{"id":89980,"date":"2022-11-04T09:00:45","date_gmt":"2022-11-04T08:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=89980"},"modified":"2022-11-04T16:54:32","modified_gmt":"2022-11-04T15:54:32","slug":"fehleinschaetzungen-wir-muessen-uns-ehrlich-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=89980","title":{"rendered":"Fehleinsch\u00e4tzungen &#8211; Wir m\u00fcssen uns ehrlich machen"},"content":{"rendered":"<p>Russland ist schuld an unserem Gasmangel, an den steigenden Preisen und an der hohen Inflation. So steht es in den Zeitungen, so h&ouml;rt man es in den Nachrichten und so behaupten es Moderatoren vom Schlage eines Markus Lanz, einer Maybrit Illner und einer Sandra Maischberger. Nat&uuml;rlich stimmt das so nicht. Aber die st&auml;ndige Wiederholung falscher Behauptungen pr&auml;gt das &ouml;ffentliche Bewusstsein. Das zeigt sich daran, dass die meisten geladenen Talkshow-G&auml;ste solche Behauptungen als selbstverst&auml;ndlich hinnehmen. Wenn ein tollk&uuml;hner Studiogast versucht, zu differenzieren oder gar zu widersprechen, dann wird er rigoros unterbrochen, &uuml;berschrien oder mit einem Stakkato weiterer Fragen an der geordneten Darlegung seiner Gedanken gehindert. Von <strong>Peter Vonnahme<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7017\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-89980-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221104_Fehleinschaetzungen_Wir_muessen_uns_ehrlich_machen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221104_Fehleinschaetzungen_Wir_muessen_uns_ehrlich_machen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221104_Fehleinschaetzungen_Wir_muessen_uns_ehrlich_machen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221104_Fehleinschaetzungen_Wir_muessen_uns_ehrlich_machen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=89980-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221104_Fehleinschaetzungen_Wir_muessen_uns_ehrlich_machen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"221104_Fehleinschaetzungen_Wir_muessen_uns_ehrlich_machen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Gratwanderung zwischen Vereinfachungen und L&uuml;gen<\/strong><\/p><p>Ein Paradebeispiel dieser perfiden Methode ist die rhetorische Vergewaltigung der Politikwissenschaftlerin Prof. Ulrike Gu&eacute;rot in der Lanz-<a href=\"https:\/\/youtu.be\/jk-boUZmh0Y\">Talkshow<\/a> vom 2. 6. 2022 (etwa ab Min. 16) zum Thema Waffenlieferungen. Was immer Gu&eacute;rot sagte, es wurde von dem russophoben Dreigestirn Markus Lanz als ungesitteter Gastgeber, Marie-Agnes Strack-Zimmermann als bellizistisches Sturmgesch&uuml;tz und Frederik Pleitgen als US-getrimmter Kriegsreporter in Bruchst&uuml;cke zerhackt. Die einzig richtige Denkart stand von Anfang an fest: Wir, der Westen, sind die Guten, Russland ist b&ouml;se, Putin erst recht, Waffen sind notwendig, Verhandeln sinnlos.<\/p><p>In einem solchen Klima haben Abw&auml;gen, Wahrheitssuche und Deeskalation keine Chance. Umso mehr gedeihen Zerrbilder und L&uuml;gen. Die vorgestanzte Meinung, Russland sei an allem Elend der Gegenwart allein schuld, hat nach einem halben Jahr medialer Verk&uuml;rzungen und betonharter Indoktrination leichtes Spiel. Die Vorstellung, dass Energiel&uuml;cken, Preisanstieg und Zahlungsprobleme andere Ursachen haben k&ouml;nnten, kommt im Mainstream der Zeitungen und TV-Anstalten praktisch nicht vor. Wir haben uns an Vereinfachungen und L&uuml;gen gew&ouml;hnt. Der Frieden ist in weite Fernen entr&uuml;ckt.<\/p><p><strong>Die Wahrheit<\/strong><\/p><p>Russland hat mit dem Einmarsch in die Ukraine das V&ouml;lkerrecht gebrochen. Das bedeutet aber nicht, dass dieser Krieg die Probleme geschaffen hat, die Deutschland heute schwer bedr&auml;ngen: Gasmangel, unbezahlbare Energiepreise, kalte Stuben f&uuml;r Arme, Firmenpleiten, Inflation. Das sind keine unmittelbaren Kriegsfolgen, sondern Folgen der von Deutschland verh&auml;ngten Sanktionen gegen Russland. Ohne sie best&uuml;nden die Probleme nicht.<\/p><p>Erinnern wir uns: Nicht Russland hat die Gaslieferungen nach Deutschland eingestellt, sondern Deutschland erkl&auml;rte nach dem russischen &Uuml;berfall auf die Ukraine, kein Gas mehr von Russland beziehen zu wollen, um nicht Putins Kriegskasse zu f&uuml;llen. Die deutsche Au&szlig;enministerin Baerbock feierte das EU-Sanktionspaket schmallippig mit dem un&uuml;berlegtesten Spruch des Jahres: &bdquo;Das wird Russland ruinieren&ldquo;. Danach erinnerte Putin daran, dass er das Gas f&uuml;r Deutschland auch abstellen k&ouml;nne.<\/p><p>Das waren ungewohnte T&ouml;ne aus Moskau. Denn Russland wurde &uuml;ber Jahrzehnte daf&uuml;r gesch&auml;tzt, dass es Energie sowohl billig als auch zuverl&auml;ssig liefert. Und alle waren zufrieden, Politik, Wirtschaft, Verbraucher.<\/p><p><strong>Der Lieferstopp<\/strong><\/p><p>Wichtig ist die zeitliche Abfolge. Zuerst hat sich Deutschland mit schweren Waffen und Einweisung ukrainischer Milit&auml;rs auf die Seite der Kriegspartei Ukraine geschlagen; das kann faktisch als Kriegsbeteiligung gewertet werden (so der <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/resource\/blob\/892384\/d9b4c174ae0e0af275b8f42b143b2308\/WD-2-019-22-pdf-data.pdf\">Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags<\/a>). Als Antwort hierauf entsann sich der Kreml seines Arsenals von Gegenma&szlig;nahmen, angefangen bei kurzfristigen Liefereinschr&auml;nkungen infolge von Reparaturarbeiten &uuml;ber Wartungsprogramme bis hin zu echten Lieferstopps. R&uuml;ckblickend ist un&uuml;bersehbar, dass die deutschen Sanktionen und Milit&auml;rhilfen die entscheidenden Ursachen f&uuml;r unsere heutigen Probleme sind. Von einer verantwortlichen Politik w&auml;re zu erwarten gewesen, dass sie nicht Sanktionen beschlie&szlig;t, bevor sie sich mit der massiven Verwundbarkeit des eigenen Landes vertraut gemacht hat. Eine solche Abw&auml;gung ist, wenn &uuml;berhaupt, dann unzureichend erfolgt.<\/p><p><strong>Nord Stream 1 und 2<\/strong><\/p><p>Ende September wurden gro&szlig;e L&ouml;cher in diese Pipelines gesprengt. Der Urheber ist nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass die Sabotage Kapazit&auml;ten voraussetzt, die lediglich staatlichen Stellen zur Verf&uuml;gung stehen (U-Boote oder Marinetaucher). Die Sch&auml;den an den drei von den Explosionen getroffenen Pipelinestr&auml;ngen sind erheblich. Wie lange es dauern w&uuml;rde, sie zu reparieren, ist ungewiss.<\/p><p>Westliche Leitmedien schoben &ndash; wie nicht anders zu erwarten &ndash; die Schuld an den Anschl&auml;gen Russland zu. Ein Berater des ukrainischen Pr&auml;sidenten erkl&auml;rte ohne jeden Beweis, das &bdquo;Gasleck&ldquo; sei &bdquo;ein von Russland geplanter Terroranschlag&ldquo;. Das &uuml;berzeugt nicht. Weshalb sollte Russland seine eigenen Leitungen zerst&ouml;ren, die es mit Milliardenaufwand gebaut hat? Das w&auml;re auch deswegen sinnlos, weil Putin &ndash; h&auml;tte er das gewollt &ndash; Deutschland durch ein Abdrehen des Gashahns viel schneller und einfacher h&auml;tte sanktionieren k&ouml;nnen.<\/p><p>Un&uuml;bersehbar besteht jedoch ein gro&szlig;es Interesse der USA an einer Zerst&ouml;rung von Nord Stream. US-Au&szlig;enminister Antony Blinken sagte wenige Tage nach den Sprengungen, dass die USA nun &bdquo;der f&uuml;hrende Lieferant von LNG-Gas f&uuml;r Europa&ldquo; ist und die Abh&auml;ngigkeit Europas von russischer Energie ein f&uuml;r alle Mal beendet ist. Eigentlich war dieses Ziel schon lange vorgegeben. Denn US-Pr&auml;sident Joe Biden hatte am 7. Februar beim Antrittsbesuch von Bundeskanzler Olaf Scholz unmissverst&auml;ndlich angek&uuml;ndigt, Washington werde im Fall einer russischen Invasion in die Ukraine <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/biden-germanys-scholz-stress-unified-front-against-any-russian-aggression-toward-2022-02-07\/\">Nord Stream 2 &bdquo;ein Ende bereiten&ldquo;<\/a>.<\/p><p>Damit ist zumindest f&uuml;r diesen Winter das energetische Schicksal Deutschlands besiegelt. Es ist praktisch ausgeschlossen, dass &uuml;ber Nord Stream Gas nach Europa transportiert wird, und zwar selbst dann, wenn die Regierung unter dem Druck der wirtschaftlichen Not ihre Meinung &auml;ndern w&uuml;rde.<\/p><p><strong>Wirtschaftskrieg<\/strong><\/p><p>Vor diesem Hintergrund ist die Emp&ouml;rung der Ampelparteien und der CDU\/CSU &uuml;ber eine Bemerkung von Sahra Wagenknecht in ihrer k&uuml;rzlichen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=oRYkODSC-WU\">BT-Rede<\/a> heuchlerisch. Wagenknecht warf der Regierung vor, &bdquo;einen beispiellosen Wirtschaftskrieg gegen unseren wichtigsten Energielieferanten vom Zaun zu brechen&ldquo;, und sagte im n&auml;chsten Halbsatz, &bdquo;nat&uuml;rlich ist der Krieg in der Ukraine ein Verbrechen&ldquo;. Was ist daran so falsch? Wagenknecht hat nicht gesagt, dass Deutschland einen <em>Krieg<\/em> vom Zaun gebrochen hat, sondern sie sprach von einem <em>Wirtschafts<\/em>-Krieg. Das ist etwas anderes. Es l&auml;sst sich dar&uuml;ber streiten, ob diese zugespitzte Formulierung gl&uuml;cklich gew&auml;hlt war. Aber sie enth&auml;lt mehr an Wahrheit als die verk&uuml;rzte Formel, Russland sei schuld an unserer sich abzeichnenden wirtschaftlichen Misere. Das hat sich zwar in unseren Sprachgebrauch eingenistet, ist aber falsch.<\/p><p><strong>Rettungsschirm und &bdquo;Doppel-Wumms&ldquo;<\/strong><\/p><p>Die absehbaren pers&ouml;nlichen N&ouml;te und die &ouml;konomischen Verwerfungen der n&auml;chsten Monate lassen sich durch die von der Regierung geplanten Hilfsprogramme in H&ouml;he von Hunderten Milliarden Euro nicht verhindern. Die Ampel hat seit Beginn des Ukraine-Kriegs viel Geld locker gemacht, zum Beispiel 100 Milliarden f&uuml;r die Bundeswehr (&bdquo;Zeitenwende&ldquo;), 200 Milliarden f&uuml;r einen Abwehrschirm und laufende Zahlungen an die Ukraine. Doch egal wie die Regierung ihre Programme tauft, ob &bdquo;Sonderverm&ouml;gen&ldquo;, &bdquo;Gaspreisbremse&ldquo;, &bdquo;Doppel-Wumms&ldquo; oder Wirtschaftsstabilisierungsfonds, es sind und bleiben Schulden. Sie hei&szlig;en nur nicht so. Damit soll die verfassungsrechtliche Schuldenbremse (Art. 109 GG) ausgehebelt werden. Doch diese Programme werden die selbstgeschaffenen Probleme nicht l&ouml;sen k&ouml;nnen.<\/p><p>Denn Tatsache ist, man kann zwar beliebig viel Geld drucken, aber nicht einen einzigen Tropfen &Ouml;l. Auch kein Gas. Und genau das brauchen wir.<\/p><p><strong>Der Ausweg<\/strong><\/p><p>Das bedeutet, die Politik muss an die wirklichen Ursachen der Missst&auml;nde ran.<\/p><p>Sie muss den Teufelskreis aus Verd&auml;chtigungen, Vorw&uuml;rfen, Sanktionen, Gegensanktionen, Waffenlieferungen mit der Folge von Kriegsopfern und Fl&uuml;chtlingselend durchbrechen. Unsere Politiker sollten der Verlockung widerstehen, f&uuml;r alles, was schlecht l&auml;uft, gewisserma&szlig;en auf Verdacht &bdquo;die Russen&ldquo; verantwortlich zu machen. Hilfreich w&auml;re, sich um unbequeme Wahrheiten nicht l&auml;nger herumzudr&uuml;cken.<\/p><p>Dazu geh&ouml;rt, dass der aktuelle Krieg nicht am 24. Februar 2022 mit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine begonnen hat, sondern dass dieser V&ouml;lkerrechtsbruch eine lange Vorgeschichte hat, in der die westliche Staatenwelt eine unr&uuml;hmliche Rolle gespielt hat. Ich habe das mehrfach ausgef&uuml;hrt (u.a. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84236\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81623\">hier<\/a>).<\/p><p><strong>Sonderstellung der Ukraine?<\/strong><\/p><p>Wir m&uuml;ssen beispielsweise offen aussprechen, dass es nicht selbstverst&auml;ndlich ist, dass sich ein Land f&uuml;r ein anderes aufopfert, zumal dann nicht, wenn dieses &ndash; wie die Ukraine &ndash; nicht Mitglied eines gemeinsamen B&uuml;ndnissystems ist. Umgekehrt hei&szlig;t das: Die Ber&uuml;cksichtigung nationaler Interessen, insbesondere das Wohl und Wehe der eigenen Bev&ouml;lkerung, ist weder feige noch herzlos; f&uuml;r Mitglieder der Regierung ergibt sich das sogar aus dem Amtseid. Die &uuml;berw&auml;ltigende Mehrheit im Bundestag ordnete sich geopolitischen amerikanischen Interessen unter. Deutschland hat teils auf Druck, teils aus &Uuml;berzeugung die Ukraine wirtschaftlich und milit&auml;risch stark unterst&uuml;tzt. Von daher w&auml;re es an der Zeit, dass Deutschland weitere Hilfen an die Ukraine von erkennbaren Friedensbem&uuml;hungen der ukrainischen F&uuml;hrung abh&auml;ngig macht. Doch dazu hatte man bisher nicht die Courage.<\/p><p>Erschwerend kommt hinzu, dass die Ukraine nicht das einzige Land ist, das unserer Hilfe bedarf. In viele L&auml;ndern herrscht Krieg (z. B. Jemen, &Auml;thiopien, Somalia, Kamerun, Kongo). Andere L&auml;nder wurden von gro&szlig;en Naturkatastrophen (Erdbeben, D&uuml;rren, &Uuml;berschwemmungen usw.) heimgesucht. Die Opferzahlen sind teilweise dramatisch h&ouml;her als in der Ukraine. Diesem Land kommt weder historisch noch politisch eine Sonderstellung zu. Allein der Umstand, dass die Ukraine von Russland, dem Systemgegner der &bdquo;westlichen Wertegemeinschaft&ldquo;, angegriffen worden ist, rechtfertigt unter humanit&auml;ren Gesichtspunkten keine Bevorzugung. Die Menschen anderer L&auml;nder leiden unter grausamen Kriegen und Verw&uuml;stungen nicht weniger stark.<\/p><p><strong>Russland ruinieren?<\/strong><\/p><p>Es darf auch kein Tabu sein, &uuml;ber den Fortbestand der Sanktionen nachzudenken. Sie sind keine Naturereignisse wie etwa Lawinenabg&auml;nge, Hochwasserfluten oder Hungersn&ouml;te, sondern politische Konstrukte. Infolgedessen sind sie auch jederzeit durch politische Entscheidungen wieder r&uuml;cknehmbar. Das gilt dann, wenn erkennbar wird, dass Sanktionen ihren Zweck nicht (mehr) erf&uuml;llen oder &ndash; schlimmer noch &ndash; das eigene Land mehr sch&auml;digen als den eigentlichen Sanktionsadressaten.<\/p><p>Der Urfehler der deutschen Sanktionen war die zwanghafte Vorstellung von Strategen &agrave; la Baerbock, Hofreiter, Strack-Zimmermann und Kiesewetter, man k&ouml;nne Russland ruinieren. Selbst wenn dies gel&auml;nge &ndash; was eher unwahrscheinlich ist &ndash; was w&auml;re damit gewonnen? Nichts! Denn die Geografie l&auml;sst sich nicht &auml;ndern. Russland bliebe das gr&ouml;&szlig;te Land der Erde, eine Fl&auml;che, die sich &uuml;ber zehn Zeitzonen erstreckt. Es ist das Land, das &uuml;ber die meisten Bodensch&auml;tze der Welt verf&uuml;gt, neben Kohle, &Ouml;l, Gas, auch Eisenerz, Nickel, Kupfer, Aluminium, Platin, Gold, Diamanten und Uran. Dieses riesige Land wird immer unser Nachbar sein, mit dem wir auf Gedeih und Verderb zusammenleben m&uuml;ssen. Mit und ohne Putin. Wenn es tats&auml;chlich gel&auml;nge, Russland zu ruinieren, dann h&auml;tten wir in unserem Hinterhof ein zerst&ouml;rtes Land mit vielen Millionen Elendsfl&uuml;chtlingen, die sich Richtung Deutschland bewegen. Wollen wir das? Deshalb, bei aller Wertsch&auml;tzung f&uuml;r die Ukraine und ihrer beeindruckenden Wehrhaftigkeit, wir m&uuml;ssen nicht den Krieg gegen Russland, sondern den Frieden gewinnen. Dann l&ouml;sen sich alle genannten Probleme von allein.<\/p><p>Titelbild: maxuser\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Russland ist schuld an unserem Gasmangel, an den steigenden Preisen und an der hohen Inflation. So steht es in den Zeitungen, so h&ouml;rt man es in den Nachrichten und so behaupten es Moderatoren vom Schlage eines Markus Lanz, einer Maybrit Illner und einer Sandra Maischberger. Nat&uuml;rlich stimmt das so nicht. Aber die st&auml;ndige Wiederholung falscher<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=89980\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":89981,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,162,183,171,11],"tags":[3291,3240,877,1544,2608,259,3183,260,1019],"class_list":["post-89980","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-energiepolitik","category-medienkritik","category-militaereinsaetzekriege","category-strategien-der-meinungsmache","tag-anschlag","tag-diplomatische-verhandlungen","tag-erdgas","tag-kampagnenjournalismus","tag-nord-stream","tag-russland","tag-talkshows","tag-ukraine","tag-wirtschaftssanktionen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Shutterstock_650430376.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/89980","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=89980"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/89980\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":90045,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/89980\/revisions\/90045"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/89981"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=89980"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=89980"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=89980"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}