{"id":87643,"date":"2022-09-05T13:40:53","date_gmt":"2022-09-05T11:40:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87643"},"modified":"2022-09-05T13:56:46","modified_gmt":"2022-09-05T11:56:46","slug":"leserbriefe-zu-gorbatschow-ist-tot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87643","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eGorbatschow ist tot\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87431\">In diesem Beitrag<\/a> wird auf den Tod von Michail Gorbatschow und unterschiedliche Reaktionen darauf hingewiesen. Verglichen werden die Aussagen einer kurzen W&uuml;rdigung Gorbatschows von Willy Wimmer mit einem Text aus dem Handelsblatt Morning Briefing. Albrecht M&uuml;ller meint, ein &bdquo;Medium wie das Handelsblatt kommt offenbar ohne dem Schaum vor dem Mund nicht zurecht&ldquo;. Die &Uuml;berschrift &bdquo;Nie wieder Krieg&ldquo; passe zu Gorbatschow, sei jedoch &bdquo;ein ganzes St&uuml;ck &auml;lter und hatte mehrmals in der Nachkriegsgeschichte eine gro&szlig;e Bedeutung&ldquo;. Es wird auch darauf hingewiesen, dass &bdquo;der Aufbau von Vertrauen zwischen den V&ouml;lkern und zwischen den politisch Verantwortlichen im Westen und im Osten&ldquo; eine &bdquo;wichtige Voraussetzung f&uuml;r den Aufbau besserer Beziehungen zwischen dem Westen und dem Osten war&ldquo;. Was das Handelsblatt schreibe, sei &bdquo;das Gegenteil von Vertrauensbildung. Es ist Hetze &ndash; ohne Verstand&ldquo;. Danke f&uuml;r die interessanten Leserbriefe. <strong>Christian Reimann<\/strong> hat f&uuml;r Sie eine Auswahl zusammengestellt.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\nvielen Dank f&uuml;r Ihren Vergleich der Aussage von Willy Wimmer mit der des &ldquo;Handelsblatt&rdquo;s zum Tod von Michail Gorbatschow, Ihres dazu erg&auml;nzenden Kommentars mit der Differenzierung Ihrer Zustimmung f&uuml;r die Meinung von Willy Wimmer sowie f&uuml;r Ihren R&uuml;ckblick auf die SPD-Entspannungspolitik, als diese in den &rsquo;80ern mit dem Slogan &ldquo;Nie wieder Krieg&rdquo; noch die Wahlen in NRW haushoch gewinnen konnte, sowie auch daf&uuml;r, dass Sie nicht vergessen hatten, &ldquo;nebenbei&rdquo; zu bemerken, dass es die CIA war, die den Afghanistan-Krieg so erfolgreich wie auch vor der Weltpresse geheim anbahnen konnte, deren Fr&uuml;chte erst &ldquo;9\/11&rdquo; 2001 sichtbar zu werden begannen. F&uuml;r mich waren es damals die Ver&ouml;ffentlichungen des US-Historikers William Blum, die mir die Augen &ouml;ffneten.<br>\nWer es wissen wollte, der konnte es ab diesem Zeitpunkt wissen und sich gleichzeitig des Eindrucks nicht erwehren, von einer Welt-Mafia beherrscht zu werden.<br>\nDank auch f&uuml;r Ihre Erw&auml;hnung der &ldquo;Kleptokratie&rdquo;, die in dem in den &rsquo;90ern entstandenen Chaos der ehemaligen UdSSR einsetzte, die auch Boris Jelzin ergriffen zu haben schien, als er sein Pr&auml;sidentenamt vor allem dazu nutzte, seinen eigenen Familienclan abzusichern, nachdem er sich bei seinem Besuch in den USA entsprechende &ldquo;Order&rdquo; bzw. Instruktionen f&uuml;r die Umsetzung des gewinnbringenden Kapitalismus eingeholt hatte.<br>\n&nbsp;<br>\nDazu geh&ouml;rte unter anderem nat&uuml;rlich, das &ldquo;sozialistische Bruderland&rdquo; Kuba fallen zu lassen, das daraufhin &uuml;ber 80 % seiner Handelsbeziehungen verlor und einer Hungerkatastrophe ausgesetzt war und die &Uuml;bernahme seiner Insel durch die revanchistischen Exilkubaner f&uuml;rchten musste. Sie sa&szlig;en quasi schon auf ihren gepackten Koffern und drohten unverhohlen &ldquo;mit der Nacht der langen Messer&rdquo;.<br>\n&nbsp;<br>\nBis heute schafft es diese &ldquo;Mafia&rdquo; von US-Geostrategen, sich der &ldquo;Auftragskiller&rdquo; zu bedienen, die sich ihrer Funktion als solcher nicht einmal bewusst zu sein scheinen, in dem Glauben, f&uuml;r die legitimen Interessen ihres Volkes zu k&auml;mpfen&hellip;<br>\n&nbsp;<br>\nW&auml;hrend dessen scheinen uns allen so hilfreiche wie uralte und einfache Orientierungen abhanden gekommen zu sein wie &ldquo;Cui bono&rdquo;? oder &ldquo;An den Fr&uuml;chten werdet ihr sie erkennen.&rdquo;&nbsp;<br>\n&nbsp;<br>\nJa, und ich kann nur immer wieder dem gesamten NDS-Team meinen Dank daf&uuml;r aussprechen, dass es auf die Unterschlagungen der &ldquo;system-relevanten&rdquo; Berichterstattung unserer daf&uuml;r ma&szlig;geblichen Medien aufmerksam machen.<br>\n&nbsp;<br>\nMit herzlich-solidarischen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nJohanna Michel-Br&uuml;ning<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Freundinnen und Freunde der Nachdenkseiten,<br>\n&nbsp;<br>\ndie drei aktuellen Titel (13:30 Uhr) anl&auml;sslich Gorbatschows Tod, an oberster Stelle auf t-online:<br>\n&nbsp;<br>\n&bdquo;Gorbatschow bleibt die Wurzel aller Probleme&rdquo;<br>\nMit dieser Aussage sch&uuml;rte Gorbatschow Misstrauen im Westen<br>\nGorbatschow ist tot: Das luxuri&ouml;se Leben seiner Verwandten in Berlin<\/p><p>Mir fehlen die Worte!<br>\n&nbsp;<br>\nGru&szlig;<br>\nUwe Skroblin<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkredaktion!<br>\n&nbsp;<br>\nZun&auml;chst m&ouml;chte ich mich endlich mal bei Euch bedanken. Die Nachdenkseiten sind eine der wenigen Stellen in diesen Zeiten, wo ein nachdenklicher Mensch interessante und n&uuml;tzliche Informationen erh&auml;lt. Diese sind sehr hilfreich, um das aktuelle Geschehen durchschauen und einordnen zu k&ouml;nnen. Bitte, arbeitet so weiter!<br>\n&nbsp;<br>\nEine kleine Anmerkung habe ich zum Beitrag &ldquo;Gorbatschow ist tot&rdquo;, 31.8.22: Der Ruf &ldquo;Nie wieder Krieg!&rdquo; erscholl schon nach dem 1. Weltkrieg. 1924 erschien ein beeindruckendes Plakat mit dieser Forderung von K&auml;the Kollwitz. Nach dem 2. Weltkrieg stieg er als gewaltiger Schrei zum Himmel. Ist das heute alles vergessen? Unsere jetzigen moralisierenden Staatslenker scheinen keinen Schimmer von den vergangenen Leiden zu haben. Sie w&uuml;rden sonst nicht so verantwortungslos mit dem Feuer spielen. Wo ist die deutsche Friedensbewegung? Sie war doch einst eine starke Kraft.&nbsp; Wir brauchen sie! Wir brauchen machtvolle Aktionen! &ldquo;Denn der Menschheit drohen Kriege, gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind, und sie werden kommen ohne jeden Zweifel, wenn denen, die sie in aller &Ouml;ffentlichkeit vorbereiten, nicht die H&auml;nde zerschlagen werden.&rdquo; (B.Brecht, Botschaft an den Wiener Friedenskongress 1952).<br>\n&nbsp;<br>\nHerzlicheGr&uuml;&szlig;e<br>\nErika Pchalek<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>Michail Gorbatschow war nicht nur wegen der wortbr&uuml;chigen NATO-Osterweiterung, sondern auch wegen des seit vielen Jahren von Politik und Medien, speziell auch deutscher &ldquo;Qualit&auml;tsmedien&rdquo; betriebenen Feindbild-Aufbaus gegen&uuml;ber Russland, von den politisch Verantwortlichen der westlichen Staaten bitter entt&auml;uscht. Es waren neben den osteurop&auml;ischen Staaten doch gerade auch die westlichen Staaten und deren Bev&ouml;lkerungen, die von seiner mit den Begriffen&nbsp; &ldquo;Glasnost&rdquo; und &ldquo;Perestroika&rdquo; umschriebenen Politik der Demokratisierung, des Spannungsabbaus und des friedlichen Interessensausgleichs in erheblichem Umfang profitiert haben.<\/p><p>So sagte Michail Gorbatschow bereits im Jahre 2009 <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/michail-gorbatschow-im-jahr-2009-die-deutsche-presse-ist-100.html\">in einem Deutschlandfunk-Interview an die Adresse der deutschen Medien<\/a>.<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Wir m&uuml;ssen uns daf&uuml;r einsetzen, dass Europa beginnt, Russland zu verstehen. Das verhindern &uuml;brigens Sie und Ihre Kollegen. Die deutsche Presse ist die b&ouml;sartigste &uuml;berhaupt.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Michail Gorbatschow wusste auch um den eskalierenden Charakter der NATO, die wegen ihrer seit 1999 betriebenen v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriffskriege &ndash; stets mit L&uuml;gen gerechtfertigt und unter eigens&uuml;chtigen Motiven &ndash; sukzessive von einem Verteidigungsb&uuml;ndnis in ein Angriffsb&uuml;ndnis mutiert ist.<\/p><p>So brachte Gorbatschow im Jahre 2016 nach einer NATO-Konferenz in Warschau seine Bef&uuml;rchtung <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Uebergang-zum-heissen-Krieg-3264664.html\">&uuml;ber ein auch kriegerisches Vorgehen der NATO gegen Russland zum Ausdruck<\/a>.<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Die Nato hat angefangen, sich auf den &Uuml;bergang vom Kalten Krieg zu einem hei&szlig;en Krieg vorzubereiten.&nbsp;Sie sprechen nur &uuml;ber Verteidigung, aber im Grunde treffen sie Vorbereitungen f&uuml;r Angriffshandlungen.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Und auch zur aggressiven Ukraine-Politik gerade auch der deutschen Bundesregierung stellte Michail Gorbatschow im Jahre 2015 &ndash; <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/gorbatschow-warnt-vor-grossem-krieg-in-europa-a-1012201.html\">ein Jahr nach dem von den USA mitbetriebenen ukrainischen Staatsstreich &ndash; unmissverst&auml;ndlich fest<\/a>.<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Das neue Deutschland will sich &uuml;berall einmischen. In Deutschland m&ouml;chten anscheinend viele bei der neuen Teilung Europas mitmachen.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Russlands im Februar vom Zaun gebrochener Angriffskrieg gegen die Ukraine, das muss festgehalten werden, ist ein Bruch des V&ouml;lkerrechts und daher zu verurteilen. Es darf allerdings nicht &uuml;bersehen oder bewusst verschwiegen werden, dass die NATO (speziell die US-Regierung) und die nationalistische ukrainische Regierung (die zudem bereits in der Vergangenheit und verst&auml;rkt seit Kriegsausbruch demokratische Grundrechte in der Ukraine in erheblichem Umfang beschnitten hat) f&uuml;r diesen Kriegsausbruch in erheblichem Ma&szlig;e mitverantwortlich sind:<\/p><ul>\n<li>wortbr&uuml;chige und &uuml;berfl&uuml;ssige NATO-Osterweiterung,<\/li>\n<li>nationalistischer, gewaltsamer, US-gest&uuml;tzter und gegen die ukrainische Verfassung versto&szlig;ender Staatsstreich 2014,<\/li>\n<li>direkt darauf folgend: Ank&uuml;ndigung einer nationalistischen Politik der Putschregierung gegen die russisch-st&auml;mmigen Ukrainer in der Ostukraine und auf der Krim,<\/li>\n<li>mit NATO-Duldung: keine Umsetzung Minsk 2-Abkommen durch die ukrainische Regierung,<\/li>\n<li>Krieg gegen die Ostukraine ab 2014 (OSZE: 14.000 Tote bis 24.02.2022; dieser Krieg und diese Kriegstoten haben Politik und Medien hierzulande nie interessiert),<\/li>\n<li>Dezember 2021: Verweigerung von Sicherheitsgarantien f&uuml;r Russland durch die NATO (diese wurden von der NATO mit unglaublicher Arroganz vom Tisch gewischt),<\/li>\n<li>Ank&uuml;ndigung Selenskyjs auf der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz im Januar, die Ukraine atomar bewaffnen zu wollen,<\/li>\n<li>massive Ausweitung des Raketenbeschusses der Ostukraine durch die ukrainische Armee ab 16.02.2022 (durch die OSZE dokumentiert).<\/li>\n<\/ul><p>Im Gegensatz dazu waren die von den USA in den vergangenen Jahrzehnten betriebenen Angriffskriege unprovoziert und eigens&uuml;chtig (und zudem mit L&uuml;gen gerechtfertigt).<\/p><p>Michail Gorbatschow wird, speziell in seinen letzten Lebensjahren, von der expansionistischen und eskalierenden Politik der NATO entt&auml;uscht gewesen sein (die obigen Zitate geben einen klaren Hinweis darauf), speziell auch von den polit-medialen Eliten hierzulande. Denn kein Volk und kein Staat d&uuml;rfte wegen der mit dem Namen Gorbatschows eng verbundenen deutschen Wiedervereinigung so stark von dessen Politik profitiert haben.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nG&uuml;nter Kieren<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag, sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>mit Ihrer Analyse des Handelsblatt-Beitrages stimme ich in der Quintessenz v&ouml;llig &uuml;berein.<\/p><p>Mich wundert allerdings immer noch und immer wieder, dass Geschichtsklitterung auch in Beitr&auml;gen der NDS ohne weiteres m&ouml;glich ist, ohne das Kind beim Namen zu nennen, bzw. die zitierten Beitr&auml;ge angemessen zu kritisieren.<\/p><p>Es gibt keine Einheit und auch keine Wiedervereinigung Deutschlands!<\/p><p>Die DDR ist der BRD zum vereinigten Wirtschaftsgebiet beigetreten ( siehe auch Artikel 133 GG) .<br>\nNicht mehr und nicht weniger&nbsp; !<\/p><p>Deutschland, besser das Deutsche Reich, wird auch im Grundgesetz als das Gebiet in den Grenzen vom 31.12.1937 bezeichnet.<\/p><p>Eine Einheit oder Wiedervereinigung, die diese Bezeichnung verdient h&auml;tte, bedingte die Losl&ouml;sung der okkupierten und fremdverwalteten Ostgebiete durch Polen und die Sowjetunion ( Schlesien, Nord-Ostpreu&szlig;en etc.)<\/p><p>Im &uuml;brigen sprechen wir auch von einem Einigungsvertrag und nicht von einem Einheitsvertrag.<\/p><p>Ein Einheitsvertrag, eine Wiedervereinigung in den Grenzen vom 31.12.1937 h&auml;tte de facto die Aufhebung der Staatssimulation und des Verwaltungskonstrukts BRD bedeutet, da dass Deutsche Reich &ndash; welches nie untergegangen war ( siehe BVerfG ) wieder handlungsf&auml;hig h&auml;tte werden m&uuml;ssen.<\/p><p>Ob Gorbatschow die Exklave Kaliningrad freigegeben h&auml;tte ? Man munkelt JA ! Der angeblich geforderte Preis von 50 Milliarden DM war dann aber wohl nicht das Problem f&uuml;r Kohl und Genscher, denn das Thema Polen und die Oder\/Nei&szlig;e-Grenze waren ein weitaus gr&ouml;&szlig;eres Problem, da man sich &ndash; ohne jegliche rechtliche Legitimation &ndash; zu vertraglichen Vereinbarungen hat hinrei&szlig;en lassen, die man &ndash; de jure &ndash; h&auml;tte nie geben d&uuml;rfen und k&ouml;nnen.<\/p><p>Die BRD hatte den Auftrag von den Alliierten, die Verwaltung des sogenannte West-Deutschlands zu erledigen.<br>\nMit teilhoheitlichen Aufgaben einer Gebietsk&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts, im Sinne der Haager Landkriegsordnung und der Milit&auml;rgesetze, aber auch des von den Alliierten oktroyierten Grundgesetzes.<\/p><p>Artikel 146 GG insgesamt, aber hier in der alten Fassung zu verstehen, ist an dieser Stelle sehr hilfreich.<\/p><p>Vertr&auml;ge &uuml;ber Gebietsverluste des Deutschen Reichs durfte dieses Verwaltungskonstrukt v&ouml;lkerrechtlich verbindlich niemals eingehen.<\/p><p>Die Westdeutschen wurden nicht gefragt, die Mitteldeutschen wurden nicht gefragt und die Ostdeutschen hat man &ndash; durch Kohl und Genscher &ndash; geopfert.&nbsp;&nbsp;<\/p><p>Ich empfehle Ihnen und auch meinen Mitlesern der NDS unbedingt das Buch:<\/p><p>Entzaubert, Kohl und Genscher, diese beiden. Das Ende des kalten Krieges 1989 und 1990 von<br>\nReinhard Leube&nbsp;<\/p><p>zu lesen.<\/p><p>Ob Schabowskis Unwissenheit oder Unzul&auml;nglichkeit bei der omin&ouml;sen Pressekonferenz vom 09.11.89 nun mit Gorbatschow und Krenz abgesprochen war, lassen wir einmal dahingestellt.&nbsp;<\/p><p>Klar ist, dass Gorbatschow und Bush sich vorher verst&auml;ndigt hatten, dass diese Nummer der Grenz&ouml;ffnung gewaltfrei &uuml;ber die B&uuml;hne gehen sollte.&nbsp;<\/p><p>Was bedeuten diese gesamten Umst&auml;nde um 1990 herum f&uuml;r uns in der jetzigen Zeit, sehr geehrter Herr M&uuml;ller?<\/p><p>Sie pers&ouml;nlich waren als MdB der SPD zumindest mittelbar am Geschehen und an den Entscheidungen im BT unmittelbar beteiligt.<\/p><p>Wenn wir uns die NATO-Osterweiterung seit 1990 unter Mithilfe und in der Rolle eines nach wie vor nicht souver&auml;nen Staates, einer Staatssimulation wie Germany\/Deutschland anschauen, k&ouml;nnte man doch auf die Idee kommen k&ouml;nnen, dass erst mit der Vereinigung der Wirtschaftsgebiete BRD und DDR &ndash; die quasi die Fesseln des eisernen Vorhangs und somit des kalten Krieges gelockert hat &ndash; die M&ouml;glichkeit f&uuml;r den &rdquo; Werte-Westen &rdquo; entstanden ist, sich aus wirtschaftlicher Sicht mit den riesigen Rohstoff-Ressourcen des gr&ouml;&szlig;ten Landes der Erde &rdquo; zu befassen &rdquo; !<\/p><p>Vielleicht ist Gorbatschow dahingehend politisch ausman&ouml;vriert worden, als dass er ja mit seiner SU unter erheblichen wirtschaftlichen Druck gestanden hat.&nbsp;<br>\nIm Sinne der geopolitischen russischen Interessen wird er daher tats&auml;chlich an einem starken Deutschland resp. der Wiederbelebung des Deutschen Reichs in freundschaftlicher Verbundenheit zur SU\/Russland Gefallen gehabt haben k&ouml;nnen.<br>\nSein gr&ouml;&szlig;ter politischer Fehler &ndash; sofern er eine Wahl hatte &ndash; war dem Beitritt der DDR zur BRD zuzustimmen, ohne den Vorbehalt zu machen, dass das vereinigte Wirtschaftsgebiet sich keinesfalls der NATO anschlie&szlig;en darf.<\/p><p>Michail Gorbatschow hat dem &rdquo; Wind Of Change &rdquo; ein sympathisches Gesicht gegeben und sicherlich hatte er politische Visionen, die ich nur als redlich bezeichnen kann.<\/p><p>Schon aus diesem Grund geb&uuml;hrt diesem Politiker unser aller Respekt.<\/p><p>Ob seine politische Schaffenskraft eine nachhaltige Verbesserung der Situation in der BRD und Europa bedeuten, wage ich zu bezweifeln. Die aktuellen Umst&auml;nde sind f&uuml;r den geneigten NDS-Leser zu offensichtlich, als dass man hier optimistisch sein k&ouml;nnte.<\/p><p>Schauen Sie sich nur den diesen Auszug aus Willy Wimmers Kommentar an:<\/p><p>Wir Deutschen verdanken ihm, dem Freund von Bundeskanzler Helmut Kohl unser Land, wie es sich heute zwischen G&ouml;rlitz und Krefeld, Miesbach und Wismar zeigen kann.<\/p><p>Willy Wimmer &ndash; h&auml;ufig von mir gesch&auml;tzt, wenn er sich in diesen Tagen zu all dem Wahnsinn &auml;u&szlig;ert &ndash;  hat augenscheinlich nicht verstanden oder will nicht verstehen, worum es eigentlich geht;<\/p><p>Die &rdquo; Deutsche Frage &rdquo; ist nicht nur nicht beantwortet worden, sondern ihre Kl&auml;rung wird immer wichtiger.<\/p><p>Das jetzt hier weiter auszuf&uuml;hren, sprengte den Rahmen dieses ohnehin schon umfangreichen Leserbriefs.&nbsp;&nbsp;<\/p><p>Wenn aber selbst Leute mit exponiertem Wissen, wie Willy Wimmer die Vereinigung von zwei Wirtschaftsgebieten als Erfolg verkauft wissen wollen, sehe ich f&uuml;r die Zukunft keine signifikanten Ver&auml;nderungen.<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nMichael Krater.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Im ersten Absatz beschreibt der Autor Marco Gallina bei TE den Zustand unserer Regierung. Treffender kann man das nicht tun:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ein Kanzler, der in einen Bankenskandal verwickelt ist. Ein Wirtschaftsminister, der in einer Energiekrise Kernkraftwerke abschaltet. Ein Justizminister, der &bdquo;grundrechtsschonende&ldquo; Gesetze ausarbeitet, die die Grundrechte beschneiden. Eine Innenministerin, die den Verfassungsschutz zum Regierungsschutz umbaut. Ein Gesundheitsminister, der an einer nicht mehr von der Hand zu weisenden Wirrnis leidet. Eine Verteidigungsministerin, die vom Milit&auml;r nur so viel wei&szlig;, dass sie dieses f&uuml;r kostenlose Familienfl&uuml;ge nutzen kann. Eine Au&szlig;enministerin, die glaubt, dass sie Weltinnenpolitik betreibt.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.tichyseinblick.de\/feuilleton\/angekommen-in-der-kakistokratie\/\">tichyseinblick.de\/feuilleton\/angekommen-in-der-kakistokratie\/<\/a><\/p><p>Von dieser Regierung erwarte ich nichts. Am allerwenigsten erwarte ich von denen Anstand. Das hat man vergessen, B&auml;rbock und Co in die Wiege zu legen. Ich erwarte von denen weder Politik im Interesse Deutschlands noch Europas. Von denen sehe ich nur blinden Kadavergehorsam den USA gegen&uuml;ber. Sie fahren dieses Land mit Vollgas vor die Wand. Dilettantismus ist Regierungsprogramm.<\/p><p>Ich sch&auml;me mich f&uuml;r diese armseligen Politdarsteller. Dass der &bdquo;V&ouml;lkische Beobachter&ldquo; heute Handelsblatt oder Spiegel hei&szlig;t, das ist nicht neu. Denen laufen zu Recht die Abonnenten weg. Wenn daraus resultierend die Werbeeinnahmen und damit die Jobs wegfallen, recht so.<br>\nDas sind das die einzigen Jobs, die mir nicht wehtun.<\/p><p>Eigentlich ist es mir ganz lieb, wenn die deutsche Regierung fernbleibt. Das dumme Geplapper von B&auml;rbock sollte man auch dem Verstorbenen nicht antun.<\/p><p>Bleibt zu hoffen, dass das Verm&auml;chtnis von Michail Gorbatschow nicht v&ouml;llig in Vergessenheit ger&auml;t.<\/p><p>Ruhe in Frieden Gorbi, wir alle haben Dir viel zu verdanken.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;ssen<br>\nRalf Binde<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87431\">In diesem Beitrag<\/a> wird auf den Tod von Michail Gorbatschow und unterschiedliche Reaktionen darauf hingewiesen. Verglichen werden die Aussagen einer kurzen W&uuml;rdigung Gorbatschows von Willy Wimmer mit einem Text aus dem Handelsblatt Morning Briefing. Albrecht M&uuml;ller meint, ein &bdquo;Medium wie das Handelsblatt kommt offenbar ohne dem Schaum vor dem Mund nicht zurecht&ldquo;. Die &Uuml;berschrift<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87643\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-87643","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/87643","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=87643"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/87643\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":87680,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/87643\/revisions\/87680"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=87643"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=87643"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=87643"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}