{"id":87664,"date":"2022-09-05T11:00:52","date_gmt":"2022-09-05T09:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87664"},"modified":"2022-09-05T16:54:30","modified_gmt":"2022-09-05T14:54:30","slug":"rot-gruen-gelb-eine-regierungskoalition-ohne-sicherheitspolitisches-konzept-fuer-den-krieg-in-der-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87664","title":{"rendered":"Rot-Gr\u00fcn-Gelb: Eine Regierungskoalition ohne sicherheitspolitisches Konzept f\u00fcr den Krieg in der Ukraine"},"content":{"rendered":"<p>Gegen&uuml;ber der BILD am Sonntag erkl&auml;rte Au&szlig;enministerin Baerbock zum Krieg in der Ukraine: <em>&bdquo;Nat&uuml;rlich w&uuml;rde ich mir w&uuml;nschen, dass der Krieg schnellstm&ouml;glich vorbei ist, aber wir m&uuml;ssen leider davon ausgehen, dass die Ukraine auch im n&auml;chsten Sommer noch neue schwere Waffen von ihren Freunden braucht. F&uuml;r mich ist klar: Die Ukraine verteidigt auch unsere Freiheit, unsere Friedensordnung, und wir unterst&uuml;tzen sie finanziell und milit&auml;risch &ndash; und zwar so lange es n&ouml;tig ist. Punkt.&ldquo;<\/em> Der nachfolgende Artikel besch&auml;ftigt sich mit der Frage, welches oder ob &uuml;berhaupt ein sicherheitspolitisches Konzept hinter der Formulierung &bdquo;Unterst&uuml;tzung, solange es n&ouml;tig ist&ldquo; steckt und ob in der Ukraine wirklich auch unsere Freiheit verteidigt wird. Von <strong>J&uuml;rgen H&uuml;bschen<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3677\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-87664-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220905_Eine_Regierungskoalition_ohne_sicherheitspolitisches_Konzept_fuer_den_Krieg_in_der_Ukraine_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220905_Eine_Regierungskoalition_ohne_sicherheitspolitisches_Konzept_fuer_den_Krieg_in_der_Ukraine_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220905_Eine_Regierungskoalition_ohne_sicherheitspolitisches_Konzept_fuer_den_Krieg_in_der_Ukraine_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220905_Eine_Regierungskoalition_ohne_sicherheitspolitisches_Konzept_fuer_den_Krieg_in_der_Ukraine_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=87664-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220905_Eine_Regierungskoalition_ohne_sicherheitspolitisches_Konzept_fuer_den_Krieg_in_der_Ukraine_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220905_Eine_Regierungskoalition_ohne_sicherheitspolitisches_Konzept_fuer_den_Krieg_in_der_Ukraine_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Das sicherheitspolitische &bdquo;Konzept&ldquo; der Bundesregierung<\/strong><\/p><p>Frau Baerbock bleibt mit ihrer Aussage der Linie der G-7-Staaten treu, die in der Abschlusserkl&auml;rung ihres Gipfels am 28. Juni 2022 formuliert hatten, die G-7 w&uuml;rden der Ukraine zur Seite stehen und die erforderliche finanzielle, humanit&auml;re, milit&auml;rische und diplomatische Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die mutige Verteidigung ihrer Souver&auml;nit&auml;t und territorialen Integrit&auml;t bereitstellen, so lange wie n&ouml;tig. Was diese Formulierung &bdquo;so lange wie n&ouml;tig&ldquo; konkret bedeutet, hatten die Staats- und Regierungschefs der G-7-Staaten nicht gesagt und Frau Baerbock hat diese &bdquo;Worth&uuml;lse&ldquo; in bew&auml;hrter populistischer Manier &uuml;bernommen.<\/p><p>Steckt dahinter ein sicherheitspolitisches Konzept der Bundesregierung, das den B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern dieses Landes vielleicht bislang verborgen geblieben ist?<\/p><p>Auch ich kann es nur vermuten und einige Interpretationsm&ouml;glichkeiten dieses &bdquo;So lange wie n&ouml;tig&ldquo; anbieten:<\/p><p><strong>Option 1:<\/strong> So lange, bis die russischen Streitkr&auml;fte sich vollst&auml;ndig aus der Ukraine zur&uuml;ckgezogen haben. Wer das f&uuml;r realistisch h&auml;lt, dem ist die milit&auml;rische Entwicklung in der Ukraine verborgen geblieben. Russland hat bis jetzt bereits etwa 20 Prozent der Ukraine besetzt und l&auml;sst nicht erkennen, diese Gebiete wieder zu r&auml;umen. Wer sollte mit welchen Mitteln Moskau zu diesem R&uuml;ckzug zwingen oder warum sollte Moskau von sich aus die eroberten Gebiete wieder r&auml;umen? Mit Sanktionen allein wird man das nicht erreichen.<\/p><p><strong>Option 2:<\/strong> So lange, bis Pr&auml;sident Wolodymyr Selensky erkl&auml;rt, die Ukraine brauche keine milit&auml;rische Unterst&uuml;tzung des Westens mehr? Ohne die Lieferung westlicher Waffen und vor allem auch ohne westliche Aufkl&auml;rung &uuml;ber russische Positionen h&auml;tte die Ukraine schon l&auml;ngst ihre vollst&auml;ndige Niederlage eingestehen m&uuml;ssen. Die ukrainischen Verluste an Soldaten und milit&auml;rischem Material erh&ouml;hen die russische &Uuml;berlegenheit von Tag zu Tag, aber Pr&auml;sident Selensky wird weiterhin die massive finanzielle und materielle Unterst&uuml;tzung fordern und seinen v&ouml;llig unrealistischen Plan, alle besetzten Gebiete, einschlie&szlig;lich der Krim, zur&uuml;ckzuerobern, niemals aufgeben, weil das letztlich das Eingest&auml;ndnis der ukrainischen Niederlage w&auml;re.<\/p><p><strong>Option 3:<\/strong> So lange, bis die Ukraine den Krieg gewonnen hat? Diese &Uuml;berlegung entbehrt jeder Grundlage, weil die Ukraine &uuml;berhaupt keine Chance hat, diesen Krieg zu gewinnen. Sie kann ihre Niederlage mit westlicher Unterst&uuml;tzung hinausz&ouml;gern, unter Inkaufnahme weiterer toter Soldaten und Zivilisten und einer st&auml;ndig zunehmenden Zerst&ouml;rung des eigenen Landes.<\/p><p><strong>Option 4:<\/strong> So lange, bis die Ukraine wiederaufgebaut ist? Das ist ein Fass ohne Boden. Da sollten wir erst einmal in Deutschland u.a. alle maroden Autobahnbr&uuml;cken instandsetzen und Pr&auml;sident Selensky seine Oligarchen in die Pflicht nehmen. Russland d&uuml;rfte sich &ndash; falls &uuml;berhaupt &ndash; wohl nur im Rahmen eines Friedensvertrages daran beteiligen.<\/p><p><strong>Option 5:<\/strong> So lange, bis die USA ihre Unterst&uuml;tzung aus innenpolitischen Erw&auml;gungen eingestellt haben? Das k&ouml;nnte durchaus passieren, falls der Krieg in der Ukraine und die Sanktionspolitik gegen&uuml;ber Russland innenpolitisch ein Grund daf&uuml;r w&uuml;rden, dass die Demokraten die Midterm-Elections im November 2022 verlieren k&ouml;nnten. Allerdings w&uuml;rden Washingtons Verb&uuml;ndete im Vorfeld dar&uuml;ber nicht informiert. Aktuelles Beispiel daf&uuml;r ist das pl&ouml;tzliche Ende des amerikanischen Engagements in Afghanistan Ende August 2021. Im Falle eines amerikanischen Aussteigens aus der Unterst&uuml;tzung der Ukraine k&ouml;nnte das von den Europ&auml;ern milit&auml;risch nicht kompensiert werden, die aber auf den Kosten f&uuml;r den Wiederaufbau sitzenbleiben w&uuml;rden. Das k&ouml;nnte allerdings auch ohne den &bdquo;R&uuml;ckzug&ldquo; der USA passieren.<\/p><p><strong>Option 6: <\/strong>So lange, bis die westlichen Verb&uuml;ndeten keine Waffen mehr liefern k&ouml;nnen\/wollen, ohne die eigene Verteidigungsf&auml;higkeit zu schw&auml;chen? Dieses Problem k&ouml;nnte in Deutschland zwar bald relevant werden, aber leider ist nicht auszuschlie&szlig;en, dass die Regierungskoalition das billigend in Kauf nimmt. Deshalb, so f&uuml;rchte ich, ist das kein relevantes Thema. Deutschland w&uuml;rde in einem solchen Fall von der Ukraine und auch unseren Verb&uuml;ndeten moralisch so unter Druck gesetzt werden, dass man eher die eigene Verteidigungsf&auml;higkeit schw&auml;cht, als die milit&auml;rische Unterst&uuml;tzung der Ukraine einzustellen. Der letzte Vorschlag von Friedrich Merz, der Ukraine Leopard-2-Panzer zu liefern, geht genau in diese Richtung.<\/p><p><strong>Option 7:<\/strong> So lange, bis es in Deutschland zu so starken sozialen Verwerfungen und innenpolitischen Spannungen kommt, dass der Regierungskoalition der Machtverlust droht? Das kann f&uuml;r den Herbst nicht ausgeschlossen werden, sollte die zunehmende soziale Schieflage von der Regierung nicht abgefedert werden. Die aktuelle Teuerungsrate, Tendenz steigend, verbunden mit den Einschr&auml;nkungen in der pers&ouml;nlichen &bdquo;Wohlf&uuml;hlblase&ldquo; werden von gro&szlig;en Teilen der Bev&ouml;lkerung nicht &bdquo;so lange wie n&ouml;tig&ldquo; akzeptiert werden. Es wird dazu kommen, dass die Finanzierung des Eigenheims nicht mehr gestemmt werden kann oder Betriebe wegen der immensen Energiekosten Konkurs anmelden m&uuml;ssen. Diese Entwicklung k&ouml;nnte ein Ende des &bdquo;So lange wie n&ouml;tig&ldquo; bedeuten, weil den B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern letztlich das eigene Hemd n&auml;her ist als die unbegrenzte finanzielle und milit&auml;rische Unterst&uuml;tzung der Ukraine, f&uuml;r die unsere Regierung noch immer kein politisches Konzept erkennen l&auml;sst.<\/p><p><strong>Option 8:<\/strong> So lange, bis es einen Friedensvertrag gibt? Das ist offensichtlich auch keine konkrete M&ouml;glichkeit, weil die deutsche Au&szlig;enministerin sagt: &bdquo;<em>Wir m&uuml;ssen leider davon ausgehen, dass die Ukraine auch im n&auml;chsten Sommer noch neue schwere Waffen von ihren Freunden braucht.&ldquo;<\/em> Zu Verhandlungen, diplomatischem Engagement, Ausloten eines Waffenstillstands oder gar &Uuml;berlegungen zu einem Friedenvertrag &auml;u&szlig;ert sie sich nicht, und es gibt ja auch bislang &uuml;berhaupt keine nennenswerten diesbez&uuml;glichen Initiativen.<\/p><p>Man k&ouml;nnte sicherlich noch weitere theoretische Optionen aufzeigen, ohne zu erfahren, was &bdquo;so lange wie n&ouml;tig&ldquo; wirklich bedeutet.<\/p><p><strong>Wird in der Ukraine auch unsere Freiheit verteidigt?<\/strong><\/p><p>Niemand wei&szlig;, was in der Ukraine tats&auml;chlich passiert, weil wie in jedem Krieg von allen Beteiligten die Wahrheit durch Propaganda ersetzt wird.<\/p><p>Deshalb stellt sich die grunds&auml;tzliche Frage, ob in der Ukraine wirklich auch die Freiheit der Bundesrepublik Deutschland und unsere Friedensordnung verteidigt wird, wie es Frau Baerbock in Prag erneut gesagt hat.<\/p><p>Von dem damaligen Verteidigungsminister Peter Struck wurde im Vorfeld der im Mai 2003 in Kraft gesetzten neuen &bdquo;Verteidigungspolitischen Richtlinien (VPR)&ldquo; der Satz gepr&auml;gt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt.<\/em>&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Deshalb hatte Deutschland f&uuml;r fast 20 Jahre eigene Soldaten nach Afghanistan geschickt, von denen fast 60 ihr Leben verloren haben, viele andere verwundet wurden und Tausende traumatisiert nach Hause zur&uuml;ckgekehrt sind. Im August 2021 wurde der von den USA gef&uuml;hrte Einsatz abrupt beendet und muss heute insgesamt als gescheitert angesehen werden. Im Umkehrschluss zur Aussage von Peter Struck m&uuml;ssten wir also heute konstatieren, dass wir mit der Niederlage der Alliierten unsere Freiheit am Hindukusch verloren haben. Gott sei Dank ist das nicht der Fall, und damit steht fest, dass die Aussage des damaligen Verteidigungsministers unzutreffend war. Deutschland hat am Hindukusch seine Freiheit nicht verteidigt, sondern ist mit dem Versuch gescheitert, den Afghanen eine aus unserer Sicht bessere Zukunft zu erm&ouml;glichen.<\/p><p>Vor diesem Hintergrund stellt sich heute die Frage, ob Au&szlig;enministerin Baerbock mit ihrer Aussage &bdquo;<em>Die Ukraine verteidigt auch unsere Freiheit, unsere Friedensordnung&ldquo;<\/em> recht hat. Meine Antwort ist ein klares &bdquo;NEIN&ldquo;.<\/p><p>Frau Baerbocks Argument ist nichts anderes als eine nicht &uuml;berzeugende und letztlich auch unehrliche Begr&uuml;ndung f&uuml;r eine grundlegend falsche Politik. In Afghanistan hat man diese unzutreffende Aussage immerhin mit dem Einsatz eigener Soldaten zu begr&uuml;nden versucht. In der Ukraine ist nicht einmal das der Fall. Sollte in der Ukraine wirklich auch unsere Freiheit verteidigt werden, w&auml;re es geradezu verwerflich, ausschlie&szlig;lich ukrainische Soldaten damit zu beauftragen. Wir unterst&uuml;tzen die Ukraine finanziell und mit milit&auml;rischem Ger&auml;t und bilden zus&auml;tzlich ukrainische Soldaten an den Waffen aus, die wir liefern. Im Gegenzug bezahlt die Ukraine mit dem Leben und der Gesundheit ihrer Soldaten und der Zivilbev&ouml;lkerung, mit Flucht und Vertreibung ihrer B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger, der Zukunft ihrer Kinder und der Zerst&ouml;rung ihres Landes. Ist das &bdquo;die Gesch&auml;ftsgrundlage&ldquo;, also das sicherheitspolitische Konzept der Bundesregierung in diesem Krieg?<\/p><p>Wenn das nicht zynisch ist, in diesem Zusammenhang auch von der Verteidigung unserer Freiheit zu sprechen, was dann? Der mexikanische Pr&auml;sident Andr&eacute;s Manuel L&oacute;pez Obrador hat diese von ihm abgelehnte Vorgehensweise in einem einfachen Satz zusammengefasst:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir liefern die Waffen und ihr die Truppen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Wenn wir wirklich durch den Krieg in der Ukraine unsere Freiheit bedroht s&auml;hen, dann k&ouml;nnte die politische Entscheidung nur lauten, Bundeswehrsoldaten mit den Waffen, an denen sie ausgebildet wurden, Seite an Seite mit ihren ukrainischen Kameraden in den Kampf gegen die Russen zu schicken. Dann w&auml;re Deutschland und damit auch die NATO im Krieg gegen Russland, was &ndash; streng juristisch gesehen &ndash; nach Einsch&auml;tzung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages allerdings bereits der Fall ist, seitdem ukrainische Soldaten in Deutschland an den Waffen ausgebildet werden, die in die Ukraine geliefert werden.<\/p><p>Nein, Deutschlands Freiheit wird nicht in der Ukraine verteidigt, sondern hier handelt es sich um einen Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Russland, der &ndash; v&ouml;lkerrechtlich gesehen &ndash; von Pr&auml;sident Putin begonnen wurde, aber eine Vorgeschichte mit einer westlichen Mitverantwortung hat.<\/p><p>Oleksei Arestovich, ein Berater und Sprecher des ukrainischen Pr&auml;sidenten Selensky, hat gesagt, dass ein ukrainischer Sieg &uuml;ber Russland Kiews Eintrittskarte in die NATO w&auml;re. Deshalb habe man die Ukraine zu einer Offensive im Donbass gedr&auml;ngt, um Russland zu den Reaktionen zu zwingen, die Sanktionen des Westens zur Folge h&auml;tten. Zu diesem Vorgehen sagte der ehemalige Schweizer Oberst im Generalstab, Jacques Baud, in einem aktuellen Interview:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Das ist zynisch und zeigt, wie sehr der Westen unter F&uuml;hrung der USA die Ukraine missbraucht hat f&uuml;r seine eigenen Zwecke und Ziele<\/em>. <em>Das Ergebnis ist, dass die Ukraine nicht nach einem eigenen Sieg strebt, sondern nach der Niederlage Russlands.&ldquo; <\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Darin sieht Baud auch die Begr&uuml;ndung, warum dem Angebot von Pr&auml;sident Selensky an Russland vom M&auml;rz 2022, &uuml;ber die Krim zu verhandeln, von der EU und vom britischen Premierminister Johnson nicht zugestimmt wurde.<\/p><p><strong>Zusammenfassende Bewertung<\/strong><\/p><p>Frau Baerbock hat ihre Position in einer Podiumsdiskussion nach dem Treffen der EU-Au&szlig;enminister in Prag noch einmal bekr&auml;ftigt. Im Rahmen der &bdquo;26th Forum 2000 Conference&ldquo; in Prag am 31. August 2022 sagte sie u.a.:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Wenn ich den Menschen in der Ukraine das Versprechen gebe: Wir stehen mit Euch zusammen, so lange, wie ihr uns braucht, dann will ich das auch einhalten, egal, was meine deutschen W&auml;hler denken, ich will gegen&uuml;ber den Ukrainern Wort halten&ldquo;.<\/em><\/p>\n<p><em>(&bdquo; If I give the promise to people in Ukraine: &lsquo;We stand with you as long as you need us.&rsquo; Then I want to deliver to the people of Ukraine- no matter what my German voters think, but I want to deliver to the people of Ukraine.&rdquo;)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><div class=\"external-2click\" data-provider=\"X (Twitter)\" data-provider-slug=\"twitter\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von X (Twitter) zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><blockquote class=\"external-2click-target twitter-tweet\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Au&szlig;enministerin <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ABaerbock?ref_src=twsrc%5Etfw\">@ABaerbock<\/a> offenbarte ein recht eigent&uuml;mliches Demokratieverst&auml;ndis bei ihrem gestrigen Auftritt in Prag: <br>\"Ich m&ouml;chte liefern. Egal, was meine deutschen W&auml;hler denken. Ich m&ouml;chte den Menschen der Ukraine beistehen.\"<br>Mehr Hintergr&uuml;nde hier: <a href=\"https:\/\/t.co\/6yVgfaKcBU\">https:\/\/t.co\/6yVgfaKcBU<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/8NZ5ODQaR3\">pic.twitter.com\/8NZ5ODQaR3<\/a><\/p>\n<p>&mdash; NachDenkSeiten (@NachDenkSeiten) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/NachDenkSeiten\/status\/1565322752436981760?ref_src=twsrc%5Etfw\">September 1, 2022<\/a><\/p><\/blockquote><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"twitter\">Inhalte von X (Twitter) nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><p>  <\/p><p>Dieses Versprechen w&uuml;rde ihrer Meinung nach auch in zwei Jahren noch gelten, falls der Krieg noch andauern sollte. Wenn man diese Aussage positiv bewerten will, dann hat Frau Baerbock gesagt, dass sie zu diesem Versprechen stehen w&uuml;rde, auch wenn sie das selbst W&auml;hlerstimmen kosten sollte. Das w&auml;re ja grunds&auml;tzlich aller Ehren wert, wobei das nat&uuml;rlich auch immer Stimmverluste f&uuml;r ihre Partei w&auml;ren. Man kann es aber auch sehen als ein Ignorieren der Menschen, die es durch ihre Stimmabgabe erst erm&ouml;glicht haben, dass sie Au&szlig;enministerin geworden ist. Und eine weitere Frage ist, von wem sie das Mandat f&uuml;r so ein Versprechen eigentlich hat. In jedem Fall sind Zweifel berechtigt, ob Frau Baerbock sich mit ihrer Position dem deutschen Volk so verpflichtet sieht, wie sie es in ihrem Amtseid geschworen hat.<\/p><p>Unabh&auml;ngig davon bleibt festzustellen, dass sie &ndash; ebenso wie der Bundeskanzler &ndash; der deutschen Bev&ouml;lkerung noch immer die Erkl&auml;rung schuldig ist, was dieses &bdquo;So lange wie n&ouml;tig&ldquo; wirklich bedeutet und wann es endlich &ndash; und zwar auf der Basis einer Entscheidung des Deutschen Bundestages &ndash; ein politisches Konzept im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine gibt. Dazu geh&ouml;rt auch eine klare Aussage, was Deutschland eigentlich mit seinem Engagement in der Ukraine erreichen will und warum es neben dem milit&auml;rischen Engagement noch immer keine vergleichbaren diplomatischen Initiativen gibt. Was ist eigentlich das politische Ziel? Die Verteidigung der deutschen Freiheit ist es sicherlich nicht; denn damit beauftragen wir nicht die ukrainischen Soldaten, sondern unsere Freiheit, die sch&uuml;tzen und verteidigen wir durch unsere eigenen Streitkr&auml;fte im Rahmen der NATO und der EU.<\/p><p>Titelbild: <a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/g\/vasik_academ\">vasik_academ<\/a> \/ shutterstock<\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87553\">Baerbock, der Schicksalsschlag unserer Nation &ndash; und die Tagesschau als Regierungssprachrohr<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87367\">&bdquo;Ende der unipolaren Welt&ldquo; &ndash; Die 10. 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F&uuml;r mich ist klar: Die Ukraine verteidigt auch unsere Freiheit,<\/em><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87664\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":87666,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,188,171,11],"tags":[2665,441,259,2794,260],"class_list":["post-87664","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-bundesregierung","category-militaereinsaetzekriege","category-strategien-der-meinungsmache","tag-baerbock-annalena","tag-freiheit","tag-russland","tag-stellvertreterkrieg","tag-ukraine"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/shutterstock_2050221380.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/87664","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=87664"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/87664\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":87684,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/87664\/revisions\/87684"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/87666"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=87664"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=87664"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=87664"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}