{"id":8937,"date":"2011-04-01T14:36:52","date_gmt":"2011-04-01T12:36:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8937"},"modified":"2014-08-13T13:25:24","modified_gmt":"2014-08-13T11:25:24","slug":"sich-abzeichnende-linien-der-stimmungsmache-steinbruck-als-spd-kanzlerkandidat-und-schwarz-grun-als-eine-gute-option","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8937","title":{"rendered":"Sich abzeichnende Linien der Stimmungsmache: Steinbr\u00fcck als SPD-Kanzlerkandidat und Schwarz-Gr\u00fcn als eine gute Option"},"content":{"rendered":"<p>Mit diesem kurzen Beitrag m&ouml;chten wir Sie auf zwei sich abzeichnende Linien der Meinungsmache aufmerksam machen. Wenn Sie in der n&auml;chsten Zeit durch eigene Beobachtung die Prognosen best&auml;tigt sehen, dann machen Sie bitte Ihre Freunde und Bekannten darauf aufmerksam. Zum Aufbau der Gegen&ouml;ffentlichkeit geh&ouml;rt es, m&ouml;glichst vielen Menschen an konkreten Beispielen zu zeigen, wie gezielt, geplant und gekonnt sie hinters Licht gef&uuml;hrt werden. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>I. Zu Steinbr&uuml;ck als SPD Kanzlerkandidat<\/strong><\/p><p>Dieser fr&uuml;her schon propagierte Vorschlag ist jetzt wieder aus der Kiste geholt worden. In einer F&uuml;lle von Artikeln der letzten Tage taucht der Vorschlag auf. Zum Beispiel <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/hamburg\/article1840144\/Die-SPD-muss-auf-Scholz-und-Steinbrueck-setzen.html\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/parteien-spd-rufe-nach-steinbrueck-als-kanzlerkandidat_aid_613322.html\">hier<\/a> und mit breiter &Ouml;ffentlichkeitswirkung im Heute Journal vom 25. M&auml;rz von Kleber thematisiert.<\/p><p>Absender dieser Kampagne sind verschiedene Personen und Gruppen, deshalb auch die hohe Glaubw&uuml;rdigkeit, weil der Vorschlag aus verschiedenen Ecken kommt:<\/p><ol>\n<li>Steinbr&uuml;ck selbst und sein Verlag zur Promotion seines letzten Buches<\/li>\n<li>Der rechte Teil der SPD. Es ist bezeichnend, dass der parlamentarische Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der SPD Bundestagsfraktion Oppermann, ein ausgewiesener Vertreter des rechten Fl&uuml;gels, Steinbr&uuml;ck als Kanzlerkandidat propagiert.<\/li>\n<li>Die Finanzindustrie und die neoliberale Bewegung. Sie sind von Steinbr&uuml;ck bestens bedient worden. Er war der Agitator der F&ouml;rderung des &bdquo;Finanzplatzes Deutschland&ldquo; durch &Ouml;ffnung der Finanzm&auml;rkte f&uuml;r &bdquo;Heuschrecken&ldquo; und mittels De-Regulierung. Und er war lange Zeit einer der herausragenden Vertreter der Passivit&auml;t in der Konjunkturpolitik und hat damit wesentlich zur Vergr&ouml;&szlig;erung der Reservearmee von Arbeitslosen und zur Vergr&ouml;&szlig;erung des Niedriglohnsektors beigetragen. Steinbr&uuml;ck war dann an entscheidender Stelle als Bundesfinanzminister der SPD Vertreter zur Rettung von allerlei Banken und zur Installation des Bankenrettungsschirm von 480 Milliarden. Mit Steinbr&uuml;cks Hilfe wurde die l&auml;cherlich unbedeutende und in den H&auml;nden der deutschen Wirtschaft befindliche Industriekreditbank (IKB) zulasten des Steuerzahlers mit mindestens 8 Milliarden gerettet; er ist daf&uuml;r verantwortlich, dass der Rest der IKB dann an die Heuschrecke Lonestar f&uuml;r den l&auml;cherlichen Betrag von 150 Millionen ging. Steinbr&uuml;ck war als Koalitionspartner zusammen mit Bundeskanzlerin Merkel ma&szlig;geblich t&auml;tig zur Rettung der Hypo Real Estate mit vermutlich schon bald 100 Milliarden Zahlungen zulasten der Steuerzahler und m&ouml;glicherweise noch weiterer Verbindlichkeiten zulasten des von Steinbr&uuml;ck und Merkel sozialisierten Bankinstituts. Steinbr&uuml;cks Versagen haben wir milliardenfach an der Backe.<br>\nZu alledem haben die NachDenkSeiten laufend Informationen gebracht. Sie finden sie &uuml;ber unsere Suchfunktion, in der <a href=\"?cat=50\">Serie Finanzkrise<\/a> oder in der erweiterten Suchfunktion von Google. Dort m&uuml;ssen Sie bei Domaine unsere Webadresse www.NachDenkSeiten.de eingeben und bei den Stichworten zum Beispiel <a href=\"http:\/\/www.google.de\/search?as_q=Steinbr%C3%BCck+HRE&amp;as_epq=&amp;as_oq=&amp;as_eq=&amp;hl=de&amp;num=10&amp;lr=&amp;cr=&amp;as_ft=i&amp;as_filetype=&amp;as_qdr=all&amp;as_occt=any&amp;as_dt=i&amp;as_sitesearch=www.nachdenkseiten.de&amp;as_rights=&amp;safe=images&amp;btnG=Google-Suche\">&bdquo;Steinbr&uuml;ck HRE&ldquo;<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.google.de\/search?hl=de&amp;lr=&amp;as_qdr=all&amp;q=Steinbr%C3%BCck+Konjunkturprogramm+site%3Awww.nachdenkseiten.de&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=&amp;oq=\">&bdquo;Steinbr&uuml;ck Konjunkturprogramm&ldquo;<\/a> etc.<\/li>\n<li>Dann hat die Union ein beredtes Interesse an einem SPD-Kanzlerkandidaten Steinbr&uuml;ck. Er ist &uuml;ber weite Strecken ein Versager, was man zum gegebenen Zeitpunkt aus der Kiste holen kann. Steinbr&uuml;ck vertritt nur ein Segment der SPD und wird die anderen Teile nicht mobilisieren k&ouml;nnen. Deshalb ist er der geborene Juniorpartner der Union f&uuml;r eine neue Gro&szlig;e Koalition, wenn der andere Wunsch starker Kr&auml;fte in der Union, die Realisierung einer schwarz-gr&uuml;nen Koalition auf Bundesebene, nicht zu verwirklichen ist.<\/li>\n<\/ol><p><strong>II. Zu Schwarz-Gr&uuml;n als angenehmer Option<\/strong><\/p><p>In Hamburg ist die schwarz-gr&uuml;ne Koalition gescheitert; in Rheinland-Pfalz und Baden-W&uuml;rttemberg ist das Modell, gemessen an den Wahlergebnissen, nicht gerade eine zwingende Option. Aber das macht nichts. Es wird dennoch wieder begonnen, &uuml;ber schwarz-gr&uuml;ne B&uuml;ndnisse zu palavern und sie als etwas erstrebenswertes darzustellen: <a href=\"http:\/\/newsticker.sueddeutsche.de\/list\/id\/1133776\">Schwarz-Gr&uuml;n als Vision<\/a> schreibt sueddeutsche.de&nbsp;am &lrm;29.03.2011&lrm;.<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/nachrichten\/politik\/Neuer-Appetit-auf-Schwarz-Gruen-id4481574.html\">Neuer Appetit auf Schwarz-Gr&uuml;n<\/a> propagiert das Onlineportal der WAZ, Derwesten.de&nbsp;am  &lrm;29.03.2011&lrm;. Und andere Bl&auml;tter wie hier das <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/politik\/deutschland\/article1835451\/Lieber-mit-den-Gruenen-als-allein-zu-Haus.html\">Hamburger Abendblatt<\/a> oder wiederum die S&uuml;ddeutsche Zeitung in einem Interview mit dem CDU Abgeordnete Spahn <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/interview-mit-jens-spahn-wir-duerfen-uns-nicht-an-die-fdp-ketten-1.1079133\">&ldquo;Wir d&uuml;rfen uns nicht an die FDP ketten&rdquo;<\/a>.<\/p><p>Diese Kampagne wird von vielen Journalisten wohlwollend begleitet. So als sei diese Koalition ihre Herzensangelegenheit. Das ist ein erstaunlicher Vorgang. Eigentlich m&uuml;sste die Union nach dem unglaublichem Hin und Her in Sachen Atomenergie als politische F&uuml;hrungskraft ausgeschieden sein. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Eine Kampagne, die in den letzten Jahren Schwarz-Gr&uuml;n immer wieder als eine besonders attraktive Option f&uuml;rs Land propagiert hatte, wird offensichtlich neu aufgelegt. Mit dabei wie so oft bei solchen strategisch angelegten Meinungsmach-Kampagnen: Dr. Heiner Gei&szlig;ler. Zum Beispiel bei Anne Will am vergangenen Sonntag.<\/p><p>Diese Kampagne ist m&ouml;glich auch deshalb, weil die Verantwortung f&uuml;r das Entscheidungs-Hin-und-Her beim Thema Atomkraft an der FDP allein festgemacht wird und R&ouml;ttgen (CDU) als unbelastet dargestellt wird. Dass die Union selbst voll verfilzt ist mit der Kernenergiewirtschaft, dass ihr Wirtschaftsrat gespickt ist mit Vertretern dieser Interessen, spielt keine Rolle. Es wird mit verteilten Rollen gespielt. Die Journalisten decken mehrheitlich dieses Spiel nicht auf, sondern spielen es mit.<\/p><p>Das hat vermutlich etwas damit zu tun, dass Schwarz-Gr&uuml;n der heimliche Traum eines Gro&szlig;teils der Hauptstadtjournalisten und einiger Spitzenmedienmacher in den Regionen ist. Es passt ins Milieu der entscheidenden Journalisten, dass es wirtschaftsnah zugeht und nicht zu viel soziale Politik und schon gar keine Umverteilungspolitik gemacht wird. Deshalb h&auml;ngen viele offen und noch mehr heimlich an der Nabelschnur der Union. <\/p><p>Die Kombination mit Gr&uuml;n bringt Ihnen zus&auml;tzlich den Vorteil, dass sie nicht als von gestern und unmodern gelten. Mit ihrer Sympathie f&uuml;r Umweltschutz ist der Gesellschaft Tribut gezollt, ohne dass man wirklich etwas f&uuml;r die Schwachen in unserer Gesellschaft tun muss. <\/p><p>Soweit soziale Probleme dann noch bleiben, wird nicht die Sozialstaatlichkeit, sondern ehrenamtliche Hilfe und Subsidiarit&auml;t propagiert.<\/p><p>Viele Journalisten, die heute Schwarz-Gr&uuml;n propagieren, stammen offenbar aus dem katholischen Milieu.<\/p><p><strong>P.S.: Bitte nutzen Sie Ihre E-Mail-Verteiler, wenn Sie in Ihrem Bekannten- und Freundeskreis &uuml;ber Linien der politischen Strategien informieren wollen.<br>\nVerlinken Sie auf Beitr&auml;ge in den NachDenkSeiten, die Sie als hilfreich und n&uuml;tzlich erfahren haben.<br>\nF&uuml;r das Gedeihen der NachDenkSeiten ist diese Mund-zu-Mund-Propaganda &uuml;ber das Internet sehr wichtig. Wir haben keine finanziellen Mittel f&uuml;r Werbung. Die NachDenkSeiten wachsen nur soviel, wie wir Informationsservice f&uuml;r unsere Leser bieten.<br>\nOffenbar sind wir auf gutem Weg: Im M&auml;rz stieg die Zahl der so genannten Page Impressions auf 7,6 Millionen. Die Besucherzahl pro Tag erreichte Spitzenwerte. Am 28. M&auml;rz waren es 76.614.<br>\nWenn wir in einem Jahr diese Zahl verdoppelt haben &ndash; ich komme damit auf eine fr&uuml;here Erw&auml;gung zur&uuml;ck &ndash;, dann werden Sie im privaten und &ouml;ffentlichen Bereich regelm&auml;&szlig;ig auf Menschen treffen, die ihre Informationen und Anst&ouml;&szlig;e zum nachdenken aus www.NachDenkSeiten.de beziehen und deshalb in der Regel angenehme und anregende Gespr&auml;chspartner sind.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit diesem kurzen Beitrag m&ouml;chten wir Sie auf zwei sich abzeichnende Linien der Meinungsmache aufmerksam machen. Wenn Sie in der n&auml;chsten Zeit durch eigene Beobachtung die Prognosen best&auml;tigt sehen, dann machen Sie bitte Ihre Freunde und Bekannten darauf aufmerksam. 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