{"id":8872,"date":"2011-03-29T09:04:53","date_gmt":"2011-03-29T07:04:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8872"},"modified":"2011-03-29T09:07:48","modified_gmt":"2011-03-29T07:07:48","slug":"hinweise-des-tages-1356","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8872","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Landtagswahlen; Der Finanzsektor blutet uns aus; Dani Rodrik &ndash; Strukturwandel als Wachstumsvernichter; Neue Notinfusion f&uuml;r Irlands Banken; Auch Commerzbank soll Anleger get&auml;uscht haben; Zahlreiche Verfahren gegen Zertifikateemittenten; Schr&auml;glage in der Eurozone; Wall Streets Interesse an toxischen Papieren; Dax-Unternehmen verw&ouml;hnen Aktion&auml;re; Frank Schirrmacher: Die neun Gemeinpl&auml;tze des Atomfreunds; Dubioser Iran-Deal bringt Berlin in Erkl&auml;rungsnot; Einsatz von Scharfsch&uuml;tzen in Afghanistan; Japan und der GAU; Libyen; Britanniens Krieg und Krise: Eine Schlacht f&uuml;r alle Fronten; NRW: Islamfeinde als Verfassungsfeinde; K&ouml;nigsm&ouml;rder dringend gesucht; Bessere &ouml;konomische Bildung: problemorientiert, pluralistisch, multidisziplin&auml;r; Verk&uuml;rzte Gymnasialzeit: Geraubte Jugend; das Allerletzte: Antwort vom Bund der Steuerzahler (JB)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Landtagswahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Der Finanzsektor blutet uns aus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Dani Rodrik &ndash; Strukturwandel als Wachstumsvernichter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Neue Notinfusion f&uuml;r Irlands Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Auch Commerzbank soll Anleger get&auml;uscht haben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Zahlreiche Verfahren gegen Zertifikateemittenten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Schr&auml;glage in der Eurozone<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Wall Streets Interesse an toxischen Papieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Dax-Unternehmen verw&ouml;hnen Aktion&auml;re<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Frank Schirrmacher: Die neun Gemeinpl&auml;tze des Atomfreunds<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Dubioser Iran-Deal bringt Berlin in Erkl&auml;rungsnot<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Einsatz von Scharfsch&uuml;tzen in Afghanistan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Japan und der GAU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Libyen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Britanniens Krieg und Krise: Eine Schlacht f&uuml;r alle Fronten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">NRW: Islamfeinde als Verfassungsfeinde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">K&ouml;nigsm&ouml;rder dringend gesucht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Bessere o&#776;konomische Bildung: problemorientiert, pluralistisch, multidisziplina&#776;r<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Verk&uuml;rzte Gymnasialzeit: Geraubte Jugend<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">das Allerletzte: Antwort vom Bund der Steuerzahler<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=8872&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Landtagswahlen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>zur Landtagswahl zwei Wahlanalysen:<\/strong><br>\nWahlanalyse Rheinland Pfalz<br>\nQuelle: <a href=\"\/upload\/pdf\/110328_pdf_2_wahlnachtbericht_hoff_kahrs_die_ergebnisse_der_wahl_in_rheinland_pfalz_am_27%20_maerz_2011.pdf\">Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff\/Horst Kahrs [PDF &ndash; 246 KB]<\/a>\n<p>Wahlanalyse Baden-W&uuml;rttemberg<br>\nQuelle: <a href=\"\/upload\/pdf\/110328_pdf_2_wahlnachtbericht_hoff_kahrs_die_ergebnisse_der_wahl_in_baden_wuerttemberg_am_27%20_maerz_2011.pdf\">Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff\/Horst Kahrs [PDF &ndash; 410 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Nach dem Triumph ist vor dem Krach<\/strong><br>\nDie S21-Gegner feierten den gr&uuml;n-roten Wahlsieg in Baden-W&uuml;rttemberg wie eine Erl&ouml;sung, doch der Bau des Tiefbahnhofs ist mit der Abwahl von Stefan Mappus und der CDU keineswegs sofort erledigt. Gr&uuml;ne und SPD wollen eine Volksabstimmung, doch der Weg dahin ist lang. Und die Koalitionspartner werden gegeneinander Wahlkampf f&uuml;hren. [&hellip;]<br>\nDie Widerspr&uuml;chlichkeit war an diesem Abend egal. Dass d&uuml;rfte sich bald &auml;ndern. Die SPD ist grunds&auml;tzlich f&uuml;r Stuttgart 21. Die &uuml;berw&auml;ltigende Mehrheit der Gr&uuml;nen in Baden-W&uuml;rttemberg ist dagegen. Obwohl sich Kretschmann und Schmid einig sind, das Volk zu befragen, ist der erste Koalitionskrach programmiert. Denn der politische Weg zu einer Abstimmung ist lang und m&uuml;hsam &ndash; w&auml;hrend die Stimmung auf der Stra&szlig;e wieder an Sprengkraft gewonnen hat. [&hellip;]<br>\nSPD-Spitzenkandidat Schmid betonte derweil, es liege &ldquo;nicht in den H&auml;nden&rdquo; der Landespolitik, ob tats&auml;chlich ein Baustopp erfolgen werde. Hier seien vor allem der Bund und die Bahn gefordert. [&hellip;] Von einem Baustopp war nicht die Rede. Die Bahn w&uuml;rde sich wohl mit allen Mitteln dagegen wehren. Sie kann auf den Schlichterspruch verweisen: Darin hat Vermittler Heiner Gei&szlig;ler dem Unternehmen zwar einen Stresstest des neuen Bahnhofs aufgeb&uuml;rdet, den Bau aber grunds&auml;tzlich genehmigt. Die Gr&uuml;nen stimmten am Ende des Schlichtungsverfahren zu. &ldquo;Es ist besser wie nix'&rdquo;, schw&auml;belte im November 2010 der gr&uuml;ne Landtagsabgeordnete Werner W&ouml;lfle.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/gruen-rot-streit-um-stuttgart-nach-dem-triumph-ist-vor-dem-krach-1.1078309\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Die Folgen des Schlichterspruchs wurden seinerzeit schon von den NachDenkSeiten <a href=\"\/?p=7592\">thematisiert<\/a>. Wer gr&uuml;n gew&auml;hlt hat, um S-21 zu verhindern, wird sich nun vielleicht schwarz &auml;rgern.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Mappus will sich bei Br&uuml;derle pers&ouml;nlich bedanken<\/strong><br>\nNach der Wahlniederlage hadert Stefan Mappus mit dem Koalitionspartner FDP. Br&uuml;derles Atombeichte h&auml;tte die schwarz-gelbe Mehrheit verhindert<br>\n.Der abgew&auml;hlte Ministerpr&auml;sident von Baden-W&uuml;rttemberg, Stefan Mappus (CDU), hat Bundeswirtschaftsminister Rainer Br&uuml;derle (FDP) f&uuml;r den Machtverlust der CDU in Stuttgart mitverantwortlich gemacht. &bdquo;Manche &Auml;u&szlig;erung&ldquo; der vergangenen Tage sei &bdquo;nicht so richtig hilfreich&ldquo; gewesen, sagte Mappus mit Blick auf die umstrittene Aussage Br&uuml;derles zum Schwenk in der Atompolitik der Regierung.<br>\nBr&uuml;derle hatte den Kurswechsel vor Spitzenmanagern mit dem Wahlkampf begr&uuml;ndet. Der Vorfall erkl&auml;re vermutlich auch, warum der Koalitionspartner FDP in Baden-W&uuml;rttemberg &bdquo;auch noch richtig abgest&uuml;rzt&ldquo; sei. H&auml;tte sie ein knappes Prozent mehr gehabt, &bdquo;h&auml;tten wir die Mehrheit&ldquo;, sagte Mappus. &bdquo;Wenn ich ihn treffe, werde ich mich pers&ouml;nlich bei ihm bedanken&ldquo;, sagte Mappus nach Angaben von Teilnehmer in der CDU-Pr&auml;sidiumssitzung am Montag ironisch mit Verweis auf umstrittene Br&uuml;derle-&Auml;u&szlig;erungen zur Atomenergie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article12989921\/Mappus-will-sich-bei-Bruederle-persoenlich-bedanken.html\">WELT<\/a><\/li>\n<li><strong>Merkel ist der St&ouml;rfall<\/strong><br>\nJapan, Japan, Japan &ndash; das soll die Ursache f&uuml;r die Wahlschlappe der Union in Baden-W&uuml;rttemberg gewesen sein. Eine alberne Ausflucht. Die richtige Antwort hei&szlig;t: Merkel, Merkel, Merkel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/landtagswahlen-in-baden-wuerttemberg-merkel-ist-der-stoerfall-1668595.html#utm_source=standard&amp;utm_medium=rssfeed&amp;utm_campaign=politik\">Stern<\/a><\/li>\n<li><strong>Rote Karte f&uuml;r die Sozialdemokraten<\/strong><br>\nTrotz des desastr&ouml;sen Auftretens von Union und FDP erscheint die SPD dem W&auml;hler nicht als attraktive Alternative.<br>\nBei der SPD herrschte gestern Abend nach den ersten Hochrechnungen gute Stimmung. In Rheinland-Pfalz konnten die Sozialdemokraten ihre Stellung als st&auml;rkste Partei verteidigen und weiterhin den Ministerpr&auml;sidenten stellen, in Baden-W&uuml;rttemberg ist das Ende der schwarz-gelben Landesregierung unter Stefan Mappus absehbar, auch hier zieht die SPD in die Regierung ein, wenn auch als Juniorpartner der Gr&uuml;nen. Neben den Gr&uuml;nen sieht sich die SPD als Sieger. Alle Wahlziele seien erreicht worden, so die frohe Botschaft aus dem Willy-Brandt-Haus in Berlin. Doch der Jubel wirkt aufgesetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/34\/34441\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Kommunalwahl 2011: Trendergebnisse f&uuml;r Hessen<\/strong><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110329_trendergebnis_fuer_hessen.jpg\" alt=\"Trendergebnis f&uuml;r Hessen\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wahl.hr-online.de\/aktuell\/index.html\">Hessischer Rundfunk<\/a>\n<p><strong>Kommunalwahlergebnisse Frankfurt am Main<\/strong><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110329_trendergebnis_fuer_frankfurt_am_main.jpg\" alt=\"Trendergebnis f&uuml;r Frankfurt am Main\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wahl.hr-online.de\/e\/S412000.html\">Hessischer Rundfunk<\/a><\/p>\n<p><strong>Kommunalwahlergebnisse Darmstadt<\/strong><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110329_trendergebnis_fuer_darmstadt.jpg\" alt=\"Trendergebnis f&uuml;r Darmstadt\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wahl.hr-online.de\/e\/S411000.html\">Hessischer Rundfunk<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Der Finanzsektor blutet uns aus<\/strong><br>\nDie Treuh&auml;nder gro&szlig;er Sozialverm&ouml;gen, also der Pensionskassen, der Staatsfonds und verschiedenster Stiftungen, werden von den Akteuren im Finanzsektor systematisch &uuml;ber den Tisch gezogen, erkl&auml;rt Paul Woolley vom Paul Woolley Centre for the Study of Capital Market Dysfunctionality. Wenn sie sich anders verhielten, &auml;nderte sich das Finanzsystem. [&hellip;]<br>\nSchuld sind die Banker nur zum Teil; schuld sind vor allem die ganzen Akademiker mit ihrem unhaltbaren Gerede von effizienten M&auml;rkten. Sie haben zum Beispiel nie gefragt, wieso der Finanzsektor so gro&szlig; geworden ist und ob die Gesellschaft mit der enormen Gr&ouml;&szlig;e dieser Branche gut bedient ist. Die renommierten Wirtschaftsforschungsinstitute in Amerika und Europa haben in diesem Punkt versagt. Die Finanzunternehmen dagegen wurden immer schlauer darin, ihre einzigartige Stellung auszubeuten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub645F7F43865344D198A672E313F3D2C3\/Doc~EABFE252C7F3D4A119BA90558BAEA7372~ATpl~Ecommon~Sspezial.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Dani Rodrik &ndash; Strukturwandel als Wachstumsvernichter<\/strong><br>\nF&uuml;r viele L&auml;nder ist die Globalisierung ein zweischneidiges Schwert. Die boomenden Rohstoffbranchen haben eine begrenzte Kapazit&auml;t zur Aufnahme von Arbeitskr&auml;ften. Die Globalisierung verfestigt somit den Dualismus, statt zu seiner &Uuml;berwindung beizutragen. [&hellip;]<br>\nDer dualistische Charakter sich entwickelnder Gesellschaften hat sich infolge der Globalisierung noch versch&auml;rft. Bestimmte Teile ihrer Volkswirtschaften wie Exportenklaven, Hochfinanz und Hyperm&auml;rkte verzeichnen erhebliche Produktivit&auml;tszunahmen, indem sie Verkn&uuml;pfungen zu den globalen M&auml;rkten herstellen und auf Spitzentechnologien zugreifen. Andere Sektoren hatten keine &auml;hnlichen M&ouml;glichkeiten, und die Kluft zwischen ihnen und den &ldquo;globalisierten&rdquo; Sektoren verst&auml;rkt sich. [&hellip;]<br>\nIn vielen anderen Teilen der Welt jedoch war in den vergangenen Jahrzehnten eine ziemlich merkw&uuml;rdige und unerw&uuml;nschte Entwicklung zu bemerken &ndash; ein Strukturwandel in die falsche Richtung. Auf moderne, hochproduktive Branchen entf&auml;llt dort inzwischen ein kleinerer Anteil der Erwerbsbev&ouml;lkerung, w&auml;hrend bei den informellen und anderen produktivit&auml;tsarmen Aktivit&auml;ten ein Zuwachs zu verzeichnen ist. So hat z.B. der Strukturwandel in einem typischen lateinamerikanischen oder schwarzafrikanischen Land seit etwa 1990 das Wirtschaftswachstum eher untergraben als angekurbelt. [&hellip;]<br>\nSachgerechte politische Strategien k&ouml;nnen helfen. Eine Lehre ist, den vorzeitigen Zusammenbruch mit Importen konkurrierender Branchen, die eine erhebliche Anzahl an Menschen besch&auml;ftigen, zu vermeiden, bevor ausreichende Besch&auml;ftigungsm&ouml;glichkeiten in produktiveren Branchen entstanden sind. Die asiatischen L&auml;nder etwa haben in der Regel Randbereiche liberalisiert (durch Exportsubventionen oder Sonderwirtschaftszonen) und so neue Exportbranchen geschaffen, ohne dabei den anderen den Boden unter den F&uuml;&szlig;en wegzuziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:top-oekonomen-dani-rodrik-strukturwandel-als-wachstumsvernichter\/60024480.html#utm_source=rss2&amp;utm_medium=rss_feed&amp;utm_campaign=\/meinungshungrige\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Was Rodrik schreibt, ist zweifelsohne korrekt. Was n&uuml;tzt allerdings diese Erkenntnis, wenn Weltbank und IWF Entwicklungs- und Schwellenl&auml;nder zu einer vollkommenen Liberalisierung ihrer M&auml;rkte zwingen? Dies ist auch eine der Lehren, die man aus dem Aufstieg Chinas ziehen kann. Unter einer Markliberalisierung &aacute; la IWF w&auml;re China heute wom&ouml;glich immer noch ein bitterarmes Entwicklungsland. Leider sind jedoch nur sehr wenige Entwicklungsl&auml;nder in der Position, eigene Industrie-, Wirtschafts- und Handelspolitik zu betreiben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Neue Notinfusion f&uuml;r Irlands Banken<\/strong><br>\nEin Fass ohne Boden: Die irischen Banken d&uuml;rften 18 bis 23 Milliarden Euro zus&auml;tzliches Kapital brauchen. Die Europ&auml;ische Zentralbank und Dublin verhandeln bereits &uuml;ber ein neues Notprogramm f&uuml;r die Institute.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1297821672952\/Banken-wackeln-Neue-Notinfusion-fuer-Irlands-Banken\">Der Standard<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Auch Commerzbank soll Anleger get&auml;uscht haben<\/strong><br>\nNicht nur die Deutsche Bank ist in den Ruf geraten, Anleger mit windigen Finanzprodukten &uuml;ber den Tisch zu ziehen. Ein Wirtschaftsanwalt aus einer namhaften Anwaltssoziet&auml;t wirft der Commerzbank vor, ihn mit einem wertlos gewordenen Zertifikat betrogen zu haben. Pikant an der Sache: Nach Angaben des Juristen, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen m&ouml;chte, verweigerte ihm das Geldinstitut die Mithilfe, als er nach dem Totalverlust die Konstruktion des &bdquo;Knock-out-Zertifikats&ldquo; entschl&uuml;sseln wollte. Er ist, weil er einer unverlangten Empfehlung seines Kundenberaters folgte, um rund 60 000 Euro &auml;rmer und hat eine Schadensersatzklage eingereicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub645F7F43865344D198A672E313F3D2C3\/Doc~E2992AE74E36D4C4F8FCA2886D2401FD5~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Zahlreiche Verfahren gegen Zertifikateemittenten<\/strong><br>\nDie Geldanlage in Zertifikaten ist weiterhin h&auml;ufig Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Nach der Insolvenz von Lehman Brothers im September 2008, durch die Zehntausende Besitzer von Lehman-Zertifikaten Geld verloren hatten, zogen einige Hundert gegen die verkaufenden Banken wegen angeblicher Beratungsfehler vor Gericht. Aber auch jenseits der Lehman-F&auml;lle sind immer wieder die Zertifikateemittenten selbst die Beklagten. [&hellip;]<br>\n&bdquo;Wir haben F&auml;lle quer durch die Bankenlandschaft, von der Hypo Vereinsbank, &uuml;ber Commerzbank und Deutsche Bank bis hin zur DZ Bank und Sal. Oppenheim&ldquo;, sagt Peter Mattil, Fachanwalt f&uuml;r Banken- und Kapitalmarktrecht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub645F7F43865344D198A672E313F3D2C3\/Doc~E18DEF9D25665488F8B9295967822D135~ATpl~Ecommon~Sspezial.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Schr&auml;glage in der Eurozone<\/strong><br>\nIrgendwas muss in der Eurozone ziemlich schiefgegangen sein. Obwohl gleich nach dem Ausbruch der Griechenlandkrise vor &uuml;ber einem Jahr klar war, dass auch Portugal, Irland und Spanien Krisenkandidaten waren, geschah erst mal nichts. Immer dann, wenn das n&auml;chste Land Finanzierungsprobleme bekam, gab es ein paar Notkredite. Leider gibt auch der j&uuml;ngste EU-Gipfel keinen Hinweis darauf, dass sich das Krisenmanagement bessert. Es sieht im Wesentlichen nur weitere Kredite und weitere Sparzw&auml;nge vor. Die einzige Neuerung besteht aus einem Pakt f&uuml;r mehr Wettbewerbsf&auml;higkeit, der allerdings keinerlei Ma&szlig;nahmen enth&auml;lt, die etwas an den Ursachen der Krise &auml;ndern w&uuml;rden &ndash; insbesondere an den Ungleichgewichten in der Eurozone. Wenn der Euro erhalten bleibt, dann wird es bestimmt nicht den jetzigen Beschl&uuml;ssen &uuml;ber ein h&ouml;heres Renteneintrittsalter, geringere Lohnzuw&auml;chse im &ouml;ffentlichen Dienst oder die Bek&auml;mpfung der Schwarzarbeit zu verdanken sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2011%2F03%2F26%2Fa0173&amp;cHash=e4086dba7f\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wall Streets Interesse an toxischen Papieren<\/strong><br>\nNoch sitzen Banken, die Fed und das Schatzamt auf toxischen Hypothekenpapieren in Milliardenh&ouml;he. Diese und andere Innovationen der Hochfinanz an der Wall Street hatten wesentlich zur Bildung der Immobilienblase in den USA beigetragen und &uuml;ber ihren weltweiten Vertrieb die dramatischen Folgen des anschliessenden Platzens der Blase in die Finanzzentren rund um den Globus getragen. Nun aber sind diese Papiere bei einigen Spielern an der Wall Street wieder gefragt. So hatte AIG Anfang M&auml;rz der Fed eine 15,7-Mrd.-$-Kaufofferte unterbreitetet f&uuml;r just jene toxischen Papiere, die die Fed w&auml;hrend der Finanzkrise von AIG (Maiden Lane II) &uuml;bernommen hatte. Dem Vernehmen nach sollen auch die Credit Suisse und die britische Bank Barclays an dem Portfolio interessiert sein. Die Fed pr&uuml;ft derzeit ihre Optionen. Auch Goldman Sachs soll sich mit toxischen Papieren eingedeckt haben und ein entsprechendes Portfolio f&uuml;r &uuml;ber 8 Mrd. $ von der in der Wertschriftenverwahrung und Verm&ouml;gensverwaltung t&auml;tigen State Street erworben haben.<br>\nDer Einstieg in diese Papiere ist eine riskante Wette auf die Erholung des Immobilienmarktes und insbesondere den Bereich der Subprime-Hypotheken. Hedge-Funds, vor allem jene, die sich generell auf notleidende Papiere spezialisiert haben, wagen sich in das Hypotheken-Segment und hoffen, somit die Renditen ihrer Funds in die H&ouml;he zu treiben. Als Verk&auml;ufer der toxischen Papiere treten zum Teil Banken an den Markt, die bereits R&uuml;ckstellungen f&uuml;r entsprechende Verluste gemacht haben. Und das Treasury etwa hatte angek&uuml;ndigt, dass es sein w&auml;hrend der Finanzkrise aufgebautes Portfolio aus toxischen Papieren von rund 142 Mrd. $ schrittweise in 10-Mrd.-$-Bl&ouml;cken verkaufen will. Das Fed wird auch fr&uuml;her oder sp&auml;ter sein 1-Bio.-$-Portfolio wieder loswerden wollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/nachrichten\/wall_streets_interesse_an_toxischen_papieren_1.10018717.html\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Dax-Unternehmen verw&ouml;hnen Aktion&auml;re: Konzerne sch&uuml;tten 25,6 Milliarden Euro aus<\/strong><br>\nDas sind 28 Prozent mehr als f&uuml;r das Gesch&auml;ftsjahr 2009, wie die Wirtschaftspr&uuml;fer von Ernst &amp; Young berechnet haben. Ihrer Aufstellung zufolge liegt das Gesamtvolumen der Aussch&uuml;ttung beinahe auf dem hohen Niveau vor der Finanz- und Wirtschaftskrise: 2007 waren 27,2 Milliarden Euro geflossen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/dax-unternehmen-verwoehnen-aktionaere-konzerne-schuetten-25-6-milliarden-euro-aus\/3997870.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Frank Schirrmacher: Die neun Gemeinpl&auml;tze des Atomfreunds<\/strong><br>\nJahrzehnte der Atomkraft-Debatte haben die Sprache manipuliert. Die S&auml;tze, die wir w&auml;hrend des Moratoriums h&ouml;ren, sind Ablenkungsman&ouml;ver. Sie formulieren Thesen, die keine sind, und beleidigen die &ouml;ffentliche Vernunft. Eine Analyse der wichtigsten Versatzst&uuml;cke.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE\/Doc~E02AA44CC26634CBDB7322680CADEA714~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers K.F.:<\/strong> Leider erscheinen solche Beitr&auml;ge im Feuilleton und nicht im Wirtschaftsteil.<\/em> <\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Margarete Gorges:<\/strong> FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher war bisher nicht als Atomkraftgegner bekannt. Um so bemerkenswerter, wie er jetzt die Argumente der Atomfreunde zerpfl&uuml;ckt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Dubioser Iran-Deal bringt Berlin in Erkl&auml;rungsnot<\/strong><br>\nDass Deutschland als Drehscheibe f&uuml;r indische Milliardenzahlungen an den mit Sanktionen belegten Iran dient, bringt die Bundesregierung in Erkl&auml;rungsnot. Die SPD fordert Aufkl&auml;rung &uuml;ber den Deal. [&hellip;]<br>\nSollte sich best&auml;tigen, dass das indisch-iranische &Ouml;lgesch&auml;ft k&uuml;nftig &uuml;ber die Bundesbank abgewickelt wird, muss sich die Bundesregierung fragen lassen, inwieweit dies mit der von der Bundeskanzlerin und dem Au&szlig;enminister Westerwelle vertretenen &sbquo;Entmutigungsstrategie&rsquo; gegen&uuml;ber dem Iran bei den Wirtschaftsbeziehungen vereinbar ist&ldquo;, sagte der au&szlig;enpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf M&uuml;tzenich, Handelsblatt Online. Unter der &bdquo;Entmutigungsstrategie&ldquo; verstehen die Handelsfachleute den Rat der Bundesregierung an deutsche Unternehmen, auch legale Gesch&auml;fte mit dem Mullah-Staat einzuschr&auml;nken. &bdquo;Auch dass die deutsch-iranische Handelsbank in Hamburg mit involviert ist, l&auml;sst hellh&ouml;rig werden &ndash; steht diese doch schon seit l&auml;ngerem im Verdacht die Sanktionen gegen Iran zu unterlaufen&ldquo;, sagte M&uuml;tzenich.<br>\nNach Handelsblatt-Informationen aus Regierungs- und Finanzkreisen, haben das Au&szlig;en- und das Wirtschaftsministerium gr&uuml;nes Licht f&uuml;r &bdquo;einen dubiosen Milliardendeal&ldquo; mit dem Iran gegeben. Obwohl das Land des Pr&auml;sidenten Mahmud Ahmadinedschad seitens der EU und der USA mit strikten Wirtschaftssanktionen belegt sei, hilft Deutschland bei dem Umgehungsgesch&auml;ft. Abgewickelt wird die Transaktion &uuml;ber die Deutsche Bundesbank.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/dubioser-iran-deal-bringt-berlin-in-erklaerungsnot\/3997326.html\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Einsatz von Scharfsch&uuml;tzen in Afghanistan<\/strong><br>\nDie Bundeswehr setzt in Afghanistan immer mehr Scharfsch&uuml;tzen ein. Waren es Anfang 2006 acht Scharfsch&uuml;tzen, stieg ihre Zahl auf 54 im November 2010. Diese Angaben w&uuml;rden aus einer Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage hervorgehen, die der Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Str&ouml;bele gestellt hat. Gegenw&auml;rtig seien 40 Scharfsch&uuml;tzen im Einsatz, teilt der Abgeordnete am 25. M&auml;rz 2011 mit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundeswehr-monitoring.de\/einsaetze-ausland\/einsatz-von-scharfschuetzen-in-afghanistan-11628.html\">Bundeswehr-Monitoring<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Japan und der GAU<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Fukushima: Stabilere Helden<\/strong><br>\nIn fast allen Bereichen menschlicher &ndash; und animalischer &ndash; F&auml;higkeiten sind inzwischen robotische Spezialleistungen verf&uuml;gbar. Robotersonden erkunden das Sonnensystem. Im Bremer Standort f&uuml;r Robotik des Deutschen Forschungszentrums f&uuml;r K&uuml;nstliche Intelligenz (DFKI) krabbelt ein &ldquo;SpaceClimber&rdquo; &uuml;ber zerkl&uuml;ftete H&auml;nge. Am 24. Februar 2011 startete an Bord eines Spaceshuttle der nach Angaben der NASA erste humanoide Roboter im Weltraum, &ldquo;Robonaut 2&rdquo;, der darauf trainiert werden soll, der menschlichen Besatzung zur Hand zu gehen. Im Mai 2010 hatte die japanische Regierung bekanntgegeben, man plane eine Mondbasis, die dauerhaft bewohnt werden solle, und zwar von Robotern. 2015 sollte der erste Roboter zum Mond fliegen.<br>\nUnd jetzt die Frage: Wo sind die Roboter in Fukushima? Wo sind, in einer geradezu roboterverr&uuml;ckten Hightech-Nation wie Japan, die Flugroboter, die in den offenliegenden Reaktorgeb&auml;uden nach der inneren Sicherheitsh&uuml;lle um den Reaktorkern sehen, nach den plutoniumhaltigen Brennst&auml;ben in den Abklingbecken? Die Messungen durchf&uuml;hren, ohne dass Menschen in Gefahr geraten? Eine amerikanische &ldquo;Global Hawk&rdquo;-Flugdrohne soll die desolaten Reaktorblocks in Fukushima nun &uuml;berfliegen. Wo sind die Roboter, die f&uuml;r Mondlandschaften pr&auml;destiniert sind und sich im Geb&auml;udeschutt der Reaktorbl&ouml;cke bew&auml;hren k&ouml;nnen? Raupenger&auml;te, Kletterroboter, fernsteuerbares schweres Ger&auml;t? Das kann doch nicht wahr sein, dass die ganze Roboterverhei&szlig;ung nur f&uuml;r Wettbewerbe und Firmenpr&auml;sentationen da ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2011\/0326\/feuilleton\/0013\/index.html\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Japan: Apokalypse jetzt!<\/strong><br>\nWir sollten uns sch&auml;men: Nirgends sonst wird so r&uuml;cksichtslos und falsch &uuml;ber das Atomungl&uuml;ck in Japan geredet wie hier. Eine Emp&ouml;rung.<br>\nDas Technische Hilfswerk zum Beispiel war ganz schnell in Japan &ndash; &ldquo;trotz Strahlungsgefahr&rdquo;, wie man gleich gro&szlig;spurig lesen durfte, denn, so sagte der THW-Pr&auml;sident Broemme: &ldquo;Hier schwingt schon ein bisschen Angst mit.&rdquo; Dass die Deutschen dennoch kamen, wurde in japanischen Medien dankbar vermerkt. Ein blonder junger Freiwilliger aus Deutschland erkl&auml;rte stolz in einem Fernsehinterview, die THW-Helfer seien professionell auf ihre Mission vorbereitet. Drei Eins&auml;tze f&uuml;hrte das THW in Japan durch: der erste wurde wegen einer Tsunami-Warnung abgebrochen &ndash; das war unvermeidlich. Der zweite wurde abgebrochen, weil die Dunkelheit hereinbrach &ndash; da h&auml;tte auch ein rechtzeitiger Blick auf die Uhr helfen k&ouml;nnen. Und der dritte wurde abgebrochen wegen heranziehender Radioaktivit&auml;t. Das war offenbarer Verfolgungswahn. Die Japaner waren h&ouml;flich genug, die Deutschen danach noch kurzzeitig in der Etappe einzusetzen, um die Eins&auml;tze anderer ausl&auml;ndischer Teams zu koordinieren. Anschlie&szlig;end geleiteten die deutschen Spezialisten &ldquo;einige deutsch-japanische Ehepaare&rdquo; aus der Gegend um Sendai nach Tokyo. Nach sieben Tagen reiste das THW ab: Es gebe nichts mehr zu retten. Das Rettungsger&auml;t lie&szlig; man &uuml;brigens in Japan zur&uuml;ck. Einen Tag sp&auml;ter traf das t&uuml;rkische Hilfsteam in Japan ein. Das koreanische Team, ungef&auml;hr dreimal so gro&szlig; wie das deutsche und gleichzeitig eingetroffen, verlie&szlig; Japan erst am 23. M&auml;rz. Da hatte das THW in Deutschland bereits zwei Botschaften verbreitet: Man sei haarscharf nicht radioaktiv verseucht worden (das interessierte die deutsche &Ouml;ffentlichkeit am meisten), und es sei &ldquo;ein eher chaotischer Einsatz&rdquo; gewesen &ndash; was nat&uuml;rlich nicht den Deutschen anzulasten war, sondern den Japanern, von denen Bayerns Innenminister Herrmann behauptete, &ldquo;die Funktionsweise ihres Katastrophenschutzes ist offensichtlich nicht optimal.&rdquo; Zu dieser Zeit hatte der japanische Katastrophenschutz gerade 400 000 Menschen unter schwierigsten Umst&auml;nden zu betreuen. Ein anderer deutscher Rettungsdienst zog es vor, am Flughafen umzukehren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/print\/die_welt\/kultur\/article12983447\/Apokalypse-jetzt.html\">WELT<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Libyen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Gaddafis Neoliberaler ist nun Rebellenchef<\/strong><br>\nVon Beginn an gaben die libyschen Rebellen R&auml;tsel auf &ndash; was dazu beitrug, dass sich die USA ihre Unterst&uuml;tzung relativ lange &uuml;berlegten. Seit voriger Woche existiert nun eine libysche Gegenregierung, gef&uuml;hrt von Mahmud Jibril. Bis dahin war das politische Instrument der Opposition ein Nationaler &Uuml;bergangsrat, dessen Pr&auml;sident Exjustizminister Mustafa Abdul Jalil und dessen &ldquo;Vorsitzender der Exekutive&rdquo; bereits Jibril war. Insofern ist es logisch, dass Jibril nun zum Regierungschef bestimmt wurde. [&hellip;]<br>\nMahmud Jibril, der bereits im Ausland f&uuml;r den Nationalrat verhandelt hat, ist eine der wenigen libyschen Oppositionsfiguren (ausgenommen die Exillibyer), die in der freien Welt ganz gut vernetzt sind. Jibril ist 1952 in Bengasi geboren, hat in Kairo und danach in Pittsburgh in den USA studiert und dort seinen Master und sein Doktorat in &ldquo;Strategischer Planung&rdquo; gemacht. Etliche Jahre unterrichtete er sein Fach in Pittsburgh und schrieb dazu B&uuml;cher. F&uuml;r etliche arabische Regierungen &ndash; auch die libysche &ndash; erstellte und managte er Trainingsprogramme f&uuml;r F&uuml;hrungskr&auml;fte, die sich die wirtschaftliche &Ouml;ffnung ihrer L&auml;nder vorgenommen hatten. 2007 trat er vollends in die Dienste Muammar al-Gaddafis: Der Neoliberale Jibril wurde Chef des NEDB, des National Economic Development Board. Die Sanktionszeit war vorbei, die libysche Wirtschaft sollte auf Vordermann gebracht werden. Manche sagen, dass er dabei brav den Ratschl&auml;gen von US-Konsulenten folgte und damit auch die Interessen seiner amerikanischen Freunde vertrat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1297821681247\/Kopf-des-Tages-Gaddafis-Neoliberaler-ist-nun-Rebellenchef\">Der Standard<\/a><\/li>\n<li><strong>Frattini schl&auml;gt Exil f&uuml;r Ghadhafi als Ausweg aus Libyen-Krise vor<\/strong><br>\nItalien habe einen Plan und werde &laquo;sehen, ob daraus ein deutsch-italienischer Vorschlag&raquo; werden k&ouml;nne, sagte Frattini weiter. Frattini will den Plan am Dienstag in London vorstellen, wenn sich die Aussenminister der an der internationalen Milit&auml;rkoalition gegen Ghadhafi beteiligten L&auml;nder sowie andere Staaten der Region treffen. Der Plan sieht demnach einen von der Uno &uuml;berwachten Waffenstillstand vor. Zudem seien umfangreiche Kontakte mit den wichtigsten St&auml;mmen des Landes und ein &laquo;st&auml;ndiger humanit&auml;rer Korridor&raquo; geplant, an dem Italien bereits mit der T&uuml;rkei arbeite.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/politik\/international\/frattini_libyen-krise_1.10045489.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wenn Kriegsgegner dahingehend argumentieren, dass das Bleiben Gaddafis eher hinzunehmen ist als ein B&uuml;rgerkrieg, dann sollte man den italienischen Vorschlag zumindest in Erw&auml;gung ziehen. Vielleicht sollte sich die internationale Gemeinschaft sogar einmal generell &uuml;berlegen, ob es nicht realpolitisch sinnvoll w&auml;re, Diktatoren und ihrem Anhang ein Exil zu gew&auml;hren, bevor diese mit dem R&uuml;cken zur Wand einen blutigen B&uuml;rgerkrieg entfesseln. Nat&uuml;rlich stehen solche &Uuml;berlegungen kontr&auml;r zur Absicht, Diktatoren, die gegen Menschenrechte versto&szlig;en haben, vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu bringen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Britanniens Krieg und Krise: Eine Schlacht f&uuml;r alle Fronten<\/strong><br>\nR&uuml;ckkehr zur Kanonenbootpolitik: Mit ihrem Bombardement von Libyen lenkt die britische Regierung von Problemen ab, die f&uuml;r sie weitaus gef&auml;hrlicher sind als Muammar al-Gaddafi. Denn der Regierung steht  eine grosse innenpolitische Auseinandersetzung um ihre Abbaupl&auml;ne beim Service public bevor. Da hilft es, dass sich die Medien &ndash; insbesondere die Boulevardpresse &ndash; f&uuml;r eine vermeintlich gute Sache begeistern (den Schutz der Schwachen, den Kampf gegen Diktatoren) und laufend Bilder von heldenhaften Piloten zeigen, die &laquo;f&uuml;r die Demokratie ihr Leben riskieren&raquo;. Ablenkung der &Ouml;ffentlichkeit ist schon immer ein guter Kriegsgrund gewesen. Das hatte Margaret Thatcher demonstriert, als sie 1982 den Krieg um die Malvinas, die Falklandinseln, vom Zaun brach. Die damals h&ouml;chst unpopul&auml;re Premierministerin gewann kurz danach die Unterhauswahl.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/artikel\/2011\/nr12\/international\/20521.html\">WOZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Auch in diesem Artikel werden die Interessen britischer Energiekonzerne, die Libyens Bodensch&auml;tze ausbeuten m&ouml;chten, thematisiert. Die Kritik an der kriegerischen Intervention in Libyen tut sich keinen Gefallen, wenn sie wie ein Mantra die These vor sich her tr&auml;gt, dass es den Kriegswilligen um das Erd&ouml;l ginge. Festzuhalten ist, dass die Erd&ouml;lkonzerne gerade mit Gaddafi gl&auml;nzende Gesch&auml;fte machen konnten, der als Autokrat keinerlei R&uuml;cksicht auf die Meinung anderer nehmen musste. Wenn es in Libyen zu demokratischen Meinungsbildungsprozessen kommen sollte, werden es die Konzerne sehr viel schwerer haben, vielf&auml;ltigeren Interessengruppen gerecht zu werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>NRW: Islamfeinde als Verfassungsfeinde<\/strong><br>\nDer Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen hat die Bewertung von islamfeindlichen &bdquo;Pro&ldquo;-Gruppierungen versch&auml;rft und damit &uuml;ber das Bundesland hinaus ein Signal gesetzt. Der Versuch von &bdquo;Pro NRW&ldquo;, &bdquo;durch ein b&uuml;rgerliches Gewand den Stempel der Verfassungsfeindlichkeit um jeden Preis zu vermeiden, ist gescheitert&ldquo;, sagte am Montag Landesinnenminister Ralf J&auml;ger (SPD) in D&uuml;sseldorf bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts f&uuml;r das Jahr 2010. In der umfangreichen Brosch&uuml;re werden im Kapitel &uuml;ber den Rechtsextremismus &bdquo;Pro NRW&ldquo; und der eng liierten Gruppierung &bdquo;Pro K&ouml;ln&ldquo; mit zusammen 350 Mitgliedern &bdquo;tats&auml;chliche Anhaltspunkte f&uuml;r verfassungsfeindliche Bestrebungen&ldquo; bescheinigt.<br>\nDie gr&ouml;&szlig;te Gefahr geht allerdings laut J&auml;ger weiterhin vom islamistischen Terrorismus aus. Der Minister warnte vor dschihadistischer Internetpropaganda. Die Islamische Bewegung Usbekistans versuche, Jugendlichen einzutrichtern, &bdquo;Schlachtfelder zu besiedeln&ldquo;. 4500 ausl&auml;ndische Extremisten jeder Couleur halten sich in Nordrhein-Westfalen auf. &ndash; Im Bericht des Verfassungsschutzes wird zudem die &uuml;ber Tarnnamen laufende Werbung von Scientology bei Youtube und Facebook entlarvt.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/islamfeinde-als-verfassungsfeinde\/3997880.html\">Tagesspiegel<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.im.nrw.de\/sch\/doks\/vs\/Verfassungsschutzbericht_2010_presse.pdf\">Verfassungsschutzbericht [PDF &ndash; 4.2 MB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>K&ouml;nigsm&ouml;rder dringend gesucht<\/strong><br>\nWesterwelle als Witzfigur: Manche in der FDP-Parteispitze lachen schallend &uuml;ber den Auftritt ihres Chefs nach den Wahlniederlagen in Rheinland-Pfalz und Baden-W&uuml;rttemberg. Sein &ldquo;Wir haben verstanden&rdquo; haben sie schon zu oft geh&ouml;rt. Jetzt sollen endlich K&ouml;pfe rollen &ndash; am besten auch der des gro&szlig;en Vorsitzenden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/fdp-westerwelle-nach-dem-wahldebakel-koenigsmoerder-dringend-gesucht-1.1078297\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Bessere &ouml;konomische Bildung: problemorientiert, pluralistisch, multidisziplin&auml;r<\/strong><br>\nDie Frage, &uuml;ber welches &ouml;konomische Wissen und K&ouml;nnen alle Menschen verf&uuml;gen sollen und wie man es f&ouml;rdern, diagnostizieren und vielleicht auch messen kann, steht im Zentrum der wirtschaftsdidaktischen Forschung. In den Bildungsstandards der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r &ouml;konomische Bildung (DeG&ouml;B) definieren wirtschaftsdidaktische Expertinnen und Experten als wesentliches Ziel f&uuml;r das allgemeine Schulwesen: &bdquo;&Ouml;konomische Bildung soll Menschen zu einem m&uuml;ndigen Urteil, zur Selbstbestimmung und zur verantwortlichen Mitgestaltung bef&auml;higen.&ldquo; Damit grenzen sie sich deutlich ab gegen m&ouml;gliche Einseitigkeiten. In den Leitzielen der DeG&ouml;B wird weiter ausgef&uuml;hrt: &bdquo;&Ouml;konomische Bildung w&auml;re keine umfassende Pers&ouml;nlichkeitsbildung, w&uuml;rde sie sich nur auf die Vermittlung praktisch-wirtschaftlicher T&auml;tigkeiten beschr&auml;nken. Es geht ihr weder allein darum, zur Optimierung von Konsum- oder Anlageentscheidungen beizutragen, noch darum, spezifische Akzeptanzen zu f&ouml;rdern wie etwa f&uuml;r die freie Marktwirtschaft, die soziale Ungleichheit als Leistungsanreiz, eine bestimmte Form der Geldanlage oder aber eine bestimmte Interessenpolitik. Dies w&uuml;rde die kritisch-reflexive Dimension von Bildung ausblenden.&ldquo;<br>\nAn diesen programmatischen wirtschaftsdidaktischen Grunds&auml;tzen m&uuml;ssen sich Konzeptionen &ouml;konomischer Bildung f&uuml;r die Schule messen lassen. Im Oktober 2010 hat der Gemeinschaftsausschuss der Deutschen Gewerblichen Wirtschaft (GGW), getragen von 15 gro&szlig;en Wirtschaftsverb&auml;nden, Bildungsstandards und Standards f&uuml;r die Lehrerbildung f&uuml;r ein neues Unterrichtsfach &bdquo;&Ouml;konomie&ldquo; an allgemeinbildenden Schulen ver&ouml;ffentlicht. Die Verb&auml;nde hatten ihre Standards just dann in Auftrag gegeben, als die wissenschaftliche Fachgesellschaft DeG&ouml;B ihre Standards f&uuml;r alle Schulstufen fertig gestellt hatte.<br>\nWarum verdient ein solches Gutachten, dessen Halbwertzeit unbekannt ist, Aufmerksamkeit? Das GGW-Gutachten ist politisch relevant, da wichtige wirtschaftliche Interessenverb&auml;nde damit die Bildungspolitik beeinflussen wollen. Es ist aber auch wissenschaftlich bemerkenswert, weil es zeigt, wie eine &ouml;konomische Bildung an Schulen auss&auml;he, die sich dominant der Denkschemata der &Ouml;konomik bedient. Mit &Ouml;konomik bezeichnen wir hier stark vereinfacht den orthodoxen Mainstream der Volkswirtschaftslehre. Das Gutachten bietet also Anlass f&uuml;r eine fachdidaktische und eine bildungspolitische Auseinandersetzung, aber auch f&uuml;r eine gesellschaftliche Wertedebatte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/files\/EPCQ28.pdf\">APuZ 12\/2011 &bdquo;&Ouml;konomische Bildung&ldquo; [2.1 MB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Verk&uuml;rzte Gymnasialzeit: Geraubte Jugend<\/strong><br>\nDie verk&uuml;rzte Gymnasialzeit macht Sch&uuml;ler zu Sklaven eines selbstverliebten Bildungssystems. Im Grunde kann man seit der Einf&uuml;hrung von G 8 an allen zum Abitur f&uuml;hrenden Schulen das gleiche beobachten &ndash; die Jugendlichen werden zu Lernrobotern, denen die Freude am Leben und Erleben genommen wird. Nat&uuml;rlich wollte das niemand so, klar, wer bekennt sich schon als vors&auml;tzlicher Kinderqu&auml;ler. Die Kultusministerien hatten gemeint, das eine Schuljahr opfern zu m&uuml;ssen, damit deutsche Kinder beim Studienbeginn nicht &auml;lter als die der europ&auml;ischen Nachbarn sind. Die Kultusb&uuml;rokratien der L&auml;nder aber, Repr&auml;sentanten eines selbstverliebten Bildungssystems, verweigerten die notwendigen Konsequenzen aus der politischen Willensbekundung ihrer Dienstherren. Sie entr&uuml;mpelten die Lehrpl&auml;ne nicht etwa in angemessener Weise, sondern versuchten, das Schulbuchwissen von bislang neun fast in vollem Umfang in acht Gymnasialjahre hineinzupressen.<br>\nDie Eltern, die jetzt f&uuml;r grundst&auml;ndige Berliner Gymnasien beim Bildungssenator die Einrichtung zus&auml;tzlicher f&uuml;nfter Klassen beantragen, sind vom gestiegenen Interesse an nachgefragten Gymnasien getrieben. Sie sollten sich nicht zu sicher sein, ihren Kindern damit einen Gefallen zu tun. Gut m&ouml;glich hingegen, dass sich die bislang noch nicht so beliebten Sekundarschulen, die in 13 Schuljahren zum Abitur f&uuml;hren, bald wachsender Beliebtheit erfreuen. Gerade unter den gerechten Bedingungen des Zentralabiturs z&auml;hlt allein der Notenschnitt f&uuml;r die Studienberechtigung und nicht die Schule, an der er erreicht wurde. Und ob die Reifepr&uuml;fung nach zw&ouml;lf Jahren oder einem mehr abgelegt wurde, fragt auch niemand nach. &ndash; G 8 in der jetzigen Form ist jedenfalls ein Beispiel daf&uuml;r, dass der hochgelobte Bildungsf&ouml;deralismus nicht davor feit, dass eine Reform gr&uuml;ndlich in die Hose geht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/geraubte-jugend\/3990770.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>das Allerletzte: Antwort vom Bund der Steuerzahler<\/strong><br>\nUnsere Leserin U.B. schlug dem Bund der Steuerzahler vor, neben der Schulden- doch auch die <a href=\"\/?p=8794\">Reichtumsuhr<\/a> aufzustellen. Die Antwort der Lobbyorganisation kam prompt und ist so skurril, dass wir sie unseren Lesern nicht vorenthalten wollen:<br>\nDas von Ihnen aufgeworfene Problem d&uuml;rfte weltanschaulicher Natur sein, so dass wir hier ggf. nicht zu einem Konsens kommen (m&uuml;ssen). Deshalb nur so viel:<br>\nIch gehe davon aus, dass Sie andeuten wollen, es g&auml;be ausreichendes Privatverm&ouml;gen, um die Staatsschulden zu tilgen. Nat&uuml;rlich w&auml;re dies theoretisch und einmalig m&ouml;glich. Die Frage ist nur, ob das langfristig der Gesellschaft nutzt. Denn solch ein konfiskatorischer Staatseingriff w&uuml;rde die Leistungsbereitschaft der Bev&ouml;lkerung massiv senken. Am Ende w&auml;ren dann alle arm oder gar bankrott, wie die vielen planwirtschaftlichen Experimente gezeigt haben.<br>\nDoch man muss gar nicht den Extremfall einer Kommandowirtschaft bem&uuml;hen. OECD-Studien f&uuml;r marktwirtschaftliche Industriestaaten zeigen, dass eine niedrige Staatsverschuldung cet. par. f&uuml;r ein gr&ouml;&szlig;eres Wirtschaftswachstum sorgt. Zudem sind Versuche, Haushaltsl&ouml;cher &uuml;ber h&ouml;here Einnahmen zu schlie&szlig;en, &agrave; priori und empirisch betrachtet erfolglos. Es liegt in der Natur des politischen Prozesses, dass neue Staatsausgaben schneller erfunden als &uuml;ber h&ouml;here Einnahmen erarbeitet werden k&ouml;nnen&hellip;\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Der Bund der Steuerzahler scheint noch nicht einmal zu begreifen, bei wem der Staat eigentlich verschuldet ist. Der Staat verschuldet sich ja nicht im luftleeren Raum &ndash; die Schulden des &ouml;ffentlichen Sektors tauchen auf der anderen Seite als Forderungen des privaten Sektors wieder auf. Selbstverst&auml;ndlich k&ouml;nnte man diese Forderungen mit Sonderabgaben, die man dem privaten Sektor entnimmt, bedienen, ohne dass &bdquo;am Ende dann alle arm oder gar bankrott&ldquo; w&auml;ren. Doch bereits diese skurrile Extrembeispiel zeigt, dass man beim Bund der Steuerzahler nicht einmal die Grundproblematik der Gegen&uuml;berstellung von privaten Verm&ouml;gen und staatlichen Schulden verstehen will. Dies Alles passt jedoch nahtlos in die <a href=\"\/?p=8073\">Geschichte<\/a> der neoliberalen Lobbyorganisation, die sich Bund der Steuerzahler nennt und letztlich doch nur die Interessen der Verm&ouml;genden vertritt.<\/em><\/p>\n<p><em>Inspiriert durch die NachDenkSeiten hat auch Arne Babenhauserheide eine sehr &uuml;bersichtliche Schulden- und Verm&ouml;gensuhr <a href=\"http:\/\/draketo.de\/proj\/schuldenuhr-vermoegensuhr\/\">ins Netz gestellt<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Landtagswahlen; Der Finanzsektor blutet uns aus; Dani Rodrik &ndash; Strukturwandel als Wachstumsvernichter; Neue Notinfusion f&uuml;r Irlands Banken; Auch Commerzbank soll Anleger get&auml;uscht haben; Zahlreiche Verfahren gegen Zertifikateemittenten; Schr&auml;glage in der Eurozone; Wall Streets Interesse an toxischen Papieren; Dax-Unternehmen verw&ouml;hnen Aktion&auml;re; Frank Schirrmacher: Die neun Gemeinpl&auml;tze des Atomfreunds; Dubioser Iran-Deal<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8872\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-8872","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8872","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8872"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8872\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8875,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8872\/revisions\/8875"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8872"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8872"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8872"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}