{"id":90234,"date":"2022-11-11T09:00:16","date_gmt":"2022-11-11T08:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90234"},"modified":"2022-11-11T16:01:55","modified_gmt":"2022-11-11T15:01:55","slug":"ein-tollkuehner-boehmermann-oder-ein-staatlich-bereitgestelltes-leak","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90234","title":{"rendered":"Ein tollk\u00fchner B\u00f6hmermann oder ein staatlich bereitgestelltes Leak"},"content":{"rendered":"<p>Ende Oktober 2022 sorgte der Entertainer Jan B&ouml;hmermann in seiner Sendung f&uuml;r einen Knaller: Er will &bdquo;geleakte&ldquo; NSU-Dokumente, die eigentlich f&uuml;r Jahrzehnte der Geheimhaltung unterliegen sollen, &ouml;ffentlich gemacht haben, also gegen den Willen der hessischen Landesregierung, was Geheimnisverrat w&auml;re. Das w&auml;re ein unerlaubter Schlag in die Nieren. Denn bisher wurde behauptet, die Ver&ouml;ffentlichung der Pr&uuml;fberichte &uuml;ber NSU-Zusammenh&auml;nge in Hessen w&uuml;rde die Staatssicherheit gef&auml;hrden, das Wohl des Landes, also in erster Linie der Landesregierung. Wenn das so w&auml;re, dann w&auml;re jetzt der Teufel los. Alle bezahlten und unbezahlten Staatsf&uuml;rsorger w&uuml;rden nach dem Scharfrichter rufen, das ber&uuml;hmte scharfe Schwert der Demokratie hochhalten. Doch die Emp&ouml;rung war auffallend sanft bis lau. Von <strong>Wolf Wetzel<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4205\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-90234-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221111-Tollkuehner-Boehmermann-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221111-Tollkuehner-Boehmermann-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221111-Tollkuehner-Boehmermann-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221111-Tollkuehner-Boehmermann-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=90234-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221111-Tollkuehner-Boehmermann-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"221111-Tollkuehner-Boehmermann-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Ich m&ouml;chte es vorwegnehmen: Es wird kein Interesse daran geben, die Quelle dieses Geheimnisverrats herauszubekommen. Alles spricht daf&uuml;r, dass dieser &bdquo;geleakte&ldquo; NSU-Pr&uuml;fbericht aus amtlichen Quellen zugespielt wurde und Jan B&ouml;hmermann nichts riskiert, sondern sich als Transmitter verdient gemacht hat.<\/p><p>Ab da wird es dann doch noch einmal richtig spannend.<\/p><p>Aber nun alles der Reihe nach.<\/p><p><strong>2011<\/strong><\/p><p>Nachdem sich die neonazistische Terrorgruppe &bdquo;NSU&ldquo; Ende 2011 selbst bekannt gemacht hatte, ging eine Aktenvernichtungswelle (&bdquo;Operation Konfetti&ldquo;) durchs Land, wie dies in diesem Ausma&szlig; noch nicht passiert war. Tausende von Akten, die einen Bezug zum NSU, zur Rolle der V-Leute im NSU-Netzwerk und die Verwicklung des Geheimdienstes darin hatten, wurden vernichtet, auf Landes- und Bundesebene, bei Polizei- und Geheimdienststellen.<\/p><p>Denn es sollte beides gelingen, ohne schwere Sch&auml;digungen: Das kanzlerische Versprechen, alles l&uuml;ckenlos aufzukl&auml;ren, und gleichzeitig alles verschwinden zu lassen, was dies erm&ouml;glichen k&ouml;nnte. Das war nicht ganz so einfach.<\/p><p>Ganz besonders schwierig gestaltete sich das im Mordfall in Kassel 2006, bei dem der Internetcafebesitzer Halit Yozgat mit zwei Sch&uuml;ssen im Kopf um die Mittagszeit ermordet wurde. Was jahrzehntelang dem kriminellen ausl&auml;ndischen Milieu zugeschrieben wurde, wurde nun &ndash; &uuml;ber Nacht &ndash; als neonazistisches Verbrechen &bdquo;aufgekl&auml;rt&ldquo;, der neunte Mord an Migranten. Eine Mordserie, die man bis 2011 als &bdquo;D&ouml;ner-Morde&ldquo; ausgab.<\/p><p>Begangen haben sollen es die beiden uns bekannt gemachten NSU-Mitglieder B&ouml;hnhardt und Mundlos. Diese geradezu sagenhafte Aufkl&auml;rung hatte nur ein paar schwere Webfehler, um es ganz milde zu formulieren: Denn man musste daf&uuml;r polizeiliche Ermittlungsgrunds&auml;tze und -methoden auf den Kopf stellen bzw. ausschalten.<\/p><p>Dazu geh&ouml;rten die anfangs hervorragende Ermittlungsarbeit der SOKO Caf&eacute;. Die Tatumst&auml;nde und die Tatortanalyse f&uuml;hrten die Spur zu einem Verd&auml;chtigten, der im Internetcaf&eacute; einen Alias-Namen benutzte und im wirklichen Leben Andreas Temme hei&szlig;t, Verfassungsschutzmitarbeiter in Kassel war &hellip; und u.a. Neonazis als V-Leute f&uuml;hrte:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Temme, sein Vorgesetzter und eine Kollegin im Kasseler B&uuml;ro des hessischen Verfassungsschutzes f&uuml;hrten um das Jahr 2006 mindestens sieben V-Personen in der Kasseler Neonaziszene. Von diesen ist bislang nur Benjamin G&auml;rtner namentlich bekannt geworden.&ldquo; (EXIF vom 1. M&auml;rz 2020)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Da alle anderen Besucher zur Tatzeit nicht infrage kamen, konzentrierten sich die Ermittlungen auf Andreas Temme und sein dienstliches und privates Umfeld. Wochenlang observierte man dieses, von seiner Frau bis hin zu hohen Angestellten des hessischen Verfassungsschutzes, die sich rege, besorgt und sch&uuml;tzend austauschten und dabei auch eine Autobahnrastst&auml;tte als Treffpunkt nutzten. Sie trugen also all das zusammen, was am Ende der &bdquo;Ermittlungen&ldquo; auf der Strecke bleiben sollte. Man behauptete, dass die T&auml;ter die beiden NSU-Mitglieder gewesen seien und dass es keine Verbindungen, Kontakte oder gar Zuarbeiten aus dem hessischen NSU-Netzwerk gab.<\/p><p>Das sprach zwar allem Hohn &ndash; eben auch all dem, was die anf&auml;nglichen Ermittlungen an schweren Verdachtsmomenten gegen Andreas Temme gesammelt hatten. Dazu geh&ouml;rte die ausgesprochen rassistische Gesinnung des Andreas Temme, seine Duz-Kontakte zum Benjamin G&auml;rtner, der zur neonazistischen Kameradschaft Kassel geh&ouml;rte und den er am Tattag zweimal angerufen hatte &ndash; einmal vor dem Mord, einmal danach.<\/p><p>Diese haarstr&auml;ubenden Widerspr&uuml;che lie&szlig;en sich nicht ganz aus der Welt schaffen. Also beauftragte der damalige Innenminister Boris Rhein (CDU) das Landesamt f&uuml;r Verfassungsschutz damit, einen Pr&uuml;fbericht zu erstellen, unter der Fragestellung, welche Verbindungen zwischen dem NSU und der Neonaziszene in Hessen festzustellen sind.<\/p><p>Das macht immer Sinn, diejenigen damit zu beauftragen, etwas aufzukl&auml;ren, was man ihnen vorwirft.<\/p><p><strong>2013<\/strong><\/p><p>In diesem Jahr war der Pr&uuml;fbericht erstellt und wurde sofort wieder kassiert und &bdquo;&uuml;berarbeitet&ldquo;. Dieser bekam bereits eine Sperrfrist von 90 Jahren, bis 2103.<\/p><p><strong>2014<\/strong><\/p><p>Ein Jahr sp&auml;ter hatte man die Version, die man auch &bdquo;ver&ouml;ffentlicht&ldquo; haben wollte. Sie wich an markanten Stellen von der ersten Version ab, obwohl es daf&uuml;r keine nachvollziehbaren Gr&uuml;nde gab. Diese finale Fassung bekamen ein paar ausgesuchte Parlamentarier zu sehen, mit der Verpflichtung, dar&uuml;ber nicht zu berichten. Als der Landesregierung klar wurde, dass man selbst den finalen Pr&uuml;fbericht nicht der &Ouml;ffentlichkeit zug&auml;nglich machen m&ouml;chte, erkl&auml;rte man ihn &ndash; zum Wohle des Landes und zur Wahrung von Staatsgeheimnissen f&uuml;r 120 Jahre geheim.<\/p><p><strong>2134<\/strong><\/p><p>Diese panische Angst, dass zu Lebzeiten (von Beteiligten) etwas herauskommen k&ouml;nnte, was der offiziellen Version widerspricht, war zum Greifen nahe. Sie war aber auch nicht aus der Luft gegriffen: Denn nicht nur Mord, sondern auch Beihilfe zu Mord verj&auml;hrt nicht. Wer also einen stillen Zusammenhang zwischen haarstr&auml;ubenden Ermittlungsergebnissen und 120 Jahre Friedhofsruhe sehen will, der liegt nicht falsch.<\/p><p><strong>Eine dritte Version<\/strong><\/p><p>Selbstverst&auml;ndlich gab Jan B&ouml;hmermann die Quelle seiner Sensation nicht preis. Vorsichtshalber r&auml;umte er ein, dass man abermals einiges geschw&auml;rzt habe, also alles, was die Arbeit des Verfassungsschutzes gef&auml;hrden k&ouml;nnte, wozu auch und gerade V-Leute geh&ouml;ren, die im NSU-Netzwerk in Hessen aktiv waren. Damit ist der Bericht bereits in relevanten Teilen unbrauchbar. Aber Jan B&ouml;hmermann und sein Quellengeber haben anderes im Auge gehabt, als die offizielle Version zu demontieren.<\/p><p>Denn alles, was man jetzt &bdquo;geleakt&ldquo; lesen kann, ist Pillepalle, f&uuml;r den man weder einen Verfassungsschutz noch einen Jan B&ouml;hmermann braucht. Es geht hier eben nicht um Aufkl&auml;rung. Denn genau das Gegenteil davon beweist dieser abermals frisierte Pr&uuml;fbericht.<\/p><p>Wenn das wirklich das Ergebnis ist, dann handelt es sich nicht um einen Pr&uuml;fbericht, sondern um ein Gef&auml;lligkeitsgutachten. Nochmals will der Pr&uuml;fbericht feststellen, dass es keine NSU-Verbindungen nach Hessen gab. Au&szlig;erdem findet man nichts darin von der Rolle des Verfassungsschutzmitarbeiters Andreas Temme als V-Mann-F&uuml;hrer von der Neonaziquelle &bdquo;Gem&uuml;se&ldquo;.<\/p><p>Wenn also in diesem &bdquo;geleakten&ldquo; Pr&uuml;fbericht weniger steht, als man schon l&auml;ngst wei&szlig;, dann fragt man sich, was also eine Geheimhaltung auch nur von einem Jahr rechtfertigt.<\/p><p>Der Grund k&ouml;nnte ein anderer sein: Die F&uuml;hrungsebene im hessischen Verfassungsschutz wei&szlig;, was alles nicht drinsteht und macht dies unfreiwillig durch die eklatanten L&uuml;cken im Pr&uuml;fbericht kenntlich. Ein Pr&uuml;fbericht, der mehr als eine Farce ist, sondern eben auch ein Dokument fortgesetzter T&auml;uschung.<\/p><p>Denn alle im Verfassungsschutz Hessen wissen zum Beispiel, welch hervorragende Arbeit die SOKO Caf&eacute; zu Beginn ihrer Ermittlungen gemacht hat, als sie Andreas Temme und Besch&uuml;tzer wochenlang observierten. Wo sind die Observationsberichte? Wo ist die interne Auswertung? Wo sind die Protokolle &uuml;ber Treffen zwischen Andreas Temme und hochrangigen Verfassungsschutzmitarbeitern?<\/p><p>Vor lauter Alibi- und Verdeckungsarbeit ist Jan B&ouml;hmermann &amp; Co. ein nicht unerheblicher Fehler unterlaufen. Das hat Thomas Moser, den ich wegen seiner Genauigkeit und Hartn&auml;ckigkeit sehr sch&auml;tze, herausgearbeitet. Es geht um die Person Stephan Ernst, den man als Br&uuml;cke(nkopf) zwischen dem ersten Mord in Kassel 2006 und 2019 verstehen kann.<\/p><p>Je nach Opportunit&auml;t und politischen Umst&auml;nden l&auml;sst man ihn verschwinden bzw. auftauchen:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>In einer &sbquo;ersten Version&lsquo; des Berichtes soll der Name Ernst an 11 Stellen vorkommen, in der &bdquo;finalen Version&ldquo; aber an keiner Stelle. In der &sbquo;B&ouml;hmermann&lsquo;-Version taucht der Name jetzt 5-mal auf.&ldquo; (s.o.)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Dasselbe passiert mit dem Umfeld von Stephan Ernst, dem V-Mann-F&uuml;hrer Andreas Temme und dem Neonazi und Spitzel Benjamin G&auml;rtner (alias &bdquo;Gem&uuml;se&ldquo;):<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Der Name des Ex-Verfassungsschutzbeamten Andreas Temme, der beim neunten NSU-Mord in Kassel zur Tatzeit am Tatort war und der auch mit Ernst dienstlich befasst war, soll in der ersten Version an zwei Stellen auftauchen, in der finalen an sechs Stellen. In der B&ouml;hmermann-Version taucht er jetzt 9-mal auf. Der Name von Temmes Quelle Benjamin G. soll in der ersten Version 19-mal vorkommen, in der finalen 6-mal, tats&auml;chlich taucht er jetzt 11-mal auf.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>2022<\/strong><\/p><p>Stellt sich also die Frage, warum gerade jetzt dieser manipulierte Pr&uuml;fbericht ver&ouml;ffentlicht wurde. Man kann feststellen, dass es keinen &ouml;ffentlichen Druck daf&uuml;r gab. Im Prinzip kam jeder Irrsinn durch. Der minimale &ouml;ffentliche Druck war geradezu eine Einladung, so weiterzumachen, wenn es nicht zu einem Ereignis gekommen w&auml;re, das im Apparat selbst f&uuml;r m&auml;chtig Unruhe gesorgt hatte.<\/p><p>Es geht um den Mord an dem CDU-Regierungsdirektor Walter L&uuml;bcke 2019 &hellip; in Kassel. Kassel &hellip;Kassel, da war doch etwas .. vor 13 Jahren: Mit dem Mord an Walter L&uuml;bcke kam einiges von dem an die Oberfl&auml;che, was der Verfassungsschutz und die hessische Landesregierung bis dahin unter den Teppich kehren wollten. Denn f&uuml;r einen rassistisch motivierten Mord braucht es keinen Uwe Mundlos und Uwe B&ouml;hnhardt, die aus Th&uuml;ringen anreisen. Denn genau aus jenen Strukturen, die im Pr&uuml;fbericht geleugnet werden, kamen die M&ouml;rder bzw. diejenigen, die den Mord begr&uuml;&szlig;ten und erm&ouml;glichten.<\/p><p>Und erst jetzt schlie&szlig;t sich der Kreis, warum dieser &bdquo;Pr&uuml;fbericht&ldquo; f&uuml;r diese staatsinterne Auseinandersetzung wichtig ist und einen Hinweis an jene gibt, die diesen sehr wohl verstehen.<\/p><p>Im Pr&uuml;fbericht tauchte zum Beispiel der Name Stephan Ernst auf, also jener Mann, der als M&ouml;rder von Walter L&uuml;bcke verurteilt wurde. Dass er in der letzten\/dritten Version doch wieder auftaucht, f&uuml;nfmal, macht Sinn, denn f&uuml;r jeden Insider besagt dies, dass man ihn bereits 2013 als wichtige Figur in neonazistischen Strukturen gekannt hatte. Jeder Insider wei&szlig;, dass die Behauptung, ausgerechnet ein solch wichtiger Neonazi sei rechtzeitig vom &bdquo;Schirm&ldquo; gerutscht, eine haarstr&auml;ubende T&auml;uschung ist. Denn die geheimdienstliche &bdquo;Erkenntnis&ldquo;, Stephan Ernst habe sich ins Private zur&uuml;ckgezogen, ist eine blanke L&uuml;ge, die nur die Frage zudecken soll, warum so jemand vom &bdquo;Schirm&ldquo; rutschen kann\/soll?<\/p><p>Es gibt noch eine weitere Besonderheit, die erkl&auml;ren kann, warum dieser &bdquo;Pr&uuml;fbericht&ldquo; geschickt in der &Ouml;ffentlichkeit platziert worden ist.<\/p><p>Thomas Moser schreibt dazu:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Auff&auml;llig in der Auflistung von Personen, Objekten und Ereignissen im vorliegenden Bericht ist das geh&auml;ufte Vorkommen von Waffendelikten: illegaler Waffenbesitz, Schie&szlig;&uuml;bungen im Ausland, der Schweiz, Frankreich und vor allem immer wieder Tschechien. In Tschechien sind die Vorschriften lax, Munition kann heimlich eingesteckt und mitgenommen werden, indem sie einfach als verschossen deklariert wird. Im LfV, kann man weiter lesen, seien die entscheidenden Hinweise aber &bdquo;in der Regel nicht bearbeitet worden&ldquo;. (S. 55)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Dort kann man also nach wie vor ungeschw&auml;rzt lesen, dass der Verfassungsschutz wusste, dass sich Neonazis in Hessen bewaffnen und man diesen Vorgang nicht weiter verfolgt habe. Das ist an L&auml;cherlichkeit kaum zu &uuml;berbieten. Stellen Sie sich vor, der Verfassungsschutz w&uuml;rde mitbekommen, dass sich Dutzende von Autonomen bewaffnen &hellip; und der Verfassungsschutz w&uuml;rde wohlgef&auml;llig nicken und alles mit einer Aktennotiz begraben?<\/p><p>Wenn aber genau das nicht geschehen ist, man also sehr wohl wissen wollte, wo die Waffen landen, wer an Schie&szlig;&uuml;bungen teilnimmt und was mit den Waffen unternommen werden soll, dann f&uuml;hrt die Spur zum Mord an Walter L&uuml;bcke!<\/p><p>Dann stellt sich wieder die Frage, was hat der Verfassungsschutz unterlassen bzw. erm&ouml;glicht? Welche Waffe aus welchen Best&auml;nden hat Stephan Ernst benutzt?<\/p><p>Titelbild: Screenshot ZDF<\/p><p><strong>Quellen und Hinweise:<\/strong><\/p><ul>\n<li><em>Andreas Temme &ndash; mehr NSU-Netzwerk als Verfassungsschutz? <\/em>NDS vom 23. Januar 2020: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57913\">nachdenkseiten.de\/?p=57913<\/a><\/li>\n<li><em>Mordfall L&uuml;bcke &ndash; NSU 2.0?<\/em> NDS vom 19. Juni 2019: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52639\">nachdenkseiten.de\/?p=52639<\/a><\/li>\n<li><em>Zehn Jahre &bdquo;Aufarbeitung&ldquo; des NSU-Komplexes: Operation Konfetti Folge 88<\/em>, NDS vom 13. Juli 2022: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85772\">nachdenkseiten.de\/?p=85772<\/a><\/li>\n<li><em>Am Ende der NSU-Trio-Version<\/em>, NDS vom 8. M&auml;rz 2022: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59071\">nachdenkseiten.de\/?p=59071<\/a><\/li>\n<li><em>Was hat es mit dem NSU-Bericht des Verfassungsschutzes auf sich, den B&ouml;hmermann &bdquo;geleakt&ldquo; hat?<\/em> Thomas Moser vom 7. November 2022: <a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/hintergrund\/politik\/was-hat-es-mit-dem-nsu-bericht-des-verfassungsschutzes-auf-sich-den-boehmermann-geleakt-hat\/\">overton-magazin.de\/hintergrund\/politik\/was-hat-es-mit-dem-nsu-bericht-des-verfassungsschutzes-auf-sich-den-boehmermann-geleakt-hat\/<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende Oktober 2022 sorgte der Entertainer Jan B&ouml;hmermann in seiner Sendung f&uuml;r einen Knaller: Er will &bdquo;geleakte&ldquo; NSU-Dokumente, die eigentlich f&uuml;r Jahrzehnte der Geheimhaltung unterliegen sollen, &ouml;ffentlich gemacht haben, also gegen den Willen der hessischen Landesregierung, was Geheimnisverrat w&auml;re. Das w&auml;re ein unerlaubter Schlag in die Nieren. Denn bisher wurde behauptet, die Ver&ouml;ffentlichung der Pr&uuml;fberichte<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90234\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":90235,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,11,166],"tags":[2034,1276,1357,901,2129,250,955,1266,2891],"class_list":["post-90234","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-strategien-der-meinungsmache","category-terrorismus","tag-aktenvernichtung","tag-attentat","tag-boehmermann-jan","tag-geheimdienste","tag-geheimhaltung","tag-hessen","tag-neonazismus","tag-nsu","tag-v-mann"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Bildschirmfoto-2022-11-11-um-08.03.15.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/90234","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=90234"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/90234\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":90286,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/90234\/revisions\/90286"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/90235"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=90234"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=90234"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=90234"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}