{"id":88704,"date":"2022-10-02T09:00:22","date_gmt":"2022-10-02T07:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88704"},"modified":"2022-09-30T13:58:15","modified_gmt":"2022-09-30T11:58:15","slug":"hinweise-der-woche-276","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88704","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88704#h01\">Terroranschlag auf Nordstream: Russisches Gas und deutsche Souver&auml;nit&auml;t<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88704#h02\">Sahra Wagenknecht: &bdquo;Wir m&uuml;ssen begreifen, dass die Sanktionen Unsinn sind&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88704#h03\">Die Stimme aus dem Donbass (XI): Referenden im Donbass, in Saporoschje und Cherson im Visier ukrainischer Soldaten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88704#h04\">Konflikt im Jemen: Deutschland liefert Waffen an Kriegsparteien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88704#h05\">&hellip; und wer k&uuml;mmert sich um die Katastrophe im Libanon?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88704#h06\">Medien-Blackout: Wie die USA eine humanit&auml;re Katastrophe in Afghanistan herstellen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88704#h07\">Politische Zwangsjacke: Die Schuldenbremse ist die d&uuml;mmste Regel Deutschlands<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88704#h08\">&raquo;Das Gremium ist vollkommen &uuml;berfl&uuml;ssig&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88704#h09\">Politik als Simulation &ndash; Erfolgreich habecken &ndash; jetzt erst recht!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88704#h10\">Die Gasumlage ist tot &ndash; es lebe die Gaspreisbremse?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Terroranschlag auf Nordstream: Russisches Gas und deutsche Souver&auml;nit&auml;t<\/strong><br>\n&bdquo;Merkels Triumph&ldquo;, so titelte der Spiegel am 21.7. 2021. Es ging um die Absprache zwischen Merkel und der Biden-Administration zu Nordstream 2. Nachdem die Biden-Administration verstanden h&auml;tte, dass sie nicht mehr die Fertigstellung dieses Projektes verhindern k&ouml;nne, habe sich Merkel durchgesetzt. Ein &bdquo;au&szlig;enpolitischer Sieg&ldquo; befand der Spiegel.<br>\nDer Artikel erinnerte auch daran, dass wegen des Widerstands der Trump-Administration Nordstream 2 zu einer Frage der nationalen Souver&auml;nit&auml;t Deutschlands &uuml;ber seine Energiepolitik wurde. Nordstream 2 war weder innen- noch au&szlig;enpolitisch unumstritten, die Gr&uuml;nen lehnten das Projekt am entschiedensten ab, aber eine Mehrheit der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger hielt es f&uuml;r richtig.<br>\nIn einer kleinen Randnotiz notierte der Spiegel damals, dass sich Merkel nicht nur einmal &uuml;ber Putin mokierte. &bdquo;Meine R&ouml;hren&ldquo;, damit habe er ihr in den Ohren gelegen.<br>\nDie Gegenkolumne im Spiegel schrieb damals Herr F&uuml;cks vom &bdquo;Zentrum f&uuml;r liberale Moderne&ldquo;, das eine merkw&uuml;rdige, aber staatlich gef&ouml;rderte Schattenexistenz f&uuml;hrt und an Russophobie kaum zu &uuml;bertreffen ist. F&uuml;cks sprach von einem &bdquo;Triumph Putins&ldquo;.<br>\nDer Regierungswechsel und der gr&uuml;ne Einzug ins Regierungsamt brachte das Aus f&uuml;r Nordstream 2. Anders als seine Vorg&auml;ngerin schwieg der amtierende deutsche Bundeskanzler in Washington zur Feststellung des US-Pr&auml;sidenten, Nordstream 2 w&auml;re erledigt, sollte Russland die Ukraine angreifen. Aber noch bevor der russische Angriff auf die Ukraine erfolgte, am 22.2. 22, zog das BMWK den f&uuml;r die Genehmigung notwendigen Sicherheitsbericht zur&uuml;ck.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/petraerler.substack.com\/p\/terroranschlag-auf-nordstream-russisches\">Petra Erler<\/a>\n<p>dazu: <strong>Wer hat die Nord-Stream-R&ouml;hren sabotiert? Die Liste der Verd&auml;chtigen ist vergleichsweise kurz<\/strong><br>\nJetzt wird also danach gesucht, wer die Nord-Stream-Pipelines sabotiert hat. Wirklich? Sollten die &Uuml;berwachungsdaten der NATO so schlecht sein? Die Wahrscheinlichkeit ist viel h&ouml;her, dass sich die T&auml;ter innerhalb dieses B&uuml;ndnisses befinden. [&hellip;]<br>\nDenn mindestens eines von zwei Kriterien muss erf&uuml;llt sein &ndash; Kampfschwimmer und\/oder U-Boote. Die Liste der m&ouml;glichen Verd&auml;chtigen ist also vergleichsweise kurz. Kampfschwimmer besitzen in alphabetischer Reihenfolge Deutschland, D&auml;nemark, Finnland, Frankreich, Gro&szlig;britannien, Italien, Norwegen, &Ouml;sterreich, Russland, Schweden, Schweiz, S&uuml;dafrika und die Vereinigten Staaten.<br>\nD&auml;nemark besitzt keine U-Boote, hat aber den Vorteil, dass die Orte der Zwischenf&auml;lle in der N&auml;he des eigenen Staatsgebiets liegen, wenn auch au&szlig;erhalb der Hoheitsgew&auml;sser. Auch Finnland besitzt keine U-Boote. Die restlichen Staaten auf der Liste erf&uuml;llen beide Kriterien.<br>\nDer erste Staat, der sich ohne allzu gro&szlig;e Bedenken von der Liste nehmen l&auml;sst, ist Russland. Warum? Selbst der gr&ouml;&szlig;te NATO-Freund m&uuml;sste zugeben, dass eine Sabotage der Pipelines nur politischen Druck von den EU-Regierungen, insbesondere von der deutschen, nimmt; das kann nicht im russischen Interesse sein. S&uuml;dafrika kann man allein aus geografischen Gr&uuml;nden ausschlie&szlig;en. [&hellip;]<br>\nAuch die Bundeswehr d&uuml;rfte einige Mikrofone in der Ostsee h&auml;ngen haben. [&hellip;]<br>\nDer &Ouml;ffentlichkeit wird jedenfalls ein Drama vorgespielt, in dem eifrig gegen unbekannt ermittelt wird. Eine Inszenierung, die nur deshalb funktionieren kann, weil man auch in Zukunft damit rechnen muss, dass russische Erkenntnisse mit allen Mitteln aus dem deutschen Informationsraum ferngehalten werden, wie man es im Fall der Informationen &uuml;ber US-amerikanische Biolabore ausf&uuml;hrlich verfolgen konnte. Vermutlich wird von dieser Seite in den n&auml;chsten Tagen einiges an die &Ouml;ffentlichkeit gebracht werden, schlie&szlig;lich ist die Pipeline Nord Stream 2 nach dem Man&ouml;ver, das die europ&auml;ischen Partner herausdr&auml;ngte, russisches Eigentum.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/test.rtde.tech\/meinung\/150028-sabotage-bei-nord-stream-kampftaucher\/\">Dagmar Henn auf RT DE<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Die Zerst&ouml;rung von Nord Stream: Eine Kriegserkl&auml;rung an Deutschland?<\/strong><br>\nMit der Sabotage von Nord Stream wurde die EU zum Kriegsschauplatz. Es ist klar geworden, dass es nicht um die Ukraine geht. Wir haben es mit einem Krieg der USA gegen Russland zu tun, der sich vor allem auch gegen Deutschland richtet. Weder die BRD noch die EU sind in diesem geopolitischen Spiel noch eigenst&auml;ndige Akteure.<br>\nDer Filmemacher Gonzalo Lira sieht im Sabotageakt gegen Nord Stream eine Kriegserkl&auml;rung der USA gegen&uuml;ber den Europ&auml;ern. Insbesondere Deutschland sei vom wichtigsten Verb&uuml;ndeten der Krieg erkl&auml;rt worden, legt er in einem Video dar. Das ist eine steile These, die aber nicht allzu schnell weggewischt werden sollte. Schon nach kurzer &Uuml;berlegung ist klar, die USA sind zweifellos der gr&ouml;&szlig;te Profiteur des Anschlags auf die europ&auml;ische Gas-Infrastruktur. Sie haben zudem sowohl die Mittel als auch die Gelegenheit zur Ausf&uuml;hrung.<br>\nMan muss Lira nicht in allem zustimmen. Aber mit der Sabotage von Nord Stream ist eines klar geworden: Der Schauplatz des Krieges hat sich vergr&ouml;&szlig;ert. Es ist nicht mehr nur die Ukraine, in der milit&auml;rische Handlungen stattfinden. Es ist nicht mehr nur ein Wirtschaftskrieg zwischen dem Westen und Russland. Deutschland und die EU sind mit dem Anschlag auf Nord Stream zum Schlachtfeld geworden.<br>\nDie deutschen Medien deuten gemeinsam mit der deutschen Politik in Richtung Russland, wenn es um die Frage nach dem Schuldigen geht. Das ist allerdings wenig &uuml;berzeugend. Den gr&ouml;&szlig;ten &ouml;konomischen und machtpolitischen Vorteil haben die USA.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/rtde.website\/meinung\/150122-zerstorung-von-nord-stream-kriegserklarung\/%20\">Gert Ewen Ungar auf RT DE<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Attack on Nord Stream kills prospects for dialogue in Ukraine<\/strong><br>\nAccording to Sikorski, the damage to the Nord Stream narrowed Russia&rsquo;s room for maneuver, since Moscow will now have to talk to the countries controlling the Druzhba and Yamal gas pipelines &mdash; Ukraine and Poland respectively &mdash;  to resume gas supplies to Europe. (&hellip;)<br>\nPrincipally, Russia loses whatever leverage it has over German policies at a juncture when a grave economic crisis looms ahead and there is growing demand to review Berlin&rsquo;s decision against the commissioning of Nord Stream 2. Last week, large demonstrations took place in Germany calling for the commissioning of Nord Stream 2 to resolve energy shortage.<br>\nAs for the German leadership, it too no longer has an option to bite the bullet and seek resumption of Russian gas supplies (except by begging Poland and Ukraine to cooperate in the reopening of the Yamal and Druzhba pipelines.) On the other hand, Chancellor Scholz&rsquo;s trip to the Gulf region (Saudi Arabia, the UAE and Qatar) last weekend seeking more oil supplies failed to produce the results he had hoped for. (&hellip;)<br>\nThe bottom line is, in any architecture for dialogue between Europe and Russia, the resumption of Russian energy supplies to ease the economic crisis in Europe would be a leitmotif. Therefore, whoever struck Nord Stream struck had a perfect sense of timing. This dastardly act is state-sponsored and it only highlights that there are powerful forces in the West who want the conflict to prolong and will go the whole hog, no matter what it takes, to smother any incipient stirrings that aspire for ceasefire and dialogue.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.indianpunchline.com\/attack-on-nord-stream-kills-prospects-for-dialogue-in-ukraine\/\">Indian Punchline <\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Sahra Wagenknecht: &bdquo;Wir m&uuml;ssen begreifen, dass die Sanktionen Unsinn sind&ldquo;<\/strong><br>\nDie Bundestagsabgeordnete der Linken lag diese Woche mit ihrer Fraktion im Clinch. Doch sie beharrt auf ihren Aussagen und kritisiert die &bdquo;seltsame Debatte&ldquo;.<br>\nSahra Wagenknecht empf&auml;ngt die Berliner Zeitung zum Gespr&auml;ch in ihrem Abgeordnetenb&uuml;ro. Es liegt direkt neben dem ihres Fraktionskollegen Dietmar Bartsch. Der Streit in der Fraktion um Wagenknechts j&uuml;ngste Bundestagsrede hat die parlamentarische Arbeit der Linke-Fraktion in dieser Woche dominiert. Mittlerweile gibt es einen Kompromiss &ndash;und Wagenknecht sieht sich in ihrer Haltung best&auml;tigt. (&hellip;)<br>\nWir haben in der Fraktion einen Kompromiss gefunden. Jetzt wird man sehen, wie es weitergeht. Ich habe keine Lust, immer wieder solche fruchtlosen Debatten zu f&uuml;hren. Mein Anliegen ist, die Regierung anzugreifen f&uuml;r ihre falschen Entscheidungen, Druck auszu&uuml;ben, damit sich die Politik ver&auml;ndert. Ich m&ouml;chte verhindern, dass bald Millionen Familien ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen k&ouml;nnen, unz&auml;hlige B&auml;cker vor dem Aus stehen und der industrielle Mittelstand nach und nach verschwindet.<br>\nSehen Sie denn auch bei sich selbst eine Verantwortung f&uuml;r diese internen Debatten?<br>\nIch habe auf meine Rede im Bundestag sehr viel positive Resonanz aus der Bev&ouml;lkerung bekommen. Die &ouml;ffentliche Debatte in unserem Land l&auml;uft dagegen zunehmend irrational. Wenn ich im Bundestag sage, dass der Ukraine-Krieg ein Verbrechen ist, aber zugleich die Sanktionen kritisiere, weil sie uns viel mehr schaden als Putin, wird behauptet, ich h&auml;tte eine &bdquo;pro-russische&ldquo; Rede gehalten. Das ist doch krank.<br>\nWerden Sie im &bdquo;hei&szlig;en Herbst&ldquo; bei den Linken-Demos sprechen?<br>\nSicher. Es ist ja absolut wichtig, dass die Menschen sich wehren, dass sie auf die Stra&szlig;e gehen und protestieren gegen eine Politik, die sie arm macht. Aber wir m&uuml;ssen dabei auch ehrlich bleiben mit unseren Forderungen.<br>\nWas meinen Sie damit?<br>\nWir erleben, wie der Gaspreis explodiert. Nat&uuml;rlich k&ouml;nnte die Regierung auch in der jetzigen Situation mehr machen, etwa die extremen Profite auf dem Strommarkt oder der Mineral&ouml;lkonzerne durch Preisdeckel verhindern. Das machen andere L&auml;nder auch. Aber wenn sich die Einfuhren von Energie, von Gas und &Ouml;l weiter verteuern, dann werden wir das Wohlstandsmodell Deutschland nicht erhalten. Die Energiepreisexplosion aber ist die Folge der Sanktionen. Deshalb w&auml;re es unehrlich, diese Frage auszuklammern.<br>\nWas schlagen Sie vor?<br>\nDer Wirtschaftskrieg, der sich eigentlich gegen Russland richten sollte, schl&auml;gt brutal auf uns zur&uuml;ck. Deshalb m&uuml;ssen wir ihn beenden. Wir brauchen preiswerte Energie und aktuell gibt es f&uuml;r uns keine bezahlbare Alternative dazu, auch weiter &Ouml;l und Gas aus Russland zu beziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/sahra-wagenknecht-wir-muessen-begreifen-dass-die-sanktionen-unsinn-sind-li.270150\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Kein Verlass auf den Feind<\/strong><br>\nDer Kriegsgegner soll ruiniert und ihm eine milit&auml;rische Niederlage bereitet werden. Aber Energie soll er bitte sch&ouml;n in bestellter Menge und so billig wie bisher liefern. Wie irre ist das? Ein Erkl&auml;rungsversuch. [&hellip;]<br>\nMan kann das deutsche Vorgehen eine Frechheit nennen, naiv, irre oder alles zusammen. Was vom Feind erwartet wurde, war nicht weniger, als dass dieser beim Gas die Feindschaftserkl&auml;rung ignoriert, aber bei allem anderen sie in aller Wucht bemerkt und zu sp&uuml;ren bekommt. Ein bisschen Wirtschaft in Russland sollte indes noch &uuml;brig bleiben d&uuml;rfen, damit die Gasf&ouml;rderung, Pipelines und Verdichterstationen noch ihren Dienst w&uuml;rden tun k&ouml;nnen.<br>\nDiese deutsche Dreistigkeit blieb jedoch nicht unumstritten. Logisch, wenn man so entschieden gegen einen anderen Staat vorgeht, ihn an den Werte-Pranger stellt, ihm alles B&ouml;se dieser Welt ankreidet &ndash; und gleichzeitig aber weiter von ihm essenzielle Lieferungen bekommen will. &Uuml;berdies ihm damit &ldquo;gutes&rdquo; Geld &uuml;berweist, dank der gestiegenen Preise auf den so hochgelobten freien M&auml;rkten auch noch viel mehr als vor dem Krieg! [&hellip;]<br>\nDie Entscheidung, kein &Ouml;l und keine Kohle mehr zu beziehen, ist schlicht Teil der Sanktionen des Westens, um Russland in die Knie zu zwingen &ndash; und nicht die leider unumg&auml;ngliche Folge russischer Liefereinstellung beziehungsweise deren Unzuverl&auml;ssigkeit. Aber mit dieser M&auml;r l&auml;sst sich eben das Bild von den &ldquo;Guten&rdquo; weitererz&auml;hlen, die von den &ldquo;B&ouml;sen&rdquo; in Notlage gebracht werden. Auf die man dann nun einmal &ldquo;reagieren&rdquo; m&uuml;sse.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Kein-Verlass-auf-den-Feind-7273613.html?seite=all\">Telepolis<\/a><\/p>\n<p>und <strong>Baltic Pipe: Warum Polen trotz neuer Gasleitung kaum &uuml;ber den Winter kommt<\/strong><br>\nMit &uuml;berschw&auml;nglichen Worten wurde die neue Gasleitung am Dienstag er&ouml;ffnet. Vorerst bleibt sie leer, weil Lieferanten fehlen. Im Dezember k&ouml;nnte das Gas im Land knapp werden.<br>\nSeine Schadenfreude hat der ehemalige polnische Au&szlig;enminister Radek Sikorski nicht verstecken wollen: Am Mittwoch sendete er via Twitter ein Bild von der Ostsee mit dem Gasleck der explodierten Nord-Stream-Pipelines und schrieb: &ldquo;Thank you, USA&rdquo;.<br>\nDie Ostseeanrainer h&auml;tten 20 Jahre gegen den Bau der beiden Pipelines opponiert &ndash; und nun l&auml;ge Metallschrott im Wert von 20 Milliarden US-Dollar auf dem Meeresboden, spottete er weiter.<br>\nDrei der vier Leitungen der Nord-Stream-Pipelines sind vermutlich f&uuml;r immer zerst&ouml;rt, hie&szlig; es am Mittwoch im Tagesspiegel. Aus deutschen Regierungskreisen habe es gehei&szlig;en, wenn die Leitungen nicht schnell repariert w&uuml;rden, k&ouml;nnten sie durch das eindringende Salzwasser korrodieren.<br>\nDie Freude &uuml;ber das Aus der beiden Pipelines, die von Sikorski offen zur Schau gestellt wurde, k&ouml;nnte allerdings Polen auf die F&uuml;&szlig;e fallen. Denn es ist weiterhin offen, ob das Land gut &uuml;ber den Winter kommen wird. Anfang September berichtete das Handelsblatt, es k&ouml;nnte sein, dass Polen ohne Gas dastehen wird. Bislang hat sich daran wenig ge&auml;ndert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Baltic-Pipe-Warum-Polen-trotz-neuer-Gasleitung-kaum-ueber-den-Winter-kommt-7278801.html\">Telepolis<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Stimme aus dem Donbass (XI): Referenden im Donbass, in Saporoschje und Cherson im Visier ukrainischer Soldaten<\/strong><br>\nWas sollen die Menschen im Donbass f&uuml;hlen, die seit acht Jahren gezielt und zu jeder Tageszeit von der Ukraine mit schweren Waffen aus den USA und Europa beschossen werden? Wir z&auml;hlen uns schon l&auml;ngst nicht mehr zur Ukraine. Zu viel Blut unserer Landsleute &ndash; darunter auch unserer Kinder &ndash; liegt zwischen uns. Unbestrafte Morde und Gr&auml;ueltaten, verursacht durch die ukrainische Seite und ihre t&ouml;dlichen Geschoss-Splitter, haben zu viel Unheil auf unserem Boden angerichtet.<br>\nNoch w&auml;hrend der traurigen Ereignisse auf dem Majdan 2014 erkl&auml;rte die Ukraine, wir seien &bdquo;ein einheitliches Land&ldquo;. Es wurde ein Flashmob aus vielen Regionen organisiert, wo viele Prominente, darunter auch der damalige Komiker Selenskyj mit seinen Kollegen, Moderatoren, Sportlern und S&auml;ngern, dasselbe behaupteten. Aber uns allen im Donbass war schon damals klar, dass die neue ukronazistische Regierung, die infolge des blutigen Staatsstreichs zur Macht kam, nie von uns anerkannt werden w&uuml;rde! Deswegen haben die Menschen in den Lugansker und Donezker Volksrepubliken (LDVR) ihre Wahl schon am 11. Mai 2014 durch Referenden getroffen, als es noch keine Kriegshandlungen gab. Alt und jung gingen in die Wahllokale, um ihre Stimmen f&uuml;r eine bessere Zukunft abzugeben. Auf den Abstimmungszetteln stand in zwei Sprachen (Russisch und Ukrainisch) nur eine einzige Frage: &bdquo;Unterst&uuml;tzen Sie den Akt &uuml;ber die Eigenstaatlichkeit der Donezker\/Lugansker Volksrepublik?&ldquo;<br>\nJahrelange Besch&uuml;sse von der ukrainischen Seite haben uns seither von der Richtigkeit unserer damaligen Wahl &uuml;berzeugt. Wie kann ein Land seine eigenen B&uuml;rger t&ouml;ten? Aber die Ukraine, die Milliarden Dollar und todbringende Geschenke aus den USA und aus Europa bekommt, kann das! Das versp&uuml;ren wir im Donbass an unserem eigenen Leibe. So wurden in Donezk &ndash; ein Beispiel nur &ndash; am 19. September 2014 die Haltestelle &bdquo;Bakinskich Komissarow&ldquo; und das Lebensmittelgesch&auml;ft nebenan im Kujbyschewer Bezirk von Ukrainern mit 155 Millimeter-Waffen hart beschossen. Trauriges Ergebnis: 13 Tote, darunter zwei Kinder! Wie lange wird die Ukraine uns noch t&ouml;ten?<br>\nAm 19. September 2022 wandten sich die Gesellschaftskammern der DVR und der LVR an die Oberh&auml;upter der Republiken Denis Puschilin und Leonid Pasetschnik mit der Initiative, unverz&uuml;glich Referenden &uuml;ber den Beitritt zur Russischen F&ouml;deration durchzuf&uuml;hren. Der stellvertretende Verwaltungsleiter des Gebiets Cherson, Kirill Stremousow, berichtete &uuml;ber &auml;hnliche Bitten der Bev&ouml;lkerung, die &bdquo;Garantien f&uuml;r den Beitritt zur Russischen F&ouml;deration m&ouml;chte&ldquo;. In der Gesellschaftskammer der LVR wurde erkl&auml;rt, dass die Kiewer Nationalisten alle roten Linien &uuml;berschritten haben, aber dass diese Provokationen die Bev&ouml;lkerung vor allem zusammengebracht und ihren Willen und Glauben gest&auml;rkt haben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/die-stimme-aus-dem-donbass-xi-referenden-im-donbass-in-saporoschje-und-cherson-im-visier-ukrainischer-soldaten\/\">Elena Malinowa auf Globalbridge<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Konflikt im Jemen: Deutschland liefert Waffen an Kriegsparteien<\/strong><br>\nDie Bundesregierung hat weitere Waffenlieferungen unter anderem an &Auml;gypten, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und den Sudan genehmigt. Die L&auml;nder beteiligen sich an der von Saudi-Arabien angef&uuml;hrten Koalition am Krieg im Jemen.<br>\nDeutschland liefert weiter Waffen an die am Krieg im Jemen beteiligten L&auml;nder. Allein f&uuml;r Kuwait erteilte die Bundesregierung zwischen dem 8. Dezember 2021 und dem 13. September dieses Jahres 14 Einzelausfuhrgenehmigungen in H&ouml;he von 1,3 Millionen Euro. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen hervor, aus der die Nachrichtenagentur KNA zitiert.<br>\nF&uuml;r &Auml;gypten gab es demnach drei Genehmigungen &uuml;ber rund 377.000 Euro. Auch Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Sudan stehen auf der Liste der Empf&auml;nger. Diese L&auml;nder beteiligen sich an der von Saudi-Arabien angef&uuml;hrten Koalition am Krieg im Jemen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/jemen-waffen-deutschland-101.html\">tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>&hellip; und wer k&uuml;mmert sich um die Katastrophe im Libanon?<\/strong><br>\nW&auml;hrend der libanesische Interims-Ministerpr&auml;sident Najib Mikati am Rande der UN-Vollversammlung zahlreiche Gespr&auml;che f&uuml;hrt, um f&uuml;r den Libanon eine politische und wirtschaftliche Perspektive zu erreichen, kommt das Leben im Zedernstaat immer mehr zum Stillstand. Die Zahl der Menschen, die versuchen, aus dem Libanon &uuml;ber das Mittelmeer zu fliehen, hat sich nach Angaben des UN-Hilfswerks f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge 2022 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Viele bezahlen f&uuml;r den Wagemut mit ihrem Leben.<br>\nSieben Jahre ist es her, dass Anfang September 2015 das Bild eines kleinen Jungen am Strand des t&uuml;rkischen Badeortes Bodrum um die Welt ging. Der zweij&auml;hrige Alan Kurdi war ertrunken bei dem Versuch, mit seinen Eltern und seinem f&uuml;nfj&auml;hrigen Bruder auf einem Fl&uuml;chtlingsboot die griechische Insel Kos zu erreichen. Auch sein Bruder und seine Mutter kamen ums Leben. Nur der Vater &uuml;berlebte. Das Bild des Jungen wurde bald zum Symbol des Syrienkrieges, denn die Familie von Alan Kurdi war vor dem Krieg in Syrien geflohen. Heute machen die Toten im Mittelmeer und vor der K&uuml;ste des Libanon und Syriens keine Schlagzeilen mehr.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/und-wer-kuemmert-sich-um-die-katastrophe-im-libanon\/\">Globalbridge<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Medien-Blackout: Wie die USA eine humanit&auml;re Katastrophe in Afghanistan herstellen<\/strong><br>\nUS-Regierung hat sieben Milliarden Dollar der afghanischen Zentralbank eingefroren, w&auml;hrend Afghan:innen verhungern. Die Medien reagieren mit Wegschauen und gezielten Halbwahrheiten.<br>\nEnde letzter Woche konnte man folgende Schlagzeilen auch in deutschen Medien lesen: &ldquo;Weitere US-Millionen f&uuml;r Afghanen&rdquo; oder &ldquo;USA stellen 327 Millionen US-Dollar Hilfe f&uuml;r Afghanistan bereit&rdquo;. [&hellip;]<br>\nDenn die US-Administration ist tats&auml;chlich mitverantwortlich daf&uuml;r, dass Afghanistan seit dem Abzug der Truppen in eine humanit&auml;re Krise, wenn nicht Katastrophe gerutscht ist, &uuml;ber die aber wenig in westlichen Medien berichtet wird.<br>\nDenn die Vereinigten Staaten halten seit &uuml;ber einem Jahr R&uuml;cklagen der afghanischen Zentralbank in H&ouml;he von sieben Milliarden Dollar, die bei der US-Notenbank liegen, zur&uuml;ck. Die Biden-Administration hat diese Gelder eingefroren, w&auml;hrend die Menschen in Afghanistan leiden.<br>\nSeit dem Abzug der US-Truppen warnen die Vereinten Nationen davor, dass 95 Prozent der Afghan:innen nicht genug zu essen bekommen. Sechs Millionen Menschen in Afghanistan sind von einer Hungersnot bedroht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Medien-Blackout-Wie-die-USA-eine-humanitaere-Katastrophe-in-Afghanistan-herstellen-7275767.html%20\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers U.D.:<\/strong> Diese Tatsachen zeigen eine kaum zu &uuml;berbietende Scheinheiligkeit der USA und ein Versagen der deutschen &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; &uuml;berdeutlich. Ob so mit dem Milliardenverm&ouml;gen der ukrainischen Oligarchen und im Anschluss auch mit dem ukrainischen Volk verfahren wird?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Politische Zwangsjacke: Die Schuldenbremse ist die d&uuml;mmste Regel Deutschlands<\/strong><br>\nDie Regierung k&ouml;nnte ohne Schuldenbremse die Wirtschaft stabilisieren und strauchelnde Gas-Importeure st&uuml;tzen. So aber riskiert sie eine Pleitewelle.<br>\nWas der katholischen Kirche die unbefleckte Empf&auml;ngnis, ist den Hobby-&Ouml;konomen in deutschen Talkshows die Schuldenbremse. Sie ist die d&uuml;mmste Regel Deutschlands. Sie bremst im Zweifel nur Investitionen und Wirtschaft, aber nicht die Schulden. Und das fast vollst&auml;ndige Kreditverbot der Schuldenbremse muss &ndash; wie in der Corona-Krise &ndash; immer wieder ausgesetzt werden. So wird es auch in der Gas-Krise kommen. Denn die Ampel-Koalition will auf eine Steuer f&uuml;r die Extra-Profite der Energiekonzerne verzichten, die etliche Milliarden in die Staatskasse sp&uuml;len k&ouml;nnte. Gleichwohl h&auml;lt man in Berlin bis zur letzten Minute an Deutschlands M&auml;rchen-Regel fest. Selbst der bayerische Ministerpr&auml;sident Markus S&ouml;der (CSU) hat nach zwei Ma&szlig; auf dem Oktoberfest einen n&uuml;chternern Blick auf die Schuldenbremse als die Ampel-Koalition und fordert deren Aussetzung.<br>\nDie Weigerung, fr&uuml;hzeitig eine au&szlig;ergew&ouml;hnliche Notlage zu erkl&auml;ren, die ein Aussetzen des Kreditverbots der Schuldenbremse rechtfertigt, hat fatale Folgen. Man kann vortrefflich dar&uuml;ber streiten, ob die Eskalationsspirale bei den Russland-Sanktionen klug ist oder Putin ohnehin am Gashahn gedreht h&auml;tte. Aber sicher ist: Die Bundesregierung k&ouml;nnte ohne Schuldenbremse die wirtschaftlichen Erwartungen stabilisieren und strauchelnde Gas-Importeure wie Uniper im st&auml;rkeren Umfang durch Kredite und B&uuml;rgschaften st&uuml;tzen, statt mit der Gas-Umlage eine Pleitewelle bei Betrieben zu riskieren. Und auch gezielte Unternehmenshilfen sind mit der Schuldenbremse nicht machbar.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/mensch-metropole\/wie-eine-zwangsjacke-die-schuldenbremse-ist-die-duemmste-regel-deutschlands-li.269308\">Fabio De Masi in Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&raquo;Das Gremium ist vollkommen &uuml;berfl&uuml;ssig&laquo;<\/strong><br>\nLinke-Abgeordnete soll nach Willen der Koalitionsfraktionen kein Wort &uuml;ber Verwendung des &raquo;Sonderverm&ouml;gens&laquo; mitreden.<br>\nEin Gespr&auml;ch mit Gesine L&ouml;tzsch. Gesine L&ouml;tzsch ist stellvertretende Vorsitzende und haushaltspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Die Linke.<br>\nIn der vergangenen Woche sollten Sie in das Gremium &raquo;Bundeswehr-Finanzierungs- und -Sonderverm&ouml;gensgesetz&laquo; des Bundestags gew&auml;hlt werden, erhielten aber nicht die notwendigen Stimmen. Haben Sie mit Ihrer Nichtwahl gerechnet?<br>\nF&uuml;r die Wahl brauchte man eine sogenannte Kanzlermehrheit. Das hei&szlig;t, die Koalitionsfraktionen von SPD, Gr&uuml;nen und FDP h&auml;tten mich w&auml;hlen m&uuml;ssen. In der Vergangenheit habe ich die Kanzlermehrheit schon f&uuml;r verschiedene Gremien bekommen. Das war bislang nie ein Problem. Doch in diesem Fall hatte ich gleich meine Zweifel. Da ging es nicht in erster Linie um meine Person, sondern um das Prinzip. Unsere Fraktion hat gegen die 100 Milliarden Euro f&uuml;r die Bundeswehr gestimmt. In mehreren Reden habe ich mich sehr deutlich gegen das Sonderverm&ouml;gen ausgesprochen. Offenbar will die Ampel keine Kritiker dieser Entscheidung in dem Gremium haben.<br>\nWie genau verlief die Abstimmung? Und wurden auch andere Kandidaten nicht gew&auml;hlt?<br>\nNachdem ich die Kanzlermehrheit nicht bekommen hatte, wurde mir Trost von meinen Kolleginnen und Kollegen zugesprochen. Doch f&uuml;r mich ist das kein Grund f&uuml;r Traurigkeit &ndash; es ist schlicht und einfach ein politischer Skandal! Jetzt sitzen in dem Gremium nur Bef&uuml;rworter des Sonderverm&ouml;gens. CDU\/CSU sind in dieser Frage keine Opposition &ndash; sie wollen sogar noch mehr f&uuml;r die Bundeswehr ausgeben. Die deutsche R&uuml;stungsindustrie hat dem Bundestag sehr fr&uuml;hzeitig signalisiert, dass sie gute Ideen f&uuml;r die Verwendung des Geldes habe. Der Aktienkurs der Waffenschmiede Rheinmetall ist nach der Ank&uuml;ndigung des Sonderverm&ouml;gens durch die Decke gegangen. Finanzminister Lindner meinte stolz, dass das Vorhaben seine Idee war. Ich glaube, die Idee kam direkt aus der R&uuml;stungsindustrie.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/435554.aufr%C3%BCstung-der-bundeswehr-das-gremium-ist-vollkommen-%C3%BCberfl%C3%BCssig.html\">Gesine L&ouml;tzsch in junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Politik als Simulation &ndash; Erfolgreich habecken &ndash; jetzt erst recht!<\/strong><br>\nEs l&auml;uft zwar derzeit nicht so gut f&uuml;r den Wirtschaftsminister. Aber der mediale Hype verstummt keineswegs &ndash; ist Robert Habeck der bessere Kanzler, kann er gar &uuml;ber Wasser gehen? Alle Probleme, alle Niederlagen scheinen hinter seiner breit zur Schau gestellten Diskursbereitschaft nebens&auml;chlich zu werden. Handelt es sich dabei lediglich um einen Habitus &ndash; oder muss man in dieser Strategie eine f&uuml;r die Demokratie bedenkliche Entwicklung sehen? [&hellip;]<br>\nHabecks Credo tritt pl&ouml;tzlich offen zutage, er verfolgt den Plan der &bdquo;gro&szlig;en, sozial-&ouml;kologischen Transformation&ldquo;. Diesen Begriff wurde nicht zuletzt vom Wiener Politologen und Soziologen Ingolfur Bl&uuml;hdorn in seinem neuen Reader &bdquo;die Nicht-Nachhaltigkeit der Nicht-Nachhaltigkeit&ldquo; gepr&auml;gt. Sein Kollege Daniel Hausknost sekundiert und problematisiert hierzu die &bdquo;gl&auml;serne Decke der Transformation&ldquo;, die letztlich aus der Unbeweglichkeit der demokratischen Strukturen und dem Egoismus der W&auml;hler gestrickt ist.<br>\nIn einem vorangegangenen Werk mit dem Titel &bdquo;Simulative Demokratie&ldquo; hat Bl&uuml;hdorn hierzu bereits im Jahr 2013 die Grundlage gelegt. Er geht vom Begriff der Modernit&auml;t aus und differenziert das g&auml;ngige Konzept der &bdquo;Post-Moderne&ldquo; dahingehend, dass es nach der Moderne mit ihrer technischen Orientierung (das Individuum ist eine R&auml;dchen und nicht mehr) zun&auml;chst zur Betonung der individuellen Identit&auml;t kommt (2. Moderne), die jedoch von einer 3. Moderne mit dem Kennzeichen der inszenierten Identit&auml;t gefolgt wird. Das wirkliche Ausleben der eigenen Identit&auml;t wird zu anstrengend, erst recht im Hinblick auf die Aus&uuml;bung der politischen Rechte, und im Selfie-Zeitalter erlauben die digitalen Endger&auml;te die Illusion einer endlosen, aber eben nur virtuellen Existenz.<br>\nDiese Differenzierung legt Bl&uuml;hdorn auf den Begriff der Demokratie um und zieht die Konsequenz, dass einzig die Simulation der Demokratie aus dem Dilemma herausfinden kann: man solle die Demokratie nicht eliminieren, aber man muss sie derart umgestalten, dass es mehr um das simulierte Verfahren als um die harten Sachentscheidungen geht. Die B&uuml;rger sollen sich beteiligt f&uuml;hlen und diese gef&uuml;hlte Beteiligung auch aus&uuml;ben, also B&uuml;rgerr&auml;te ohne Ende, aber bitte die Sachentscheidungen hinter verschlossenen T&uuml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/politik-als-simulation-erfolgreich-habecken%20\">Matthias Schrappe im Cicero<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die Gasumlage ist tot &ndash; es lebe die Gaspreisbremse?<\/strong><br>\nZum 1. Oktober sollte eigentlich die Gasumlage eingef&uuml;hrt werden, mit der man Verbraucher &uuml;ber die explodierenden Energiepreise hinaus noch zus&auml;tzlich schr&ouml;pfen wollte. Allerdings ist diese Idee der Ampel inzwischen selbst peinlich und nachdem GR&Uuml;NE, FDP und SPD sich in den letzten Wochen gegenseitig den schwarzen Peter zugeschoben haben, wurde heute der &bdquo;gro&szlig;e Doppel-Wums&ldquo; verk&uuml;ndet: Mit einem 200 Milliarden schweren &bdquo;Abwehrschirm&ldquo;, finanziert &uuml;ber ein weiteres Sonderverm&ouml;gen, sollen wir uns f&uuml;r den weiteren Wirtschaftskrieg wappnen. Wer f&uuml;r diesen Kredit am Ende aufkommen soll und wie man langfristig eine Deindustrialisierung verhindern will, darauf liefert die Ampel allerdings noch immer keine schl&uuml;ssige Antwort.<br>\n&ldquo;Der Schritt von der weltweit f&uuml;hrenden Industrienation zum Industriemuseum war noch nie so klein&rdquo;, warnt der Verband der Chemischen Industrie. Deutschland droht eine Abwanderung wichtiger Industrien&ldquo;, stellt man selbst im Kanzleramt fest und auch unser Wirtschaftsminister hat inzwischen einen &ldquo;Schwelbrand&rdquo; entdeckt und jammert nun, dass teilweise schon die H&uuml;tte brennt und Dauersch&auml;den f&uuml;r die deutsche Wirtschaft drohen. Doch warum hilft unsere Regierung den USA &ldquo;to make America great again&rdquo; &ndash; obwohl die Kehrseite dieser Politik darin besteht, dass Deutschland deindustrialisiert und entsprechend verarmen wird?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.getrevue.co\/profile\/team-sahra\/issues\/die-gasumlage-ist-tot-es-lebe-die-gaspreisbremse-1373869\">Sahra Wagenknecht<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. 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