{"id":89043,"date":"2022-10-11T09:00:47","date_gmt":"2022-10-11T07:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=89043"},"modified":"2022-10-11T15:48:11","modified_gmt":"2022-10-11T13:48:11","slug":"die-richter-werden-feststellen-dass-die-naturgesetze-auch-am-paul-ehrlich-institut-gelten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=89043","title":{"rendered":"\u201eDie Richter werden feststellen, dass die Naturgesetze auch am Paul-Ehrlich-Institut gelten.\u201c"},"content":{"rendered":"<p>F&uuml;nf Chemieprofessoren wollen beim Pharmaunternehmen BioNTech und dem f&uuml;r die Sicherheits&uuml;berwachung von Arzneimitteln zust&auml;ndigen Paul-Ehrlich-Institut Informationen einholen zu Bestandteilen, Eigenschaften und zur Qualit&auml;tskontrolle des Corona-Impfstoffs Comirnaty. Mehr als ein halbes Jahr lang werden sie mit unzureichenden, widerspr&uuml;chlichen und mithin falschen Antworten hingehalten. Das alles sei &bdquo;sehr beunruhigend&ldquo;, erkl&auml;rt einer der Beteiligten, <strong>J&ouml;rg Matysik<\/strong> von der Universit&auml;t Leipzig, im Interview mit den NachDenkSeiten. Er zweifelt, ob die Beh&ouml;rden ihrem Auftrag, die Gesundheit der Bev&ouml;lkerung zu sch&uuml;tzen, nachkommen, weshalb der Fall demn&auml;chst vor Gericht landen k&ouml;nnte. Mit ihm sprach <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6355\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-89043-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221011_Die_Richter_werden_feststellen_dass_die_Naturgesetze_auch_am_Paul_Ehrlich_Institut_gelten_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221011_Die_Richter_werden_feststellen_dass_die_Naturgesetze_auch_am_Paul_Ehrlich_Institut_gelten_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221011_Die_Richter_werden_feststellen_dass_die_Naturgesetze_auch_am_Paul_Ehrlich_Institut_gelten_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221011_Die_Richter_werden_feststellen_dass_die_Naturgesetze_auch_am_Paul_Ehrlich_Institut_gelten_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=89043-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221011_Die_Richter_werden_feststellen_dass_die_Naturgesetze_auch_am_Paul_Ehrlich_Institut_gelten_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"221011_Die_Richter_werden_feststellen_dass_die_Naturgesetze_auch_am_Paul_Ehrlich_Institut_gelten_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><em>J&ouml;rg Matysik, Jahrgang 1964, ist Professor f&uuml;r Analytische Chemie und Molek&uuml;lspektroskopie, Direktor des Instituts f&uuml;r Analytische Chemie der Universit&auml;t Leipzig und Leiter des Aufbau-Studiums &bdquo;Analytik &amp; Spektroskopie&ldquo;. Gemeinsam mit vier weiteren Chemie-Professoren bem&uuml;ht er sich seit Jahresanfang 2022, vom Herstellerunternehmen BioNTech sowie dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) &ndash; zust&auml;ndig f&uuml;r die Zulassung und &Uuml;berwachung der Sicherheit von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln in Deutschland &ndash; Informationen zu Eigenschaften, zur Qualit&auml;tskontrolle und zur m&ouml;glichen Toxizit&auml;t des Covid-19-Impfstoffs Comirnaty (BioNTech\/Pfizer) zu erhalten. Seine Mitstreiter sind: Prof. Gerald Dyker von der Ruhr-Universit&auml;t Bochum, Prof. Andreas Schnepf von der Universit&auml;t T&uuml;bingen, Prof. Tobias Unruh von der Friedrich-Alexander-Universit&auml;t Erlangen-N&uuml;rnberg und Prof. Martin Winkler von der Z&uuml;rcher Hochschule der angewandten Wissenschaften.<\/em><\/p><p><strong>Herr Matysik, in unserem Gespr&auml;ch wird es um Lipidnanopartikel, um Messenger-RNA und Spikeproteine gehen, alles Dinge, die f&uuml;r Laien nicht zum t&auml;glichen Brot geh&ouml;ren. Zum Einstand deshalb eine Frage mit hohem Anschauungswert: Welche Farbe sollte der Covid-19-Impfstoff Comirnaty aus dem Hause BioNTech\/Pfizer eigentlich haben: wei&szlig;, grauwei&szlig;, gebrochenes wei&szlig; oder cremewei&szlig;? <\/strong><\/p><p>Farben k&ouml;nnen sowohl durch Absorption des Lichts als auch durch Streuung des Lichts entstehen. Wenn alle Bestandteile des Impfstoffs kein Licht absorbieren, und das gilt f&uuml;r die deklarierten Komponenten, wird die Farbe nicht von der Absorption bestimmt, sondern von der Streuung. In diesem Fall h&auml;ngt der Farbeindruck von der Gr&ouml;&szlig;e der Nanopartikel ab, dem Brechungsindex und dem Winkel zwischen Lichtquelle, Probe und Betrachter.<\/p><p>Bei einer Partikelgr&ouml;&szlig;e von 40 bis 180 Nanometern sind wir im sogenannten Rayleigh-Regime. Rayleigh-Streuung kennen wir von der Farbe des Himmels am Tage, die durch Streuung des wei&szlig;en Sonnenlichts an den kleinen Molek&uuml;len der Atmosph&auml;re hervorgerufen wird. Daher erwarten wir, dass, je nach Betrachtungswinkel, Farbt&ouml;ne von himmelblau bis tiefrot auftreten. Von der Seite betrachtet kann so ein Stoff auch grau erscheinen.<\/p><p>Wenn der Impfstoff hingegen verdirbt, weil die Partikel agglomerieren, dann kommen wir zu einem grauen Ton, wie wir ihn von den Wassertr&ouml;pfchen von Regenwolken kennen. Nun steht auf dem Beipackzettel von Comirnaty, der Stoff sei grauwei&szlig; und solle bei Verf&auml;rbung nicht verwendet werden. Demnach h&auml;tte nur verdorbener Stoff verwendet werden sollen.<\/p><p><strong>Wie bitte? Oder fangen wir besser von vorne an. Sie und Ihre vier Mitstreiter wollten bei BioNTech und beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) mit <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/chemiker-richten-weitere-fragen-an-das-paul-ehrlich-institut-li.216247\">einem umfassenden Fragenkatalog<\/a> auch dem R&auml;tsel um die Farbe des Impfstoffs auf den Grund gehen. Es gibt Untersuchungen mehrerer Wissenschaftler, die Verf&auml;rbungen, Verunreinigungen bis hin zu sichtbaren Partikeln in der Dispersion beobachtet haben wollen. Wodurch k&ouml;nnte sich so etwas erkl&auml;ren? <\/strong><\/p><p>Es irritierte, dass der Hersteller selbst gegen&uuml;ber der <em>Berliner Zeitung<\/em> sagte, dass nicht alle verwendeten Komponenten farblos sind. Ist da also etwas drin, was nicht deklariert ist? Sehr seltsam ist auch, dass die optische Qualit&auml;tskontrolle laut PEI nach einer Vorschrift gemacht wird, die nur die Absorption, nicht aber die Streuung simuliert. Leider wollen der Hersteller und das PEI sich hierzu auch auf Nachfrage nicht &auml;u&szlig;ern. M&ouml;glicherweise haben sie bisher nicht die eigentlichen physikalischen Hintergr&uuml;nde der Farbeffekte bedacht und irref&uuml;hrende Messungen durchgef&uuml;hrt. Aber wenn es schon bei den einfachsten Kriterien wie der Farbe derartige Probleme gibt, die offenbar nicht angegangen werden, ist das sehr beunruhigend. Wir hatten dem Hersteller und dem PEI sogar unsere Hilfe angeboten, aber darauf reagierte man nicht.<\/p><p><strong>Was ist mit m&ouml;glichen Verunreinigungen? <\/strong><\/p><p>Ja, es gibt auch Berichte dazu. Unter Laborleitern sprechen wir dar&uuml;ber nat&uuml;rlich. Mit den vier Experimenten zur Chargenfreigabe, die das PEI durchf&uuml;hrt, w&uuml;rde man diese jedenfalls nicht finden. Vor dem Bundesverwaltungsgericht hatte ich die Gelegenheit, dem Verantwortlichen am PEI dazu kollegiale Hinweise zu geben. Gerne helfe ich der Beh&ouml;rde bei der Verbesserung der Analytik.<\/p><p><strong>Bei dem Fall vor dem Bundesverwaltungsgericht ging es um die schlie&szlig;lich abgewiesene Klage zweier Soldaten gegen die sogenannte <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/politik\/corona-impfung-bundeswehrsoldatenv-verpflichtend-100.html\">Duldungspflicht<\/a>, also die Impfpflicht bei der Bundeswehr. Ihr Hauptvorwurf lautet, dass es keine umfassende Pr&uuml;fung der Impfstoffe im Hinblick auf mehrere Bestandteile und deren m&ouml;glicherweise toxische Wirkung gibt. Wie viele Punkte umfasst die Liste der durch Ihre Gruppe beanstandeten Unterlassungen und welche sind die gravierendsten? <\/strong><\/p><p>Es beginnt damit, dass das PEI sich nicht selbst beim Hersteller die Proben nimmt, sondern sich diese zuschicken l&auml;sst. Stellen Sie sich vor, Lebensmittelbeh&ouml;rden w&uuml;rden nicht mehr selbst unangek&uuml;ndigt in die K&uuml;chen der Restaurants gehen, sondern lie&szlig;en sich ihre Proben per Pizza-Taxi direkt ins Labor senden. Das PEI schreibt das ganz ungeniert auf seiner Homepage.<\/p><p>Wie schon angemerkt, gehen der Chargenfreigabe laut Aussage des zust&auml;ndigen PEI-Mitarbeiters vor Gericht nur vier Tests voraus: Farbvergleich zu einem Standard mit dem Auge, pH-Wert-Messung sowie Integrit&auml;t und Identit&auml;t der mRNA. Zahlreiche andere Experimente, die man erwarten w&uuml;rde, etwa zur Gr&ouml;&szlig;e der Nanopartikel, finden demnach gar nicht statt. Sehr beunruhigend sind auch die enormen Toleranzen bei der Qualit&auml;tskontrolle &hellip;<\/p><p><strong>Was ist mit Toleranzen gemeint? <\/strong><\/p><p>Die Toleranzbereiche geben an, welche Parameter f&uuml;r &bdquo;in Ordnung&ldquo; befunden werden. Von einem Produkt, besonders einem Medizinprodukt, erwartet man eine Einheitlichkeit durch klare Definitionen. Wenn Sie eine Schraube kaufen, erwarten Sie auch, dass sie genau ins Gewinde passt und nicht, dass sie auch zu gro&szlig; oder zu klein sein darf.<\/p><p>Es existiert zum Thema ein geleaktes Dokument und einige der darin enthaltenen Angaben hat der PEI-Mitarbeiter vor Gericht best&auml;tigt: Der Durchmesser der Partikel darf von 40 bis 180 Nanometern variieren. Im Volumen ist das ein Faktor &uuml;ber 90. Diese Partikel haben also ganz unterschiedliche Eigenschaften, etwa in der Mobilit&auml;t, in der zellul&auml;ren Dynamik, dem &Uuml;berwinden der Blut-Hirn-Schranke, in der Pharmakokinetik. Das bedeutet dann auch, dass Chargen extrem unterschiedliche Eigenschaften haben k&ouml;nnen. Im &Uuml;brigen sagte der PEI-Mitarbeiter, dass die Partikelgr&ouml;&szlig;enverteilung gar nicht gemessen wird, obwohl das kein so schwieriges Experiment ist.<\/p><p><strong>Das w&uuml;rde sich mit Hinweisen decken, wonach die Menge und der Schweregrad an Impfnebenwirkungen je nach verimpfter Charge voneinander abweichen. Ist das doch nicht blo&szlig; eine Spinnerei aus dem Internet? <\/strong><\/p><p>Angesichts der Aussagen des PEI l&auml;sst sich das nicht ausschlie&szlig;en. Sehen Sie: Selbst der pH-Wert darf um eine ganze Einheit variieren. Auch das ist f&uuml;r biologische Pr&auml;parationen enorm. Wir arbeiten mit Proteinen und in unseren Pr&auml;parationen darf die Varianz des pH-Werts nicht 0,1 &uuml;berschreiten. Ansonsten h&auml;tten die Proben andere Eigenschaften. Der sehr instabile Nano-Komplex aus mRNA und Lipiden d&uuml;rfte aber noch deutlich empfindlicher sein. Der Mitarbeiter vom PEI sagte vor dem Bundesverwaltungsgericht aus, er habe nicht einmal die pH-Abh&auml;ngigkeit der Stabilit&auml;t untersucht. So viel M&uuml;he h&auml;tte man sich aber schon machen m&uuml;ssen, bevor man derart gro&szlig;z&uuml;gige Toleranzen festlegt.<\/p><p><strong>Wie verh&auml;lt es sich mit der mRNA, also dem &bdquo;Wundermittelchen&ldquo; schlechthin im BioNTech-Impfstoff? <\/strong><\/p><p>Auch das bereitet uns Sorgen. Was die sogenannte Integrit&auml;t angeht, m&uuml;ssen nur 50 Prozent die richtige L&auml;nge haben. Vom Rest wird einfach behauptet, dass er inaktiv sei. Das kann ich nicht nachvollziehen, denn immerhin stellt die RNA den Bauplan f&uuml;r ein bestimmtes Protein dar. Wenn ich aus einem Buch die H&auml;lfte der Bl&auml;tter herausrei&szlig;e, kann es noch immer gelesen werden, aber die Geschichte ergibt wahrscheinlich nur halb so viel Sinn.<\/p><p>Dann ist da die Identit&auml;t der mRNA, die anhand von PCR-Tests gepr&uuml;ft wird. Das Problem dabei ist, dass man so ausschlie&szlig;lich das findet, was man sucht. Die PCR vervielf&auml;ltigt nur die RNA-Molek&uuml;le, die mit einer vorgegebenen Sequenz &uuml;bereinstimmen. Man kann also nur sagen, dass man die Ziel-RNA gefunden hat. Was sonst noch an falscher RNA herumschwimmt, sieht man einfach nicht.<\/p><p><strong>Und wie steht das PEI dazu? <\/strong><\/p><p>Uns hat es zur Antwort gegeben, es sei aufgrund des Produktionsprozesses ausgeschlossen, dass noch etwas anderes erzeugt wird, weshalb man auch nicht so genau suchen m&uuml;sse. Dazu kommt: Mit einer PCR-Messung kann man vielleicht 200 der 6.000 Basen pr&uuml;fen. Leider verweigert man uns die Auskunft, welche Gebiete der RNA getestet werden. Um ein umfassenderes Bild &uuml;ber die erzeugte mRNA zu erhalten, stehen heute modernere Methoden wie das &bdquo;Next-Generation-Sequencing&ldquo; zur Verf&uuml;gung. Bei der Chargenkontrolle werden die aber nicht verwendet. Der Herr vom PEI meinte dazu, dass diese Methoden &bdquo;sehr empfindlich&ldquo; seien. Eigentlich sollte man sich das doch w&uuml;nschen.<\/p><p><strong>Sie haben sich auch mit den Nanolipiden befasst, in denen die mRNA &bdquo;verpackt&ldquo; ist. <\/strong><\/p><p>Bei den Lipiden unter den Handelsnamen &bdquo;ALC-0159&ldquo; und &bdquo;ALC-0315&ldquo; sind die Toleranzen f&uuml;r die Konzentrationen, zumindest nach dem geleakten Dokument, unverst&auml;ndlich hoch. Offenbar sind diese Verbindungen gar nicht auf Gentoxizit&auml;t und Kanzerogenit&auml;t gepr&uuml;ft worden und auch das PEI hat uns dazu bislang keinerlei Informationen gegeben. In einem Dokument der Europ&auml;ischen Arzneimittelbeh&ouml;rde steht, Gentoxizit&auml;t sei &bdquo;nicht zu erwarten&ldquo;. Das sehen wir als Chemiker anders: Eine Verbindung, die f&uuml;r die Wechselwirkung mit RNA optimiert wurde, ist sehr verd&auml;chtig und muss unbedingt genauer untersucht werden.<\/p><p><strong>Es gilt bis heute bei Produzenten, Beh&ouml;rden und in der Politik das Mantra, wonach die Corona-Impfstoffe sicher, gut vertr&auml;glich und hochwirksam seien. Alle, die Zweifel daran &auml;u&szlig;erten, selbst jene, die Zahlen und Belege daf&uuml;r lieferten, wurden wahlweise ignoriert, verunglimpft oder, wie etwa <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81194\">der einstige Chef der Betriebskrankenkasse ProVita, Andreas Sch&ouml;fbeck<\/a>, gefeuert. Machen Sie sich um Ihren guten Ruf keine Sorgen? <\/strong><\/p><p>Ich habe als verbeamteter Professor einen Eid auf das Grundgesetz und auf die Verfassung des Freistaates Sachsen abgelegt. Die damit einhergehenden Pflichten schlie&szlig;en ein, dass ich mein Fachwissen der Gesellschaft zur Verf&uuml;gung stelle. Ich denke seit 30 Jahren &uuml;ber Farben nach und f&uuml;r mich ist offensichtlich, dass hier etwas faul ist. Das muss ich schon an die &Ouml;ffentlichkeit bringen. Auch das PEI hat einen gesetzlichen Auftrag, n&auml;mlich f&uuml;r Deutschland den Gesundheitsschutz zu sichern. Leider kann ich nicht erkennen, dass dieses Institut, das einen so gro&szlig;en Namen tr&auml;gt, dem nachkommt. Kommunikationsverweigerung ist unter Wissenschaftlern nicht akzeptabel.<\/p><p><strong>Das PEI stellt sich auf die Position, alle n&ouml;tigen Sicherheitsvorkehrungen und Qualit&auml;tsstandards w&uuml;rden beachtet. Wer hat recht? <\/strong><\/p><p>Nach Anh&ouml;rung vor dem Bundesverwaltungsgericht stellte der leitende Richter fest, dass das PEI seiner gesetzlichen Pflicht nicht nachgekommen sei, bei der Ermittlung und Einsch&auml;tzung von Impfnebenwirkungen alle verf&uuml;gbaren Daten, n&auml;mlich auch die der Krankenkassen, zu ber&uuml;cksichtigen. Das PEI rechtfertigte das mit &bdquo;Softwareproblemen&ldquo;. Es w&uuml;rde die Glaubw&uuml;rdigkeit des PEI f&ouml;rdern, derlei Schwierigkeiten bei der Erf&uuml;llung gesetzlicher Pflichten offen zu kommunizieren, statt sich diese in langen Befragungen vor Gericht m&uuml;hsam abringen zu lassen. Im &Uuml;brigen hatte die Europ&auml;ische Arzneimittel-Agentur bei der Notzulassung des BioNTech-Impfstoffs 58 Beanstandungen notiert. Da sollte man Bedenken schon offen kommunizieren k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Sie selbst halten die mRNA-Technologie an sich f&uuml;r eine verhei&szlig;ungsvolle Innovation, etwa mit Blick auf die Krebsbehandlungen. <\/strong><\/p><p>Es ist gut denkbar, dass diese Technologie in 20 Jahren ausgewachsen ist. Der Weg dahin muss allerdings seri&ouml;s, evidenzbasiert und gesetzeskonform beschritten werden.<\/p><p><strong>Wann kamen bei Ihnen Zweifel auf, dass die experimentellen Impfstoffe im Kampf gegen Corona das falsche Mittel sein k&ouml;nnten?<\/strong><\/p><p>Mir erging es wie beim Befragen eines Pr&uuml;flings. Wenn da irgendetwas hohl klingt, bohrt man nach. Wenn man dann keine, falsche oder sich widersprechende Antworten bekommt, hat man keinen Zweifel, dass der Kandidat ein Problem hat. Die offensichtlich falsche Information zur Farbe des Impfstoffs auf dem Beipackzettel haben wir erst zu f&uuml;nft diskutiert. Auf unser anschlie&szlig;endes Nachfragen erhielten wir von BioNTech und dem PEI keine, falsche und sich widersprechende Antworten. Zum Beispiel hat das PEI auf unsere Frage zur Farbkontrolle auf eine Vorschrift zur Messung des Erweichungspunkts von Z&auml;pfchen verwiesen. In Examenspr&uuml;fungen erh&auml;lt man selten Antworten, die so daneben liegen.<\/p><p><strong>Was ist Stand der Wissenschaft in punkto Impfstoffsicherheit und -wirkung? Gibt es neue Arbeiten zu den Corona-Impfstoffen?<\/strong><\/p><p>Eine sehr neue wissenschaftliche Publikation des Pathologen <a href=\"https:\/\/www.mdpi.com\/2076-393X\/10\/10\/1651\">Michael M&ouml;rz<\/a> aus Dresden beunruhigt: In den Entz&uuml;ndungsherden wird Spikeprotein, aber nicht die H&uuml;lle des Virus gefunden. Daraus folgt, dass dies nicht durch eine nat&uuml;rliche Infektion, sondern durch die Impfung hervorgerufen worden ist. Gewebesch&auml;digungen werden sowohl im Hirn wie im Herz beobachtet. Statistische Studien, etwa von <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0264410X22010283\">Peter Doshi<\/a> und von <a href=\"https:\/\/www.fraenkische-schweiz-waischenfeld.de\/blog-e8944-Peer-Review-Studie-Schaden-der-Impfung-deutlich-hoeher-als-der-Nutzen-Tausende-Impfungen-notwendig-um-einen-Todesfall-zu-verhindern.html\">Aseem Malhotra<\/a>, die ein negatives Risiko-Nutzen-Verh&auml;ltnis feststellen, sind recht neu. Eigentlich eine perfekte Gelegenheit zum Umsteuern.<\/p><p><strong>Wenn es diese inzwischen doch sehr vielen Hinweise auf eine m&ouml;gliche Gef&auml;hrlichkeit der Impfstoffe gibt &ndash; warum schl&auml;gt dann das Meldesystem des PEI nicht Alarm?<\/strong><\/p><p>Kollege Christof Kuhbandner von der Universit&auml;t Regensburg hatte vor dem Bundesverwaltungsgericht die Gelegenheit, die Oberstatistikerin des PEI zu befragen. Die Dame hat vor Gericht zugegeben, dass eine inzwischen sechsstellige Anzahl an Todesf&auml;llen n&ouml;tig ist, um ein &bdquo;Signal&ldquo; auszul&ouml;sen.<\/p><p><strong>Warum ist das so? <\/strong><\/p><p>Herr Kuhbandner beschrieb das folgende Problem in der Auswertung und die PEI-Oberstatistikerin r&auml;umte ein, genau so zu arbeiten: Das PEI verwendet eine sogenannte Observed-versus-Expected-Sicherheitsanalyse. Dabei wird zun&auml;chst anhand der Sterbefallzahlen der Vorjahre gesch&auml;tzt, wie viele Todesf&auml;lle in der geimpften Personengruppe unabh&auml;ngig von den Impfungen aufgrund der &uuml;blichen Todesursachen wie Herzkrankheiten, Krebs, Schlaganf&auml;lle et cetera zu erwarten sind. Diese Zahl ist sehr hoch, weil sehr viele hochbetagte Menschen geimpft wurden. Wie Herr Kuhbandner mir freundlicherweise f&uuml;r dieses Interview berechnete, sch&auml;tzt das PEI im aktuellen Sicherheitsbericht, dass f&uuml;r die mit BioNTech geimpfte Personengruppe in einem Zeitfenster von 30 Tagen nach den Impfungen mit etwas &uuml;ber 138.000 Todesf&auml;llen unabh&auml;ngig von den Impfungen zu rechnen ist. Und ist dann die tats&auml;chlich beobachtete Zahl an Todesf&auml;llen h&ouml;her als die erwartete Zahl, ergibt sich ein Warnsignal.<\/p><p>Damit diese Analyse Sinn macht, m&uuml;ssen bei den tats&auml;chlich beobachteten Todesf&auml;llen logischerweise sowohl die Todesf&auml;lle gez&auml;hlt werden, die aufgrund der &uuml;blichen Todesursachen aufgetreten sind, als auch die durch die Impfungen verursachten. Im Fall der BioNTech-Impfungen w&uuml;rde sich ansonsten erst dann ein Warnsignal ergeben, wenn die Impfungen mehr als 138.000 Todesf&auml;lle hervorrufen w&uuml;rden, was absurd w&auml;re. Aber genau diesen Fehler macht das PEI. Es z&auml;hlt nur die mit Verdacht auf einen Impfzusammenhang gemeldeten Todesf&auml;lle und vergleicht diese Zahl dann mit der erwarteten Zahl an Todesf&auml;llen, die alle Todesursachen umfasst. Damit kann es praktisch erst bei fl&auml;chendeckenden Verdachtstodesf&auml;llen von katastrophalem Ausma&szlig;<em> <\/em>ein Warnsignal geben.<\/p><p><strong>K&ouml;nnten also in Deutschland mithin Zehntausende Menschen wegen der Einnahme eines Medikaments sterben und das PEI w&uuml;rde es nicht bemerken beziehungsweise das Pr&auml;parat als sicher einstufen? <\/strong><\/p><p>So habe ich die Zustimmung der Chefstatistikerin verstanden. Demnach w&uuml;rde das PEI den BioNTech-Impfstoff selbst noch nach Meldung von 138.000 Verdachtstodesf&auml;llen als sicher deklarieren. Man muss das Ganze noch vor dem Hintergrund sehen, dass es ein erhebliches Underreporting gibt, was das PEI auch zugibt. Der Hauptgrund ist wohl der, dass &Auml;rzte wegen des Zeitaufwands, der nicht verg&uuml;tet wird, einfach nicht dazu kommen. Allerdings h&auml;tten &uuml;berlaufende Melderegister, etwa der Krankenkassen, l&auml;ngst alarmieren m&uuml;ssen. Vor dem Bundesverwaltungsgericht stellte sich heraus, dass das PEI als Bundesbeh&ouml;rde lediglich 13 Mitarbeiter im Meldewesen besch&auml;ftigt, die dann auch noch allen F&auml;llen detailliert nachgehen sollen. Wie soll das bei hunderttausenden Meldungen funktionieren?<\/p><p><strong>Was Sie schildern, deutet auf eine ausgepr&auml;gte Betriebsblindheit der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden hin. K&ouml;nnte das PEI im Falle der Corona-Impfstoffe m&ouml;glicherweise versucht sein, gar kein Sicherheitssignal bemerken zu wollen? <\/strong><\/p><p>Auffallend ist, dass sich in vielen anderen L&auml;ndern die Beh&ouml;rden &auml;hnlich verhalten wie das PEI. Sicherlich wird man in ein paar Jahren mehr dazu wissen. Die Aufarbeitung wird m&uuml;hsam, aber sie wird kommen. Wie schnell es gehen wird, h&auml;ngt zum Beispiel von Entwicklungen in den USA ab.<\/p><p><strong>Nachdem das PEI Ihren Antrag auf Informationszugang nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) weitgehend abgeschmettert hat, k&ouml;nnte der Fall demn&auml;chst vor Gericht landen. Wie sch&auml;tzen Sie dort Ihre Chancen ein? <\/strong><\/p><p>Ja, wir erhielten vom PEI einen ablehnenden Bescheid. Nur in zwei kleinen Punkten bekamen wir eine Antwort, die h&ouml;chst unvollst&auml;ndig war. Wir haben Einspruch erhoben. Am 2. September 2022 druckte die <em>Berliner Zeitung <\/em><a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/paul-ehrlich-institut-praesident-beantwortet-fragen-zu-impf-nebenwirkungen-li.262815\">ein Interview mit PEI-Pr&auml;sident Klaus Cichutek<\/a>. Auch diese Ausf&uuml;hrungen waren nicht geeignet, unsere Fragen zu beantworten, was wir in einem <a href=\"https:\/\/cdn.website-editor.net\/s\/041bcc2c4aa54d419f7ee83c6c280b40\/files\/uploaded\/Kommentar_10.pdf?Expires=1667709349&amp;Signature=kSFivUkW-Omou9V~LSGFwiEgcMOhIP356YayHJRx4IqKNV-wDytduODk3~EoCawJ6Eb2tsDMAs5LykScbt1nOndUeub2biycISSeEwu40RVeLXTrwzWSx35fmsWDI4lMx7vYte7Y9NYwtVUr9lQvYTUbZhQcg2x9FDmFP0Ak8Z01oaQ~kTmLZM6XW3Ya~0EjbsbzF6lvIFaz6TJlnWPcWctZ0x56lb-EFbHWeABafSSN7K~Sv6oQ3r-SepP6MXukvpmbSVGAQdAfDvIpk-iTQ2ibPdYIQmcLI7b2UrFr-Y9me1GlxRkZEa~RUif6QjzaQIw94CO1kgHQOkIPfJuJXw__&amp;Key-Pair-Id=K2NXBXLF010TJW\">schriftlichen Kommentar<\/a> dargelegt haben.<\/p><p>Bedenkt man nur, dass wir f&uuml;nf Professoren dem PEI seit einem halben Jahr zu erkl&auml;ren versuchen, dass Lichtstreuung nicht mit Lichtabsorption zu verwechseln ist, kann man sich &uuml;ber so viel Beratungsresistenz nur noch wundern. Dabei h&auml;ngt viel von diesem Wissen ab: Die Beurteilung der Qualit&auml;t der Impfstoffe durch den Arzt anhand seines Aussehens und damit die Gesundheit so vieler Menschen!<\/p><p>Unsere Chancen vor den Gerichten werden auch von der Gro&szlig;wetterlage abh&auml;ngen. Der Widerstand gegen die Aufarbeitung nimmt aber ab. Ich bin jedenfalls &uuml;berzeugt, dass die Richter am Ende feststellen werden, dass die Naturgesetze auch beim PEI gelten.<\/p><p><strong>Und was passiert dann? <\/strong><\/p><p>Ich vermute, dass bis dahin ein paar Jahre ins Land gehen werden. Dann interessiert die Sache vor allem die Zeitgeschichtler. F&uuml;r unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung wird es dennoch ein Sieg sein.<\/p><p>Titelbild: cortex-film\/shutterstock.com<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/94b49fb11c444e58950b8f0989cb3b2d\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F&uuml;nf Chemieprofessoren wollen beim Pharmaunternehmen BioNTech und dem f&uuml;r die Sicherheits&uuml;berwachung von Arzneimitteln zust&auml;ndigen Paul-Ehrlich-Institut Informationen einholen zu Bestandteilen, Eigenschaften und zur Qualit&auml;tskontrolle des Corona-Impfstoffs Comirnaty. Mehr als ein halbes Jahr lang werden sie mit unzureichenden, widerspr&uuml;chlichen und mithin falschen Antworten hingehalten. Das alles sei &bdquo;sehr beunruhigend&ldquo;, erkl&auml;rt einer der Beteiligten, <strong>J&ouml;rg Matysik<\/strong> von der<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=89043\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":89044,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,149,209,150],"tags":[712,3018,2983,2880,2453,3035],"class_list":["post-89043","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-gesundheitspolitik","category-interviews","category-verbraucherschutz","tag-arzneimittel","tag-arzneimittelnebenwirkungen","tag-biontech","tag-impfungen","tag-mortalitaet","tag-paul-ehrlich-institut"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/shutterstock_1928466551.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/89043","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=89043"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/89043\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":89096,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/89043\/revisions\/89096"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/89044"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=89043"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=89043"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=89043"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}