{"id":8802,"date":"2011-03-24T17:18:47","date_gmt":"2011-03-24T16:18:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8802"},"modified":"2018-10-08T15:25:23","modified_gmt":"2018-10-08T13:25:23","slug":"der-zynismus-und-die-mangelhafte-geisteskraft-des-burgertums-das-ist-eines-unserer-grosen-probleme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8802","title":{"rendered":"Der Zynismus und die mangelhafte Geisteskraft des \u201eB\u00fcrgertums\u201c &#8211; das ist eines unserer gro\u00dfen Probleme."},"content":{"rendered":"<p>Des Bundeswirtschaftsministers Br&uuml;derle Bekenntnis vor dem BDI-Pr&auml;sidium, die Entscheidung zum Moratorium der Laufzeitverl&auml;ngerung sei auf dem Hintergrund des Drucks der Landtagswahlen zu sehen (siehe unten Anlage 1), ist immerhin ein ehrliches Bekenntnis. Aber es zeugt zugleich vom Zynismus der herrschenden Kreise. Nicht einmal eine Katastrophe wie in Japan l&ouml;st Nachdenklichkeit aus. Nicht einmal die in der Katastrophe wieder einmal sichtbare &ouml;konomische Unvernunft der Kernenergie l&ouml;st in diesen Kreisen Nachdenken aus. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\nDiese Unf&auml;higkeit, zum Beispiel die extremen Kosten der Entsorgung des nuklearen M&uuml;lls nicht zu sehen, weil offenbar auch die F&auml;higkeit zur Kalkulation betriebswirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Kosten bei diesen Leuten mit ihrer eigenen Generation endet, zeugt von einem gro&szlig;en Mangel an geistiger Kraft.<\/p><p>Die heute meinungsbildenden und entscheidenden Personen sind im Kern engstirnig. Man sieht das auch an anderen Projekten. Stuttgart 21 ist ein solches. Die Argumentation daf&uuml;r ist nachgewiesenerma&szlig;en ausgesprochen primitiv. (Siehe dazu &bdquo;60 L&uuml;gen zu Stuttgart 21&ldquo; im Anhang 2). Es geht um die Verbindung von Paris nach Bratislava; Kopfbahnh&ouml;fe sind unmodern; wenn in Stuttgart nicht gebaut wird, dann flie&szlig;t das Geld woanders hin, usw. So ist das Niveau der Argumentation der Bef&uuml;rworter.<\/p><p>Auch bei diesem Projekt sind mir Menschen aus dem so genannten b&uuml;rgerlichen Lager begegnet, die ich ansonsten sehr sch&auml;tze, die aber zu einer wirklichen intellektuellen Durchdringung der meisten Probleme nicht f&auml;hig sind, sondern der Meinung ihrer Gruppe hinterher gelaufen sind und laufen. Sie glauben das, was in der Welt steht, oder im Handelsblatt, oder im Fokus oder in Teilen der FAZ.<\/p><p>Wir erleben das gleiche bei anderen Vorg&auml;ngen: die Zustimmung zu Sarrazin, die Nibelungentreue f&uuml;r Mappus. Es ist wie bei einer gro&szlig;en schlagenden Verbindung. Man l&auml;uft den Farben hinterher.<\/p><p>Das k&ouml;nnte uns alles ziemlich egal sein, wenn dieses im Geiste wirtschaftsnahe B&uuml;rgertum bzw. ihre Stichwortgeber nicht das Sagen h&auml;tten im Land. <\/p><p>Diese Menschen verf&uuml;gen &uuml;ber viel Geld und &uuml;ber eine gro&szlig;e publizistische Kraft &ndash; lokal und regional &uuml;ber ihre Verbundenheit mit den regionalen Medien, bundesweit &uuml;ber die N&auml;he zu den gro&szlig;en Medienkonzernen. Deshalb ist es auch so schwer, ihren Einfluss einzugrenzen.<\/p><p>Und weil sie nicht nur die Wahlentscheidung der Mehrheit der Menschen, die eigentlich nicht in ihre Interessensph&auml;re passen, beeinflussen, sondern auch die innere Entwicklung der Parteien, die eigentlich zur Abl&ouml;sung bereitstehen sollten, werden wir vermutlich am Sonntag selbst bei einem politischen Wechsel in Baden-W&uuml;rttemberg erleben, dass sich inhaltlich nicht so schrecklich viel &auml;ndert.<\/p><p><strong>Anlage 1<\/strong><\/p><p>24. M&auml;rz 2011, 14:02&nbsp;Uhr<br>\n<strong>Auftritt beim BDI<br>\nDas peinliche Protokoll<\/strong><\/p><p>Was hat Rainer Br&uuml;derle wirklich gesagt? Das Protokoll der BDI-Sitzung vom 14. M&auml;rz sorgt f&uuml;r Aufregung, der Wirtschaftsminister ger&auml;t unter Druck. SPIEGEL ONLINE dokumentiert&nbsp;Passagen aus dem umstrittenen&nbsp;Papier.<\/p><p>Das Protokoll ist vier Seiten lang, es soll die entscheidenden Aussagen der Sitzung des Pr&auml;sidiums des Bundesverbands der Deutschen Industrie am 14. M&auml;rz im Haus der Deutschen Wirtschaft dokumentieren. Nachdem einige Aussagen aus dem Protokoll bekannt geworden sind, weist der BDI darauf hin, das Papier sei fehlerhaft. &ldquo;Es liegt ein Protokollfehler vor. Die &Auml;u&szlig;erung des Bundeswirtschaftsministers ist falsch wiedergegeben worden&rdquo;, so der BDI. Was Br&uuml;derle wirklich gesagt haben soll, ist bislang unklar. Beim BDI will man sich unter Hinweis auf die Vertraulichkeit der Sitzung nicht weiter &auml;u&szlig;ern.<\/p><p><strong>Hier die umstrittenen Passagen zum Auftritt von Wirtschaftsminister Br&uuml;derle laut Protokoll:<\/strong> <\/p><p><em>&ldquo;<strong>TOP 4 Umsetzung des industriepolitischen Gesamtkonzepts<\/strong><br>\nBundeswirtschaftsminister Rainer Br&uuml;derle <\/em><\/p><p>Herr <strong>Dr. Keitel<\/strong> begr&uuml;&szlig;te den Minister und wies zugleich darauf hin, dass es in der Bundesregierung einige industriekritische Vorhaben gebe, die die Wirtschaft in ihrer Entwicklung behinderten und die man mit Sorge beobachte.<\/p><p>Der <strong>Minister<\/strong> ging zun&auml;chst auf die Ereignisse in Japan ein. Man m&uuml;sse sich darauf einstellen, dass die Energiediskussion mit gesteigerten Emotionen zur&uuml;ckkommen werde. Eine redliche Aussprache &uuml;ber Alternativen m&uuml;sse aber auch die Themen CCS und Leitungsbau mit in den Blick nehmen. <\/p><p>(&hellip;)<\/p><p>Herr <strong>Dr. Keitel<\/strong> machte darauf aufmerksam, dass derzeit eine Meldung &uuml;ber die Ticker laufe, wonach die Bundesregierung am Nachmittag ein Moratorium der Laufzeitverl&auml;ngerung f&uuml;r Kernkraftwerke bekannt geben wolle. Der <strong>Minister<\/strong> best&auml;tigte dies und wies erl&auml;uternd darauf hin, dass angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen Druck auf der Politik laste und die Entscheidungen daher nicht immer rational seien. Er sei ein Bef&uuml;rworter der Kernenergie in Deutschland und f&uuml;r ihn sei klar, dass die energieintensive Industrie in der Wertsch&ouml;pfungskette gebraucht werde. Es k&ouml;nne daher keinen Weg geben, der sie in ihrer Existenz gef&auml;hrde. <\/p><p>In der weiteren Aussprache, an der sich die Herren <strong>Dr. Enders<\/strong> und <strong>Dr. Keitel<\/strong> beteiligten, bezweifelte der <strong>Minister<\/strong>, ob das Bekenntnis der Politik zur Kernenergie fl&auml;chendeckend sei.&rdquo;<\/p><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,752946,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/p><p><strong>Anlage 2:<\/strong><\/p><p><strong>60 L&uuml;gen &uuml;ber &ldquo;Stuttgart21&rdquo; &ndash; von Volker L&ouml;sch und Winfried Wolf<\/strong><\/p><p>L&uuml;ge 1:<br>\nS21 bringt ein Drittel mehr Leistung.<\/p><p>Wahr ist: in der entscheidenden rush-hour bringen die acht Gleise im Keller mindestens 30 Prozent weniger, als die 17 oder 18 Gleise oben !<\/p><p>L&uuml;ge 2:<br>\nDer geplante Bahnhof entspricht der Bauordnung.<\/p><p>Wahr ist: Bahnsteige und Gleise im Kellerbahnhof haben 15 Promille Gef&auml;lle, vier mal mehr als gestattet !<br>\nS21 m&uuml;sste S15 &ndash; &ldquo;Schr&auml;gbahnhof 15 Promille&rdquo; &ndash; hei&szlig;en !<\/p><p>L&uuml;ge 3:<br>\nIm Kellerbahnhof k&ouml;nnen Z&uuml;ge nach zwei Minuten Aufenthalt weiterfahren.<\/p><p>Wahr ist: das funktioniert nur mit olympiareifen Ein-und Ausstiegs-Leistungen !<\/p><p>L&uuml;ge 4:<br>\nEin Bahnhof mit einer solchen Gleisneigung ist keine Besonderheit; die Ausnahmegenehmigung sinnvoll.<\/p><p>Wahr ist: nirgendwo in Europa gibt es einen Bahnhof mit einer auch nur ann&auml;hernd so gro&szlig;en Gleisneigung. Die Ausnahmegenehmigung des Eisenbahn-Bundesamts ist kriminell !<\/p><p>L&uuml;ge 5:<br>\nDer Kopfbahnhof hat keine freien Kapazit&auml;ten.<\/p><p>Wahr ist: in den Jahren 1969 bis 1975 wurden im Kopfbahnhof 40 Prozent mehr Leistung als heute erbracht !<br>\nIn der Praxis &ndash; nicht blo&szlig; vom Computer simuliert !<\/p><p>L&uuml;ge 6:<br>\nEin &ldquo;Fernbahnanschluss am Flughafen wird die Attraktivit&auml;t des Standorts steigern&rdquo;.<\/p><p>Wahr ist: f&uuml;r dieses Projekt gibt es noch nicht einmal eine Baugenehmigung !<\/p><p>L&uuml;ge 7:<br>\nBahnchef Grube schwadroniert von der tollen Flughafenanbindung der G&auml;ubahn.<\/p><p>Wahr ist: die Z&uuml;ge m&uuml;ssten &ndash; wie fr&uuml;her &ndash; nur kurz in Vaihingen halten, und man w&auml;re bereits heute eine halbe Stunde schneller am Flughafen !<\/p><p>L&uuml;ge 8:<br>\nDie Flughafenanbindung mit S21 ist umweltfreundlich.<\/p><p>Wahr ist: der Flugverkehr sch&auml;digt unter allen motorisierten Verkehrsarten die Umwelt und das Klima am meisten. Dieser wird mit S21 wachsen !<\/p><p>L&uuml;ge 9:<br>\nDas Grundwasser ist beherrschbar.<\/p><p>Wahr ist: es bestehen die gleichen Gefahren wie in K&ouml;ln. Stichwort : Stadtarchiv !<\/p><p>L&uuml;ge 10:<br>\nDie geologischen Risiken beim Bau von S21 sind hinsichtlich der Standfestigkeit von Geb&auml;uden beherrschbar.<\/p><p>Wahr ist: der gesamte Baugrund von Stuttgart ist wegen der hohen Gipskeuper-Anteile absolut unberechenbar ! Geb&auml;ude und H&auml;user k&ouml;nnen instabil werden, Risse bekommen, abrutschen !<\/p><p>L&uuml;ge 11:<br>\nDie Mineralwasserquellen sind nicht gef&auml;hrdet.<\/p><p>Wahr ist: der S21-Architekt Frei Otto stieg gerade mit der Begr&uuml;ndung aus dem Projekt aus, dass die Mineralwasserquellen gef&auml;hrdet werden !<\/p><p>L&uuml;ge 12:<br>\nDer Bonatzbau bleibt bestehen.<\/p><p>Wahr ist: vom Bonatzbau werden beide Seitenfl&uuml;gel zerst&ouml;rt. Selbst wenn der Turm stehen bleiben sollte, so ist das wichtige Stuttgarter Denkmal mit S21 substantiell zerst&ouml;rt. Im &uuml;brigen wird mit S21 die Standfestigkeit des Bonatzbau-Turms gef&auml;hrdet !<\/p><p>L&uuml;ge 13:<br>\nS21 wird eine &ldquo;ganz normale Gro&szlig;baustelle&rdquo;.<\/p><p>Wahr ist: wir bekommen mehr als zehn Jahre lang 120 Meter lange Notbr&uuml;cken am Bahnhof, einen unterbrochenen G&auml;ubahnanschlu&szlig;, st&auml;ndiges Umsteigen in Busse und Shuttles, Massen von Dreck, unertr&auml;glichen Baul&auml;rm, oberirdische Rohrleitungsdschungel, unz&auml;hlige Stra&szlig;enverengungen und Umleitungen !<\/p><p>L&uuml;ge 14:<br>\nS21 wird &ldquo;den gr&ouml;&szlig;ten Engpass auf der Strecke Paris-Bratislava beseitigen&rdquo;.<\/p><p>Wahr ist: die wesentlichen Ost-West und Nord-S&uuml;d-Verkehrsstr&ouml;me verlaufen weder heute noch morgen &uuml;ber Stuttgart ! (Anm.: sondern z.B. u.a. &uuml;ber den Kopfbahnhof M&uuml;nchen)<\/p><p>L&uuml;ge 15:<br>\nDer Durchgangsverkehr &ndash; Paris-Stuttgart-Bratislava &ndash; spielt eine wichtige Rolle.<\/p><p>Wahr ist: 90 Prozent der Reisenden steigen in Stuttgart aus!<\/p><p>L&uuml;ge 16:<br>\nStuttgart ist ein Engpass im deutschen Schienennetz.<\/p><p>Wahr ist: es gibt echte Engp&auml;sse &ndash; wie das Rheintal oder das Hinterland der H&auml;fen &ndash; die wegen S21 nicht beseitigt werden !<\/p><p>L&uuml;ge 17:<br>\nDie Fahrtzeit Stuttgart &ndash; M&uuml;nchen verk&uuml;rzt sich mit S21 um 35 Minuten.<\/p><p>Wahr ist: die Fahrtzeit auf dieser Strecke verlangsamte sich seit 1995 um 23 Minuten ! (Anm.: Wei&szlig; ich selbst noch von damals)<\/p><p>L&uuml;ge 18:<br>\nDie Geislinger Steige ist zu steil.<\/p><p>Wahr ist: die Geislinger Steige hat derzeit 25 Promille Steigung. Doch die Neubaustrecke Wendlingen wird bis zu 31 Promille Steigung haben !<\/p><p>L&uuml;ge 19:<br>\nDie bestehende Strecke &uuml;ber Geislingen ist 70 Jahre alt und muss neu geplant werden.<\/p><p>Wahr ist: der gr&ouml;&szlig;te Teil des deutschen Schienennetzes ist 100 Jahre alt, und oft klug geplant ! Die Bundesbahn plante bis 1992 eine Optimierung der Strecke &uuml;ber Geislingen !<\/p><p>L&uuml;ge 20:<br>\nAuch mit S21 wird es den integralen Taktfahrplan geben.<\/p><p>Wahr ist: S21 verhindert den Taktfahrplan !<\/p><p>L&uuml;ge 21:<br>\nEine superschnelle Verbindung zwischen Stuttgart und Ulm ist sinnvoll.<\/p><p>Wahr ist: nur der integrale Taktfahrplan bringt die entscheidende h&ouml;here Netzgeschwindigkeit und eine qualitative Verbesserung ! Ein gro&szlig;er Teil von denen, die superschnell in Ulm sind, muss dann dort superlang auf Z&uuml;ge nach Friedrichshafen, nach Aalen, nach Sigmaringen warten !<\/p><p>L&uuml;ge 22:<br>\nS21 ist als solches ein gr&uuml;nes Projekt.<\/p><p>Wahr ist: es gibt 10-15 Jahre Bauzeit, hunderttausende Lkw-fahrten, und wenn alles fertig ist, t&auml;glich 16.000 zus&auml;tzliche Pkw-fahrten in der Innenstadt !<\/p><p>L&uuml;ge 23:<br>\nEs wird in Stuttgarts Zentrum eine &ldquo;green city&rdquo;, eine Stadt ohne Treibhausgase geben.<\/p><p>Wahr ist: nach 16 Jahren S21-Planung existiert nicht einmal ein debattierbarer Bebauungsplan !<\/p><p>L&uuml;ge 24:<br>\nEs wird eine familien-und kinderfreundliche Bebauung der &bdquo;Neuen Innenstadt&ldquo; geben.<\/p><p>Wahr ist: hier werden Anlageobjekte mit hohen Mietpreisen und hohen Gewinnm&ouml;glichkeiten geschaffen !<\/p><p>L&uuml;ge 25:<br>\nEs gibt, so Heiner der Scheinheilige, nach der Bebauung eine Frischluftschneise und weniger L&auml;rm.<\/p><p>Wahr ist: mehr Pkw-Verkehr macht mehr L&auml;rm ! Jede Bebauung im Talkessel muss das Stadtklima weiter verschlechtern !<\/p><p>L&uuml;ge 26:<br>\nDie Baukosten sind seri&ouml;s kalkuliert.<\/p><p>Wahr ist: auch wegen der geologischen Risiken ist S21 unkalkulierbar ! Im &uuml;bertragenen und im Wortsinn gilt : aufgemacht wird ein Fass ohne Boden !<\/p><p>L&uuml;ge 27:<br>\nDie S21-Macher wurden vom Kostenanstieg &uuml;berrascht.<\/p><p>Wahr ist: die Bahn wusste seit 2002, dass S21 4,2 Milliarden Euro kostet ! Die S21-Beschl&uuml;sse sind sittenwidrig, weil man den Entscheidern die Mogelkalkulation von 2,5 Milliarden Euro unterbreitet hat !<\/p><p>L&uuml;ge 28:<br>\nS21 kostet am Ende maximal 6,5 Millionen Euro.<\/p><p>Wahr ist: sogar das Umweltbundesamt nennt heute bereits 9 Milliarden Euro S21 &ndash; Kosten !<\/p><p>L&uuml;ge 29:<br>\n2010 gab es eine &ldquo;erfolgreiche Minimierung der Kostensteigerungen&rdquo;.<\/p><p>Wahr ist: man spart aus Verweiflung und auf Kosten der Sicherheit &ndash; bei der St&auml;rke der Tunnelw&auml;nde, bei der Zahl der Fluchtstollen !<\/p><p>L&uuml;ge 30:<br>\nS21 rechnet sich.<\/p><p>Wahr ist: S21 rechnet sich f&uuml;r Banken, Bauunternehmen und Autolobby !<\/p><p>L&uuml;ge 31:<br>\nIn der sogenannten Schlichtung kamen &bdquo;alle Fakten auf den Tisch&ldquo;.<\/p><p>Wahr ist: die ausufernden Baukosten, die Budgetl&uuml;gen, die Interessensverflechtung, sprich &ldquo;Vetterleswirtschaft&rdquo; &ndash; das und anderes spielte dort so gut wie keine Rolle !<\/p><p>L&uuml;ge 32:<br>\nGei&szlig;ler will das S21-Gel&auml;nde mit einer Stiftung vor Spekulation sch&uuml;tzen.<\/p><p>Wahr ist: Stadt und Gemeinderat kauften der Bahn das Gel&auml;nde doch (Anm.: angeblich) genau deshalb zu &uuml;berh&ouml;hten Preisen ab &ndash; um vor Spekulation zu sch&uuml;tzen !<\/p><p>L&uuml;ge 33:<br>\n&ldquo;Stuttgart 21 Plus&rdquo; wird die Schw&auml;chen von Stuttgart 21 kompensieren.<\/p><p>Wahr ist: ein schlechtes und untaugliches Modell kann nicht nachgebessert werden. Schei&szlig;e bleibt auch gequirlt &ndash; Schei&szlig;e !<\/p><p>L&uuml;ge 34:<br>\nDer Stresstest wird von einer neutralen Institution durchgef&uuml;hrt.<\/p><p>Wahr ist : die Bahn will den Stresstest selbst machen. Und selbst SMA in Z&uuml;rich w&auml;re von Auftr&auml;gen der Deutschen Bahn abh&auml;ngig, also nicht neutral !<\/p><p>L&uuml;ge 35:<br>\n&ldquo;Jetzt gilt es den Schlichterspruch einzuhalten&rdquo;.<\/p><p>Wahr ist: Gei&szlig;ler dient als Feigenblatt. Tats&auml;chlich fordern Mappus &amp; Co: Ruhe geben, Schnauze halten !<\/p><p>L&uuml;ge 36:<br>\nGeschlossene Vertr&auml;ge k&ouml;nnen nicht aufgel&ouml;st werden.<\/p><p>Wahr ist: Sittenwidrige Vertr&auml;ge sind null und nichtig !<\/p><p>L&uuml;ge 37:<br>\nIm Falle eines Ausstiegs bei S21 folgt eine Klage der Bahn vor Gerichten.<\/p><p>Wahr ist: der hundertprozentige Eigent&uuml;mer der Bahn, der Bund, kann jederzeit entscheiden, dass nicht geklagt wird !<\/p><p>L&uuml;ge 38:<br>\nStuttgart 21 ist demokratisch legitimiert.<\/p><p>Wahr ist: zum Zeitpunkt der jeweiligen Beschlussfassungen verf&uuml;gten die Entscheidungstr&auml;ger vielfach nicht &uuml;ber wichtige Informationen, oder sie waren falsch informiert !<\/p><p>L&uuml;ge 39:<br>\nS21 wurde auch auf Bundesebene beschlossen.<\/p><p>Wahr ist: die jeweiligen Regierungen in Bonn und Berlin weigerten sich bisher strikt, S21 als Bundessache zu behandeln !<\/p><p>L&uuml;ge 40:<br>\nS21 ist ein eigenwirtschaftliches Projekt von Bahn, Land und Stadt.<\/p><p>Wahr ist: der Bundesrechnungshof verlangt, dass S21 als Gesamtprojekt im Bundestag debattiert wird, weil die Mehrheit der dabei aufzuwendenden Mittel Bundesmittel sind !<\/p><p>L&uuml;ge 41:<br>\nIn Deutschland entscheiden &ldquo;Parlamente und niemand sonst.&ldquo; Wahr ist: es gab bereits viele erfolgreiche B&uuml;rgerentscheide. Vor ein paar Wochen beschlossen z.b. 670.000 Berliner und Berlinerinnen, dass Wasser &ouml;ffentlich sein muss.<\/p><p>L&uuml;ge 42: Die Grundentscheidung war eine demokratische.<\/p><p>Wahr ist: im November 1995 wurde ein Rahmenvertrag zwischen Bund, Bahn, Land und Stadt auf Basis einer einzigen Machbarkeitstudie abgeschlossen. Die hatten die erstellt, die diese Entscheidung herbeif&uuml;hren wollten: die Verantwortlichen bei der Deutschen Bahn AG !<\/p><p>L&uuml;ge 43:<br>\nDie juristischen H&uuml;rden f&uuml;r einen Ausstieg aus S21 sind zu hoch.<\/p><p>Wahr ist: es gibt viele politische Hebel, um bestehende Vertr&auml;ge einvernehmlich aufzul&ouml;sen. Siehe das hin-und her in der Atompolitik !<\/p><p>L&uuml;ge 44:<br>\nEin B&uuml;rgerentscheid ist rechtlich unzul&auml;ssig.<\/p><p>Wahr ist: das ist bereits formal juristisch nicht haltbar ! Und vor allem politisch nicht vertretbar. Wo ein politischer Wille ist, ist auch Weg f&uuml;r einen B&uuml;rgerentscheid !<\/p><p>L&uuml;ge 45:<br>\nDie Bahn kann unabh&auml;ngige Entscheidungen treffen.<\/p><p>Wahr ist: die Bahn und Herr Grube sind verpflichtet, dem Votum der Bev&ouml;lkerung zu folgen, wenn der Eigent&uuml;mer, der Bund, das verlangt !<\/p><p>L&uuml;ge 46:<br>\nDie Polizei war am 30.September friedfertig.<\/p><p>Wahr ist: die Polizei setzte Provokateure, Sonderkommandos und Wasserwerfer gegen friedliche Demonstranten ein. Gewalt ging ausschlie&szlig;lich von der Polizei aus !<\/p><p>L&uuml;ge 47:<br>\nEs gibt einen &bdquo;nicht unerheblichen Teil von Berufsdemonstranten&rdquo;.<\/p><p>Wahr ist: Mappus will damit von seiner Mitverantwortung f&uuml;r die Polizeigewalt am 30.September ablenken ! (Anm.: Was ist das &uuml;berhaupt &ldquo;Berufsdemonstranten&rdquo;? Kriegen die daf&uuml;r Geld, freie Anreise, Sekt und Snacks wie die f&uuml;r S 21 ? Erst waren&rsquo;s Chaoten, dann Linke, dann Hartzies, dann Rentner, zuletzt vollgefressene Bewohner der Halbh&ouml;henlage, ja, was denn nun ? Wo die Sachargument fehlen, muss man die Bef&uuml;rworter des Kopfbahnhofs und seiner Optimierung halt madig machen, &agrave; la &ldquo;BILD&rdquo; halt)<\/p><p>L&uuml;ge 48:<br>\nAm 30.September plazierten Eltern ihre Kinder in der ersten Reihe.<\/p><p>Wahr ist: es gab eine angemeldete Demonstration von Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;lern &ndash; die Polizisten griffen diese genehmigte Demo an !<\/p><p>L&uuml;ge 49:<br>\nDer Widerstand kommt zu sp&auml;t.<\/p><p>Wahr ist: den Widerstand gibt es seit 16 Jahren. Von Jahr zu Jahr wurde er gr&ouml;&szlig;er. 1996 und 2007 gab es zwei B&uuml;rgerentscheide. Mehr als 60 Montagsdemos !<\/p><p>L&uuml;ge 50:<br>\nDie Planer des Kellerbahnhofs sind unabh&auml;ngig.<\/p><p>Wahr ist: Architekt Ingenhoven ist in einer Stiftung aktiv, deren Dachgesellschaft mit ECE dasjenige Unternehmen ist, das auf dem S21-Gel&auml;nde das gr&ouml;&szlig;te Einkaufszentrum der Region bauen will !<\/p><p>L&uuml;ge 51:<br>\nDer Bahnvorstand entscheidet S21 nach sachlichen Kriterien.<\/p><p>Wahr ist: die drei Bahnchefs, die S21 vorangetrieben haben, waren Heinz D&uuml;rr, Hartmut Mehdorn und R&uuml;diger Grube. Alle drei stammen aus der Kaderschmiede von Daimler. Der Interimsbahnchef Johannes Ludewig, der &bdquo;nur&ldquo; Beamter war, hat S21 in seiner Amtszeit als &bdquo;unwirtschaftlich&ldquo; begraben ! (Anm.: und war dann ja auch gleich weg vom Fenster)<\/p><p>L&uuml;ge 52:<br>\nHinter dem Projekt S21 steht professioneller Sachverstand.<\/p><p>Wahr ist: es gibt immer mehr Prominente und Sachverst&auml;ndige, die vom Projekt S21 Abstand nehmen !<\/p><p>L&uuml;ge 53:<br>\nEin modernisierter Kopfbahnhof K21 ist eine Illusion.<\/p><p>Wahr ist: der Kopfbahnhof existiert real seit mehr als 85 Jahren ! Er kann f&uuml;r alle leicht erkennbar optimiert werden !<\/p><p>L&uuml;ge 54:<br>\nF&uuml;r K21 gibt es keine Planfeststellungen.<\/p><p>Wahr ist: im Falle einer Optimierung des Kopfbahnhofs ben&ouml;tigt man vielfach keine Planfeststellung, oder man kann im Modulsystem vorgehen, und bereits morgen mit Bauarbeiten beginnen !<\/p><p>L&uuml;ge 55:<br>\n&ldquo;Der Widerstand gegen S21 gef&auml;hrdet die Demokratie&rdquo; &ndash; so Arbeitgeberpr&auml;sident Hundt.<\/p><p>Wahr ist: wir haben einen Grundwiderspruch zwischen Profit und Demokratie. Hundt will Profit. Wir wollen Demokratie !<\/p><p>L&uuml;ge 56:<br>\nVon S21 profitiert das ganze Land.<\/p><p>Wahr ist: S21 konzentriert f&uuml;r mehr als ein Jahrzehnt einen gro&szlig;en Teil der Mittel f&uuml;r sinnvolle Schienenverkehrsprojekte  &ndash; wie z.b. f&uuml;r die Rheintalbahn ! (Anm.: und Bildung, Kitas und andere Sozialeinrichtungen)<\/p><p>L&uuml;ge 57:<br>\nStuttgart 21 schafft Arbeitspl&auml;tze.<\/p><p>Wahr ist: es gibt Billig-Jobs f&uuml;r Arbeiter aus Osteuropa. Bestehende Arbeitspl&auml;tze werden nur verlagert, dauerhafte Arbeit Suchende gehen leer aus ! (Anm.: bisher hat der Zoll bis zu 80 % Schwarzarbeiter und\/oder Scheinselbst&auml;ndige festgestellt)<\/p><p>L&uuml;ge 58:<br>\nCDU, FDP und SPD machen Bildungspolitik.<\/p><p>Wahr ist: man gibt riesige Summen an Landesmitteln aus &ndash; unter anderem 780 Millionen f&uuml;r die Neubaustrecke &ndash;, die dann bei der Bildung fehlen !<\/p><p>L&uuml;ge 59:<br>\nMappus und Merkel behaupten, der 27.M&auml;rz sei &ldquo;die Volksabstimmung &uuml;ber S21&rdquo;.<\/p><p>Wahr ist, dass der Kampf &ndash; unabh&auml;ngig vom Ausgang der Wahl &ndash; weitergehen wird !<\/p><p>L&uuml;ge 60:<br>\nDie Mehrheit im Land steht hinter S21.<\/p><p>Wahr ist: die Stimmung kippt ! Nur noch 37 Prozent der Befragten einer Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vom Freitag &ndash; in ganz Baden W&uuml;rttemberg durchgef&uuml;hrt ! &ndash; sind f&uuml;r S 21, 42 Prozent sind dagegen !<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Des Bundeswirtschaftsministers Br&uuml;derle Bekenntnis vor dem BDI-Pr&auml;sidium, die Entscheidung zum Moratorium der Laufzeitverl&auml;ngerung sei auf dem Hintergrund des Drucks der Landtagswahlen zu sehen (siehe unten Anlage 1), ist immerhin ein ehrliches Bekenntnis. Aber es zeugt zugleich vom Zynismus der herrschenden Kreise. Nicht einmal eine Katastrophe wie in Japan l&ouml;st Nachdenklichkeit aus. Nicht einmal die in<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8802\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[163,126,190],"tags":[700,1262,546,723,1062,931,2479],"class_list":["post-8802","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-atompolitik","category-erosion-der-demokratie","category-wahlen","tag-atomausstieg","tag-atomkatastrophe","tag-bdi","tag-bruederle-rainer","tag-fukushima","tag-loesch-volker","tag-wolf-winfried"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8802","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8802"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8802\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22795,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8802\/revisions\/22795"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8802"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8802"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8802"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}