>\nWie wenig wir verstanden haben, dass eine von den Finanzm&auml;rkten durchdrungene Wirtschaft ganz anderen Regeln folgt als die Art von &ldquo;Realwirtschaft&rdquo;, mit der &Ouml;konomen gedanklich gro&szlig; geworden sind, kann man dieser Tage wieder beobachten. Dass nach der Mehrfachkatastrophe in Japan die Kurse an den japanischen Aktienm&auml;rkten fallen, verstehen sie noch, dass aber gleichzeitig der Kurs des japanischen Yen auf absolute H&ouml;chstmarken steigt, l&auml;sst sie in wirres R&auml;tselraten verfallen. Die steile These, japanische Investoren horteten aus Solidarit&auml;t mit ihrem Vaterland Gelder, um sie f&uuml;r den Wiederaufbau des Landes zu verwenden, geh&ouml;rt in diese Kategorie. Die Tatsache aber, dass kurz darauf die gro&szlig;en Industriel&auml;nder intervenieren, um eine weitere Aufwertung des Yen zu verhindern, m&uuml;sste eigentlich jeden &ldquo;Experten&rdquo; in die Verzweiflung treiben. Dabei ist es ganz einfach, wenn man sich dar&uuml;ber im Klaren ist, dass &uuml;ber alle f&uuml;r die Wirtschaftspolitik relevanten Fristen weder Aktien- noch W&auml;hrungskurse etwas mit den Fundamentaldaten von Volkswirtschaften zu tun haben, sondern ausschlie&szlig;lich mit den Dispositionen von Geldjongleuren, die man auch Spekulanten nennen darf.<br>\nWer im Lichte der Krisen der letzten Jahre und von Entwicklungen wie jetzt in Japan der Flexibilisierung der Wechselkurse das Wort redet, wie J&uuml;rgen Stark, Chefvolkswirt der Europ&auml;ischen Zentralbank, das k&uuml;rzlich getan hat, statt den Versuch zum Aufbau eines neuen globalen W&auml;hrungssystems zu unterst&uuml;tzen, hat weder feste noch flexible Wechselkurse verstanden. Umso mehr muss man diesmal die internationale Gemeinschaft loben: Angemessen und schnell reagierte sie mit abgestimmten Interventionen, um Japan gegen&uuml;ber diesem Irrsinn zur Seite zu stehen. Auch zeigt sich, dass die von den G20 vor Kurzem begonnene Diskussion um ein neues internationales W&auml;hrungssystem und um die Volatilit&auml;t der Kapitalstr&ouml;me vollkommen zu Recht gef&uuml;hrt wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/anleihen-devisen\/:globale-devisenmaerkte-das-gar-nicht-raetselhafte-yen-raetsel\/60028753.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Perverse Priorit&auml;ten der Industrienationen<\/strong><br>\nOb sch&auml;rfere Regulierung der Banken oder der Atomwirtschaft, beide Branchen str&auml;uben sich stets mit dem Verweis auf die Gefahr f&uuml;r das Wachstum dagegen. Dass dieses scheinbar der Systemsicherheit &uuml;bergeordnet ist zeigt, wie blind der Fokus auf Wirtschaft macht.<br>\nHier gibt es doch kaum Erdbeben, Tsunamis schon gar nicht. Es handelte sich in Japan um eine Sondersituation, warum sollte man deswegen hier die AKW, deren Sicherheit gepr&uuml;ft und gew&auml;hrleistet ist, abstellen?<br>\nDas ist voreilig, kurzsichtig, verteuert die Strompreise und gef&auml;hrdet das Wachstum und die Wettbewerbsf&auml;higkeit Deutschlands. So, kurz bevor der Brechreiz kommt, schnell noch &uuml;berlegen, von wem man zuletzt &Auml;hnliches h&ouml;rte. Der Bankengilde im Nachklang der Krise, oder? H&ouml;heres Eigenkapital, h&ouml;here Besteuerung, Reglementierung der Boni und gewisser Derivate, Selbstbehalt bei Verbriefungen &ndash; all diese Forderungen wurden br&uuml;sk mit dem Hinweis auf die Gefahren zur&uuml;ckgewiesen, die dies f&uuml;r das Wirtschaftswachstum (dem armen Mittelst&auml;ndler drohten ja sonst Kreditengp&auml;sse) und den Standort haben k&ouml;nnte.<br>\nZusammengefasst warnen also Atom- und die Bankenlobby vor Schritten, die das systemische Risiko eind&auml;mmen sollen, da sie das Wachstum gef&auml;hrden k&ouml;nnten. Zur Perversit&auml;t dieser Priorit&auml;tensetzung sp&auml;ter mehr. Erstaunlich ist zun&auml;chst, dass trotz bereits eingetretener Krisen es beide Branchen geschafft haben, dass die vollst&auml;ndigen Kosten ihres Tuns in der &ouml;ffentlichen Debatte kaum je auftauchen. Vielleicht auch, weil sie geradezu abstrakt, unfassbar hoch sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/marktberichte\/:das-kapital-perverse-prioritaeten-der-industrienationen\/60028623.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Deutschland hat die meisten Langzeitarbeitslosen<\/strong><br>\nTrotz des Aufschwungs: Noch immer sind in Deutschland laut einer Studie so viele Menschen langfristig arbeitslos wie in keinem anderen Industriestaat. F&uuml;r ihre Krisenbew&auml;ltigung bekommen die Deutschen dennoch viel Lob.<br>\nEs ist der Sch&ouml;nheitsfehler in einer ansonsten positiven Bilanz: Deutschland hat immer noch die meisten Langzeitarbeitslosen aller Industriestaaten. Darauf verweist die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in einer am Montag ver&ouml;ffentlichten Studie. Nach wie vor suchten mehr als drei Millionen Menschen eine Arbeit. 1,4 Millionen von ihnen seien ein Jahr oder l&auml;nger arbeitslos, gut 900.000 sogar mehr als zwei Jahre.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,752315,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Inwiefern kann man anl&auml;sslich dieser desastr&ouml;sen Zahlen &uuml;berhaupt von einem &bdquo;Aufschwung&ldquo; sprechen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>An der Charit&eacute; droht Pflegerstreik<\/strong><br>\nDie Tarifrunde f&uuml;r Europas gr&ouml;&szlig;tes Universit&auml;tsklinikum ist gescheitert. Nach einem Warnstreik vor einer Woche k&ouml;nnte das Pflegepersonal der Charit&eacute; im Mai die Arbeit l&auml;nger niederlegen.<br>\nNach Informationen des Tagesspiegels wollen die zust&auml;ndigen Verhandler der Gewerkschaft Verdi am Dienstag das vorl&auml;ufige Ende der Tarifgespr&auml;che an der Charit&eacute; erkl&auml;ren. F&uuml;r Mai rechnen Arbeitnehmervertreter mit Streik. Verdi fordert f&uuml;r die fast 10.000 Pfleger, Schwestern, Reinigungskr&auml;fte und Techniker monatlich 300 Euro mehr pro Besch&auml;ftigtem, wie im Bundestarif vorgesehen. Das seit Jahren verschuldete landeseigene Krankenhaus ist vom Senat jedoch auf einen strikten Sparkurs verpflichtet worden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/berliner-wirtschaft\/an-der-charite-droht-pflegerstreik\/3974376.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Helios-Kliniken: Sparen an der Heilung<\/strong><br>\nFast 700 &Auml;rzte der Helios-Kliniken schlagen Alarm: Zugunsten der Konzernprofite w&uuml;rden die Bed&uuml;rfnisse der Patienten hintangestellt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/sparen-an-der-heilung\/-\/1472780\/8249180\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Der Hilferuf der &Auml;rzte ist bitter n&ouml;tig. Der Pflegenotstand ist jedoch beileibe nicht nur bei den Helios-Kliniken traurige Realit&auml;t, sondern betrifft nahezu alle privatisierten Krankenh&auml;user im Lande. Das ist der Politik sehr wohl bekannt. Es ist an der Zeit, die &Ouml;ffentlichkeit f&uuml;r dieses Thema zu sensibilisieren, denn nur so wird die Politik endlich auf diese skandal&ouml;sen Umst&auml;nde reagieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Kernkraft-Debatte<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Tepco pfuschte bei Kontrollen<\/strong><br>\nDie Betreiberfirma von Fukushima-1 soll wichtige Inspektionen an der Atomanlage unterlassen haben &ndash; dies steht in einem Schreiben auf der Homepage von Tepco. In den Reaktorbl&ouml;cken 2 und 3 gibt es nach wie vor Probleme mit der Stromversorgung.<br>\nKnapp zwei Wochen vor dem schweren Erdbeben hat der japanische Energieriese Tepco in einem Schreiben an die Aufsichtsbeh&ouml;rde einger&auml;umt, am sp&auml;ter havarierten Atomkraftwerk Fukushima-1 regelm&auml;&szlig;ige Kontrollen unterlassen zu haben.<br>\nInsgesamt 33 Teile der Anlage seien nicht untersucht worden, teilte Tokyo Electric Power Co am 28. Februar in einem Bericht an die Aufseher mit, der auf der Internetseite des Unternehmens einzusehen ist. Zu den nicht inspizierten Teilen geh&ouml;rten unter anderem ein Motor und ein Notstromaggregat im Reaktorblock 1 der Anlage, die nach dem Tsunami immer noch nicht unter Kontrolle ist. Der Ausfall der Notstromversorgung gilt als Ursache f&uuml;r das Reaktorungl&uuml;ck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wissen\/japan-atomkatastrophe-in-fukushima-rauch-ueber-reaktorblock-1.1074841\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Nie wieder Sushi<\/strong><br>\nDer renommierte Strahlenbiologe Edmund Lengfelder im Gespr&auml;ch mit der Frankfurter Rundschau &uuml;ber belasteten bayrischen Schweinsbraten, das schreckliche Schicksal der M&auml;nner in den Fukushima-Reaktoren und die Vergiftung der Fischbest&auml;nde im Pazifik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/panorama\/spezials\/japans-katastrophe\/-nie-wieder-sushi-\/-\/8118568\/8248854\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Verf&uuml;hren Sie mich bitte nicht zum Nationalismus!<\/strong><br>\nDer japanische Philosoph Kenichi Mishima spricht im FR-Interview &uuml;ber die Situation in Japan, die verzerrte Wahrnehmung des Westens und die Fehlentwicklungen der Demokratie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/kultur\/debatte\/-verfuehren-sie-mich-bitte-nicht-zum-nationalismus--\/-\/1473340\/8248880\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein erfrischendes Interview, das nicht nur mit einigen Japanklischees aufr&auml;umt. Sehr sch&ouml;n z.B.: &ldquo;Im Netzwerk von Vitamin-B wird der sprachlich feine, aber sachlich wichtige Unterschied zwischen dem Sich-auf-jemand-Verlassen und dem Sich-auf-das-Urteil-von diesem-jemand-Verlassen ignoriert. Einen solchen Club der &bdquo;feinen Damen und Herren&ldquo; gibt es auch in Europa, je nach Land in unterschiedlichem Grad und in unterschiedlicher Gestaltungsweise.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Innovationsbremse Atomstrom<\/strong><br>\nZentralistisch, gro&szlig;industriell, subventionsbelastet, wettbewerbsfrei &ndash; die Atomindustrie ist ein Fossil.  [&hellip;]<br>\nDie Romantiker des alten und &uuml;berkommenen Industriekapitalismus z&auml;hlen zur reaktion&auml;ren Fraktion im Lande. Sie halten an einer Gro&szlig;technologie von vorgestern fest, um die liebgewonnenen Pfr&uuml;nde ihrer oligopolistischen Macht zu bewahren. Mit einer zentralistischen Energieversorgung lassen sich sattere Renditen einfahren. Wo k&auml;me man denn hin, wenn St&auml;dte und Kommunen auf dezentrale und hocheffiziente Konzepte setzen w&uuml;rden, sich abkoppeln von den Stromkonzernen und damit unabh&auml;ngiger das Energiemanagement regeln. Das stinkt nach mehr Wettbewerb, schw&auml;cht die M&ouml;glichkeiten f&uuml;r politische Muskelspiele und verringert das Spielfeld f&uuml;r die Lobbyisten der zerbr&ouml;selnden Deutschland AG. Wer von den Preisrisiken eines Atomausstiegs redet, sollte &uuml;ber das Abw&auml;lzen von Kosten und Risiken der Atomenergie auf die Steuerzahler nicht schweigen. W&uuml;rde man die Gesamtkosten in den Strompreis einrechnen und die Milliarden Euros an F&ouml;rdergeldern f&uuml;r AKWs raus rechnen &ndash; &Ouml;konomen nennen das Internalisierung externer Effekte &ndash; m&uuml;ssten wir schon l&auml;ngst weitaus mehr f&uuml;r eine Kilowattstunde berappen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1297820972411\/The-European-Innovationsbremse-Atomstrom\">Der Standard<\/a><\/li>\n<li><strong>EU-Atomfans bremsen Berlin aus<\/strong><br>\nDeutschland ist mit seinem Vorsto&szlig; f&uuml;r EU-weite AKW-Sicherheitsstandards gescheitert. Zwar sagten die meisten der 14 Staaten mit Atomkraftwerken eine Beteiligung an den sogenannten Stresstests zu. Sie sollen aber nur freiwillig sein.<br>\nDie formelle Entscheidung, ob es &uuml;berhaupt solche Tests geben wird, &uuml;berlie&szlig;en die Energieminister am Montag dem am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel. Gro&szlig;britannien erkl&auml;rte in der Sitzung laut Teilnehmern, es lehne europ&auml;ische Vorgaben ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:stresstests-fuer-kraftwerke-eu-atomfans-bremsen-berlin-aus\/60029060.html#utm_source=rss2&amp;utm_medium=rss_feed&amp;utm_campaign=\/politik\">FTD<\/a>\n<p>dazu: <strong>F&uuml;nf EU-L&auml;nder fordern europaweiten Atomausstieg<\/strong><br>\nAtomkraft? Nein, danke! Nach der Katastrophe in Fukushima dr&auml;ngen offenbar f&uuml;nf EU-L&auml;nder auf einen europaweiten Ausstieg aus der Kernenergie &ndash; darunter &Ouml;sterreich und Luxemburg. Heftigen Widerstand gibt es vor allem aus Frankreich und Deutschland.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,752238,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Telekom r&auml;umt auf<\/strong><br>\nSchlussstrich unter ein Abenteuer: AT&amp;T &uuml;bernimmt T-Mobile USA, die Telekom entledigt sich damit einer Fehlinvestition &ndash; Ex-Chef Ron Sommer hatte sich den Versuch in &Uuml;bersee einst 51 Milliarden Dollar kosten lassen. Jetzt ist das Unternehmen 12 Milliarden Doller weniger wert.<br>\nAls Ron Sommer vor elf Jahren vor die Presse tritt, muss er einiges erkl&auml;ren. Der damalige Chef der Deutschen Telekom hat gerade erst den Einstieg in den nordamerikanischen Mobilfunkmarkt angek&uuml;ndigt. F&uuml;r 51 Milliarden Dollar hat Sommer die Mobilfunkgesellschaft Voicestream gekauft, seinerzeit die Nummer sechs der US-Anbieter und damit der kleinste. Viele Investoren halten den Kauf f&uuml;r viel zu teuer, die T-Aktie sackt ab. Doch Sommer sagt, die &Uuml;bernahme biete &ldquo;erhebliche und faszinierende Perspektiven&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/verkauf-von-t-mobile-usa-an-att-telekom-raeumt-ron-sommers-milliarden-fiasko-auf-1.1074783\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Das sind nun also die Vorteile f&uuml;r den deutschen B&uuml;rger, wenn sein Telekommunikationsanbieter ein Global Player wird. Den Verlust tr&auml;gt nat&uuml;rlich nicht das Management des rosa Riesen, sondern der Kunde, der vor allem in l&auml;ndlichen Gebieten immer noch vom Monopol der Telekom abh&auml;ngig ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Deutsche Bahn sucht K&auml;ufer f&uuml;r 900 Bahnh&ouml;fe<\/strong><br>\nDerzeit sucht das Unternehmen f&uuml;r rund 900 Geb&auml;ude einen Investor, vor allem an kleineren Stationen wie Bad Schwartau in Schleswig-Holstein, Eitorf in Nordrhein-Westfalen oder Rehau in Bayern. &bdquo;Der Investor muss ein klares Konzept vorlegen, wie sich der Bahnhof weiter entwickeln kann&ldquo;, sagt Andr&eacute; Zeug, Chef der Konzerntochter DB Station&amp;Service. Jeder Bahnhof sei &bdquo;ein Unikat&ldquo;. So will er verhindern, dass ein Bahnhof verkommt. &bdquo;Au&szlig;erdem verkaufen wir bevorzugt an Kommunen.&ldquo; Die Deutsche Bahn &auml;ndert damit ihre bisherige Verkaufsstrategie. Von den rund 2800 Bahnh&ouml;fen mit Empfangs- und B&uuml;roh&auml;usern hat sie bereits 1300 Geb&auml;ude ver&auml;u&szlig;ert. Vor wenigen Jahren gab sie zwei Pakete mit jeweils rund 500 Bahnh&ouml;fen an private Investoren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen-maerkte\/deutsche-bahn-sucht-kaeufer-fuer-900-bahnhoefe-460499\/print\/\">Wirtschaftswoche<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Korruption in &Ouml;sterreich &ndash; Politisches Aus f&uuml;r Ernst Strasser<\/strong><br>\n&Ouml;sterreichs ehemaliger Innenminister tritt als EU-Abgeordneter zur&uuml;ck. Gegen Zahlung von Schmiergeld hatte er angeboten, auf die Bankengesetzgebung Einfluss zu nehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/europa\/artikel\/1\/politisches-aus-fuer-ernst-strasser\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers V.B.:<\/strong> Dabei ist das allenfalls die Spitze des Eisbergs der &ldquo;politischen Taten&rdquo; f&uuml;r den Finanzsektor. Wieviel Geld aus der &ldquo;Finanzindustrie&rdquo; floss in welche Parteien, damit sie dieses Werk im Sinne der Banken &ldquo;vollbrachten&rdquo; &ndash; ohne dass es bisher deshalb R&uuml;cktritte gegeben h&auml;tte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Lebensmittelskandale: Fleischkontrolleur verklagt Baden-W&uuml;rttemberg<\/strong><br>\nDie Vorw&uuml;rfe wiegen schwer: Ein hochrangiger Lebensmittelpr&uuml;fer will jahrelang Missst&auml;nde aufgedeckt haben &ndash; nur wenige seiner Hinweise seien weiterverfolgt worden. Jetzt hat er nach SPIEGEL-Informationen das Land Baden-W&uuml;rttemberg verklagt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,752004,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Hessen hat seine Finanzpr&uuml;fer a.D., die zum Psychiater geschickt wurden. Daf&uuml;r hat Baden W&uuml;rttemberg einen Lebensmittelpr&uuml;fer, der im K&uuml;hlhaus &bdquo;kalt gemacht&ldquo; werden sollte. Was ist nur mit &ldquo;Arbeit muss sich wieder lohnen&rdquo;?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Italien: Nichts zu feiern<\/strong><br>\nItalien hat Geburtstag, doch der 150. Jahrestag der Staatsgr&uuml;ndung liefert derzeit vorwiegend Anlass f&uuml;r Streit. Nach der offiziellen Geschichtsschreibung wird an diesem Jubil&auml;um die Entstehung eines modernen Nationalstaates gefeiert. In der aktuellen politischen Debatte wird hingegen betont, dass mit der Einigung Italiens die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Unterschiede zwischen dem Norden und dem &raquo;mezzogiorno&laquo;, die bis heute das Land pr&auml;gen, weiter festgeschrieben worden seien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2011\/11\/42816.html\">Jungle World<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Erinnerung an die Einigung Italiens vermittelt uns eine Ahnung, welch gl&uuml;ckliche Begleitumst&auml;nde dazu geh&ouml;ren, einen erfolgreichen Prozess des &ldquo;nation building&rdquo; auf den Weg zu bringen. Auch wenn im heutigen Italien manches im Argen liegt, so war doch seine Geburt ein Meisterst&uuml;ck. Mitten im Faschismus schrieb der antifaschistische Historiker und Philosoph Benedetto Croce 1932 in seiner &bdquo;Storia d&rsquo;Europa dal 1815 al 1915&ldquo; anerkennend: &bdquo;Bewundernswert war das Zusammenwirken der verschiedenen Elemente, die Ehrfurcht vor dem Alten, die tiefgehende Erneuerung, die weise Zur&uuml;ckhaltung der Staatsm&auml;nner und der Tatendrang der Revolution&auml;re und Freiwilligen, der Eifer, der zugleich mit M&auml;&szlig;igung verbunden war.&ldquo; Vermerkte doch Klemens Metternich, f&uuml;hrender Kopf der Restaurationszeit noch 1847: &bdquo;Italien ist ein geographischer Name. Die italienische Halbinsel ist aus souver&auml;nen, von einander unabh&auml;ngigen Staaten zusammengesetzt.&ldquo;<br>\nUnsere Erwartungen an &auml;hnliche Prozesse z.B. im Irak oder auch Libyen, geschweige denn in Afghanistan sollten deshalb nicht zu hoch sein. In Europa zeigt das Beispiel Jugoslawiens in bedr&uuml;ckender Weise wie sowohl das K&ouml;nigreich Jugoslawien wie auch die Sozialistische F&ouml;derative Republik Jugoslawien einen Prozess des &ldquo;nation building&rdquo; nicht nachhaltig betreiben konnten. Nachdem bereits 1850 serbische und kroatische Sprachwissenschaftler im Wiener Abkommen proklamierten, dass &bdquo;dass ein Volk ein Schrifttum haben muss&rdquo;, wird heute nicht nur politisch sondern auch sprachlich die Desintegration dieser Region bef&ouml;rdert. Offiziell  gelten jetzt Kroatisch, Serbisch, Bosnisch und Montenegrinisch als eigenst&auml;ndige Sprachen. Aber auch das Beispiel Italien zeigt in der Lega Nord, das selbst nach 150 Jahren desintegrative Kr&auml;fte entstehen k&ouml;nnen, obwohl hier wohl eher ein Wirtschaftschauvinismus am Wirken ist. Es ist Italien in dieser Zeit nicht gelungen, das Nord-S&uuml;dgef&auml;lle zu &uuml;berwinden, ja es war seinerzeit, wenn man z.B. an den Raum Neapel denkt, wirtschaftlich weniger ausgepr&auml;gt.<br>\nSiehe auch <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/politik\/international\/die_erfindung_der_italienischen_nation_1.9922649.html\">zur Erfindung der italienischen Nation die NZZ<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Libyen &ndash; Diese Intervention ist durch nichts zu rechtfertigen<\/strong><br>\nAn der Intervention in Libyen stimmt so vieles nicht, dass man gar nicht wei&szlig;, wo man anfangen soll. Hier nur die gr&ouml;bsten Unstimmigkeiten:<br>\nErstens: Es ist v&ouml;llig unklar, was mit dem Eingriff bezweckt werden soll. [&hellip;] Zweitens haben die Angriffe keine signifikante Unterst&uuml;tzung seitens der arabischen Staaten. Quatar und die Emirate beteiligen sich zwar, repr&auml;sentieren aber nur ein Prozent der arabischen Gesamtbev&ouml;lkerung. [&hellip;] Drittens beschr&auml;nkt sich die Opposion im UN-Sicherheitsrat nicht nur auf China und Russland, Auch Indien, Brasilien und Deutschland enthielten sich der Stimme, die Afrikanische Union ist ebenfalls gegen die Aktion und die arabischen Staaten, wie schon gesagt, erst recht. [&hellip;] All das fiele nicht ins Gewicht, wenn es wirklich eine humanit&auml;re Intervention w&auml;re, um das Massaker zu stoppen. Aber genau dies geschieht in Libyen eben nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1297821064584\/US-Philosoph-Diese-Intervention-ist-durch-nichts-zu-rechtfertigen\">Der Standard<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Saudi-Arabien: Taumelnde Petrokraten<\/strong><br>\nManche Kommentatoren betrachten die Revolten und Revolutionen im Mittleren Osten als &raquo;arabisches 1848&laquo;. Sollte dieser Vergleich stimmen, dann spielt Saudi-Arabien heute dieselbe Rolle wie damals Ru&szlig;land als wichtigste Bastion der Reaktion. Riad bildet nicht nur die sichere Zufluchtsst&auml;tte des mit internationalem Haftbefehl gesuchten ehemaligen tunesischen Diktator und Kleptokraten Ben Ali, sondern hatte durch die Entsendung von tausend Soldaten ins benachbarte Bahrein auch erheblichen Anteil an der Niederschlagung der dortigen Protestbewegung. In seinem Heimatland versucht es der 86 Jahre alte K&ouml;nig Abdullah mit einer Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche. Ende Februar verf&uuml;gte er eine 15prozentige Gehaltserh&ouml;hung f&uuml;r alle Staatsangestellten. Dazu kamen elf Milliarden Dollar f&uuml;r zinsfreie Kredite an Saudis die H&auml;user bauen, heiraten oder Kleinunternehmen gr&uuml;nden wollen. Ferner wurden h&ouml;here Stipendien f&uuml;r saudische Studenten im Ausland sowie h&ouml;here Zahlungen an Klubs, Sportvereine und Wohlfahrtsverb&auml;nde angek&uuml;ndigt.<br>\nEin Blick hinter die Kulissen zeigt, da&szlig; es auch im scheinbar m&auml;rchenhaft reichen Saudi-Arabien gute Gr&uuml;nde f&uuml;r dieses ungewohnt starke Rumoren gibt. Zwar ist der W&uuml;stenstaat weltgr&ouml;&szlig;ter Erd&ouml;lproduzent und die gr&ouml;&szlig;te Volkswirtschaft im arabischen Raum, doch hinter diesen Superlativen verbergen sich erhebliche sozio-&ouml;konomische und politische Strukturprobleme. So sank das Bruttoinlandsprodukt im Krisenjahr 2009, aufgrund der Talfahrt in den westlichen Metropolen und dem damit verbundenen R&uuml;ckgang des Energieverbrauchs, von 476,9 auf 376,3 Milliarden Dollar. Pro Kopf der 25 Millionen Bewohner berechnet, rangiert das BIP, laut Weltbank, mit 17700 Dollar deutlich hinter Kuwait (43930 $), den Vereinigten Arabischen Emiraten (26400 $) und selbst dem Oman (17890 $). Obendrein bel&auml;uft sich die offizielle Erwerbslosenquote f&uuml;r Einheimische auf 10,5 Prozent. Die gilt allerdings nur f&uuml;r m&auml;nnliche Saudis. Seri&ouml;se Sch&auml;tzungen gehen bereits bei den M&auml;nnern von 25 bis 30 Prozent Arbeitslosen aus. Unter den 15 bis 24j&auml;hrigen sollen es laut BBC sogar 40 Prozent sein. Zugleich fehlt der eingeborenen Jugend h&auml;ufig die notwendige Bildung f&uuml;r qualifiziertere T&auml;tigkeiten. Angesichts eines Altersdurchschnitts, der mit 25 Jahren noch vier Jahre niedriger als der tunesische ist, besitzt eine derartige &raquo;No Future&laquo;-Perspektive enorme soziale Sprengkraft. Zumal den Betroffenen durchaus bekannt ist, da&szlig; es an Reichtum nicht mangelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/03-22\/002.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Referendum in &Auml;gypten: W&auml;hlen in Festtagskleidung<\/strong><br>\nDie &Auml;gypter stimmen &uuml;ber eine neue Verfassung ab<br>\nDie &Auml;nderungen sollen den Weg zu freien Parlaments- und Pr&auml;sidentschaftswahlen ebnen. Sie begrenzen die Amtsperoide des Pr&auml;sidenten auf maximal 2 vierj&auml;hrige Amtsperioden , verpflichten den Pr&auml;sidenten einen Vizepr&auml;sidenten zu ernennen und erleichtern die Kandidatur f&uuml;r die Pr&auml;sidentschaft.<br>\nDies ist aber nur eine &Uuml;bergangsverfassung, denn die Verfassungs&auml;nderungen enthalten den klaren Auftrag an das neue Parlament und den neuen Pr&auml;sidenten , eine verfassungsgebende Versammlung einzuberufen, die dann eine v&ouml;llig neue Verfassung erarbeiten soll.<br>\n Und 60 Prozent der 45 Millionen Wahlberechtigten in &Auml;gypten gingen zu dieser Abstimmung &ndash; in Festtagskleidung. Es war die erste freie Abstimmung in &Auml;gypten seit 1952.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/nahost\/artikel\/1\/waehlen-in-festtagskleidung\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Afghanistan: US-Armee entschuldigt sich f&uuml;r Gr&auml;uelfotos<\/strong><br>\nEine Gruppe von US-Soldaten ist angeklagt, als &ldquo;Kill Team&rdquo; in Afghanistan systematisch Unschuldige get&ouml;tet zu haben. Die T&auml;ter prahlten mit grausigen Fotos. Die US-Armee, die derzeit Milit&auml;rtribunale gegen insgesamt zw&ouml;lf mutma&szlig;lich an den Verbrechen Beteiligte vorbereitet, entschuldigte sich am Montag in einer in Washington ver&ouml;ffentlichten Erkl&auml;rung. Die Bilder seien &ldquo;absto&szlig;end&rdquo; und widerspr&auml;chen &ldquo;den Standards und Werten der US-Armee&rdquo;, hie&szlig; es darin. &ldquo;Wir entschuldigen uns f&uuml;r das Leid, das diese Fotos verursachen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,752272,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Dass die Bestie Mensch im Krieg geweckt wird ist allen bekannt. Da helfen Entschuldigungen wenig, da das Grauen vorprogrammiert ist. V&ouml;llig unverst&auml;ndlich ist allerdings, warum die USA sich f&uuml;r die Ver&ouml;ffentlichung  von Fotos entschuldigt, die das Grauen nur abbilden. Warum entschuldigt sie sich nicht f&uuml;r das, was den Menschen auf den Fotos angetan wurde.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Erziehung zum Glotzen<\/strong><br>\nDas Talkshow-Sedativ &ndash; Wer vor der Wunderlampe d&ouml;st, st&ouml;rt die Reichen nicht beim Geldz&auml;hlen.<br>\nZuerst die gute Nachricht: Es bleibt dabei, dass Anne Will im Herbst von ihrem Sendeplatz im &bdquo;Ersten&ldquo; weichen muss. Jetzt mehrere schlechte: Es bleibt dabei, dass statt ihrer G&uuml;nther Jauch die l&auml;stige sonnt&auml;gliche Politquasselei moderieren wird. Will bekommt einen anderen Talktag. Die Zahl der Sendungen im &bdquo;Gespr&auml;chsformat&ldquo;, mit denen die ARD nervt, wird auf f&uuml;nf pro Woche erh&ouml;ht. Die &uuml;brigen &bdquo;Moderatoren&ldquo;, die daf&uuml;r zu sorgen haben, da&szlig; die Gespr&auml;che moderat, das hei&szlig;t seicht und unergiebig bleiben: Reinhold Beckmann, Frank Plasberg und Sandra Maischberger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.steinbergrecherche.com\/08braeutigam.htm#Glotzen\">Steinberg Recherche<\/a>\n<p>dazu: <strong>Lammert kritisiert Talkshow-Schwemme<\/strong><br>\nDer Bundestagspr&auml;sident ger&auml;t wegen der Talkshow-Schwemme im Fernsehen in Rage: &ldquo;Sie simulieren nur politische Debatten&rdquo;, kritisierte Norbert Lammert im Interview mit dem SPIEGEL. Er w&uuml;nsche sich ein Programm, &ldquo;das nicht auf eine m&ouml;glichst hohe Quote zielt&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/0,1518,druck-752005,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Im Internet und als &ldquo;taz&rdquo;-Beilage: Neue Zeitung berichtet kritisch aus dem Musterl&auml;ndle<\/strong><br>\nJosef-Otto Freudenreich, 60, Ex-Chefreporter der &ldquo;Stuttgarter Zeitung&rdquo;, und f&uuml;nf Mitstreiter planen ein der kritischen und investigativen Berichterstattung verpflichtetes Medium f&uuml;r Baden-W&uuml;rttemberg: Sie starten am 6. April &ldquo;Kontext&rdquo;, eine Internet-Zeitung, aus der einmal pro Woche auch eine vierseitige &ldquo;taz&rdquo;-Regionalbeilage entstehen soll.<br>\nZum Start darf man sich u.a. auf Berichte &uuml;ber die Lage nach der Landtagswahl in Baden-W&uuml;rttemberg sowie die Atompolitik im L&auml;ndle gefasst machen. Die Rubrik &ldquo;&Uuml;berm Kesselrand&rdquo; f&uuml;hrt weit &uuml;ber die Landesgrenzen hinaus: &ldquo;Kontext&rdquo; dokumentiert etwa das Leben von Jugendlichen in s&uuml;dafrikanischen Townships in Bildern. &ldquo;Wir sind aber nicht nur bierernst, sondern haben, bei Gott, auch etwas zum Schmunzeln&rdquo;, verspricht Freudenreich. So besch&auml;ftigt sich &ldquo;Kontext&rdquo; etwa mit dem Stuttgarter &ldquo;Weinbergh&auml;usle&rdquo;, wo sich auf Einladung der &ouml;rtlichen IHK gerne Wirtschaftsgr&ouml;&szlig;en oder auch Chefredakteure zum Plausch treffen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/kress.de\/tagesdienst\/detail\/beitrag\/109274-im-internet-und-als-taz-beilage-neue-zeitung-berichtet-kritisch-aus-dem-musterlaendle.html\">Kress<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Wahlen in Sachsen-Anhalt; Das gar nicht r&auml;tselhafte Yen-R&auml;tsel; Perverse Priorit&auml;ten der Industrienationen; Deutschland hat die meisten Langzeitarbeitslosen; An der Charit&eacute; droht Pflegerstreik; Helios-Kliniken: Sparen an der Heilung; Kernkraft-Debatte; Telekom r&auml;umt auf; Deutsche Bahn sucht K&auml;ufer f&uuml;r 900 Bahnh&ouml;fe; Korruption in &Ouml;sterreich &ndash; Politisches Aus f&uuml;r Ernst Strasser; Lebensmittelskandale: Fleischkontrolleur<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8763\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-8763","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8763","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8763"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8763\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8766,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8763\/revisions\/8766"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8763"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8763"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8763"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}