{"id":90208,"date":"2022-11-10T10:56:09","date_gmt":"2022-11-10T09:56:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90208"},"modified":"2022-11-10T18:19:15","modified_gmt":"2022-11-10T17:19:15","slug":"willkommen-im-glutofen-die-fussballweltmeisterschaft-2022-in-katar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90208","title":{"rendered":"Willkommen im Glutofen! Die Fu\u00dfballweltmeisterschaft 2022 in Katar"},"content":{"rendered":"<p>Am n&auml;chsten Wochenende beginnt die Fu&szlig;ballweltmeisterschaft im W&uuml;stenstaat Katar &ndash; einem Land, das nicht nur der gelebte Gegenentwurf zu den von der FIFA propagierten &bdquo;Werten&ldquo; ist, sondern vor allem nicht einmal im Ansatz &uuml;ber so etwas wie eine Fu&szlig;balltradition verf&uuml;gt. Die Frage, wie Katar die WM bekommen konnte, ist recht einfach zu beantworten: Man hat sich das Turnier ganz profan gekauft. In meinem 2015 erschienenen Buch <a href=\"https:\/\/www.westendverlag.de\/buch\/der-kick-des-geldes-oder-wie-unser-fussball-verkauft-wird-ebook\/\">&bdquo;Der Kick des Geldes oder wie unser Fu&szlig;ball verkauft wird&ldquo;<\/a> hatte ich der WM-Vergabe an Katar ein ganzes Unterkapitel gewidmet. Der Text ist heute noch aktuell und sollte f&uuml;r alle Fu&szlig;ballfreunde und -feinde einige &bdquo;Schmankerl&ldquo; enthalten, die sie so noch nicht kannten. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4930\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-90208-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221110_Willkommen_im_Glutofen_Die_Fussballweltmeisterschaft_2022_in_Katar_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221110_Willkommen_im_Glutofen_Die_Fussballweltmeisterschaft_2022_in_Katar_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221110_Willkommen_im_Glutofen_Die_Fussballweltmeisterschaft_2022_in_Katar_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221110_Willkommen_im_Glutofen_Die_Fussballweltmeisterschaft_2022_in_Katar_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=90208-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221110_Willkommen_im_Glutofen_Die_Fussballweltmeisterschaft_2022_in_Katar_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"221110_Willkommen_im_Glutofen_Die_Fussballweltmeisterschaft_2022_in_Katar_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Wenn man zynisch an die Sache herangeht, kann man wirklich nur hoffen, dass die obersten FIFA-Funktion&auml;re bis auf die Knochen korrupt sind. Denn wenn man f&uuml;r einen Moment einmal das Gegenteil annehmen w&uuml;rde, hie&szlig;e dies, dass sie die Fu&szlig;ball-WM 2022 nach bestem Wissen und Gewissen an den Bewerber vergeben haben, der auf der Liste der ungeeigneten Austragungsorte f&uuml;r eine solche Veranstaltung ganz oben rangiert &ndash; au&szlig;er vielleicht die von meinem Leser eingangs ironisch ins Spiel gebrachte Antarktis. Und das w&auml;re dann wohl der ultimative Beweis f&uuml;r die nicht vorhandene Zurechnungsf&auml;higkeit der FIFA. Aber dem ist nicht so. Das Golfemirat, das aufgrund seiner &Ouml;l- und Gasvorkommen &uuml;ber eine schier unersch&ouml;pfliche Kriegskasse verf&uuml;gt, hat sich die WM ganz profan gekauft. Und das ist auch hinl&auml;nglich bekannt. Katar sitzt wie eine Spinne im Netz der Fu&szlig;ballkorruption.<\/p><p>Der kleine W&uuml;stenstaat Katar hat zwar keine erw&auml;hnenswerte Fu&szlig;balltradition, daf&uuml;r verf&uuml;gte er bis vor kurzem jedoch &uuml;ber einen Fu&szlig;ballfunktion&auml;r, der selbst f&uuml;r FIFA-Verh&auml;ltnisse ungew&ouml;hnlich korrupt und daher auch ungew&ouml;hnlich erfolgreich ist. Dabei &auml;hnelt das ehemalige FIFA-Exekutivkomitee-Mitglied Mohamed Bin Hammam auf dem ersten Blick keinesfalls dem Klischee vom korrupten Fu&szlig;ballfunktion&auml;r. Bin Hammam stammt aus wohlhabendem Hause und ist selbst erfolgreicher und steinreicher Unternehmer und somit nicht auf Gef&auml;lligkeiten der finanziellen Art angewiesen. Klar, Bin Hammam geh&ouml;rt nicht zu den Geschmierten, er ist der K&ouml;nig der Schmierer. Die Vergabe der WM nach Katar ist sein Meisterwerk, ein fulminantes Schurkenst&uuml;ck in Sachen Korruption.<\/p><p>Als die Wirtschaftspr&uuml;fer von PricewaterhouseCoopers 2012 die Verbandsgesch&auml;fte Bin Hammams durchleuchteten, fanden sie gleich Belege f&uuml;r einen bunten Reigen an Straftaten, beginnend mit Geldw&auml;sche, Bestechung und Steuerbetrug, bis hin zum Bruch verh&auml;ngter Wirtschaftsembargos.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Dieser Bericht f&uuml;hrte schlussendlich dazu, dass Bin Hammam vor zwei Jahren zum zweiten Mal von der FIFA auf Lebenszeit f&uuml;r s&auml;mtliche &Auml;mter gesperrt wurde. Das Blatt hatte sich gegen den Strippenzieher aus Katar gewendet, da er 2011 &ndash; ein Jahr nach der WM-Vergabe an Katar &ndash; gegen die &bdquo;Omert&agrave;&ldquo; der FIFA versto&szlig;en und die offene Rebellion gegen FIFA-Boss Sepp Blatter gewagt hatte.<\/p><p>Blatters Karriere w&auml;re ohne Hammam so wohl nie m&ouml;glich gewesen. Nachdem sein fr&uuml;herer F&ouml;rderer, der Adidas-Erbe Horst Dassler, verstarb und sein &bdquo;Versorgungswerk&ldquo;, die von Horst Dassler gegr&uuml;ndete Sportmarketingfirma ISL, &uuml;ber die mindestens 160 Millionen Schweizer Franken als Schmiergeld an korrupte Funktion&auml;re verteilt wurden, in den Konkurs ging, fand Sepp Blatter schnell einen neuen F&ouml;rderer. Der 1996 ins FIFA-Exekutivkomitee aufger&uuml;ckte Katari Mohamed Bin Hammam verf&uuml;gte anscheinend &uuml;ber die Prokura, sich mithilfe der prall gef&uuml;llten Schatzkammern seines Jugendfreundes, des Emirs von Katar, einen Namen in der Fu&szlig;ballfunktion&auml;rswelt zu machen. 1998 und 2002 &bdquo;managte&ldquo; Bin Hammam den Wahlkampf Sepp Blatters. Zusammen jettete man im noblen Privatjet des Emirs durch Afrika und verteilte gro&szlig;z&uuml;gig Handgelder f&uuml;r die Delegierten. Dank Blatters Protektion wurde Bin Hammam kurze Zeit sp&auml;ter Chairman des FIFA-Entwicklungshilfeprogramms GOAL, &uuml;ber das er Zugriff auf ein weiteres F&uuml;llhorn an Bestechungsgeldern hatte. Bin Hammam bildete damit das R&uuml;ckgrat von Blatters Macht. Er sorgte in Afrika und Asiens f&uuml;r die n&ouml;tigen Delegiertenstimmen und kaufte &uuml;ber seinen guten Freund Jack Warner die Stimmen der Delegierten aus der Karibik. Gegen diesen Stimmenblock waren s&auml;mtliche vorhandenen und potentiellen Konkurrenten Blatters chancenlos.<\/p><p>Was genau zum Zerw&uuml;rfnis zwischen Bin Hammam und Blatter gef&uuml;hrt hat, ist unbekannt. Fest steht jedoch, dass Bin Hammam sich 2011 mit seinem gekauften Netz an Delegiertenstimmen zusammen mit Jack Warner gegen Blatter erhob und selbst f&uuml;r das Amt des FIFA-Pr&auml;sidenten kandidierte. Wie es der Zufall will, tauchten kurz nach der Nominierung Bin Hammams Belege auf, mit denen bewiesen werden konnte, dass er und Warner in den Jahren zuvor Delegiertenstimmen f&uuml;r Blatter gekauft hatten. Bin Hammam und Jack Warner wurden daraufhin von der FIFA auf Lebenszeit gesperrt, und Blatter, der nat&uuml;rlich von nichts wusste, wurde ohne Gegenkandidaten auch 2011 erneut zum FIFA-Pr&auml;sidenten gew&auml;hlt.<\/p><p>Wer &uuml;ber ein Netzwerk wie Bin Hammam verf&uuml;gt, kann seinen Einfluss &ndash; gegen ein nennenswertes Entgelt &ndash; nat&uuml;rlich auch f&uuml;r andere Entscheidungen einsetzen. Dokumenten der britischen <em>Sunday Times<\/em> zufolge nutzte Bin Hammam sein Netzwerk auch daf&uuml;r, die Stimmen f&uuml;r die WM-Vergabe an Katar zu kaufen.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Nachdem zwei Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees bereits im Vorfeld wegen Korruptionsangeboten (sie boten ihre Stimme zum Kauf an) bei der WM-Vergabe gesperrt wurden, musste Katar noch 12 Stimmen f&uuml;r sich gewinnen. Bei einem Gremium, in dem fast alle Vertreter direkt oder indirekt mit Korruptionsvorw&uuml;rfen belastet sind, ist dies eine machbare Aufgabe, wenn man denn nur &uuml;ber das n&ouml;tige Schmiergeld verf&uuml;gt.<\/p><p>Offenbar hat Bin Hammam die gesamte FIFA-Funktion&auml;rswelt mit Geld &uuml;bersch&uuml;ttet: angefangen beim Pr&auml;sidenten des liberianischen Fu&szlig;ballverbandes, der bereits f&uuml;r 10&nbsp;000 Dollar zu kaufen war, bis hin zu Jack Warner, der nie fehlen darf, wenn es um Schmiergelder geht, und der den Dokumenten zufolge stolze zwei Millionen Dollar von Bin Hammam bekommen haben soll. Am Ende konnte Katar im letzten Wahlgang gegen die USA sogar 14 Stimmen sammeln &ndash; davon auch mindestens vier von Vertretern des europ&auml;ischen Fu&szlig;ballverbands UEFA. Nach der Abstimmung mussten acht der damals 22 stimmberechtigten FIFA-Funktion&auml;re wegen belegter Korruptionsvorw&uuml;rfe zur&uuml;cktreten. Was nicht hei&szlig;en soll, dass die &uuml;brigen 14 Funktion&auml;re nicht korrupt w&auml;ren.<\/p><p>Zu den im offiziellen Sprachgebrauch als nicht korrupt geltenden Funktion&auml;ren z&auml;hlt auch Franz Beckenbauer, der bei der WM-Vergabe an Katar f&uuml;r die UEFA im FIFA-Exekutivkomitee sa&szlig;. F&uuml;r wen der bayrische Tausendsassa, der ebenfalls ein Z&ouml;gling von Horst Dassler (&bdquo;Der Erfinder der modernen Sportkorruption&ldquo;) ist und als &bdquo;Partner&ldquo; des Fu&szlig;ballvermarkters Sky und des Axel Springer Verlags &uuml;ber stattliche Nebeneink&uuml;nfte verf&uuml;gt, bei der WM-Vergabe gestimmt hat, ist unbekannt. Fest steht jedoch, dass Beckenbauer unter fragw&uuml;rdigen Umst&auml;nden vor und nach der Vergabe als Gast von Bin Hammam im Emirat weilte.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Einer Befragung der FIFA-Ethikkommission &uuml;ber die Zusammenh&auml;nge dieser Reisen wollte Beckenbauer lange Zeit nicht nachgekommen &ndash; angeblich ist sein Englisch zu schlecht, um den Fragebogen des Chefermittlers Michael Garcia auszuf&uuml;llen.[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] Ja, is&lsquo; denn heut&lsquo; scho&lsquo; Weihnachten? Beckenbauer hat sich auch nicht entbl&ouml;det, vor laufenden Kameras zu sagen, er habe auf den WM-Baustellen in Katar noch keinen Sklaven gesehen.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Nichts sehen, nichts h&ouml;ren, nichts sagen &ndash; das lohnt sich zumindest f&uuml;r Beckenbauer.<\/p><p>Der DFB pl&auml;dierte &uuml;brigens f&uuml;r die Vergabe der WM 2022 an die USA. Beckenbauer wollte jedoch seine Stimme zun&auml;chst einmal dem Au&szlig;enseiter Australien geben, dessen Bewerbung von Beckenbauers Freund, dem umtriebigen Lobbyisten Fedor Radmann geleitet wurde. Nach Beckenbauers eigener Aussage, hat er Australien im ersten Wahlgang auch seine Stimme gegeben. Dummerweise bekam Australien aber nur eine einzige Stimme, und die stammte wohl von Sepp Blatter. Dies sagt zumindest der Australier Les Murray,[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] der von 2003 bis 2013 Mitglied der FIFA-Ethikkommission war und &ndash; zumindest im Vergleich zu Blatter und Beckenbauer &ndash; auch glaubw&uuml;rdig ist. Wenn Beckenbauer schon in diesem eher unbedeutenden Punkt widerspr&uuml;chliche Aussagen macht, sind auch seine via <em>Bild<\/em> kolportierten Bekenntnisse, nicht f&uuml;r Katar gestimmt zu haben, nicht sonderlich glaubw&uuml;rdig.<\/p><p>Der DFB, der sich selbst gerne als Vorreiter im Kampf gegen Korruption im Fu&szlig;ball geriert, lie&szlig; sich bei der WM-Vergabe von einem millionenschweren Schwadroneur vertreten, der daf&uuml;r bekannt ist, sich f&uuml;r gr&ouml;&szlig;ere Geldbetr&auml;ge vor so ziemlich jeden Karren spannen zu lassen, und der bis heute nicht belegen kann oder will, f&uuml;r wen er &ndash; im Auftrag des DFB &ndash; bei der WM-Vergabe eigentlich gestimmt hat. Wer selbst derart Dreck am Stecken hat, kann sich auch den mahnenden Zeigefinger in Richtung Katar sparen. Es ist eine Schande, dass ein derartiges Verhalten in einem deutschen Verband m&ouml;glich ist, der immerhin fast sieben Millionen Mitglieder vertritt.<\/p><p>Und auch in einem andern Punkt sollte sich Europa in diesem Kontext lieber bedeckt halten. Die Vergabe der WM an Katar war n&auml;mlich nicht, wie vielfach f&auml;lschlich behauptet, eine Idee Sepp Blatters. Der gr&ouml;&szlig;te Bef&uuml;rworter Katars war neben den Katarern selbst vielmehr der UEFA-Pr&auml;sident Michel Platini. Der hatte sich &ndash; anders als Blatter &ndash; von Beginn an offen f&uuml;r Katar ausgesprochen und die WM im W&uuml;stenstaat damit unvorsichtigerweise zu seinem Projekt gemacht. In diesem Zusammenhang ist auch Blatters &Auml;u&szlig;erung aus dem Jahre 2014 zu verstehen, dass es &bdquo;sicher ein Fehler war&ldquo;, die WM nach Katar zu vergeben.[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] Diese &Auml;u&szlig;erung hatte nichts mit Katar zu tun, sondern war ein offener Angriff auf Platini, der damals mit dem Gedanken spielte, Blatter zu beerben. Wenn man diesen Gedanken zu Ende denkt, kann man nur zu dem Schluss kommen, dass die WM in Katar, inklusive aller toten Bauarbeiter und Menschenrechtsverletzungen, auch ein Werk des europ&auml;ischen Fu&szlig;ballverbandes ist.<\/p><p>&Uuml;ber die Arbeitsbedingungen auf den FIFA-Baustellen in Katar ist schon viel geschrieben worden. In den letzten zwei Jahren sind alleine 450 indische Bauarbeiter ums Leben gekommen[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] &ndash; von den Kollegen aus Nepal stirbt im Schnitt jeden Tag ein Bauarbeiter.[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] Die Experten gehen davon aus, dass bis zur Fertigstellung der Stadien und der Infrastruktur weitere 4&nbsp;000 Arbeiter ihr Leben lassen m&uuml;ssen. Die Arbeitsbedingungen sind katastrophal, das in Katar &uuml;bliche System der Kafala sorgt daf&uuml;r, dass Arbeitnehmer de facto zu Leibeigenen ihres Arbeitgebers werden, sie sind ihm ohne nennenswerten Schutz durch das Arbeitsrecht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Sie m&uuml;ssen ihre Papiere bei ihrem Arbeitgeber abgeben und d&uuml;rfen ohne diese Papiere weder das Land verlassen, noch einen neuen Job annehmen &ndash; auch dann nicht, wenn sie &uuml;berhaupt nicht bezahlt werden und in unhygienischen Massenunterk&uuml;nften eingepfercht werden. Wenn das keine moderne Sklaverei ist, was ist dann &uuml;berhaupt Sklaverei?<\/p><p>Die FIFA sieht diese Missst&auml;nde, wie so oft, mit Besorgnis. Doch hinter der kritischen Fassade steckt &ndash; nichts. Das Schicksal der &bdquo;Habenichtse&ldquo; aus der Dritten Welt ist der FIFA nicht einmal eine Randnotiz wert. Nach Aussagen des ehemaligen DFB-Pr&auml;sidenten Theo Zwanziger wurde dieses Thema im FIFA-Exekutivkomitee mit dem lapidaren Satz &bdquo;Das geht uns nichts an&ldquo; vom Tisch gewischt. Menschenrechte waren bei der FIFA noch nie ein Thema.<\/p><p>Die FIFA interessiert sich nicht f&uuml;r mittellose Arbeiter aus der Dritten Welt, solange dies die Interessen der Sponsoren nicht ber&uuml;hrt. Wenn dies einmal der Fall ist, zeigt die FIFA jedoch, was m&ouml;glich ist. So mussten sowohl Brasilien (dort verbot ein Gesetz den Alkoholkonsum in Sportstadien) als auch Katar (dort ist der Verzehr von Alkohol generell streng limitiert) ihre Gesetze &auml;ndern, so dass der FIFA-Sponsor Budweiser sein &bdquo;Bier&ldquo; bei der WM verkaufen kann. Das Leben von Tausenden Indern und Nepalesen lohnt sich jedoch nicht, um beim Gastgeberland zu intervenieren.<\/p><p>Auch homosexuelle Fans haben bei der FIFA keine echte Lobby. In Katar werden Homosexuelle mit Gef&auml;ngnisstrafe bis zu f&uuml;nf Jahren oder Peitschenhieben bestraft. FIFA-Pr&auml;sident Blatter meinte dazu lapidar, er k&ouml;nne homosexuellen Fu&szlig;ballfans bei der WM in Katar nur empfehlen, auf sexuelle Handlungen w&auml;hrend der WM zu verzichten. W&auml;re ein Schwulenverband offizieller FIFA-Sponsor, h&auml;tten Blatter &amp; Co. schon daf&uuml;r gesorgt, dass derart mittelalterliche Gesetze w&auml;hrend der WM ausgesetzt werden.<\/p><p>Es gibt tausend Gr&uuml;nde, warum Katar kein geeigneter Austragungsort ist. Doch diese Gr&uuml;nde interessieren die FIFA-Oberen nicht besonders. Entscheidend ist, dass der arabische Raum ein &bdquo;Wachstumsmarkt&ldquo; ist und die Sponsoren Wachstumsm&auml;rkte lieben. Und noch entscheidender ist, dass der Emir &uuml;ber Mohamed bin Hammam die Delegierten ganz profan eingekauft hat. Der Weltfu&szlig;ball ist heute eine k&auml;ufliche Ware, und die Golfstaaten verf&uuml;gen nun einmal &uuml;ber das n&ouml;tige Kleingeld.<\/p><p>Nach einer Berechnung der britischen <em>Daily Mail<\/em> hat Katar mehr als 24 Milliarden Euro ausgeben, um die Weltmeisterschaft zu bekommen.[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>] Dabei erf&uuml;llen jedoch nicht alle aufgez&auml;hlten Punkte den Tatbestand der Korruption. Platinis Sympathie f&uuml;r Katar k&ouml;nnte beispielsweise auch nicht nur mit dem sch&ouml;nen Job f&uuml;r seinen Sohn zusammenh&auml;ngen, sondern auch mit den massiven Investitionen Katars in Frankreich, die sich laut <em>Daily Mail<\/em> auf fast zwanzig Milliarden Euro summieren &ndash; darunter der Kauf mehrerer Airbus-Flugzeuge f&uuml;r die katarische Staatsairline, die &Uuml;bernahme des franz&ouml;sischen Dauermeisters Paris Saint-Germain und der Aufkauf der &Uuml;bertragungsrechte f&uuml;r die h&ouml;chste franz&ouml;sische Spielklasse, die Ligue 1. All diese Investments fanden nach einem Treffen zwischen dem Emir von Katar, Michel Platini und dem damaligen franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten Sarkozy statt. Auch das nur Zuf&auml;lle?<\/p><p>Ein Zufall war dann wohl auch der 1,6-Milliarden-Euro-Deal f&uuml;r Energieinfrastruktur, den der Emir mit dem Pr&auml;sidenten Paraguays abgeschlossen hatte, kurz nachdem Mohamed Bin Hammam in Paraguay zu Gast war. Auch der paraguayische Fu&szlig;ballverband stellte ein Mitglied im FIFA-Exekutivkomitee. Zufall auch, dass Thailand (ebenfalls im Exekutivkomitee vertreten) und Katar einen Vertrag &uuml;ber Gaslieferungen im Volumen von 1,5 Milliarden Euro abgeschlossen hatten, nachdem bin Hammam zu Besuch war.<\/p><p>Direkter ging es da wie &uuml;blich in Afrika zu. Glaubt man Phaedra Almajid, ihres Zeichens ehemalige Medienchefin der Bewerbung Katars 2022, dann wurden 2010 in Angolas Hauptstadt Luanda die feinen Herren Issa Hayatou, Amos Adamu und Jacques Anouma mit jeweils 1,5 Millionen Dollar ganz profan gekauft. Die Herren wussten demnach ganz genau, worum es geht und welchen Preis sie verlangen k&ouml;nnen. Issa Hayatou (Kamerun) ist Chef des afrikanischen Kontinentalverbandes CAF und Vizepr&auml;sident der FIFA, weist dabei eine &auml;hnlich lange S&uuml;ndenliste wie Jack Warner auf und wird als ein m&ouml;glicher Blatter-Nachfolger gehandelt. Amos Adamu (Nigeria) geh&ouml;rte zu den Funktion&auml;ren, die verdeckten Journalisten der <em>Sunday Times<\/em> ihre Stimme f&uuml;r die WM 2018 f&uuml;r 500&nbsp;000 Pfund anboten. Jacques Anouma (Elfenbeink&uuml;ste) verf&uuml;gt zwar &uuml;ber keine bekannte Korruptionsbiografie, war aber die rechte Hand des ivorischen Warlords, gegen den in Den Haag momentan ein Verfahren des Internationalen Strafgerichtshof l&auml;uft &ndash; es geht um zahlreiche Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Es ist davon auszugehen, dass diese drei feinen Herren ihre Stimme f&uuml;r Katar abgaben.<\/p><p>Doch was st&ouml;ren solche unsch&ouml;nen Details am Rande, wenn es um das ganz gro&szlig;e Geld geht? Katar will bis zu 50 Milliarden Dollar in seine Weltmeisterschaft investieren &ndash; davon allein vier Milliarden Dollar f&uuml;r die hypermodernen Stadien, die nach der Weltmeisterschaft wahrscheinlich als Ruinen im W&uuml;stensand enden werden. Aber es geht hier nicht nur um Katar und Investitionen in Infrastruktur. Katar investiert auch in einem kaum vorstellbaren Rahmen in den Fu&szlig;ball. Wenn die Welt schon 2022 auf Katar blickt, will man schlie&szlig;lich als qualifizierter Gastgeber nicht sang- und klanglos in der ersten Runde ausscheiden.<\/p><p>F&uuml;r dieses Projekt kaufte Katar die besten Trainer, zahlreiche talentierte Kinder aus Afrika und einen ganzen Fu&szlig;ballklub aus Belgien. Jedes Jahr beobachten die 6&nbsp;000 Scouts aus Katar mehr als eine halbe Million Kinder auf den Bolzpl&auml;tzen der Welt, zumeist in Afrika. Die besten und talentiertesten von ihnen bekommen dann eine Einladung in eine der katarischen Fu&szlig;ballakademien &ndash; zum Beispiel im Senegal. Dort wird weiter ausgesiebt, und wer zu den Talentiertesten der Talentierten geh&ouml;rt, kommt dann in die &bdquo;Aspire Academy for Sports Excellence&ldquo;[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>] nach Doha (Katar), ein hypermodernes Leistungszentrum auf einem derart hohen Niveau, dass es selbst vom FC Barcelona f&uuml;r das Wintertrainingslager gebucht wird. Dort werden die im Ausland gescouteten Kinder dann mit den einheimischen Talenten in Perspektivmannschaften gesteckt, die sich dort zusammen mit den Jugendteams der ganz gro&szlig;en Klubs wie Arsenal London, Real Madrid oder AC Mailand messen d&uuml;rfen &ndash; Anreise und Unterkunft bezahlt der Emir. Denn in Katar wei&szlig; man, dass aus Talenten nur dann Stars werden, wenn sie regelm&auml;&szlig;ig gegen die Besten antreten.<\/p><p>Wer die Akademie als Kind durchlaufen hat, kommt dann zu einem der vom Emir kontrollierten &bdquo;Farmteams&ldquo; auf der ganzen Welt, beispielsweise zum belgischen Zweitligisten KAS Eupen, der der Aspire Academy geh&ouml;rt. Wer in Eupen brilliert, darf sich Hoffnungen machen, eines Tages beim franz&ouml;sischen Meister zu spielen &ndash; Paris Saint-Germain geh&ouml;rt der Qatar Sports Investments, die dem Qatar Investment Authority, dem Staatfonds der Herrscherfamilie, untersteht. Man ist auch ansonsten bestens in der Beletage vernetzt: Eine Stiftung des Emirs ist Hauptsponsor und Partner des FC Barcelona, und Bayern-Trainer Pep Guardiola ist offizieller WM-Botschafter Katars.<\/p><p>Das Ziel des katarischen Masterplans scheint jedenfalls festzustehen. 2022 sollten die jungen Kicker wenn m&ouml;glich den Zenit ihrer Leistungsf&auml;higkeit erreicht haben. Dann sollen sie &ndash; obgleich Katar dies bestreitet &ndash; als katarische Nationalspieler f&uuml;r Furore sorgen.<\/p><p>Als Vorbild kann da teilweise die Handball-WM 2015 gelten, die ebenfalls in Katar stattfand. Der Gastgeber wurde vollkommen &uuml;berraschend Vizeweltmeister &ndash; mit einem Team, das vor allem aus Spielern bestand, die eigentlich aus Bosnien, Frankreich, Kuba, Montenegro und Spanien stammten. Die FIFA hat diesbez&uuml;glich zwar strengere Regeln als der Handballweltverband. Wenn Katar jedoch junge Afrikaner einb&uuml;rgert, die zuvor noch nie f&uuml;r ihr Heimatland international gespielt haben, ist dies auch im Fu&szlig;ball vollkommen legal.<\/p><p>Ob Katars Masterplan aufgehen wird, steht in den Sternen. Sehen wir es als gro&szlig;es Experiment. Sollte Katar 2022 mit einem siegreichen Team auflaufen, dann ist dies wohl der ultimative Beweis daf&uuml;r, dass Erfolg auch im Fu&szlig;ball k&auml;uflich ist; dass der, der sich international Kinder zusammenkauft, am Ende des Tages als Champion den Platz verl&auml;sst; dass der, der &uuml;ber Milliarden verf&uuml;gt, sich ein Siegerteam z&uuml;chten kann, ob nun in der W&uuml;ste oder der Antarktis. Hoffen wir, dass Katar scheitert &ndash; dem Fu&szlig;ball zuliebe.<\/p><p>Titelbild: HasanZaidi\/shutterstock.com<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"http:\/\/mideastsoccer.blogspot.de\/2012\/07\/bin-hammam-audit-opens-pandoras-box.html\">mideastsoccer.blogspot.de\/2012\/07\/bin-hammam-audit-opens-pandoras-box.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.theguardian.com\/football\/2014\/jun\/08\/FIFA-qatar-world-cup-claims\">theguardian.com\/football\/2014\/jun\/08\/FIFA-qatar-world-cup-claims<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.jensweinreich.de\/2014\/06\/08\/beckenbauer-bin-hammam-chung-investoren-schiffstaufen-und-andere-FIFA-kontakte\/\">jensweinreich.de\/2014\/06\/08\/beckenbauer-bin-hammam-chung-investoren-schiffstaufen-und-andere-FIFA-kontakte\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/sport\/fussball\/wm-2022\/wm-korruptionsvorwuerfe-zur-wm-2022-berichte-von-beckenbauer-treffen-in-katar_id_3905747.html\">focus.de\/sport\/fussball\/wm-2022\/wm-korruptionsvorwuerfe-zur-wm-2022-berichte-von-beckenbauer-treffen-in-katar_id_3905747.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=EKFrMmhiQpY\">youtube.com\/watch?v=EKFrMmhiQpY<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/sport\/2015-06\/les-murray-franz-beckenbauer\">zeit.de\/sport\/2015-06\/les-murray-franz-beckenbauer<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/sport\/blatter-ueber-wm-in-katar-sicher-war-es-ein-fehler-1.1966124\">sueddeutsche.de\/sport\/blatter-ueber-wm-in-katar-sicher-war-es-ein-fehler-1.1966124<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/gastarbeiter-in-katar-mehr-als-450-inder-auf-wm-baustellen-gestorben-a-954038.html\">spiegel.de\/wirtschaft\/gastarbeiter-in-katar-mehr-als-450-inder-auf-wm-baustellen-gestorben-a-954038.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.theguardian.com\/world\/2013\/sep\/25\/revealed-qatars-world-cup-slaves%20\">theguardian.com\/world\/2013\/sep\/25\/revealed-qatars-world-cup-slaves <\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.dailymail.co.uk\/sport\/football\/article-3055550\/Qatar-paid-17-17billion-host-2022-World-Cup-finals-new-research-shows-money-went.html\">dailymail.co.uk\/sport\/football\/article-3055550\/Qatar-paid-17-17billion-host-2022-World-Cup-finals-new-research-shows-money-went.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] <a href=\"http:\/\/aspire.qa\">aspire.qa<\/a>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am n&auml;chsten Wochenende beginnt die Fu&szlig;ballweltmeisterschaft im W&uuml;stenstaat Katar &ndash; einem Land, das nicht nur der gelebte Gegenentwurf zu den von der FIFA propagierten &bdquo;Werten&ldquo; ist, sondern vor allem nicht einmal im Ansatz &uuml;ber so etwas wie eine Fu&szlig;balltradition verf&uuml;gt. Die Frage, wie Katar die WM bekommen konnte, ist recht einfach zu beantworten: Man hat<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90208\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":90211,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,127,189,211],"tags":[1740,1604,1427,1603,1321,834,1256,1479,305,801,1428],"class_list":["post-90208","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-parteien-und-verbaende","category-veranstaltungshinweiseveranstaltungen","tag-arbeitsbedingungen","tag-beckenbauer-franz","tag-blatter-sepp","tag-dfb","tag-fifa","tag-fussball","tag-homosexualitaet","tag-katar","tag-menschenrechte","tag-schmiergeld","tag-uefa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Shutterstock_2219033601.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/90208","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=90208"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/90208\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":90229,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/90208\/revisions\/90229"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/90211"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=90208"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=90208"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=90208"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}