{"id":90271,"date":"2022-11-13T09:00:14","date_gmt":"2022-11-13T08:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90271"},"modified":"2022-11-11T12:34:44","modified_gmt":"2022-11-11T11:34:44","slug":"hinweise-der-woche-282","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90271","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90271#h01\">&bdquo;Wenn nur noch die Wohlhabenden w&auml;hlen gehen, ist das keine Demokratie mehr&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90271#h02\">B&uuml;rgergeld zu niedrig: Parit&auml;tischer fordert armutsfesten Regelsatz von 725 Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90271#h03\">Alle wollen Reiche besteuern &ndash; au&szlig;er Christian Lindner<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90271#h04\">Zocken f&uuml;r die Rente<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90271#h05\">Terrorliste der Ukraine: Sie lassen Rolf M&uuml;tzenich im Regen stehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90271#h06\">Deutschlands Position in Amerikas neuer Weltordnung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90271#h07\">V&ouml;lkerhass ist niemals n&uuml;tzlich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90271#h08\">Das Pentagon ist einer der gr&ouml;ssten Klimagr&uuml;sel der Welt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90271#h09\">Der Anstieg der Meere beschleunigt sich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90271#h10\">&laquo;Shit happens&raquo;: Wer behauptet, f&uuml;r den Klimaschutz zu k&auml;mpfen, kann im Ampel-Deutschland auch Menschenleben gef&auml;hrden<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>&bdquo;Wenn nur noch die Wohlhabenden w&auml;hlen gehen, ist das keine Demokratie mehr&ldquo;<\/strong><br>\nEnergiekrise, Inflation und soziale Verwerfungen: Eigentlich scheinen die Zeiten pr&auml;destiniert f&uuml;r eine Partei, die sich Die Linke nennt. Doch die ist zerstritten und f&auml;hrt ein schlechtes Wahlergebnis nach dem anderen ein. Im Interview spricht Sahra Wagenknecht &uuml;ber das Linkssein, ihre Vorstellungen von vern&uuml;nftiger Politik sowie die Krise der Linkspartei und verr&auml;t, ob sie plant, eine neue politische Kraft zu gr&uuml;nden. (&hellip;)<br>\nIn meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es einige Menschen, die sich wohl als &bdquo;links&ldquo; bezeichnen w&uuml;rden und die Gr&uuml;nen w&auml;hlen. Sind diese Menschen also gar nicht links? Oder sind die Gr&uuml;nen nur besonders gut darin, den linken Schein zu wahren?<br>\nGerade die Gr&uuml;nen sind eben das, was man heutzutage unter &bdquo;links&ldquo; versteht. Das ist dann mehr so ein Lebensgef&uuml;hl: Ich fahre Lastenfahrrad oder E-Auto und kaufe im Bioladen. Ich will das gar nicht herabsetzen. Ich kaufe auch ab und an im Bioladen. Und es ist im allseitigen Interesse, wenn Leute in der Innenstadt f&uuml;r kurze Wege nicht ihr Auto benutzen. Aber das Problem ist, dass sich viele aus diesem Milieu wegen ihres Lebensstils f&uuml;r die besseren Menschen halten. Sie sehen herab auf Leute, die zum Beispiel im l&auml;ndlichen Raum &uuml;berhaupt keine Alternative zum Auto haben oder sich weder E-Auto noch Bioprodukte leisten k&ouml;nnen. Das Problem ist der missionarische Erziehungseifer, mit dem man anderen vorschreiben will, wie sie zu leben haben. Wenn sich dieser Ansatz mit politischer Macht verbindet, wird es gef&auml;hrlich.<br>\nVor wenigen Tagen haben Sie den Gr&uuml;nen vorgeworfen, die &bdquo;gef&auml;hrlichste Partei im Bundestag&ldquo; zu sein. Warum sind denn die Gr&uuml;nen gef&auml;hrlicher als die AfD?<br>\nIch habe gesagt &bdquo;gemessen an dem Schaden, den sie anrichten&ldquo;. Die AfD kann nur reden. Die Gr&uuml;nen besetzen Schl&uuml;sselressorts in der Regierung. Habeck hat entschieden, zum Jahresende auch noch den Kauf von russischem &Ouml;l zu beenden, ohne bezahlbare Alternative. Die Gr&uuml;nen sind besonders realit&auml;tsfremd und ignorieren die Probleme, die vielen Menschen zur Zeit den Schlaf rauben. Sie vertreten ein wohlhabendes, gro&szlig;st&auml;dtisches Akademikermilieu, in dem die Ansicht popul&auml;r sein mag, dass nur teure Energie gute Energie ist. Auch Frau Baerbock halte ich als Au&szlig;enministerin f&uuml;r eine Fehlbesetzung.<br>\nInwiefern?<br>\nIhre naive Moralisierung von Au&szlig;enpolitik hat das Zeug, uns in einen gro&szlig;en Krieg hineinzutreiben. Die Aufgabe w&auml;re doch jetzt, dass Deutschland gemeinsam mit Frankreich und anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern zu Friedensgespr&auml;chen aufruft, dazu, den bisherigen Weg zu verlassen, immer mehr Waffen zu liefern und zuzuschauen, wie der Krieg eskaliert. Europa muss die USA unter Druck setzen, indem man die bedingungslose Gefolgschaft aufk&uuml;ndigt. Denn wenn der Krieg sich ausweitet, werden vor allem wir betroffen sein. Man kann sich moralisch aufblasen und zu den &bdquo;Guten&ldquo; z&auml;hlen, weil man den allseits verhassten Putin mit milit&auml;rischer St&auml;rke bek&auml;mpft. Aber am Ende sitzt Putin am Atomknopf, und er wird sich aus der Ukraine nicht mal eben so zur&uuml;ckziehen, ohne alle M&ouml;glichkeiten, die er milit&auml;risch hat, ausgereizt zu haben. Es darauf ankommen zu lassen, halte ich f&uuml;r verantwortungslos.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/kultur\/linke-politik-sahra-wagenknecht-ampelregierung-interview-ukraine\">Cicero<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>B&uuml;rgergeld zu niedrig: Parit&auml;tischer fordert armutsfesten Regelsatz von 725 Euro<\/strong><br>\nLaut einer aktuellen Expertise des Parit&auml;tischen Wohlfahrtsverbands ist die zum Januar 2023 geplante Anhebung der Regels&auml;tze in der Grundsicherung auf 502 Euro, &uuml;ber die der Deutsche Bundestag am morgigen Donnerstag im Zusammenhang mit einer Reform von Hartz IV und der Einf&uuml;hrung eines sogenannten &ldquo;B&uuml;rgergeldes&rdquo; ber&auml;t, viel zu niedrig. Nach Berechnungen der Parit&auml;tischen Forschungsstelle m&uuml;ssten die Leistungen auf mindestens 725 Euro angehoben werden, um wirksam vor Armut zu sch&uuml;tzen. Der Verband fordert eine entsprechende Erh&ouml;hung des Regelsatzes um 276 Euro plus die vollst&auml;ndige &Uuml;bernahme der Stromkosten und mahnt die Politik zur Eile: Angesichts der Notlage der Betroffenen sei keine Zeit zu verlieren.<br>\nDer Parit&auml;tische kritisiert die regierungsamtliche Berechnungsmethode trotz der neuen Fortschreibungsmethodik als nicht geeignet, das verfassungsrechtlich gebotene soziokulturelle Existenzminimum abzusichern. &ldquo;Ob Hartz IV oder B&uuml;rgergeld, an der eigentlichen Berechnungsmethode hat sich nichts ge&auml;ndert, die Leistungen bleiben trickreich kleingerechnet, reichen vorne und hinten nicht und gehen an der Lebensrealit&auml;t der Menschen vorbei&rdquo;, kritisiert Ulrich Schneider, Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Parit&auml;tischen Gesamtverbands. Angesichts der rasant steigenden Preise insbesondere f&uuml;r Energie und Lebensmittel stelle die geplante Erh&ouml;hung zum 1. Januar keine Verbesserung des Lebensstandards dar, sondern lediglich eine Anpassung an die gestiegenen Lebenshaltungskosten der letzten 12 Monate.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.der-paritaetische.de\/alle-meldungen\/buergergeld-zu-niedrig-paritaetischer-fordert-armutsfesten-regelsatz-von-725-euro\/%20\">Der Parit&auml;tische Gesamtverband<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Lutz Hausstein:<\/strong> So sehr die Forderung des Parit&auml;tischen auch gerechtfertigt und dringend notwendig ist. Sie w&uuml;rde ohne Zweifel die gr&ouml;&szlig;tenteils verzweifelte Situation der Betroffenen erheblich verbessern. Hervorzuheben ist zudem, dass der Parit&auml;tische die vollst&auml;ndige &Uuml;bernahme der Stromkosten fordert, waren diese doch schon in der Vergangenheit viel zu niedrig angesetzt, was sich aktuell aufgrund der Strompreissteigerungen noch einmal deutlich versch&auml;rft hat. Dennoch bleibt der Parit&auml;tische in seiner Herangehensweise der falschen Systematik des sogenannten Berechnungsverfahrens verhaftet. Wie der Parit&auml;tische auch in seiner Kurzexpertise selbst darlegt, verzichtet die Kurzexpertise &bdquo;auf eine kritische Problematisierung des Verfahrens und wendet f&uuml;r die Fortschreibung den nach &sect;28a SGB XII gesetzlich vorgeschriebenen Mechanismus an&ldquo;.<\/em><br>\nDoch gerade dieser Mechanismus sorgt in diesen Zeiten einer sich immer und immer weiter verst&auml;rkenden Polarisierung zwischen Arm und Reich genau daf&uuml;r, dass die H&ouml;he eines solcherart berechneten Regelsatzes zuverl&auml;ssig unter dem grundgesetzlich vorgeschriebenen Existenzminimum liegt. Als Referenzgruppe zur Berechnung werden ebenfalls Arme herangezogen und bilden mit ihren (einkommensbedingt sehr niedrigen) Ausgaben die Grundlage der Berechnung. Doch aus Armut kann mit einer solchen Systematik nur weitere Armut berechnet werden. Notwendig ist hingegen ein klarer Bruch mit dieser selbstreferentiellen Berechnungssystematik.<br>\nIn den Studien &bdquo;Was der Mensch braucht&ldquo; von 2010, 2011 und (vorerst) zuletzt 2015 habe ich wiederholt und ausf&uuml;hrlich dargelegt, dass und warum die seit Anfang der Neunziger Jahre genutzte Statistikmethode grunds&auml;tzlich ungeeignet zur Berechnung einer sozialen Mindestsicherung, des Existenzminimums, ist. Daran hat sich bis heute nichts ge&auml;ndert, ganz im Gegenteil. Erst die grunds&auml;tzliche Abkehr von diesem falschen Verfahren birgt &uuml;berhaupt erst die Chance, den betroffenen Menschen ihre grundgesetzlich verbrieften Rechte zukommen zu lassen, n&auml;mlich das Recht auf eine soziokulturelle Teilhabe. Da k&ouml;nnen Merz, Linnemann und Co. mit ihrer sogenannten Kritik noch so sehr polemisch versuchen, Niedrigl&ouml;hner als Kronzeugen gegen Sozialleistungsbezieher in Stellung zu bringen. Dass sie dabei zudem noch mit falschen Zahlen &bdquo;argumentieren&ldquo; (sprich: Fake News verbreiten), sollte ihnen bei einem Rest Anstand die Schamesr&ouml;te ins Gesicht treiben.<\/p>\n<p>dazu auch: <strong>CDU-Vize geht IfW-&raquo;Studie&laquo; auf den Leim: Carsten Linnemann im Fake-Netzwerk<\/strong><br>\nAm 3. November ver&ouml;ffentlichte das Institut f&uuml;r Weltwirtschaft (IfW) ein Papier zu &raquo;B&uuml;rgergeld und Lohnabstandsgebot&laquo;. Das Handelsblatt &uuml;bersetzte es in die Headline: &raquo;Wenn sich Arbeit nicht mehr lohnt&laquo; . Und am sp&auml;ten Abend des 3.11. hatte CDU-Vize Linnemann bei &raquo;Maybrit Illner&laquo; seinen &raquo;gro&szlig;en&laquo; Auftritt im ZDF.<br>\nCarsten Linnemann gab dort zum Besten:<\/p>\n<blockquote><p>\nWir haben heute Morgen im Handelsblatt vom Institut der Weltwirtschaft in Kiel &ndash; ganz seri&ouml;s &ndash; die einfach mal acht verschiedene Konstellationen ausgerechnet haben. Die kommen zu dem Schluss, dass in sechs verschiedenen Konstellationen es besser ist, man nimmt das B&uuml;rgergeld, als wenn man arbeitet. Und da reden wir nicht um zwei, drei Euro. Da gibt es eine Familie, einmal mit drei Kindern, einer arbeitet Vollzeit, Geringverdiener, der hat, wenn er arbeiten geht, 880 Euro weniger, als wenn er das B&uuml;rgergeld bekommt. Selbst wenn man gar keine Kinder hat, ein Paar, einer arbeitet im Niedriglohnbereich, aber Vollzeit, die haben immer noch 230 Euro weniger, als derjenige, der in Deutschland arbeitet.<br>\nIst Arbeit in Deutschland eigentlich gar nichts mehr wert? Frau Illner, ich sage es Ihnen ganz ehrlich, eigentlich m&uuml;sste man ein Denkmal bauen, f&uuml;r die Menschen, die in Deutschland arbeiten gehen. Wie wollen Sie das jemandem rechtfertigen, einem Geringverdiener, der in Deutschland jeden Morgen um sechs Uhr aufsteht, auf den Wecker klopft und arbeiten geht? Wollen Sie dem das rechtfertigen, das der 800 Euro weniger hat? Nat&uuml;rlich k&ouml;nnten Sie jetzt sagen, der kann ja zum Amt gehen und aufstocken, aber was ist das denn f&uuml;r ein Gesellschaftsbild? 40 Stunden arbeiten und dann gehe ich noch aufstocken, um das gleiche zu bekommen wie jemand, der nicht arbeitet? Da bin ich raus. Das ist nicht meine Politik und hat mit sozialer Marktwirtschaft gar nichts, aber auch rein gar nichts mehr zu tun.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Rechnungen des IfW, denen &#9656;Carsten Linnemann vor einem Millionenpublikum &raquo;ganze Seriosit&auml;t&laquo; attestiert, um sie dann f&uuml;r seine parteitaktischen Zwecke zu nutzen, haben mit Sachkenntnis und erst Recht mit Wissenschaft &ndash; um es mit Linnemanns Worten zu sagen &ndash; &raquo;gar nichts, aber auch rein gar nichts mehr zu tun&laquo;.<br>\nDas Muster ist immer das gleiche: Es gibt eine &ouml;ffentliche Debatte, das akademische Personal mit einem Institutsnamen im R&uuml;cken, enthusiastischem Eifer im Herzen und wenig bis gar keiner Fachkenntnis in der Sache schneidert &raquo;wissenschaftliche Belege&laquo; &ndash; und Politik braucht sich argumentativ nur noch zu bedienen. &ndash; Werfen wir also einmal einen Blick auf das Rechenwerk, das Linnemann so gut zupass kommt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blickpunkt-wiso.de\/post\/cdu-vize-geht-ifw-studie-auf-den-leim-carsten-linnemann-im-fake-netzwerk--2417.html\">Blickpunkt WiSo<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Alle wollen Reiche besteuern &ndash; au&szlig;er Christian Lindner<\/strong><br>\nSogar die sogenannten Wirtschaftsweisen &ndash; Gralsh&uuml;ter des Neoliberalismus &ndash; empfehlen der Bundesregierung h&ouml;here Steuern f&uuml;r Reiche. Doch der Finanzminister mauert.<br>\nWenn die &uuml;blichen Verd&auml;chtigen wie Gewerkschaften oder Sozialverb&auml;nde h&ouml;here Steuern f&uuml;r Reiche fordern, h&auml;lt sich der Nachrichtenwert &uuml;blicherweise in Grenzen. Doch diese Woche sprach sich eine Institution f&uuml;r eine h&ouml;here Steuerlast f&uuml;r Spitzenverdiener aus, von der man dies &uuml;blicherweise nicht erwartet: Der Sachverst&auml;ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage der Bundesregierung, die sogenannten &raquo;Wirtschaftsweisen&laquo;, empfehlen in ihrem neuen Jahresgutachten die tempor&auml;re Erh&ouml;hung des Spitzensteuersatzes oder die Einf&uuml;hrung eines Energiesolidarit&auml;tszuschlags.<br>\nBei SPD und Gr&uuml;nen w&auml;re die Bereitschaft dazu sicher vorhanden &ndash; doch die FDP bleibt stur. Finanzminister Lindner pocht auf die Vereinbarung im Koalitionsvertrag, die Steuererh&ouml;hungen ausschlie&szlig;t. Doch einige Sozialdemokraten und Gr&uuml;ne wollen deutlich weiter gehen. Erst k&uuml;rzlich forderten gr&uuml;ne Spitzenpolitiker eine Verm&ouml;gensabgabe. SPD-Chefin Saskia Esken bef&uuml;rwortet eine solche Abgabe ebenfalls, und der Debattenkonvent der SPD &ndash; eigentlich schon fast ein kleiner Parteitag &ndash; zog mit. Kanzler Scholz und Vizekanzler Habeck halten sich bedeckt. Einzig Finanzminister Lindner bleibt seiner Rolle als Bodyguard der Reichen treu: Schutz f&uuml;r Verm&ouml;gende und Spitzenverdiener hat f&uuml;r ihn oberste Priorit&auml;t.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/alle-wollen-reiche-besteuern-ausser-christian-lindner\/\">Lukas Scholle auf Jacobin<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Zocken f&uuml;r die Rente<\/strong><br>\nDie absurde Idee der &ldquo;Aktienrente&rdquo;: Was (nicht nur) Bundesfinanzminister Lindner &uuml;ber Sparen und Investitionen in Sachanlagen, niedrige Zinsen und Renditen wissen m&uuml;sste.<br>\nNach der gro&szlig;en Finanzkrise der Jahre 2008\/2009 waren f&uuml;r einen Moment alle kl&uuml;ger. Zocken, das wusste man nach den b&ouml;sen Erfahrungen von damals, ist prinzipiell gef&auml;hrlich. Besonders gef&auml;hrlich ist es, wenn man nicht einmal mit dem eigenen Geld zockt, sondern sich verschuldet, um in den Kasinos dieser Welt sein Gl&uuml;ck zu versuchen.<br>\nMan nimmt also Schulden auf, f&uuml;r die man fest vereinbarte Zinsen zahlen muss, und hofft darauf, mit der dann zur Verf&uuml;gung stehenden Summe so erfolgreich zu zocken, dass man nicht nur die Zinsen zahlen kann, sondern auch noch einen Gewinn macht, weil die erzielte Rendite den Zins &uuml;bersteigt. Mit diesem wunderbaren Gewinn, so die Hoffnung, kann man dann in Ruhe seinen Lebensabend genie&szlig;en.<br>\nKann es noch etwas Absurderes geben? Nein, eigentlich nicht, es sei denn, diese Aktion wird nicht von einf&auml;ltigen Privatleuten gemacht, sondern vom Staat. Doch genau das plant der Bundesfinanzminister. Er will wegen der demografischen Sorgen eine Aktienrente schaffen, deren Kapitalstock zun&auml;chst mit staatlichen Schulden gef&uuml;llt wird.<br>\nSp&auml;ter werden dann sicher auch die B&uuml;rger in irgendeiner Weise dazu gebracht, in diesen Fonds einzuzahlen, auf dass sich das ganze Volk langfristig und unabh&auml;ngig von der Demografie eine wirklich stabile und sichere Rente zusammenzockt. [&hellip;]<br>\nAber ich mache ja neue Schulden, um den Fonds anzusto&szlig;en, k&ouml;nnte Christian Lindner entgegnen. Das stimmt. Schulden zu machen, um zus&auml;tzlich zu sparen, ist aber leider gesamtwirtschaftlicher Unfug.<br>\nSelbst wenn der Finanzminister im n&auml;chsten Jahr zehn Milliarden Euro Schulden zus&auml;tzlich (im Vergleich zu was?) machen w&uuml;rde, liefe das nur darauf hinaus, dass er zehn Milliarden vom Kapitalmarkt nimmt und sie gleich dem Kapitalmarkt wieder zur&uuml;ckgibt. Was soll das? Zu glauben, dass man damit in dieser Welt eine nachhaltige Rendite via Aktien erzielen kann, ist absurd.<br>\nDer deutsche Finanzminister wird aber voraussichtlich keine zehn Milliarden Schulden zus&auml;tzlich machen. Er wird zwar die zehn Milliarden f&uuml;r den Aktienfonds am Kapitalmarkt aufnehmen, wird aber gleichzeitig, um die Schuldenbremse einzuhalten, an anderer Stelle die zehn Milliarden einsparen. Das ist dann besonders abwegig.<br>\nEs bedeutet nichts anderes, als dass er die Nachfrage nach G&uuml;tern und Diensten, die unmittelbar den Unternehmen zugutekommt, um zehn Milliarden k&uuml;rzt in der Hoffnung, damit die Rendite der Unternehmen dieser Welt zu erh&ouml;hen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Zocken-fuer-die-Rente-7336728.html\">Heiner Flassbeck auf Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Terrorliste der Ukraine: Sie lassen Rolf M&uuml;tzenich im Regen stehen<\/strong><br>\nEine der Selenskyj-Regierung unterstellte Beh&ouml;rde will &bdquo;Informationsterroristen&ldquo; als &bdquo;Kriegsverbrecher&ldquo; vor Gericht stellen, etwa den SPD-Fraktionschef. Wie die Partei und deutsche Medien damit umgehen, ist ein vierfacher Skandal [&hellip;]<br>\nDrei Monate sp&auml;ter, am vergangenen Wochenende, erz&auml;hlt M&uuml;tzenich auf einem Debattencamp seiner Partei sichtlich bedr&uuml;ckt, dass er auf einer &bdquo;Terrorliste&ldquo; der Ukraine stehe und deshalb schon bedroht worden sei. Die Situation sei nicht einfach f&uuml;r ihn. Und was passiert daraufhin? Skandal Nummer drei: Die deutschen Leitmedien schwafeln &ndash; wider besseres Wissen &ndash; fast einhellig von einer &bdquo;angeblichen&ldquo; Liste, da die ukrainische Regierung nassforsch deren Existenz verleugnet. Eigene Recherche? Unn&ouml;tig.<br>\nDamit steht Rolf M&uuml;tzenich, der zu den integersten Politikern der Bundesrepublik z&auml;hlt, erneut im Regen. Kein namhafter Sozialdemokrat weit und breit, der ihn in Schutz nimmt und Tacheles redet, keine &ouml;ffentliche Protestnote, keine Solidarit&auml;t der Demokraten. Ist ja auch schwierig, da inzwischen bekannt ist, dass ausgerechnet der Verb&uuml;ndete USA jene ukrainische Beh&ouml;rde mitfinanziert, die Rolf M&uuml;tzenich offen verleumdet.<br>\nAlso wird das Ganze heruntergespielt, relativiert und besch&ouml;nigt. Bild spricht gar von M&uuml;tzenichs &bdquo;Falschbehauptungen&ldquo;. Man st&ouml;&szlig;t sich an der Verwendung des Wortes &bdquo;Terrorliste&ldquo;. Es sei nur eine ganz normale Liste von Leuten, die russische Propaganda betreiben. Soll hei&szlig;en: M&uuml;tzenich, h&ouml;r auf mit deiner russischen Propaganda, dann ist alles gut. Besser noch: Tritt endlich zur&uuml;ck! Darauf l&auml;uft es am Ende hinaus. Das ist Skandal Nummer 4. Eine miese Geschichte. Eine moralische Bankrotterkl&auml;rung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/wolfgangmichal\/terrorliste-der-ukraine-sie-lassen-rolf-muetzenich-im-regen-stehen\">Wolfgang Michal in der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Deutschlands Position in Amerikas neuer Weltordnung<\/strong><br>\nDeutschland ist zu einem wirtschaftlichen Satelliten von Amerikas Neuem Kalten Krieg mit Russland, China und dem Rest Eurasiens geworden. Deutschland und andere NATO-Staaten wurden angewiesen, sich selbst Handels- und Investitionssanktionen aufzuerlegen, die den heutigen Stellvertreterkrieg in der Ukraine &uuml;berdauern werden. US-Pr&auml;sident Biden und seine Sprecher des Au&szlig;enministeriums haben erkl&auml;rt, dass die Ukraine nur die Er&ouml;ffnungsarena in einer viel breiteren Dynamik ist, die die Welt in zwei gegens&auml;tzliche Gruppen wirtschaftlicher Allianzen spaltet. Dieser globale Bruch verspricht einen zehn- oder zwanzigj&auml;hrigen Kampf zu werden, um festzustellen, ob die Weltwirtschaft eine unipolare US-zentrierte Dollarwirtschaft oder eine multipolare Welt mit mehreren W&auml;hrungen sein wird, die sich auf das eurasische Kernland mit gemischten &ouml;ffentlichen und privaten &Ouml;konomien konzentriert.<br>\nPr&auml;sident Biden hat diese Spaltung als eine Spaltung zwischen Demokratien und Autokratien bezeichnet. Die Terminologie ist typische orwellsche Doppelsprache. Mit &bdquo;Demokratien&ldquo; meint er die USA und verb&uuml;ndete westliche Finanzoligarchien. Ihr Ziel ist es, die Wirtschaftsplanung aus den H&auml;nden gew&auml;hlter Regierungen an die Wall Street und andere Finanzzentren unter US-Kontrolle zu verlagern. US-Diplomaten nutzen den Internationalen W&auml;hrungsfonds und die Weltbank, um die Privatisierung der weltweiten Infrastruktur und die Abh&auml;ngigkeit von US-Technologie, &Ouml;l- und Lebensmittelexporten zu fordern.<br>\nQuelle 1: <a href=\"https:\/\/www.unz.com\/mhudson\/germanys-position-in-americas-new-world-order\/%20\">Michael Hudson in The Unz Review<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"https:\/\/braveneweurope.com\/michael-hudson-germanys-position-in-americas-new-world-order\">Michael Hudson in Brave New Europe<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Beziehung zu den USA: Deutschland in der Abh&auml;ngigkeitsfalle<\/strong><br>\nDas gro&szlig;e Thema in Deutschland ist aktuell die Abh&auml;ngigkeit Deutschlands von Nationen, mit denen man sich in einem &ldquo;Systemkonflikt&rdquo; sieht. Die Forderung ist, entstandene Abh&auml;ngigkeiten zu reduzieren, denn sie seien gef&auml;hrlich f&uuml;r den Wirtschaftsstandort. Es geht in diesem Kontext vor allem um Russland und China. Russland war f&uuml;r Deutschland bisher einer der wichtigsten Lieferanten f&uuml;r Energie. China ist einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands. Eine Abh&auml;ngigkeit ist zweifellos vorhanden.<br>\nDer Fokus auf die gewachsenen Handelsbeziehungen zwischen Deutschland auf der einen und Russland sowie China auf der anderen Seite verdeckt jedoch eine noch weit gr&ouml;&szlig;ere Abh&auml;ngigkeit Deutschlands. Noch umfassender, ja fundamental ist die Abh&auml;ngigkeit Deutschlands von den USA &ndash; und das gleich auf mehreren Ebenen.<br>\nDie Abh&auml;ngigkeit Deutschlands ist so umfassend, dass Deutschland es noch nicht einmal wagt, &ouml;ffentlich zu benennen, wer den gr&ouml;&szlig;ten Nutzen aus der Sabotage der Ostsee-Pipeline Nord Stream zieht. [&hellip;]<br>\nDie USA sind eben nicht Katar, m&ouml;chte man in diesem Zusammenhang anmerken. Gegen&uuml;ber Katar kann die deutsche Innenministerin gro&szlig;e T&ouml;ne spucken, gegen&uuml;ber den USA ist sie mucksm&auml;uschenstill. Die deutsche Abh&auml;ngigkeit von den USA ist von einer Tiefe, dass darin sogar die moralische Hybris deutscher Politik ers&auml;uft. [&hellip;]<br>\nW&auml;hrend in Deutschland behauptet wird, die Globalisierung sei angesichts des &ldquo;brutalen russischen Angriffskrieges&rdquo; gescheitert, wird dabei &uuml;bersehen, wie sehr sich Deutschland in eine die Souver&auml;nit&auml;t des Landes massiv einschr&auml;nkende Abh&auml;ngigkeit von den USA begeben hat. Deutsche Au&szlig;enpolitik schafft es aus Furcht vor den Konsequenzen nicht, eine eigene Position zu formulieren. Diese Abh&auml;ngigkeit ist weitaus gef&auml;hrlicher als die Handelsbeziehungen zu Russland und China, denn die USA nutzen die Verflechtung mit Deutschland zur direkten Einflussnahme sowie zur Verhinderung souver&auml;ner Entscheidungen. Angesichts der Verflechtungen der deutschen Medien, deutscher NGOs und Think-Tanks mit US-gesteuerten transatlantischen Organisationen befinden sich nicht nur Politik und Finanzwirtschaft, sondern auch die deutsche Presse in einem Zustand ideologischer Gleichschaltung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/test.rtde.tech\/meinung\/153680-beziehung-zu-usa-deutschland-in\/%20\">Gert Ewen Ungar in RT DE<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Herr Ungar hat den sprichw&ouml;rtlichen Nagel auf den Kopf getroffen. Deshalb: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90100\">Ami go home &ndash; Das wird die zentrale Botschaft des n&auml;chsten Jahrzehnts<\/a>, denn <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88637\">Unser Problem hei&szlig;t USA<\/a>. <\/em><\/p>\n<p>und: <strong>&bdquo;Der Irrweg der Sanktionen&ldquo;<\/strong><br>\nZum ersten Mal wird im au&szlig;enpolitischen Establishment der Bundesrepublik scharfe Kritik am Wirtschaftskrieg des Westens gegen Russland laut. Wie es in einem Beitrag f&uuml;r die Fachzeitschrift Internationale Politik (IP) hei&szlig;t, haben die Staaten Nordamerikas und Europas mit ihren Sanktionen einen &bdquo;Irrweg&ldquo; eingeschlagen, den sie rasch verlassen m&uuml;ssten. Falsch eingesch&auml;tzt habe die westliche Sanktionsallianz nicht nur die F&auml;higkeit der russischen Bev&ouml;lkerung, die Zwangsma&szlig;nahmen durchzustehen, sondern auch die Folgen im internationalen Finanzsystem: Dort zeichne sich eine zunehmende Abkehr von westlichen Finanzinstrumenten und W&auml;hrungen ab, um etwaige k&uuml;nftige Sanktionen der transatlantischen M&auml;chte von vornherein auszuhebeln. Zudem habe die Sanktionsallianz den Unmut in den L&auml;ndern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas untersch&auml;tzt, die keinen Einfluss auf die Sanktionsentscheidungen h&auml;tten, aber teils schwer durch sie gesch&auml;digt w&uuml;rden. Indiens Finanzministerin Nirmala Sitharaman k&uuml;ndigt an, die westlichen M&auml;chte im Rahmen der G20 wegen ihrer Sanktionspolitik zur Rede stellen zu wollen. New Delhi &uuml;bernimmt in K&uuml;rze den Vorsitz in dem Zusammenschluss.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/9077\">German Foreign Policy<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>V&ouml;lkerhass ist niemals n&uuml;tzlich<\/strong><br>\nDenn der &Uuml;berfall auf die Ukraine ist, wer wollte das bezweifeln, kein sowjetischer, sondern ein russischer &Uuml;berfall.<br>\nHei&szlig;t das, dass die jahrzehntelangen Ressentiments gegen die Russen berechtigt gewesen sind? Wird die ethnisch zugespitzte Geschichtsdarstellung nachtr&auml;glich wahr? Waren Hass und Abweisungen vorausf&uuml;hlend und angemessen, weil Russland sowieso von Anbeginn den Krieg geplant h&auml;tte? Und jetzt, wo Krieg ist: Helfen wir den Ukrainern nicht wenigstens, ihn zu gewinnen, indem wir sie in den &uuml;berkommenen Projektionen best&auml;rken? Gibt es einen berechtigten Nationalismus? Einen n&uuml;tzlichen V&ouml;lkerhass?<br>\nIch h&auml;tte niemals geglaubt, dass im gelehrigen Deutschland, wo inzwischen schon die Frage nach der Herkunft eines Menschen als rassistisch gilt, russische Speisekarten attackiert werden k&ouml;nnten. Dass deutsche Moderatoren die Sympathie eines Botschafters f&uuml;r einen profaschistischen Judenm&ouml;rder verzeihlich finden k&ouml;nnten. Dass in deutschsprachigen Zeitungen die Werke von Tolstoi bis Brodsky in toto als Literatur der M&ouml;rder und Vergewaltiger angeklagt werden k&ouml;nnte, wie es die ukrainische Schriftstellerin Oksana Sabuschko in der Neuen Z&uuml;rcher Zeitung tut, weil diese Literatur den Boden f&uuml;r die Morde von Butscha bereitete habe. Dass Russland von einer deutschen Buchmesse ausgeschlossen wird; dass hier zugleich ein Friedenspreis vergeben wird an jemanden, der die Russen samt ihrer Kultur als &bdquo;Unrat&ldquo; bezeichnet, und der &ndash; und darauf kommt es mir an &ndash; in der Paulskirche mit standing ovations bedacht wird. Nicht einmal die deutsche Kultur und Literatur ist, w&auml;hrend die Nazis in Europa und der Welt w&uuml;teten, auf solche Weise generalverd&auml;chtigt worden. [&hellip;]<br>\nMan hat geglaubt, das Russenbild der 50er-Jahre geh&ouml;re seit der Entspannungspolitik und sp&auml;testens seit Gorbatschow der Vergangenheit an. Es scheint tief zu sitzen. Fast glaubt man mitunter, so etwas wie Erleichterung dar&uuml;ber zu sp&uuml;ren, dass die Vorurteile gegen die Russen so falsch nicht waren; dass endlich, 77 Jahre danach, die Zeichen der Schuld an der Stirn eines anderen erscheinen. [&hellip;]<br>\nDenn ob gewollt oder nicht: Das Narrativ des Gro&szlig;en B&ouml;sen blockiert jeden Diskurs. Unm&ouml;glich, Interessen zu analysieren oder Widerspr&uuml;che aufzuzeigen, ohne als Menschenver&auml;chter dazustehen; oder von einer Vorgeschichte auch nur zu sprechen, ohne in den Verdacht der Kollaboration oder gar des Antiamerikanismus zu geraten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.karenina.de\/leben\/zivilgesellschaft\/voelkerhass-ist-niemals-nuetzlich\/\">Karenina<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Das Pentagon ist einer der gr&ouml;ssten Klimagr&uuml;sel der Welt<\/strong><br>\nWo Kriege stattfinden, h&auml;uft sich &uuml;ber kurz oder lang der M&uuml;ll. Treibstoff, Schwermetalle, Sprengstoffe und andere Chemikalien finden zusammen mit Schutt aus zerbombten Geb&auml;uden und den Abf&auml;llen der K&auml;mpfenden. Die oft langanhaltende Umweltverschmutzung ist eine der am wenigsten beachteten Kriegsfolgen der Welt.<br>\nNoch weniger Aufmerksamkeit bekommen die Treibhausgasemissionen des Milit&auml;rs. Das Pentagon, sagt Neta C. Crawford, sei einer der gr&ouml;ssten einzelnen CO2-Verursacher der Welt. In einem Interview mit &laquo;Mother Jones&raquo; stellt die Politikwissenschaftlerin der Universit&auml;t Oxford ihr Buch &laquo;Pentagon, Climate Change, and War: Charting the Rise and Fall of US Military Emissions&raquo; vor. (&hellip;)<br>\nCrawford, die auch f&uuml;r das Projekt &laquo;Costs of War&raquo; der Brown University t&auml;tig ist, macht das an Zahlen fest: Seit 2001 entfielen 77 bis 80 Prozent des staatlichen Energieverbrauchs auf das Milit&auml;r. Das US-Verteidigungsministerium sei der weltweit gr&ouml;sste institutionelle Nutzer fossiler Brennstoffe.<br>\nDas Ministerium verwalte weltweit mehr als 560&rsquo;000 Geb&auml;ude auf rund 500 Milit&auml;rbasen, was einen grossen Teil ihrer Emissionen ausmache. Dazu kommen Waffensysteme, LKWs, Kriegsschiffe und Jeeps, die mit fossilien Rohstoffen betrieben werden. Den bei weitem gr&ouml;ssten Treibstoffbedarf haben Flugzeuge, stellte auch eine Studie der Lancaster and Durham University 2019 fest, die das US-Milit&auml;r im L&auml;ndervergleich auf Platz 47 der gr&ouml;ssten CO2-Emittenten einordnete. (&hellip;)<br>\nVom Beginn des &laquo;War on Terrorism&raquo; 2001 bis 2017 habe die US-Armee 1,2 Milliarden Tonnen Treibhausgase ausgestossen, hat &laquo;Costs of War&raquo; ebenfalls 2019 ausgerechnet. Davon seien 400 Millionen Tonnen direkt auf den Treibstoffverbrauch zur&uuml;ckzuf&uuml;hren.<br>\nDer CO2-Aussstoss des US-Milit&auml;rs von 59 Millionen Tonnen war 2017 laut Statista vergleichbar mit dem des Landes Marokko und nicht ganz doppelt so hoch wie jener der Schweiz (34,4 Mio. Tonnen).<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/umwelt\/luft-klima\/das-pentagon-ist-einer-der-groessten-klimagruesel-der-welt\/\">Infosperber<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Der Anstieg der Meere beschleunigt sich<\/strong><br>\nSorgen macht ihnen unter anderem auch der Meeresspiegel, der in den letzten beiden Jahrtausenden &ndash; im globalen Ma&szlig;stab &ndash; ann&auml;hernd konstant blieb, aber im vergangenen Jahrhundert um rund 20 Zentimeter gestiegen ist. In den letzten Jahrzehnten hat das Tempo seines Anstiegs weiter zugenommen und ist inzwischen doppelt so schnell wie 1993, hei&szlig;t es in dem Bericht.<br>\nAllein seit Januar 2020 ist er um einen Zentimeter gestiegen, was auf eine weitere Beschleunigung des Anstiegs hindeutet. Doch bisher ist das nur ein Hinweis. Zweieinhalb Jahre sind ein zu kurzer Zeitraum f&uuml;r eine gesicherte Aussage. Andererseits kann auch beobachtet werden, dass einige der Faktoren zunehmen, die den Meeresspiegel ansteigen lassen.<br>\nDie Alpen erlebten 2022 zum Beispiel einen Rekord-Gletscherverlust. Und auf Gr&ouml;nland fiel erstmalig im September Regen statt Schnee &ndash; Regen, der das Abtauen deutlich beschleunigt. Der gro&szlig;e Eisschild auf der riesigen Insel ist in diesem Jahr im 26. Jahr in Folge geschrumpft.<br>\nAm meisten m&uuml;ssen sich die Menschen an niedrigen, ungesch&uuml;tzten K&uuml;sten, wie in Westafrika, Bangladesch, dem S&uuml;den Vietnams oder auch auf den vielen niedrigen Inseln vor dem Anstieg der Meere f&uuml;rchten. Sturmfluten werden gef&auml;hrlicher, Salzwasser dringt in das k&uuml;stennahe Grundwasser ein und gef&auml;hrdet Trinkwasser und Landwirtschaft.<br>\nBesonders f&uuml;r Inselnationen k&ouml;nnte die Lage bedrohlich werden, denn ihre R&uuml;ckzugsm&ouml;glichkeiten sind zumeist sehr begrenzt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Der-Anstieg-der-Meere-beschleunigt-sich-7335933.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&laquo;Shit happens&raquo;: Wer behauptet, f&uuml;r den Klimaschutz zu k&auml;mpfen, kann im Ampel-Deutschland auch Menschenleben gef&auml;hrden<\/strong><br>\nMenschen, die sich auf der Strasse festkleben, sind keine Aktivisten, sondern Straft&auml;ter. Doch Deutschlands Regierungsparteien schicken ihnen h&ouml;chstens liebevolle Mahnungen. Eine Farce.<br>\nMan stelle sich vor, die Demonstranten, die sich auf Berlins Strassen festkleben, h&auml;tten andere Ziele. Was w&auml;re los, wenn sie statt &laquo;f&uuml;rs Klima&raquo; f&uuml;r weniger illegale Migration oder f&uuml;r die Aufhebung der Maskenpflicht in Bussen und Bahnen protestieren w&uuml;rden? Die Republik w&uuml;rde beben. Mitglieder der Regierung w&uuml;rden vor radikalisierten &laquo;Demokratiefeinden&raquo; warnen. Leitartikler w&auml;ren in Aufruhr. Und an diesem Montag w&auml;re die Stimmung wohl endg&uuml;ltig gekippt. (&hellip;)<br>\nDie Reaktionen? Nahe null. Die Feuerwehr kritisierte die Blockierer. Aber der politische Betrieb blieb gelassen. &laquo;Wer durch Protestaktionen die Rettung von Menschenleben gef&auml;hrdet, diskreditiert nicht nur die hehren Ziele, f&uuml;r die er\/sie k&auml;mpft, sondern verspielt damit auch Glaubw&uuml;rdigkeit&raquo;, twitterte der Gr&uuml;nen-Co-Vorsitzende Omid Nouripour mit einem Tag Versp&auml;tung. Immerhin, k&ouml;nnte man meinen. Aber die Ansprache blieb doch seltsam liebevoll. Nicht: Was ihr da macht, ist kriminell. Sondern: Vorsicht, Freunde, ihr verspielt Sympathien.<br>\n&laquo;Shit happens&raquo;, schrieb ein anderer Kommentator, der sich im Netz als &laquo;Aktivist f&uuml;r globale Klimagerechtigkeit, als durchtriebene queere Schlampe und als Politikwissenschafter&raquo; vorstellt. Der Mann ruderte sp&auml;ter zur&uuml;ck. Aber eigentlich hat er die Stimmung gut zusammengefasst.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/der-andere-blick\/letzte-generation-extremisten-die-menschenleben-gefaehrden-ld.1710114%20\">NZZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. 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