{"id":8775,"date":"2011-03-23T09:04:57","date_gmt":"2011-03-23T08:04:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8775"},"modified":"2011-03-23T15:52:52","modified_gmt":"2011-03-23T14:52:52","slug":"hinweise-des-tages-1351","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8775","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Aus B&uuml;rgerkrieg wird Krieg; Afghanen &uuml;bernehmen das Kommando; AKW-Katastrophe in Japan; Bundesregierung gr&uuml;ndet einen Arbeitskreis; Bundesgerichtshof entscheidet zu Beratungspflichten einer Bank; Steueroase Florida; Exportanstieg; Euro-Rettungsschirm: Deutschland muss 22 Milliarden Euro zahlen; Haushaltslage der Kommunen; Leiharbeit; 2,93 Millionen Arbeitslose 2011; Hartz IV; Wasserwirtschaft in Deutschland; Rechtsextremismus: Die 90 vergessenen Opfer; Analyse der Wahl in Sachsen-Anhalt; 60 L&uuml;gen &uuml;ber &ldquo;Stuttgart21&rdquo;; Mappus auf dem Schleudersitz; Lafontaine &ndash; &ldquo;Es gibt keinen gr&uuml;nen Kapitalismus&rdquo;; Der Front National hat gut lachen; Berliner Hochschulgesetz; Facebook als Tummelfeld f&uuml;r undurchsichtige Akteure; Zu guter Letzt: Was Sie sofort tun k&ouml;nnen: Zehn Empfehlungen. (WL\/MB)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Libyen: Aus B&uuml;rgerkrieg wird Krieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Afghanen &uuml;bernehmen das Kommando in sieben Regionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">AKW-Katastrophe in Japan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Bundesregierung gr&uuml;ndet einen Arbeitskreis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Bundesgerichtshof entscheidet zu Beratungspflichten einer Bank<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Steueroase Florida: Unsere Wirtschaft w&uuml;rde nachhaltig gesch&auml;digt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Exportanstieg im 4. Quartal 2010 um fast 21%<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Euro-Rettungsschirm Deutschland muss 22 Milliarden Euro zahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Haushaltslage der Kommunen im Jahr 2010 weiter angespannt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Leiharbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">IAB: 2,93 Millionen Arbeitslose im Jahresdurchschnitt 2011<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Hartz IV<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Wasserwirtschaft in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Rechtsextremismus: Die 90 vergessenen Opfer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Analyse der Wahl in Sachsen-Anhalt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">60 L&uuml;gen &uuml;ber &ldquo;Stuttgart21&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Mappus auf dem Schleudersitz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Lafontaine &ndash; &ldquo;Es gibt keinen gr&uuml;nen Kapitalismus&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Der Front National hat gut lachen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Berliner Hochschulgesetz: Novelle gen&uuml;gt studentischen Anforderungen nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Freunde als Ware: Die Internet-Plattform Facebook als Tummelfeld f&uuml;r undurchsichtige Akteure<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Zu guter Letzt: Was Sie sofort tun k&ouml;nnen: Zehn Empfehlungen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=8775&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Libyen: Aus B&uuml;rgerkrieg wird Krieg<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Vom B&uuml;rgerkrieg zum Krieg<\/strong><br>\nDie neue &bdquo;Koalition der Willigen&ldquo; hat, kaum war die UN-Resolution zur Flugverbotszone verabschiedet, begonnen, Bomben in Libyen abzuwerfen. Das ist, UN hin, UN her, die Ausweitung eines innerstaatlichen Krieges in einen zwischenstaatlichen Krieg &ndash; aber nicht automatisch der Anfang vom Ende der Diktatur Gaddafis. Kaum sind die ersten Luftattacken geflogen, werden sie schon kritisiert wegen der Opfer unter der Zivilbev&ouml;lkerung, die zu sch&uuml;tzen doch der Auftrag ist. Kritisiert zum Beispiel gerade auch von der Arabischen Liga, die den UN-Beschluss ja mitgetragen hatte. Und kaum hat die Intervention begonnen, gibt es schon Streit dar&uuml;ber, welche milit&auml;rischen Operationen von der Resolution noch gedeckt werden und welche nicht mehr. Und dar&uuml;ber, was f&uuml;r die Menschen in Libyen gewonnen ist, wenn die Truppen des Diktators &bdquo;nur&ldquo; noch zu Lande gegen das eigene Volk vorgehen.<br>\nDer Einsatz der Alliierten bedeutet die Ausdehnung der Kampfzone, nicht ihre Einengung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/mobil.fr-online.de\/cms\/home\/news\/meinung\/vom-buergerkrieg-zum-krieg\/-\/4355678\/8249368\/-\/view\/asFitMl\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Obama will den Libyen-Krieg nicht anf&uuml;hren <\/strong><br>\nDer US-Pr&auml;sident lehnt eine F&uuml;hrungsrolle der USA ab &ndash; die Europ&auml;er sollen ran. Einen weiteren, unkalkulierbaren Einsatz im Ausland will er vermeiden.<br>\nDas Milit&auml;r k&ouml;nne wegen Irak und Afghanistan keinen lang anhaltenden dritten Krieg f&uuml;hren und schon gar nicht Bodentruppen f&uuml;r ein weiteres Nation building stellen, wenn nach Gadhafis Sturz ein Machtvakuum entstehe und ausl&auml;ndische Streitkr&auml;fte die Sicherheit und sp&auml;ter freie Wahlen garantieren sollen. Selbst wenn man die Mission von vornherein auf den Schutz der Zivilbev&ouml;lkerung aus der Luft beschr&auml;nke, k&ouml;nne sich aus dem weiteren Verlauf ein Sog entwickeln, der die USA ungewollt in einen vollen Krieg ziehe.<br>\nKeine f&uuml;hrende Rolle der USA? Obama h&auml;lt daran fest. Er definiert den Auftrag viel enger als Frankreichs Pr&auml;sident Sarkozy. &ldquo;Die Zivilbev&ouml;lkerung sch&uuml;tzen&rdquo;, sagt Obama. &ldquo;Gadhafi st&uuml;rzen&rdquo;, sagt Sarkozy. Franz&ouml;sische Kampfjets greifen Gadhafis Truppen an, das US-Milit&auml;r beteiligt sich bisher nur an der Ausschaltung der libyschen Luftabwehr. Danach sollen &ldquo;unsere europ&auml;ischen und arabischen Verb&uuml;ndeten die Flugverbotszone durchsetzen&rdquo;. Die USA wollen sich nach wenigen Tagen auf eine Rolle im Hintergrund zur&uuml;ckziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2011-03\/obama-libyen-krieg\">Die Zeit<\/a><\/li>\n<li><strong>NATO zeigt sich nicht b&uuml;ndnisf&auml;hig<\/strong><br>\nDer Milit&auml;reinsatz in Libyen droht die NATO zu spalten. Die Botschafter der 27 Mitgliedsstaaten konnten sich noch immer nicht auf eine gemeinsame Marschrichtung einigen. Mehrere Botschafter und sogar Generalsekret&auml;r Rasmussen verlie&szlig;en zweitweise den Saal.<br>\nFrankreich beharrt auf der F&uuml;hrungsrolle beim Milit&auml;reinsatz. Nach Angaben von Diplomaten will die Regierung diese allenfalls an die EU abtreten. Die T&uuml;rkei wiederum blockiert eine Steuerung des Milit&auml;reinsatzes durch die NATO. Ministerpr&auml;sident Tayyip Erdogan forderte, die Luftangriffe m&uuml;ssten so schnell wie m&ouml;glich beendet und eine Besetzung des &ouml;lreichen Landes vermieden werden. &ldquo;Unser gr&ouml;&szlig;ter Wunsch ist, dass die Libyer selbst &uuml;ber ihre Zukunft bestimmen&rdquo;, sagte er in Mekka am Rande eines Saudi-Arabien-Besuches.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/libyenreax100.html\">tagesschau.de<\/a><\/li>\n<li><strong>Die fl&uuml;chtige Macht der Rebellen<\/strong><br>\nSie&nbsp;wollen die Macht in Libyen &uuml;bernehmen &ndash; doch die Regierung der Rebellen in Bengasi ist ein fl&uuml;chtiges Gremium: Der Chef h&auml;lt sich versteckt,&nbsp;gemeinsame Treffen gibt es nicht, selbst viele Namen sind geheim. Im Interview erkl&auml;rt der Generalsekret&auml;r,&nbsp;wie seine Leute die Zukunft des Landes organisieren wollen.&nbsp;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,752447,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<p><strong>Libyen: Gut gemeint&hellip;<\/strong><br>\n&hellip;ist meist das Gegenteil von gut. Malte Lehming erl&auml;utert im Kontrapunkt, warum die &ldquo;Odyssee Morgend&auml;mmerung&rdquo;, mit der eine Kartenhauskoalition der Willigen in Libyen eingreift, falsch und t&ouml;richt ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/libyen-gut-gemeint\/v_print,3976722.html?p=\">Tagesspiegel<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es ist nicht unvorstellbar, dass eines Tages Gaddafi, ebenso wie von Vielen Saddam Hussein, als das kleinere &Uuml;bel betrachtet werden wird &ndash; wenn sich in Libyen ein blutiger B&uuml;rgerkrieg entwickeln sollte. Wir haben, von einem extremen Standpunkt gesehen, die Wahl zwischen einer blutigen Abrechnung durch Gaddafi oder eben der Aufst&auml;ndischen mit ihren Gegnern. Malte Lehming h&auml;lt letzteres Szenario f&uuml;r wahrscheinlich und dies auch noch unter der Flagge eines militanten Islamismus. &ndash; So wichtig es ist, sich zu fragen, was nach Gaddafi kommt, Lehmig machte sich zu einfach oder pr&auml;ziser: er arbeitet so unseri&ouml;s, wie er das anderen vorwirft. Er ignoriert vollkommen, dass der libysche Protest zun&auml;chst genauso zivil war wie in Tunesien oder &Auml;gypten. Er begann im Osten des Landes und erstreckte sich bis nach Tripolis, wo er bald mit Gewalt niedergeschlagen wurde. Vor dem Obersten Gericht in Tripolis demonstrierten nach Augenzeugenberichten Anw&auml;lte, Richter und Staatsanw&auml;lte gegen den Einsatz von Gewalt gegen Demonstranten. Die BBC berichtet von mindestens vier Protestz&uuml;gen in Tripolis. Sicherheitskr&auml;fte seien dann mit scharfer Munition und Tr&auml;nengas gegen die Protestierenden vorgegangen. Der arabische Sender Al Dschasira berichtete von 60 Toten. Ausl&auml;nder, die aus Tripolis zur&uuml;ckkehrten, berichteten aber von Chaos und Gewaltexzessen. Scharfsch&uuml;tzen h&auml;tten auf fl&uuml;chtende Demonstranten geschossen, Frauen seien vergewaltigt und Menschen willk&uuml;rlich verhaftet worden, hie&szlig; es. Auch im 200 Kilometer entfernten Misratah sei es zu schweren Zusammenst&ouml;&szlig;en zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Als in Benghazi 35 Regierungsgegner bestattet wurden, die tags zuvor get&ouml;tet wurden, h&auml;tten Soldaten von einem Milit&auml;rgel&auml;nde aus mit schweren Waffen auf den Trauerzug geschossen, mit Dutzenden von Toten und &uuml;ber hundert Schwerverletzten (wiederum BBC und Al Dschasira). In Al-Baidha sollen nach unbest&auml;tigten Augenzeugenberichten mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen. Die Armee-Brigade von Gaddafis Sohn Chamies habe damit begonnen, die Demonstranten dort zu vertreiben. Die Behauptung Lehmings, es sei nicht einmal belegt, dass Gaddafi gezielt Zivilisten angegriffen habe, verh&ouml;hnt die Opfer. Der Justizminister trat aus Protest gegen die &bdquo;exzessive Gewalt gegen Demonstranten&ldquo; zur&uuml;ck. Mit Innenminister Abdul Fatah Junis al Abidi verlor der Staatschef einen seiner wichtigsten Mitstreiter. Der st&auml;ndige Vertreter Libyens bei der Arabischen Liga trat aus den gleichen Gr&uuml;nden zur&uuml;ck. Bisher trat &uuml;ber ein Dutzend libyscher Spitzendiplomaten zur&uuml;ck. Der zur&uuml;ckgetretene libysche Botschafter in Indien warf der Regierung vor, sie setze Kampfflugzeuge gegen Demonstranten ein. Zwei Offiziere der Luftwaffe flohen in zwei Kampfflugzeugen nach Malta und baten um Asyl, sie h&auml;tten den Auftrag gehabt, auf Demonstranten zu schie&szlig;en. In der Folge wendeten mindestens zwei St&auml;mme von Gaddafi ab; unter ihnen auch der gr&ouml;&szlig;te Stamm der Warfala, der s&uuml;dlich von Tripolis lebt und bisher auf Seiten Gaddafis stand. Ein Stammesf&uuml;hrer wird mit den Worten zitiert, Gaddafi sei nicht mehr &bdquo;ihr Bruder&ldquo; und er solle das Land verlassen. &ndash; Wohlgemerkt dies alles geschah, bevor der Protest in einen bewaffneten Aufstand umschlug, der vor allem davon profitierte, dass sich Einheiten der Armee und der Polizei auf die Seite der Demonstranten schlugen. Wenn Lehming aus der Zahl lybischer Al-Qaida-Terroristen im Irak auf einen islamistisch dominierten Aufstand schlie&szlig;en m&ouml;chte, ist das eine sehr d&uuml;nne Argumentation. Die libyschen Islamisten auch im Osten des Landes halten sich bisher zur&uuml;ck. Im Protest spielten sie keine bedeutende Rolle. Es dominierten die jungen Leute, die sich vor allem Arbeitspl&auml;tze und ein besseres Leben w&uuml;nschen, wie viele Gleichaltrige in den Nachbarl&auml;ndern &Auml;gypten und Tunesien. Auf einem Video erkl&auml;rt ein Offizier: &bdquo;Wir sind die kommandierenden Offiziere des Milit&auml;rs in Dschabal Akhdhar und den umliegenden Regionen. Wir erkl&auml;ren, dass wir uns der Jugendbewegung anschlie&szlig;en und uns dem Kommando des Volkes unterstellt haben, um Frieden, Sicherheit und das &ouml;ffentliche Interesse zu wahren &hellip; M&ouml;ge Gott uns sch&uuml;tzen.&ldquo; Da immer mehr Soldaten der regul&auml;ren Armee zu den Demonstranten &uuml;berlaufen, muss sich das Gaddafi- Regime, ein Unterschied zu &Auml;gypten, auf Kr&auml;fte zu st&uuml;tzen, die auf Gedeih und Verderb mit ihm verbunden sind &ndash; oder auf Ausl&auml;nder, die nicht im Land verwurzelt sind. Auch wie Lehming ausl&auml;ndische S&ouml;ldner in Diensten Gaddafis abtut, ist fragw&uuml;rdig. Er st&uuml;tzt sich dabei auf einen Wochenendaufenthalt eines Korrespondenten der FAZ in Benghazi. Seltsam ist nur, dass dieser Korrespondent von der Verhaftung von &uuml;ber 30 ausl&auml;ndischen S&ouml;ldnern in Benghazi nichts mit bekommen hat. Dominic Johnson hat in der <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2011%2F02%2F25%2Fa0090&amp;cHash=d9cceb3a4a\">taz zum Thema Legion&auml;re einige Quellen zusammen gestellt, die ausl&auml;ndische S&ouml;ldner in Gaddafis Diensten in betr&auml;chtlichem Umfang nahe legen.<\/a><\/em><br>\n<em>Wie gesagt, es ist  verdienstvoll, die Zeit nach Gaddafi zu thematisieren, aber nicht so. Leider hat sich die Regierung vor ihren Entschluss weder mit der v&ouml;lkerrechtlichen Frage, noch mit einer milit&auml;rischen Analyse inklusive zivile Opfer und eben der Zeit nach Gaddafi in einer Weise befasst, die ihre Entscheidung nachvollziehbar macht. Einmal abgesehen davon, wie dumm muss man sein, um sich in der UNO zu enthalten, wohlwissend, dass man in der Nato zustimmen muss. Selbst jetzt erreichen uns fast nur Allgemeinpl&auml;tze. Die intelligentesten Ausf&uuml;hrungen zu der Zur&uuml;ckhaltung der Bundesrepublik waren von Thomas de Maizi&egrave;re geh&ouml;rt, aber eben erst im Nachhinein. &ndash; Wer &uuml;brigens einen sehr kritischen Beitrag zur v&ouml;lkerrechtlichen Legitimation der Intervention lesen m&ouml;chte, sei auf den nachfolgenden Aufsatz vom Reinhard Merkel in der FAZ verwiesen.<\/em><\/p>\n<li><strong>Die Milit&auml;rintervention gegen Gaddafi ist illegitim<\/strong><br>\nDie Resolution 1973 des UN-Sicherheitsrats vom 17. M&auml;rz, die den Weg zur milit&auml;rischen Intervention in Libyen freigab, und Ma&szlig; und Ziel dieser Intervention selbst &uuml;berschreiten die Grenzen des Rechts. Nicht einfach nur die Grenzen positiver Normen &ndash; das geschieht im V&ouml;lkerrecht oft und geh&ouml;rt zum Motor seiner Entwicklung. Sondern die seiner Fundamente: der Prinzipien, auf denen jedes Recht zwischen den Staaten beruht.<br>\nStrenger als es der Sicherheitsrat getan hat, m&uuml;ssen zwei denkbare Ziele der Intervention unterschieden werden: die Verhinderung schwerer v&ouml;lkerrechtlicher Verbrechen und die gewaltsame Parteinahme zur Entscheidung eines B&uuml;rgerkriegs. Beides unterliegt h&ouml;chst unterschiedlichen M&ouml;glichkeiten der Rechtfertigung. An eine dritte Unterscheidung sei vorsichtshalber erinnert: Ob man Gewalttaten unterbinden oder Diktatoren zum Teufel jagen soll, ist die eine Frage &ndash; selbstverst&auml;ndlich soll man das, so gut es geht. Eine ganz andere ist es aber, ob man zu diesem Zweck einen Krieg f&uuml;hren darf, dessen Folgen politisch wie normativ schwer abzusehen sind&hellip;<br>\nGanz gewiss: Gaddafi ist ein Schurke, dessen Entfernung von der Macht ein Segen w&auml;re, nicht nur f&uuml;r Libyen. Aber die Annahme, die ihn bek&auml;mpfenden Rebellen seien eine Demokratiebewegung mit homogenen freiheitlichen Zielen, ist lebensblind. Niemand durchschaut das dunkle Gemisch politisch-ideologischer Orientierungen unter den Rebellen derzeit auch nur ann&auml;hernd&hellip;<br>\nH&auml;tten die Verfasser der Resolution deren humanit&auml;re Begrenzung ernst gemeint, dann h&auml;tten sie die drohende N&ouml;tigung, mit der Gewalt aufzuh&ouml;ren, deutlich an beide Seiten richten m&uuml;ssen. Das haben sie nicht. Es ist aber ein normatives Unding, zur Befriedung eines milit&auml;rischen Konflikts die Machtmittel der einen Seite auszuschalten, um denen der anderen zur freien Wirkung zu verhelfen. Nur so freilich l&auml;sst sich der Sturz Gaddafis erreichen. Und eben darum geht es.<br>\nNun also: Darf man zum Schutz der Zivilbev&ouml;lkerung eines anderen Staates gegen diesen Staat Krieg f&uuml;hren? Ja, in Extremf&auml;llen darf man das &ndash; wenn sich nur so ein V&ouml;lkermord oder systematische Verbrechen gegen die Menschlichkeit verhindern lassen, wie sie Artikel 7 des Statuts des Internationalen Strafgerichtshofs beschreibt&hellip;<br>\n&bdquo;Der Diktator f&uuml;hrt Krieg gegen sein eigenes Volk, bombardiert systematisch seine eigene Bev&ouml;lkerung, massakriert die Zivilbev&ouml;lkerung seines Landes&ldquo; &ndash; ja, das alles, in den vergangenen Tagen tausendfach wiederholt, w&auml;ren Beispiele f&uuml;r gravierende Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Aber Gaddafi f&uuml;hrt Krieg gegen bewaffnete Rebellen, die ihrerseits Krieg gegen ihn f&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub87AD10DD0AE246EF840F23C9CBCBED2C\/Doc~ED1054B1A2C78441F8F32CC4486887553~ATpl~Ecommon~Sspezial.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Rechtsprofessor Reinhard Merkel h&auml;lt die Enthaltung der Bundesregierung im Sicherheitsrat f&uuml;r richtig. Siehe jedoch zu den Widerspr&uuml;chlichkeiten dieser Entscheidung <a href=\"\/?p=8747\">Deutsche Milit&auml;rpolitik &agrave; la Absurdistan<\/a>. Konsequent w&auml;re, wenn die Bundesregierung sp&auml;testens jetzt konsequent f&uuml;r einen sofortigen Waffenstillstand eintreten w&uuml;rde, bevor es zu einer &auml;hnlichen Situation wie im Irak oder in Afghanistan kommt.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Afghanen &uuml;bernehmen das Kommando in sieben Regionen<\/strong><br>\nDie afghanischen Streitkr&auml;fte &uuml;bernehmen nach Angaben von Pr&auml;sident Hamid Karzai in K&uuml;rze die Kontrolle in sieben Gebieten des Landes. Karzai erkl&auml;rte in einer Rede am Dienstag, der &Uuml;bergang werde im Juli in den Provinzhauptst&auml;dten Laschkar Gah im S&uuml;den des Landes, in Herat im Westen, Masar-i-Scharif im Norden und Mehtar Lam im Osten beginnen. Zudem sei die &Uuml;bergabe der Macht in den Provinzen Bamiyan und Pandschir geplant, in denen es wenige oder sogar gar keine K&auml;mpfe gegeben habe. Das gelte auch f&uuml;r die Provinz Kabul mit Ausnahme des Bezirks Surobi, der an der Stra&szlig;e nach Pakistan liege und wo es immer wieder zu Gefechten komme. &ldquo;Das afghanische Volk will nicht, dass die Verteidigung des Landes in den H&auml;nden anderer ist&rdquo;, sagte Karzai vor Hunderten W&uuml;rdentr&auml;gern und afghanischen Polizisten und Soldaten in der Nationalen Milit&auml;rakademie in Kabul. Die &Uuml;bergabe der Macht werde dann von den Provinzhauptst&auml;dten auf die Provinzen ausgedehnt. Karzai rief auch die Taliban wieder auf, sich dem Friedensprozess anzuschlie&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,752427,00.html\">Spiegel<\/a>  \n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Vielleicht h&auml;tte sich Guido Westerwelle nicht so weit aus dem Fenster lehnen sollen. &ldquo;Der Beginn des &Uuml;bergabeprozesses ist ein Erfolg f&uuml;r die von uns mitbetriebene Neuausrichtung des internationalen Afghanistan-Einsatzes&rdquo;, klingt gut, aber ist noch nicht von der Realit&auml;t getestet worden. Die Winterpause der Taliban ist bald vorbei. &ndash; In Masar-i-Scharif ist das deutsche Hauptquartier des Afghanistan-Einsatzes. Auch in Kabul sind deutsche Truppen der Bundeswehr stationiert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>AKW-Katastrophe in Japan<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die Katastrophe als Normalzustand<\/strong><br>\nWei&szlig;er Rauch, ein Stromkabel: Erfolgsmeldungen. Die Ma&szlig;st&auml;be in Fukushima &auml;ndern sich. Strahlen, kochende Abklingbecken und das verseuchte Meer werden verdr&auml;ngt.<br>\nNach zehn Tagen der akuten Atomkatastrophe &auml;ndern sich die Ma&szlig;st&auml;be. Die totale Katastrophe ist zum Normalzustand geworden. Immer noch gl&uuml;hen die Kerne von drei Reaktoren unkontrolliert vor sich hin, geben Radioaktivit&auml;t in die Umgebung ab und drohen weiterhin, ihre Beh&auml;lter durchzuschmelzen. Seit Tagen gibt es keine belastbaren Daten &uuml;ber die Strahlung auf dem Gel&auml;nde, die radioaktive Belastung der Einsatzkr&auml;fte oder den Zustand der Druckbeh&auml;lter, in denen die Kernschmelzen ablaufen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/umwelt\/artikel\/1\/die-katastrophe-als-normalzustand\/%20\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Alle Reaktoren wieder mit Strom versorgt<\/strong><br>\nWeiterhin steigt Rauch aus den Meilern auf, Entwarnung kann nicht gegeben werden. Doch immerhin sollen die sechs Reaktoren in Fukushima wieder eine Verbindung mit dem Stromnetz haben. Im Meerwasser rund um das AKW werden indes drastisch erh&ouml;hte Strahlenwerte gemessen.<br>\nDer japanische Industrie- und Wirtschaftsminister soll Feuerwehrm&auml;nner aus Tokio gezwungen haben, stundenlang Wasser auf den radioaktiv strahlenden Reaktor im Atomkraftwerk Fukushima-1 zu spr&uuml;hen. Minister Banri Kaieda soll den M&auml;nnern eine Strafe angedroht haben, falls sie die Aufgabe nicht ausf&uuml;hrten, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/2.220\/japan-beschaedigte-atomanlage-erneut-rauch-ueber-fukushima-reaktor-1.1075367\">S&uuml;ddeutsche<\/a><\/li>\n<li><strong>Betreiber Tepco f&auml;lschte Reparatur-Protokolle<\/strong><br>\nDer Betreiber des Atomkraftwerkes Fukushima-Daiichi hat K&uuml;hlpumpen und Generatoren jahrelang nicht kontrolliert und Wartungsprotokolle gef&auml;lscht. Waren die Notstromaggregate bereits vor Erdbeben und Tsunami defekt?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/2.220\/mangelhafte-kontrollen-in-fukushima-betreiber-tepco-faelschte-reparatur-protokolle-1.1075242\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers C.L. zu den beide vorigen Artikeln:<\/strong> Profitmaximierung im Atomkraftwerk: Wartungskosten reduziert, Laufzeit verl&auml;ngert, das Restrisiko auf den Staat verlagert. Pl&ouml;tzlich tritt das &ldquo;unwahrscheinliche&rdquo; ein und die Bev&ouml;lkerung muss &uuml;ber Generationen f&uuml;r die Folgen aufkommen. Zu den Gewinnen aus dem Betrieb fehlt unterdessen jede Spur ? Dieses Szenario macht mir mehr Angst als jedes Erdbeben und jeder vermeintliche Terror-Angriff auf Atomkraftwerke und treibt mich zum ersten Mal in meinem Leben auf die Stra&szlig;e.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Robert von Heusinger: Was kostet die Katastrophe?<\/strong><br>\nBei den Bildern der rauchenden Reaktoren von Fukushima herrscht vor allem eins: Unsicherheit. Und die k&ouml;nnte unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen, wirtschaftliche n&auml;mlich. Denn die Katastrophe in Japan hat das Zeug dazu, die Weltwirtschaft empfindlich zu treffen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/was-kostet-die-katastrophe-\/-\/1472602\/8252268\/-\/index.html\">FR-Online<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Bundesregierung gr&uuml;ndet einen Arbeitskreis<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>T&ouml;pfer wird oberster Atom-Weiser<\/strong><br>\nKanzlerin Merkel hatte zum Atomgipfel gerufen. Es sollte &uuml;ber den Atomausstieg beraten werden. Konkrete Ergebnisse hatte sie am Ende nicht zu bieten, daf&uuml;r aber eine weitere Kommission &ndash; unter Leitung des fr&uuml;heren Umweltministers T&ouml;pfer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/2.220\/krisengipfel-in-berlin-toepfer-wird-oberster-atom-weiser-1.1075728\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Wenn Du nicht mehr weiter wei&szlig;t, bilde einen Arbeitskreis. Und sorge daf&uuml;r, dass er m&ouml;glichst ausgeglichen wirkt und z.B. Mitglieder anderer Parteien hat, deren Ansichten hier ungef&auml;hrlich sind (z. B. Klaus von Dohnanyi).<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Michael M&uuml;ller: Ein schneller Ausstieg ist m&ouml;glich<\/strong><br>\nDass die Bundeskanzlerin es mit der Wahrheit nicht genau nimmt &ndash; geschenkt. So ist beispielsweise die Behauptung, bei Rot-gr&uuml;n w&auml;re nur Neckarwestheim vom Netz gegangen, ziemlich k&uuml;hn, auf jeden Fall falsch, denn nach dem Ausstiegsgesetz von 2001 w&auml;ren neben den Reaktoren Stade und Obrigheim (sowie das endg&uuml;ltig stillgelegte AKW M&uuml;hlheim-K&auml;rlich) bis heute die Atomkraftwerke Biblis A und Biblis B, Neckarwestheim 1, Brunsb&uuml;ttel und Isar 1 sowie bis M&auml;rz 2012 noch Unterweser und Philippsburg 1 abgeschaltet worden. Nimmt man den Pannenreaktor Kr&uuml;mmel hinzu, sind das exakt die Kraftwerke, deren Stilllegung jetzt als Sofortma&szlig;nahme von der Anti-Atombewegung gefordert wird.<br>\nWenn es Verz&ouml;gerungen beim Abschalten gegeben hat, dann nur deshalb, weil die vier Betreiber EnBW, Eon, RWE und Vattenfall darauf gesetzt haben, dass CDU\/CSU und FDP ihnen nach einem Sieg bei der Bundestagswahl von 2009 l&auml;ngere Laufzeiten zugestehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/08-2011\/++co++e827f400-546a-11e0-483a-001ec9b03e44\">Gegenblende<\/a><\/li>\n<li><strong>Umweltverb&auml;nde kritisieren Netzausbaupl&auml;ne<\/strong><br>\nBund und Nabu halten ein neues Gesetz f&uuml;r unn&ouml;tig und warnen vor k&uuml;rzeren Verfahren. Auch im Sachen n&ouml;tiger Investitionen gehen die Umweltverb&auml;nde auf Abstand zu den Aussagen von Wirtschafsminister Br&uuml;derle.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/energie\/umweltverbaende-kritisieren-netzausbauplaene\/-\/1473634\/8253140\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Bundesgerichtshof entscheidet zu Beratungspflichten einer Bank bei Abschluss eines Zinssatz-Swap-Vertrages<\/strong><br>\nBei einem so hochkomplex strukturierten und riskanten Produkt wie dem CMS Spread Ladder Swap-Vertrag (Erkl&auml;rung siehe in der Pressemitteilung (WL))sind hinsichtlich der Risikodarstellung des Anlageprodukts hohe Anforderungen an die beratende Bank zu stellen. Dem Kunden muss in verst&auml;ndlicher und nicht verharmlosender Art und Weise insbesondere klar vor Augen gef&uuml;hrt werden, dass das f&uuml;r ihn nach oben nicht begrenzte Verlustrisiko nicht nur ein &ldquo;theoretisches&rdquo; ist, sondern abh&auml;ngig von der Entwicklung des &ldquo;Spreads&rdquo; real und ruin&ouml;s sein kann, wohingegen die ihn beratende Bank &ndash; abgesehen von den &ldquo;Hedge-Gesch&auml;ften&rdquo; &ndash; ihr Verlustrisiko von vornherein eng begrenzt, weil sich durch die Kappung der variablen Zinsen bei 0% keine &ldquo;negative Zinszahlungspflicht&rdquo; des Kunden errechnen kann, die die auf 3% p.a. festgeschriebene Zahlungspflicht der Bank erh&ouml;hen k&ouml;nnte. Die Aufkl&auml;rung, die in ihrer Intensit&auml;t von den Umst&auml;nden des Einzelfalls abh&auml;ngt, muss bei einem so hochkomplexen Produkt gew&auml;hrleisten, dass der Kunde im Hinblick auf das Risiko des Gesch&auml;fts im Wesentlichen den gleichen Kenntnis- und Wissensstand hat wie die ihn beratende Bank, weil ihm nur so eine eigenverantwortliche Entscheidung m&ouml;glich ist, ob er die ihm angebotene Zinswette annehmen will.<br>\nOb die Beklagte diesen hohen Anforderungen an die Darstellung der Risiken des CMS Spread Ladder Swap-Vertrages gerecht geworden ist, konnte offen bleiben, weil sie ihre Beratungspflicht bereits dadurch verletzt hat, dass sie nicht auf den zum Abschlusszeitpunkt f&uuml;r die Kl&auml;gerin negativen Marktwert des Vertrages in H&ouml;he von ca. 4% der Bezugssumme (ca. 80.000 &euro;) hingewiesen hat. Der XI. Zivilsenat hat entschieden, dass die Beklagte im Rahmen der von ihr durchgef&uuml;hrten Anlageberatung zu einer dahingehenden Aufkl&auml;rung verpflichtet gewesen w&auml;re, weil der von ihr bewusst strukturierte negative Marktwert Ausdruck eines schwerwiegenden Interessenkonfliktes ist. Bei der in Rede stehenden Zinswette ist der Gewinn der einen Seite der spiegelbildliche Verlust der anderen Seite. F&uuml;r die Beklagte als Partnerin der Zinswette erweist sich der &ldquo;Tausch&rdquo; (engl. swap) der Zinszahlungen nur dann als g&uuml;nstig, wenn ihre Prognose zur Entwicklung der Zinsdifferenz gerade nicht eintritt und die Kl&auml;gerin Verlust erleidet. Als Beraterin ist die Beklagte hingegen verpflichtet, die Interessen der Kl&auml;gerin zu wahren. Diesen Interessenkonflikt hat die Beklagte nicht dadurch gel&ouml;st, dass sie ihre Rolle als &ldquo;Wettgegnerin&rdquo; der Kl&auml;gerin nicht f&uuml;r die vertraglich vereinbarte Laufzeit beibehalten hat, sondern ihre Risiken und Chancen des Gesch&auml;fts sofort durch &ldquo;Hedge-Gesch&auml;fte&rdquo; an andere Marktteilnehmer weitergegeben hat. Die weitere Entwicklung des &ldquo;Spreads&rdquo; &uuml;ber die Laufzeit des Vertrages konnte der Beklagten nur deshalb gleichg&uuml;ltig sein, weil sie durch diese Gegengesch&auml;fte bereits ihre Kosten gedeckt und ihren Gewinn erzielt hat. Dies hat die Beklagte dadurch erm&ouml;glicht, dass sie die Konditionen des Swap-Vertrages bewusst so strukturiert hat, dass der Markt das Risiko, das die Kl&auml;gerin &uuml;bernimmt, in H&ouml;he von ca. 4% der Bezugssumme negativ und die Chancen der Beklagten in dieser H&ouml;he positiv bewertete, so dass sie sich diesen Vorteil durch die &ldquo;Hedge-Gesch&auml;fte&rdquo; abkaufen lassen konnte. Der Pflicht zur Aufkl&auml;rung &uuml;ber den negativen Anfangswert des Vertrages steht nicht entgegen, dass eine Bank, die eigene Anlageprodukte empfiehlt, grunds&auml;tzlich nicht verpflichtet ist, dar&uuml;ber aufzukl&auml;ren, dass sie mit diesen Produkten Gewinne erzielt. Der insofern bestehende Interessenkonflikt ist offenkundig. Er ist jedoch dann aufkl&auml;rungspflichtig, wenn &ndash; wie hier &ndash; &uuml;ber das reine Gewinnerzielungsinteresse hinaus besondere Umst&auml;nde hinzutreten. Diese besonderen Umst&auml;nde bestehen bei der Empfehlung eines CMS Spread Ladder Swap-Vertrages darin, dass die beratende Bank die Risikostruktur des Anlagegesch&auml;fts bewusst zu Lasten des Anlegers gestaltet hat, um unmittelbar im Zusammenhang mit dem Abschluss des Vertrages das Risiko gewinnbringend verkaufen zu k&ouml;nnen, das der Kunde aufgrund ihrer Beratungsleistung &uuml;bernommen hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/juris.bundesgerichtshof.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=pm&amp;Datum=2011&amp;Sort=3&amp;nr=55514&amp;pos=0&amp;anz=46\">Bundesgerichtshof<\/a>  \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es ist bemerkenswert, dass sich die Richter mit der Deutschen Bank angelegt haben und sie zu einem Schadenersatz von immerhin einer halben Million Euro verurteilt haben. &Uuml;ber den Einzelfall hinaus macht dieses Urteil deutlich, welche Gesch&auml;ftspraxis bei den Banken &uuml;blich ist: Die Bank habe ihre Beratungspflicht schon dadurch verletzt, dass sie die Kl&auml;gerin nicht dar&uuml;ber aufkl&auml;rte, dass die Zinswette zum Abschlusszeitpunkt f&uuml;r die Kl&auml;gerin einen negativen Marktwert des Vertrages in H&ouml;he von ca. vier Prozent der Bezugssumme (ca. 80.000 Euro) hatte &ndash; Kosten, Risiko und Gewinn der Bank waren schon von Anfang an zu seinen Lasten eingepreist. Au&szlig;erdem habe die Bank ihre Gewinnchancen aus den Swaps gleich am Kapitalmarkt weiterverkauft &ndash; und ging so anders als der Anleger keinerlei Risiko ein. Das Risiko dieses Anlagegesch&auml;fts wurde von Anfang an bewusst zu Lasten des Anlegers gestaltet.<\/em><br>\n<em>Man kann nur hoffen, dass sich auch andere Anleger, u.a. auch viele Kommunen, durch dieses Urteil ermuntert f&uuml;hlen gleichfalls zu Klagen.<\/em><br>\n<em>So w&uuml;rden, wenn auch nicht &uuml;ber das Strafrecht (Betrug ?), so doch wenigstens &uuml;ber das Zivilrecht, solche unlauteren Gesch&auml;fte sanktioniert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Steueroase Florida: Unsere Wirtschaft w&uuml;rde nachhaltig gesch&auml;digt<\/strong><br>\nDas grenz&uuml;berschreitende Gesch&auml;ft mit verm&ouml;genden Privatkunden, w&auml;hrend vieler Jahrzehnte einer der wichtigsten Pfeiler des Schweizer Finanzplatzes, scheint seit dem Fall UBS und der seither in der Schweiz neu definierten Weissgeldstrategie auf jeden Fall unappetlich geworden zu sein. Dass es auch anders geht, und dass es f&uuml;r das System des Offshore-Private-Banking durchaus Argumente geben kann, das wird nun ausgerechnet in den USA demonstriert. In einem Brief vom 2. M&auml;rz 2011 fordern s&auml;mtliche Mitglieder des Repr&auml;sentantenhauses aus Florida &ndash; 19 Republikaner und 6 Demokraten &ndash; den Pr&auml;sidenten der Vereinigten Staaten auf, einen Gesetzesvorschlag vom Finanzdepartement und der Steuerbeh&ouml;rde IRS zur&uuml;ck zu ziehen. Dieser sieht vor, dass alle amerikanischen Banken und Finanzinstitute neu auch die Daten ihrer ausl&auml;ndischen Bankkunden gegen&uuml;ber dem IRS offen legen m&uuml;ssten. Diese Informationen, so der Gesetzesvorschlag weiter, k&ouml;nnen dann den jeweiligen Regierungen der entsprechenden L&auml;nder zur Verf&uuml;gung gestellt werden. Kapital, das Jobs geschaffen habe, w&uuml;rde aus Amerika abfliessen, und zwar in einem solchen Ausmass, dass &laquo;die amerikanische M&auml;rkte und unsere Wirtschaft nachhaltig geschw&auml;cht w&uuml;rden&raquo;. Sch&auml;tzungen gehen davon aus, so der Brief, dass Nicht-Amerikaner (ausgenommen sind kanadische B&uuml;rger) insgesamt etwa 3 Billionen Dollar in amerikanischen Finanzh&auml;usern angelegt haben. Ein substanzieller Teil davon d&uuml;rfte abfliessen. Florida gilt als eine der grossen Steueroasen Amerikas. Bei den dortigen Banken d&uuml;rften auch aus geografischen Gr&uuml;nden grosse Mengen an Schwarzgeldern von lateinamerikanischen Kunden liegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/unsere_wirtschaft_wuerde_nachhaltig_geschaedigt_1.9951885.html\">Neue Z&uuml;rcher Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die NZZ kann es nicht lassen, die Pflege von Steuers&uuml;ndern mit Offshore-Private-Banking gleichzusetzen, und freut sich &uuml;ber das Vorpreschen der Mitglieder des Repr&auml;sentantenhauses aus Florida zur Beibehaltung der Steueroase Florida. Dennoch k&ouml;nnen wir den Schweizer durchaus dankbar daf&uuml;r sein, dass sie zwar aus durchsichtigen Motiven darauf hinweisen, dass &ldquo;die USA weltweite Jagd nach ihren Steuerfl&uuml;chtlingen betreibt&rdquo;, sich aber nicht zu schade ist, &ldquo;sich &ouml;ffentlich f&uuml;r ihre Interessen an diesem Gesch&auml;ft mit ausl&auml;ndischen Steuers&uuml;ndern einzusetzen.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Exportanstieg im 4. Quartal 2010 um fast 21%<\/strong><br>\nDie deutschen Ausfuhren stiegen im vierten Quartal 2010 um 20,7% gegen&uuml;ber dem entsprechenden Vorjahresquartal auf insgesamt 256,3&nbsp;Milliarden Euro. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, war das ein preisbereinigter Anstieg der Ausfuhren um 14,7%.<br>\nDie Ausfuhren in die EU-Mitgliedstaaten nahmen im vierten Quartal 2010 gegen&uuml;ber dem vierten Quartal 2009 um 18,2% auf 154,0&nbsp;Milliarden Euro zu. Dabei wuchsen die Ausfuhren in die EU-Mitgliedstaaten, die nicht zur Eurozone geh&ouml;ren, mit + 21,5% st&auml;rker als die Ausfuhren in die Eurol&auml;nder mit einer Zunahme von 16,7%. Den vergleichsweise h&ouml;chsten Anstieg hatten die Ausfuhren in Drittstaaten mit + 24,8% auf 102,4&nbsp;Milliarden Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2011\/03\/PD11__115__51,templateId=renderPrint.psml%20\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das leichte wirtschaftliche Wachstum in Deutschland ist nach wie vor dem Export zu verdanken. Die Ungleichgewichte auch in der Eurozone nehmen also weiter zu. Was unsere Wirtschaft durch Lohndumping an Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;ssen erzielt, d&uuml;rfen die Arbeitnehmer mit ihren gek&uuml;rzten L&ouml;hnen als Beitr&auml;ge zu den Euro-Rettungsschirmen als Steuerzahler noch einmal finanzieren. Siehe den nachfolgenden Beitrag.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Euro-Rettungsschirm Deutschland muss 22 Milliarden Euro zahlen<\/strong><br>\nDie Finanzminister der Euro-Gruppe haben sich auf einen neuen Rettungsschirm f&uuml;r klamme Staaten geeinigt. Deutschland beteiligt sich an dem 500-Milliarden-Euro-Topf zu einem guten Viertel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/2.220\/euro-rettungsschirm-milliarden-euro-aus-deutschland-1.1075343\">S&uuml;ddeutsche<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Haushaltslage der Kommunen im Jahr 2010 weiter angespannt <\/strong><br>\nDie Gemeinden und Gemeindeverb&auml;nde in Deutschland (ohne die Stadt&shy;staaten) hatten im Jahr 2010 &ndash; in Abgrenzung der Finanzstatistik &ndash; ein kassenm&auml;&szlig;iges Finanzierungsdefizit in H&ouml;he von 7,7&nbsp;Milliarden&nbsp;Euro. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, lag der Fehlbetrag im Jahr 2009 bei 7,2&nbsp;Milliarden&nbsp;Euro. Im Vergleich zu 2009 zeigte sich bei den Einnahmen der Kommunen im Jahr 2010 ein Aufw&auml;rtstrend: sie erh&ouml;hten sich um 2,6% auf 174,5&nbsp;Milliarden Euro. Die kassenm&auml;&szlig;igen Ausgaben stiegen allerdings ebenfalls und zwar um 2,8% auf 182,2&nbsp;Milliarden&nbsp;Euro. Somit bleibt die Haushaltslage der Kommunen auch im Jahr 2010 weiter angespannt.<br>\nAuf der Ausgabenseite wiesen die Sachinvestitionen mit + 5,5% auf 23,1 Milliarden Euro die gr&ouml;&szlig;te Steigerungsrate im Jahr 2010 auf. Ursache f&uuml;r diesen starken Anstieg sind die darin enthaltenen Bauausgaben: Konjunkturpakete von Bund und L&auml;ndern sorgten f&uuml;r eine Steigerung um 10,5% auf 18,6 Milliarden Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2011\/03\/PD11__116__71137,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Jedenfalls ein Indiz daf&uuml;r, dass die Konjunkturprogramme die Sachinvestitionen f&ouml;rderten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Leiharbeit<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Missbrauch von Leiharbeit verhindern<\/strong><br>\nUm den Missbrauch von Leiharbeit einzud&auml;mmen m&uuml;ssen gleicher Lohn f&uuml;r gleiche Arbeit gezahlt und die Dauer der Arbeitseins&auml;tze begrenzt werden. Viele Unternehmen nutzen die gesetzlichen M&ouml;glichkeiten der Arbeitnehmer&uuml;berlassung aus um L&ouml;hne zu dr&uuml;cken. Dabei erhalten die Betriebe mit den schlechtesten L&ouml;hnen zum Teil noch Subventionen, da vielfach die geringen, nicht existenzsichernden L&ouml;hne aus den staatlichen Sozialkassen aufgestockt werden m&uuml;ssen. Nach der EU-Richtlinie zur Leiharbeit m&uuml;ssen die wesentlichen Arbeits- und Besch&auml;ftigungsbedingungen von Zeitarbeitskr&auml;ften den Arbeits- und Besch&auml;ftigungsbedingungen vergleichbarer Stammarbeitskr&auml;fte entsprechen. Bei abweichenden tariflichen Regelungen ist der &bdquo;Gesamtschutz&ldquo; von Leiharbeitskr&auml;ften zu beachten. Die Zahl der Leiharbeitskr&auml;fte in Deutschland lag im Oktober 2010 bereits bei &uuml;ber 900.000 und damit deutlich &uuml;ber dem bisherigen H&ouml;chststand vor der Krise. Die Bedingungen in der Branche haben sich drastisch verschlechtert, inzwischen arbeiten zwei von drei Leiharbeitsbesch&auml;ftigten zu Niedrigl&ouml;hnen. W&auml;hrend Vollzeitbesch&auml;ftigte in im Durchschnitt 18,04 &euro; brutto pro Stunde (2006) verdienen, erreichen Leiharbeitskr&auml;fte mit 9,71 &euro; nahezu nur die H&auml;lfte. Wegen der niedrigen L&ouml;hne m&uuml;ssen 11,5% aller Leihkr&auml;fte erg&auml;nzend Leistungen der Grundsicherung (Hartz IV) in Anspruch nehmen, f&uuml;nfmal mehr als der Durchschnitt aller Besch&auml;ftigten. Die Kosten f&uuml;r diese Aufstockung betrugen nach Auskunft der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit zwischen Juni 2008 und Mai 2009 rund 531 Millionen Euro. Leiharbeit als Br&uuml;cke in Besch&auml;ftigung und normale Arbeit funktioniert nicht: Aus den 2004 eingef&uuml;hrten Personal-Service-Agenturen erwartete man &Uuml;berg&auml;nge von 50 Prozent und mehr, stattdessen gab es nur rund 7 Prozent Einm&uuml;ndungen in regul&auml;re Besch&auml;ftigung. Wenn der Gesetzgeber die Br&uuml;ckenfunktion verbessern will, muss zum einen die &Uuml;berlassungsdauer zeitlich begrenzt werden, damit die Zeitarbeit nicht zum Dauerzustand wird; zum anderen muss gleicher Lohn gezahlt werden, damit eine &Uuml;bernahme von Leihkr&auml;ften in dauerhafte Besch&auml;ftigung f&uuml;r den Entleiher betriebswirtschaftlich attraktiv wird. Angesichts der Zahlen kann man nicht mehr von einer marginalen Nutzung von Leiharbeit in Deutschland sprechen. Zunehmend haben Unternehmen und auch &ouml;ffentlich-rechtliche Einrichtungen eigene Verleiheinheiten gegr&uuml;ndet, um Arbeitskr&auml;fte zu den niedrigeren Zeitarbeitstarifen besch&auml;ftigen zu k&ouml;nnen. Solche Personalkarusselle sollen durch die beabsichtigten Gesetzes&auml;nderungen begrenzt werden, indem Leihkr&auml;fte, die innerhalb von sechs Monaten wieder eingestellt werden, gleichen Lohn und gleiche Arbeitsbedingungen erhalten.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.iaq.uni-due.de\/iaq-standpunkte\/2011\/sp2011-02.php\">Institut Arbeit und Qualifikation (Zusammenfassung)<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.iaq.uni-due.de\/iaq-standpunkte\/2011\/sp2011-02.pdf\">Institut Arbeit und Qualifikation (Langfassung) [PDF &ndash; 102 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Detlef Wetzel: F&uuml;r eine Regulierung der Leiharbeit<\/strong><br>\nDie Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist fatal. Schon 2009 mussten sich 6,7 Millionen Menschen mit nicht ausreichend bezahlter Arbeit durchschlagen. Der Anteil von Besch&auml;ftigten mit Billigjobs steigt kontinuierlich. Immer mehr Menschen sind auf staatliche Unterst&uuml;tzung angewiesen. Der Bund gibt j&auml;hrlich elf Milliarden Euro f&uuml;r sogenannte &bdquo;Aufstocker&ldquo; aus. Das sind Besch&auml;ftigte, deren Verdienste nicht zum Leben ausreichen.<br>\nF&uuml;r Junge ist hier das Risiko besonders hoch: Mehr als 50 Prozent der unter 25-J&auml;hrigen drohen in den Billiglohnsektor abzurutschen.<br>\n36 Prozent der 20 bis 24-J&auml;hrigen hangeln sich ausschlie&szlig;lich von Job zu Job.<br>\nAktuell sind rund 900.000 Menschen in Leiharbeit besch&auml;ftigt &ndash; ca. 400.000 in der Metall- und Elektronindustrie. Die Unterschiede der Einkommen sind erschreckend: Sie liegen bei den Leiharbeitnehmern und Leiharbeitnehmerinnen um bis zu 40 Prozent unter denen der fest Angestellten mit vergleichbaren T&auml;tigkeiten. Diese Einkommensunterschiede f&uuml;hren zu Wettbewerbsverzerrungen zu Ungunsten der Unternehmen, die keine Leiharbeit einsetzen oder Leiharbeit besser bezahlen&hellip;<br>\nHeute werden nur noch 15 Prozent des Arbeitskr&auml;ftebedarfs im Organisationsbereich der IG Metall &uuml;ber normale und unbefristete Arbeitsverh&auml;ltnisse besetzt. &Uuml;ber Leiharbeit werden 43 Prozent, &uuml;ber befristete Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse 42 Prozent abgedeckt.<br>\nNur der Gesetzgeber kann das Lohndumping &uuml;ber Leiharbeit fl&auml;chendeckend verhindern. Mit Equal Pay bei der Leiharbeit und allgemeinverbindlichen Mindestl&ouml;hnen k&ouml;nnte die Politik einen wirksamen Riegel vorschieben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/08-2011\/++co++fd2631b4-53d6-11e0-4878-001ec9b03e44\">DGB Gegenblende<\/a><\/li>\n<li><strong>Lohnrisiko bei Nichtbesch&auml;ftigung hat Leiharbeitsfirma zu tragen<\/strong><br>\nArbeitnehmer haben Anspruch auf Kurzarbeitergeld bei erheblichem Arbeitsausfall. Dies gilt nicht, wenn er branchen&uuml;blich und damit vermeidbar sei. Hiervon sei auszugehen, wenn Leiharbeitnehmer nicht besch&auml;ftigt werden k&ouml;nnen. Dies hat heute der 7. Senat des Hessischen Landessozialgerichts entschieden.<br>\nEin Unternehmen mit Sitz im Main-Taunus-Kreis &uuml;berl&auml;sst gewerbsm&auml;&szlig;ig anderen Firmen Arbeitnehmer. Im Juni 2003 beantragte dieses Leiharbeitsunternehmen Kurzarbeitergeld f&uuml;r 100 Arbeitnehmer, die in einem Automobilkonzern eingesetzt wurden. In einer Woche im Juni 2003 sei in der betreffenden Konzernabteilung nicht gearbeitet worden, weil streikbedingt ben&ouml;tigte Produktionsteile nicht verf&uuml;gbar gewesen seien. Das Leiharbeitsunternehmen habe zudem mit dem Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung zur Einf&uuml;hrung von Kurzarbeit geschlossen.<br>\nDie Bundesagentur f&uuml;r Arbeit lehnte den Antrag mit der Begr&uuml;ndung ab, dass es f&uuml;r die Arbeitnehmer zu keinem Lohnausfall gekommen sei. Denn diese h&auml;tten auch bei Nichtbesch&auml;ftigung einen Entgeltanspruch gegen&uuml;ber dem Leiharbeitsunternehmen. Zudem geh&ouml;re es zum allgemeinen Wirtschaftsrisiko eines Verleihunternehmens, das Lohnrisiko bei Arbeitsausf&auml;llen zu tragen&hellip;<br>\nDie Richter beider Instanzen gaben der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit Recht. Die Leiharbeitnehmer h&auml;tten auch dann Anspruch auf Lohn, wenn ihr Arbeitgeber sie nicht einsetzen kann. Ein Arbeitsausfall sei f&uuml;r den Verleiher daher branchen&uuml;blich und k&ouml;nne nicht durch Kurzarbeitergeld ausgeglichen werden. K&ouml;nne der Verleiher seine Leiharbeitnehmer bei Arbeitsausfall nicht in einem anderen Entleihbetrieb einsetzen, weil sie in die Produktion wie eine &bdquo;zweite Belegschaft&ldquo; eingegliedert seien, erh&ouml;he sich zwar das Besch&auml;ftigungsrisiko f&uuml;r das Leiharbeitsunternehmen. Eine Risikoverlagerung zu Lasten der Leiharbeitnehmer oder der Allgemeinheit in Form von Kurzarbeitergeld rechtfertige das jedoch nicht. Nichts anderes gelte, wenn der Arbeitsausfall auf einer mittelbaren Streikfolge beruhe. Hiervon sei jedenfalls auszugehen, solange die Kampfparit&auml;t zwischen Leiharbeitsunternehmen und ihren Gewerkschaften dabei gewahrt bleibe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lsg-darmstadt.justiz.hessen.de\/irj\/LSG_Darmstadt_Internet?rid=HMdJ_15\/LSG_Darmstadt_Internet\/sub\/050\/050600b3-bb87-ce21-f012-f31e2389e481,,,11111111-2222-3333-4444-100000005003%26overview=true.htm\">Landessozialgericht Hessen<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>IAB: 2,93 Millionen Arbeitslose im Jahresdurchschnitt 2011<\/strong><br>\nIm Jahresdurchschnitt 2011 wird es voraussichtlich 2,93 Millionen Arbeitslose geben, zeigt die aktuelle Arbeitsmarktprognose des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Das w&auml;ren rund 320.000 weniger als im Jahresdurchschnitt 2010. Der Prognose zufolge werden 2011 mit 40,84 Millionen Personen so viele Menschen erwerbst&auml;tig sein wie nie zuvor im geeinten Deutschland. Dabei unterstellt die IAB-Studie ein Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um drei Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/kurzber\/2011\/kb0711.pdf\">IAB [PDF &ndash; 653 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Schon wieder eine neue Berechnungsmethode. Das IAB ber&uuml;cksichtigt bei seinen Berechnungen das  Labour-Force-Konzept der International Labour Organisation (ILO) (eine Stunde Arbeit pro Woche reicht bereits aus, um als erwerbst&auml;tig klassifiziert zu werden). Da kommt man nat&uuml;rlich leicht auf eine &bdquo;Mini-Arbeitslosenrate&ldquo; (so der <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,752467,00.html\">Spiegel<\/a>). Das IAB setzt ausschlie&szlig;lich auf die Job-Quantit&auml;t, Inhalt, Sicherheit der Besch&auml;ftigung oder eine angemessene Bezahlung, wie sie oben etwa bei der Leiharbeit festgestellt werde, spielen kaum noch eine Rolle.<\/em><br>\n<em>Die in der Studie selbst erw&auml;hnte &bdquo;Stille Reserve&ldquo; von 1,2 Millionen wird zur unproblematischen Restgr&ouml;&szlig;e.<\/em> <\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung J.A.:<\/strong> In den 1980er Jahren bezeichnete man eine Arbeitslosigkeit von 3 Millionen zumindest noch als die Massenarbeitslosigkeit, die sie ist. Selbst regierungsoffiziell zusammengelogen entspricht das einer Arbeitslosenquote von 7,6%, real sind wir sowieso bei &uuml;ber 4,5 Millionen Arbeitslosen bzw. 12%, und die Qualit&auml;t der 40,5 Millionen erwarteten Arbeitspl&auml;tze ist zu einem Gro&szlig;teil deutlich schlechter als noch in den 1980er Jahren. Die seltsamen Empfehlungen angesichts des angeblich drohenden &ldquo;Arbeitskr&auml;ftemangels&rdquo; (inmitten der Massenarbeitslosigkeit) sprechen f&uuml;r sich.<\/em> <\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung MB:<\/strong> Das IAB ist eine Einrichtung der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, also nicht ganz ohne Interessenbezug &ndash; ganz zur&uuml;ckhaltend formuliert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Hartz IV <\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Kurze &Uuml;bersicht &uuml;ber die anstehenden Versch&auml;rfungen bei Hartz IV<\/strong><br>\nDer Rechtsweg ist ein Holzweg: immer wenn die Betroffenen juristisch Erfolge zu verzeichnen haben, wird das Gesetz der Realit&auml;t und den Repressionsw&uuml;nschen angepasst. Unter anderem deshalb wurde das SGB II in derVergangenheit bereits 51 mal ge&auml;ndert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.trend.infopartisan.net\/trd0311\/t400311.html\">TREND-Onlinezeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>NACHGEFRAGT beim Sozialrichter Dr. J&uuml;rgen Borchert<\/strong><br>\nUnter dem Vorsitz Borcherts hatte der 6. Senat des Hesssischen Landessozialgerichts den entscheidenden Vorlagenbeschluss f&uuml;r das vielbeachtete Bundesverfassungsgerichtsurteils vom Februar 2009 geliefert.<br>\nDie Genese dieser Gesetzgebung steht im unmittelbaren Zusammenhang mit der Schaffung eines Niedriglohnsektors und der gleichzeitigen Abschaffung jeglichen Statusschutzes f&uuml;r Arbeitnehmer in Deutschland, den bis dahin vor allem die Arbeitslosenhilfe und das System der Erwerbs- und Berufsunf&auml;higkeitsrenten bewirkten. Ziel war die Senkung des Lohnniveaus, auch aus w&auml;hrungspolitischem Interesse nach der Euro-Einf&uuml;hrung, was jetzt nach der Griechenlandkrise mit allen Folgen offensichtlich wird. Mit Hartz I wurde zuerst die Leiharbeit entfesselt, der man mit Hartz IV dann die Arbeitskr&auml;fte gef&uuml;gig machte&hellip; Was man jetzt als Arbeitsmarkterfolg feiert, ist genau betrachtet die Explosion der prek&auml;ren Besch&auml;ftigung, deren langfristige Folgen verheerend sein werden&hellip;<br>\nDie Entscheidung f&uuml;r Hartz IV war im Jahr 2003 gleichzeitig die Absage an das parallel diskutierte Konzept zur Einrichtung eines &ouml;ffentlichen Besch&auml;ftigungssektors, f&uuml;r den die Wohlfahrtsverb&auml;nde akribisch vorrechneten, dass er f&uuml;r die &ouml;ffentlichen Kassen eine deutliche Minderbelastung in der Gr&ouml;&szlig;enordnung von 190 Millionen Euro pro Jahr je 100 000 Langzeitarbeitslose mit sich gebracht h&auml;tte -von den irren Folgekosten, die aus der Explosion der Kinderarmut resultieren, ganz zu schweigen. Diese L&ouml;sung war aber offensichtlich nicht gewollt. Welche Kreise sich durchgesetzt haben, kann man auf den Nachdenkseiten.de bei Helga Spindler (Stichwort: &bdquo;Bertelsmann-Projekt&ldquo;) nachlesen, die seit Jahrzehnten darauf hinweist, dass sich die St&auml;rke eines Landes am Umgang mit den Schw&auml;chsten erweist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/08-2011\/++co++0942e330-53cf-11e0-4878-001ec9b03e44\">DGB Gegenblende<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Und hier finden Sie den von Dr. Borchert zitierten <a href=\"\/wp-print.php?p=4212\">Artikel von Helga Spindler<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>WDR5-Redezeit: Streitf&auml;lle um Anspruch und Bed&uuml;rftigkeit <\/strong><br>\nJ&uuml;rgen Brand, bis Ende April 2010 Pr&auml;sident des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/gffstream-8.vo.llnwd.net\/c1\/m\/1300705864\/radio\/redezeit\/wdr5_redezeit_20110321.mp3\">WDR5 (mp3, ca. 27 Minuten)<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Wasserwirtschaft in Deutschland<\/strong><br>\nEine Chronik von Werner R&uuml;gemer<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.arte.tv\/de\/Die-Welt-verstehen\/Geldquelle-Wasser-\/3752030,CmC=3767934.html\">arte<\/a>\n<p><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Interessante Hintergrundinformationen zum <a href=\"\/?p=8767\">Themenabend in Arte<\/a>.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Rechtsextremismus: Die 90 vergessenen Opfer<\/strong><br>\nDie enorme Diskrepanz zwischen der offiziellen Zahl der Todesopfer rechter Gewalt und dem erschreckenden Ergebnis einer Recherche von Tagesspiegel und &ldquo;Zeit&rdquo; besch&auml;ftigt nun Bundestag und Bundesregierung. Die Zeitungen kamen im September 2010 auf 137 Todesopfer, die Regierung spricht bis heute, gest&uuml;tzt auf die Angaben der Polizeien der L&auml;nder, von lediglich 47 Toten. Die Linksfraktion hat in der vergangenen Woche eine detaillierte Gro&szlig;e Anfrage gestellt, in der alle 90 Todesopfer aufgelistet sind, die in den Angaben der Regierung nicht auftauchen.<br>\nQuelle. <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/die-90-vergessenen-opfer\/3978946.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Analyse der Wahl in Sachsen-Anhalt<\/strong><br>\nWie bei der Landtagswahl 2006 ergibt auch das Wahlergebnis 2011 zwei theoretische M&ouml;glichkeiten der Regierungsbildung: Ein B&uuml;ndnis der SPD mit der CDU oder eine Regierungsbildung mit der LINKEN.<br>\nDie SPD hat letztere M&ouml;glichkeit ausgeschlossen, sofern damit die Wahl eines Ministerpr&auml;sidenten der LINKEN verbunden w&auml;re. Sie steht damit in der Tradition entsprechender Positionierungen in Th&uuml;ringen im Landtagswahlkampf 2009 und vor dem strategischen Dilemma, unter dieser Ma&szlig;gabe in eine babylonische Gefangenschaft zur CDU zu geraten.<br>\nEine solche Einschr&auml;nkung der Souver&auml;nit&auml;t f&uuml;hrt in Koalitionsregierungen, die dem Wesen<br>\nnach Institutionen stetiger Aushandlungsprozesse sind, dazu, dass die SPD in Konfliktsituationen faktisch &uuml;ber keine Eskalationsm&ouml;glichkeiten zur Durchsetzung eigener Ziele und Interessen verf&uuml;gt, da sie glaubhaft keine Exit-Option formulieren kann, mit der sie die CDU unter Druck setzen kann.<br>\nUnabh&auml;ngig von diesen machtpolitischen Argumentationen beschr&auml;nkt sich die SPD zudem der M&ouml;glichkeiten, ihre wahlpolitischen Ziele durchzusetzen, bei denen&hellip;eine vielfache &Uuml;bereinstimmung zwischen LINKEN-Anh&auml;nger\/-innen und SPD-Anh&auml;nger\/-innen besteht.<br>\nGleichzeitig f&uuml;hrt diese Situation jedoch auch mittelbar zu einer Beschr&auml;nkung der Handlungsf&auml;higkeit der LINKEN. Denn sowohl in Sachsen-Anhalt, in Th&uuml;ringen als auch in Sachsen (wenn auch bislang nicht in mehrheitsf&auml;higer Form) verf&uuml;gt die LINKE &uuml;ber die gr&ouml;&szlig;ten Stimmenanteile im rot-roten bzw. rot-rot-gr&uuml;nen Lager.<br>\nEs w&auml;re jedoch zu einfach, dieses Dilemma in altbekannter Weise auf den Vorwurf an die sozialdemokratische Parteif&uuml;hrung zu reduzieren, diese w&uuml;rde &ndash; &uuml;ber die Interessen ihrer Mitglieder hinweg gehend &ndash; die Chance auf einen Politikwechsel verspielen.<br>\nEs kann f&uuml;r Sachsen-Anhalt festgehalten werden, dass die SPD-F&uuml;hrung in ihrer Positionierung nicht nur von der W&auml;hlerschaft allgemein, sondern insbesondere von den sozialdemokratischen W&auml;hler\/-innen gedeckt ist.<br>\nQuelle: <a href=\"\/upload\/pdf\/110322_hinweise_kahrs_wahlnachtbericht_sachsen_anhalt.pdf\">Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Horst Kahrs [PDF &ndash; 438 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Die Autoren gehen davon aus, dass die Wahl in Sachsen-Anhalt kein Stimmungstest f&uuml;r die bevorstehenden Wahlen im S&uuml;dwesten seien und schlie&szlig;en sich der Meinung der Forschungsgruppe Wahlen an: &bdquo; Als Vorab-Indikator f&uuml;r die S&uuml;dwestwahlen in Baden-W&uuml;rttemberg und Rheinland-Pfalz oder gar Stimmungstest f&uuml;r den Bund ist Sachsen-Anhalt keinesfalls zu gebrauchen. Mit einer sehr eigenen Themenagenda, einer nichtpolarisierenden Ausgangslage nach einem ruhigen Wahlkampf sowie einer spezifischen politischen Landeskultur sind die Ergebnisse dieser Landtagswahl von sehr eigenen Kontextfaktoren gepr&auml;gt.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110323_analyse_der_wahl_in_sachsen_anhalt.png\" alt=\"Analyse der Wahl in Sachsen-Anhalt\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/politik-ohne-bewegung\/\">Sozialismus<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man beachte die Stimmenanteile gemessen an der Zahl der Wahlberechtigten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>60 L&uuml;gen &uuml;ber &ldquo;Stuttgart21&rdquo;<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kopfbahnhof-21.de\/fileadmin\/bilder\/unterstuetzer\/MoDemo-Reden\/60_Luegen_ueber_Stuttgart_21.pdf\">Kopfbahnhof 21 [PDF &ndash; 32.7]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Mappus auf dem Schleudersitz<\/strong><br>\nKeiner hat sich bei der Atomkraft derart verk&auml;mpft wie Stefan Mappus. Und keiner hat so viele Parteifreunde beschimpft. Baden-W&uuml;rttembergs CDU-Ministerpr&auml;sident, das &ldquo;Krokodil&rdquo;, ist ein Unsympath geworden &ndash; und droht die Landtagswahl zu verlieren.<br>\nReihum machte er in der Partei alle an. Dem fr&uuml;heren CDU-Generalsekret&auml;r Ronald Pofalla teilte er mit, die Partei brauche keinen profillosen &ldquo;Koalitionssekret&auml;r.&rdquo; Die Kanzlerin bediente er mit dem Zuruf, man ben&ouml;tige kein &ldquo;konturenloses Herumlavieren&rdquo; und &uuml;berhaupt sei &ldquo;F&uuml;hrung mehr gefragt denn je.&rdquo; Baron zu Guttenberg ging er wegen dessen Dr.-Plagiat als Erster frontal an. Der sei dabei, ihm den Wahlkampf zu verhageln. Und der S&uuml;dwest-SPD riet er, das Problem der Vorsitzenden Ute Vogt, &ldquo;final&rdquo; zu l&ouml;sen. Vielleicht ein Krokodil, jedenfalls ein Verbal-Brutalo, ein Haudrauf ohne Selbstkontrolle &ndash; das ist Mappus.<br>\nDas bekam ganz besonders auch CDU-Hoffnungstr&auml;ger Norbert R&ouml;ttgen zu sp&uuml;ren. Als die Union die Laufzeit-Verl&auml;ngerung der Atommeiler diskutierte, befand Mappus, er sei nicht l&auml;nger bereit &ldquo;die Eskapaden des Bundesumweltministers&rdquo; zu akzeptieren. Er verlangte von der Kanzlerin, ihn zu feuern. Dem Stuttgarter CDU-Oberb&uuml;rgermeister Wolfgang Schuster teilte er &uuml;ber Journalisten mit, dass er gef&auml;lligst nicht noch einmal f&uuml;r das Amt zu kandidieren habe. Als Ursula von der Leyen zu ihrer Zeit als Familienministerin mehr Kinderkrippen propagierte, beschimpfte er ihre Familienpolitik als &ldquo;blindes Streben nach Modernit&auml;t&rdquo;.<br>\nEr teilt gerne aus, beim Einstecken ist er indes ein Sensibelchen. Journalisten des Landes-Rundfunks drohte er &ldquo;Folgen&rdquo; an, weil sie es gewagt hatten, &uuml;ber seine chronische Streiterei mit G&uuml;nter Oettinger zu dessen Zeiten als Ministerpr&auml;sident zu berichten. Die Staatsanwaltschaft pr&uuml;fte daraufhin eine Anzeige wegen N&ouml;tigung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/landtagswahl-in-baden-wuerttemberg-mappus-auf-dem-schleudersitz-1666027.html\">stern<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Mehrere gute Gr&uuml;nde, eine Laufzeitverl&auml;ngerung f&uuml;r Mappus zu verhindern und f&uuml;r eine Endlagerung au&szlig;erhalb von politischer Verantwortung zu suchen. S. auch &bdquo;<a href=\"\/?p=8707\">St&ouml;rfall Mappus<\/a>&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Lafontaine &ndash; &ldquo;Es gibt keinen gr&uuml;nen Kapitalismus&rdquo;<\/strong><br>\nOskar Lafontaine wirft den Gr&uuml;nen eine falsche Energiepolitik vor und erkl&auml;rt, warum Rot-Rot in Sachsen-Anhalt keine Chance hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article12922847\/Lafontaine-Es-gibt-keinen-gruenen-Kapitalismus.html\">Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Der Front National hat gut lachen<\/strong><br>\n&nbsp;In der ersten Runde der Departementswahlen k&ouml;nnen sich viele Kandidaten der rechtsextremen Partei behaupten. Deutlicher Denkzettel f&uuml;r die Regierungspartei.&nbsp; Die sehr regierungsfreundliche Pariser Zeitung Le Figaro spricht von einem &ldquo;historischen R&uuml;ckschlag&rdquo; f&uuml;r die b&uuml;rgerliche Rechte. Bei der UMP dagegen ist man der Meinung, dass diese Departementswahlen, die vom W&auml;hler traditionell benutzt werden, um der Pariser Regierungspartei aus der Provinz einen Denkzettel zu verpassen, letztlich glimpflich verlaufen seien. Die Linke, die bisher in 58 von 100 Departementen den &ldquo;Generalrat&rdquo; regiert, d&uuml;rfte am kommenden Sonntag einige Departements hinzugewinnen. Zusammen haben Sozialisten, Linksfront (Kommunisten und Linkspartei), die Umweltliste Europe-Ecologie-Les Verts und diverse Linke laut den Ergebnissen vom Sonntag einen Stimmenanteil von knapp 50 Prozent, die UMP hat 17, der FN 15,2 und &ldquo;diverse Rechte&rdquo; haben 15 Prozent. Mit einer Stimmenthaltungsrate von 55,5 Prozent war die Beteiligung so gering wie noch nie. Das wird ebenso wie das Erstarken des Front National als Zeichen wachsender Unzufriedenheit oder Verdrossenheit gewertet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2011%2F03%2F22%2Fa0042&amp;cHash=e6744b135f\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Berliner Hochschulgesetz: Novelle gen&uuml;gt studentischen Anforderungen nicht<\/strong><br>\nAm morgigen Tag wird im Wissenschaftsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses erneut eine Novellierung des Berliner Hochschulgesetzes befasst. Der fzs kritisiert Teile der Novelle als nicht weitgehend genug oder als in die falsche Richtung gehend&hellip;<br>\nDiese Novelle k&ouml;nnte etwa die Zahl der pro Modul zul&auml;ssigen Pr&uuml;fungen festlegen und so eine Antwort auf die viel besprochene Pr&uuml;fungsinflation geben, den momentan im Rahmen von 25 bis 30 Stunden m&ouml;glichen Workload je Kreditpunkt pr&auml;zisieren oder unangemessenen Zugangsh&uuml;rden in den Modulen Einhalt gebieten.<br>\nDar&uuml;ber hinaus fordern wir Senator Prof. Dr. Z&ouml;llner auf, unmissverst&auml;ndlich klar zu stellen, dass Bachelor-Abschl&uuml;sse aller staatlichen Hochschulen und Universit&auml;ten gleichwertig sind und entsprechend auch Absolvent*innen von Fachhochschulen nach Abschluss ihres Bachelor-Studiums ohne Wenn und Aber f&uuml;r Master-Studieng&auml;nge an Universit&auml;ten zugelassen werden k&ouml;nnen und umgekehrt.&rdquo;<br>\nDer fzs bem&auml;ngelt weiter, dass der rot-rote Senat zu wenig Engagement f&uuml;r eine Demokratisierung der Hochschulen zeigt. Exemplarisch hierf&uuml;r ist der Verbleib der Experimentierklausel im vorliegenden Entwurf, welche Abweichungen von der Gremienstruktur an Hochschulen erm&ouml;glicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fzs.de\/presse\/242424.html\">fzs<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Freunde als Ware: Die Internet-Plattform Facebook als Tummelfeld f&uuml;r undurchsichtige Akteure<\/strong><br>\nIn der Aff&auml;re Guttenberg wurde Facebook zu einem machtvollen Instrument. Hinter privatem Engagement verbarg sich aber eine parteipolitische Kampagne.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/kultur\/medien\/freunde_als_ware_1.9979208.html\">Neue Z&uuml;rcher Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Was Sie sofort tun k&ouml;nnen: Zehn Empfehlungen<\/strong><br>\nUnter anderem: \n<ul>\n<li>Selber denken.<\/li>\n<li>Trauen Sie endlich Ihrem Gef&uuml;hl, dass um Sie herum ein gro&szlig;es Illusionstheater stattfindet. Die Kulissen simulieren Stabilit&auml;t, aber das St&uuml;ck ist eine Farce: Immerfort treten dicke M&auml;nner auf und br&uuml;llen &bdquo;Wachstum!&ldquo;, Spekulanten spielen L&auml;nderdomino, und dauernd t&auml;nzeln Nummerngirls mit Katastrophenbildern &uuml;ber die B&uuml;hne. Das Publikum ist genervt und w&uuml;tend, bleibt gleichwohl bis zum Ende der Vorstellung sitzen. Aber: Wann wird das wohl kommen?<\/li>\n<li>Verlassen Sie besser die Vorstellung und beginnen Sie, ganz einfache Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Warum muss man immer mehr arbeiten, wenn man immer mehr arbeitet? Warum werden die Schulden gr&ouml;&szlig;er, wenn immer mehr gespart wird? Warum schrumpft alles andere, wenn die Wirtschaft w&auml;chst?&hellip;<\/li>\n<li>Beschlie&szlig;en Sie, ab sofort nicht mehr mitzumachen, falls Ihre Antworten Sie beunruhigen.<\/li>\n<li>Fangen Sie damit an, aufzuh&ouml;ren. H&ouml;ren Sie auf, Europapolitikern zu glauben. H&ouml;ren Sie erst recht auf, Wirtschaftsforschungsinstituten zu glauben. Und h&ouml;ren Sie um Gottes willen damit auf, sich widerspruchslos erz&auml;hlen zu lassen, irgendeine Entscheidung sei alternativlos gewesen. So etwas gibt es in Demokratien nicht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360\/Doc~E44EA73329D6C4ED096F937FDFAEC8B95~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die wichtigste Empfehlung: Lesen Sie jeden Tag die NachDenkSeiten, dort finden Sie die meisten dieser zehn Empfehlungen erf&uuml;llt.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Aus B&uuml;rgerkrieg wird Krieg; Afghanen &uuml;bernehmen das Kommando; AKW-Katastrophe in Japan; Bundesregierung gr&uuml;ndet einen Arbeitskreis; Bundesgerichtshof entscheidet zu Beratungspflichten einer Bank; Steueroase Florida; Exportanstieg; Euro-Rettungsschirm: Deutschland muss 22 Milliarden Euro zahlen; Haushaltslage der Kommunen; Leiharbeit; 2,93 Millionen Arbeitslose 2011; Hartz IV; Wasserwirtschaft in Deutschland; Rechtsextremismus: Die 90 vergessenen Opfer;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8775\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-8775","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8775","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8775"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8775\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8786,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8775\/revisions\/8786"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8775"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8775"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8775"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}