{"id":90091,"date":"2022-11-07T14:00:18","date_gmt":"2022-11-07T13:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90091"},"modified":"2022-11-07T16:14:31","modified_gmt":"2022-11-07T15:14:31","slug":"stella-assange-im-zentrum-des-politischen-hier-und-jetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90091","title":{"rendered":"Stella Assange: \u201eIm Zentrum des politischen Hier und Jetzt\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Ehefrau des in London inhaftierten WikiLeaks-Gr&uuml;nders stellte sich am Freitag, den 14. Oktober, bei der Berliner <a href=\"https:\/\/noisyleaks.space\/\">NoisyLeaks-Ausstellung<\/a> den Fragen des Publikums. Dominik Wetzel hatte dabei Gelegenheit, ihr f&uuml;r die NachDenkSeiten einige Frage zu stellen und hat f&uuml;r unsere Leser Ausz&uuml;ge aus dem Gespr&auml;ch mit der &Ouml;ffentlichkeit niedergeschrieben. Ihre Antworten lassen tief blicken.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_77\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-90091-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221107-Interview-Stella-Assange-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221107-Interview-Stella-Assange-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221107-Interview-Stella-Assange-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221107-Interview-Stella-Assange-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=90091-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221107-Interview-Stella-Assange-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"221107-Interview-Stella-Assange-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><em>Stella Assange:<\/em> Willkommen! Es ist gut, so viele freundliche Gesichter zu sehen. Am Samstag, den 8. Oktober, hatten wir eine Aktion in London, wo wir die Menschen dazu aufgefordert haben, eine Menschenkette zu formen. Es war &uuml;berw&auml;ltigend. Es wurde sogar ein Transportstreik ausgerufen. Viele Menschen haben gesagt, das nicht zu tun, weil es nicht funktionieren w&uuml;rde. Wir haben errechnet, wir w&uuml;rden 5.000 Leute brauchen, aber es kamen viel mehr, mindestens 7.000. Au&szlig;erdem kam Julian in die engere Auswahl des Sacharow-Preises, was wirklich unerwartet war. F&uuml;r uns ist allein die Nominierung schon ein gro&szlig;er Sieg. Doch dann fanden wir heraus, dass er unter den drei Finalisten ist, und das ist gewaltig. Nur der Kontrast: Die USA wollen ihn f&uuml;r 175 Jahre ins Gef&auml;ngnis stecken und das europ&auml;ische Parlament m&ouml;chte ihm die h&ouml;chste Auszeichnung f&uuml;r Menschenrechte und Gedankenfreiheit geben. An dem Punkt, an dem wir gerade sind, sind die Dinge wirklich krass.<\/p><p>Wir m&uuml;ssen weiter machen und weiter Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Bewegung aufbauen. Die Auszeichnungen, die Anerkennungen, die Denunziation dessen, was vor sich geht; all das ist wichtig, damit die Auslieferung politisch unm&ouml;glich wird. Denn dies ist kein rechtliches Verfahren, das durch die Gerichte geht, hier werden die Gerichte benutzt, um Julians Haft zu verl&auml;ngern. Worum es im Kern geht, ist, dass die Kriminellen die Macht des Staates ergriffen haben, um die Person zu verfolgen, die sie denunziert hat. Derjenige, der versucht hat Rechenschaft zu bringen, wurde zum Opfer des Gesetzesmissbrauchs. Es geht also darum das umzudrehen. Sie haben die Sichtweise in Bezug auf Julian verkehrt und haben ihn in jemanden verwandelt, der das Ziel ihrer Verbrechen ist.<\/p><p>Sie haben die Realit&auml;t verkehrt, also m&uuml;ssen wir sie zur&uuml;ckdrehen, um zu zeigen, dass er derjenige ist, der das Richtige getan hat und dass sie die Kriminellen sind. Sie sind nicht nur kriminell wegen dem, was er &uuml;ber sie ver&ouml;ffentlicht hat, sondern auch wegen der Ma&szlig;nahmen, die sie gegen ihn unternommen haben. Wir m&uuml;ssen anfangen, sie als das zu benennen, was sie sind: Sie sind die Kriminellen und Julian ist der Journalist. Julian steht f&uuml;r Wahrheit, Menschrechte und Rechtsstaatlichkeit und sie f&uuml;r das Gegenteil.<\/p><p><strong>Ich war ziemlich schockiert, als ich die Nachricht gelesen habe, dass Julian mit Covid infiziert ist, und ich habe mich gefragt, wie das in einem Hochsicherheitsgef&auml;ngnis passieren kann, dass man nicht vor Covid gesch&uuml;tzt ist?<\/strong><\/p><p>Das war immer das Frustrierende w&auml;hrend der sechs oder sieben Monate, in denen ich Julian nicht sehen konnte, dass er, w&auml;hrend der schlimmsten Phasen der Pandemie, nie vor Covid gesch&uuml;tzt war. Denn an einem Ort wie dem Belmarsh-Gef&auml;ngnis gibt es etwa 800 Gefangene, aber auch 500 Angestellte. Menschen kommen die ganze Zeit rein und raus, werden infiziert etc. Wenn man sich durch das Gef&auml;ngnis bewegt, geht man au&szlig;erdem durch Warter&auml;ume, in die sie alle Gefangenen zusammensetzen. 30-40 Gefangene, die f&uuml;r ein bis zwei Stunden in einem Raum bleiben. Er hat es wahrscheinlich in einem Warteraum bekommen und ist nun im Lockdown in seiner Zelle, die er seit Samstag letzter Woche nicht verlassen hat.<\/p><p><strong>Es hat den Anschein, dass Assanges Verfolgung der Fall ist, an dem man in Echtzeit den Verfall und die Korruption des britischen Rechtssystems beobachten kann. Sie sind selbst Anw&auml;ltin, was hat das mit Ihrem Vertrauen in den britischen Rechtsstaat gemacht?<\/strong><\/p><p>Ich denke, es gibt niemanden, der diesen Fall beobachtet &ndash; mit Erfahrung eingeschlossen &ndash; der nicht konstant von dem schockiert ist, was seit 2010 passiert. Wenn man zum Beispiel dar&uuml;ber nachdenkt, dass die <em>UN-Arbeitsgruppe gegen willk&uuml;rliche Inhaftierungen <\/em>im Februar 2016 ihre Entscheidung zu dem Fall geliefert hat. <\/p><p>Es war keine naive Erwartung, dass, wenn Julian die gewinnt, sie sich an die Entscheidung halten w&uuml;rden, denn das ist das h&ouml;chste Entscheidungsgremium zum Thema willk&uuml;rlicher Verhaftungen. Doch was passierte, ist, dass sie sich wie die schlimmsten Verfechter willk&uuml;rlicher Inhaftierung verhalten haben. Es wurde sich lachend dar&uuml;ber hinweggesetzt, obwohl es eine rechtsverbindliche Entscheidung war, die sich auf international bindende rechtliche Verpflichtungen bezieht und sie haben es einfach ignoriert. Das hat uns ziemlich die Augen ge&ouml;ffnet, dass sie bereit waren, ihre internationalen Verpflichtungen f&uuml;r jeden <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/media\/2016\/feb\/24\/britain-precedent-defy-un-report-julian-assange-politicians\">offensichtlich zu missachten<\/a>.<\/p><p>Ein weiteres Beispiel war im Jahr 2012. Julian ging am 19. Juni 2012 in die Botschaft. Am 16. August erkl&auml;rte Ecuador, dass sie ihm politisches Asyl gew&auml;hren. Sie haben also zwei Monate dar&uuml;ber nachgedacht. In dieser Zeit gab es im K&ouml;nigreich eine Menge Einsch&uuml;chterung auf dem diplomatischen Level. Als Ecuador verk&uuml;ndete, dass sie ihm Asyl gew&auml;hren, wurde damit gedroht, die Botschaft zu st&uuml;rmen. Ecuador verurteilte das &ouml;ffentlich und auch der ganze lateinamerikanische Block positionierte sich dagegen. Am 16. August wurde schlie&szlig;lich &ouml;ffentlich verk&uuml;ndet, dass Julian ein politischer Fl&uuml;chtling ist. An dem Tag, als Ecuador erkl&auml;rte, dass Asyl gew&auml;hrt wird, war sehr viel Polizei au&szlig;erhalb des Geb&auml;udes. Davon gibt es ein ber&uuml;hmtes Bild, als um die Botschaft herum hunderte Polizisten, Unterst&uuml;tzer und Presseleute waren. Die Presse konnte ein Foto vom Klemmbrett eines Polizisten machen, auf dem stand: Assange verhaften, selbst wenn er diplomatische Immunit&auml;t hat, <a href=\"https:\/\/www.commondreams.org\/news\/2012\/08\/24\/secret-police-documents-reveal-plan-arrest-wikileaks-assange\">selbst wenn er in einem Diplomatenwagen ist<\/a>.<\/p><p>Im Kern wies England seine Polizei dazu an, die Wiener Konvention zu brechen, um Julian zu kriegen. Wir befinden uns also auf diesem Level, an dem sie das Gesetz brechen und sich hinterher mit den Konsequenzen befassen. Sie werden vor Gericht argumentieren, dass es legal ist und es irgendwie begr&uuml;nden, aber die Priorit&auml;t war, Julian zu bekommen. Julian zu verfolgen, war die ganze Zeit das oberste politische Gebot und das steht &uuml;ber dem Gesetz. F&uuml;r Julian war es ein konstanter Kampf, seine Rechte anerkannt und respektiert zu bekommen, die wurden aber zunehmend missachtet.<\/p><p><strong>Was bedeutet es f&uuml;r Assange und f&uuml;r Sie, f&uuml;r den Sacharow-Preis nominiert zu sein, in Anbetracht dessen, dass er ihn wohl nicht bekommen wird. Wird das etwas &auml;ndern?<\/strong><\/p><p>Die Nominierung zum Sacharow-Preis ist gewaltig. Tats&auml;chlich war ich am Dienstag in Br&uuml;ssel und ich hatte ein Gespr&auml;ch mit einigen Parlamentariern vor Ort. Etwa 40 Mitglieder des Parlaments hatten ihn nominiert und manche sagten, er w&uuml;rde niemals gewinnen, denn der Sakharov Preis ist zum Werkzeug des politischen und diplomatischen Pragmatismus geworden. Meine Antwort war: Ich bin nicht mit der Erwartung hier, dass Julian gewinnen wird, ich bin hier, weil Sie ihn nominiert haben und das gewaltig ist. Es ist deswegen so gro&szlig;, weil die Finalisten-Platzierung zu einem m&auml;chtigen Werkzeug f&uuml;r mich wird, mit dem ich die Kampagne fortsetzen kann. Es erh&ouml;ht sein politisches Profil enorm. Das ist kein Randthema, wenn du einer der 3 Finalisten f&uuml;r den h&ouml;chsten Menschenrechts- und Meinungsfreiheitspreis des Europ&auml;ischen Parlaments bist. Dies ist im Zentrum des politischen Hier und Jetzt und niemand kann das bestreiten. Jede Initiative, gro&szlig; und klein, baut Schwung und den politischen Kontext auf, der gebraucht wird, damit Julians Fall konstant im Zentrum der Diskussion steht. Die anderen Nominierten sind das Volk der Ukraine, Zelensky, und die Columbia Truth Commission. Es ist egal, dass er nicht gewinnt. Er ist einer der drei Finalisten und das gestattet uns, mit einer breiteren &Ouml;ffentlichkeit zu arbeiten.<\/p><p><strong>K&ouml;nnten Sie dar&uuml;ber reden, wie stark das Engagement zu dem Thema in den j&uuml;ngeren Generationen ist?<\/strong><\/p><p>J&uuml;ngere Leute involviert zu bekommen, ist wirklich wesentlich. Zum Teil, weil sie noch nicht durch Karrierefortschritt und solche Dinge kompromittiert sind. Wir engagieren uns in England zunehmend mit Universit&auml;ten und ich habe in letzter Zeit ein paar Podcasts gemacht. Einen mit Russel Brand und auch mit Jordan Peterson. Ich versuche, unterschiedliche politische Haltungen zu &uuml;berbr&uuml;cken, denn ich denke, es braucht eine kritische Masse an Menschen, um Julian freizubekommen. Daf&uuml;r muss man zum Kern der Sache gehen: Egal ob links oder rechts, die meisten Menschen sind sich dar&uuml;ber einig, dass Wahrheit kein Verbrechen sein sollte, dass man Verleger nicht ins Gef&auml;ngnis steckt und dass Kriegsverbrechen verfolgt werden sollten. Ich denke, es geht auch darum, einen Diskurs der Gemeinsamkeit zu finden, was sehr bezeichnend f&uuml;r unsere Zeit ist, richtig? Alles ist so polarisiert, aber es gibt gemeinsame Nenner und wir m&uuml;ssen uns darauf einigen, was diese gemeinsamen Nenner sind.<\/p><p><strong>Sie sind an der Frontlinie, die Pressefreiheit zu verteidigen. Wie viel Unterst&uuml;tzung haben Sie von den Medienh&auml;usern erhalten, mit denen WikiLeaks zusammengearbeitet hat?<\/strong><\/p><p>Sie haben das absolut Mindeste getan. Sie sind im Wesentlichen auf der richtigen Seite der Geschichte, dahingehend, dass sie ein Impressum aufgesetzt haben, das erkl&auml;rt, dass Julian nicht verfolgt werden soll und dass hier ein Angriff auf die Pressefreiheit stattfindet. Doch ehrlich gesagt sollten sie mehr tun. Sie sollten mindestens eine gemeinsame Stellungnahme ver&ouml;ffentlichen, die besagt: Assange sollte freigelassen und die Angelegenheit fallen gelassen werden. Eine gemeinsame Erkl&auml;rung der f&uuml;nf urspr&uuml;nglichen <a href=\"https:\/\/wikileaks.org\/-Partners-.html\">Partner<\/a>. Das w&auml;re wirklich einfach und offensichtlich. Ich denke, das Problem ist, manche Zeitungen sch&auml;men sich, weswegen sie sich lieber nicht ins Rampenlicht stellen. Besonders der Guardian. Die Sache ist die: Wenn die Presse, und besonders diejenigen, die am engsten an diesen Ver&ouml;ffentlichungen gearbeitet haben, diejenigen, die auf derselben Grundlage bestraft werden k&ouml;nnten, sich irgendwie anders verhalten h&auml;tten, dann bin ich &uuml;berzeugt davon, h&auml;tte Julian keinen einzigen Tag im Gef&auml;ngnis verbracht. Und an jedem Tag, der vergeht, versagen diese Zeitungen, das Richtige zu tun.<\/p><p><strong>Wie sind Sie dazu f&auml;hig, weiterzumachen im Angesicht dieser unglaublichen Ungerechtigkeit? Wie halten Sie Schritt und bewahren Haltung? Wie gehen Sie damit um?<\/strong><\/p><p>F&uuml;r Julian zu k&auml;mpfen, ist der einfache Teil. Es gibt viel &ouml;ffentliches Interesse und man macht einfach weiter. Es gibt &uuml;berall viele Menschen, die helfen wollen. F&uuml;r Julian zu k&auml;mpfen, ist einfach, denn ich will, dass er frei ist. Man braucht keine weitere Motivation. Der harte Teil ist, dass man es teilweise mit richtigen Psychopathen zu tun hat. Das ist nicht die Mehrheit und ich bin nicht wirklich betroffen von Twitter und so, aber sie existieren. Man versucht lediglich, die Bedeutung des Falls zu kommunizieren, und dann trifft man Menschen, die einfach psychologisch extrem bizarr sind. Aber ich denke, das liegt in der Natur der Sache, mit der &Ouml;ffentlichkeit zu interagieren, oder mit Leuten, die nur so tun, als w&auml;ren sie Unterst&uuml;tzer. Ich habe einige au&szlig;erordentlich konzertierte Angriffe und geplante Geschichten gegen Julian erlebt, &uuml;ber Jahre. Ich wei&szlig;, womit ich es zu tun habe.<\/p><p>Die ganze CIA-Operation in der Botschaft &ndash; manche Leute haben gesagt: &bdquo;Oh, mein Gott, wie ist es herauszufinden, dass sie versucht haben, die DNA aus der Windel deines Kindes zu stehlen und dass sie geplant haben, ihn umzubringen?&ldquo; Die Sache ist die, ich wusste es. <\/p><p>Ich &bdquo;wusste&ldquo; es nicht, nicht im Detail, wir hatten nicht <a href=\"https:\/\/sg.news.yahoo.com\/us-stonewalls-probe-into-security-firm-that-allegedly-spied-on-assange-for-cia-says-spanish-judge-191433247.html\">die spanischen Whistleblower<\/a> und wir hatten nicht die 7.000 Wort starke Untersuchung, die letztes Jahr ver&ouml;ffentlicht wurde. Ich wusste es nicht im Dezember 2017, aber ich konnte es sp&uuml;ren, dieses Umfeld. Es war extrem. Nat&uuml;rlich haben sie das getan, denn ich habe es da drin gef&uuml;hlt. Deswegen ist es eine Erleichterung, dass wir es hier heute besprechen k&ouml;nnen. Doch stellen Sie sich vor, wenn diese Whistleblower nicht an die &Ouml;ffentlichkeit gegangen w&auml;ren, wenn die <a href=\"https:\/\/news.yahoo.com\/kidnapping-assassination-and-a-london-shoot-out-inside-the-ci-as-secret-war-plans-against-wiki-leaks-090057786.html?guccounter=1&amp;guce_referrer=aHR0cHM6Ly9kdWNrZHVja2dvLmNvbS8&amp;guce_referrer_sig=AQAAALp8XJ6C0GoPr0bz9s7s5K4sSRpp5dVAMmPGMMwZlzSi5aKVYzHQZmxhDDwJWjybG4UvaLzgYClAC-12WOysl_aZNdoNTI_h6hPn7U3nvBZtsS4oq8p7juH7BUJ3wxC6legxUKLFnhCLiYQzQP11nUNradzet6Txkp24dmwekGrn\">CIA-Recherche<\/a> nicht ver&ouml;ffentlicht worden w&auml;re! Ich w&uuml;rde hier stehen und erz&auml;hlen, wie wir da drin waren und dass es sich so angef&uuml;hlt hat, dass sie ihn jederzeit t&ouml;ten w&uuml;rden und Sie w&uuml;rden denken: &bdquo;Nun, sie ist bestimmt ein bisschen betroffen von der Situation, aber es kann nicht so extrem sein&ldquo;. Nun, doch.<\/p><p>In gewisser Hinsicht ist das eine Erleichterung, dass ich zu Ihnen sprechen kann, ohne das Gef&uuml;hl einer Barriere zwischen meiner Realit&auml;t und Ihrer zu haben. Denn Sie sind f&uuml;r das empf&auml;nglich, was wir durchlebten, was Julian angetan wurde, weil diese Dinge im Laufe der Zeit ver&ouml;ffentlicht wurden. Wirklich schwierig war es, als wir es durchlebten und sonst war alles wie gehabt. &bdquo;Das findet nur in seinem Kopf statt, die USA sind in Ordnung, England verh&auml;lt sich normal, er k&ouml;nnte jederzeit raus&ldquo;, der Satz.<\/p><p><strong>Reicht es f&uuml;r den australischen Premierminister aus, dass sein Volk sagt, &bdquo;wir wollen ihn zuhause haben&ldquo;, oder wie ist der Prozess? Ist es wirklich so einfach?<\/strong><\/p><p>Im Grunde, ja. Die australische Regierung ist ein enger Alliierter der USA und in strategischer und politischer Hinsicht sehr wichtig. Was wissen wir &uuml;ber die vorherige Regierung? Wir wissen, dass Scott Morrison, der vorherige Premierminister, w&ouml;chentlich Telefonate mit Mike Pompeo gef&uuml;hrt hat. Mike Pompeo, der geplant hatte, Julian zu t&ouml;ten. Nun haben wir eine andere &ouml;ffentliche Position der australischen Regierung und alles, was sie tun m&uuml;ssen, ist, einen Weg zu finden, diese durchzusetzen. Die australische Regierung ist kein Neuling in solchen Angelegenheiten. Sie haben Melinda Taylor aus Libyen <a href=\"https:\/\/edition.cnn.com\/2012\/07\/02\/world\/meast\/libya-australia-lawyer\">herausbekommen<\/a>, einen <a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/news\/world\/wp\/2015\/02\/01\/australian-journalist-peter-greste-freed-in-egypt-according-to-reports\/\">Journalisten aus &Auml;gypten<\/a>, Kylie Moore-Gilbert aus dem Iran &ndash; <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2022\/mar\/29\/a-nightmare-kylie-moore-gilberts-804-days-as-a-victim-of-irans-hostage-diplomacy\">sie sind st&auml;ndig am Verhandeln<\/a>. Die australische Regierung ist tats&auml;chlich sehr erfahren in diesen Angelegenheiten. Es sollte deutlich einfacher sein mit einem Verb&uuml;ndeten. Albaneses Wahl wurde auch darum gef&uuml;hrt, dass er zu Julian Stellung bezog, ebenso wie andere Politiker, die seitdem gew&auml;hlt wurden. Sie haben das Versprechen gegeben, ihn zu befreien. Die australische Presse und Bev&ouml;lkerung muss sie weiter dr&auml;ngen. Warum ist er noch nicht drau&szlig;en? Das muss einfach weitergehen, denn selbstverst&auml;ndlich kann Albanese sagen: &bdquo;Ich wei&szlig;, wir sind Freunde, aber ich habe meine eigenen politischen Dynamiken zuhause und ich kriege wahnsinnig viel Druck wegen dieser Assange-Sache, k&ouml;nnen Sie das beschleunigen&ldquo;. Die Regierungen stehen sich nahe. <\/p><p>Australien hat dieses Problem, dass es sich so verh&auml;lt, als ob es unbedeutend w&auml;re und das ist unglaublich, denn&hellip; es ist ein bisschen so&hellip; Ich will nicht schlecht &uuml;ber das Europ&auml;ische Parlament reden, aber&hellip; ich sa&szlig; da und dachte, sie haben nicht begriffen, wie m&auml;chtig sie sind, und es ist dasselbe mit Australien. Australien ist unglaublich einflussreich und wichtig f&uuml;r die USA und wenn sie das Thema wichtig f&uuml;r sich machen, k&ouml;nnen sie es l&ouml;sen. Jeder Tag, der vergeht, an dem Julian nicht frei ist, ist ein Tag, an dem sie an ihrem Versprechen gescheitert sind und das muss man ihnen konstant vorhalten.<\/p><p><em>(Das Gespr&auml;ch wurde zum besseren Verst&auml;ndnis angepasst.)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ehefrau des in London inhaftierten WikiLeaks-Gr&uuml;nders stellte sich am Freitag, den 14. Oktober, bei der Berliner <a href=\"https:\/\/noisyleaks.space\/\">NoisyLeaks-Ausstellung<\/a> den Fragen des Publikums. Dominik Wetzel hatte dabei Gelegenheit, ihr f&uuml;r die NachDenkSeiten einige Frage zu stellen und hat f&uuml;r unsere Leser Ausz&uuml;ge aus dem Gespr&auml;ch mit der &Ouml;ffentlichkeit niedergeschrieben. Ihre Antworten lassen tief blicken.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag<\/em><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90091\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":90092,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,198,126,209],"tags":[681,1171,699,2163,469,1415,1556,2834],"class_list":["post-90091","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-erosion-der-demokratie","category-interviews","tag-assange-julian","tag-asyl","tag-australien","tag-gefaengnis","tag-grossbritannien","tag-pressefreiheit","tag-usa","tag-virenerkrankung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/221107_IMG_3402.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/90091","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=90091"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/90091\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":90099,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/90091\/revisions\/90099"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/90092"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=90091"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=90091"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=90091"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}