{"id":90151,"date":"2022-11-09T09:05:41","date_gmt":"2022-11-09T08:05:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90151"},"modified":"2022-11-18T15:31:18","modified_gmt":"2022-11-18T14:31:18","slug":"die-usa-haben-den-gaskrieg-gegen-russland-gewonnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90151","title":{"rendered":"Die USA haben den Gaskrieg gegen Russland gewonnen"},"content":{"rendered":"<p>Schon in den n&auml;chsten vier Jahren werden die USA die ehemaligen russischen Gaslieferungen nach Mitteleuropa vollst&auml;ndig substituieren. Die gleiche Menge Gas, die bis zu Beginn dieses Jahres aus sibirischen Pipelines geliefert wurde, kommt k&uuml;nftig in verfl&uuml;ssigter Form mit Tankern aus den USA. Auch der Gaskrieg hat nicht erst in diesem Jahr begonnen. Klarer Gewinner dieses Gaskriegs sind die USA, die nur so ihre gewaltigen &Uuml;berkapazit&auml;ten aus dem Fracking-Boom abbauen und damit den heimischen Gaspreis stabilisieren k&ouml;nnen, um die milliardenschweren Investitionen zu retten und eine Finanzkrise zu verhindern. Den Preis daf&uuml;r zahlt vor allem Deutschland. Schon in diesem Jahr k&ouml;nnten die deutschen Export&uuml;bersch&uuml;sse im deutsch-amerikanischen Au&szlig;enhandel sich in ein Defizit umkehren. Verlierer sind neben Deutschland und der EU auch die Umwelt und das Klima. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8270\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-90151-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221109_Die_USA_haben_den_Gaskrieg_gegen_Russland_gewonnen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221109_Die_USA_haben_den_Gaskrieg_gegen_Russland_gewonnen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221109_Die_USA_haben_den_Gaskrieg_gegen_Russland_gewonnen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221109_Die_USA_haben_den_Gaskrieg_gegen_Russland_gewonnen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=90151-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221109_Die_USA_haben_den_Gaskrieg_gegen_Russland_gewonnen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"221109_Die_USA_haben_den_Gaskrieg_gegen_Russland_gewonnen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Vor drei Jahren herrschte in der LNG-Branche <a href=\"https:\/\/reneweconomy.com.au\/climate-friend-or-carbon-bomb-global-gas-market-faces-1-3trn-stranded-asset-risk-80593\/\">Katastrophenstimmung<\/a>. Der Fracking-Boom in der zweiten H&auml;lfte der 2010er-Jahre sorgte f&uuml;r ein massives &Uuml;berangebot von Erdgas. Anfang dieses Jahrzehnts lag der Spotmarktpreis am US-Knotenpunkt Henry Hub bei umgerechnet gerade einmal f&uuml;nf Euro pro Megawattstunde. Die mit vielen Milliarden Dollar vom Finanzsektor ausgestattete US-Frackingbranche stand vor dem Kollaps und mit ihr Teile des US-Finanzsystems, da die Investitionen nach &bdquo;guter alter Manier&ldquo; mit wenig Eigen- und viel Fremdkapital gehebelt waren. Wollte man den Kollaps verhindern, gab es daf&uuml;r nur eine M&ouml;glichkeit: Das Gas musste auf andere Weltm&auml;rkte exportiert werden und aus geographischen Gr&uuml;nden kam daf&uuml;r nur die Verfl&uuml;ssigung zu LNG infrage. Doch auch der weltweite LNG-Markt war zu dieser Zeit ges&auml;ttigt. Als letzter Ausweg blieb die Expansion auf M&auml;rkte, die ausreichend gro&szlig; und bis dato &uuml;ber Pipelines mit Erdgas versorgt wurden. Weltweit gibt es nur einen Markt, auf den beide Voraussetzungen zutreffen: Europa.<\/p><p>Bereits im Fr&uuml;hjahr 2018 prognostizierten die NachDenkSeiten einen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42694\">&bdquo;kommenden Gaskrieg zwischen den USA und Russland&ldquo;<\/a>. Wie recht wir damit hatten, zeigt sich heute. Nachdem die USA ihre LNG-Lieferungen nach Europa sukzessive durch politische Ma&szlig;nahmen (z.B. Boykott russischer Importe durch Polen und das Baltikum) ausbauen konnten, konzentrierte man sich vor allem auf das gr&ouml;&szlig;te St&uuml;ck der europ&auml;ischen Torte, auf Deutschland. Nur so kann man die fortw&auml;hrende Einflussnahme auf die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 verstehen. Deutschland mit seinem Gasbedarf von rund 100 Milliarden Kubikmeter Gas ist f&uuml;r die US-Energiekonzerne als Absatzmarkt von zentraler Bedeutung. Kein anderes gr&ouml;&szlig;eres Land war vor der Energiekrise sowohl relativ als auch in absoluten Zahlen so abh&auml;ngig von russischem Erdgas. <\/p><p><strong>Der Ukrainekrieg als Game Changer<\/strong><\/p><p>Am Vorabend der russischen Invasion lag der Preis f&uuml;r eine Megawattstunde Erdgas am Henry Hub bereits bei rund 15 Euro &ndash; im Vergleich zu den europ&auml;ischen M&auml;rkten war dies immer noch sehr wenig. Im Laufe der n&auml;chsten Monate sollte er sich auf rund 30 Euro verdoppeln. Studien gehen davon aus, dass die F&ouml;rderung des sogenannten Schiefergases mit der Frackingmethode sehr kostenintensiv ist und zwischen 1,5 und vier Dollar pro der in den USA f&uuml;r Gas gel&auml;ufigen Mengenangabe MMBtu liegt. Seit Beginn des Frackingbooms Mitte der 2010er Jahre wurde streng genommen jede Menge Geld verbrannt. Erst seit der Eskalation des Ukrainekrieges und den damit verbundenen Sanktionen der EU gegen Russland hat der Preis f&uuml;r Frackinggas ein Niveau erreicht, bei dem sich f&uuml;r die US-Energiekonzerne Geld verdienen l&auml;sst. <\/p><p>Doch dieser &bdquo;Erfolg&ldquo; stand im Fr&uuml;hjahr und Sommer noch auf wackligen Beinen. Erst die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines hat letztlich den Weg geebnet, die EU und insbesondere Deutschland langfristig als Kunden f&uuml;r die amerikanischen Erdgas-&Uuml;bersch&uuml;sse zu gewinnen und den Gaspreis auch langfristig auf einem profitablen Niveau zu halten. Dass der US-Regierung die damit verbundene Abh&auml;ngigkeit ihrer europ&auml;ischen &bdquo;Partner&ldquo; sehr gut ins globalstrategische Konzept passt, ist ein weiterer Faktor, der ins Bild passt. Die USA sind dabei, den &bdquo;Gaskrieg&ldquo; gegen Russland zu gewinnen. <\/p><p><strong>Neue Abh&auml;ngigkeiten<\/strong><\/p><p>Insgesamt muss die EU bei einem vollst&auml;ndigen Stopp der russischen Lieferungen 155 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus anderen Regionen importieren. Doch woher soll das Gas kommen? <\/p><p>Im M&auml;rz einigten sich US-Pr&auml;sident Joe Biden und EU-Kommissionspr&auml;sidentin Ursula von der Leyen darauf, dass die USA der EU im laufenden Jahr zus&auml;tzlich 15 Milliarden Kubikmeter Fl&uuml;ssiggas liefern werden. Diese Menge solle &bdquo;langfristig&ldquo; auf 50 Milliarden Kubikmeter ansteigen. Im Juni ging Biden dann bereits bereits <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/weltwirtschaft\/lng-usa-101.html\">davon aus<\/a>, dass die EU bereits in diesem Jahr die genannten 50 Milliarden Kubikmeter LNG aus den USA importieren wird. F&uuml;r die n&auml;chsten beiden Jahre <a href=\"https:\/\/www.spglobal.com\/marketintelligence\/en\/news-insights\/latest-news-headlines\/lng-project-tracker-signs-of-us-lng-renaissance-could-kick-start-construction-69130430\">gehen Brancheninsider<\/a> bereits von einer Liefermenge von bis zu 80 Milliarden Kubikmeter aus. Und dabei soll es nicht bleiben und echte Alternativen zu den USA gibt es f&uuml;r die Europ&auml;er beim LNG-Import ohnehin nicht. <\/p><p>Angebotsseitig ist der <a href=\"https:\/\/www.statista.com\/statistics\/1262074\/global-lng-export-capacity-by-country\/\">Weltmarkt f&uuml;r LNG<\/a> fest in der Hand von drei Exporteuren, die zusammen &uuml;ber zwei Drittel der Exportkapazit&auml;ten verf&uuml;gen &ndash; das sind Australien, Katar und die USA. Auf der Kundenseite sieht es &auml;hnlich aus. Hier machen China, Japan und S&uuml;dkorea zusammen zwei Drittel des Welthandels mit LNG aus und anders als die EU-L&auml;nder haben diese L&auml;nder den Gro&szlig;teil ihrer Importe durch feste Liefervertr&auml;ge <a href=\"https:\/\/www.igu.org\/resources\/world-lng-report-2022\/\">mit Laufzeiten von 15 Jahren und l&auml;nger<\/a> abgesichert. Die EU importiert zurzeit vorwiegend LNG aus den freien Kapazit&auml;ten und zahlt daf&uuml;r die teils horrenden Preise, die auf dem Spotmarkt aufgerufen werden. <\/p><p>Br&uuml;ssel will die LNG-Versorgung mittelfristig auf Basis fester langfristiger Vertr&auml;ge sichern und als Lieferanten kommen daf&uuml;r nur L&auml;nder infrage, die entweder freie Kapazit&auml;ten haben oder ihre Kapazit&auml;ten erweitern k&ouml;nnen. Freie Kapazit&auml;ten in nennenswertem Umfang haben nur die USA und erweiterungsf&auml;hige Kapazit&auml;ten haben neben Katar ebenfalls nur die USA. Die Frage, wer das russische Erdgas ersetzen soll, ist also relativ einfach zu beantworten. Die EU, und mit ihr Deutschland, ist auf dem besten Weg, von der Abh&auml;ngigkeit von russischem Gas in die Abh&auml;ngigkeit von US-amerikanischem LNG zu schlittern. <\/p><p>Nach einer <a href=\"https:\/\/www.ewi.uni-koeln.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/EWI_Endbericht_Zukunft_Gas_Globale_Gasmaerkte_2022-09-21.pdf\">Studie<\/a> des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universit&auml;t K&ouml;ln (EWI) l&ouml;sen die USA Russland demn&auml;chst nicht nur als wichtigsten Energielieferanten ab, sondern nehmen f&uuml;r den EU-Gasmarkt mit einem Importvolumen von 40 Prozent dieselbe dominante Rolle ein wie Russland vor dem Ukrainekrieg. Bereits f&uuml;r 2026 &ndash; also in vier Jahren &ndash; soll die Liefermenge von LNG aus den USA mit 130 Milliarden Kubikmetern eine Summe einnehmen, die h&ouml;her ist, als die Importmenge russischen Erdgases mit 128 Milliarden Kubikmetern nach den &bdquo;Vorkrisen-Prognosen&ldquo; der EU gewesen w&auml;re. <\/p><p><strong>Gas wird dauerhaft teurer<\/strong><\/p><p>Zu welchen Preisen die EU vor der Krise russisches Gas importierte, ist nicht so einfach herauszufinden. Zahlen liefert hier eine &Uuml;berschlagsrechnung. Im Januar 2021 hat Deutschland f&uuml;r seine gesamten Gasimporte nach <a href=\"https:\/\/www.bafa.de\/DE\/Energie\/Rohstoffe\/Erdgasstatistik\/erdgas_node.html\">Angaben des Bundesamtes f&uuml;r Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle<\/a> 1,8 Milliarden Euro bezahlt. Das sind 21,6 Milliarden Euro pro Jahr. Da der russische Anteil an den deutschen Gasimporten damals bei rund 55 Prozent lag, kann man daraus folgern, dass Deutschland f&uuml;r das russische Gas in der Zeit vor der Energiekrise rund 11,9 Milliarden Euro pro Jahr zahlte. <\/p><p>Setzt man f&uuml;r diese Menge den von der EU genannten <a href=\"https:\/\/energy.ec.europa.eu\/system\/files\/2022-02\/EU-US_LNG_2022_2.pdf\">langfristigen Importpreis f&uuml;r US-LNG an<\/a>, kommt man auf 30 Milliarden Euro &ndash; also fast auf das Dreifache. Setzt man den real in diesem Sommer nach Angaben des Bundesamtes f&uuml;r Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gezahlten Importpreis an, kommt man sogar auf 54 Milliarden Euro &ndash; also fast das F&uuml;nffache. Um diese Zahlen greifbar zu machen: 2021 konnte Deutschland gegen&uuml;ber den USA einen Au&szlig;enhandels&uuml;berschuss von rund 50 Milliarden Euro <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Wirtschaft\/Aussenhandel\/Tabellen\/rangfolge-handelspartner.pdf?__blob=publicationFile\">vermelden<\/a>. W&uuml;rden die USA k&uuml;nftig Russland als ma&szlig;geblicher Gaslieferant f&uuml;r Deutschland 1:1 ersetzen, w&auml;re die Handelsbilanz ausgeglichen. <\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/221108_IMG_20221107_075411_920.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/221108_IMG_20221107_075411_920.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Mission accomplished? So kann man es sehen. Die USA sind der Gewinner des Gaskriegs gegen Russland; und dies auf allen Ebenen. Die US-Frackingindustrie ist durch die Absch&ouml;pfung des &Uuml;berangebots an Gas erst einmal gerettet. Die Prognosen f&uuml;r die Zukunft sehen dabei rosig aus. In Texas und Louisiana wurden bereits <a href=\"https:\/\/www.spglobal.com\/marketintelligence\/en\/news-insights\/latest-news-headlines\/lng-project-tracker-signs-of-us-lng-renaissance-could-kick-start-construction-69130430\">Projekte genehmigt<\/a>, mit denen sich die Kapazit&auml;t der LNG-Exporte in den n&auml;chsten Jahren deutlich steigern wird. Weitere Expansionen stehen bereits in den Startl&ouml;chern und werden von den US-Konzernen nur noch davon abh&auml;ngig gemacht, die neuen Kunden aus Europa durch feste Langzeitliefervertr&auml;ge an sich zu binden. Das d&uuml;rfte angesichts der prek&auml;ren Lage auf den Weltenergiem&auml;rkten jedoch nicht sonderlich schwer sein. <\/p><p>Die USA werden in einigen Jahren in puncto Gaslieferungen &bdquo;unser&ldquo; neues Russland sein; und dies mit Rahmenbedingungen, die vor allem den USA sehr gut gefallen d&uuml;rften. So werden der teure Prozess der Gasverfl&uuml;ssigung und der Transport dazu f&uuml;hren, dass die Versorger in der EU ihren Kunden dauerhaft mehr Geld f&uuml;r Gas in Rechnung stellen m&uuml;ssen als ihre US-Pendants. F&uuml;r den Standort USA ist dies ein gewaltiger Vorteil. Auch geostrategisch ist dies ein Hauptgewinn f&uuml;r die USA, ist Europa doch nun v&ouml;llig abh&auml;ngig von US-Energielieferungen und damit politisch und volkswirtschaftlich erpressbar. Mission accomplished!<\/p><p>Neben der EU gibt es jedoch noch weitere Verlierer und das sind die Umwelt und das Klima. Die negativen Folgen f&uuml;r die Umwelt entstehen dabei vor allem in den F&ouml;rdergebieten in den USA, in denen gefrackt wird. Die Studienlage ist <a href=\"http:\/\/www.umweltinstitut.org\/themen\/energie-und-klima\/fracking.html\">deprimierend<\/a> und in Europa w&auml;re die F&ouml;rderung nach jetzigem Recht gar nicht genehmigungsf&auml;hig. Der LNG-Boom hat jedoch auch globale Folgen. &Uuml;ber die gesamte Lieferkette, angefangen beim <a href=\"https:\/\/taz.de\/Umweltdesaster-in-USA\/!5702587\/\">Fracking<\/a>, &uuml;ber den Transport, die Verfl&uuml;ssigung bis zur Einspeisung in die europ&auml;ischen Pipelines entstehen nicht nur CO2-Emissionen, sondern auch die besonders klimasch&auml;dlichen Methan-Emissionen. Die NGO Food &amp; Water Action Europe hat <a href=\"https:\/\/www.foodandwatereurope.org\/reports\/lng-der-flussige-weg-ins-klimachaos\/\">berechnet<\/a>, dass durch die 50 Milliarden Kubikmeter LNG, die die USA noch in diesem Jahr zus&auml;tzlich in die EU liefern, ganze 400 Millionen Tonnen CO2-&Auml;quivalente in die Atmosph&auml;re geblasen werden. Das <a href=\"https:\/\/www.euractiv.com\/section\/energy-environment\/news\/top-us-gas-exporter-eyes-europe-growth-with-the-right-contracts\/\">entspricht<\/a> ungef&auml;hr 100 Kohlekraftwerken und in Summe ungef&auml;hr der H&auml;lfte des gesamten CO2-Aussto&szlig;es Deutschlands.<\/p><p>Bislang wurden diese katastrophalen Zahlen vor allem von den Gr&uuml;nen stets damit gerechtfertigt, dass es sich bei der LNG-Versorgung um eine &Uuml;bergangsl&ouml;sung handeln soll. Das ist jedoch kaum mehr als ein frommer Wunsch, da vor allem die Verstromung von Gas ein elementarer Ankerpunkt der Energiewende ist. Nur Gaskraftwerke k&ouml;nnen effektiv das Stromangebot stabilisieren, wenn die regenerativen Energien (Stichwort: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dunkelflaute\">Dunkelflaute<\/a>) nicht gen&uuml;gend Strom liefern und Kohle und Atom auslaufen sollen. Dass LNG keine &Uuml;bergangsl&ouml;sung sein kann, zeigen jedoch bereits die Vertr&auml;ge, die nun mit US-Anbietern ausgehandelt werden. Die bestehen n&auml;mlich auf Laufzeiten zwischen 15 und 25 Jahren. LNG is here to stay, wie der Amerikaner sagen w&uuml;rde. <\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90151\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/5a8747fdd85d4457ae0357c4316bfc7a\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon in den n&auml;chsten vier Jahren werden die USA die ehemaligen russischen Gaslieferungen nach Mitteleuropa vollst&auml;ndig substituieren. Die gleiche Menge Gas, die bis zu Beginn dieses Jahres aus sibirischen Pipelines geliefert wurde, kommt k&uuml;nftig in verfl&uuml;ssigter Form mit Tankern aus den USA. Auch der Gaskrieg hat nicht erst in diesem Jahr begonnen. 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