{"id":88951,"date":"2022-10-09T09:00:56","date_gmt":"2022-10-09T07:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88951"},"modified":"2022-10-07T13:43:38","modified_gmt":"2022-10-07T11:43:38","slug":"hinweise-der-woche-277","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88951","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88951#h01\">Saudi-Arabien d&uuml;piert die Ampel: Die Bundesregierung l&auml;sst sich kraft- und machtlos vorf&uuml;hren <\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88951#h02\">&bdquo;Doppelwumms&rdquo; mit Folgen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88951#h03\">Die Ampel-Politik droht Land und Leute zu ruinieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88951#h04\">Something&rsquo;s gone wrong &ndash; oder was ist die &bdquo;eigentliche Ursache der Inflation&ldquo;?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88951#h05\">Nord Stream: Sabotage von Verhandlungen oder Putsch der Neocons?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88951#h06\">Klimaziel gekillt: RWE-Deal zum Kohleausstieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88951#h07\">Was ein Sieg der Ukraine f&uuml;r die USA und ihre Alliierten in Europa bedeuten w&uuml;rde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88951#h08\">US-Geheimdienste: Ukraine hat Anschlag auf &bdquo;Kriegspropagandistin&ldquo; Dugina ver&uuml;bt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88951#h09\">Berlin bereitet den Boden: Rechtsruck in Italien. Gastkommentar.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88951#h10\">Erst das Fressen, dann die Moral<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Saudi-Arabien d&uuml;piert die Ampel: Die Bundesregierung l&auml;sst sich kraft- und machtlos vorf&uuml;hren<\/strong><br>\nOlaf Scholz bat Riad um Hilfe bei der Energie. Waffenlieferungen wurden genehmigt. Nun drosselt die Opec die &Ouml;l-F&ouml;rdermengen. Putin freut sich.<br>\nAm Nasenring durch die Manege: Selten zuvor lie&szlig; sich eine deutsche Regierung kraft- und machtloser vorf&uuml;hren als in diesen Tagen. In Abwandlung eines Zitates von Wilhelm Busch kann ihr Zustand so charakterisiert werden: Ohne H&ouml;ren, ohne Sehen stehen Scholz und Habeck da; und sie fragen, was geschehen, und warum ihnen das geschah. Es geht um die Energiekrise, den nahenden Winter, die Inflation und die Sanktionen gegen Russland.<br>\nEine Schl&uuml;sselrolle in der Bew&auml;ltigungsstrategie der sich auft&uuml;rmenden Probleme spielt Saudi-Arabien. Das ist unangenehm. Im K&ouml;nigreich gibt es Massenexekutionen und Enthauptungen, Ehebrecherinnen werden gesteinigt, Homosexuelle geh&auml;ngt.<br>\nDie erzkonservative Klerikaldiktatur rangiert auf dem Freedom-Hose-Index als &bdquo;worst of the worst&ldquo; hinter dem Iran. Nach dem Mord an dem saudisch-amerikanischen Journalisten Jamal Khashoggi waren deutsche R&uuml;stungslieferungen vor vier Jahren ausgesetzt worden.<br>\nNun wurden sie wieder genehmigt. Vor einer Woche stimmte die Ampelkoalition, unter Berufung auf eine Ausnahmeregelung, dem Export von Ausr&uuml;stung und Munition f&uuml;r Kampfjets zu. Kurz zuvor war der Bundeskanzler in Riad zu Gast bei Thronfolger Mohammed bin Salman. Inst&auml;ndig warb er darum, dass die &Ouml;l-F&uuml;hrungsmacht alles tut, damit die Weltmarktpreise nicht weiter steigen. H&auml;tte die Bittstellerei Erfolg gehabt, w&auml;re sie wom&ouml;glich als weiteres St&uuml;ck dreckiger Realpolitik durchgegangen.<br>\nDoch was war der Dank? Unter F&uuml;hrung von Saudi-Arabien und Russland beschlossen am Mittwoch die Mitglieder der Gruppe Opec-Plus eine drastische K&uuml;rzung ihrer &Ouml;lf&ouml;rderung. Just zu Beginn der kalten Jahreszeit werden die Preise folglich weiter steigen, was Wladimir Putins Kriegskasse weiter f&uuml;llt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/saudi-arabien-dupiert-die-ampel-erst-der-kotau-dann-die-blamage-8720707.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin E.M.:<\/strong> D&uuml;pierung ist neben Nichtbeachtung und Spott die schmerzhafteste Form der Kritik. Das kommt davon, wenn Die Ampel keine respektablen Pers&ouml;nlichkeiten mit R&uuml;ckgrat und Haltung hat. Willy Brandt und Helmut Kohl w&auml;ren nie so d&uuml;piert worden. Aber wer bringt B&uuml;cklingen wie Robert Habeck noch Respekt entgegen?<\/em><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Noch mehr Sanktionen<\/strong><br>\nEU will Russland zum Verschleudern seines Erd&ouml;ls zwingen. US-Regierung &raquo;entt&auml;uscht&laquo; und emp&ouml;rt &uuml;ber F&ouml;rdersenkung der &raquo;OPEC plus&laquo;. [&hellip;]<br>\nMit den neuen Sanktionenen beginne auch die Umsetzung einer Vereinbarung der G7 &uuml;ber die Regulierung der russischen Erd&ouml;lexporte, hei&szlig;t es in der Erkl&auml;rung der EU-Kommission selbstherrlich. Die sieben gr&ouml;&szlig;ten Industriestaaten des Westens &ndash; USA, Frankreich, Deutschland, Gro&szlig;britannien, Italien, Japan und Kanada &ndash; hatten am 2. September eine sehr allgemein formulierte Absichtserkl&auml;rung &uuml;ber die Einf&uuml;hrung eines &raquo;Preisdeckels&laquo; f&uuml;r den Handel mit russischem Erd&ouml;l ver&ouml;ffentlicht. Ziel ist, Russland dazu zu zwingen, sein Erd&ouml;l weit unterhalb der Weltmarktpreise zu verkaufen. Das entscheidende Instrument soll nach dem Willen der G7 erheblicher Druck auf die europ&auml;ischen Schiffsversicherer sein, die in diesem Sektor mit angeblich 95 Prozent ein Weltmonopol haben. Ihnen soll verboten bleiben &ndash; eine entsprechende Entscheidung erging schon fr&uuml;her &ndash;, russische &Uuml;berseetransporte von Erd&ouml;l zu versichern, sofern der Preis pro Barrel nicht unterhalb einer erst noch zu beschlie&szlig;enden H&ouml;chstgrenze bleibt. Wie das funktionieren soll, ist nach wie vor ungekl&auml;rt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/436141.wirtschaftskrieg-noch-mehr-sanktionen.html\">junge Welt<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>&bdquo;Doppelwumms&rdquo; mit Folgen<\/strong><br>\nDas 200 Milliarden Euro schwere Berliner Entlastungspaket (&bdquo;Doppelwumms&ldquo;) st&ouml;&szlig;t in zahlreichen EU-Staaten auf ernsten Protest. Ursache ist, dass Berlin &ndash; alle Hilfsprogramme zusammengenommen &ndash; nun eine Summe in H&ouml;he von 8,3 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung zur Unterst&uuml;tzung nicht nur von Privathaushalten, sondern vor allem auch der Industrie aufbringen will. Das ist betr&auml;chtlich mehr, als alle anderen EU-Staaten locker machen k&ouml;nnen. Frankreich oder Spanien etwa planen Entlastungspakete im Wert von nur 2,9 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts. Damit l&auml;uft die Berliner Ma&szlig;nahme darauf hinaus, der deutschen Industrie sp&uuml;rbare Vorteile gegen&uuml;ber der Konkurrenz aus anderen EU-Staaten zu verschaffen. Unmut wird besonders aus Frankreich, Italien und Spanien laut. &bdquo;Die Reichen helfen ihren Firmen mit enormen Summen, w&auml;hrend die Armen dies nicht tun k&ouml;nnen&ldquo;, kritisiert Ungarns Ministerpr&auml;sident Viktor Orb&aacute;n. Forderungen nach einem schuldenfinanzierten EU-Entlastungspaket werden laut &ndash; auch, um die sich bereits abzeichnende Abwanderung von Unternehmen in die Vereinigten Staaten zu verhindern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/9042\">German Foreign Policy <\/a>\n<p>dazu: <strong>Wirtschaftskrieg stoppen!<\/strong><br>\nDie Regierungspolitik ist eine einzige Katastrophe. Die Existenzangst von Millionen Menschen wegen der explodierenden Energiekosten hat die Ampel bisher ignoriert. Der personifizierte Gipfel der Unf&auml;higkeit ist momentan Wirtschaftsminister Robert Habeck. Noch vor zehn Tagen verteidigte er seine unsoziale Gasumlage, die die bereits gebeutelten Gaskunden noch st&auml;rker belastet h&auml;tte. Aufgeregt schnauzte er die Opposition im Bundestag an, dass ihr nichts Besseres einfiele als &raquo;Die Gasumlage muss weg!&laquo; zu rufen. Eine Woche sp&auml;ter wurde die Gasumlage von der Ampel begraben &ndash; ganze zwei Tage vor ihrer Einf&uuml;hrung. Habeck meint, die Gasumlage werde dennoch in &raquo;die Annalen der Geschichte eingehen&laquo;.<br>\nSchlimmer als solche peinlichen Statements ist, dass die Ampel selbst jetzt keinen konkreten Vorschlag zur Entlastung vorzuweisen hat, w&auml;hrend &uuml;berall unbezahlbare Abschlagsrechnungen ins Haus flattern. Zwar lie&szlig; die Bundesregierung verlautbaren, sie h&auml;tte sich intern auf eine L&ouml;sung verst&auml;ndigt. Bei genauerem Hinsehen handelt es sich aber zun&auml;chst nur um einen alternativen Finanzierungsvorschlag zur Gasumlage, um Energiekonzerne zu st&uuml;tzen. Dazu soll der Wirtschaftsstabilisierungsfonds Kredite in H&ouml;he von bis zu 200 Milliarden Euro aufnehmen k&ouml;nnen &ndash; also nach dem &raquo;Sonderverm&ouml;gen&laquo; f&uuml;r die Aufr&uuml;stung ein weiterer Schattenhaushalt. Auch die omin&ouml;se Energiepreisbremse soll dar&uuml;ber finanziert werden. Aber das Doppelwumms-Gefasel von Scholz kann nicht dar&uuml;ber hinwegt&auml;uschen, dass selbst nach Beginn der Heizsaison die Menschen nicht wissen, in welchem Umfang ihnen geholfen wird. Denn &uuml;ber die konkrete Ausgestaltung br&uuml;tet noch eine Arbeitsgruppe &ndash; ihr Bericht soll erst Mitte Oktober vorliegen. Soviel Gest&uuml;mper war selten.<br>\nung. Gegen das soziale und friedenspolitische Totalversagen der Ampel braucht es Protest!<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/435804.wirtschaftskrieg-stoppen.html\">Sahra Wagenknecht in junge Welt<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Ampel-Politik droht Land und Leute zu ruinieren<\/strong><br>\nDie Ampel hat auf die Krisen unserer Zeit keine Antwort. W&auml;hrend ein paar wenige riesige Gewinne machen, sieht sie tatenlos zu, wie Millionen sozial abrutschen. Wir brauchen den Protest von links<br>\nEin Jahr nach der Bundestagswahl steht Deutschland vor der schwersten Krise der Nachkriegszeit. Millionen B&uuml;rger und hunderttausende Unternehmen bekommen Horrorrechnungen ins Haus. Die Politik der Ampel-Koalition hat die Probleme nicht gelindert, sie hat sie vielfach versch&auml;rft. [&hellip;]<br>\nSuperlative haben eine kurze Halbwertzeit. Kaum ist die Pandemie halbwegs einged&auml;mmt, &uuml;berf&auml;llt Russland brutal sein Nachbarland. Unentschuldbar! Jetzt rollt eine 10-Prozent-Inflationslawine &uuml;ber Deutschland. Die Verlierer der Unbezahlbarkeit des Lebens sitzen in diesen Tagen in kalten Wohnzimmern und erleben im Fernsehen den Zuchtmeister der Republik, den Chef der Bundesnetzagentur Klaus M&uuml;ller, der t&auml;glich vor normalem Gasverbrauch der Privathaushalte warnt. Die B&uuml;rger stehen mit zerknautschten Gesichtern an den Supermarktkassen und f&uuml;hlen sich zu Recht geschr&ouml;pft an den Zapfs&auml;ulen, die wie ausgestreckte Mittelfinger in der Landschaft stehen. Kinder- und Altersarmut haben bereits vor diesem Winter neue Rekorde geknackt. Es trifft Alleinerziehende, Arbeiter, Familien, Rentner &ndash; es trifft die ganz normalen Leute, die nicht wissen, wie sie die n&auml;chsten Monate &uuml;berstehen und die teilweise selbstzufriedene Abgehobenheit der Ampel-Regierung l&auml;nger ertragen sollen. Denn eines ist l&auml;ngst klar: Der Krisenzenit ist noch nicht einmal erreicht. [&hellip;]<br>\nKeine Sanktionen gegen die T&uuml;rkei f&uuml;r den Krieg gegen die Kurden, kein Wimpernzucken bei westlichen Angriffskriegen im Nahen Osten, Hofknicks in Saudi-Arabien, Kotau in Qatar, aber keine Energie mehr aus Russland. Das ist eine unertr&auml;gliche Doppelmoral, gegen die immer mehr B&uuml;rger auf die Stra&szlig;e gehen oder innerlich resignieren.<br>\nPrall gef&uuml;llte Taschen in Riad und Houston und leere Portemonnaies von Dortmund bis Dresden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/die-ampel-politik-droht-land-und-leute-zu-ruinieren\">der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Something&rsquo;s gone wrong &ndash; oder was ist die &bdquo;eigentliche Ursache der Inflation&ldquo;?<\/strong><br>\nAm 21. September habe ich an einer Anh&ouml;rung des Finanzausschusses des Bundestages teilgenommen, bei dem es um die Frage ging, wer die Verantwortung f&uuml;r die hohen derzeit gemessene Preissteigerungsraten zu &uuml;bernehmen hat. Der Bundestag selbst res&uuml;miert diese Anh&ouml;rung unter dem Titel &bdquo;Verantwortung der EZB f&uuml;r Inflation umstritten&ldquo; (hier zu finden). Das ist eine missverst&auml;ndliche Ansprache. Unter den gegenw&auml;rtigen institutionellen Gegebenheiten ist es vollkommen unstrittig, dass die EZB die politische Verantwortung zu &uuml;bernehmen hat, aber das bedeutet absolut nicht, dass die EZB die Preissteigerungen verursacht hat und es bedeutet auch nicht, dass sie diese mit Zinserh&ouml;hungen bek&auml;mpfen muss.<br>\nDas sei aber eine spitzfindige Unterscheidung von mir, werden manche Beobachter sagen, weil die Verantwortung nun einmal bedeute, dass man gegen die Verletzung des eigenen Ziels vorgehe und genau das tue die EZB derzeit mit den Mitteln, die ihr zur Verf&uuml;gung stehen. Folglich k&ouml;nne man sich diese Unterscheidung auch sparen. Wenn das so w&auml;re, w&uuml;rde es jedoch nur bedeuten, dass die einseitige Zuweisung der Verantwortung f&uuml;r Preisstabilit&auml;t an die Notenbank, die in vielen westlichen L&auml;ndern seit einigen Jahrzehnten f&uuml;r richtig gehalten wird, fundamental falsch ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.relevante-oekonomik.com\/2022\/10\/05\/somethings-gone-wrong-oder-was-ist-die-eigentliche-ursache-der-inflation\/\">Relevante &Ouml;konomik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Nord Stream: Sabotage von Verhandlungen oder Putsch der Neocons?<\/strong><br>\nDie Reaktionen auf die Anschl&auml;ge auf Nord Stream 2 sind wirklich ungew&ouml;hnlich. Nur um den Vergleichsma&szlig;stab in Erinnerung zu rufen &ndash; beim Beschuss des Kernkraftwerks Energodar hie&szlig; es sofort, das seien &ldquo;die Russen&rdquo; gewesen; dieses Muster zieht sich im Grunde durch bis ins Jahr 2014. In der Regel gen&uuml;gt ein Verweis auf nicht benannte &ldquo;gut informierte Quellen&rdquo;, und die Schuldzuweisung ist klar, quer durch die gesamte westliche Medienlandschaft. (&hellip;)<br>\nInteressant sind zwei Theorien, die m&ouml;gliche weitere Hintergr&uuml;nde liefern, und die auf The Duran ausf&uuml;hrlich diskutiert wurden. Die erste besagt, dass es Versuche zu Verhandlungen gegeben habe, vermittelt von Saudi-Arabien, aber ohne Beteiligung der US-Amerikaner. Grundlage sind zwei Indizien &ndash; der Gefangenenaustausch, der von den Saudis vermittelt wurde, der aber f&uuml;r sich genommen f&uuml;r Russland politisch durchaus heikel war (insbesondere wegen der freigelassenen Asow-Kommandeure) und daher eigentlich nur Sinn ergibt, wenn es um mehr als nur einen solchen Austausch ging, und der &uuml;beraus freundliche Empfang f&uuml;r Olaf Scholz bei seinem Besuch in Riad. Dabei muss man bedenken, dass der US-Regierung in den vergangenen Monaten in Saudi-Arabien eher die kalte Schulter gezeigt wurde, und dass, wenn man sich an unterschiedliche Bilder von dort erinnert, sehr genau darauf geachtet wird, welche Botschaft die Art des Empfangs aussendet (man denke nur an Bundesau&szlig;enminister Robert Habeck in Katar).<br>\nDie Ger&uuml;chte, die man nat&uuml;rlich mit der Vorsicht betrachten muss, die solchen Ger&uuml;chten zukommt, besagen, dass diese Verhandlungen auf eine Akzeptanz des Status quo durch die Ukraine hinausliefen, woraufhin die Sanktionen gegen Russland aufgehoben werden k&ouml;nnten. Der Anschlag auf Nord Stream habe stattgefunden, um diese Verhandlungen zu sabotieren, indem das Hauptziel von europ&auml;ischer Seite, die Wiederherstellung der Energieversorgung, unerreichbar gemacht werde.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/test.rtde.tech\/meinung\/150240-nord-stream-sabotage-von-verhandlungen\/\">Dagmar Henn in RT DE<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Die Vereinigten Staaten erkl&auml;ren Russland, Deutschland, den Niederlanden und Frankreich den Krieg<\/strong><br>\nW&auml;hrend die internationale Presse die Sabotage der Nord Stream-Gaspipelines wie eine Lokalnachricht behandelt, analysieren wir sie als Kriegshandlung gegen Deutschland, die Niederlande und Frankreich. Tats&auml;chlich wurden die drei Gasversorgungsleitungen f&uuml;r Westeurop&auml;er gerade gleichzeitig gekappt, w&auml;hrend, auch im gleichen Zug, eine neue Gaspipeline f&uuml;r Polen eingeweiht wurde.<br>\nSo wie Michail Gorbatschow die Katastrophe von Tschernobyl als den unvermeidlichen Zerfall der UdSSR angesehen hatte, so glauben wir ebenfalls, dass die Sabotage der Nord-Stream-Gaspipelines den Beginn des wirtschaftlichen Niedergangs der Union markiert.<br>\nDer Kampf der Vereinigten Staaten zur Aufrechterhaltung ihrer globalen Hegemonie ist in seine dritte Phase eingetreten.<br>\nNach der Osterweiterung der NATO unter Verletzung westlicher Verpflichtungen zur Nichterrichtung von US-Waffensystemen in Mitteleuropa, ist Russland, das seine riesigen Grenzen nicht verteidigen kann, direkt bedroht. [&hellip;]<br>\nDie dritte Runde ist nun der autorit&auml;re Wandel in der Energieversorgung von West- und Mitteleuropa. Am selben Tag, an dem die Baltic Pipeline in Betrieb genommen wurde, wurden die beiden Nord Stream-Pipelines au&szlig;er Betrieb gesetzt, w&auml;hrend die Wartung von Turkish Stream unterbrochen wurde.<br>\nDies ist die gr&ouml;&szlig;te Sabotage der Geschichte. Ein Kriegsakt sowohl gegen Russland (51%), als auch gegen Deutschland (30%), Miteigent&uuml;mer dieser kolossalen Investitionen, aber auch gegen ihre Partner, Holland (9%) und Frankreich 9%). Bis jetzt hat keines der Opfer reagiert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.voltairenet.org\/article218171.html\">Voltairenet<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>ZDF-Faktenchecker am Limit: Warum man keinesfalls mutma&szlig;en darf, die USA k&ouml;nnten es gewesen sein<\/strong><br>\nDas ZDF setzt sich mit der These auseinander, die USA k&ouml;nnten f&uuml;r die Sabotage der Gaspipelines Nordstream 1 und 2 von Russland nach Deutschland verantwortlich sein. Weil es angesichts der Informations- und Indizienlage sehr schwer ist, das auszuschlie&szlig;en, geht der Sender bis an die Grenze dessen, was man mit faulen stilistischen und psychologischen Tricks erreichen kann.<br>\nZu den wichtigsten Tricks von Faktencheckern, die es als ihre Aufgabe ansehen, unbequeme Thesen oder Informationen zu diskreditieren, geh&ouml;rt es, eine Aussage so zu verzerren, dass man sie leichter abb&uuml;geln kann. Und so hei&szlig;t es schon in der Dachzeile des ZDF-Beitrags unpassender Weise &bdquo;Ger&uuml;chte zur Nord-Stream Sabotage&ldquo;. Es geht aber, abgesehen vielleicht von unwichtigen Randmeinungen, nicht um Ger&uuml;chte, sondern um die These, dass die Fokussierung auf die russische Regierung als m&ouml;gliche T&auml;terin unangemessen ist, weil eine T&auml;terschaft der USA mindestens ebenso plausibel ist, wenn nicht plausibler. Das ist kein Ger&uuml;cht, sondern eine Einsch&auml;tzung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/propaganda-zensur\/zdf-nordstream-sabotage\/\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Klimaziel gekillt: RWE-Deal zum Kohleausstieg<\/strong><br>\nDer zwischen der Ampelregierung und dem Energiekonzern RWE geschlossene &raquo;Kompromiss&laquo; zum Kohleausstieg wurde am Donnerstag von Umweltaktivisten und -verb&auml;nden heftig kritisiert, und das v&ouml;llig zu Recht. Denn das, was Wirtschaftsminister Habeck als einen &raquo;guten Tag f&uuml;r den Klimaschutz&laquo; bezeichnet, ist in Wahrheit eine klimapolitische Bankrotterkl&auml;rung der BRD.<br>\nKonkret sieht die Einigung vor, dass RWE den Kohleausstieg auf das Jahr 2030 vorzieht und daf&uuml;r das Dorf L&uuml;tzerath im rheinischen Braunkohlerevier abbaggern darf. Zudem sollen zwei Kraftwerke, die bis Ende des Jahres abgeschaltet werden sollten, nun bis Ende M&auml;rz 2024 weiterlaufen. Warum das ein dreckiger Deal ist? Die Gr&uuml;nen behaupten, sie h&auml;tten dadurch erreicht, dass der Kohleausstieg in NRW um acht Jahre vorgezogen w&uuml;rde. Doch Fakt ist: Nur der Braunkohleausstieg wird vorgezogen, Steinkohle wird nach 2030 weiter verbrannt. Au&szlig;erdem sollten die meisten Kraftwerke in der Region sowieso sp&auml;testens 2029 vom Netz gehen. Nur ein winziger Teil der Anlagen wird also tats&auml;chlich fr&uuml;her abgeschaltet als urspr&uuml;nglich geplant. Die Jubelmeldungen von Habeck und Co., man habe den Kohleausstieg in NRW beschleunigt, sind folglich nichts als eine Farce.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/436066.klimaziel-gekillt.html\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Was ein Sieg der Ukraine f&uuml;r die USA und ihre Alliierten in Europa bedeuten w&uuml;rde<\/strong><br>\nNach sieben Monaten Krieg sieht es sehr danach aus, dass der amerikanische Verteidigungsminister Lloyd Austin sein im Februar formuliertes Kriegsziel, eine entscheidende Schw&auml;chung Russlands, bereits als erreicht sehen kann. Als ehemaliger General und Direktor einer der f&uuml;nf gr&ouml;&szlig;ten Waffenschmieden der USA sollte er dazu ausreichende Informationen haben. Schlie&szlig;lich liefert sein Land der Ukraine auch zeitnah die n&ouml;tigen Geheimdienst-Informationen &uuml;ber den Aggressor und dazu die Pr&auml;zisionswaffen, denen die Russen technisch nicht gewachsen sind. Die Treffsicherheit und leichte Handhabung der Super-Panzerfaust Javelin , hat offenbar Tausende von russischen Panzern und Transportfahrzeugen ausgeschaltet. Man fragt sich, warum die russische Armee die Gefahr nicht erkannt hat, denn die Javelins, eine Co-Produktion von Lockheed-Martin und Lloyd Austins ehemaliger Firma Raytheon, sind schon seit etlichen Jahren im Einsatz, auch im Irak und in Afghanistan. Die Erfolge der Ukraine und die ersten Niederlagen f&uuml;r die russische Armee gehen somit weitgehend auf die Waffenlieferungen und Ausbildungshilfe der USA zur&uuml;ck, wohl deutlich weniger auf Waffenlieferungen aus Deutschland, deren Bedeutung in der Diskussion bei uns und in den Forderungen von Selensky, Melnyk und Klitschko &uuml;berbewertet erscheint, vermutlich weil sie auf beiden Seiten auch als innenpolitische Treiber dienen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tabularasamagazin.de\/was-ein-sieg-der-ukraine-fuer-die-usa-und-ihre-alliierten-in-europa-bedeuten-wuerde\/\">tabularasa<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Die Ukraine stellt die Nato blo&szlig;<\/strong><br>\nDie Ukraine will nun doch wieder in die Nato, und zwar m&ouml;glichst schnell. Interessant ist die Begr&uuml;ndung &ndash; sie stellt das B&uuml;ndnis blo&szlig;.<br>\nPr&auml;sident Selenskyj sagte, die Ukraine habe de facto &ldquo;bereits Kompatibilit&auml;t mit Standards der Allianz bewiesen. Sie sind f&uuml;r die Ukraine real &ndash; real auf dem Schlachtfeld und in allen Aspekten unserer Interaktion. Wir vertrauen uns gegenseitig, wir helfen uns gegenseitig, und wir besch&uuml;tzen uns gegenseitig. Das ist die Allianz.&ldquo;<br>\nDamit sagt Selenskyj ganz unverbl&uuml;mt, dass die Nato &ldquo;real&rdquo; in der Ukraine aktiv ist, und dass die Ukraine nach Nato-Standards k&auml;mpft. Er r&auml;umt mit dem Versteckspiel von Nato-Generalsekret&auml;r Stoltenberg auf, der immer noch so tut, als sei die Atlantische Allianz keine Kriegspartei und als st&uuml;nde ein Beitritt nicht zur Debatte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/lostineu.eu\/die-ukraine-stellt-die-nato-bloss\/\">Lost in Europe<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>US-Geheimdienste: Ukraine hat Anschlag auf &bdquo;Kriegspropagandistin&ldquo; Dugina ver&uuml;bt<\/strong><br>\nNach Russland macht nun auch die USA die Ukraine f&uuml;r das Attentat auf die Tochter des Kreml-Propagandisten Alexander Dugin verantwortlich. Wie die New York Times am Mittwoch berichtete, glauben US-Geheimdienste, dass Teile der ukrainischen Regierung den Autobombenanschlag in der N&auml;he von Moskau genehmigt haben. Dabei wurde im August die bekannte Kriegsunterst&uuml;tzerin Darja Dugina get&ouml;tet.<br>\nDem Bericht zufolge waren die Vereinigten Staaten an dem Anschlag nicht beteiligt, weder durch die Bereitstellung von Geheimdienstinformationen noch durch andere Unterst&uuml;tzung. US-Beamte sagten der New York Times, sie h&auml;tten von der Operation nichts gewusst und w&auml;ren gegen die T&ouml;tung gewesen. Im Nachhinein h&auml;tten amerikanische Beamte ukrainische Beamte wegen des Attentats f&uuml;r das Vorgehen ermahnt, hie&szlig; es.<br>\nNach Einsch&auml;tzung der US-Regierung trage die Ukraine eine gro&szlig;e Mitschuld. Dabei hatte das von Russland angegriffene Land unmittelbar nach dem Anschlag eine Beteiligung an dem Mordanschlag vehement bestritten. Hochrangige Beamte h&auml;tten dieses Dementi wiederholt bestritten, als sie von den USA nach ihrer Meinung gefragt wurden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/us-geheimdienste-ukraine-hat-anschlag-auf-kriegspropagandistin-dugina-veruebt-li.273764\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p>dazu: <strong>U.S. Believes Ukrainians Were Behind an Assassination in Russia<\/strong><br>\nAmerican officials said they were not aware of the plan ahead of time for the attack that killed Daria Dugina and that they had admonished Ukraine over it. [&hellip;]<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2022\/10\/05\/us\/politics\/ukraine-russia-dugina-assassination.html\">New York Times<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Berlin bereitet den Boden: Rechtsruck in Italien. Gastkommentar.<\/strong><br>\nHeiner Flassbeck ist Volkswirt und Publizist. Er arbeitete u. a. als Staatssekret&auml;r im Bundesfinanzministerium und als Chefvolkswirt der UNCTAD<br>\nDie italienische Wahl vom 25. September, &uuml;ber deren Ergebnis viele scheinbar schockiert sind, reiht sich nahtlos ein in eine Serie von Wahlen, bei denen die B&uuml;rger ihre Frustration &uuml;ber die wirtschaftliche Lage im Allgemeinen und die Rolle der EU im Besonderen zum Ausdruck bringen. Erstaunlich ist nur, dass man in Deutschland nach jedem dieser Ereignisse so tut, als sei man erstaunt &ndash; bevor man wieder zur Tagesordnung &uuml;bergeht. Auf den Gedanken, auch die Bundesregierung k&ouml;nne ihren Teil dazu beigetragen haben, dass die Frustration in weiten Teilen Europas so gewaltig ist, kann und will selbstverst&auml;ndlich niemand kommen. Berlin macht immer alles richtig, und wenn man Deutschland etwas vorwerfen kann, dann nur, dass es sich zu sehr zur&uuml;cknimmt, statt die ihm eigentlich zukommende &raquo;F&uuml;hrungsrolle&laquo; in Europa zu &uuml;bernehmen. Die EU-Kommission profiliert sich gern als harter K&auml;mpfer f&uuml;r die &raquo;europ&auml;ischen Werte und Gesetze&laquo;, wenn es um relativ kleine mittel- und osteurop&auml;ische L&auml;nder und deren relativ kleine Verfehlungen geht. Die f&uuml;r Europas Schicksal entscheidende Verfehlung Deutschlands (und der Niederlande), die in den fortw&auml;hrend viel zu gro&szlig;en Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;ssen dieser beiden Nordl&auml;nder zum Ausdruck kommt, ist ihr hingegen nicht die Rede wert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/435879.berlin-bereitet-den-boden.html\">Heiner Flassbeck in junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Erst das Fressen, dann die Moral<\/strong><br>\nWenn das progressive Lager etwas bewirken will, darf es nicht erwarten, dass jede*r schon jetzt auf der richtigen Seite steht. Deshalb: Die Angst vor Widerspr&uuml;chen muss abgelegt werden &ndash; Pl&auml;doyer f&uuml;r einen hei&szlig;en Herbst ohne Scheuklappen (&hellip;)<br>\nJedes Thema, das auch die B&ouml;sen ansprechen, anzusprechen, gilt dann selbst als b&ouml;se, jeder Satz ist tabu, den jemand b&ouml;se meinen k&ouml;nnte, wenn man ihn nur konsequent &bdquo;weiterdenkt&ldquo;: Achtung: Querfront, h&ouml;rt man dann. Klingt Sahra Wagenknecht nicht schon wie Alice Weidel? Doch was als politische Wachsamkeit daherkommt, kann schnell in eine weltfremde Reinheitsidee abrutschen. Wer in einer Lage wie der, die zu kommen scheint, zuerst auf die Abgrenzung gegen&uuml;ber &bdquo;falschem&ldquo; Protest schaut, hat kapituliert.<br>\nNoch einmal: Gut m&ouml;glich, dass demn&auml;chst erhebliche Teile eher unpolitischer Milieus vom Zorn auf die Regierung gepackt werden, die die Folgen des Wirtschaftskriegs untersch&auml;tzt hat. Diese Wut wird in Formen auftreten, die zun&auml;chst schwer nach &bdquo;rechts&ldquo;und &bdquo;links&ldquo; zu sortieren sind. Gewiss lauert auch die AfD schon auf politischen Profit. Doch hat auch sie hier nicht per se ein Heimspiel: Preisproteste, deren Ursache sich nicht &bdquo;Migranten&ldquo; zuschieben l&auml;sst, sind f&uuml;r die Weidels nicht unproblematisch. Zudem wird sich die Regierung durch eine Art patriotische Mobilisierung verteidigen &ndash; aus der auszuscheren nun wirklich nicht der rechten DNA entspricht. So grenzt die linke Abgrenzeritis an Def&auml;tismus: Hat man denn so wenig Vertrauen ins eigene Argument &ndash; zu dem auch der Verweis auf Grenzen des Kriegsbeitrags z&auml;hlen kann?<br>\nEine merkw&uuml;rdige Angst vor dem Widerspr&uuml;chlichen bremst dergestalt den Widerspruch. Die Linke von heute f&uuml;rchtet das Handgemenge, in das die Frage nach dem Fressen oft m&uuml;ndet. Der tief sitzende Grund hei&szlig;t &ndash; Neoliberalismus: Zwar weist man den als politische Agenda zur&uuml;ck. Seinen Modus Operandi hat man hingegen &uuml;bernommen: Den Imperativ permanenter Selbstoptimierung konterkariert die heutige Linke nicht. Sie verschiebt ihn blo&szlig; auf das Feld politischer Moral.<br>\nEs ist nicht leicht, derma&szlig;en eingeschliffene Reflexe zu kontrollieren &ndash; schon gar nicht in einer Situation politischer Beschleunigung, wie sie der Herbst wom&ouml;glich bringt. Vielleicht hilft die Besinnung auf Brechts Bonmot: Es fordert ja nicht auf, sich zwischen Fressen und Moral zu entscheiden, sondern die Dialektik dazwischen wirksam zu machen. Was das positiv bedeutet, kann nur die Praxis zeigen &ndash; die Alternative aber hei&szlig;t Untergang.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/putin-querfront-und-alles-rechtsoffen-wie-man-den-protest-abwuergt\">der Freitag<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. 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