{"id":8782,"date":"2011-03-23T12:24:15","date_gmt":"2011-03-23T11:24:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8782"},"modified":"2014-08-12T11:43:50","modified_gmt":"2014-08-12T09:43:50","slug":"mit-umfragen-uber-den-drohenden-machtverlust-von-mappus-wird-zu-mobilisieren-versucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8782","title":{"rendered":"Mit Umfragen \u00fcber den drohenden Machtverlust von Mappus wird zu mobilisieren versucht"},"content":{"rendered":"<p>In den letzten Tagen wurde ich bei Gespr&auml;chen mit treuen Anh&auml;ngern von Schwarz-gelb an einen weit zur&uuml;ckliegenden Vorgang erinnert. Meine Gespr&auml;chspartner unter den Anh&auml;ngern der Union und der FDP verwiesen auf neuere Umfragen, die den Machtverlust ihrer Parteien signalisieren. (Siehe unten Anh&auml;nge) Das erinnert an 1965. Damals stand die CDU\/CSU vor dem Machtverlust. Die Opposition, damals alleine die SPD, sonnte sich in &uuml;beraus freundlichen Umfragen. Aber die Drohung des Machtverlustes f&uuml;hrte zur Mobilisierung der letzten Reserven im konservativen, wirtschaftsnahen Milieu. Die Mobilisierung gelang. Ludwig Erhard blieb Bundeskanzler. Hinterher gab der CDU-Bundesgesch&auml;ftsf&uuml;hrer bekannt, dass die Union mithilfe von Elisabeth Noelle-Neumann vom Institut Allensbach absichtlich keine f&uuml;r sie positiven Umfragen ver&ouml;ffentlicht hat. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\nWir sind auf diesen und &auml;hnliche Vorg&auml;nge im Zusammenhang mit dem Umfrageinstitut Forsa und seinem Chef G&uuml;llner schon mehrmals eingegangen. Den Vorgang von 1965 habe ich am 10. September 2009 unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Stimmungsmache des Kaffeesatzlesers von Forsa&ldquo; beschrieben &bdquo;<a href=\"\/?p=4185\">Stimmungsmache des Kaffeesatzlesers von Forsa<\/a>&ldquo; beschrieben :<\/p><blockquote><p><em>&bdquo;Ber&uuml;hmt ist auch jene Allensbach-Umfrage im Wahlkampf 1965, die dem Publikum signalisierte, die SPD l&auml;ge vorn, was, obwohl unrealistisch, von der damaligen SPD-F&uuml;hrung geglaubt wurde. Hinterher bekannte der damalige Bundesgesch&auml;ftsf&uuml;hrer der CDU Josef Hermann Dufhues dem Sinne nach, dass man die &Ouml;ffentlichkeit absichtlich get&auml;uscht habe, um die eigenen Anh&auml;nger zu mobilisieren.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p>Einen fr&uuml;heren Beitrag vom 7. Dezember 2007 &bdquo;Gezielte Manipulation mit Umfragen&ldquo; finden Sie <a href=\"\/?p=2819\">hier<\/a>. Dort beschreibe ich auch, wie gezielt Forsa in die Stimmungsmache mit Umfragen und Umfrageergebnissen eingreift.<\/p><p><strong>Die Effekte von schlechten Prognosen<\/strong><br>\nDie Effekte k&ouml;nnen zweischneidig sein. Die Ver&ouml;ffentlichung schlechter Umfragewerte kann dazu f&uuml;hren, dass die Anh&auml;nger der Union und FDP resignieren. Und dass bisher nicht Festgelegte auf den Zug der Sieger aufspringen (Band Waggon Effekt). Es kann aber auch einen sehr viel st&auml;rkeren mobilisierenden Gegeneffekt ausl&ouml;sen. Im konkreten Fall ist das in Baden-W&uuml;rttemberg in mehrerer Hinsicht zu beobachten. Die Anh&auml;nger der Union und FDP vergessen angesichts der Drohung des Machtverlustes ihre eigene Kritik an ihren Parteien, sie werden aktiv als Multiplikatoren und sie spenden. Im konkreten Fall war auch schon festzustellen, dass sich die baden-w&uuml;rttembergische Wirtschaft engagiert. Auch das vor&uuml;bergehende Abklingen der &ouml;ffentlichen Wirkung des Konfliktes um Stuttgart 21 hatte nicht nur mit dem Trick der Schlichtung durch Heiner Gei&szlig;ler zu tun, sondern auch mit einer parallel verlaufenden Mobilisierung der Anh&auml;nger von Stuttgart 21 und der &uuml;beraus treuen und wirtschaftlich verbundenen Anh&auml;nger von Union und FDP.<\/p><p><strong>Weitere interessante Beobachtungen:<\/strong><\/p><ul>\n<li>Bei den meisten Umfragen, die sich auf Baden-W&uuml;rttemberg und Rheinland-Pfalz beziehen, wird die Linkspartei konsequent unter 5 % gehandelt. Da werden dann auch Ergebnisse mit einer Stelle hinter dem Komma angegeben. Siehe unten Anhang 1: 4,5 %. Und es wird vermerkt, dass die Linke an der F&uuml;nf-Prozent-H&uuml;rde scheitern w&uuml;rde. Das soll potentielle W&auml;hlerinnen und W&auml;hler entmutigen, ihre Stimme als wertlos wegzuwerfen. Hier kann die Antwort nur sein:<br>\nWer es gut meint mit der inneren Entwicklung der programmatisch und inhaltlich nicht besonders gefestigten Parteien SPD und Gr&uuml;ne in Baden-W&uuml;rttemberg, tut gut daran, der Linkspartei &uuml;ber die 5 % H&uuml;rde zu helfen. Die Begr&uuml;ndung f&uuml;r diesen Schritt von traditionellen W&auml;hlerinnen und W&auml;hler der SPD und der Gr&uuml;nen ist eigentlich ganz einfach: Um den Verfall der potentiell 4,5 % der Stimmen zu verhindern und um daf&uuml;r zu sorgen, dass die Opposition in den k&uuml;nftigen Landtagen auch inhaltlich profiliert wird. Wenn die Linkspartei in den baden-w&uuml;rttembergischen Landtag kommen sollte, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Mappus weg ist und es zu einem Regierungswechsel kommen k&ouml;nnte.<\/li>\n<li>Bei den Berichten &uuml;ber die Umfrage von Forsa zur bundesweiten Stimmung ist interessant, dass G&uuml;llner\/Forsa selbstverst&auml;ndlich wei&szlig;, warum die Union und die FDP an Zustimmung verloren haben: die Kehrtwende in der Kernenergiepolitik habe geschadet.<\/li>\n<li>Zu Baden-W&uuml;rttemberg und Mappus sei noch auf einen Bericht von Hans Peter Sch&uuml;tz im Stern hingewiesen. Siehe Anlage 3. Interessant f&uuml;r die eigene Argumentation.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Anh&auml;nge:<\/strong><\/p><p><strong>Anhang 1:<\/strong><br>\n18. M&auml;rz 2011, 11:24&nbsp;Uhr<br>\nUmfragen<br>\n<strong>Rot-Gr&uuml;n in Stuttgart und Mainz m&ouml;glich<\/strong><br>\nDie Atomkatastrophe in Japan beschert der CDU von Regierungschef Mappus in Baden-W&uuml;rttemberg offenbar Umfrageverluste. Eine Woche vor der Landtagswahl rutschte die Union unter 40 Prozent. Wie in Rheinland-Pfalz ist damit auch im L&auml;ndle eine rot-gr&uuml;ne Koalition m&ouml;glich.<br>\nMainz\/Stuttgart &ndash; In <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/thema\/landtagswahl_baden_wuerttemberg_2011\/\">Baden-W&uuml;rttemberg<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/thema\/landtagswahl_rheinland_pfalz_2001\/\">Rheinland-Pfalz<\/a> sind laut Umfragen rot-gr&uuml;ne Koalitionen m&ouml;glich. Rund eine Woche vor den Wahlen in beiden Bundesl&auml;ndern schneiden die Gr&uuml;nen gut ab. Sie profitieren offenbar von der neuen AKW-Debatte nach der Katastrophe in Japan. Laut dem ZDF-&ldquo;Politbarometer&rdquo; liegen die Gr&uuml;nen mit ihrem Fraktionschef Winfried Kretschmann bei 25 Prozent. Sie k&ouml;nnten damit sogar den Ministerpr&auml;sidenten stellen, da die SPD bei 22,5 Prozent liegt.<br>\nDie CDU sackt in der Umfrage auf 38 Prozent ab. Die FDP muss mit f&uuml;nf Prozent um den Einzug in den Landtag bangen. <strong>Die Linken w&uuml;rden mit 4,5 Prozent an der F&uuml;nf-Prozent-H&uuml;rde scheitern.<\/strong> Eine rot-gr&uuml;ne Koalition wird der Umfrage zufolge in Baden-W&uuml;rttemberg von den W&auml;hlern bevorzugt. So f&auml;nden 46 Prozent ein B&uuml;ndnis von SPD und Gr&uuml;nen gut, wohingegen eine <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,751713,00.html\">schwarz-gelbe Regierung nur 31 Prozent gut f&auml;nden<\/a>..<\/p><p><strong>Anhang 2:<\/strong><br>\n23. M&auml;rz 2011, 09:40&nbsp;Uhr<br>\nUmfragewerte abgest&uuml;rzt<br>\n<strong>W&auml;hler strafen Union f&uuml;r Atomkurs ab<\/strong><br>\nDie Kehrtwende in der Atompolitik kostet die Union Sympathien:&nbsp;Laut einer Forsa-Umfrage b&uuml;&szlig;en CDU und&nbsp;CSU rund drei Prozentpunkte in der W&auml;hlergunst ein. Viele B&uuml;rger halten den Kurzzeit-Ausstieg f&uuml;r&nbsp;Wahlkampfget&ouml;se. Radikal sanken die Werte f&uuml;r die Kanzlerin.<br>\nBerlin &ndash; Nach dem Kursschwenk in der deutschen Atompolitik hat die <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/thema\/cdu\/\">Union<\/a> in einer Umfrage deutlich verloren. Im Forsa-Wahltrend von &ldquo;Stern&rdquo; und RTL fielen CDU\/CSU im Vergleich zum vergangenen Montag um drei Prozentpunkte auf 33 Prozent. Dies ist der schw&auml;chste Unionswert seit Mitte November.<br>\nForsa-Chef Manfred G&uuml;llner sagte dem &ldquo;Stern&rdquo;, der Union habe &ldquo;das <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,751390,00.html\">AKW-Moratorium<\/a> ganz klar geschadet&rdquo;. Knapp drei Viertel (71 Prozent) der Befragten hielten die angek&uuml;ndigten Ma&szlig;nahmen f&uuml;r reine Wahltaktik. Zudem seien die Stammw&auml;hler der Union, die tendenziell eher zu den Bef&uuml;rwortern der Kernkraft z&auml;hlten, &uuml;ber <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,druck-752631,00.html\">Merkels abrupte Kehrtwende irritiert<\/a>&hellip;<\/p><p><strong>Anhang 3:<\/strong><\/p><p>Landtagswahl in Baden-W&uuml;rttemberg:<br>\n<strong><a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/landtagswahl-in-baden-wuerttemberg-mappus-auf-dem-schleudersitz-1666027.html\">Mappus auf dem Schleudersitz<\/a><\/strong><br>\nKeiner hat sich bei der Atomkraft derart verk&auml;mpft wie Stefan Mappus. Und keiner hat so viele Parteifreunde beschimpft. Baden-W&uuml;rttembergs CDU-Ministerpr&auml;sident, das &ldquo;Krokodil&rdquo;, ist ein Unsympath geworden &ndash; und droht die Landtagswahl zu verlieren. Von Hans Peter Sch&uuml;tz &hellip;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten Tagen wurde ich bei Gespr&auml;chen mit treuen Anh&auml;ngern von Schwarz-gelb an einen weit zur&uuml;ckliegenden Vorgang erinnert. Meine Gespr&auml;chspartner unter den Anh&auml;ngern der Union und der FDP verwiesen auf neuere Umfragen, die den Machtverlust ihrer Parteien signalisieren. (Siehe unten Anh&auml;nge) Das erinnert an 1965. Damals stand die CDU\/CSU vor dem Machtverlust. Die Opposition,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8782\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[122,11,190],"tags":[480,696],"class_list":["post-8782","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-demoskopieumfragen","category-strategien-der-meinungsmache","category-wahlen","tag-forsa","tag-mappus-stefan"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8782","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8782"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8782\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8785,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8782\/revisions\/8785"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8782"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8782"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8782"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}