{"id":89294,"date":"2022-10-17T12:04:57","date_gmt":"2022-10-17T10:04:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=89294"},"modified":"2022-10-17T15:47:27","modified_gmt":"2022-10-17T13:47:27","slug":"aepfel-und-birnen-die-impfstoffueberwachung-laeuft-beim-paul-ehrlich-institut-total-banane","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=89294","title":{"rendered":"\u00c4pfel und Birnen!? Die Impfstoff\u00fcberwachung l\u00e4uft beim Paul-Ehrlich-Institut total Banane"},"content":{"rendered":"<p>Mehr Tote w&auml;hrend einer Impfkampagne als in Zeiten ohne sind f&uuml;r das Paul-Ehrlich-Institut erst dann ein Problem, wenn mal eben doppelt so viele Menschen das Zeitliche segnen wie &uuml;blich. Unsinn? Von wegen: Die Bundesbeh&ouml;rde betreibt ein Kontrollsystem, das mittels grober statistischer Unterschlagung eigentlich nie Alarm ausl&ouml;sen kann, es sei denn, ein Medikament wirkt so t&ouml;dlich wie alle anderen Krankheiten zusammen. Was man nicht glauben mag, hat die PEI-Chefstatistikerin offen vor Gericht einger&auml;umt. Stand jetzt bedeutet das: Bevor ein Sicherheitssignal erfolgt, m&uuml;ssten &uuml;ber 185.000 Verdachtssterbef&auml;lle im Zusammenhang mit den experimentellen Corona-Vakzinen gemeldet werden. Was eine Pandemie so alles m&ouml;glich macht, denkt sich <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3070\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-89294-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221017-Aepfel-und-Birnen-Impfstoff-Ueberwachung-PEI-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221017-Aepfel-und-Birnen-Impfstoff-Ueberwachung-PEI-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221017-Aepfel-und-Birnen-Impfstoff-Ueberwachung-PEI-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221017-Aepfel-und-Birnen-Impfstoff-Ueberwachung-PEI-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=89294-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221017-Aepfel-und-Birnen-Impfstoff-Ueberwachung-PEI-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"221017-Aepfel-und-Birnen-Impfstoff-Ueberwachung-PEI-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Doch, es gibt sie, wenngleich Karl Lauterbach (SPD) es lange Zeit nicht wahrhaben wollte: Impfnebenwirkungen, Impfsch&auml;den, Impftote. Die geh&auml;uften Hinweise, dass im Gefolge der Massenimpfung auf Basis der neuartigen mRNA- und Vektortechnologie eine Vielzahl &bdquo;unerw&uuml;nschter Ereignisse&ldquo; aufgetreten sind und weiterhin auftreten, konnte zuletzt nicht einmal mehr der Bundesgesundheitsminister ignorieren. Wobei das sogenannte <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84909\">Post-Vac-Syndrom<\/a>, von dem der Spiegel Mitte Juni erstmals berichtete und auf das er seither immer mal wieder eher pflichtschuldig zu sprechen kommt, die Tragweite des Problems wohl nicht ann&auml;hernd umrei&szlig;t. <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/ratgeber\/gesundheit\/Post-Vac-Syndrom-Seltene-Nebenwirkung-der-Corona-Impfung-,postvacsyndrom100.html\">25.000 F&auml;lle bei 176 Millionen Impfdosen<\/a>, wie zuletzt vom Norddeutschen Rundfunk beziffert, wirken angesichts einer Reihe anderer, sehr viel alarmierender Befunde fast wie eine Beruhigungspille.<\/p><p>Zum Beispiel gibt die Kassen&auml;rztliche Bundesvereinigung (KBV) die Zahl derer, die im Jahr 2021 nach einer Impfung aufgrund von Nebenwirkungen einen Arzt aufgesucht haben, mit <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus239736199\/Corona-Impfung-2-5-Millionen-Patienten-meldeten-Nebenwirkungen-in-Deutschland.html\">2,5 Millionen<\/a> an. Das mitzuteilen, hatte das Gros der Leitmedien im Sommer vers&auml;umt. &Ouml;ffentlich kaum Beachtung finden auch die offiziellen Statistiken zu den Verdachtsmeldungen auf Impfkomplikationen, die bei den f&uuml;r die Impfstoff&uuml;berwachung zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden auflaufen. Gem&auml;&szlig; der bei der Europ&auml;ischen Arzneimittelagentur (EMA) angesiedelten Datenbank EudraVigilance &uuml;bersteigt allein die Zahl der gemeldeten Verdachtstodesf&auml;lle im Zusammenhang mit den Covid-19-Vakzinen in Relation zu den verabreichten Dosen die entsprechenden Kennziffern zu den Influenza-Impfstoffen um das <a href=\"https:\/\/www.frontiersin.org\/articles\/10.3389\/fpubh.2021.756633\/full\">42,5-Fache<\/a>.<\/p><p>Das Pendant in &Uuml;bersee, das US-amerikanische Vaccine Adverse Event Reporting System (VAERS), schl&uuml;sselte Ende September &uuml;ber <a href=\"https:\/\/www.transparenztest.de\/post\/us-vaers-impfdatenbank-ein-drittel-der-31071-todesfaelle-innerhalb-der-ersten-3-tage-gemeldet\">31.000 Todesf&auml;lle<\/a> mit m&ouml;glichem Bezug zur Impfung auf, rund 30 Prozent davon ereigneten sich innerhalb von drei Tagen nach der Behandlung. Hierzu sei jedoch angemerkt, dass jedermann ohne Pr&uuml;fung oder Best&auml;tigung durch einen behandelnden Arzt eine Verdachtsmeldung im VAERS einreichen darf. Gemeldet wurden knapp 178.000 Krankenhauseinweisungen, &uuml;ber 135.000 Notaufnahmen und mehr als 58.000 bleibende Folgesch&auml;den. Von den seit 1990 f&uuml;r s&auml;mtliche Impfstoffe erfolgten Verdachtsmeldungen zu Nebenwirkungen entfallen im VAERS knapp 64 Prozent auf die SARS-CoV-2-Pr&auml;parate, die seit nicht einmal zwei Jahren verimpft werden.<\/p><p><strong>Verdacht ist kein Beweis<\/strong><\/p><p>Das alles sind noch keine Beweise daf&uuml;r, dass die Impfung sch&auml;dlich, gef&auml;hrlich oder mithin t&ouml;dlich wirken kann. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) &ndash; hierzulande verantwortlich f&uuml;r die Zulassung und &Uuml;berwachung der Sicherheit von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln &ndash; bewertet tats&auml;chlich nur einen Bruchteil der Meldungen zu Todesf&auml;llen &bdquo;als konsistent mit einem urs&auml;chlichen Zusammenhang mit der Gabe des jeweiligen Covid-19-Impfstoffs&ldquo;. Im aktuellsten <a href=\"https:\/\/www.pei.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/newsroom\/dossiers\/sicherheitsberichte\/sicherheitsbericht-27-12-20-bis-30-06-22.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=6\">Sicherheitsbericht vom 7. September<\/a> sind das 120 F&auml;lle von 3.023. F&uuml;r &uuml;ber 2.900 Sterbef&auml;lle wird hingegen scheinbar &bdquo;Entwarnung&ldquo; gegeben, wobei es sich nicht erschlie&szlig;en l&auml;sst, auf welcher Grundlage so befunden wird. M&ouml;glich ist, dass gerade die vielen von Privatpersonen gemeldeten F&auml;lle aufgrund der fehlenden Abkl&auml;rung durch einen Mediziner gar nicht eingehend gepr&uuml;ft werden.<\/p><p>Das muss an dieser Stelle jedoch nicht weiter interessieren, denn allein die Verdachtsmeldungen auf Nebenwirkungen bilden die Messlatte, wann das PEI ein sogenanntes Sicherheitssignal erkennt. Dies geschieht, sobald eine auff&auml;llige H&auml;ufung &bdquo;unerw&uuml;nschter Ereignisse&ldquo; auftritt, woraufhin umgehend genauere Untersuchungen eingeleitet werden m&uuml;ssen mit dem m&ouml;glichen Ergebnis, dem fraglichen Medikament die Zulassung zu entziehen und es vom Markt zu nehmen. Wann aber ist der Punkt erreicht, an dem das PEI Alarm gibt? Und m&uuml;sste das nicht l&auml;ngst passiert sein? Schlie&szlig;lich z&auml;hlte das Institut im Zusammenhang mit s&auml;mtlichen anderen Impfstoffen lediglich 460 Verdachtstodesf&auml;lle &ndash; wohlgemerkt seit der Jahrtausendwende, w&auml;hrend es bei den Covid-19-Vakzinen schon sechseinhalb mal so viele sind. Konkret: Wie viele Verdachtstodesf&auml;lle braucht es, damit die Bundesbeh&ouml;rde die dann f&auml;lligen Ma&szlig;nahmen ergreift?<\/p><p><strong>Zehntausende Tote &ndash; keine Sorge<\/strong><\/p><p>Die Antwort ist verst&ouml;rend: Stand jetzt m&uuml;ssten bis zum Ert&ouml;nen der Alarmglocken allein im Zusammenhang mit dem BioNTech-Impfstoff Comirnaty &uuml;ber 138.000 Menschen in Deutschland mutma&szlig;lich infolge der Spritze verstorben sein. Nicht minder absurd: Nur in absoluten Ausnahmef&auml;llen kann sich &uuml;berhaupt ein Sicherheitssignal &ndash; im Hinblick auf einzelne Krankheitsbilder &ndash; ergeben, unter gar keinen Umst&auml;nden aber die Sterbeziffern betreffend. Das zu fassen, f&auml;llt schwer, wird aber vom PEI selbst best&auml;tigt. Im Sommer verhandelte das Bundesverwaltungsgericht die Klage zweier Soldaten gegen die Impfpflicht bei der Bundeswehr (Duldungspflicht). In der Anh&ouml;rung wurde der Chefstatistikerin des PEI, Doris Oberle, die Frage gestellt: &bdquo;Ist es korrekt, dass das Paul-Ehrlich-Institut selbst im Falle von 75.000 gemeldeten Impfverdachtstodesf&auml;llen behaupten w&uuml;rde, dass die Covid-Impfstoffe sicher seien?&ldquo; Worauf sie antwortete: &bdquo;Das ist korrekt.&ldquo; Die Zahl 75.000 bezog sich auf den Sicherheitsbericht vom Juli 2021, ist aber l&auml;ngst &uuml;berholt. Auf Nachfrage der Richterin erkl&auml;rte Oberle sodann, dass die Schwelle f&uuml;r ein Sicherheitssignal inzwischen im sechsstelligen Bereich liege.<\/p><p>Wie kommt das PEI auf solche Mondzahlen? Den Berechnungen liegt die sogenannte Observed-versus-Expected-Analyse (OvE) zugrunde. Das Prinzip dahinter ist einfach: Man vergleicht die beobachteten (&bdquo;observed&ldquo;) Todeszahlen innerhalb eines ausgew&auml;hlten Zeitraums nach der Impfung mit der Zahl der zu erwartenden (&bdquo;expected&ldquo;) Toten unabh&auml;ngig von den Impfungen. Letzteres wird auch Hintergrundinzidenz genannt. Um diese zu bestimmen, greift man im Wesentlichen auf Erfahrungswerte aus den Vorjahren zur&uuml;ck. Die Logik gebietet, dass in beiden Vergleichsgruppen alle Arten von Sterbef&auml;llen gez&auml;hlt werden, in der &bdquo;observed&ldquo;-Gruppe also neben den eventuell durch die Impfung verursachten auch s&auml;mtliche anderen Todesf&auml;lle. Denn nur so wird eine Abweichung nach oben oder unten mit Blick auf die &bdquo;expected&ldquo;-Gruppe und gegebenenfalls ein Warnsignal sichtbar.<\/p><p><strong>Gegen die eigenen Regeln<\/strong><\/p><p>Zur Veranschaulichung: Wenn normalerweise in einer Bev&ouml;lkerung binnen 30 Tagen 100.000 Menschen aufgrund der &uuml;blichen Todesursachen versterben, nach einer Impfung der Bev&ouml;lkerung aber binnen 30 Tagen 110.000 Todesf&auml;lle auftreten, dann w&auml;re das ein starker Hinweis, dass etwas im Argen liegt und wom&ouml;glich bis zu 10.000 Menschen Opfer eines Impfschadens geworden sind. Nicht so beim PEI. Angenommen, dem Institut w&auml;ren tats&auml;chlich 10.000 Todesf&auml;lle mit einem Verdacht auf einen Impfzusammenhang gemeldet worden. Dann stellt die Beh&ouml;rde diese 10.000 Impfverdachtstodesf&auml;lle v&ouml;llig losgel&ouml;st vom sonstigen Sterbegeschehen den erwarteten Sterbezahlen (100.000) gegen&uuml;ber und folgert messerscharf: Keine Sorge, alles gut. Sorgen m&uuml;ssen wir uns erst machen, sobald es 90.000 Tote mehr mit Impfverdacht gibt.<\/p><p>Was wie ein Vergleich von &Auml;pfeln mit Birnen anmutet, deckt sich mit der Beschreibung der Vorgehensweise in den PEI-Sicherheitsberichten: Demnach werde &bdquo;die H&auml;ufigkeit der (&hellip;) nach Impfung gemeldeten <a href=\"https:\/\/www.pei.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/newsroom\/dossiers\/sicherheitsberichte\/sicherheitsbericht-27-12-bis-31-08-21.pdf?__blob=publicationFile\">unerw&uuml;nschten Ereignisse<\/a> mit den statistisch zuf&auml;lligen und zu erwartenden H&auml;ufigkeiten in einer vergleichbaren (nicht geimpften) Bev&ouml;lkerung unter Ber&uuml;cksichtigung verschiedener Zeitfenster verglichen&ldquo;. Dazu ein Beispiel: Im Sicherheitsbericht vom Juli 2021 erfasst das PEI f&uuml;r die mit Comirnaty geimpfte Personengruppe seit Beginn der Impfkampagne 926 Todesf&auml;lle mit Verdacht auf einen Impfzusammenhang, die innerhalb von 30 Tagen nach der Impfung aufgetreten sind. &Uuml;blicherweise versterben in der Gesamtbev&ouml;lkerung innerhalb von 30 Tagen allerdings 75.284 Personen. Entsprechend will das Institut dann auch kein Signal f&uuml;r eine erh&ouml;hte Sterblichkeit nach Impfstoffgabe erkennen &ndash; trotz des Vorliegens von knapp 1.000 Todesf&auml;llen mit vermutetem Impfzusammenhang.<\/p><p>Tats&auml;chlich setzt sich das PEI mit seiner Praxis &uuml;ber Bestimmungen hinweg, auf die es sich selbst beruft. In den Sicherheitsberichten ist auf einen Aufsatz mit dem Titel <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC5063172\/\">&bdquo;Pharmacoepidemiological considerations in observed&#8208;to&#8208;expected analyses for vaccines&ldquo;<\/a> aus dem Jahr 2016 verlinkt. Dort sind die Grundlagen, Voraussetzungen und die Durchf&uuml;hrung einer OvE beschrieben, wobei es an einer Stelle hei&szlig;t: &bdquo;Indeed, the method used to define cases for estimating the background incidence rate must be consistent with the one used during the medical assessment of spontaneous cases.&ldquo; F&uuml;r die Seite &bdquo;expected&ldquo; und die Seite &bdquo;observed&ldquo; muss demnach dieselbe Falldefinition verwendet werden. Wenn das PEI unter den erwarteten Todesf&auml;llen &bdquo;alle Todesf&auml;lle &uuml;ber alle m&ouml;glichen Todesursachen hinweg&ldquo; subsummiert, muss dies zwingend auch f&uuml;r die nach Impfung beobachteten Sterbef&auml;lle gelten.<\/p><p><strong>Alles anders seit Corona<\/strong><\/p><p>Der Psychologieprofessor Christof Kuhbandner von der Universit&auml;t Regensburg hat sich eingehend mit der Materie besch&auml;ftigt und z&auml;hlte zu den Angeh&ouml;rten bei besagtem Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht. Seine Erl&auml;uterungen gegen&uuml;ber den NachDenkSeiten sind plausibel und lassen sich anhand der PEI-Sicherheitsberichte nachpr&uuml;fen. Im <a href=\"https:\/\/www.pei.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/newsroom\/dossiers\/sicherheitsberichte\/sicherheitsbericht-27-12-20-bis-30-06-22.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=6\">neuesten Report<\/a> ist die Zahl der Verdachtstodesf&auml;lle, die sich binnen 30 Tagen nach Impfung ereigneten, mit 1.865 angegeben. Zu den vier Impfstoffen (Comirnaty, Spikevax, Vaxzevria, Jcovden) ist weiterhin der Wert der sogenannten Standard Mortality Ratio (SMR) vermerkt. Der ergibt sich, indem man die Zahl der Verdachtstodesf&auml;lle durch die statistisch erwartbare Zahl an Toten teilt, und liegt durchgehend in einem sehr niedrigen Bereich, im Fall von Comirnaty von BioNTech\/Pfizer bei 0,0104. Aus diesem Wert l&auml;sst sich wiederum auf die Zahl der ohne Impfung zu erwartenden &bdquo;regul&auml;ren&ldquo; Todesf&auml;lle schlie&szlig;en. Und aktuell sind das eben knapp &uuml;ber 138.000 mit Comirnaty-Bezug, unter Mitber&uuml;cksichtigung der drei anderen Impfstoffe sogar knapp 186.000.<\/p><p>In der PEI-Kalkulation entspricht dies ziemlich genau &ndash; mit einer leichten Toleranz nach oben wie unten &ndash; der Zahl der f&uuml;r ein Sicherheitssignal erforderlichen Verdachtstodesf&auml;lle. In fr&uuml;heren Berichten war die entsprechende absolute Zahl noch aufgef&uuml;hrt, neuerdings nicht mehr. Weshalb? Beim Paul-Ehrlich-Institut jedenfalls kann ein Alarm erst bei einem SMR-Wert von 1 oder dar&uuml;ber einsetzen. Das l&auml;sst sich beim PEI nachlesen: &bdquo;Ein SMR &lt; 1 weist darauf hin, dass weniger Verdachtsfallmeldungen als erwartet erfasst wurden.&ldquo; Aber kann der Wert &uuml;berhaupt an die Schwelle heranreichen? Nur theoretisch und zwar dann, wenn die Impfstoffe in etwa so t&ouml;dlich wie alle anderen Todesursachen zusammen w&auml;ren. In einem bestimmten Zeitfenster m&uuml;sste es also nahezu oder sogar mehr als doppelt so viele Sterbef&auml;lle geben, wie zu erwarten w&auml;ren. Um es zuzuspitzen: Damit den PEI-W&auml;chtern ein Licht aufgeht, m&uuml;ssten in Deutschland in einem Jahr schon zwei Millionen und nicht wie &uuml;blich eine Million Menschen das Zeitliche segnen.<\/p><p>&bdquo;Es ist wirklich unfassbar, mit welch fragw&uuml;rdigen Sicherheitsanalysen hier gearbeitet wird&ldquo;, &auml;u&szlig;erte sich Kuhbandner. So werde verdeckt, &bdquo;dass in Wirklichkeit Warnsignale in einer bisher nicht gekannten Gr&ouml;&szlig;enordnung existieren, die man entdecken w&uuml;rde, wenn man methodisch so arbeiten w&uuml;rde, wie es das PEI bis zum Beginn der Covid-19-Impfungen gemacht hat&ldquo;. Es ginge also auch anders? Best&auml;tigt hat dies einmal mehr PEI-Statistikchefin Oberle. &bdquo;Disproportionalit&auml;tsanalysen hat das PEI fr&uuml;her auch immer gemacht&ldquo;, sagte sie vor Gericht. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, das die f&uuml;r ein neues Medikament gemeldete Anzahl an Verdachtstodesf&auml;llen mit jener im Zusammenhang mit einem bereits bekannten Medikament vergleicht. Wobei ber&uuml;cksichtigt wird, dass sich Meldeh&auml;ufigkeiten f&uuml;r das neue Arzneimittel ver&auml;ndert haben k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>&Uuml;berlastet und &uuml;berfordert<\/strong><\/p><p>Wieso hat das PEI diese Analysen, welche die einschl&auml;gigen <a href=\"https:\/\/repository.publisso.de\/resource\/frl:6412566\/data\">Leitlinien zur Impfstoff&uuml;berwachung<\/a> vorgeben, mit Beginn der Pandemie eingestellt? Weil es so viele F&auml;lle zu validieren und zu verarbeiten gebe, so Oberle. Aha! Vielleicht h&auml;tte ihre Beh&ouml;rde personell aufr&uuml;sten sollen. Wie sich vor Gericht herausstellte, ist das PEI-Referat f&uuml;r Arzneimittelsicherheit mit acht Medizinern, einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin und 13 Dokumentationsassistenten best&uuml;ckt. Gemeinsam mussten sie bisher &uuml;ber 320.000 Verdachtsmeldungen bearbeiten.<\/p><p>Kuhbandner und elf weitere Professoren haben in einem Anfang Juli <a href=\"https:\/\/7argumente.de\/grobe-fehler-in-pei-sicherheitsanalyse\/\">publizierten Papier<\/a> die Problematik beleuchtet und die Sachverhalte verst&auml;ndlich dargestellt. Ihre arg limitierte OvE-Analyse verwendet das PEI demnach ebenso bei der Beurteilung einzelner Krankheitsbilder ohne Todesfolge. Hier ergibt sich abermals fast durch die Bank kein Hinweis auf Gefahr in Verzug. Anschlagen kann der Alarm faktisch nur bei Ph&auml;nomenen, die &uuml;blicherweise h&ouml;chst selten vorkommen. Das gilt etwa f&uuml;r Sinusvenenthrombosen. Von solchen F&auml;llen, im Zusammenhang mit der Impfung stehend, sind absolut sogar mehr aufgetreten als sonst zu &bdquo;Normalzeiten&ldquo; ohne Impfung, worauf das PEI mit einem Sicherheitssignal reagierte. Dasselbe passierte im Fall der vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen aufgetretenen Herzmuskelentz&uuml;ndungen (Myokarditis).<\/p><p>Sobald es aber um &bdquo;Allerweltskrankheiten&ldquo; geht wie Herzinfarkte oder Lungenembolien, bleibt die Sirene stumm. So erfasste das PEI beim Impfstoff Comirnaty beispielsweise zuletzt 423 Myokardinfarkte im Zeitraum von 30 Tagen nach der Impfung. Das ist beunruhigend und die Hintergr&uuml;nde m&uuml;ssten dringend abgekl&auml;rt werden. Angesichts von erwarteten 35.250 F&auml;llen in der Gesamtbev&ouml;lkerung bleibt das PEI indes unt&auml;tig. Und der PEI-&Uuml;berwachungsapparat w&uuml;rde in zig Jahren noch keinen Mucks von sich geben, selbst wenn bis dahin Tausende mehr F&auml;lle und Tote zu beklagen w&auml;ren.<\/p><p><strong>Verwirrer im Chefsessel<\/strong><\/p><p>Passenderweise hat j&uuml;ngst Beh&ouml;rdenpr&auml;sident Klaus Cichutek in einer Erwiderung auf entsprechende Vorw&uuml;rfe in der <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/paul-ehrlich-institut-praesident-beantwortet-fragen-zu-impf-nebenwirkungen-li.262815#_ftn6\"><em>Berliner Zeitung<\/em><\/a> zum Beleg der Richtigkeit der PEI-Methodik auf eine &bdquo;vor Jahren in einem Peer-Review-Journal&ldquo; publizierte <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/15602672\/\">Studie<\/a> verwiesen. Diese ist in der Tat bald 20 Jahre alt und besch&auml;ftigt sich einzig mit dem pl&ouml;tzlichen Kindstod. 2020 verstarben daran in Deutschland <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/1260562\/umfrage\/ploetzliche-kindstode-in-deutschland\/\">84 S&auml;uglinge oder Kleinkinder<\/a>. Bei solch niedrigen H&uuml;rden kann auch eine grob fehlerhaft betriebene OvE-Analyse ausnahmsweise ein Sicherheitssignal ausgeben.<\/p><p>Best&auml;tigt hat die Irrungen und Wirrungen des PEI-Verfahrens der promovierte Mathematiker G&uuml;nter Eder, der f&uuml;r die NachDenkSeiten unter anderem zum Thema &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87565\">&Uuml;bersterblichkeit w&auml;hrend der Coronapandemie<\/a>&ldquo; ver&ouml;ffentlicht hat. Zitat: &bdquo;Es sieht ganz so aus, als ob Herr Kuhbandner mit seiner Einsch&auml;tzung, wie das PEI dar&uuml;ber entscheidet, ob ein Sicherheitssignal vorliegt oder nicht, tats&auml;chlich richtig liegt. So unglaublich es auch im ersten Augenblick erscheinen mag.&ldquo; Laut Eder h&auml;tte die Beh&ouml;rde zumindest einen Schwellenwert definieren m&uuml;ssen, zum Beispiel von einem Prozent, 0,1 Prozent oder 0,01 Prozent der erwarteten Todesf&auml;lle, ab dem ein Warnsignal zu erfolgen hat. &bdquo;Das w&auml;re im Prinzip allerdings gleichbedeutend damit gewesen, dass man sich festgelegt h&auml;tte, wie viele Todesf&auml;lle man beim Impfen f&uuml;r hinnehmbar h&auml;lt: ein Toter, zehn Tote oder 100 Impftote pro Jahr. Davor ist man vermutlich zur&uuml;ckgeschreckt.&ldquo;<\/p><p>Kuhbandner selbst sprach von einem &bdquo;unfassbaren Missstand&ldquo; und weiter: &bdquo;Im Vertrauen auf eine &ndash; in Wirklichkeit die m&ouml;glichen hohen Gefahren verdeckende &ndash; Sicherheitsanalyse wird von einer &sbquo;Sicherheit&lsquo; der Covid-19-Impfstoffe ausgegangen, die wom&ouml;glich in Wirklichkeit nicht gegeben ist. Darauf aufbauend werden politische sowie private Entscheidungen getroffen, welche mit einer hohen Gefahr f&uuml;r das Leben von Menschen einhergehen, f&uuml;r die das PEI dann in der Verantwortung steht.&ldquo; Ob er damit richtig liegt oder nicht, m&uuml;ssen sich die Verantwortlichen fragen lassen. Wenn sie das denn zulie&szlig;en. Eine Anfrage des Autors beim Paul-Ehrlich-Institut zum Thema blieb bis zur gesetzten Frist unbeantwortet.<\/p><p>Titelbild: Brian O&rsquo;Toole Photography\/shutterstock.com<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/072659599ef445c5aa34e77652f14ad0\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr Tote w&auml;hrend einer Impfkampagne als in Zeiten ohne sind f&uuml;r das Paul-Ehrlich-Institut erst dann ein Problem, wenn mal eben doppelt so viele Menschen das Zeitliche segnen wie &uuml;blich. Unsinn? 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