{"id":90019,"date":"2022-11-06T09:00:35","date_gmt":"2022-11-06T08:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90019"},"modified":"2022-11-04T11:31:51","modified_gmt":"2022-11-04T10:31:51","slug":"hinweise-der-woche-281","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90019","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90019#h01\">Wahlen in Israel: Ein Rechtsextremer ist der neue Stern am Politikhimmel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90019#h02\">Bidens Au&szlig;enpolitik ist der Untergang der Demokraten &ndash; und der Ukraine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90019#h03\">Waffen f&uuml;r die Ukraine: Sturmgewehre tauchen pl&ouml;tzlich in Finnland auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90019#h04\">Einflusskampf um Zentralasien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90019#h05\">Hintergrund: Weshalb Russland aus dem Getreideabkommen aussteigt &hellip;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90019#h06\">Die Dialektik des Chinagesch&auml;fts<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90019#h07\">Wie sich Superreiche vor Steuern dr&uuml;cken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90019#h08\">Zinsen rauf, Verstand runter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90019#h09\">Stil und Sicherheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90019#h10\">Wer die Fakten checkt, bestimmt die Wahrheit<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Wahlen in Israel: Ein Rechtsextremer ist der neue Stern am Politikhimmel<\/strong><br>\nItamar Ben Gvir galt fr&uuml;her als eine Randerscheinung. Niemand wollte mit ihm etwas zu tun haben. Jetzt k&ouml;nnte seine Partei die drittst&auml;rkste Kraft im israelischen Parlament werden.<br>\nDie tiefe Spaltung der Gesellschaft, die viele Israeli beklagen, ist an diesem Abend mitten in Tel Aviv zu sehen. Der Abgeordnete Itamar Ben Gvir hat in einem Kulturzentrum einen Wahlkampfauftritt. Davor liefern sich Anh&auml;nger des rechten Politikers und dessen linke Gegner mit Megafonen einen w&uuml;sten verbalen Schlagabtausch. &laquo;Die Rechte ist erwacht. Ben Gvir wird Israel retten&raquo;, br&uuml;llen die Rechten. Und direkt an das H&auml;uflein Linker, das gegen&uuml;ber auf dem schmalen Gehweg steht: &laquo;Ihr seid Abfall, geht nach Hause!&raquo; Die Linken schleudern ihnen den Vorwurf entgegen, sie seien &laquo;Rassisten&raquo;.<br>\nAuf der Strasse, die beide Seiten trennt, laufen gereizte Polizisten hin und her, um zu verhindern, dass es zu Handgreiflichkeiten kommt. Im Wahlkampf gab es &Uuml;bergriffe, in sozialen Netzwerken sogar Aufrufe zum Mord. Sharon Peretz, die an dem kleinen Protest teilnimmt, dr&uuml;ckt aus, was viele Linke und Liberale &uuml;ber Ben Gvir und dessen Anh&auml;nger denken. &laquo;Das sind Faschisten&raquo;, sagt sie. &laquo;Sie wollen die Justiz demontieren, und sie sagen schreckliche Dinge &uuml;ber die Pal&auml;stinenser im Westjordanland und die Araber in Israel.&raquo; Die Vorstellung, Ben Gvir k&ouml;nnte in einer k&uuml;nftigen Regierung sitzen, sei &laquo;sehr, sehr be&auml;ngstigend&raquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/ein-rechtsextremer-ist-der-neue-stern-am-politik-himmel-in-israel-ld.1708901\">NZZ<\/a>\n<p>dazu: <strong>Israels junge W&auml;hler r&uuml;cken immer mehr nach rechts<\/strong><br>\nAuch bei den Parlamentswahlen am 1. November werden wieder rechte Parteien in Israel dominieren. Daf&uuml;r verantwortlich sind vor allem die jungen W&auml;hler, die deutlich weniger friedensbereit und gesellschaftlich liberal sind als ihre Eltern und Grosseltern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/israels-junge-waehler-ruecken-immer-mehr-nach-rechts-ld.1709541\">NZZ<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Klare Verh&auml;ltnisse: Faschisten st&uuml;tzen Israels Regierung.<\/strong><br>\nProfessor Moshe Zuckermann ist Soziologe und Historiker. Er lebt in Tel Aviv.<br>\nNun ist es soweit: Die &raquo;einzige Demokratie im Nahen Osten&laquo; hat sich demokratisch den Faschismus zurechtgew&auml;hlt, den Kahanismus und seinen klerikal-rassistischen Verb&uuml;ndeten als drittst&auml;rkste Partei Israels nicht nur legitimiert, sondern zum dezidierten Tonangeber des israelischen Parlamentarismus erkoren. Das Wehgeschrei der &raquo;Linken&laquo; bzw. der &raquo;linken Mitte&laquo; &ndash; allesamt Rechte im &Ouml;konomischen und in der israelischen Pal&auml;stinenserpolitik &ndash; ist l&auml;cherlich. Man hat nicht nur nichts unternommen, um das nunmehr Entstandene zumindest taktisch zu verhindern, sondern man ist letztlich selbst gar nicht so sehr entfernt von dem, was man pl&ouml;tzlich beklagen zu sollen meint. Denn der Alltagsrassismus, die Faschisierung und Klerikalisierung der israelischen Gesellschaft sind nicht neu; der Apartheidstaat ist nicht erst in den letzten Wochen entstanden; die Barbarei der Okkupation, die Wonnen des militaristischen Machtgef&uuml;hls, die systematische Ausblendung des Vergehens gegen das Menschen- und V&ouml;lkerrecht durchwirken die j&uuml;dische Bev&ouml;lkerung Israels schon seit Jahrzehnten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/438069.klare-verh%C3%A4ltnisse.html\">Moshe Zuckermann in junge Welt<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Haaretz-Kolumnist Levy: &bdquo;Die Wahl in Israel ist eine Maskerade der Demokratie&ldquo;<\/strong><br>\nIsrael w&auml;hlt am Dienstag ein neues Parlament. Gideon Levy ist prominenter und umstrittener Kolumnist f&uuml;r die linksliberale israelische Zeitung Haaretz. Wir haben mit ihm gesprochen [&hellip;]<br>\nBerliner Zeitung: Herr Levy, in Ihrer j&uuml;ngsten Haaretz-Kolumne schreiben Sie, die jetzigen Wahlen seien nicht demokratisch. K&ouml;nnen Sie das erkl&auml;ren?<br>\nGideon Levy: Es ist eine Wahl f&uuml;r Wei&szlig;e. Wir befinden uns in einem Land, in dem etwa 15 Millionen Menschen unter israelischer Herrschaft leben und circa f&uuml;nf Millionen Menschen keine Grundrechte haben und an diesen Wahlen teilnehmen k&ouml;nnen. Wie l&auml;sst sich das mit Demokratie vereinbaren? Wenn es um die wichtigsten Frage in diesem Land geht &ndash; die Besatzungspolitik &ndash;, gibt es keinen wirklichen Unterschied zwischen rechter und linker Seite, auch wenn die Rhetorik minimal anders ist. Daran kann ich mich nicht beteiligen. Ganz gleich ob Netanjahu, Lapid oder Gantz die Wahlen gewinnt: Sie alle stehen f&uuml;r eine Fortsetzung der Besatzung. Daf&uuml;r, Pal&auml;stinenser nicht als gleichwertige Menschen zu behandeln. In diesem Sinn wird sich nichts grundlegend &auml;ndern.<br>\nWenn Sie sagen, dass Sie sich nicht beteiligen: Hei&szlig;t das, dass Sie selbst nicht w&auml;hlen gehen?<br>\nDoch, doch, ich w&auml;hle. Wir alle tun so, als seien wir Teil einer Demokratie. Aber wenn Sie heute in die Westbank gehen, sehen Sie zwei D&ouml;rfer nebeneinander: hier eine Siedlung, dort ein pal&auml;stinensisches Dorf, beide unter israelischer Herrschaft. Die Siedlung darf an den Wahlen teilnehmen, das pal&auml;stinensische Dorf nicht. In diesem Sinn will ich schlicht daran erinnern, dass diese Wahlen eine Maskerade der Demokratie sind.<br>\nDer gro&szlig;e Aufsteiger dieser Wahl ist Itamar Ben-Gvir, ein rechtsextremer Kandidat, der vor allem bei den Jungen viel Zuspruch findet. Was ist in Ihren Augen der Grund f&uuml;r diese Unterst&uuml;tzung?<br>\nBen-Gvir ist extremer als Marine Le Pen in Frankreich oder die AfD in Deutschland. Er appelliert an junge Menschen, die wenig Interesse und noch weniger Wissen haben und jemanden wollen, der sie in ihren st&auml;rksten Gef&uuml;hlen vertritt: Hass auf die Araber und nationale Rache. Ben-Gvir wei&szlig; diese Gef&uuml;hle sehr gut zu man&ouml;vrieren und auszudr&uuml;cken. Er ist auch Mizrachi (ein aus der arabischen Welt stammender Jude, Anm. der Red.).  Bisher waren die f&uuml;hrenden K&ouml;pfe der israelischen Rechten allesamt europ&auml;ischst&auml;mmig. Die Kluft zwischen Mizrachi und Aschkenasi ist nach wie vor ein wichtiger Faktor in israelischer Soziologie und Politik. Zudem ist er ein street kid: emotional, authentisch, und er wei&szlig;, wie man mit Medien hantiert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/haaretz-kolumnist-levy-die-wahl-in-israel-ist-eine-maskerade-der-demokratie-li.282414\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Bidens Au&szlig;enpolitik ist der Untergang der Demokraten &ndash; und der Ukraine<\/strong><br>\nDer Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Russland verw&uuml;stet die Ukraine &ndash; ironischerweise im Namen der Rettung der Ukraine. Doch auch Biden bekommt ein Problem.<br>\nDurch eine zutiefst fehlgeleitete Au&szlig;enpolitik untergr&auml;bt US-Pr&auml;sident Joe Biden die Erfolgschancen der Demokraten im Kongress. Im Glauben, dass Amerikas Ruf in der Welt durch den Ukraine-Krieg auf dem Spiel steht, hat er eine diplomatische Alternative bisher konsequent abgelehnt. Zugleich versch&auml;rft der Ukraine-Krieg &ndash; in Kombination mit dem Abbruch der Wirtschaftsbeziehungen zu China durch die Biden-Administration &ndash; die Stagflation. Was f&uuml;r Biden zum handfesten Problem wird, wird den Republikanern wahrscheinlich eines oder beide H&auml;user des Kongresses bescheren. Noch schlimmer ist, dass dieser Kurs die Ukraine weiter der Zerst&ouml;rung aussetzt und in einen Atomkrieg zu m&uuml;nden droht.<br>\nNat&uuml;rlich hat Biden hat ein undankbares Erbe angetreten. Die US-Wirtschaft ist durch die Pandemie und Trumps unberechenbare Handelspolitik von tiefgreifenden St&ouml;rungen der globalen Lieferketten betroffen. Doch anstatt zu versuchen, die Wogen zu gl&auml;tten und die St&ouml;rungen zu beheben, hat er die Konflikte mit Russland und China weiter versch&auml;rft.<br>\nBiden attackierte den republikanischen Minderheitenf&uuml;hrer im Repr&auml;sentantenhaus, Kevin McCarthy, weil dieser Zweifel an einem weiteren gro&szlig;en Finanzpaket f&uuml;r die Ukraine ge&auml;u&szlig;ert hatte:<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/38-2022\/bidens-aussenpolitik-ist-der-untergang-der-demokraten-und-der-ukraine\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Waffen f&uuml;r die Ukraine: Sturmgewehre tauchen pl&ouml;tzlich in Finnland auf<\/strong><br>\nDer Verbleib von Kleinwaffen l&auml;sst sich im Krieg nicht kontrollieren. F&uuml;r Kriminelle ist der Waffenschmuggel ein lohnendes Gesch&auml;ft. Wie die US-Regierung in der Ukraine dagegen vorgehen will.<br>\nDie USA sind der wichtigste Waffenlieferant der ukrainischen Regierung. Seit Beginn des Krieges im Februar lieferte Washington Waffen im Wert von rund 18 Milliarden US-Dollar. Doch die US-Regierung hat keine Kontrolle dar&uuml;ber, wo die Waffen letztlich landen.<br>\nOffenbar gelangte ein Teil davon in die H&auml;nde von kriminellen Banden, so das finnische National Bureau of Investigation (NBI). Waffen, die von verschiedenen L&auml;ndern in die Ukraine geliefert wurden, seien in Finnland, aber &ldquo;auch in Schweden, D&auml;nemark und den Niederlanden gefunden worden&rdquo;, erkl&auml;rte Kriminaloberkommissar Christen Ahlgren in einem Interview mit Yle News.<br>\nDamit haben sich offenbar die Bef&uuml;rchtungen der europ&auml;ischen Polizeibeh&ouml;rde Europol best&auml;tigt. Im Sommer hatte die Beh&ouml;rde gewarnt, dass &ldquo;die Verbreitung von Schusswaffen und Sprengstoff in der Ukraine zu einer Zunahme des Waffen- und Munitionshandels in die EU &uuml;ber etablierte Schmuggelrouten oder Online-Plattformen f&uuml;hren k&ouml;nnte.&rdquo;<br>\nAhlgren sagte nun: &ldquo;Wir haben Anzeichen daf&uuml;r gesehen, dass die Waffen bereits ihren Weg nach Finnland gefunden haben&rdquo;. N&auml;here Angaben machte er in dem Interview nicht und verwies dabei auf die laufenden Ermittlungen.<br>\nDie Routen und Kontakte f&uuml;r den Handel mit illegalen Waffen aus der Ukraine seien aber bereits vorhanden. Und es wird angenommen, dass Rockerbanden bei dem Gesch&auml;ft eine entscheidende Rolle spielen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Waffen-fuer-die-Ukraine-Sturmgewehre-tauchen-ploetzlich-in-Finnland-auf-7325934.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Einflusskampf um Zentralasien<\/strong><br>\nDie Bundesregierung sucht Differenzen zwischen Kasachstan und Russland zu nutzen, um einen Keil zwischen beide Staaten zu treiben. Astana tue gut daran, dass es weder die Abspaltung der Krim noch die russische Annexion von Teilen der Ukraine anerkenne, erkl&auml;rte Au&szlig;enministerin Annalena Baerbock zu Wochenbeginn bei einem Treffen mit ihrem kasachischen Amtskollegen; es gelte nun, die Kooperation mit Berlin auszubauen. Allerdings erkennt Kasachstan auch die Abspaltung des Kosovo nicht an. Baerbock setzte sich zudem f&uuml;r enge Zusammenarbeit in der Herstellung gr&uuml;nen Wasserstoffs ein. Ein Unternehmen aus Dresden hat dazu in der vergangenen Woche eine Vereinbarung &uuml;ber ein Gro&szlig;projekt in Kasachstan unterzeichnet, das ab 2032 j&auml;hrlich zwei Millionen Tonnen Wasserstoff f&uuml;r die EU herstellen soll. Bisher geh&ouml;rt Kasachstan zu Deutschlands gr&ouml;&szlig;ten &Ouml;llieferanten. Weil das Erd&ouml;l &uuml;ber einen russischen Hafen exportiert wird, l&auml;sst sich allerdings nicht ausschlie&szlig;en, dass es von dem EU-&Ouml;lembargo betroffen ist, das in K&uuml;rze in Kraft tritt. Kasachische &Ouml;lf&ouml;rderer suchen bereits nach alternativen Exportrouten &ndash; allerdings bislang ohne echten Erfolg.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/9069\">German Foreign Policy<\/a>\n<p>dazu: <strong>Deutsche Arroganz &ndash; Baerbock gibt in Zentralasien den Besserwessi<\/strong><br>\nAu&szlig;enministerin Baerbock (Die Gr&uuml;nen) ist zurzeit auf Tour durch Zentralasien. Dort hat sie die kasachische Hauptstadt Astana besucht und sich mit ihrem Amtskollegen Muchtar Tleuberdi getroffen. Im Anschluss flog die deutsche Au&szlig;enministerin weiter nach Usbekistan. Politisches Ziel der Reise ist die geopolitische Einflussnahme. Kasachstan wie auch Usbekistan sollen aus der Einflusssph&auml;re Chinas und Russlands herausgel&ouml;st und in Richtung EU eingebunden werden. Baerbock m&ouml;chte die Kooperation mit Deutschland und der EU als Alternative zur Integration der beiden L&auml;nder in die eurasischen Wirtschafts- und Sicherheitsstrukturen ins Spiel bringen.<br>\nDie deutsche Au&szlig;enministerin &auml;u&szlig;erte in diesem Zusammenhang:<br>\n&ldquo;Mir ist wichtig, dass die Zukunft f&uuml;r sie nicht nur die Wahl zwischen der engen Zwangsjacke im Vorhof von Russland und der Abh&auml;ngigkeit von China bereith&auml;lt. Ich will in Kasachstan und Usbekistan deshalb vor allem zuh&ouml;ren, welche Hoffnungen und Erwartungen die Menschen in dieser Situation an Europa richten.&rdquo;<br>\nDem Sender n-tv sagte Baerbock mit Blick auf China, andere L&auml;nder versuchten ihren Einfluss &ldquo;nicht nur mit milit&auml;rischer Gewalt, sondern auch durch wirtschaftliche Deals, hinter denen sich ein Netz von Abh&auml;ngigkeiten verbirgt&rdquo;, auszubauen. Deutschland dagegen will nach Baerbock andere Wirtschaftsbeziehungen: &ldquo;fair, auf Augenh&ouml;he, ohne Knebelkredite und ohne versteckte Agenda&rdquo;.<br>\nMit dem Zuh&ouml;ren und der Augenh&ouml;he hat es dann gleich mal nicht so gut geklappt. Zwar glaubt Baerbock, dass die EU und Deutschland den zentralasiatischen L&auml;ndern mehr Freiheit und Unabh&auml;ngigkeit bieten k&ouml;nnten als China und Russland. Daran schlie&szlig;t sie allerdings unmittelbar Mahnungen in Richtung Kasachstan in bestem Besserwessi-Ton an. Das Land habe, wenn die wirtschaftliche Kooperation ausgebaut werden soll, seine Defizite im Bereich Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit zu beheben.<br>\nDass f&uuml;r L&auml;nder wie Kasachstan und Usbekistan die Attraktivit&auml;t von B&uuml;ndnissen wie BRICS, der Shanghai Cooperation Organisation (SCO), der Konferenz f&uuml;r vertrauensbildende Ma&szlig;nahmen in Asien (CICA), der Organisation &uuml;ber kollektive Sicherheit (OVKS) eben genau darin besteht, dass sie auf dem v&ouml;lkerrechtlichen Prinzip der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten ihrer L&auml;nder basieren, ignoriert Baerbock geflissentlich. Der neokoloniale Gestus ist zentrales Programm ihrer Au&szlig;enpolitik. Alles hat sich der transatlantischen Ordnung zu unterwerfen. Baerbocks erhobener moralischer Zeigefinger ist jedenfalls das genaue Gegenteil von Zuh&ouml;ren und von Kommunikation auf Augenh&ouml;he. Baerbock versteht das nat&uuml;rlich nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/test.rtde.tech\/meinung\/153185-deutsche-arroganz-baerbock-gibt-den-besserwessi\/\">Gert Ewen Ungar in RT DE<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Hintergrund: Weshalb Russland aus dem Getreideabkommen aussteigt &hellip;<\/strong><br>\n&hellip; und was das ZDF daraus macht.<br>\nNach dem Beschuss der russischen Schwarzmeerflotte im Hafen von Sewastopol durch einen ukrainischen Drohnenangriff gab Russland am Samstag bekannt, seine Teilnahme am Getreideabkommen (Black Sea Grain Initiative) auszusetzen, da die Sicherheit der auslaufenden Schiffe nicht mehr gew&auml;hrleistet sei (Russland k&uuml;ndigt Getreideabkommen auf: Ukrainischer Drohnenangriff auf russische Kriegsschiffe in Sewastopol). Am selben Tag k&uuml;ndigte es an, mit Hilfe der T&uuml;rkei in den n&auml;chsten vier Monaten bis zu 500.000 Tonnen Getreide kostenlos an die &auml;rmsten L&auml;nder der Welt zu verteilen. Im September hatte Russland bereits 300.000 Tonnen D&uuml;ngemittel als Spende f&uuml;r notleidende L&auml;nder freigegeben.<br>\nNeben der aktuellen Sicherheitslage gibt es noch zwei weitere Gr&uuml;nde, weshalb Russland schon seit Wochen erw&auml;gt, das befristete Abkommen nicht zu verl&auml;ngern.<br>\n1.Russland wirft dem Westen vor, die Umsetzung des zweiten Teils des Abkommens zu blockieren, der die freie Ausfuhr von russischen Agrarprodukten und D&uuml;ngemittel erlaubt. Tats&auml;chlich sitzen in europ&auml;ischen H&auml;fen Zigtausende Tonnen D&uuml;ngemittel fest, die in den &auml;rmsten L&auml;ndern der Welt dringend ben&ouml;tigt werden. Zwar beziehen sich die westlichen Sanktionen nicht auf die russischen D&uuml;ngemittel selbst, sie wirken sich aber auf die Schifffahrt aus, sei es durch Sanktionen gegen die Schiffseigent&uuml;mer oder durch Beschr&auml;nkungen im Bereich von Zahlungsabwicklung und Versicherungen russischer Fracht. Wiederholt hatte die UNO diesbez&uuml;glich ihre Sorge zum Ausdruck gebracht.<br>\nAngesprochen auf die Aussage des russischen Au&szlig;enministeriums, dass immer noch 80 Prozent der von Russland als Spende f&uuml;r &auml;rmste L&auml;nder gedachten 300.000 Tonnen D&uuml;ngemittel in Europa blockiert werden, antwortet der Sprecher des UN-Generalsekret&auml;rs St&eacute;phane Dujarric am 28. Oktober:\n<blockquote><p>\n&bdquo;Nun, die Botschaft der UNO ist, dass da ein Zugang zu russischem D&uuml;nger notwendig ist.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch UN-Generalsekret&auml;r Guterres fordert am selben Tag, also einen Tag vor dem Angriff auf die russische Schwarzmeerflotte, &bdquo;beide Vereinbarungen&ldquo; des Getreideabkommens umzusetzen und verlangt erneut die &bdquo;umgehende Beseitigung der verbliebenen Hindernisse f&uuml;r die Ausfuhr von russischem Getreide und D&uuml;nger&ldquo;.<br>\n2.Moskau kritisiert zudem, dass entgegen dem urspr&uuml;nglichen Zweck des Getreideabkommens die &auml;rmsten L&auml;nder der Welt am wenigsten davon profitieren. Tats&auml;chlich wird nur der geringste Teil der exportierten ukrainischen Agrarprodukte im Rahmen des Weltern&auml;hrungsprogramms der Vereinten Nationen an notleidende L&auml;nder ausgeliefert, wie die bis zum 19. Oktober durch Fettdruck hervorgehobenen Zieldestinationen in der fortlaufend aktualisierten Liste der Getreideinitiative zeigen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/warum-steigt-russland-aus-dem-getreideabkommen-aus\/\">Overton<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Am Abgrund<\/strong><br>\nDas erste Opfer eines Krieges, auch des gegenw&auml;rtigen, ist bekanntlich die Wahrheit. Die Protagonisten beider Seiten sch&ouml;nen die Berichte, die wahre Situation wird st&auml;ndig verschleiert und ist selbst sogenannten Experten allenfalls teilweise bekannt. Das offizielle Ziel besteht anscheinend in der m&ouml;glichst langen Fortf&uuml;hrung des Krieges, bis eine Seite &raquo;gewonnen&laquo; hat, wenn man bei dem in jedem Krieg zu erwartenden Ausma&szlig; an Zerst&ouml;rung von &raquo;gewinnen&laquo; sprechen kann. Kritik am Krieg wird entweder verboten oder massiv eingeschr&auml;nkt. Dies hat Bundespr&auml;sident Frank-Walter Steinmeier gerade wieder in einer Rede zum 3.10.2022 deutlich gemacht: In einer Demokratie k&ouml;nne es zwar ein gewisses Ma&szlig; an Debatte geben, doch dann m&uuml;sse man im Sinne des &raquo;gro&szlig;en Ganzen&laquo; geschlossen auftreten. Nur so k&ouml;nne man einem Feind, der bewusst mit Falschinformationen arbeite, widerstehen. Und nur so k&ouml;nne man daf&uuml;r sorgen, dass die Kritik am Krieg im eigenen Land nicht &raquo;instrumentalisiert&laquo; werde. In Wahrheit ist dies ein Freibrief f&uuml;r das Abw&uuml;rgen von Kritik, ein Vorgang, der in einer Situation von existenzieller Bedeutung unakzeptabel ist. Verteidigt wird diese Einschr&auml;nkung durch die Formel der &raquo;wehrhaften Demokratie&laquo;. Doch zur Demokratie geh&ouml;rt gerade die Meinungsfreiheit, die eben nicht dadurch gesch&uuml;tzt wird, dass man sie einschr&auml;nkt. Dabei stellt sich die Frage, ob &uuml;berhaupt die Bereitschaft besteht, auf breiter Front gegen die derzeitige Katastrophenpolitik vorzugehen. Das Trommelfeuer der Medien, die D&auml;monisierung des Gegners, die Fokussierung auf das Milit&auml;rische zeigen Wirkung. (&hellip;) Der Slogan &raquo;Autokraten gegen Demokraten&laquo; taugt jedenfalls auch heute nicht als Rechtfertigung eines Massensterbens &ndash; sei es in Europa, sei es in China, das als n&auml;chstes Kriegsziel gelten kann. Um dem Krieg den Krieg zu erkl&auml;ren, muss die Opposition &uuml;berzeugend und vor allem wirksam auftreten. Dazu geh&ouml;rt, den Vorhang der mythologischen Verneblungen, den Wust der besch&ouml;nigenden oder t&auml;uschenden Sprachregelungen zu zerrei&szlig;en und stattdessen die politische Situation mit aller gebotenen Rationalit&auml;t zu analysieren. Dazu geh&ouml;rt au&szlig;erdem ein klarer Kurs auf den Frieden, das Ende der sinnlosen Zerst&ouml;rung und der sich st&auml;ndig steigernden milit&auml;rischen und politischen Eskalationen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ossietzky.net\/artikel\/am-abgrund\/\">Ossietzky<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Die Dialektik des Chinagesch&auml;fts<\/strong><br>\nVor der Chinareise von Kanzler Olaf Scholz in dieser Woche dauert der Streit um chinesische Investitionen in Deutschland an. Der vor einem Jahr vereinbarte Einstieg der chinesischen Reederei COSCO bei einem Terminal im Hamburger Hafen ist in der vergangenen Woche nur mit Einschr&auml;nkungen genehmigt worden. Bundesminister von FDP und von B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen hatten mit aller Kraft versucht, ihn g&auml;nzlich zu verhindern. Hintergrund sind Widerspr&uuml;che in der &ouml;konomischen Entwicklung der Bundesrepublik. W&auml;hrend zahlreiche deutsche Unternehmen, zum Teil sogar ganze Branchen weiterhin massiv von einer engen Wirtschaftskooperation mit der Volksrepublik profitieren, tr&auml;gt die intensive Zusammenarbeit auch zum Erstarken der chinesischen Industrie bei &ndash; zu Lasten der deutschen Konkurrenz. COSCO etwa hat bereits heute mit einem Weltmarktanteil in der Containerschiffahrt von elf Prozent die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd &uuml;berholt und droht sie auf lange Sicht zu deklassieren. &Auml;hnliche Entwicklungen zeichnet eine aktuelle Studie des Berliner Think-Tanks MERICS mit Blick auf die China-Aktivit&auml;ten deutscher Kfz-Konzerne nach.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/9070\">German Foreign Policy <\/a>\n<p>dazu: <strong>Alle schimpfen &uuml;ber Cosco und China &ndash; dabei ist Hapag-Lloyd genauso aggressive<\/strong><br>\nDarf man mit China noch Gesch&auml;fte machen? Diese Frage bewegt kurz vor der China-Reise von Kanzler Scholz die Gem&uuml;ter. Als abschreckendes Beispiel gilt der Einstieg von Cosco im Hamburger Hafen. Dabei macht es ein bekanntes Hamburger Unternehmen auch nicht besser.<br>\n&ldquo;Sie durften sich jahrelang absprechen und in drei Kartellen die Fahrtrouten auf den Ozeanen diktieren. Jetzt verdient der deutsche Reederei-Marktf&uuml;hrer mehr als der weltgr&ouml;&szlig;te Autobauer.&rdquo; So steigt das &ldquo;Handelsblatt&rdquo; in eine Story &uuml;ber Hapag-Lloyd ein.<br>\nHapag-Lloyd und andere gro&szlig;e Container-Reedereien profitieren, folgt man dem &ldquo;Handelsblatt&rdquo;, von drei globalen Kartellen, mit denen sie seit Jahren Hafenanl&auml;ufe und Fahrtrouten absprechen &ndash; und das sogar mit Billigung der EU-Kommission in Br&uuml;ssel.<br>\nDoch das ist nicht das einzige Problem.<br>\nBedenklich ist auch, dass Hapag-Lloyd sein Netz an Hafenbeteiligungen immer mehr ausbaut. Das Hamburger Unternehmen hat f&uuml;r eine Milliarde Euro einen chilenischen Hafenbetreiber &uuml;bernommen &ndash; und beteiligt sich somit an gleich zehn H&auml;fen gleichzeitig.<br>\nUSA, Mexiko, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador: in sechs L&auml;ndern ist Hapag-Llyod &uuml;ber den Umweg Chile eingestiegen. Zu dem Deal geh&ouml;ren auch zahlreiche Immobilien sowie das Logistikgesch&auml;ft, wie der NDR meldet.<br>\nEs ist also keineswegs so, dass nur die Chinesen auf Einkaufstour w&auml;ren &ndash; und Hamburg zum hilflosen Opfer machen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/lostineu.eu\/alle-schimpfen-ueber-cosco-und-china-dabei-ist-hapag-lloyd-genauso-aggressiv\/\">Lost in Europe<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Wie sich Superreiche vor Steuern dr&uuml;cken<\/strong><br>\nIn deutschen Gewerbesteueroasen sparen die Reichsten der Gesellschaft viel Geld. Das trifft Kommunen, denen dadurch Einnahmen fehlen.<br>\nDas Schwimmbad, das es so nicht mehr geben w&uuml;rde, liegt am Wuppertaler Stadtrand. Die wohlige W&auml;rme str&ouml;mt den Besuchern entgegen, w&auml;hrend Thomas Heider die wenigen Treppen hinauf zum Becken steigt. Dort zieht eine Reha-Gruppe mit Seniorinnen und Senioren ihre Runde. Rund herum h&auml;ngen die riesigen Werbeplakate f&uuml;r allerlei Firmen, die gespendet haben, um das Schwimmbad zu erhalten. Eigentlich h&auml;tte das vor zw&ouml;lf Jahren schlie&szlig;en sollen. Der Stadthaushalt war im Minus und das trifft als Erstes immer die Menschen. Die h&auml;tten in der Folge bis zu 25 Minuten l&auml;nger zum n&auml;chsten Schwimmbad gebraucht und damit viel weniger Zeit zum Schwimmen gehabt. M&ouml;gliche Konsequenzen daraus z&auml;hlt Heider viele auf: &bdquo;Dass wir Nichtschwimmer unter den Kindern haben, dass wir Leute haben, die keine Bewegung mehr kriegen und die keine sozialen Kontakte mehr pflegen d&uuml;rfen.&ldquo; Also retteten er und ein ganzer Verein von Ehrenamtlichen das Bad, das sie heute in ihrer Freizeit betreiben. Geplant war das so nicht. Aber es gehe eben nicht anders, wenn die Kassen klamm sind, sagt er.<br>\nDie Stadt Wuppertal ist mit solchen Problemen nicht allein. Zwar zeigen aktuelle Steuersch&auml;tzungen, dass die Einnahmen f&uuml;r Gemeinden in den kommenden Jahren steigen. Doch der Schein tr&uuml;gt, wie der Vorsitzende des Deutschen St&auml;dtetags, Helmut Dedy, sagt: &bdquo;Lediglich auf dem Papier haben die St&auml;dte ein Mehr an Steuereinnahmen. In der Realit&auml;t k&ouml;nnen sie daf&uuml;r aber weniger kaufen.&ldquo; W&auml;hrend die Ausgaben steigen, fehlt es Kommunen an Einnahmen, beispielsweise aus der Gewerbesteuer. Ein Grund daf&uuml;r: Unternehmer und Superreiche verlagern ihre Firmen auf dem Papier in sogenannte Steueroasen. Viele denken dabei an weit entfernte S&uuml;dseeinseln, doch die Orte mit extrem niedrigen Steuern gibt es auch in Deutschland. Firmen zahlen dort f&uuml;r ihre Tochterfirmen deutlich weniger Gewerbesteuer als an ihrem Heimatstandort, was ihnen oft Millionen Euro einspart.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/projekte\/artikel\/wirtschaft\/steuer-falke-merckle-schoenefeld-e979261\/%20\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Zinsen rauf, Verstand runter<\/strong><br>\nDie Europ&auml;ische Zentralbank hat sich offenbar entschlossen, den restriktiven Pfad, auf den sie im Sommer eingeschwenkt ist, mit Gewalt durchzuziehen &ndash; selbst wenn jeden Tag deutlicher wird, dass er falsch ist. Auch gro&szlig;e, auf Rationalit&auml;t aufgebaute Institutionen wie die EZB k&ouml;nnen ein solch kindisches Trotzprogramm fahren, wenn ihre F&uuml;hrung intellektuell &uuml;berfordert ist und sich einmal dem politischen Druck vollst&auml;ndig ergeben hat. Christine Lagarde ist zu Recht zum Symbol dieses Versagens geworden, weil sie mangels Sachkenntnis nicht in der Lage war und ist, dem primitiven &ouml;ffentlichen Verst&auml;ndnis von Inflation und Geldpolitik auch nur das Geringste entgegenzustellen.<br>\nInsgesamt kann man schon jetzt konstatieren, dass die Politik im weitesten Sinne beim zweiten Auftreten von Preissteigerungen, die aus einer Kombination von globalen Angebotsschocks und Spekulation herr&uuml;hren, mindestens so hilflos ist wie beim ersten Mal in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Nat&uuml;rlich werden Politiker ausgetauscht und eher per Zufall gew&auml;hlt, erschreckend ist dennoch die v&ouml;llige Unf&auml;higkeit des Systems, aus einmal gemachten Erfahrungen zu lernen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.relevante-oekonomik.com\/2022\/10\/28\/zinsen-rauf-verstand-runter\/\">Relevante &Ouml;konomik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Stil und Sicherheit<\/strong><br>\nEin fl&uuml;chtender Pr&auml;sident im Keller, ein n&auml;chtlicher Gesetzesbeschluss &ndash; und eine Berichterstattung, die Fragen offen l&auml;sst. Sehen wir Gespenster? Gibt es welche? (&hellip;)<br>\nAufh&auml;nger meiner heutigen Kolumne sind Meldungen zu zwei Themen der vergangenen Woche: Erstens der Besuch des Bundespr&auml;sidenten in der Ukraine (Stil), zweitens die n&auml;chtlich abrupte Erweiterung der Strafvorschrift gegen Volksverhetzung um die Alternative des Leugnens oder Verharmlosens von Kriegsverbrechen (Sicherheit).<br>\nDies sind, wie es in dieser Kolumne nicht ganz selten ist, Themen ohne sich jedermann spontan aufdr&auml;ngenden Zusammenhang. Manchmal ist es (f&uuml;r Autor wie Leser) n&uuml;tzlich, nach einem solchen zu fragen; dies ist &ndash; einmal mehr mag es angedeutet sein &ndash; das Konzept. Es ist bekannt, dass Menschen unseres Kultur- und Wertekreises mit der Regel aufgewachsen sind, die Welt m&uuml;sse in m&ouml;glichst viele Schubl&auml;dchen separiert sein, um einen &raquo;Sinn&laquo; zu ergeben, welcher sich sodann auf einer Meta-, einer Metameta- und unendlich vielen weiteren Ebenen ergebe, die allesamt &raquo;meta&laquo;, also systematisch &uuml;bergeordnet sind, also &uuml;berhaupt nur von Menschen erkannt werden k&ouml;nnen, die zu einer qualitativen Hierarchisierung der Erkenntnis in der Lage sind.<br>\nDem steht, wie offenkundig ist, ein &raquo;intuitives&laquo; Erleben und Verarbeiten gegen&uuml;ber, das vor allem im individuellen, pers&ouml;nlichen Bereich h&ouml;chst verbreitet und &uuml;berdies eine wichtige anthropologische und evolution&auml;re Kraft ist. Wir sind halt keine Rechner, und noch so viel Digitalisierung der Peripherie macht unser Zentrales Nervensystem nicht weiser. Deshalb unter anderem beginnt oft ein gro&szlig;es Zagen und Wehklagen, sobald die Dinge nicht mehr auf gewohnte Weise zusammenpassen wollen, und aus den unteren Schubladen brechen wilde Geister und D&auml;monen hervor, um rasch wieder f&uuml;r &Uuml;bersichtlichkeit zu sorgen. Das hat Chancen und Risiken. (&hellip;)<br>\nHaben Sie, sehr geehrte Leserinnen und Leser, die Berichte &uuml;ber den Besuch des Bundespr&auml;sidenten in der Ukraine im Fernsehen gesehen? Ich habe sie mehrfach aufmerksam betrachtet und dennoch (oder deshalb) ein paar Fragen. Wobei ich mich zun&auml;chst sehr ernsthaft gefragt habe, ob man die &uuml;berhaupt haben darf und artikulieren sollte. Aber wir leben ja in einer Welt, in der das Aussprechen oder Fragen von Ungewohntem zu den allergrundlegendsten Prinzipen des Wertefundaments z&auml;hlen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/frank-walter-steinmeiers-reise-in-die-ukraine-stil-und-sicherheit-kolumne-a-60aaea7b-1c12-4960-9af8-79fe8d5089ff\">Thomas Fischer in Spiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Wer die Fakten checkt, bestimmt die Wahrheit<\/strong><br>\nAm 1. November startet eine neue Allianz zwischen deutschsprachigen Nachrichtenagenturen und Correctiv, dem bekanntesten Portal vermeintlicher Faktenchecker. Die EU-Kommission f&ouml;rdert diese Allianz, die mit dem Anspruch antritt, Desinformation zu bek&auml;mpfen. Aber welche Fakten sind es, um die es da geht? Was haben die Faktenchecker in den vergangenen Jahren gemacht, was machen sie aktuell und was nicht? Die Hintergrund-Medienrundschau vom 28. Oktober 2022.<br>\nDie Wahrheit ist bedroht. Die Bedrohung kommt aus dem Internet. Von Websites wie Rubikon, Apolut oder RT und vielleicht auch von uns bei Hintergrund. Aber es gibt ein Gegenmittel: Den Faktencheck. Seit einigen Jahren sind viele tapfere K&auml;mpfer gegen Fake News unterwegs und kl&auml;ren auf, was falsch zu sein hat. Was nicht geschrieben werden sollte, zumindest aber nicht bei Facebook und Co. verbreitet werden darf. Was wie eine Dystopie klingt, an Zeiten offener Zensur erinnert, ist l&auml;ngst Realit&auml;t. Die Faktenchecker sind im Auftrag der vermeintlichen Wahrheit unterwegs. Wer kann etwas gegen die Wahrheit haben? Und wenn diese Wahrheit zuf&auml;lligerweise so klingt, wie es die Regierungen wollen, wie Tagesschau, Heute, Spiegel und S&uuml;ddeutsche berichten, dann ist das eben so. Dann ist das die Wahrheit.<br>\nKlar, wir sehen das anders. Ein kritischer Blick auf die Faktenchecker soll Thema dieser Medienrundschau sein. Warum? Es gibt einen aktuellen Anlass. Neben den vielen fragw&uuml;rdigen Beispielen f&uuml;r Faktenchecks, deren Aufgabe es ist, das herrschende Narrativ zu best&auml;tigen und von denen wir einige am Ende vorstellen, entsteht gerade eine neue Allianz. Eine Allianz der Faktenchecker in Deutschland und &Ouml;sterreich. Wo sich vermeintliche Unwahrheiten l&auml;nder&uuml;bergreifend verbreiten, m&uuml;ssten sich auch diejenigen vernetzen, die von sich behaupten, f&uuml;r die Wahrheit einzutreten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/allgemein\/rundschau\/wer-die-fakten-checkt-bestimmt-die-wahrheit\/\">Hintergrund<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. 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