{"id":87868,"date":"2022-09-11T09:00:27","date_gmt":"2022-09-11T07:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87868"},"modified":"2022-09-09T11:59:08","modified_gmt":"2022-09-09T09:59:08","slug":"hinweise-der-woche-273","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87868","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87868#h01\">Linken-Politikerin Wagenknecht: &ldquo;Putin lacht sich doch tot &uuml;ber uns&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87868#h02\">Entlastungspaket der Regierung: Die Ampel hilft sich selbst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87868#h03\">Deutsche Firmen gehen pleite: Ist das Annalena Baerbock auch &bdquo;egal&ldquo;?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87868#h04\">Die USA sind der gr&ouml;&szlig;te Gewinner im weltweiten Energiechaos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87868#h05\">Atomkraft: Zankapfel an der Isar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87868#h06\">Krieg in der Ukraine: Mehr hinh&ouml;ren, was die Russen sagen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87868#h07\">Die Klimakrise: Auch eine Frage von Krieg oder Frieden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87868#h08\">Wof&uuml;r steht die neue britische Premierministerin Liz Truss?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87868#h09\">Wie wir ver-r&uuml;ckt werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87868#h10\">John Goetz &uuml;ber Hans-Christian Str&ouml;bele: Wie man sich einmischt und dabei frei bleibt<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Linken-Politikerin Wagenknecht: &ldquo;Putin lacht sich doch tot &uuml;ber uns&rdquo;<\/strong><br>\nAnnalena Baerbock sagte k&uuml;rzlich in Richtung der Ukraine: &ldquo;Wir stehen so lange an eurer Seite, wie ihr uns braucht, dann will ich auch liefern, egal, was meine deutschen W&auml;hler denken.&rdquo; Der Satz wurde aus dem Kontext geschnitten, AfD-Chefin Alice Weidel twitterte, Baerbock sei es &ldquo;egal&rdquo;, was die B&uuml;rger in Deutschland denken. Die Ukraine stehe f&uuml;r Baerbock &ldquo;an erster Stelle&rdquo;. Sie selbst erkl&auml;rten, dass Baerbock &ldquo;die Interessen der Ukraine vertritt&rdquo; und sie sei deshalb &ldquo;eine Gefahr f&uuml;r unser Land&rdquo;. Wo liegt da noch der Unterschied?<br>\nWenn Baerbock Mist redet, werde ich nicht darauf verzichten, das zu kritisieren, weil es auch Frau Weidel tut. Was ist das f&uuml;r eine bescheuerte Diskussion? Die Aussage von Baerbock war sinngem&auml;&szlig;: Auch wenn die W&auml;hler in Deutschland etwas anders wollen, werde ich die Ukraine unterst&uuml;tzen. Mein Verst&auml;ndnis demokratischer Politik sieht anders aus.<br>\nWarum? Die gew&auml;hlten Abgeordneten sind laut dem Grundgesetz &ldquo;nur ihrem Gewissen unterworfen&rdquo;.<br>\nEine demokratische Regierung sollte sich in erster Linie dem Auftrag ihrer W&auml;hler verpflichtet f&uuml;hlen. Warum sollen die Leute sonst &uuml;berhaupt zur Wahl gehen? Und die Gr&uuml;nen w&auml;ren wohl kaum an die Macht gekommen, h&auml;tten sie plakatiert, wir werden Millionen Menschen in Armut st&uuml;rzen und die Industrie in Deutschland zerst&ouml;ren, um vermeintlich Putin zu bestrafen. Die Wirtschaftssanktionen ruinieren uns, nicht Russland, deshalb muss der Wirtschaftskrieg beendet werden.<br>\nWladimir Putin d&uuml;rfte sich freuen.<br>\nFreuen d&uuml;rften sich wohl eher Millionen Menschen in Deutschland, wenn ihre Energiekosten wieder sinken. Der russische Konzern Gazprom macht aktuell Rekordgewinne. Und klar ist, dass die Sanktionen den Krieg in der Ukraine nicht beenden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/deutschland\/innenpolitik\/id_100047784\/sahra-wagenknecht-exklusiv-putin-lacht-sich-doch-tot-ueber-uns-.html\">t-online<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Sturm statt Burgfrieden<\/strong><br>\nDie Bundesregierung hat sich mit dem Wirtschaftskrieg gegen Russland in eine Sackgasse hineinman&ouml;vriert. SPD, Gr&uuml;ne und FDP sind dabei, einen Gro&szlig;teil der Bev&ouml;lkerung sozial zu ruinieren und Millionen Arbeitspl&auml;tze zu zerst&ouml;ren. Geradezu skurril muten dabei die Klagen an, dass trotz der harten Strafma&szlig;nahmen, die Russland ruinieren sollen, auf Vertragstreue Moskaus bei den Gaslieferungen gepocht wird. International erntet dieses Andy-M&ouml;ller-Prinzip der deutschen Au&szlig;enpolitik &ndash; erst zutreten, dann Foul schreien und sich auf den Rasen werfen &ndash; nur m&uuml;des Kopfsch&uuml;tteln. Und damit nicht genug: Mit immer neuen symbolischen Entlastungspaketen versucht die Ampelregierung dar&uuml;ber hinwegzut&auml;uschen, dass es gerade die Leute mit niedrigem und mittlerem Einkommen sind, die die &Uuml;bergewinne der Konzerne per Gasumlage und drastisch erh&ouml;hten Energie- und Lebensmittelpreisen bezahlen sollen. Widerstand gegen diese existenzbedrohende Politik der Bundesregierung regt sich und ist notwendig.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/433948.sturm-statt-burgfrieden.html\">Sevim Dagdelen in junge Welt<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Sanktionen hinterfragen, nicht &bdquo;sozial abfedern&ldquo;<\/strong><br>\nDas Narrativ von einem &bdquo;vor&uuml;bergehenden Opfer&rdquo; ist nicht mehr haltbar. Der von der Bundesregierung eingeschlagene Sanktionsweg spaltet Deutschland und sch&auml;digt die wirtschaftlichen Strukturen nachhaltig.<br>\nDie Widerspr&uuml;che kommen nahezu t&auml;glich zum Vorschein: in der Berichterstattung namhafter Zeitungen, &ouml;ffentlich-rechtlicher Medien oder bei &Auml;u&szlig;erungen von Politikern. Weil Russland das V&ouml;lkerrecht bricht, brechen Deutschland und die EU das internationale Wirtschaftsrecht. Liefervertr&auml;ge mit Russland werden ebenso blockiert wie Zahlungsfl&uuml;sse, Verm&ouml;gen wird beschlagnahmt, das Zertifzierungsverfahren f&uuml;r Nordstream 2 gestoppt und die USA bedrohen alle damit in Verbindung stehenden Firmen mit Strafen. Gleichzeitig setzt ein Mediengewitter der Emp&ouml;rung ein, sobald Russland, wie nach den Gesetzen der Logik zu erwarten, die Erdgasexporte nach Deutschland drosselt. &bdquo;Wir&ldquo; wollen das Gas zwar eigentlich nicht, aber im Moment schon.<br>\nInteressant ist auch, was in verschiedenen L&auml;ndern sanktioniert wird und was nicht. Frankreich, das bei seiner Uranbrennstoffversorgung fast vollst&auml;ndig von Russland und Kasachstan abh&auml;ngig ist, hat es geschafft, dass kaum jemand erf&auml;hrt, dass diese Energielieferungen nicht sanktioniert worden sind. Das EU-Mitglied Ungarn hat j&uuml;ngst seine Importe von russischem Erdgas erh&ouml;ht, &uuml;ber eine russisch-t&uuml;rkische Pipeline. Das NATO-Mitgliedsland T&uuml;rkei baut seine Wirtschaftsbeziehungen mit Russland weiter aus und bezahlt anstandslos mit Rubel.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/30-2022\/sanktionen-hinterfragen-nicht-sozial-abfedern\/\">Makroskop<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Entlastungspaket der Regierung: Die Ampel hilft sich selbst<\/strong><br>\nMit dem dritten Entlastungspaket der Bundesregierung ist vor allem einer gerettet: der &shy;Koalitionsfrieden. Der soziale Frieden hingegen nicht.<br>\nWuchtig sollte es sein, ma&szlig;geschneidert, zielgenau &ndash; mit diesen Attributen schraubte die Ampel die Erwartungen an das dritte Entlastungspaket selbst in die H&ouml;he. Am Sonntag lieferte sie es aus. Wuchtig f&auml;llt es auf den ersten Blick aus, 65 Milliarden Euro, davon &uuml;ber 30 Milliarden aus dem Haushalt, sind keine Summen, die man mal eben aus der Portokasse nimmt.<br>\nOb das Paket aber zielgenau ist, ob also die entlastet werden, die es wirklich n&ouml;tig haben, l&auml;sst sich noch nicht abschlie&szlig;end beantworten. Die berechtigte Bef&uuml;rchtung ist, dass es hinten und vorn nicht passt. Arme sind weiterhin arm dran, f&uuml;r die untere Mittelschicht reichen die Kompensationen nicht aus, w&auml;hrend Gutverdienenden Geld hinterhergeworfen wird und &ndash; das steht schon fest &ndash; an die richtig Reichen traut sich die SPD-gef&uuml;hrte Regierung sowieso nicht ran.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Entlastungspaket-der-Regierung\/!5876308\/\">taz<\/a>\n<p>dazu: <strong>Die Armut der Mitte<\/strong><br>\nDrittes Entlastungspaket offenbar Resultat stark divergierender Wunschvorstellungen. Heraus kam ein unsystematisch wirkendes Sammelsurium. Zu den Auswirkungen von Pandemie, Energiekrise und Inflation.<br>\nSeit dem Fr&uuml;hjahr 2020 haben sich die Lebensbedingungen vieler Millionen Menschen in Deutschland zum Teil drastisch verschlechtert, weil sich die gesellschaftlichen Krisen h&auml;uften und gleichzeitig versch&auml;rften. Mit der Covid-19-Pandemie und dem ersten bundesweiten Lockdown setzten inflation&auml;re Tendenzen ein, die sich mit dem Ukraine-Krieg und den westlichen Sanktionen gegen&uuml;ber Russland als Reaktion darauf versch&auml;rften und haben ihren H&ouml;hepunkt vielleicht noch gar nicht erreicht haben.<br>\nBetroffen sind zwar besonders einkommensarme und armutsgef&auml;hrdete Personengruppen, weil ihnen im Unterschied zu wohlhabenden Bev&ouml;lkerungskreisen finanzielle R&uuml;cklagen fehlen, inzwischen herrscht Angst vor der Verarmung jedoch auch in weiten Teilen der Mittelschicht.<br>\nDies d&uuml;rfte auch der Grund daf&uuml;r sein, dass Armut und soziale Ungleichheit momentan gro&szlig;e Aufmerksamkeit in der (Medien-)&Ouml;ffentlichkeit finden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Die-Armut-der-Mitte-7253502.html\">Christoph Butterwegge auf Telepolis<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Der Herbst bleibt hei&szlig;<\/strong><br>\nDas neue Entlastungspaket der Bundesregierung wird eine soziale Notlage nicht verhindern k&ouml;nnen. [&hellip;]<br>\nIm Koalitionsvertrag hatte die Ampel vereinbart, Hartz IV durch ein neues B&uuml;rgergeld zu ersetzen. Offen blieb bisher, ob nur das Etikett gewechselt wird oder auch die Regels&auml;tze steigen. Neben einiger kleiner Reformen der Sozialleistung steht die Regelsatzerh&ouml;hung jetzt ebenfalls im Entlastungspaket. Ab dem 1. Januar 2023 soll das B&uuml;rgergeld 500 Euro betragen. Das hei&szlig;t: 51 Euro mehr als bisher.<br>\nDer Haken an der Sache: Die Erh&ouml;hung um 51 Euro entspricht gerade einmal einem Inflationsausgleich. Die reale Kaufkraft der neuen Sozialleistung steigt gegen&uuml;ber den Hartz-IV-S&auml;tzen also nicht an, ein Leben mit dem B&uuml;rgergeld wird ein Leben in Armut bleiben. SPD und Gr&uuml;ne haben an diesem Punkt ihre sozialpolitischen Ambitionen &ndash; sofern sie sie jemals hatten &ndash; vollst&auml;ndig aufgegeben.<br>\nLachhaft ist auch der &raquo;Nachfolger&laquo; des 9-Euro-Tickets. Christian Lindner hat die &raquo;Gratismentalit&auml;t&laquo; im Nahverkehr erfolgreich bek&auml;mpft. Aus dem 9-Euro-Ticket soll ein bundesweit einheitliches Ticket im Preisrahmen zwischen 49 und 69 Euro werden. Im Paket sind daf&uuml;r 1,5 Milliarden Euro vorgesehen, die der Bund beisteuert. Umsetzen m&uuml;ssen die Ma&szlig;nahme aber die L&auml;nder. Und zwar alle sechzehn gemeinsam. Doch f&uuml;r die Landeshaushalte gilt eine viel strengere Schuldenbremse als f&uuml;r den Bund und sie m&uuml;ssen zudem Belastungen aus den angespannten Haushalten der Kommunen auffangen. Die 1,5 Milliarden sind ein l&auml;ppisches Angebot, mit dem die Ampel ihre Verantwortung abschiebt und das 9-Euro-Ticket begr&auml;bt. Der Nachfolger droht zur H&auml;ngepartie zu werden. Bundesverkehrsminister Wissing wird die Schuld von sich weisen, wenn sich die L&auml;nder erwartungsgem&auml;&szlig; nicht einig werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/der-herbst-bleibt-heiss-drittes-entlastungspaket\/\">Jacobin<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Deutsche Firmen gehen pleite: Ist das Annalena Baerbock auch &bdquo;egal&ldquo;?<\/strong><br>\nAus der Energiekrise wird im Winter eine Wirtschaftskrise. Unser Kolumnist Maurice H&ouml;fgen zeichnet ein d&uuml;steres Bild der drohenden Insolvenzwelle. (&hellip;)<br>\nDenken wir an einen Friseursalon. Die Inhaberin bekommt Post vom Gasversorger &ndash; schlechte Nachrichten! F&uuml;r die n&auml;chsten 12 Monate steigt die Gasrechnung. Ab jetzt verlangt der Versorger 25 statt neun Cent pro Kilowattstunde: fast dreimal so viel. Dass man schon lange Kunde ist und jahrelang alles doch stabil lief, hilft jetzt nichts mehr. Der Versorger muss n&auml;mlich auch l&auml;ngst mehr zahlen, wenn er Gas einkauft. Ab Oktober werden aus den 25 Cent sogar fast 28 Cent, die Gasumlage kommt ja noch obendrauf. Den Laden heizen, die Haare waschen, all das wird jetzt teurer.<br>\nEigentlich m&uuml;sste die Inhaberin die Preise jetzt drastisch erh&ouml;hen, sonst geht die Gasrechnung an die Substanz. Kleine Friseurbetriebe sind nicht auf Rosen gebettet, haben h&auml;ufig wenig R&uuml;cklagen, wie andere Kleinbetriebe eben auch. Die wenigen R&uuml;cklagen wurden au&szlig;erdem schon in der Pandemie angezapft: Lockdown, Hygienestandards, Mindestabstand &ndash; alles mit mehr Kosten und weniger Einnahmen verbunden. Es gibt aber ein Problem: Die Kunden klagen schon seit Monaten, dass alles teurer wird. Tanken, Heizen, Duschen, Einkaufen &ndash; und jetzt auch noch der Friseur? K&ouml;nnen sich die Kunden den Friseurbesuch dann noch regelm&auml;&szlig;ig leisten? Wenn nicht, brechen dem Friseursalon die Einnahmen weg.<br>\nTats&auml;chlich droht die Nachfrage auch ohne Preiserh&ouml;hung f&uuml;r &bdquo;Waschen, Schneiden, F&ouml;hnen&ldquo; wegzubrechen, denn die Preise, die wir heute an den Strom- und Gasb&ouml;rsen sehen, sind l&auml;ngst nicht bei allen Haushalten angekommen. F&uuml;r viele kommen die bitteren Briefe mit vielfach h&ouml;heren Strom- und Heizkosten erst noch. Auch das Monatsticket f&uuml;r den Bus und das Tanken an der Zapfs&auml;ule frisst seit dieser Woche wieder mehr Einkommen. 9-Euro-Ticket und Tankrabatt sind ausgelaufen. Je mehr Geld Verbraucher beim Gasversorger, beim Verkehrsbetrieb, beim Vermieter, an der Zapfs&auml;ule oder im Supermarkt ausgeben m&uuml;ssen, desto weniger bleibt f&uuml;r Friseur-, Kino- und Restaurantbesuche &uuml;brig.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/deutschen-betrieben-droht-pleite-ist-das-annalena-baerbock-auch-egal-li.262914\">Maurice H&ouml;fgen in Berliner Zeitung<\/a>\n<p>dazu: <strong>Traditionsbetrieb Eschenbach bereitet sein Ende vor &ndash; und hofft noch<\/strong><br>\nBei Eschenbach-Porzellan in Triptis gehen zum Jahresende die Lichter aus. Damit geht ein Th&uuml;ringer Traditionsunternehmen wegen der Energiepreisentwicklung den Bach runter. Die Mitarbeiter fordern eine Preisgrenze vor allem beim Gas, um eine Werksschlie&szlig;ung noch zu verhindern. (&hellip;)<br>\nIm Moment sind die Auftragsb&uuml;cher voll, auch die Hauptkunden aus Gastronomie und Hotelbranche bestellen nach der Corona-Delle der vergangenen beiden Jahre wieder neues Geschirr im aktuellen Design. Mit Serien wie dem Porzellankochtopf f&uuml;r alle Herd- und Ofenarten f&auml;hrt Eschenbach-Porzellan auf der Erfolgsspur. Doch die Preisexplosion beim Gas macht jetzt alle Zukunftspl&auml;ne zunichte. Der Chef zieht die Rei&szlig;leine, bevor es zur Insolvenz kommt. (&hellip;)<br>\nStatt um die 860.000 Euro m&uuml;sste Eschenbach-Porzellan im n&auml;chsten Jahr etwa 5,5 Millionen Euro f&uuml;r das Gas bezahlen, das in den Brenn&ouml;fen zum Einsatz kommt. Die sechsfache Summe gegen&uuml;ber diesem Jahr. Au&szlig;erdem tun sich viele Lieferanten schwer, &uuml;berhaupt solche Mengen vertraglich zu binden. Und es kommt noch schlimmer: F&uuml;r nicht abgenommenes Gas m&uuml;sste Frowein Strafgeld zahlen, wenn er mehr Gas braucht, schl&auml;gt der Tagespreis an der Gasb&ouml;rse zu Buche. (&hellip;)<br>\nBitter ist auch, dass im Werk eigentlich im Herbst das neue Energiemanagement-System in Betrieb gehen sollte. Auch neue Maschinen waren geplant und teilweise auch schon bestellt. Auch in den vergangenen Jahren konnten sie hier St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck die Produktion modernisieren. Zum Beispiel mit Robotern, die gleichm&auml;&szlig;ige Farbdekore auf Tassen oder Teller aufspritzen. Um die 700.000 Euro flossen so Jahr f&uuml;r Jahr in neue Technik.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/thueringen\/ost-thueringen\/saale-orla\/eschenbach-porzellan-triptis-schliesst-energie-preise-100.html%20\">mdr<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>SKW Piesteritz hofft auf Hilfen vom Bund<\/strong><br>\nDer D&uuml;ngemittelproduzent SKW Piesteritz leidet als eines der energieintensivsten Unternehmen Deutschlands besonders unter den hohen Preisen f&uuml;r Gas. Im Herbst droht laut Unternehmen deshalb Kurzarbeit. Teile der Produktion ruhen bereits. SKW hofft auf Bundeshilfen. Der Landrat warnt vor Folgen &uuml;ber Piesteritz hinaus. (&hellip;)<br>\nSKW hat auf Grund der aktuellen Entwicklung bereits seine Ammoniakanlagen stillgelegt. Piesteritz produziert aber auch den f&uuml;r Lkw so wichtigen Kraftstoff Ad-Blue. Wittenbergs Landrat Christian Tylsch (CDU) warnt deswegen vor weitreichenden Konsequenzen. Er sagte nach dem Krisentreffen: &ldquo;Stehen diese Lkws, stehen wir nicht nur vor leeren Regalen in den Superm&auml;rkten bundesweit. Sondern wir haben dann auch das Problem, dass nicht nur der Standort Piesteritz betroffen ist, sondern die Belegschaften vieler Unternehmen.&rdquo; (&hellip;)<br>\nMDR SACHSEN-ANHALT sagte der Landrat anschlie&szlig;end, er habe auf die vielf&auml;ltigen Auswirkungen verwiesen, die eine Schieflage oder gar ein Aus von SKW Piesteritz f&uuml;r die gesamte Region h&auml;tten. Das betreffe nicht nur die rund 860 Besch&auml;ftigten des Unternehmens, sondern auch deren Familien, Zulieferer oder diverse Handwerksbetriebe. &Uuml;ber konkrete Zusagen nach dem Treffen wurde zun&auml;chst nichts bekannt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen-anhalt\/dessau\/wittenberg\/energie-gas-preise-hilfe-skw-piesteritz-102.html%20\">mdr<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Lutz Hausstein:<\/strong> Beides sind bislang wirtschaftlich absolut gesunde Unternehmen. Hier rollt eine Welle der Deindustrialisierung auf Deutschland zu, die ihresgleichen sucht. S&auml;mtliche Experten warnen seit Monaten vor genau dieser Gefahr. Derweil steht die verantwortliche Politik (baer-)bockig im Zentrum des Handelns und &hellip; tut nichts. Stattdessen Milliardengelder f&uuml;r R&uuml;stung und Energiewirtschaft, w&auml;hrend die Lebensgrundlagen der einheimischen Bev&ouml;lkerung vor die Hunde gehen.<\/em><\/p>\n<p>und: Hohe Energiepreise: Erste Unternehmen stoppen Produktion in Deutschland<br>\nWirtschaftsminister Robert Habeck spricht von einem &ldquo;alarmierenden&rdquo; Trend und von einem strukturellen Bruch. Laut Analysten steigt in der Bundesrepublik das Risiko von sozialen Unruhen deutlich.<br>\nBundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zeigte sich am Wochenende davon &uuml;berzeugt: In Deutschland wird es in Herbst und Winter keine sozialen Unruhen geben. Ob er damit recht behalten wird, ist l&auml;ngst noch nicht ausgemacht.<br>\nDie Bundesrepublik geh&ouml;rt in Europa zu den L&auml;ndern, in denen das Risiko sozialer Unruhen am deutlichsten gewachsen ist, hei&szlig;t es in einer aktuellen Analyse von Verisk Maplecroft, einem auf Risikoanalysen spezialisiertem Unternehmen.<br>\nMit einer Inflation von &uuml;ber sechs Prozent erreichten die sozio&ouml;konomischen Risiken in mehr als 80 Prozent der L&auml;nder &ndash; weltweit &ndash; ein kritisches Niveau. Fast die H&auml;lfte aller L&auml;nder werden inzwischen als Hoch- oder Extremrisiko eingestuft. Und f&uuml;r eine gro&szlig;e Anzahl von L&auml;ndern wird in den n&auml;chsten sechs Monaten eine weitere Verschlechterung erwartet.<br>\nWelche Folgen dieser Trend f&uuml;r Deutschland haben wird, h&auml;ngt auch davon ab, ob es der Bundesregierung gelingt, die Inflation zu lindern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Hohe-Energiepreise-Erste-Unternehmen-stoppen-Produktion-in-Deutschland-7254211.html\">Telepolis<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Die USA sind der gr&ouml;&szlig;te Gewinner im weltweiten Energiechaos<\/strong><br>\nAngesichts der Bef&uuml;rchtung, dass der Gasfluss aus Russland durch die Nord Stream 1-Pipeline auf unbestimmte Zeit unterbrochen wird, werde die EU im Vorfeld des kommenden Winters die Einfuhren von Fl&uuml;ssigerdgas (LNG) aus alternativen Quellen erh&ouml;hen m&uuml;ssen. Dies mache die USA zum gr&ouml;&szlig;ten Gewinner der Russland-Ukraine-Krise, kommentierten Experten am Samstag. (&hellip;)<br>\nIn einer Zeit, in der sich die russischen Gaslieferungen drastisch reduzieren, hat die EU keine andere Wahl, als die Importe aus den USA um jeden Preis zu erh&ouml;hen. Das wiederum bringe den US-Gaslieferanten nie dagewesene Gewinne, erkl&auml;rte Lin Boqiang, Direktor des China Center for Energy Economics Research an der Universit&auml;t Xiamen, der Global Times am Samstag. Bis Juni dieses Jahres exportierten die USA etwa 57 Milliarden Kubikmeter (kurz &bdquo;bcm&ldquo; f&uuml;r &bdquo;billion cubic metres&ldquo;) LNG, von denen 39 bcm (68 Prozent), nach Europa gingen. Im Vergleich dazu waren im ganzen letzten Jahr &bdquo;nur&ldquo; 34 bcm (35 Prozent) der LNG-Exporte nach Europa geliefert worden, als die LNG-Exporte der USA laut Reuters insgesamt 97 bcm betrugen.<br>\n&bdquo;Dies w&auml;re in der Vergangenheit undenkbar gewesen, da die LNG-Preise der USA aufgrund der Transportkosten deutlich h&ouml;her sind als die russischen Pipeline-Gaspreise. Aber jetzt hat die Ukraine-Krise die EU dazu veranlasst, ihre Energieabh&auml;ngigkeit von russischem Gas zu verringern&rdquo;, so Lin. &bdquo;Mit anderen Worten: Die weltweite Energielandschaft befindet sich aufgrund geopolitischer Faktoren in einem gewaltigen Umbruch, der mit steigenden Preisen und Versorgungsengp&auml;ssen einhergeht.&rdquo;<br>\nNach Angaben von Business Insider, einer amerikanischen Website f&uuml;r Finanz- und Wirtschaftsnachrichten, verdienen US-Unternehmen mehr als 100 Millionen US-Dollar pro Containerschiff mit LNG, das f&uuml;r Europa bestimmt ist.<br>\n&bdquo;Selbst mit den teuren LNG-Importen aus den USA k&ouml;nnte es f&uuml;r die EU schwierig werden, im kommenden Winter, wenn die Energienachfrage normalerweise stark ansteigt, eine rasant steigende Inflation, Stromengp&auml;sse und Produktionsunterbrechungen zu vermeiden&rdquo;, warnte Lin jedoch. &bdquo;Die EU braucht mehr Zeit, um sich auf die Verringerung ihrer Abh&auml;ngigkeit von russischem Gas vorzubereiten, wof&uuml;r unter anderem mehr LNG-Schiffe und mehr Gasspeicher notwendig sind&rdquo;, so der in Beijing ans&auml;ssige Experte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/german.china.org.cn\/txt\/2022-09\/04\/content_78404016.htm\">German.China.org.cn<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Eine andere &bdquo;Wahl&ldquo; lautet insbesondere an die Adresse der Bundesregierung gerichtet, f&uuml;r gute Beziehungen zu Russland sowie langfristige und g&uuml;nstige Energielieferungen zu sorgen.<\/em><\/p>\n<p>dazu: <strong>&bdquo;Die Amerikaner k&ouml;nnen nun beruhigt sein&ldquo;: 50 Jahre deutsche Gaspartnerschaft mit Russland am Ende<\/strong><br>\nMit dem Stopp von Nord Stream 1 am Sonnabend durch Gazprom tritt die &bdquo;Gas-Scheidung&ldquo; zwischen Deutschland und Russland in die Endphase ein. Welche Folgen das hat und wie es weitergeht.<br>\nAm Sonnabend ist das geschehen, was viele schon bef&uuml;rchtet, vorhergesehen oder gewollt haben: Gazprom stellte den Gastransport &uuml;ber Nord Stream 1 f&uuml;r eine unbestimmte Zeit ein. Doch es scheint wie eine Entscheidung f&uuml;r die Ewigkeit.<br>\nEin &Ouml;lleck bei einer verbliebenen und einigen bereits ausgeschalteten Gasturbinen sei der Grund, erkl&auml;rte der russische Staatskonzern. Siemens Energy, der Hersteller der Turbinen, m&uuml;sse die M&auml;ngel vorerst beheben. Siemens Energy streitet das Problem zwar nicht ab, h&auml;lt es jedoch f&uuml;r einen unglaubw&uuml;rdigen Grund f&uuml;r den Lieferstopp. Solche &bdquo;Leckagen&ldquo; k&ouml;nnten vor Ort abgedichtet werden, teilte der Konzern mit. Gazprom widerspricht: Es gebe daf&uuml;r keinen &bdquo;Reparaturort&ldquo;.<br>\nFazit: Es wird offensichtlich kein russisches Gas mehr &uuml;ber Nord Stream 1 nach Deutschland flie&szlig;en. Von rund 42 Millionen Kubikmetern Gas aus dem Ukraine-Transit kommen laut der Bundesnetzagentur kaum noch vier Millionen Kubikmeter Gas im bayerischen Weidhaus an (Stand: Sonntag). Also: So gut wie nichts.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/die-amerikaner-koennen-nun-beruhigt-sein-50-jahre-deutsche-gaspartnerschaft-mit-russland-am-ende-li.263777\">Berliner Zeitung<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Was ist Washingtons &ldquo;Freundschaft&rdquo; wert? Das energiearme Europa erf&auml;hrt es gerade<\/strong><br>\nDie US-Energieministerin Jennifer Granholm setzt Raffinerien unter Druck, den Export von Gas und anderen Treibstoffen an die europ&auml;ischen Verb&uuml;ndeten einzustellen, obwohl diese derzeit unter Energieknappheit &auml;chzen.<br>\nEs sieht so aus, als ob auch Europa jetzt an der Reihe ist, die Erfahrung zu machen, was Washingtons Versprechen wirklich wert sind &ndash; ein Hinweis im Voraus: Nicht viel. In einem Brief, der von der Redaktion des Wall Street Journal als &ldquo;Mobbing&rdquo; bezeichnet wurde, forderte die US-Energieministerin Jennifer Granholm, dass die wichtigsten Raffinerien f&uuml;r Erd&ouml;l des Landes in Zukunft davon absehen sollen, ihre Exporte zu erh&ouml;hen &ndash; und das zu einer Zeit, in der die Verb&uuml;ndeten der USA in der Europ&auml;ischen Union (EU) h&auml;nderingend nach alternativen Energieimporten suchen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/test.rtde.tech\/meinung\/147939-was-ist-washingtons-freundschaft-wert\/\">RT DE<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Europa macht sich Sorgen um Gasmangel, w&auml;hrend die USA mit verschr&auml;nkten Armen zusehen<\/strong><br>\nAnfang 2022 deckte Erdgas 25 Prozent des Energiebedarfs der EU, die H&auml;lfte des Gases stammte aus Russland. Gegenw&auml;rtig entfallen nur noch neun Prozent der europ&auml;ischen Erdgasimporte auf Russland. Am 5. September rief der franz&ouml;sische Pr&auml;sident, Emmanuel Macron, die Franzosen auf, Energie zu sparen.<br>\nJedoch steht ein gr&ouml;&szlig;eres Problem bevor. Die russische Seite erkl&auml;rte k&uuml;rzlich, die Erdgaspipeline &bdquo;Nordstream 1&ldquo; aufgrund von Anlagenausfall vollst&auml;ndig abzuschalten, bis die Panne behoben sei. Durch diese Erdgaspipeline erfolgten im letzten Jahr 40 Prozent der russischen Erdgasexporte nach Europa. Es ist absehbar, was ihre vollst&auml;ndige Stilllegung f&uuml;r Europa bedeuten wird.<br>\nEin weiteres Problem ist die drastische Preiserh&ouml;hung f&uuml;r Energie wie Erdgas. Die Energiepreise in der Eurozone stiegen im August um 38,3 Prozent und die Inflationsrate erreichte 9,1 Prozent. Britische Medien sprachen vom Spitzenniveau seit der Einf&uuml;hrung des Euro.<br>\nEs ist keine &Uuml;bertreibung, dass der Energiemangel, den Europa derzeit erlebt, ein Schmerz bis auf die Knochen ist. Allerdings merken die sich in Not befindenden Europ&auml;er, dass ihr transatlantischer Verb&uuml;ndeter nur mit verschr&auml;nkten Armen zugeschaut hat.<br>\nUS-Energieministerin Jennifer Granholm forderte k&uuml;rzlich in einem Brief mehrere gro&szlig;e US-&Ouml;lraffinerieunternehmen auf, die Kraftstoffexporte nicht zu erh&ouml;hen und sich kurzfristig auf den Aufbau von Lagerbest&auml;nden in den Vereinigten Staaten zu konzentrieren. Was soviel bedeutet wie, dass Europa nicht auf die Hilfe der USA angewiesen sein sollte, zumindest kurzfristig.<br>\nLaut Business Insider in den USA kann ein US-Transportschiff mit verfl&uuml;ssigtem Erdgas nach Europa durchschnittlich einen Gewinn von &uuml;ber 100 Millionen US-Dollar bringen. Angesichts der bevorstehenden Zwischenwahlen hat die US-Regierung die US-Energieexporte demonstrativ beschr&auml;nkt, um die Inflation einzud&auml;mmen und die Unterst&uuml;tzung der W&auml;hler zu gewinnen. Was die Europ&auml;er denken, spielt f&uuml;r sie dabei keine Rolle.<br>\nDie Europ&auml;er sollten die Energiekrise zum Anlass nehmen, um &uuml;ber vieles nachzudenken. Zum Beispiel ob sie den Vereinigten Staaten immer wieder folgen und sich wiederholt t&auml;uschen lassen sollten? Europ&auml;ische Politiker m&uuml;ssen sich gut &uuml;berlegen: Welchen Weg sollte Europa in Zukunft einschlagen, der ihren eigenen Interessen am meisten entspricht?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/german.cri.cn\/2022\/09\/07\/ARTIsHuhncKiwDiwqRhWMXPB220907.shtml?spm=C62907.PKH5hXk2JxD7.E44ueOOObwqq.2\">CRI online<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Atomkraft: Zankapfel an der Isar<\/strong><br>\nAtomkraftwerke als Reserve f&uuml;r den Winter, so hatte sich das Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck vorgestellt. Den Unmut der Betreiber hatte er da nicht auf dem Zettel.<br>\nStill dampft er vor sich hin, der neue Problemfall von Robert Habeck. Isar 2, das Atomkraftwerk bei Landshut, ist im Endspurt, regul&auml;r soll es nur noch bis zum 31. Dezember laufen. Doch nun, auf seine alten Tage, wird das AKW noch einmal zum gro&szlig;en Streitfall. Briefe werden hin und her geschrieben, der Ton ist unfreundlich. Es geht um die Zeit nach dem 31. Dezember.<br>\nNach Vorstellung des gr&uuml;nen Energieministers Habeck soll der Reaktor dann zu einer &ldquo;Kaltreserve&rdquo; werden. Technisch hei&szlig;t das: Das Kraftwerk wird heruntergefahren, es erzeugt keinen Strom mehr, aber es wird in einem Zustand gehalten, in dem es binnen einer Woche wieder ans Netz kann. So &auml;hnlich l&auml;uft das auch, wenn ein AKW f&uuml;r routinem&auml;&szlig;ige Kontrollen heruntergefahren wird. Doch Habeck will so &uuml;ber den Winter kommen. Zeichnen sich in Europa Engp&auml;sse beim Strom ab, soll Isar 2 auch &uuml;ber den 31. Dezember hinaus weiterdampfen, l&auml;ngstens bis Mitte April. Die Betreiberfirma, die Eon-Tochter Preussen Elektra, soll f&uuml;r diese Reservedienste entsch&auml;digt werden.<br>\nDoch die ist alles andere als einverstanden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/atomkraft-isar-2-protest-1.5653073\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Krieg in der Ukraine: Mehr hinh&ouml;ren, was die Russen sagen<\/strong><br>\nDie Beurteilungen und Informationen &uuml;ber den Krieg in der Ukraine und die Positionen der sich gegen&uuml;berstehenden Kriegsparteien liegen meilenweit auseinander. W&auml;hrend sich zum Beispiel in der Schweiz Journalisten und Redakteure im Russenhass suhlen und die Schw&auml;che der Russen besingen, sehen unabh&auml;ngige Milit&auml;r-Experten die Lage deutlich anders.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/krieg-in-der-ukraine-mehr-hinhoeren-was-die-russen-sagen\/\">Globabridge<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die Klimakrise: Auch eine Frage von Krieg oder Frieden<\/strong><br>\nWir m&uuml;ssen alles tun, um die Klimakrise zu stoppen &ndash; und zwar sozial gerecht, damit unsere Gesellschaft nicht auseinanderbricht. Weltweite Abr&uuml;stung geh&ouml;rt dazu. (&hellip;)<br>\nDie Covid-19-Pandemie, die zu einem weltweiten Schreckgespenst wurde, und der Ukrainekrieg, der sich zu einem geostrategischen Konflikt ausgeweitet hat, machen die Verletzlichkeit des menschlichen Lebens im globalen Zeitalter deutlich. Nach nicht einmal drei Jahren ist zu bef&uuml;rchten, dass wir in einem &bdquo;Jahrzehnt der Extreme&ldquo; leben, in dem sogar diese beiden tiefen Einschnitte letztlich nur ein Vorspiel in dem gro&szlig;en Drama der heraufziehenden Klimakrise sind. Im globalen neoliberalen Kapitalismus muss die Menschheit beweisen, dass sie zur sozialen und &ouml;kologischen Gestaltung des Zusammenlebens f&auml;hig ist, global, gemeinsam und sofort. Andernfalls droht ein Jahrhundert erbitterter Verteilungsk&auml;mpfe und eskalierender Gewalt.<br>\nSeit Beginn des Industriezeitalters belasten die menschlichen Eingriffe die &Ouml;kosysteme um mehr als das Hundertfache, ist der Ressourcenverbrauch in den Industriel&auml;ndern um das Zwanzigfache gestiegen, stieg die Weltbev&ouml;lkerung von 800 Millionen Menschen auf heute 7,9 Milliarden. Die Naturvergessenheit der Industriel&auml;nder, die nachholende Industrialisierung gro&szlig;er Erdregionen und die ungleiche Verteilung der Lebenschancen beschleunigen die &Uuml;berlastung der &Ouml;kosysteme und die Ausbeutung der nat&uuml;rlichen Ressourcen. Wir haben l&auml;ngst die Tragf&auml;higkeit unseres Planeten &uuml;berschritten. Die Eingriffe in die Natur &uuml;berschreiten die &ouml;kologischen Grenzen des Wachstums. Sie erreichen kritische Grenzwerte im Erdsystem. Die globale Erw&auml;rmung steuert dabei auf Kipppunkte zu, die die Klimakrise unaufhaltsam beschleunigen werden und irreversible Sch&auml;digungen m&ouml;glich machen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/die-klimakrise-auch-eine-frage-von-krieg-oder-frieden-li.261733\">Peter Brandt, Reiner Braun, Michael M&uuml;ller in Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wof&uuml;r steht die neue britische Premierministerin Liz Truss?<\/strong><br>\nDie Au&szlig;enministerin Truss setzte sich in einer parteiinternen Abstimmung gegen Ex-Finanzminister Rishi Sunak durch. Sie folgt Boris Johnson ins Amt des britischen Premiers. Dem Land steht ein harter bis wirklichkeitsfremder neoliberaler Kurs bevor.<br>\nDie schlechte Nachricht vorweg, die &ldquo;Dreammachine&rdquo; in London wurde eingestellt. Ende Juli bereits. Diese Traummaschine war ein Projekt des &ldquo;Unboxed&rdquo;-Festival, das gerne auch liebevoll &ldquo;Festival of Brexit&rdquo; genannt wird. Ziel dieser Shows im ganzen Land war es, die Kreativit&auml;t und das Potenzial der Menschen in Gro&szlig;britannien zu zeigen, die sich nun ohne EU-Richtlinien entfalten d&uuml;rfen.<br>\nIn der Dreammachine legten sie sich deshalb in bequemen St&uuml;hlen zur&uuml;ck und tr&auml;umten vor sich hin, von sch&ouml;ner Musik bes&auml;uselt. Vielleicht tr&auml;umten manche von einer besseren Zukunft. Die Brexit-Feierlichkeiten des entfesselten britischen Potenzials kosteten hunderte Millionen Pfund und haben nahezu niemanden interessiert. Ihr einziger Gewinn liegt darin, eine ungewollte Metapher zu sein. Das Land versinkt im Chaos. Es brechen offenkundig schwere Zeiten heran, also organisiert die Regierung eine Gruppenhalluzination mit Lichtblitzen vor den geschlossenen Augen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Wofuer-steht-die-neue-britische-Premierministerin-Liz-Truss-7254168.html\">Telepolis<\/a>\n<p>dazu: <strong>Liz Truss: Gro&szlig;britanniens neue Premierministerin und der Indo-Pazifik<\/strong><br>\n(Eigene &Uuml;bersetzung)<br>\nWer ist Liz Truss?<br>\nEs ist wichtig zu wissen, dass Liz Truss nicht in einer landesweiten Wahl gew&auml;hlt wurde. Truss wurde nach dem R&uuml;cktritt ihres Vorg&auml;ngers, Boris Johnson, zur Vorsitzenden der regierenden Konservativen Partei gew&auml;hlt. Sie ist also Premierministerin aufgrund ihrer F&uuml;hrungsrolle in der Regierungspartei und nicht aufgrund eines &ouml;ffentlichen Mandats, das durch eine landesweite Wahl erteilt wurde. Sie wurde von mehr als 160.000 Mitgliedern der Konservativen Partei gew&auml;hlt &ndash; das sind 0,3 Prozent der britischen W&auml;hlerschaft -, so dass ihre j&uuml;ngste Rhetorik darauf ausgerichtet war, einen kleinen Teil der britischen Bev&ouml;lkerung davon zu &uuml;berzeugen, dass sie das Zeug zur Regierungschefin hat. Als Premierministerin muss sie die gesamte britische &Ouml;ffentlichkeit davon &uuml;berzeugen, dass sie einen guten Job macht. [&hellip;]<br>\nIn den ersten Tagen ihrer Amtszeit als Handelsministerin legte Truss gro&szlig;en Wert auf ihre Arbeit, um viele der britischen Handelsvereinbarungen f&uuml;r die Zeit nach dem Brexit mit Nationen im indopazifischen Raum, darunter Australien und Japan, zu sichern.<br>\nSie ist eindeutig eine Pers&ouml;nlichkeit, die den indopazifischen Raum als integralen Bestandteil der Zukunft Gro&szlig;britanniens und das Vereinigte K&ouml;nigreich als echten Akteur in der Region sieht. [&hellip;]<br>\nTruss hat ihre Kritik an China lautstark ge&auml;u&szlig;ert. Im Gegenzug ist Truss bei Chinas F&uuml;hrung &auml;u&szlig;erst unbeliebt. Die Beziehungen zwischen China und Gro&szlig;britannien schwankten in den letzten zehn Jahren zwischen zwei Polen, von der &bdquo;Goldenen &Auml;ra&ldquo; Mitte der 2010er Jahre bis zu den zunehmend erbitterten und k&auml;mpferischen Auseinandersetzungen der letzten Jahre, insbesondere durch das Sanktionstennis Anfang 2021, bei dem Gro&szlig;britannien und China gegenseitig Beamte sanktionierten. Die Beziehungen werden sich unter Truss wahrscheinlich weiter verschlechtern. [&hellip;]<br>\nTruss hat sich ausf&uuml;hrlich &uuml;ber die Notwendigkeit ge&auml;u&szlig;ert, dass sich die demokratischen Nationen gegen den Autoritarismus zusammenschlie&szlig;en m&uuml;ssen. In einer Rede vor dem Lowy Institute sprach Truss von der Notwendigkeit, dass die Demokratien ein &bdquo;Netzwerk der Freiheit&ldquo; aufbauen sollten &ndash; ein kaum verh&uuml;llter Aufruf an liberale Akteure, sich gegen Russland und China zu verb&uuml;nden. [&hellip;]<br>\nOffensichtlich sollte eine gr&ouml;&szlig;ere liberale Koalitionsbildung auch die Verteidigung Taiwans gegen eine chinesische Invasion durch die NATO einschlie&szlig;en, wobei Truss die euro-atlantische Sicherheit als einzigen Zweck der NATO ablehnt und stattdessen eine &bdquo;globale NATO&ldquo; fordert. Truss ist sogar so weit gegangen, China zu einer offiziellen Bedrohung der Interessen und der Sicherheit Gro&szlig;britanniens zu erkl&auml;ren. [&hellip;]<br>\nTruss&lsquo; Amtszeit k&ouml;nnte sehr kurz sein. Ihre Wahl hat die Wahluhr des Vereinigten K&ouml;nigreichs nicht zur&uuml;ckgestellt, und die n&auml;chsten Parlamentswahlen werden sp&auml;testens im Januar 2025 stattfinden. Truss &uuml;bernimmt die F&uuml;hrung einer konservativen Partei, deren Umfragewerte in der britischen &Ouml;ffentlichkeit derzeit schlecht sind und die von Skandalen und in die H&ouml;he schie&szlig;enden Lebenshaltungskosten geplagt wird.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/thediplomat.com\/2022\/09\/liz-truss-the-uks-new-prime-minister-and-the-indo-pacific\/\">The Diplomat<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Wie wir ver-r&uuml;ckt werden<\/strong><br>\n&bdquo;Sind die Menschen, die aus Syrien fliehen, vor einem Krieg der ohne massive russische Milit&auml;rhilfe gar nicht m&ouml;glich w&auml;re, nicht auch ein Opfer des Despoten Putin?&ldquo; Das fragte Schmickler in den j&uuml;ngsten &bdquo;Mitternachtsspitzen&ldquo; w&auml;hrend seines Pl&auml;doyers f&uuml;r die Gleichbehandlung von Fl&uuml;chtlingen durch die EU. Und ich dachte: Was ist mit Schmickler passiert? Warum redet der bei so einem wichtigen Thema zwischendurch solchen Unsinn?<br>\nDann fand ich eine Meldung der Tagesschau vom M&auml;rz 2022 &bdquo;Assads Krieg dauert nun 11 Jahre&ldquo;, die mit Schmicklers Weltbild (aber auch dem anderer &bdquo;Meinungsmacher&ldquo; in Deutschland) perfekt harmoniert:<br>\nVor elf Jahren begann der Krieg in Syrien &ndash; die H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung verlor ihre Heimat. An der Seite von Machthaber Assad zerbombte die russische Luftwaffe St&auml;dte wie Aleppo und Homs. Viele Syrer f&uuml;hlen jetzt mit den Ukrainern.<br>\nBeides steht exemplarisch daf&uuml;r, dass sich bewusst oder unbewusst die Wahrnehmung von Realit&auml;ten verschob. Selbst &ouml;ffentlich zug&auml;ngliche Informationen spielen offenbar gar keine Rolle mehr.<br>\nH&auml;tte die Tagesschau eine Hilfskraft mit Recherchen beauftragt, dann w&auml;re m&ouml;glicherweise klar geworden, dass der Kampf um Homs 2014 endete, die russische Armee erst 2015 auf Assads Bitten direkt milit&auml;risch eingriff und so den Vormarsch von ISIS auf Damaskus stoppte, dass der Kampf um &bdquo;Aleppo&ldquo; sich wiederum auf den kleinen Ostteil der Stadt konzentrierte, der zu diesem Zeitpunkt unter der Kontrolle von Al Nusra stand, was das Pentagon wusste, aber medial und politisch ignoriert wurde, und dass heute die USA den fruchtbarsten Teil Syriens, dort, wo es auch &Ouml;l gibt, widerrechtlich okkupieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/petraerler.substack.com\/p\/wie-wir-ver-ruckt-werden\">Petra Erler<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>John Goetz &uuml;ber Hans-Christian Str&ouml;bele: Wie man sich einmischt und dabei frei bleibt<\/strong><br>\nDer Journalist John Goetz kannte Hans-Christian Str&ouml;bele als freien Kopf und unabh&auml;ngigen Geist. Aus Anlass des Todes von Hans-Christian Str&ouml;bele ver&ouml;ffentlichen wir eine Laudatio auf ihn.<br>\nDie ist eine Laudatio auf Hans-Christian Str&ouml;bele anl&auml;sslich der Verleihung des Arnold-Freymuth-Preises, die der Journalist John Goetz am 2. Dezember 2018 in Hamm vorgetragen hat. Aus Anlass des Todes von Hans-Christian Str&ouml;bele ver&ouml;ffentlichen wir die Rede noch einmal. (&hellip;)<br>\nIm Oktober 2013 fuhren wir gemeinsam S-Bahn. Sie kennen vielleicht sein Verh&auml;ltnis zu Bundestags-Limousinen. Wir sind im Bahnhof Friedrichstrasse eingestiegen. Der Zug fuhr durch die Stadt, und ich konnte sehen, wie das ist, mit ihm durch seinen Wahlkreis zu fahren. Da kamen Menschen auf ihn zu, begr&uuml;&szlig;ten ihn, sch&uuml;ttelten ihm die Hand. Bewunderung und doch N&auml;he. Ich wei&szlig; nicht, wie es in anderen Teilen Deutschlands ist, aber in Berlin ist das so. Das liegt vermutlich an der Unabh&auml;ngigkeit, die er sich bewahrt hat.<br>\nUnser Ziel war der Flughafen Sch&ouml;nefeld und im ferneren Moskau. Wir wollten Edward Snowden treffen. Ich, um &uuml;ber ihn zu berichten. Christian hatte anderes im Sinn.<br>\nDie Lage war die: Trotz der Sympathien die Snowden weltweit entgegenschlugen, hatte es die USA geschafft, international das Recht nach ihren Interessen zu beugen.<br>\nW&auml;hrend sich Snowden noch am Flughafen befand, war Moskau Gastgeber f&uuml;r die Staatsoberh&auml;upter der Gas Exporting Countries Forum. Unter ihnen Nicolaus Maduro und Evo Morales aus Venezuela und Bolivien. Aus irgendeinem Grund waren die Vereinigten Staaten zu der Annahme gelangt, dass Snowden kurz davor war, im Pr&auml;sidentenflugzeug des bolivianischen Staatsoberhauptes nach Lateinamerika zu fliegen. In direkter Verletzung des &Uuml;bereinkommens &uuml;ber diplomatische Beziehungen, das besagt, dass Staatsluftfahrzeuge fliegendes Hoheitsgebiet des jeweiligen Landes sind, forderten die Vereinigten Staaten von Amerika ihre europ&auml;ischen Verb&uuml;ndeten auf, ihren Luftraum f&uuml;r das Flugzeug des bolivianischen Pr&auml;sidenten zu schlie&szlig;en. Das Flugzeug des bolivianischen Pr&auml;sidenten musste daher auf dem Wiener Flughafen landen. Als das Flugzeug durchsucht wurde, war Snowden jedoch nicht an Bord.<br>\nIn der gleichen Nacht beschloss die deutsche Regierung in ihrer Kabinettssitzung folgendes: nach Kabinettsbeschluss sollte Snowden in Deutschland landen, w&uuml;rde man ihm nicht erlauben einen Asylantrag zu stellen und ihn stattdessen sofort an die Vereinigten Staaten ausliefern.<br>\nEin Beispiel daf&uuml;r, wie die Macht &ndash; in diesem Fall die der Vereinigten Staaten &ndash; das regelbasierte System der internationalen Beziehungen immer dann ignoriert, wenn es seine Interessen durchsetzen will. Aber auch ein trauriges Beispiel daf&uuml;r, wie die deutsche Regierung sich unterwarf.<br>\nIn dieser Situation fuhr Hans-Christian Str&ouml;bele also nach Moskau, um Edward Snowden zu bewegen, vor einem Untersuchungsausschuss zur NSA-Aff&auml;re in Deutschland auszusagen. Er kam aus Moskau zur&uuml;ck mit einem Brief, in dem sich Snowden dazu bereit erkl&auml;rte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/john-goetz-ueber-hans-christian-stroebele-wie-man-sich-einmischt-und-dabei-frei-bleibt-li.262211\">John Goetz in Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87868\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-87868","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/87868","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=87868"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/87868\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":87870,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/87868\/revisions\/87870"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=87868"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=87868"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=87868"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}