{"id":87843,"date":"2022-09-11T11:45:06","date_gmt":"2022-09-11T09:45:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87843"},"modified":"2022-09-11T11:58:42","modified_gmt":"2022-09-11T09:58:42","slug":"zaehlebiger-feind-weltweiter-paria-ideeller-gesamtterrorist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87843","title":{"rendered":"Z\u00e4hlebiger Feind \u2013 weltweiter Paria \u2013 ideeller Gesamt\u201eterrorist\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Demokratische Volksrepublik Korea (DVRK &ndash; Nordkorea) begeht am 9. September den 74. Jahrestag ihres Bestehens &ndash; allen w&uuml;sten Anfeindungen und Verw&uuml;nschungen zum Trotz.<em> <\/em>In einem langen Gespr&auml;ch mit diesem Autor erkl&auml;rte Hwang Sok-Yong [<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87843#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>], einer der bedeutendsten zeitgen&ouml;ssischen Schriftsteller S&uuml;dkoreas (ROK &ndash; Republik Korea), am 25. Juni 2005:<em> &bdquo;Anschuldigungen gegen und Vorurteile &uuml;ber Nordkorea sind uns sattsam bekannt. Das erinnert an herumtollende Kinder, die auf Spielpl&auml;tzen gern vor aufgestellten gro&szlig;en Spiegeln posieren und M&auml;tzchen machen. Wenn sie dann in die Spiegel schauen, stellen sie verdutzt fest, dass ihre K&ouml;rper mal aufgebl&auml;ht und riesig sind oder sie auf einmal wie Winzlinge, Zwerge erscheinen. &Uuml;ber Nordkorea zirkulieren Verzerrungen, ja, Zerrbilder der gr&ouml;bsten Art. Offenbar ist da auch eine Abwehrhaltung im Spiel. Denn das Land f&uuml;hlt sich permanent bedroht, und sein Bild im Ausland, selbst in Kinofilmen, ist in den schw&auml;rzesten Farben gemalt. Allen anderen L&auml;ndern wird zugestanden, zumindest zwei Gesichter zu haben.&ldquo; <\/em>Ein Blick auf das andere Gesicht Nordkoreas von <strong>Rainer Werning<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Vorbemerkung<\/strong><\/p><p>&bdquo;Der Irre mit der Bombe&ldquo; lautete der rei&szlig;erische Titel des Wochenmagazins <em>Der Spiegel <\/em>in seiner Ausgabe vom 14. Februar 2005. Das Titelfoto zeigte einen feisten, l&auml;chelnden Kim Jong-Il, Sohn des nordkoreanischen Staatsgr&uuml;nders und Pr&auml;sidenten auf Lebenszeit, Kim Il-Sung, inmitten eines surrealen Arrangements aus Wasser, Blumen und startbereiten bzw. bereits gez&uuml;ndeten Raketen. Kim Jong-Il &ndash; ein &bdquo;ungeliebter Psychopath an der Spitze eines Zombie-Staates&ldquo;? Der im Juli 1994 verstorbene Kim Il-Sung &ndash; Gr&uuml;nder eines &bdquo;post-stalinistischen Gulag-Staates&ldquo;? &Auml;hnliche Geschichten ver&ouml;ffentlichten zuvor US-amerikanische Magazine wie <em>TIME<\/em> und <em>Newsweek<\/em> oder der britische <em>Economist<\/em> &ndash; von Boulevardbl&auml;ttern ganz zu schweigen. Selbst US-Pr&auml;sident George W. Bush (2001-2009) beschimpfte Kim Jong-Il bei einem Treffen in Schanghai als &bdquo;Pygm&auml;en&ldquo;.<\/p><p>Seit mehr als sieben Jahrzehnten ist Nordkorea f&uuml;r die USA &bdquo;das B&ouml;se&ldquo; schlechthin. Mehrere Regierungen in Washington sahen in der Volksrepublik nicht nur einen &bdquo;Schurkenstaat&ldquo;, sondern auch einen Teil der &bdquo;Achse des B&ouml;sen&ldquo; &ndash; neben Irak und Iran. Auch cineastisch sorgte sich der James-Bond-Film <em>Stirb an einem anderen Tag<\/em> darum, dass dieses Feindbild intakt blieb. Nordkorea wird darin als Alliierter eines M&ouml;chtegern-Weltherrschers dargestellt. Amerika &ndash; konterte die nordkoreanische Nachrichtenagentur <em>KCNA<\/em> &ndash; will &bdquo;uns absichtlich verspotten und beleidigen&ldquo;. Tats&auml;chlich seien, so KCNA, die USA ein &bdquo;Reich des B&ouml;sen&ldquo; und von &bdquo;moralischer Lepra&ldquo; befallen.<\/p><p><strong>Teilung, Krieg und virulente Feindbilder<\/strong><\/p><p>Selbst drei Dekaden nach dem Ende der West-Ost-Konfrontation durchzieht die Koreanische Halbinsel noch immer eine etwa 240 Kilometer lange &bdquo;demilitarisierte Zone&ldquo;. Ein Euphemismus ohnegleichen, handelt es sich doch um das weltweit bestbewachte und konflikttr&auml;chtigste Terrain. Diesseits und jenseits des 38. Breitengrads stehen sich &uuml;ber eine Million Soldaten gegen&uuml;ber, inklusive 28.500 im S&uuml;den stationierter US-amerikanischer GIs. Von George W. Bush zur &bdquo;Achse des B&ouml;sen&ldquo; erkl&auml;rt, revanchierte sich die F&uuml;hrung der DVRK auf ihre Weise: Sie stieg aus dem Atomwaffensperrvertrag aus, lie&szlig; die &Uuml;berwachungssysteme der <em>Internationalen Atomenergie-Beh&ouml;rde (IAEA)<\/em> im Kernkraftkomplex Yongbyon demontieren, fuhr die Anlage zwecks Stromgewinnung hoch und drohte Washington im Falle eines Angriffs mit einer &bdquo;vernichtenden Niederlage&ldquo;. Zu allem &Uuml;berfluss fanden jeweils im Fr&uuml;hjahr und Herbst mehrw&ouml;chige s&uuml;dkoreanisch-amerikanische Gro&szlig;man&ouml;ver statt, in deren Verlauf auch und gerade ein Angriff auf die DVRK simuliert wurde.<\/p><p>W&auml;re die politische Lage auf der Koreanischen Halbinsel nicht so prek&auml;r, m&uuml;sste man das ann&auml;hernd 26 Millionen Einwohner z&auml;hlende Drittweltland Nordkorea daf&uuml;r bewundern, der aggressiven Supermacht bis heute trotzig die Stirn geboten zu haben. Seit dem 27. Juli 1953 ist zwischen beiden Koreas nur ein Waffenstillstandsabkommen in Kraft, das lediglich von Nordkorea, China und dem US-amerikanischen General Mark W. Clark im Auftrag der UNO unterzeichnet wurde. Die Vereinten Nationen fungierten im Koreakrieg (1950-53) de jure als multilateraler Schirm der US-Intervention, blieben de facto aber dem US-Kommando unterstellt &ndash; sehr zum Verdruss des damaligen UN-Generalsekret&auml;rs Trygvie Lie. S&uuml;dkoreas Pr&auml;sident Rhee Syngman boykottierte seinerzeit den Waffenstillstandsvertrag und setzte weiterhin auf Krieg.<\/p><p>Tats&auml;chlich begann der Koreakrieg als B&uuml;rgerkrieg, um die dem Land nach dem Zweiten Weltkrieg aufgezwungene Teilung entlang des 38. Breitengrads r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen. Die Tragik dieser Teilung bestand darin, dass sich nicht etwa Japan als Hauptaggressor des Krieges in diesem Teil der Welt in ein solches Schicksal f&uuml;gen musste, sondern ausgerechnet dessen Kolonie Korea (1910-45). W&auml;hrend n&ouml;rdlich des 38. Breitengrads antijapanische Partisanen um den sp&auml;teren Staatsgr&uuml;nder Kim Il-Sung unter Protektion der Roten Armee politisch die Oberhand gewannen und aufgrund weitreichender Sozialreformen &ndash; darunter eine umfassende Land- und Agrarreform &ndash; gro&szlig;en R&uuml;ckhalt in der Bev&ouml;lkerung genossen, st&uuml;tzten sich die politischen Kr&auml;fte im S&uuml;den, die zuvor unverhohlen mit der japanischen Besatzungsmacht kollaboriert hatten, auf die Bajonette der USA, die fortan s&uuml;dlich des 38. Breitengrads das Sagen hatte. Diese war nicht nur hauptverantwortlich f&uuml;r die Internationalisierung des Konflikts auf der Koreanischen Halbinsel. Sie gilt in Seoul bis heute noch immer als &bdquo;Schutzmacht&ldquo; mit einem Truppenkontigent von 28.500 Soldaten und w&uuml;rde sogar im Kriegsfall im Kontext des sogenannten <em>Combined Forces Command (CFC)<\/em> das Oberkommando der gesamten ROK-Streitkr&auml;fte aus&uuml;ben!<\/p><p>Was in Pj&ouml;ngjang als schier unhaltbar gilt und wogegen sich die politische F&uuml;hrung der Volksrepublik mit dem sukzessiven Aufbau eines eigenen ambitionierten Atom- und Raketenprogramms als &bdquo;st&auml;rkste &Uuml;berlebensgarantie&ldquo; wappnete. Gem&auml;&szlig; dem knallhart systemimmanenten Kalk&uuml;l: Wenn wir schon nicht als Freund geachtet sind, wollen wir wenigstens auf Augenh&ouml;he und als ebenb&uuml;rtiger Feind ge&auml;chtet sein. Aus der DVRK, die sich heute damit br&uuml;stet, zur neunten Atommacht aufger&uuml;ckt zu sein, sind bereits vor deren Staatsgr&uuml;ndung am 9. September 1948 s&auml;mtliche ausl&auml;ndischen (sprich: sowjetischen) Truppen abgezogen worden.<\/p><p><strong>(&Uuml;ber-)Leben im Schatten der Chuch&rsquo;e-Ideologie<\/strong><\/p><p>Lange bevor S&uuml;dkorea &ndash; makro&ouml;konomisch betrachtet &ndash; zum H&ouml;henflug ansetzte und nebst Japan als zweites asiatisches Land Mitglied im erlauchten Club der <em>Organisation f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)<\/em> wurde, strahlte die DVRK gewisse Faszination in zahlreichen zu Beginn der 1960er Jahre unabh&auml;ngig gewordenen L&auml;ndern Afrikas aus. Bekannte sich doch deren Staatsf&uuml;hrung eingedenk tiefer kolonialer Dem&uuml;tigungen zur Ideologie des <em>Chuch&rsquo;e (Dschutsche)<\/em>, was &ndash; grob &uuml;bersetzt &ndash; Unabh&auml;ngigkeit und Selbstgestaltung in s&auml;mtlichen Lebensbereichen bedeutet. In der damaligen entwicklungspolitischen und -theoretischen Debatte um Autarkie oder autozentrierte Entwicklung galt die DVRK als nachahmenswertes Vorbild, zumal sie sich au&szlig;enpolitisch weder an der Sowjetunion noch an der Volksrepublik China anlehnte oder orientierte. Zwischen Moskau und Peking war zu der Zeit eine heftige Debatte &uuml;ber die Vormachtstellung in der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung entbrannt. In dieser Situation &uuml;bte sich Pj&ouml;ngjang in &Auml;quidistanz zu beiden Gro&szlig;m&auml;chten und profitierte davon auf unterschiedliche Weise.<\/p><p>Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und zahlreicher vormals realsozialistischer Regime hielt die DVRK an ihrer Variante des Sozialismus fest, der freilich Normen neokonfuzianischer Verhaltenskodices mit gewaltf&ouml;rmigem Etatismus verkn&uuml;pfte. Hungersn&ouml;te und Naturkatastrophen st&uuml;rzten die Volksrepublik in eine tiefe Krise, was diverse Denkfabriken und hochdotierte Analysten zu der Prognose bewog, auch Nordkorea werde letztlich wie die UdSSR implodieren. Selbst ein Geheimdienststratege wie der damalige CIA-Direktor John Deutch prognostizierte 1996 in einem Hearing vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats drei Szenarien, die binnen kurzer Zeit zu erwarten seien:<\/p><ol type=\"a\">\n<li>Nordkorea marschiert in den S&uuml;den ein und es kommt erneut zu einem Krieg<\/li>\n<li>das Land kollabiert &ouml;konomisch<\/li>\n<li>es kommt zu einer friedlichen Wiedervereinigung mit dem S&uuml;den<\/li>\n<\/ol><p>So h&auml;ufig auch hochrangige Politiker der DVRK totgesagt und -geschrieben worden waren, so ausgepr&auml;gt blieb der Selbstbehauptungswille der um den neuen Staatschef Kim Jong-Il gruppierten F&uuml;hrung, nachdem dessen Vater Kim Il-Sung zwei Jahre zuvor gestorben war. Ebenso friktionslos erwies sich die Macht&uuml;bernahme und dynastische Erbfolge von Kim Jong-Un, als sein Vater Kim Jong-Il Mitte Dezember 2011 das Zeitliche segnete. Die &Ouml;ffentlichkeit erfuhr davon qua Regierungsverlautbarung aus Pj&ouml;ngjang erst wenige Tage sp&auml;ter &ndash; eine grandiose Schande und Schmach f&uuml;r den s&uuml;dkoreanischen Geheimdienstapparat!<\/p><p>So angespannt die aktuellen Beziehungen zwischen Seoul und Pj&ouml;ngjang sind, so getr&uuml;bt ist seit dem Fr&uuml;hjahr 2019 das Verh&auml;ltnis zwischen Pj&ouml;ngjang und Washington. In Vietnams Hauptstadt Hanoi fand damals das zweite Gipfeltreffen zwischen US-Pr&auml;sident Donald Trump und Nordkoreas Staatschef Kim Jong-Un statt. [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Die amerikanische Seite lehnte dort vor allem auf Dr&auml;ngen von Trumps Sicherheitsberater und putsch-erfahrenem Falken John Bolton [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] im letzten Moment die nordkoreanische Forderung nach einer weitgehenden Aufhebung l&auml;hmender Sanktionen unter F&uuml;hrung der USA im Gegenzug f&uuml;r den Abbau eines veralteten Nuklearkomplexes ab, was einer teilweisen Aufgabe der nuklearen F&auml;higkeiten des Nordens entsprochen h&auml;tte.<\/p><p>Seitdem hat Kim signalisiert, seine nukleare Abschreckung angesichts des &bdquo;gangsterhaften&ldquo; Drucks Washingtons zu verst&auml;rken. Dort gibt es gewichtige politische Kr&auml;fte, die Direktgespr&auml;che mit Nordkorea (auch und gerade wegen der nie &uuml;berwundenen Schmach im Zuge der <em>Pueblo-Aff&auml;re<\/em> im Jahre 1968) [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] ablehnen und stattdessen einseitig auf eine Denuklearisierung Pj&ouml;ngjangs insistieren.<\/p><p>So beh&auml;lt auch weiterhin das &ndash; leider treffliche &ndash; Diktum Donald P. Greggs [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] seine G&uuml;ltigkeit. Dieser langj&auml;hrige CIA-Mitarbeiter und einstige US-Botschafter in Seoul hatte seiner Regierung bereits vor Jahren attestiert, &uuml;ber keine koh&auml;rente Nordkorea-Politik zu verf&uuml;gen. Gegen&uuml;ber Pj&ouml;ngjang, so Gregg, g&auml;be es lediglich eine Haltung. Und die sei gespeist aus Hass &ndash; ein Hindernis auf dem Weg, den seit 1953 bestehenden Waffenstillstand auf der Koreanischen Halbinsel endlich in einen Friedensvertrag umzuwandeln. Eine Forderung, die im politisch fortschrittlichen Spektrum der s&uuml;dkoreanischen Zivilgesellschaft seit Jahren mit Verve erhoben wird.<\/p><p><strong>Gegen Militarismus und Krieg &ndash; f&uuml;r Dialog und Frieden<\/strong><\/p><p>So zuletzt am 13. August, zwei Tage vor der Unabh&auml;ngigkeitserkl&auml;rung S&uuml;dkoreas vor 74 Jahren, als in der Metropole Seoul die gr&ouml;&szlig;te &ouml;ffentliche Demonstration seit Jahren stattfand. Sie richtete sich gegen die andauernde US-Milit&auml;rpr&auml;senz in S&uuml;dkorea und gegen bevorstehende Milit&auml;r&uuml;bungen beider L&auml;nder im Rahmen des sogenannten <em>&bdquo;<\/em><em>Ulchi Freedom Shield&ldquo;<\/em>, die vom 22. August bis zum 1. September abgehalten wurden. Unter dem Deckmantel eines solchen &bdquo;Freiheitsschildes&ldquo; schlossen diese elft&auml;gigen Man&ouml;ver Computersimulationen, gemeinsame Feld&uuml;bungen sowie eine gro&szlig;e Zivilverteidigungs&uuml;bung ein.<\/p><p>An jenem Samstag demonstrierten Tausende von Menschen mit dem Slogan &bdquo;Dieses Land ist keine US-Kriegsbasis&ldquo; gegen <em>&bdquo;Ulchi Freedom Shield&ldquo;. <\/em>Organisiert wurde der Massenprotest vom <em>Koreanischen Gewerkschaftsbund (KCTU)<\/em>, dem zweitgr&ouml;&szlig;ten Gewerkschaftsverband S&uuml;dkoreas, und einer Reihe fortschrittlicher Verb&uuml;ndeter, darunter die 1994 gegr&uuml;ndete einflussreiche B&uuml;rgerinitiative <em>People&rsquo;s Solidarity for Participatory Democracy (PSPD).<\/em> In einer Erkl&auml;rung der PSPD hie&szlig; es:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;In einer Zeit, in der die milit&auml;rischen Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel eskalieren und es keinen Anhaltspunkt f&uuml;r einen innerkoreanischen Dialog gibt, sind wir besorgt, dass eine aggressive, gro&szlig; angelegte Milit&auml;r&uuml;bung die Situation noch versch&auml;rfen wird. (&hellip;) Wir fordern die Regierungen der USA und der Republik Korea erneut auf, die gemeinsame Milit&auml;r&uuml;bung zwischen beiden L&auml;ndern auszusetzen und Anstrengungen zu unternehmen, um Bedingungen f&uuml;r einen Dialog zu schaffen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>International, vor allem in den US-amerikanischen Mainstream-Medien, fanden diese Proteste laut dem S&uuml;dkoreaexperten und Investigativjournalisten Tim Shorrock [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] kein Echo, richteten sie sich doch im Kern gegen die von Washington stets beschworene milit&auml;rische Dreierallianz USA-Japan-S&uuml;dkorea. In ihr sieht US-Pr&auml;sident Joe Biden den &bdquo;Dreh- und Angelpunkt f&uuml;r Frieden, Stabilit&auml;t und Wohlstand&ldquo;. Au&szlig;er der koreanischen Presse, so Shorrock, berichteten lediglich der iranische Fernsehsender <em>Press TV<\/em> und der chinesische Fernsehsender <em>CGTN<\/em> &uuml;ber diese massive Demonstration gegen Militarismus und Krieg. Den einzigen ausf&uuml;hrlichen Printbericht lieferte die chinesische Nachrichtenagentur <em>Xinhua.<\/em><\/p><p>Titelbild: Leonard Zhukovsky\/shutterstock.com<\/p><p><strong>Der Autor ist Herausgeber des Bandes <em><a href=\"https:\/\/bibliotheken.opac.at\/search\/detail\/BO9783883321516?q=*%3A*&amp;fct_SERIAL_F_unlimited=true&amp;fct_LANGUAGE_cs=true&amp;fct_SERIAL_F=ISP-Pocket&amp;from=search&amp;fct_SERIAL_F_cs=true&amp;fct_LANGUAGE=deutsch\">Nordkorea &ndash; Ann&auml;herungen an einen Au&szlig;enseiter<\/a><\/em> (Ffm. 1988 *) und Ko-Autor (zusammen mit der Koreanistik-Professorin Helga Picht) des Buches <em><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Brennpunkt-Nordkorea-gef%C3%A4hrlich-Region-Berichte\/dp\/395841088X\">Brennpunkt Nordkorea<\/a><\/em>(Berlin 2018 *).<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hwang_Sok-yong\">de.wikipedia.org\/wiki\/Hwang_Sok-yong<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49600\">nachdenkseiten.de\/?p=49600<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.derstandard.de\/story\/2000137427912\/ex-trump-und-bush-berater-bolton-ich-habe-mehrere-staatsstreiche\">derstandard.de\/story\/2000137427912\/ex-trump-und-bush-berater-bolton-ich-habe-mehrere-staatsstreiche<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42007\">nachdenkseiten.de\/?p=42007<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Donald_P._Gregg\">en.wikipedia.org\/wiki\/Donald_P._Gregg<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] <a href=\"https:\/\/responsiblestatecraft.org\/2022\/08\/23\/us-media-ignored-major-anti-us-military-protest-in-south-korea\/\">responsiblestatecraft.org\/2022\/08\/23\/us-media-ignored-major-anti-us-military-protest-in-south-korea\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Demokratische Volksrepublik Korea (DVRK &ndash; Nordkorea) begeht am 9. 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