{"id":88857,"date":"2022-10-05T12:42:51","date_gmt":"2022-10-05T10:42:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88857"},"modified":"2022-10-05T16:47:41","modified_gmt":"2022-10-05T14:47:41","slug":"doppelwumms-mit-vielen-fragezeichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88857","title":{"rendered":"Doppelwumms mit vielen Fragezeichen"},"content":{"rendered":"<p>Die von Olaf Scholz am Donnerstag mit dem eing&auml;ngig-albernen Begriff &bdquo;Doppelwumms&ldquo; angek&uuml;ndigte Gaspreisbremse ist eine volkswirtschaftlich sinnvolle Ma&szlig;nahme zum richtigen Zeitpunkt. Jedoch gibt es bislang wenig verl&auml;ssliche Informationen, wie die Gaspreisbremse eigentlich konkret aussehen soll. Das ist auch kein Wunder, da diese Fragen zurzeit in einem Expertengremium gekl&auml;rt werden und Mitte des Monats dann ein fertiges Konzept pr&auml;sentiert werden soll. Ob der &bdquo;Doppelwumms&ldquo; seinen Namen verdient, muss sich also erst noch zeigen. Im schlimmsten Fall verpufft er wirkungslos, im besten Fall ist er durchaus geeignet, die deutsche Volkswirtschaft weitestgehend vor den negativen Folgen der Sanktionspolitik abzuschirmen &ndash; jedoch zu einem hohen Preis. Ein Herumdoktern an den Symptomen sollte den Blick auf die Ursachen der Krise nicht verstellen. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2074\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-88857-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221005_Doppelwumms_mit_vielen_Fragezeichen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221005_Doppelwumms_mit_vielen_Fragezeichen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221005_Doppelwumms_mit_vielen_Fragezeichen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221005_Doppelwumms_mit_vielen_Fragezeichen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=88857-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221005_Doppelwumms_mit_vielen_Fragezeichen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"221005_Doppelwumms_mit_vielen_Fragezeichen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Warum hat sich der Preis f&uuml;r Gas in derartige H&ouml;hen katapultiert, dass ein normaler Haushalt mit einer Vervierfachung seiner Heizkosten rechnen muss? Die Antwort ist einfach: Es geht &ndash; wie immer bei der Preisbildung &ndash; um Angebot und Nachfrage. Nachdem Deutschland bei steigender Nachfrage <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80121\">seit dem Herbst 2021<\/a> St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck weniger Erdgas von seinem bis dahin gr&ouml;&szlig;ten Lieferanten Russland bezog, bewegten sich die Preise nach oben. Sp&auml;testens seit der Sprengung von Nord Stream ist klar, dass das Angebot mittel- bis langfristig knapp, die Preise dementsprechend hoch sein werden. Dass die Alternative LNG ohnehin deutlich teurer als das &bdquo;billige&ldquo; Pipelinegas aus Sibirien ist, tut sein &Uuml;briges. Die Zeiten der preiswerten Energie sind vorbei. Es ist jedoch auch so, dass der momentane Preis zus&auml;tzlich von Marktexzessen getrieben ist und sich zumindest langfristig auf einem Niveau einpendeln d&uuml;rfte, das zwar deutlich &uuml;ber dem Preis des letzten Jahrzehnts, aber auch deutlich unter dem zurzeit verlangten &bdquo;Krisenpreis&ldquo; liegt. <\/p><p>Da es der Bundesregierung nach der Sprengung von Nord Stream und den polnischen Sanktionen gegen die Jamal-Pipeline &ndash; selbst bei politischem Willen &ndash; nicht m&ouml;glich w&auml;re, den Preis &uuml;ber eine kurzfristige Erh&ouml;hung des Angebots zu entsch&auml;rfen, ist es durchaus sinnvoll, die mittelfristig anfallenden &bdquo;Krisenpreise&ldquo; durch ein sinnvolles Instrument zu subventionieren, um damit au&szlig;erordentliche H&auml;rten f&uuml;r Haushalte und Wirtschaftsbetriebe abzufedern und einen verheerenden Einbruch der Binnennachfrage zu verhindern. Und dies sollte so schnell wie m&ouml;glich geschehen, da derartige wirtschaftspolitische Ma&szlig;nahmen im Sinne eines &bdquo;Deficit Spending&ldquo; die beste Wirkung entfalten, wenn sie mit m&ouml;glichst gro&szlig;em Volumen gleich zum Beginn einer Rezession stattfinden. Denn wenn die Haushalte erst einmal ihre Konsumausgaben zur&uuml;ckgefahren haben, setzt sich eine Kette von Ereignissen in Gang, die fatale Auswirkungen hat &ndash; die Ausgaben der Haushalte sind schlie&szlig;lich die Einnahmen der Unternehmen. <\/p><p>Aus diesen Gr&uuml;nden ist ein &bdquo;Doppelwumms&ldquo; bitter n&ouml;tig. Die entscheidende Frage ist eher, ob die Gaspreisbremse auch geeignet ist, um einen Einbruch der Binnenkonjunktur zu verhindern, und parallel dazu Betriebe entlastet, die besonders unter den hohen Energiepreisen leiden. Gaspreisbremse ist n&auml;mlich nicht gleich Gaspreisbremse und f&uuml;r welches Modell sich die Bundesregierung entscheiden wird, ist zurzeit noch vollkommen offen; genauso wie die H&ouml;he der Subventionen. Es gibt vier verschiedene Modelle, die zumindest theoretisch alle noch im Rennen sind.<\/p><ol>\n<li>Energiesparbonus<\/li>\n<\/ol><p>Das Instrument des Energiesparbonus wurde von der SPD-Energieexpertin Nina Scheer in die Debatte eingef&uuml;hrt. Kern des Instruments ist es, Haushalte im Verh&auml;ltnis ihrer Einsparungen zu entlasten. Wer weniger Gas als im Vorjahr verbraucht, soll r&uuml;ckwirkend mit einer Pr&auml;mie belohnt werden.<\/p><p>Dieses Modell ist von allen zur Debatte stehenden das schlechteste, da das Geld r&uuml;ckwirkend ausgezahlt wird und damit so gut wie gar keinen Einfluss auf die Binnennachfrage hat. Zudem ist es sozial unausgewogen, da nicht jeder Haushalt die M&ouml;glichkeiten hat, im gleichen Ma&szlig;e Energie einzusparen. Belohnt werden bei diesem Modell paradoxerweise vor allem die Haushalte, die im letzten Jahr &bdquo;ohne Sinn und Verstand&ldquo; die Heizung laufen lie&szlig;en. Wie relevante Einsparungen im Gewerbe vorgenommen werden k&ouml;nnen, ist von Branche zu Branche unterschiedlich und hat neben der konjunkturellen Lage vor allem etwas mit dem zur Verf&uuml;gung stehenden Investitionsvolumen zu tun. Krisenzeiten sind aber vor allem f&uuml;r besonders betroffene Betriebe nicht der beste Zeitpunkt f&uuml;r teure Investitionen. <\/p><p>Dieses Modell ist eher ein &bdquo;W&uuml;mmschen&ldquo; als ein &bdquo;Doppelwumms&ldquo; und sollte daher auch nicht ernsthaft in Erw&auml;gung gezogen werden.<\/p><ol start=\"2\">\n<li>Subventionierter Grundverbrauch<\/li>\n<\/ol><p>Ernsthaftere Chancen hat da schon das Gaspreisdeckelmodell der &Ouml;konomen Dullien und Weber. Hier wird ein vorher festgelegter Grundverbrauch zu einem deutlich subventionierten Preis angeboten. Der Versorger kriegt daf&uuml;r vom Staat einen Ausgleich zwischen den realen Kosten und den Einnahmen f&uuml;r dieses Kontingent. Im Entwurf ist von einem Grundverbrauch von 8.000 Kilowattstunden pro Jahr und einem subventionierten Preis von 7,5 Cent pro Kilowattstunde die Rede. Alles, was dar&uuml;ber hinausgeht, wird zu dem Preis abgerechnet, den der Versorger seinen Kunden bereits mitgeteilt hat. Dieses Modell soll angeblich besonders zielgenau und sozial ausgewogen sein. Letzteres stimmt zumindest im Ansatz, da die meisten finanziell schwachen Haushalte in vergleichsweise kleinen Wohnungen leben und so nicht mehr als den Grundverbrauch verbrauchen. Es wohnt jedoch nicht jeder in einer kleinen Mietwohnung &ndash; gerade die von den Gaspreisen besonders bedrohten Bewohner &auml;lterer und damit nicht optimal energiesanierter Einfamilienh&auml;user werden &uuml;ber dieses Modell vergleichsweise wenig entlastet, da ihr Gasverbrauch in aller Regel deutlich &uuml;ber dem Grundverbrauch liegt. Dieses Modell ist also eher &bdquo;sozial ausgeglichen&ldquo; als volkswirtschaftlich sinnvoll, da es nicht wirklich geeignet ist, die Kaufkraft der Mittelschicht zu bewahren und damit die Binnennachfrage auf breiter Ebene zu stabilisieren.<\/p><p>Ein zweites Problem bei diesem Instrument ist die Bemessung nach Bewohnern. Dullien und Weber schlagen hier einen Zuschlag pro Haushaltsmitglied vor. Dummerweise wei&szlig; der Staat jedoch nicht immer und der Gasversorger sowieso nicht, wie viele Personen in einem Haushalt leben. Um die n&ouml;tigen Nachweise zu erbringen und korrekt abzurechnen, ist einiges an B&uuml;rokratie n&ouml;tig. Wie in diesem Modell das Gewerbe ber&uuml;cksichtigt werden soll, ist ebenfalls offen. <\/p><ol start=\"3\">\n<li>Fifty-Fifty-Modell<\/li>\n<\/ol><p>Mit weniger b&uuml;rokratischem Aufwand kommt das Fifty-Fifty-Modell aus, das vom nieders&auml;chsischen Ministerpr&auml;sidenten Weil und seinem Energieminister Lies entworfen wurde. Bei diesem Modell bildet der im Vorjahr gezahlte Durchschnittspreis die Basis. Die Mehrkosten, die in diesem Jahr gegen&uuml;ber dieser Basis anfallen, sollen jeweils zur H&auml;lfte vom Staat und von den Endverbrauchern getragen werden. Das ist sowohl transparent als auch vergleichsweise einfach umzusetzen und lie&szlig;e sich problemlos auch auf das Gewerbe ausweiten. Es gibt daher wenig Argumente, die gegen dieses Modell sprechen.<\/p><ol start=\"4\">\n<li>Subventionierter Sockelverbrauch<\/li>\n<\/ol><p>Das zurzeit wohl aussichtsreichste Modell stammt paradoxerweise nicht von den Ampelparteien, sondern geht auf einen Vorschlag der CDU zur&uuml;ck. Bei diesem Modell bildet der Vorjahresverbrauch die Basis. Jeder Haushalt soll in diesem Jahr f&uuml;r ein Kontingent von 75% bzw. 80% des Vorjahresverbrauchs Gas zu einem subventionierten Preis beziehen k&ouml;nnen. Alles, was dar&uuml;ber hinausgeht, muss zum normalen Preis bezahlt werden. Damit bietet dieses Modell einerseits &ndash; anders als das Modell von Dullien\/Weber &ndash; f&uuml;r alle Haushalte eine finanzielle Erleichterung und bietet den B&uuml;rgern zudem eine klare Kalkulationsgrundlage und Anreize, Energie einzusparen, da jeder Kubikmeter, der &uuml;ber den individuellen Sockelverbrauch hinausgeht, ja zum teuren &bdquo;Marktpreis&ldquo; bezahlt werden muss. Ein weiterer Vorteil dieses Modells ist, dass es sich auch problemlos eins zu eins auf das Gewerbe &uuml;bertragen lie&szlig;e. <\/p><p><strong>Fragezeichen beim Preis<\/strong><\/p><p>W&auml;hrend die Modelle 1 und 2 also aus volkswirtschaftlicher Sicht abzulehnen und die Modelle 3 und 4 zu begr&uuml;&szlig;en sind, hat vor allem das zurzeit wohl aussichtsreichste Modell 4 das Problem, dass die H&ouml;he der Subventionen sich nicht aus dem Modell ergibt, sondern eine politische Gr&ouml;&szlig;e ist. Daher ist es auch nicht m&ouml;glich, dieses Modell wirklich seri&ouml;s zu bewerten. Es macht einen gro&szlig;en Unterschied, ob der subventionierte Preis beispielsweise sehr niedrig bei 7,5 Cent pro Kilowattstunde oder sehr hoch bei 20 Cent pro Kilowattstunde festgelegt wird. Die Preisfestlegung ist dabei alles andere als trivial, da hier verschiedene Faktoren eine Rolle spielen.<\/p><p>Neben dem offensichtlichen Faktor der Finanzierbarkeit besteht bei hohen Subventionen nat&uuml;rlich immer die Gefahr, dass sie psychologisch so gut wirken, dass die Haushalte ihren Verbrauch nicht verringern. Das w&uuml;rde zum ber&uuml;hmten Teufelskreis f&uuml;hren &ndash; je weniger eingespart wird, desto knapper das Angebot, desto h&ouml;her der Gaspreis und desto teurer die Subventionen. Hinzu kommt, dass es auch physisch zu einer Gasmangellage <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86817\">kommen kann<\/a>, ja kommen wird, wenn der Verbrauch nicht deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegt. <\/p><p>Daher stellt die Feinjustierung des subventionierten Preises ein echtes Problem dar. Ist er zu gering festgelegt, ist das gut f&uuml;r die Binnennachfrage, daf&uuml;r laufen die Kosten aus dem Ruder und im schlimmsten Falle geht dem Land sogar das Gas aus. Ist er jedoch zu hoch festgelegt, minimiert sich der positive Effekt f&uuml;r die Binnennachfrage, womit das Risiko einer schweren Wirtschaftskrise steigt.<\/p><p><strong>Es knirscht im Ampel-Geb&auml;lk<\/strong><\/p><p>Es ist unverkennbar, dass es im Geb&auml;lk der Ampel knirscht. Bei der Gaspreisbremse treffen die ideologischen Unterschiede der Parteien frontal aufeinander. Den Gr&uuml;nen kann der Energiepreis bekanntlich gar nicht hoch genug sein, da er f&uuml;r sie der entscheidende Faktor f&uuml;r die Forcierung der von ihnen propagierten Energiewende ist. Es ist schon verr&uuml;ckt. Ging es in den letzten Jahren immer darum, die Vorz&uuml;ge der Energiewende mit den Nachteilen f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung in Einklang zu bringen, haben wir nun die massiven Nachteile, ohne dass in Sachen Energiewende auch nur ein klitzekleiner Erfolg zu erzielen w&auml;re. Im Gegenteil. Kernkraft und Kohle sind wichtiger denn je und das vergleichsweise klimafreundliche Erdgas aus Russland wird gegen klimasch&auml;dliches LNG aus den USA und Katar ausgetauscht. Das mag im Sinne der Gr&uuml;nen ja geopolitisch wunderbar sein; f&uuml;r die Klimafrage ist es verheerend. <\/p><p>&Auml;hnlich gro&szlig; ist der innere Spagat der FDP. Auf der einen Seite predigen die Liberalen die Weisheit der M&auml;rkte und halten jeden Eingriff des Staates f&uuml;r Teufelswerk. Auf der anderen Seite sieht sich die FDP jedoch auch als Schutzherrin der Wirtschaft und kann nicht sehenden Auges die Volkswirtschaft in eine tiefe Krise schlittern lassen. <\/p><p>Vergleichsweise einfach hat es da die SPD, aus deren Reihen die Rufe nach einer Gaspreisbremse ja auch am lautesten sind. Dummerweise ist die Partei jedoch auf ihre beiden Koalitionspartner angewiesen, die lieber ideologisch irrlichtern, als sich auf vern&uuml;nftige Kompromisse einzulassen. <\/p><p>Dass gerade die Ampel trotz Schuldenbremse und ideologischen Scheuklappen bei den beiden Juniorpartnern sich nun doch noch, kurz bevor es zu sp&auml;t w&auml;re, zu einer Gaspreisbremse entschlossen hat, ist &uuml;berraschend. Man kann nur spekulieren, was die Regierungsparteien letztlich dazu bewogen hat. Die Angst vor einem &bdquo;hei&szlig;en Winter&ldquo; steht dabei sicherlich an erster Stelle. Durch die angek&uuml;ndigten sp&uuml;rbaren Entlastungen ist erst einmal der Dampf aus dem Kessel. Es wird zwar zahlreiche Demonstrationen geben; da die &ouml;konomische Not jedoch begrenzt wird und wohl vor allem die Mittelschicht sp&uuml;rbar entlastet wird, d&uuml;rften die Proteste eher &uuml;berschaubar sein. Hier spielt es der Regierung nat&uuml;rlich auch in die Karten, dass durch die Sprengung von Nord Stream eine greifbare Alternative ausgefallen ist. <\/p><p><strong>War es das?<\/strong><\/p><p>So richtig und wichtig eine wirksame Gaspreisbremse ist, so klar ist es aber auch, dass es mit diesem Instrument nicht getan sein wird. Was ist mit den B&uuml;rgern, die mit &Ouml;l heizen? Was ist mit den Pelletheizungen und mit Fernw&auml;rme? Alle Formen der Heizenergie haben sich schlie&szlig;lich in diesem Jahr massiv verteuert. Eine Gaspreisbremse ist relativ einfach umzusetzen, da die Versorger die n&ouml;tigen Daten ihrer Kunden haben. Bei &Ouml;l, Holz und Pellets ist das nicht der Fall. Zudem steht immer noch das wom&ouml;glich viel gr&ouml;&szlig;ere Problem der Stromkosten au&szlig;en vor. Hier sind die Bedrohungen f&uuml;r die Haushalte und vor allem f&uuml;r Industrie noch gr&ouml;&szlig;er als bei der Gasproblematik. Die Gaspreisbremse ist der erste Schritt, ihm m&uuml;ssen weitere folgen.<\/p><p>Es ist nicht nur das &uuml;bliche &bdquo;ceterum censeo&ldquo;, wenn man an dieser Stelle noch einmal klipp und klar darauf hinweist, dass es letztlich wenig bringen wird, wenn man an den Symptomen herumdoktert und die Ursachen ignoriert. Auch wenn es momentan mehr und mehr aus dem Blickfeld ger&auml;t &ndash; langfristig wird Europa seinen Wohlstand ohne bezahlbare Energie aus Russland nicht halten k&ouml;nnen. Wir haben die Wahl. Wir k&ouml;nnen uns mit sehr teuren, schuldenfinanzierten Schutzschirmen &uuml;ber die n&auml;chsten Jahre retten. Damit schieben wir die unvermeidliche Frage jedoch nur hinaus. Denn wenn der &bdquo;Doppelwumms&ldquo; sich 2024 ausgewummst hat, werden Gas und Strom immer noch deutlich teurer sein als vor der Krise. Die grundlegenden Fragen k&ouml;nnen solche politischen Notl&ouml;sungen nicht beantworten. Man kann nur hoffen, dass man die gewonnene Zeit sinnvoll nutzt und klarer sieht, wenn der Rauch der Kanonen in der Ukraine sich einmal verzogen hat. <\/p><p>Titelbild: BrightRainbow\/shutterstock.com<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/040ecd9cf0bd413880b6043edfa76329\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die von Olaf Scholz am Donnerstag mit dem eing&auml;ngig-albernen Begriff &bdquo;Doppelwumms&ldquo; angek&uuml;ndigte Gaspreisbremse ist eine volkswirtschaftlich sinnvolle Ma&szlig;nahme zum richtigen Zeitpunkt. Jedoch gibt es bislang wenig verl&auml;ssliche Informationen, wie die Gaspreisbremse eigentlich konkret aussehen soll. 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