{"id":88589,"date":"2022-09-28T10:09:12","date_gmt":"2022-09-28T08:09:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88589"},"modified":"2022-10-06T13:37:21","modified_gmt":"2022-10-06T11:37:21","slug":"die-folgen-der-nord-stream-anschlaege-fuer-proteste-und-betriebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88589","title":{"rendered":"Die Folgen der Nord-Stream-Anschl\u00e4ge f\u00fcr Proteste und Betriebe"},"content":{"rendered":"<p>Zwei Lebensadern f&uuml;r Industrie, W&auml;rme und Wohlstand sind nun gekappt. Unabh&auml;ngig von der Urheberschaft der Anschl&auml;ge sind ihre potenziellen Auswirkungen hierzulande stark. Sowohl f&uuml;r die Proteste gegen die selbstzerst&ouml;rerische Sanktionspolitik als auch f&uuml;r energieintensive Unternehmen sind die Nord-Stream-Anschl&auml;ge ein Zeichen der Hoffnungslosigkeit: Bisher bestand wenigstens noch die theoretische M&ouml;glichkeit, die Regierung durch Widerstand zur Vernunft und damit zu Verhandlungen mit Russland und zu einer &Ouml;ffnung von Nord Stream 2 zu bewegen. Immerhin eine Sache sollte nun offensichtlich sein: Es herrscht Wirtschaftskrieg gegen Europa. Ein Kommentar von <strong>Tobias Riegel<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4413\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-88589-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220928_Die_Folgen_der_Nord_Stream_Anschlaege_fuer_Proteste_und_Betriebe_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220928_Die_Folgen_der_Nord_Stream_Anschlaege_fuer_Proteste_und_Betriebe_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220928_Die_Folgen_der_Nord_Stream_Anschlaege_fuer_Proteste_und_Betriebe_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220928_Die_Folgen_der_Nord_Stream_Anschlaege_fuer_Proteste_und_Betriebe_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=88589-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220928_Die_Folgen_der_Nord_Stream_Anschlaege_fuer_Proteste_und_Betriebe_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220928_Die_Folgen_der_Nord_Stream_Anschlaege_fuer_Proteste_und_Betriebe_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die Proteste gegen die Sanktionspolitik der Regierung, die die proklamierten Ziele nicht erreicht und stattdessen die eigenen B&uuml;rger massiv sch&auml;digt, verlieren durch die Anschl&auml;ge auf die Nord-Stream-Pipelines eine wirkungsvolle Forderung: Der Slogan &bdquo;&Ouml;ffnet Nord Stream 2&ldquo; hatte durch seine Einfachheit und seine bezwingende Logik eine zunehmende Kraft entwickelt. Es ist nicht sicher, dass die Regierung dem auch dann noch h&auml;tte standhalten k&ouml;nnen, wenn sich die Folgen der Regierungspolitik und ihres <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88309\">vom Zaun gebrochenen Wirtschaftskrieges gegen ihren wichtigsten Energielieferanten Russland<\/a> bei den B&uuml;rgern voll entfaltet h&auml;tten. <\/p><p>F&uuml;r diesen Strang der Proteste k&ouml;nnen die Anschl&auml;ge ein heftiger R&uuml;ckschlag sein, ein starkes Argument wurde geradezu physisch zerst&ouml;rt. Im Konflikt mit der Protest-Str&ouml;mung, die nicht die Sanktionen kritisiert, sondern &bdquo;nur&ldquo; mehr Entlastung fordert, ist es eine Schw&auml;chung. Auch durch diese Schw&auml;chung eines konsequenten Protests k&ouml;nnten nun weitere gef&auml;hrliche Weichen gestellt werden: Es grenzt an Betrug, die B&uuml;rger zu &bdquo;entlasten&ldquo;, aber gleichzeitig im Hintergrund die Basis der deutschen Industrie durch den Wirtschaftskrieg gegen Russland zu zerst&ouml;ren. Irgendwann werden die B&uuml;rger aus den &bdquo;Entlastungen&ldquo; aufwachen und erst dann sehen, dass viele Perspektiven f&uuml;r Wohlstand und Frieden in Europa (beides geht langfristig nur mit dem europ&auml;ischen Nachbarn Russland) irreparabel zerst&ouml;rt wurden durch radikales und verantwortungsloses Regierungshandeln. <\/p><p><strong>Wirtschaftskrieg gegen Europa<\/strong> <\/p><p>Ein Signal der Endg&uuml;ltigkeit und damit der Hoffnungslosigkeit sind die Anschl&auml;ge n&auml;mlich auch f&uuml;r viele energieintensive Betriebe hierzulande. Denn m&ouml;glicherweise haben einige &ndash; insgeheim und entgegen der Zeichen, die die Regierung sendet &ndash; bis zu den Anschl&auml;gen doch noch mit einer R&uuml;ckkehr zur energiepolitischen Vernunft gerechnet, wenn der gesellschaftliche Druck sich erst einmal erh&ouml;ht h&auml;tte. Dass die Herstellung dieses Drucks durch (konsequente) Proteste nun erheblich geschw&auml;cht ist, wurde oben beschrieben. Unter anderem durch diese Schw&auml;chung k&ouml;nnten destruktive Entwicklungen wie die Tendenz zur industriellen Abwanderung jetzt nochmal beschleunigt werden: Die Berichte &uuml;ber eine drohende Abwanderung deutscher Industriebetriebe hatten ja schon vor den Nord-Stream-Anschl&auml;gen an Dramatik zugenommen, etwa <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/die-industrie-verlaesst-deutschland-warnung-von-bdi-praesident-russwurm-18344327.html\">warnte k&uuml;rzlich der BDI-Chef<\/a>, dass die Industrie &bdquo;Deutschland verlasse&ldquo;. Dass solche Abwanderungen dann teilweise durch die USA, die Europa erst zu den selbstzerst&ouml;rerischen Handlungen gedr&auml;ngt haben, abgesch&ouml;pft werden, <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/technik\/it-internet\/wirtschaftspolitik-immer-mehr-deutsche-unternehmen-bauen-ihre-standorte-in-den-usa-aus\/28697464.html\">wie Medien berichten<\/a>, ist zus&auml;tzlich aufreizend. Dass die USA durch die von ihnen erzwungene Sanktionspolitik langfristig <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/panorama\/usa-wird-voraussichtlich-wichtigster-lng-lieferant-fuer-eu-1.5662028\">der gr&ouml;&szlig;te LNG-Lieferant der EU werden k&ouml;nnte<\/a>, hat Jens Berger bereits gestern erw&auml;hnt und unter anderem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88560\">daraus gefolgert<\/a>: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Es herrscht Wirtschaftskrieg &ndash; nicht nur zwischen dem Westen und Russland, sondern auch zwischen den USA und der EU; nur, dass dies hierzulande niemand anspricht. Die Sprengung der Ostseepipelines st&uuml;nde ganz im Zeichen dieses Krieges.<\/p>\n<p>Die USA haben jedoch auch ein geostrategisches Interesse, einen Keil zwischen Deutschland und Russland zu treiben. Man schl&auml;gt zwei Fliegen mit einer Klappe &ndash; den alten Feind Russland und den alten Konkurrenten Deutschland.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p><strong>Medien und Regierung als Komplizen?<\/strong> <\/p><p>Die Frage, wer zu den Hauptverd&auml;chtigen f&uuml;r die Anschl&auml;ge z&auml;hlen sollte, wird in dem zitierten Artikel bereits aufgegriffen. Mit den Beschreibungen der gro&szlig;en Vorteile, die die USA von der Politik der EU-Staaten gegen die eigenen B&uuml;rger haben, landet man immer wieder bei diesen Fragen der Urheberschaft und des Motivs f&uuml;r die Anschl&auml;ge auf zivile europ&auml;ische Infrastruktur: Sicher kann man auch f&uuml;r Russland mit viel Fantasie ein Motiv f&uuml;r die Terrorakte konstruieren, aber naheliegend ist das keineswegs. Darum ist die aktuelle Berichterstattung in den meisten gro&szlig;en deutschen Medien mindestens fragw&uuml;rdig und von der Qualit&auml;t dieses <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/beschaedigte-gasleitungen-cia-warnte-bundesregierung-vor-anschlag-auf-ostsee-pipelines-a-3ab0a183-8af6-4fb2-bae4-d134de0b3d57\">&bdquo;Spiegel&ldquo;-Artikels<\/a>. In einem anderen Beitrag findet der &bdquo;Spiegel&ldquo; &Auml;u&szlig;erungen eines russischen Sprechers &bdquo;ein bisschen scheinheilig&ldquo;. Denn: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Welcher Staat sonst, au&szlig;er dem, den er repr&auml;sentiert, sollte ein Interesse daran haben, die Verunsicherung der europ&auml;ischen Gasm&auml;rkte weiter zu provozieren? Inzwischen ist Russlands Machthaber Putin alles zuzutrauen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Die USA (oder auch weniger &bdquo;offensichtliche&ldquo; Verb&uuml;ndete) m&uuml;ssten auf der Liste der Verd&auml;chtigen f&uuml;r die Anschl&auml;ge ganz oben stehen &ndash; damit erkl&auml;rt man sie ja nicht zu Schuldigen. In alle Richtungen sollte ermittelt werden &ndash; aber so lange der sehr starke Verdacht besteht, dass unsere &bdquo;Schutzmacht&ldquo; (oder deren Verb&uuml;ndete) unsere zivile Infrastruktur zerst&ouml;rt, weil &bdquo;wir&ldquo; nicht gehorsam sind, muss die Bundesregierung entsprechend reagieren:  Eine Regierung, die hier nicht sofort offensiv in diese Richtung ermittelt, ist gef&auml;hrlich und macht sich zum Komplizen des Wirtschaftskrieges gegen Europa und seine B&uuml;rger. <\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88886\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p>Titelbild: Frame Stock Footage \/ shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Lebensadern f&uuml;r Industrie, W&auml;rme und Wohlstand sind nun gekappt. Unabh&auml;ngig von der Urheberschaft der Anschl&auml;ge sind ihre potenziellen Auswirkungen hierzulande stark. 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