{"id":89121,"date":"2022-10-12T13:00:33","date_gmt":"2022-10-12T11:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=89121"},"modified":"2022-10-12T12:53:57","modified_gmt":"2022-10-12T10:53:57","slug":"leserbriefe-zu-geht-es-in-der-internationalen-politik-nur-um-die-interessen-von-staaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=89121","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eGeht es in der internationalen Politik nur um \u201edie Interessen von Staaten\u201c?\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88940\">Hier<\/a> wird <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?app=desktop&amp;v=wd42z-oP0B0\">ein Video von Michael L&uuml;ders<\/a> hinsichtlich eines Zitats von Egon Bahr hinterfragt. Es hinterlasse den Eindruck, dass es in der Au&szlig;enpolitik eigentlich nur um die &bdquo;Vertretung von eigenen Interessen&ldquo; gehe. In der Realit&auml;t sei das nicht so. Die von Bahr als Mitarbeiter von Brandt vertretene Verst&auml;ndigungspolitik sei &bdquo;das Musterbeispiel daf&uuml;r, dass internationale Politik besonders erfolgreich ist, wenn man die eigenen Interessen hintanstellt&ldquo;. Danke f&uuml;r die Leserbriefe, in denen auch andere interessante Meinungen beschrieben werden. <strong>Christian Reimann<\/strong> hat sie zusammengestellt.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller, <\/p><p>die Maxime von Egon Bahr hatte ich bisher sehr positiv gesehen, als realistische Abgrenzung von der Heuchelei von &ldquo;&rdquo;Demokratie und Menschenrechten&rdquo;. Danke f&uuml;r den Hinweis, dass die Politik der Brandt-&Auml;ra viel mehr war. Dass damals sogar der Pr&auml;sident von Tansania mitbekommen hat, was in Deutschland Weltbewegendes passiert und offenbar besser einordnen konnte als viele Deutsche, ist ein Signal der Hoffnung. Hoffnung, dass sich die &ldquo;heilsame Wirkung der Herzen&rdquo;, oder wie auch immer man das nennen mag, wirksamer durchsetzt als es die Mainstreampresse und -politik es sich vorstellt. <\/p><p>Von ganzem Herzen Danke!<br>\nRolf Henze<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Albrecht M&uuml;ller,<\/p><p>der Begriff Interesse erweckt bei mir nicht die einschr&auml;nkende Bedeutung auf unmittelbares materielles Interesse, unstreitig geh&ouml;ren z.B. Sicherheitsfragen mit dazu. Auch mache ich, abseits staatsrechtlicher Details, keinen Unterschied zwischen Staat und Volk, denn den Staatsapparat hatte Bahr sicher nicht im Sinn.<\/p><p>Zudem scheint mir anerkannt, dass die Frage &bdquo;welches Interesse hast Du oder hat ein Staat?&ldquo; &ndash; sofern sie heutzutage &uuml;berhaupt noch gestellt wird &ndash; immer zuerst von den Betroffenen oder ihren legitimen Vertretern selbst beantwortet wird. Das macht den Begriff des Interesses thematisch offen und f&uuml;r den Betroffenen individuell deutbar. Grunds&auml;tzlich eine gute Voraussetzung f&uuml;r jede Konfliktbeilegung. Ich wei&szlig;, in Talkshows l&auml;uft das anders.<\/p><p>Im aktuellen Kriegskonflikt USA\/Ukraine\/Donbass\/Russland unterscheidet der Mainstream zwischen Gut und B&ouml;se, was Michael L&uuml;ders zum Gegenstand seiner Betrachtungen macht. Das sind einseitige wertende Zuschreibungen. Sie sollen offensichtlich die geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen des Wertewestens verschleiern, welche den Konflikt wenigstens seit 2014 befeuern. Diese werden in der medialen &Ouml;ffentlichkeit weder nennenswert thematisiert und schon gar nicht offen und strittig diskutiert. Hier versagen die Konzernmedien und &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender auf fast ganzer Linie.  <\/p><p>Die Aussage Egon Bahrs verlangt, diesen Schleier zu l&uuml;ften und den Blick wieder auf die Kernfragen und -Erwartungen der Beteiligten zu richten. Das macht seinen Satz gerade f&uuml;r die Friedensbewegung so wichtig. Widerstreitende Interessen zu kennen und Ausgleich zu suchen ist Teil einer umfassend ansetzenden Friedenslogik, f&uuml;r die sie auf die Stra&szlig;en geht und zu der wir alle zur&uuml;ckfinden m&uuml;ssen. Im Interesse der vom Konflikt betroffenen Staaten, d.h. ihrer V&ouml;lker.<\/p><p>Bahrs Worte benennen das Gegenmodell zum messianischen Kreuzzug des Westens, der unvers&ouml;hnlich seiner eng milit&auml;rischen Kriegslogik folgt. Ich gewinne ihnen viel ab, denn sie passen zu meinem obersten politischen Programmsatz, der da lautet: &bdquo;Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein und werden, nach Innen und nach Aussen&ldquo;. (Willy Brandt, 29.9.1969, gest.am 08.Oktober 1992)<\/p><p>Udo Fr&ouml;hlich<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller, <\/p><p>danke f&uuml;r ihren Artikel, der wichtige Aspekte der Au&szlig;enpolitik von Brandt\/Bahr verdeutlicht, insbesondere Ihre Gegen&uuml;berstellung der beiden Versionen des Umgangs zwischen den V&ouml;lker. <\/p><p>Allerdings habe ich die &Auml;u&szlig;erung Egon Bahrs &uuml;ber Interessen von Staaten immer etwas anders verstanden. Er hat damals meines Wissens vor Sch&uuml;lern gesprochen und hat sie davor gewarnt, nicht auf hochmoralisches Wortgeklingel hereinzufallen, etwa in dem Sinne: Sie reden von Demokratie, Menschenrechten, von M&auml;dchenschulen und Brunnen und der Notwendigkeit zu helfen oder gar mit Waffengewalt die Menschen zu sch&uuml;tzen (R2P)&hellip; &mdash; Nein! Es geht dabei immer um eigene Interessen, die hinter dem Wortgeklingel verborgen werden sollen, &bdquo;&hellip; merken Sie sich das!&ldquo; <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nBernhard Meyer<\/p><p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Danke vielmals, lieber Herr Meyer,<\/em><\/p><p><em>ja, Egon Bahr sprach vor einer Schulklasse in Heidelberg.<\/em><\/p><p><em>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Albrecht M&uuml;ller<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller, <\/p><p>danke, dass Sie daran erinnern, dass eine kluge, an langfristig stabilen und friedlichen Beziehungen interessierte Au&szlig;enpolitik immer auch die Interessen der Partnerl&auml;nder ber&uuml;cksichtigt und sich um f&uuml;r alle Seiten akzeptable Vereinbarungen bem&uuml;ht. So verstehe ich Egon Bahrs Aussage. &ldquo;Interessen&rdquo; sind nichts per se Negatives oder gar B&ouml;ses. <\/p><p>Wer allerdings die Interessen des eigenen Landes kompromiss- und r&uuml;cksichtslos verfolgt, mag eine Weile lang erfolgreich sein, wird aber langfristig Ansehen, Einfluss und auch Macht verlieren. Der immer aufw&auml;ndigere Kampf der USA zur Verteidigung des US-Dollars als Leitw&auml;hrung ist ein Beispiel daf&uuml;r. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nVolker Jansen<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller, <\/p><p>zu Ihrem Beitrag vom 7.10.2022 &uuml;ber &ldquo;Geht es in der internationalen Politik nur um &lsquo;die Interessen von Staaten&rsquo;?&rdquo; w&uuml;rde ich gern anmerkend fragen, ob nicht Bahr wie auch Brandt SOGAR BEIDE recht haben\/hatten? Ist es nicht schlicht eine Frage der Zeitskala, die man betrachtet? <\/p><p>Mir scheint, dass es im allerh&ouml;chsten deutschen und europ&auml;ischen LANGFRIST-INTERESSE liegt, eine V&ouml;lkergemeinschaft der GUTEN NACHBARN zu sein und kein zusammengew&uuml;rfeltes H&auml;uflein Seer&auml;uber, Raubritter, Sklavenhalter, Halsabschneider und Ausbeuter von Nachbarst&auml;mmen; denn erst nach Generationen zeigt sich, wie eine bestimmte Politik sich auswirkt, die HEUTE &ldquo;begangen&rdquo; wird:<br>\nViele deutsche und europ&auml;ische Familien in Ost wie West leiden aktuell noch unter den Folgen von WW2. Auch meine eigene. <\/p><p>Der bekannte Immobilienmakler Jesus von Nazareth wusste fr&uuml;h, wovon die Rede ist, als er feststellte (Matt 5:5): &ldquo;Selig sind die Sanftm&uuml;tigen; denn sie werden das Erdreich BESITZEN.&rdquo; (Hervorhebung von mir). <\/p><p>Ob er damit eine asymptotische Zukunft Eurasiens im Geiste der Vernunft und guten Zusammenarbeit der V&ouml;lker, Staaten, Nationen und St&auml;mme im Auge hatte, wie sie in Ans&auml;tzen durch die Neue Seidenstra&szlig;e und die SCO erkennbar wird? <\/p><p>Jedenfalls nicht die Aggression Kiews gegen die ehemalige Ost-Ukraine, nicht das Verbot russischer Sprache und Kultur und nicht die europ&auml;isch-beflissentliche Mitgestaltung von Sanktionen, deren volle Wirkungen und Nebenwirkungen erst im kommenden Winter sp&uuml;rbar werden. <\/p><p>Mut und Kraft f&uuml;r das Kommende!<br>\nhzb<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Verehrter Albrecht M&uuml;ller,<\/p><p>In Ihrem Artikel &ldquo;Geht es in der internationalen Politik nur um &bdquo;die Interessen von Staaten&ldquo;?&ldquo; konstruieren sie einen falschen Gegensatz, wenn Sie schreiben, &ldquo;Aber die Politik der Verst&auml;ndigung ist aus meiner Sicht um vieles zielf&uuml;hrender als die lautstarke, nackte Interessenvertretung&rdquo;.<\/p><p>Die &Auml;u&szlig;erung von Egon Bahr ist v&ouml;llig korrekt. Eine andere Frage ist, in welchem Geiste und mit welchen Mitteln ich die Interessen vertrete. W&auml;hle ich den konfrontativen und gewaltt&auml;tigen Weg, wie ihn zum Beispiel die USA beschreiten, oder einen kooperativen Weg, wie er in der Entspannungspolitik zum Ausdruck kommt.<\/p><p>Sehr sch&ouml;n deutlich wird dies in der folgenden Grafik, welche die derzeit zwischen den Staaten herrschende &bdquo;Sicherheitslogik&ldquo; einer &bdquo;Friedenslogik&ldquo; gegen&uuml;berstellt.<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/221011-internationale-Politik.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Bildquelle: <a href=\"https:\/\/pzkb.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/friedenslogik_d-8s-web.pdf\">Netzwerk der Zivilgesellschaft zur &Uuml;berwindung der Gewalt.<\/a> <\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nHajo Zeller<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Verst&auml;ndigung mit den Nachbarn war und ist eine der Interessen. Konfrontation ist auch ein politisch legitimen Interesse.Je nach Lage der Interessen.<\/p><p>Die Diffamierung der Verst&auml;ndigung bedeutet eine Interessen geleitete Entpolitisierung.&nbsp;<\/p><p>Dietrich Horstmann<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo NDS,<\/p><p>Albrecht M&uuml;llers Gro&szlig;e Erz&auml;hlung ist die der fast schon sozialistischen, grundguten, sch&ouml;nen Zeit der sozialliberalen Koalition unter Brandt mit ihrer &ldquo;Entspannungspolitik&rdquo; der &ldquo;guten Freunde&rdquo;, die man sein wollte.<\/p><p>War das so?<\/p><p>Nein. Die BRD war damals wie heute ein imperialistischer Staat. In den Teilen der Bourgeoisie und ihrer politischen Repr&auml;sentanten, die noch eigene Denkf&auml;higkeit hatten, machte sich die &Uuml;berzeugung breit: Die Grenzen des Deutschen Reiches von 1937, die werden wir nie wieder gewinnen! Nicht alleine, nicht mit den Amis, nicht durch konventionellen Krieg, schon gar nicht durch Atomkrieg. Also sollte man sich langsam mal von derlei antiquierten Vorstellungen verabschieden &ndash; und zu einem moderneren imperialistischen Konzept &uuml;bergehen: Dem Wandel durch Ann&auml;herung. Hat ja dann auch geklappt &ndash; zum gro&szlig;en Pech der Bev&ouml;lkerung der DDR. Diese Politik hat zu famosen Extraprofiten f&uuml;r das Kapital gef&uuml;hrt &ndash; und zur Herrichtung nicht nur der DDR als Billig-Werkbank des BRD-Kapitalismus.<\/p><p>DDR-Au&szlig;enminister Otto Winzernach bezeichnete diesen &ldquo;Wandel durch Ann&auml;herung&rdquo; und die &ldquo;Entspannungs&rdquo;politik zu Recht als &ldquo;Aggression auf Filzlatschen&rdquo;.<\/p><p>Im Vergleich zum heutigen Wahnsinn, der Nibelungentreue zur USA, ist das nat&uuml;rlich besser. Aber eine Verkl&auml;rung der sozialliberalen Koalition ist nicht angebracht.<\/p><p>Ciao, Stefan K&ouml;nig<\/p><p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Ja, so kann man das auch sehen. Nach meiner Einsch&auml;tzung ist das aber eine falsche Darstellung der Motive der damals handelnden Personen.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Zu dem im Grunde* wie immer sehr guten L&uuml;ders-Vortrag habe ich dort schon ein paar kritische Anmerkungen als Kommentar geschrieben, die ich hier wiederholen m&ouml;chte:<\/p><p>Die Behauptung, die deutsche Regierung richte irgendwie &ldquo;ungewollt&rdquo; das an, was sie gerade anrichtet: den wirtschaftlichen Untergang des Landes, gern auch formuliert als &ldquo;DDR = D&uuml;mmste Deutsche Regierung&rdquo; (Simone Solga) oder als &ldquo;Unf&auml;higkeit&rdquo; charakterisiert, ist selbst nur eines: dumm, und zwar gef&auml;hrlich dumm. Weil sie den Gegner untersch&auml;tzt. Wer so denkt, der m&uuml;sste auch einer M&uuml;nze oder einem W&uuml;rfel, die immer wieder auf dieselbe Seite fallen, unterstellen, sie seien &ldquo;dumm&rdquo;, &ldquo;unf&auml;hig&rdquo; oder das passiere &ldquo;ungewollt&rdquo;! Nein! Es kommen nur solche willf&auml;hrigen Marionetten &uuml;berhaupt an die Schalthebel der Macht (die sie dann von anderen gesteuert bedienen d&uuml;rfen), die sich durch transatlantische Auswahl als geeignet erwiesen haben und notfalls &ndash; wie Annalenachen, das &ldquo;putzige Dummerchen&rdquo; &ndash; als &bdquo;Junge Globale F&Uuml;HRER&rdquo; vom WEF noch &bdquo;auf Linie gebracht&rdquo; wurden. Und die f&uuml;hren dann auch genau das aus, was man jenseits des Atlantiks w&uuml;nscht: Mitwirkung an der Zerst&ouml;rung Russlands &ndash; und als &ldquo;nice-to-have&ldquo;-Nebeneffekt auch gleich noch die Zerst&ouml;rung Deutschlands und der angeh&auml;ngten EU als wirtschaftliche Konkurrenz.<\/p><p>Und wozu das alles? Weil &ldquo;Staaten keine Freunde haben, sondern nur Interessen&ldquo;?<\/p><p>Mitnichten.<\/p><p>Staaten sind Organisationsstrukturen, die haben kein &ldquo;Ego&rdquo;, keine &ldquo;Interessen&ldquo;.<\/p><p>Selbst die in Staatsapparaten werkelnden Beamten oder Politiker &ndash; sozusagen als &ldquo;demokratische Erweiterung&rdquo; des &ldquo;Der Staat bin ich!&rdquo; &ndash; haben keine (relevanten) &ldquo;Interessen&rdquo; (bis auf ihre Pension und die Wiederwahl), die (au&szlig;en)politisch durchzusetzen ihr ganzes Streben w&auml;re. Sie sind nur Funktionen (&bdquo;Charaktermasken&ldquo; &ndash; wobei der Marx&rsquo;sche Ausdruck angesichts der Charakterlosigkeit der Gemeinten hier wohl nicht passt) solcher Interessen. Oder klarer (vom ollen Marx): &ldquo;Der Staat ist das Machtinstrument in den H&auml;nden der herrschenden Klasse&rdquo;. Punkt!<\/p><p>Und DIESE hat sehr wohl Interessen. N&auml;mlich Machterhalt und &ndash; im Kapitalismus &ndash; Profit. Mehr Profit. Heutzutage wird im &ldquo;Wertewesten&rdquo; alles den Profitinteressen einiger US-Kapitalisten untergeordnet, die sich von der Schw&auml;chung oder m&ouml;glichst sogar Zerschlagung Russland unbeschr&auml;nkten Zugriff auf dessen Rohstoffe und DADURCH eine Verz&ouml;gerung ihres eigenen Untergangs erhoffen. Denn der &ldquo;Rest&rdquo; der Welt, jene 85%, die westliche Medien und Politiker gern als nicht zur &ldquo;Weltgemeinschaft&rdquo; geh&ouml;rig ansehen, hat l&auml;ngst gemerkt, dass er die reichen 15% eigentlich nicht braucht, f&uuml;r gar nix: Weder haben &ldquo;wir&rdquo; Rohstoffe zu bieten, die es nicht auch woanders gibt, noch sind wir die einzigen, die Luxus- oder sonstige G&uuml;ter produzieren k&ouml;nnen: Das k&ouml;nnen die anderen inzwischen sogar i.d.R. g&uuml;nstiger &ndash; erst recht, wenn deutsche Politiker das Land, dass sie angeblich regieren (in Wirklichkeit erf&uuml;llen sie die Regie-Anweisungen anderer) gerade durch Gas-Selbstembargos um die M&ouml;glichkeiten &bdquo;wettbewerbsf&auml;higer&ldquo; Produktion bringen.<\/p><p>Und auch die vielger&uuml;hmte &ldquo;Innovationskraft&rdquo;, die von &ldquo;den Chinesen&ldquo; doch immer nur nachge&auml;fft worden w&auml;re, ist sp&auml;testens seit der Glanzleistung deutscher Ingenieurskunst fl&ouml;ten, als man 50 kg Zement in den Kofferraum des Audi TT go&szlig;, um sein aerodynamisches Abheben in der Kurve zu verhindern&hellip; Von &bdquo;Schummelsoftware&ldquo; ganz zu schweigen &ndash; die einzige deutsche &bdquo;Ingenieursleistung&ldquo;, die in den letzten Jahrzehten f&uuml;r Furore sorgte &hellip;<\/p><p>Nein, die &ldquo;15 Minuten Ruhm&rdquo; in der Weltgeschichte = die nicht einmal 500 Jahre westliche Vorherrschaft, Auspl&uuml;nderung, Mord und Vergewaltigung des &bdquo;Restes&ldquo; der Welt, sind vorbei. Unwiederbringlich. Und das ist auch gut so. Jetzt &uuml;bernehmen wieder die Chinesen, die schon in den 2000 Jahren bis 1500 eigentlich immer die technologisch und in der &ldquo;Kunst&rdquo; der Administration gro&szlig;er Staaten &uuml;berlegene Zivilisation waren. Nur diesmal ist ihnen &ndash; im Unterschied zu den alten Kaisern &ndash; bewusst, dass sie nicht allein und abgeschottet vom Rest der Welt (au&szlig;erhalb des &bdquo;Reiches der Mitte&ldquo; = also an den von Barbaren bewohnten R&auml;ndern der Welt) herrschen oder auch nur &uuml;berleben k&ouml;nnen. Die &ldquo;Neue Seidenstra&szlig;e&rdquo; ist auch deshalb der bisher nur halbherzig bek&auml;mpfte Grabstein des Kapitalismus wertewestliche Pr&auml;gung. Und die &ldquo;Interessen&rdquo; nicht der betroffenen Staaten, sondern ihrer herrschenden Mikro-Minderheit werden dabei wohl unter die R&auml;der kommen &hellip; wobei: Das Kapital ist ja bekanntlich ein scheues Reh und hat keine Heimat. Es wird sich rechtzeitig genug &ldquo;aus dem Staub machen&rdquo; und nun eben wieder einmal auch nur das hinterlassen, was es bisher schon in allen seinen Kolonien hinterlassen hat: Eine trostlose, verw&uuml;stete, ausgepl&uuml;nderte Brache, in der die nicht geflohenen Bewohner dahinvegetieren. Und auch mit aller Milit&auml;rmacht der Welt ist dieser Niedergang nicht aufzuhalten. Es sei denn, in den USA kommen einige in die N&auml;he des &ldquo;roten Knopfes&rdquo; (und derer gibt es leider genug!), die in bester &ldquo;Kindergarten-Sandkasten-Bully-Manier&rdquo; meinen, wenn SIE nicht die Herrschaft &uuml;ber die Welt aus&uuml;ben k&ouml;nnten, dann soll die auch kein anderer haben &hellip;  Vielleicht sind dann ja die Ameisen oder die Kakerlaken nach den Sauriern und S&auml;ugetieren mal dran mit der Weltherrschaft?<\/p><p>*Leider kranken auch L&uuml;ders eigentlich klarsichtige Beitr&auml;ge immer noch daran, bestimmt &bdquo;idealistische&ldquo; Positionen oder Auffassungen zu knallharten materiellen &ouml;konomischen Interessen nicht in Frage zu stellen &hellip; aber sonst w&auml;re er ja auch Marxist ?<\/p><p>Nach der Lekt&uuml;re von Albrecht M&uuml;llers Text m&ouml;chte ich noch folgendes anf&uuml;gen:<\/p><p>Leider l&auml;sst Albrecht M&uuml;ller hier eine spitzfindig-sophistische ? Rhetorik bzw. &bdquo;dialektische&ldquo; (Trick-) Anwendung passender Aristoteles-Kenntnisse vermissen:<\/p><p>Wenn Brandt u.a. f&uuml;r internationale Zusammenarbeit eintraten, dann weil sie DIESES Interesse als h&ouml;heres, wichtigeres, besseres (Gut, w&uuml;rde Aristoteles sagen) einsch&auml;tzten bzw. erkannt hatten: Nach dem Motto  &ldquo;Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.&rdquo; sollte es auch dem geifernsten Kapitalistenkriegstreiber (mit Ausnahme von Frau Strack-Zimmermann vielleicht) klar sein, dass sein ganzes &ldquo;sch&ouml;nes&rdquo; Profitstreben &ldquo;f&uuml;r&rsquo;n Arsch&ldquo;  &ndash; sorry f&uuml;r die Ausdrucksweise, aber einige Gesichter der aktuellen Politik und deren &hellip; &Auml;u&szlig;erungen lassen mir kaum noch eine andere Wahl &ndash; ist, wenn neben seiner Fabrik und seinem Geld auch er selbst nur noch Asche ist. Aber soweit denken die am &ldquo;Quartalsziel&rdquo; geschulten Profitmacher eben i.d.R. nicht &hellip; bzw. sie glauben aus den letzten Kriegen gelernt zu haben, dass sie schon irgendwie davon kommen werden, sogar mit Gewinn. Wie Flick, Thyssen, Krupp, Quandt etc. &hellip; Bei denen ist einfach noch nicht angekommen, dass es &ldquo;diesmal&rdquo; auf die totale Vernichtung der Menschheit hinausl&auml;uft und sie sich nicht vermeiden l&auml;sst, wenn die ersten Atomraketen erst einmal gestartet sind &hellip;  <\/p><p>Insofern war es also durchaus im &bdquo;Interesse&ldquo; &ndash; nicht des &bdquo;Staates&rdquo; Bundesrepublik, sondern seiner Bev&ouml;lkerung, sogar seiner Kapitalisten, wenn Brandt auf gute Nachbarschaft setzte statt auf Konfrontation.  Aber auch dieses Interesse (um auf meine L&uuml;ders-Anmerkung zur&uuml;ck zu kommen) ist eben das von Menschen, nicht das von &ldquo;Staaten&rdquo;. Der Organisationsstruktur &ldquo;Staat&rdquo; ist es v&ouml;llig egal (ok, kann es eigentlich auch nicht sein, weil sie eben keine Pers&ouml;nlichkeit ist oder hat), ob noch jemand lebt und die Maschinerie am Laufen h&auml;lt. (Angeblich gab es ja in den 70ern in den USA mal eine Art soziologisches Experiment, in dem man eine Beh&ouml;rde von jeglichem Zufluss von Informationen von au&szlig;en &ndash; per Post &ndash; abgeschnitten hat, um zu sehen, was passiert &hellip; und sie hat noch ein halbes Jahr lang weiter funktioniert, bevor es &ldquo;drinnen&rdquo; jemandem aufgefallen ist ;-)) Aber ohne jemanden &ldquo;drinnen&rdquo; = ohne Menschen kommt selbst diese Beh&ouml;rde sofort zum Stehen. Und auch die Computerl&uuml;fter summen nur noch so lange, wie irgend JEMAND die Stromzufuhr sicherstellt&hellip;<\/p><p>Es sind immer die Interessen einiger weniger Herrschender, die das Machtinstrument &bdquo;Staat&ldquo; zu vertreten hat. Und wenn dessen Funktion&auml;re das nicht wunschgem&auml;&szlig; tun, werden sie eben abserviert. Alles andere w&auml;re ja &hellip; Revolution &ndash; und zwar der Macht-, also Eigentumsverh&auml;ltnisse. Und wer will das schon? Nicht einmal (bei uns) die gehirngewaschenen 99%, die davon profitieren w&uuml;rden! Also weiter so!<\/p><p>In einem alten DDR-Witz lautete die Antwort auf die Frage, was auf den Transparenten zum 1. Mai st&uuml;nde, wenn Gott der Menschheit bekannt g&auml;be, am 30. Mai den Weltuntergang stattfinden zu lassen? Antwort: &bdquo;Mit erf&uuml;llten Pl&auml;nen in den Weltuntergang!&ldquo;<\/p><p>Das muss man jetzt nur leicht korrigieren zu &bdquo;Mit [hier bitte beliebige Zahl einsetzen] % Gewinn in den Weltuntergang! Alles f&uuml;r das Wohl unserer Aktion&auml;re!&ldquo; Selbst diese Transparente tragende Funktionselite w&uuml;rde also noch im Untergang glauben, einem h&ouml;heren &bdquo;Gut&ldquo; zu dienen: den Interessen ihrer Auftraggeber. Aber NICHT denen irgendeines &bdquo;Staates&ldquo;!<\/p><p>Liebe Gr&uuml;sse<br>\nBernd Kulawik<\/p><p><em><strong>Nachbemerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Ziemlich arrogant und besserwissend, zum Beispiel &bdquo;Nicht einmal (bei uns) die gehirngewaschenen 99%&ldquo;. <\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88940\">Hier<\/a> wird <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?app=desktop&amp;v=wd42z-oP0B0\">ein Video von Michael L&uuml;ders<\/a> hinsichtlich eines Zitats von Egon Bahr hinterfragt. 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