{"id":9040,"date":"2011-04-12T08:44:19","date_gmt":"2011-04-12T06:44:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9040"},"modified":"2011-04-12T08:44:19","modified_gmt":"2011-04-12T06:44:19","slug":"hinweise-des-tages-1348","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9040","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: EU-Vergleich der Arbeitskosten und Lohnnebenkosten f&uuml;r das Jahr 2010; Bayern droht Italien mit Grenzkontrollen; Ungerechte Besteuerung: Warum Deutschlands Reiche immer reicher werden; Joseph Stiglitz &ndash; Gl&uuml;cksspiel mit unserem Planeten; How the rich soaked the rest of us; Sahra Wagenknecht: Wie Ungleichheit der Volkswirtschaft schadet; Rohwaren als Finanzanlagen; Klientelpolitik Marke SPD; Das Arbeitsrecht erodiert; Unternehmen finden kaum noch Zeitarbeiter; Abgeschoben und liegen gelassen &ndash; Warum die Politik sich kaum um die Pflege k&uuml;mmert; 1.630.000.000.000 Dollar f&uuml;r Waffen und Soldaten; Soviel Heimlichkeit; Wer mit wem?; Libyen &ndash; Die Emiss&auml;re von nebenan; &Auml;gyptischer Blogger wegen Armee-Kritik verurteilt; Krise in der Elfenbeink&uuml;ste; Parteien ohne Programm &ndash; sind sie noch zu retten?; Wider den Exzellenz-Kult: Es lebe das Mittelma&szlig;! (KR\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">EU-Vergleich der Arbeitskosten und Lohnnebenkosten f&uuml;r das Jahr 2010<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Bayern droht Italien mit Grenzkontrollen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Ungerechte Besteuerung: Warum Deutschlands Reiche immer reicher werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Joseph Stiglitz &ndash; Gl&uuml;cksspiel mit unserem Planeten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">How the rich soaked the rest of us<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Sahra Wagenknecht: Wie Ungleichheit der Volkswirtschaft schadet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Rohwaren als Finanzanlagen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Klientelpolitik Marke SPD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Das Arbeitsrecht erodiert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Unternehmen finden kaum noch Zeitarbeiter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Abgeschoben und liegen gelassen &ndash; Warum die Politik sich kaum um die Pflege k&uuml;mmert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">1.630.000.000.000 Dollar f&uuml;r Waffen und Soldaten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Soviel Heimlichkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Wer mit wem?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Libyen &ndash; Die Emiss&auml;re von nebenan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">&Auml;gyptischer Blogger wegen Armee-Kritik verurteilt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Krise in der Elfenbeink&uuml;ste<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Parteien ohne Programm &ndash; sind sie noch zu retten?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Wider den Exzellenz-Kult: Es lebe das Mittelma&szlig;!<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=9040&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>EU-Vergleich der Arbeitskosten und Lohnnebenkosten f&uuml;r das Jahr 2010<\/strong><br>\nArbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft bezahlten im Jahr 2010 durchschnittlich 29,20 Euro f&uuml;r eine geleistete Arbeitsstunde. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, lag das Arbeitskostenniveau in Deutschland damit im europ&auml;ischen Vergleich nach D&auml;nemark, Belgien, Schweden, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden auf Rang sieben. Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft zahlten 32% mehr f&uuml;r eine Stunde Arbeit als im Durchschnitt der Europ&auml;ischen Union, aber 12% weniger als im Nachbarland Frankreich. D&auml;nemark wies mit 37,60 Euro die h&ouml;chsten, Bulgarien mit 3,10 Euro die niedrigsten Arbeitskosten je geleistete Stunde auf.<br>\nIm Verarbeitenden Gewerbe, das besonders im internationalen Wettbewerb steht, kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland im Jahr 2010 durchschnittlich 33,10 Euro. Damit lag Deutschland hinter Belgien, Schweden, D&auml;nemark und Frankreich auf Rang f&uuml;nf in der Europ&auml;ischen Union. Eine Stunde Arbeit in der deutschen Industrie war 47% teurer als im EU-Durchschnitt, aber 3% billiger als in Frankreich.<br>\nDie Branchen mit den h&ouml;chsten Arbeitskosten in Deutschland waren im Jahr 2010 die Energieversorgung (44,50 Euro) und die Banken und Versicherungen (43,70 Euro). Die niedrigsten Arbeitskosten zahlten Arbeitgeber im Gastgewerbe mit 14,30 Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2011\/04\/PD11__143__624,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> In Deutschland wird ja seit Jahren der <a href=\"\/wp-print.php?p=5015\">Mythos der angeblich zu hohen Lohnnebenkosten<\/a> gepflegt: &bdquo;Mehr Netto vom Brutto&ldquo; lautete das Motto von Schwarz-Gelb, auch die SPD sieht in der Senkung der &bdquo;Abgaben&ldquo; ein zentrales Ziel. Die Senkung der Lohnnebenkosten (parit&auml;tische Finanzierung der Rente oder der gesetzlichen Krankenversicherung, Senkung der Beitr&auml;ge f&uuml;r die Arbeitslosenversicherung) war stets der Hebel f&uuml;r die Privatisierung der sozialen Sicherungssysteme und f&uuml;r den Sozialabbau. Rechnerisch bezogen auf 100 Euro Bruttolohn lag Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bei den Lohnnebenkosten mit 28 Euro unter dem europ&auml;ischen Durchschnitt von 31 Euro und nahm mit Rang 15 einen Mittelplatz innerhalb der EU ein. Auf 100 Euro Lohn wurden etwa in Schweden dagegen 51 Euro und in Frankreich 49 Euro bezahlt.<\/em><br>\n<em>Die Arbeitskosten sind der Wert, der von Arbeitgeberseite gerne angef&uuml;hrt wird, wenn es um Lohnerh&ouml;hungen geht &ndash; und da hei&szlig;t es dann immer, Deutschland sei Spitzenreiter. Doch auch bei diesem Wert nimmt Deutschland erst Rang 7 innerhalb der EU ein.<\/em><br>\n<em>Aber auch auf die Propaganda &uuml;ber die zu hohen Arbeitskosten sollte man nicht hereinfallen. Entscheidender f&uuml;r die Rentabilit&auml;t der Produktion und f&uuml;r die Wettbewerbsf&auml;higkeit einer Wirtschaft sind nicht die absolute H&ouml;he der Arbeitskosten, sondern die Lohnst&uuml;ckkosten, also die Lohnkosten je erbrachter Leistung. Wegen ihrer engen Verbindung zur Preisbildung sind die Lohnst&uuml;ckkosten ein besserer Indikator f&uuml;r die immer wieder angef&uuml;hrte <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_report_44_2009.pdf\">&bdquo;Wettbewerbsf&auml;higkeit&ldquo; der deutschen Wirtschaft [PDF &ndash; 280 KB]<\/a>.<\/em><br>\n<em>Ist etwa der Osten Deutschlands mit deutlich niedrigeren Arbeitskosten als der westliche Teil durch eine hohe Exportquote in Erscheinung getreten? Und die Spitzenreiter bei den Arbeitskosten und bei den Lohnnebenkosten (D&auml;nemark und Schweden) stehen auch nicht schlechter da als Deutschland.<br>\nBei der Entwicklung dieser Lohnst&uuml;ckkosten lag jedoch Deutschland in den zur&uuml;ckliegenden Jahren (bis auf Japan) weit hinter seinen wirtschaftlichen Konkurrenten. Von 2004 bis 2006 fielen die Lohnst&uuml;ckkosten sogar nominell und selbst noch im Krisenjahr 2008 hatte kein europ&auml;isches Land <a href=\"http:\/\/www.wko.at\/statistik\/eu\/europa-lohnstueckkosten.pdf\">einen niedrigeren Anstieg [PDF &ndash; 74.4 KB]<\/a>.<\/em><br>\n<em>Selbst die j&uuml;ngste <a href=\"http:\/\/www.cesifo-group.de\/portal\/page\/portal\/ifoContent\/N\/data\/forecasts\/forecasts_container\/GD20110407\/GD-20110407-lang.pdf\">&bdquo;Gemeinschaftsdiagnose&ldquo; der Konjunkturforschungsinstitute [PDF &ndash; 5.3 MB]<\/a> kommt nicht umhin, festzustellen, dass angesichts des Anstiegs der gesamtwirtschaftlichen Produktivit&auml;t um 1,0% und angesichts der Tatsache, dass die nominalen Lohnst&uuml;ckkosten ihr Niveau vom Vorjahr um 1,1 % unterschritten, sich die Gewinnsituation der Unternehmen sp&uuml;rbar verbessert habe. (S. 36) Gemessen am Produktionsniveau l&auml;gen die realen Arbeitskosten 2012 immer noch niedriger als vor Beginn der Lohnmoderation im Jahr 2004. (S. 37)<br>\nEs ist diese vergleichsweise geringe Steigerung der Lohnst&uuml;ckkosten, die Deutschland gegen&uuml;ber seinen europ&auml;ischen Nachbarn und in der Welt so wettbewerbsf&auml;hig gemacht und zu den hohen Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;ssen gef&uuml;hrt hat.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Das IMK teilt zur Ver&ouml;ffentlichung des Statistischen Bundesamtes mit:<\/strong><\/em><br>\n<em>Deutschland liegt bei den Arbeitskosten f&uuml;r die Privatwirtschaft weiterhin im Mittelfeld der &ldquo;alten&rdquo; EU 15 &ndash; an siebter Stelle hinter wichtigen nord- und westeurop&auml;ischen Handelspartnern. Die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Arbeitskosten-Analyse, die das Institut f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung k&uuml;rzlich f&uuml;r 2009 und die ersten Quartale 2010 vorgelegt hat, auch f&uuml;r das gesamte Jahr 2010 zutrifft. &ldquo;Die internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit der deutschen Wirtschaft ist hervorragend, das belegen auch die Rekordzahlen bei den Exporten&rdquo;, sagt Prof. Dr. Gustav A. Horn, Wissenschaftlicher Direktor des IMK. &ldquo;Allerdings hat diese Entwicklung zwei Seiten: Das lange Zeit relativ geringe Wachstum der L&ouml;hne in Deutschland st&auml;rkt die Exportwirtschaft, doch es gab nur geringe Impulse f&uuml;r die Binnennachfrage, und es hat zu den bedrohlichen wirtschaftlichen Ungleichgewichten im Euroraum beigetragen. Jetzt sehen wir zwar eine leichte Beschleunigung bei den L&ouml;hnen und beim Konsum, der Aufschwung in diesem Jahr ist nicht mehr ganz so einseitig vom Export getragen. Doch eine dauerhafte Trendwende steht noch aus.&rdquo;<\/em> <\/p>\n<p><em>Betrachtet man nur die Arbeitskosten im Verarbeitenden Gewerbe, lag Deutschland laut Statistischem Bundesamt 2010 an f&uuml;nfter Stelle &ndash; nach Belgien, Schweden, D&auml;nemark und Frankreich. Im Jahr 2009 hatte Deutschland nach der IMK-Untersuchung bei den industriellen Arbeitskosten noch an dritter Stelle rangiert. Mithin ist die preisliche Wettbewerbsf&auml;higkeit der deutschen Industrie 2010 im EU-Vergleich gestiegen. &ldquo;Allerdings sollte man solche Ranking-Verschiebungen nicht &uuml;berbewerten, weder in die eine noch die andere Richtung. Denn oft geht es dabei um Unterschiede von weniger als einem Euro&rdquo;, so Horn. Zudem seien die Zahlen f&uuml;r das verarbeitende Gewerbe zwar wichtig, d&uuml;rften aber nicht isoliert betrachtet werden. So profitiere die Industrie vom vergleichsweise niedrigen Arbeitskostenniveau in den Dienstleistungsbranchen, wo zahlreiche Vorleistungen nachgefragt werden. &ldquo;Daher ist es absolut richtig, dass das Statistische Bundesamt seit einigen Jahren die Arbeitskosten f&uuml;r die gesamte Privatwirtschaft erfasst. Diese Betrachtungsweise ist aussagef&auml;higer als einseitige Beschr&auml;nkungen auf die Arbeitskosten im Verarbeitenden Gewerbe&rdquo;, so Horn.<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/37883_113407.html\">PM zum Arbeitskostenvergleich des IMK<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Bayern droht Italien mit Grenzkontrollen<\/strong><br>\nEs ist eine Drohgeb&auml;rde Richtung Italien: Bayern will notfalls an der deutsch-&ouml;sterreichischen Grenze wieder die P&auml;sse kontrollieren, um Tunesienfl&uuml;chtlinge aus Italien abzuhalten. Das hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk bekr&auml;ftigt. [&hellip;]<br>\nSollte Bayern die Drohung ernst machen und an der Grenze zu &Ouml;sterreich die Kontrollen wieder einf&uuml;hren, w&auml;re das eine heftige Provokation. &ldquo;Aber man muss den Italienern jetzt klar sagen: &lsquo;So geht das nicht!&rsquo; [&hellip;]<br>\nDer Innenminister erwartet von Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi, dass der das Einwandererproblem selbst regelt. Italien sei mit den Fl&uuml;chtlingen zahlenm&auml;&szlig;ig nicht &uuml;berfordert. Genau das denkt auch Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), wie am Wochenende in einem Welt-Interview zu lesen war. Heute trifft er sich mit den europ&auml;ischen Innenministern in Luxemburg. Die Politiker wollen nach einer europ&auml;ischen L&ouml;sung f&uuml;r das Fl&uuml;chtlingsproblem aus Nordafrika suchen. Seit Beginn der Unruhen in Nordafrika haben sich rund 22.000 Menschen, viele darunter aus Tunesien, auf die italienische Insel Lampedusa gefl&uuml;chtet. [&hellip;]<br>\nF&uuml;r Herrmann liegt die L&ouml;sung des Fl&uuml;chtlingsproblems auf der Hand: Die meisten Menschen, die in den vergangenen Wochen auf Lampedusa an Land gegangen sind, seien Wirtschaftsfl&uuml;chtlinge aus Tunesien. Die Rechtslage sei deshalb klar: &ldquo;Die kann man auf das n&auml;chste italienische Schiff setzen und wieder zur&uuml;ckfahren nach Tunesien&rdquo;, so Herrmann in der radioWelt. Die Menschen aus Libyen sind f&uuml;r den Minister dagegen B&uuml;rgerkriegsfl&uuml;chtlinge. F&uuml;r sie m&uuml;sse eine andere L&ouml;sung gefunden werden, sagte er am Wochenende.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.br-online.de\/aktuell\/grenzkontrollen-herrmann-innenminister-ID1302425943993.xml\">BR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> F&uuml;r Hermann und Friederich ist die humanit&auml;re Katastrophe auf Lampedusa offensichtlich nichts anderes als eine zynische Steilvorlage, ihre CSU einmal wieder als Law-and-Order-Partei zu positionieren. Vor wem wollen uns die beiden Innenminister eigentlich &bdquo;besch&uuml;tzen&ldquo;? Vor den sagenhaften 200 tunesischen Fl&uuml;chtlingen, die bislang in Deutschland ankamen? Das ist doch erb&auml;rmlich, erinnert sich niemand mehr an &bdquo;unsere&ldquo; Sonntagsreden, als die Tunesier ihr Schicksal selbst in die Hand nahmen? Ist es der reichsten V&ouml;lkergemeinschaft der Welt mir ihren 400 Millionen Einwohnern wirklich nicht zuzumuten, 22.000 notleidende Menschen aufzunehmen? Europa sollte sich sch&auml;men!<\/em> <\/p>\n<p><strong>dazu: Von Liberia lernen<\/strong><br>\nFremdenfeinde tun so, als g&auml;lte es, Hab und Gut vor Fl&uuml;chtlingen zu sch&uuml;tzen. Auf die Not in Tunesien und anderen L&auml;ndern in Nordafrika reagieren sie mit Abschottungsreflexen.<br>\nLiberia muss ein sehr reiches Land sein. Es erlebt in seiner direkten Nachbarschaft einen furchtbaren B&uuml;rgerkrieg. T&auml;glich fliehen Tausende aus der Elfenbeink&uuml;ste. Mindestens 130.000, Stand vergangene Woche, sind in Liberia angekommen. [&hellip;] Liberias Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt bei knapp 150 Euro im Jahr. In der Europ&auml;ischen Union sind es 23.600 Euro. Sie ist also, vereinfacht gesagt, etwa 160-mal reicher als Liberia. Und hat nichts Besseres zu tun, als &uuml;ber 23.000 oder auch 26.000 Menschen aus Nordafrika zu streiten, die bei uns Zuflucht suchen. Beziehungsweise dar&uuml;ber, wie man sich diese Menschen am besten vom Leibe h&auml;lt. [&hellip;]<br>\nAll das haben sie nicht, und deshalb haben sie kein Recht, den Leuten das Zuhausebleiben zu empfehlen. Sie benutzen diesen Hinweis nur f&uuml;r ihre sch&auml;bige Abschottungs-Politik. Sie opfern die Werte, f&uuml;r die viele Nordafrikaner k&auml;mpften und k&auml;mpfen, ihrem Abwehr-Wahn, w&auml;hrend ein deutscher Polizeigewerkschafter von der europ&auml;ischen K&uuml;stenwache tr&auml;umt. Was w&uuml;rde sie kosten, diese Marine zur Bek&auml;mpfung des &bdquo;Feindes&ldquo; Fl&uuml;chtling? Wie viel Aufbau in Nordafrika k&ouml;nnte man finanzieren mit dem gleichen Geld?<br>\nWer demn&auml;chst in Tunesien oder anderswo f&uuml;r Demokratie und Freiheit k&auml;mpft, sollte sich dieses Europa nicht zum Vorbild nehmen. Eher schon Liberia.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/von-liberia-lernen\/-\/1472602\/8333088\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Ungerechte Besteuerung: Warum Deutschlands Reiche immer reicher werden<\/strong><br>\nWer viel Geld hat, beteiligt sich in Deutschland in gro&szlig;em Umfang an der Staatsfinanzierung &ndash; allerdings nur, wenn er auch arbeitet. Es gibt einen eklatanten Versto&szlig; gegen die Leistungsgerechtigkeit, meint Christian Rickens: Verm&ouml;gende werden zu sehr verschont.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,753245,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Autor verweist zu Recht auf den Skandal zunehmender Kapitaleink&uuml;nfte im Verh&auml;ltnis zum Gesamteinkommen Deutschlands und der dahinter stehenden Ungleichheit der Verm&ouml;gensverteilung. Andererseits singt er das Loblied der oberen zehn Prozent der Einkommensbezieher, ohne deren Einkommenssteuerbeitrag &ldquo;unser Gemeinwesen sofort zusammenbrechen&rdquo; w&uuml;rde. Da agiert Christian Rickens doch sehr im Nebel.- G&auml;nzlich unangebracht auch seine einf&uuml;hlsame Schilderung des Steuerfl&uuml;chtlings, Klaus-Michael K&uuml;hne, Chef des Logistikkonzerns K&uuml;hne + Nagel, der fern der norddeutschen Heimat in der Schweiz von schwersten Heimwehattacken heimgesucht wird.<\/em><br>\n<em>Die kassenm&auml;&szlig;igen Steuereinnahmen der veranlagten Einkommensteuer und Lohnsteuer im Jahre 2009  machten laut Sachverst&auml;ndigenrat 30,8 Prozent aus (Jahresgutachten 2010\/2011, S. 374). Die These von der &bdquo;wichtigsten Finanzierungsquelle des Staats ist also kr&auml;ftig zu revidieren.&ldquo; Wenn man dann der Aussage folgt, dass die oberen zehn Prozent der Einkommensbezieher die H&auml;lfte des Aufkommens bei der Einkommensteuer erbringen, so ist der Beitrag dieses obersten Zehntel zum gesamten Steueraufkommen auf 15 Prozent geschrumpft. Richtig deutlich wird der unterproportionale Beitrag dieser &bdquo;Leistungstr&auml;ger&ldquo; zum Gemeinwesen, wenn man sich ihren Anteil am Markteinkommen Deutschlands vor Augen h&auml;lt. (Markteinkommen: Lohneinkommen, Einkommen aus unternehmerischer T&auml;tigkeit, Verm&ouml;genseinkommen, ohne Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne, ohne &ouml;ffentliche Renten, Pensionen und Sozialtransfers).<\/em><br>\n<em>Leider beziehen sich die mir bekannten Daten zum Markteinkommen nur auf das Jahr 2001 und davor. Diese Ergebnisse hat das DIW mit einer integrierten Datenbasis aus <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/55868\/07-13-1.pdf\">Einkommensteuerstatistik und Sozio-oekonomischem Panel (SOEP) 2007 ermittelt [PDF &ndash; 348 KB]<\/a>.<\/em><br>\n<em>Die oberen zehn Prozent der Einkommensbezieher bezogen damals rund 39% der gesamten Markteinkommen. Dieser Anteil d&uuml;rfte im Zuge der weiteren Polarisierung der Einkommen in diesem Jahrzehnt angestiegen sein. Hinzu kommt noch, dass selbst der Sachverst&auml;ndigenrat einr&auml;umen muss: &bdquo;Wie bei allen Haushaltsbefragungen mit freiwilliger Teilnahme d&uuml;rften auch im SOEP die auskunftswilligen Haushalte &uuml;berproportional dem mittleren Einkommensbereichen angeh&ouml;ren und Haushalte mit sehr hohen und sehr niedrigen Einkommen nur unzureichend erfasst werden&ldquo;. (Jahresgutachten 2009\/2010, S. 310). &ndash; Die oberen zehn Prozent der Einkommensbezieher tragen also keineswegs in angemessener Weise zur Finanzierung des Gemeinwesens bei, milde formuliert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Joseph Stiglitz &ndash; Gl&uuml;cksspiel mit unserem Planeten<\/strong><br>\nDie Finanzkrise und die Atomkatastrophe von Japan: Wir haben in den letzten Jahren zwei Desaster erlebt, die zeigen, dass wir zu wenig getan haben gegen Risiken, die die Welt ins Unheil st&uuml;rzen k&ouml;nnen. Das Zocken muss ein Ende haben. [&hellip;]<br>\nExperten aus der Atom- wie aus der Finanzindustrie versicherten uns, dass das Risiko einer Katastrophe durch neue Technologien so gut wie beseitigt werde. Die Ereignisse haben gezeigt, dass sie Unrecht hatten: Nicht nur bestanden diese Risiken, sondern ihre Folgen waren so enorm, dass sie mit Leichtigkeit jeden angeblichen Nutzen der Systeme, den die f&uuml;hrenden Kopfe dieser Branchen versprochen hatten, ausl&ouml;schten.<br>\nVor der Gro&szlig;en Rezession prahlten Amerikas Wirtschaftsgurus &ndash; vom Chairman der Federal Reserve bis zu den Titanen des Finanzsektors -, wir h&auml;tten gelernt, die Risiken zu beherrschen. &ldquo;Innovative&rdquo; Finanzinstrumente wie etwa Derivate und CDS w&uuml;rden die Streuung der Risiken innerhalb der gesamten Wirtschaft erm&ouml;glichen. Heute wissen wir, dass sie damit nicht nur dem Rest der Gesellschaft etwas vorgemacht haben, sondern sogar sich selbst. Diese Zauberer der Finanzwelt, so erwies es sich, verstanden die Komplexit&auml;t der Risiken nicht &ndash; von den Gefahren so genannter &ldquo;endlastiger Verteilungen&rdquo; (ein Begriff aus der Statistik f&uuml;r seltene Ereignisse mit enormen Konsequenzen, die manchmal auch als &ldquo;schwarze Schw&auml;ne&rdquo; bezeichnet werden) gar nicht zu reden. Ereignisse, die sich angeblich einmal alle hundert Jahre &ndash; oder sogar einmal w&auml;hrend der Lebensdauer des Universums &ndash; ereignen sollten, schienen alle zehn Jahre zu passieren.<br>\nSchlimmer noch: Nicht nur die H&auml;ufigkeit derartiger Ereignisse wurde ma&szlig;los untersch&auml;tzt, sondern auch der astronomische Schaden, den sie verursachen w&uuml;rden &ndash; so etwa wie bei den Kernschmelzen, die die Atomindustrie immer wieder heimsuchen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/:top-oekonomen-joseph-stiglitz-gluecksspiel-mit-unserem-planeten\/60036253.html#utm_source=rss2&amp;utm_medium=rss_feed&amp;utm_campaign=\/meinungshungrige\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>How the rich soaked the rest of us<\/strong><br>\nThe astonishing story of the last few decades is a massive redistribution of wealth. The richest Americans have dramatically lowered their income tax burden since 1945, both absolutely and relative to the tax burdens of the middle income groups and the poor&hellip;<br>\nNote especially that from the end of the second world war into the early 1960s, the highest income earners paid a tax rate over 90% for many years. Today, the top earners pay a rate of only 35%. Note also how the gap between the rates paid by the richest and the poorest has narrowed. If we take into account the many loopholes the rich can and do use far more than the poor, the gap narrows even more.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/commentisfree\/cifamerica\/2011\/mar\/01\/us-taxation-public-finance\">Guardian (UK)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Sahra Wagenknecht: Wie Ungleichheit der Volkswirtschaft schadet<\/strong><br>\nDie extreme Ungleichheit, die der globalisierte Kapitalismus hervorbringt, ist nicht nur ein soziales Desaster. Sie behindert Produktivit&auml;t, Innovation und wirtschaftliche Dynamik. Die wachsende Ungleichheit ist allerdings nicht nur Ergebnis falscher Politik, sondern vor allem Produkt der heutigen wirtschaftlichen Eigentums- und Machtverh&auml;ltnisse. Der marktgl&auml;ubige Wirtschaftsliberalismus sei deshalb fatal, hatte schon der &Ouml;konom Walter Eucken gewarnt, weil er marktbeherrschende Oligopole entstehen lasse, deren enorme Macht fortan jede Politik verhindert, die sich gegen ihre Interessen richtet.<br>\nHeute stehen die Staaten unter der Aufsicht der M&auml;rkte beziehungsweise der sie dominierenden Konzerne. Das Ergebnis sind immer gr&ouml;&szlig;ere Verteilungskontraste. Der heutige Kapitalismus ist produktivit&auml;ts- und (real-)wirtschaftsfeindlich und zerst&ouml;rt die Grundfesten der Demokratie. Wer weniger Ungleichheit und mehr Wohlstand will, muss &uuml;ber eine neue Wirtschaftsordnung nachdenken<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:neue-ordnung-wie-ungleichheit-der-volkswirtschaft-schadet\/60036188.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Auch die NDS haben h&auml;ufig auf Studien hingewiesen, die die schwache &ouml;konomische Performance ungleicher Gesellschaften belegen. Nur, worum geht es Sahra Wagenknecht? Geht es darum, den heutigen Kapitalismus zu reformieren oder um eine neue Wirtschaftsordnung? Da w&uuml;nscht man sich mehr Eindeutigkeit  bzw. man m&ouml;chte wissen, wohin der Weg geht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Rohwaren als Finanzanlagen<\/strong><br>\nZum kr&auml;ftigen Anstieg der Preise von Rohwaren seit 2009 haben nicht nur Angebots- und Nachfrageeffekte beigetragen, sondern zunehmend auch die ver&auml;nderte Dynamik durch die &laquo;financialization&raquo; dieser M&auml;rkte. Rohwaren sind zu einer weiteren Form von Anlageg&uuml;tern geworden, die nicht nur auf fundamentale Angebots- und Nachfragestrukturen reagieren, sondern zunehmend auch auf gewinnorientierte Finanzfl&uuml;sse, Markterwartungen der Anleger und geldpolitische Bedingungen. Durch diese ver&auml;nderte Dynamik k&ouml;nnen wie in Aktien- oder Immobilienm&auml;rkten auch an den Rohwarenm&auml;rkten die Preise markant von dem durch die effektiven Angebots- und Nachfrageverh&auml;ltnissen, den &laquo;fundamentals&raquo;, erkl&auml;rbaren Niveau abweichen &ndash; und eine &laquo;Blase&raquo; bilden. Unabh&auml;ngig von der Frage, ob fundamentale oder finanzielle Faktoren die dominante Kraft bei der Preisgestaltung in Rohwarenm&auml;rkten sind, betonen die Autoren der japanische Notenbank in einem Forschungsbericht (&laquo;Recent Surge in Global Commodity Prices&raquo;) die Rolle der globalen monet&auml;ren Bedingungen. Die durch die extrem expansive Geldpolitik entstandene &Uuml;berschussliquidit&auml;t habe nicht nur die physische Nachfrage erh&ouml;ht, sondern auch spekulative Einfl&uuml;sse versch&auml;rft. Die Bank von Japan warnt davor, dass das Zusammenspiel von &laquo;financialization&raquo; der Rohwarenm&auml;rkte und der globalen &Uuml;berschussliquidit&auml;t zu einem Teufelskreis f&uuml;hren kann. Zunehmender Inflationsdruck lenke Investoren in die Rohwarenm&auml;rkte als Versicherung gegen Inflation, was wiederum durch steigende Rohwarenpreise den Inflationsdruck verst&auml;rke.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/nachrichten\/der_neuste_rentendiebstahl_findet_ueber_gebuehren_statt_1.10190435.html\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Klientelpolitik Marke SPD<\/strong><br>\nDie SPD stellt ein weichgesp&uuml;ltes Krankenversicherungs-Konzept vor. Wesentliche Forderungen der Parteilinken sind nicht mehr dabei. [&hellip;]<br>\nAu&szlig;erdem ist es ein klares Zugest&auml;ndnis an die gut verdienende Mitte der Arbeitnehmerschaft: Denn die w&auml;re bei der bislang von der SPD angedrohten Anhebung oder gar Abschaffung der Bemessungsgrenze erheblichen finanziellen Zusatzbelastungen ausgesetzt gewesen. Davor soll sie nun verschont werden.<br>\nAuf der Strecke bleibt auch die Kernforderung der SPD-Linken, Kassenbeitr&auml;ge nicht nur &uuml;ber die Geh&auml;lter zu finanzieren, sondern auch &uuml;ber Kapitaleink&uuml;nfte, Mieteinnahmen oder Immobilienbesitz. Denn die SPD hat jetzt ausgerechnet: Der b&uuml;rokratische Aufwand, dieses Geld einzutreiben, lohne den Zusatznutzen nicht. Denn wer viel Kapital oder H&auml;user besitzt, der hat auch oft ein gutes Gehalt &ndash; und erreicht bereits so die Beitragsbemessungsgrenze.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/klientelpolitik-marke-spd\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Das Arbeitsrecht erodiert<\/strong><br>\nZwischen Arbeitgeber und Besch&auml;ftigtem existiert ein Machtgef&auml;lle, das ausgeglichen werden muss. Diese Sichtweise geht verloren, warnt Britta Rehder . Die Politikprofessorin an der Uni Bochum hat &uuml;ber die Politik der Rechtsprechung und deutsche Arbeitsgerichtsbarkeit geforscht:<br>\n &ldquo;Die Annahmen ver&auml;ndern sich, und zwar in Richtung auf ein eher vertragsrechtliches Denken, das sagt, Arbeitsvertr&auml;ge sind ganz normale Vertr&auml;ge wie alle anderen auch und m&uuml;ssen auch so behandelt werden. &hellip; Das private Vertragsrecht sagt, Vertr&auml;ge sind ein hohes Gut, sie werden unter freien und gleichen Partnern geschlossen. Das Arbeitsrecht hingegen ist stark von Hugo Sinzheimer gepr&auml;gt, der wiederum war stark auch von sozialistischen Ideen inspiriert und hat gesagt: Diese Freiheit und Gleichheit gibt es f&uuml;r Arbeitnehmer nicht. Es gibt vielmehr eine Asymmetrie zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber und wenn beide einen Vertrag schlie&szlig;en, dann ist der Arbeitnehmer viel unfreier als der Arbeitgeber. Der Besch&auml;ftigte ist n&auml;mlich auf den Job angewiesen, er ist im Zweifelsfall deswegen auch dazu bereit, Bedingungen zu akzeptieren, die er nicht m&ouml;chte. Deswegen braucht man besondere Institutionen, die diese Asymmetrie aufheben &hellip; Die eigenst&auml;ndige Arbeitsrechtsprofessur ist heute kaum noch vertreten. Waren 1968 noch 23 Prozent aller Jura-Universit&auml;tsprofessoren ausschlie&szlig;lich Arbeitsrechtler, waren es 2009 nur noch 4 Prozent. Man hat heute fast immer eine Mischung, jemand ist Professor beispielsweise f&uuml;r b&uuml;rgerliches Recht und f&uuml;r Arbeitsrecht. Die Gefahr ist, dass so das Arbeitsrecht schrittweise verschwindet, weil es eher von vertragsrechtlich orientierten Leuten mit &uuml;bernommen wird. &hellip; Es wird viel dar&uuml;ber gesprochen, wie das Arbeitsrecht von oben, durch Gesetzesinitiativen oder Urteile des Europ&auml;ischen Gerichtshofs zum Streikrecht beispielsweise torpediert wird. Mein Argument ist aber: Die eigentliche Gefahr lauert darin, dass das Arbeitsrecht von innen heraus erodiert, weil die Ausbildungswege oder -inhalte an den Unis nicht mehr so sind, dass das klassische, traditionelle Arbeitsrecht erhalten bleibt. Das ist ein schleichender Prozess, der kaum zur Kenntnis genommen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=in&amp;dig=2011%2F04%2F11%2Fa0053&amp;cHash=dcc3dbfbad\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Unternehmen finden kaum noch Zeitarbeiter<\/strong><br>\nIn der Branche wird ein zunehmender Arbeitskr&auml;ftemangel beklagt. Zeitarbeitsfirmen locken Menschen mit h&ouml;heren L&ouml;hnen.<br>\nZeitarbeitfirmen haben derzeit gro&szlig;e Probleme, neue Mitarbeiter zu finden. Viele Unternehmen der Branche &bdquo;klagen &uuml;ber erhebliche Schwierigkeiten, das ben&ouml;tigte Personal in ausreichender Zahl zu rekrutieren&ldquo;, sagt der Pr&auml;sident des Bundesverbands Zeitarbeit (BZA), Volker Enkerts, &ldquo;Welt Online&ldquo;. Vor allem in den Metall- und Elektroberufen sowie in den technischen Berufen, aber auch bei den in der Zeitarbeit stark vertretenen Hilfsarbeitern sei das Angebot knapp.<br>\n[&hellip;]<br>\nDamit sie diese Nachfrage befriedigen und weiter wachsen kann, will die Zeitarbeitsbranche gleich an mehreren Stellen ansetzen. Einerseits sei &bdquo;v&ouml;llig klar&ldquo;, dass man bei den Geh&auml;ltern etwas drauf packen m&uuml;sse. &bdquo;Je nach Auftrag und Region werden bei unseren Tarifl&ouml;hnen wohl &uuml;bertarifliche Leistungen f&auml;llig werden&ldquo;, sagt Enkerts. Zudem gelte es, zu qualifizieren und weiterzubilden.<br>\nUnd dann gibt es da noch die gro&szlig;e Hoffnung auf den 1. Mai. Dann fallen alle Schranken f&uuml;r die Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit zwischen Deutschland und den osteurop&auml;ischen Nachbarl&auml;ndern. Davon verspricht sich Enkerts viel: &bdquo;Dort k&ouml;nnen wir dringend ben&ouml;tigte Fachkr&auml;fte finden&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article13130918\/Unternehmen-finden-kaum-noch-Zeitarbeiter.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung des NDS-Lesers J.A.:<\/strong> Verlogen und zynisch. Immerhin ist die Anzahl der Zeitarbeiter so hoch wie nie, und die Arbeitslosenzahl liegt bei &uuml;ber 4 Millionen, also haben wir weiterhin Massenarbeitslosigkeit; aber die Unternehmer freuen sich schon auf die n&auml;chste Runde des Lohndumpings durch die Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Abgeschoben und liegen gelassen &ndash; Warum die Politik sich kaum um die Pflege k&uuml;mmert<\/strong><br>\nDie Deutschen werden &auml;lter, die Zahl der Pflegebed&uuml;rftigen steigt. Die Pflegeversicherung rutscht bald ins Defizit. Doch die Politik l&auml;sst sich mit Reformen Zeit &ndash; zu viel Zeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/cdn-storage.br.de\/mir-live\/bw1XsLzS\/bLQH\/bLOliLioMXZhiKT1\/iLCpbHJG\/uwQtsKFCuwJC\/_2rc_K1S\/_-JS\/_ArH_71S\/uLoXb69zbX06\/110216_2130_Dossier-Politik_Abgeschoben-und-liegen-gelassen---Warum-die.mp3\">BR-H&ouml;rfunk (Audio-Podcast, ca. 52 Minuten)  [mp3 &ndash; 49 MB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Diese kritische, ausgewogene und &uuml;berwiegend sehr gute Sendung ist zwar schon fast zwei Monate alt, aber trotzdem einen Hinweis wert. Ab Minute 25:30 gibt es eine Reportage &uuml;ber den Einfluss der Versicherungslobby und gekauften Wissenschaftler auf die Sozialversicherungspolitik mit R&uuml;rup, Raffelh&uuml;schen, Deutschem Institut f&uuml;r Altersvorsorge und anderen. Hier kommt auch (im Originalausschnitt aus der Maschmeyer-Reportage von Panorama) der ehemalige Berufspolitiker und heutige Buchautor Albrecht M&uuml;ller zu Wort, der das als politische Korruption bezeichnet.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>1.630.000.000.000 Dollar f&uuml;r Waffen und Soldaten<\/strong><br>\nDie Staaten der Welt haben 2010 so viel Geld f&uuml;r das Milit&auml;r ausgegeben wie nie zuvor. Den gr&ouml;&szlig;ten Zuwachs verzeichnete S&uuml;damerika &ndash; was die Experten vom Friedensforschungsinstitut Sipri &uuml;berrascht.<br>\nChina ist im letzten Jahrzehnt auch milit&auml;risch zur Supermacht aufgestiegen. Seit 2000 hat die Regierung in Peking die R&uuml;stungsausgaben nahezu verdreifacht und ihr Land damit deutlich als zweitgr&ouml;&szlig;te Milit&auml;rmacht positioniert. Weit vor China liegen weiterhin die USA, die sechsmal so viel f&uuml;r Waffen ausgeben und allein f&uuml;r 43 Prozent der weltweiten R&uuml;stungsbudgets stehen. Dies geht aus dem neuen Rapport &uuml;ber die globalen Milit&auml;rausgaben hervor, den das angesehene Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri am heutigen Montag ver&ouml;ffentlicht. 1.630.000.000.000 Dollar haben die Staaten dieser Welt 2010 f&uuml;r das Milit&auml;r ausgegeben. Das sind umgerechnet 1,15 Billionen Euro &ndash; so viel wie noch nie. Zum Vergleich: die staatliche Entwicklungshilfe betrug nicht mal ein Zehntel. Hinter den USA und China folgen Gro&szlig;britannien, Frankreich und Russland. Deutschland nimmt Platz acht im R&uuml;stungs-Ranking ein. [&hellip;]<br>\nDen gr&ouml;&szlig;ten Zuwachs der Milit&auml;rbudgets verzeichnete S&uuml;damerika mit 5,8 Prozent. Sipris Lateinamerika-Expertin Carina Solmirano bezeichnet dies als &bdquo;&uuml;berraschend, angesichts des Fehlens reeller milit&auml;rischer Bedrohung&ldquo; der meisten Staaten und der &bdquo;Existenz weit dringlicherer sozialer N&ouml;te&ldquo;. Das starke Wirtschaftswachstum der Region sei Teil der Erkl&auml;rung. Au&szlig;erdem versuche Brasilien, das f&uuml;r den L&ouml;wenanteil der Zusatzkosten verantwortlich ist, seine internationale Position zu st&auml;rken, was mit einer Modernisierung des Milit&auml;rsektors einhergehe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/1-630-000-000-000-dollar-fuer-waffen-und-soldaten\/-\/1472596\/8329148\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Soviel Heimlichkeit<\/strong><br>\nDie Regierungsparteien verweigern im Bundestag die Einrichtung eines Lobbyistenregisters. Auch die Umsetzung einer UN-Konvention gegen Abgeordnetenbestechlichkeit wurde abgelehnt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/04-11\/049.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Wer mit wem?<\/strong><br>\nEine neue Website namens Influence Networks die Verbindungen von Industrievertretern und Politikern &ouml;ffentlich machen. Partner sind unter anderem Transparency International und das Projekt OBSWeb der Uni Metz. Gebaut wurde die Seite vom franz&ouml;sischen Datenjournalismusanbieter OWNI. Basisinformationen werden der Datenbank Freebase entnommen, in der rund knapp zwei Millionen Personen und zahlreiche Unternehmen sowie Verb&auml;nde eingetragen sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/magazin\/digital\/influence_networks_gestartet_1.10202288.html\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Libyen &ndash; Die Emiss&auml;re von nebenan<\/strong><br>\nDie Afrikanische Union (AU) hat sich bisher kaum als Anh&auml;nger von NATO-Luftschl&auml;gen gegen Libyen zu erkennen gegeben. Sie betrachtet einen derartigen Eingriff in innere Konflikte eines ihrer Mitgliedsstaaten mehrheitlich als unerw&uuml;nschten Pr&auml;zedenzfall. Von daher ist die diplomatische Offensive der f&uuml;nf Staatschefs unter F&uuml;hrung des s&uuml;dafrikanischen Pr&auml;sidenten Jacob Zuma l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llig. [&hellip;]<br>\nDer von Jacob Zuma angeregte und von Gaddafi angenommene Waffenstillstand wird zun&auml;chst auf sich warten lassen, weil die Rebellen erst den Abgang ihres Feind erleben wollen. Aber schon morgen, bei anberaumten Gespr&auml;chen zwischen dem &Uuml;bergangsrat aus Benghazi und den EU-Au&szlig;enministern in Luxemburg, d&uuml;rfte ein solch tempor&auml;rer Kompromiss wieder auf der Tagesordnung stehen. Einfach deshalb, weil er der NATO willkommen w&auml;re. Das B&uuml;ndnis k&ouml;nnte eine sich hinschleppende Intervention aus der Luft durch ein Eingreifen am Boden erg&auml;nzen &ndash; die Kontrolle von Waffenstillstandslinien und der Schutz humanit&auml;rer Korridore bieten vorz&uuml;gliche Anl&auml;sse. Ob eine solche Operation nun &bdquo;humanit&auml;re Mission&ldquo; oder &bdquo;humanit&auml;re Intervention&ldquo; genannt wird, erscheint zweitrangig. Entscheidend ist allein, die NATO setzt einen Fu&szlig; auf afrikanisches Territorium und kann einen ganzen Kontinent anders beeinflussen und kontrollieren, als das vor der Libyen-Krise der Fall war. Es w&auml;re der Beweis erbracht, wie sich die Banner Demokratie, Menschenrechte, Freiheit, Liberalit&auml;t und humanit&auml;re Hilfe nutzen lassen, um westlichem Neo-Kolonialismus Vorschub zu leisten. Die NATO kann in Libyen vollbringen, was den USA im Irak misslang. M&ouml;glicherweise wurde die Afrikanische Union zu sp&auml;t in Tripolis und Benghazi vorstellig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/1114-spaet-aber-nicht-zu-spaet\">Der Freitag<\/a>\n<p><strong>dazu: Rebellen lehnen Friedensplan ab<\/strong><br>\nDer &Uuml;bergangsrat der libyschen Rebellen hat am Montag den Waffenstillstandsvorschlag der Afrikanischen Union (AU) zur&uuml;ckgewiesen. Dies teilten die Aufst&auml;ndischen nach einem Treffen mit der AU-Delegation mit, die zuvor in Tripolis die Zustimmmung von Machthaber Muammar al-Gaddafi zu ihrem Vorschlag erhalten hatte. Die Rebellen forderten Gaddafi auf, die Macht abzugeben. [&hellip;]<br>\nEin Waffenstillstand in Libyen ist nach Ansicht von Nato-Generalsekret&auml;r Anders Fogh Rasmussen nur bei Erf&uuml;llung einer Reihe von Bedingungen m&ouml;glich. &ldquo;Ich nehme diese Versprechungen nicht f&uuml;r bare M&uuml;nze&rdquo;, sagte Rasmussen in Br&uuml;ssel zu Berichten, wonach Gaddafi zu einem Waffenstillstand bereit sei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/libyen-rebellen-lehnen-friedensplan-ab-1.1083933\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>&Auml;gyptischer Blogger wegen Armee-Kritik verurteilt<\/strong><br>\nEin &auml;gyptischer Blogger ist wegen seiner Kritik an der Armee des Landes zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Ein Milit&auml;rgericht habe das Urteil gegen Maikel Nabil verh&auml;ngt, sagte sein Anwalt Gamal Eid. Weder er noch die anderen Anw&auml;lte Nabils h&auml;tten bei der Urteilsverk&uuml;ndung anwesend sein k&ouml;nnen, diese sei &laquo;beinahe im Geheimen&raquo; &uuml;ber die B&uuml;hne gegangen. Das Urteil d&uuml;rfte f&uuml;r grossen Unmut in der grossen Blogger-Szene in &Auml;gypten sorgen, die sich nach dem Sturz von Staatschef Husni Mubarak am 11. Februar eine gr&ouml;ssere Meinungsfreiheit erhofft hatte.  Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte vergangene Woche gefordert, die Vorw&uuml;rfe gegen den Blogger fallenzulassen. Der Prozess sei ein &laquo;gef&auml;hrlicher Pr&auml;zedenzfall&raquo; in einer Zeit, da sich &Auml;gypten von den &laquo;&Uuml;bergriffen&raquo; der Mubarak-&Auml;ra wegbewegen wolle.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/politik\/international\/aegypten_blogger_kritik_armee_gefaengnis_1.10209487.html\">NZZ<\/a>\n<p><strong>dazu: Die haben scharf geschossen<\/strong><br>\nIn der Nacht zum Samstag r&auml;umt die Armee mit brutaler Gewalt den Tahrirplatz in Kairo. Viele erz&auml;hlen nicht nur von ihrer eigenen Angst, sondern auch von dem, was sie gesehen haben. Wie die Soldaten ganz gezielt zu jenem Zelt gegangen sind, in dem sich jene Armeeangeh&ouml;rigen aufhielten, die sich trotz eines Verbots der Armeeleitung den Protesten angeschlossen hatten. Wie sie sie herauszogen, drei direkt erschossen, mehrere totpr&uuml;gelten. Keine Stunde sp&auml;ter stehen Videos im Netz, auf denen man den Ablauf der R&auml;umung detailliert sehen kann, ununterbrochen sind die Gewehrsalven zu h&ouml;ren. Die Armee beschie&szlig;t das Geb&auml;ude am Rande des Platzes, aus dem gefilmt wird. Sie zieht durch die Stra&szlig;en, in der Innenstadt sind die ganze Nacht durch &uuml;berall Sch&uuml;sse zu h&ouml;ren, sie schie&szlig;t auf H&auml;user, Augenzeugenberichten zufolge stirbt dabei ein Passant.<br>\nDer regierende Milit&auml;rrat gibt am Nachmittag eine Pressekonferenz, weist alle Vorw&uuml;rfe zur&uuml;ck und schiebt m&ouml;gliche Verletzungen auf Steinw&uuml;rfe der Demonstranten. &ldquo;Wie zu Mubaraks Zeiten&rdquo;, st&ouml;hnen zahlreiche Aktivisten. Am Abend sind sie alle wieder da. Manche humpeln, haben einen Arm in der Schlinge. Kugeln des Milit&auml;rs. Die Barrikaden sind jetzt h&ouml;her, stabiler, mit Rollen aus Stacheldraht, einem alten Laster, Taxis haben zur Sicherung davor geparkt. &ldquo;Wenn wir jetzt aufgeben, ist alles, was wir uns erk&auml;mpft haben, verloren&rdquo;, sagt Rana. Und Ramy f&uuml;gt hinzu: &ldquo;Das ist der zweite Teil der Revolution. Nur k&auml;mpfen wir dieses Mal nicht gegen ein Marionettenkabinett, sondern gegen die wirkliche Macht, die Armee.&rdquo; Warten. Kurz vor Beginn der Ausgangssperre. Zwei Uhr. Drei Uhr. Als um f&uuml;nf Uhr die Ausgangssperre aufgehoben wird, geht ein Aufatmen durch die Menge auf dem Tahrirplatz. Niemand kann es richtig fassen: Die Armee hat den Platz nicht angegriffen! Eine Nacht, zumindest, gewonnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2011%2F04%2F11%2Fa0065&amp;cHash=cd7ec7086d\">NZZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Krise in der Elfenbeink&uuml;ste<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Das Abenteuer ist vorbei<\/strong><br>\nFranz&ouml;sische Spezialeinheiten f&uuml;hrten die Offensive an, die mit Gbagbos Festnahme endete. Zuvor hatte es Luftangriffe auf seine Residenz gegeben. Die UN-Mission in der Elfenbeink&uuml;ste (Unoci) sowie Ouattara baten um franz&ouml;sisches Eingreifen zur Zerst&ouml;rung von Gbagbos schweren Waffen gem&auml;&szlig; der UN-Resolution 1975. Auf dieser Grundlage war bereits letzte Woche das Gendarmeriecamp Agban im Norden der Stadt bombardiert worden. Danach hatte Gbagbos Milit&auml;rf&uuml;hrung den Krieg zwar f&uuml;r beendet erkl&auml;rt, aber Gbagbo selbst war hart geblieben. Frankreich hat 1.700 Soldaten in Abidjan stationiert, als Schnelle Eingreiftruppe zur Verst&auml;rkung der UN-Blauhelmmission. Mehrere hochrangige Mitstreiter Gbagbos sollen sich jetzt in franz&ouml;sischem Milit&auml;rgewahrsam befinden. Pascal Affi NGuessan, Pr&auml;sident von Gbagbos FPI (Ivorische Volksfront), soll knapp der Lynchjustiz entgangen sein. Als sich die Nachricht von Gbagbos Verhaftung in Abidjan verbreitete, kam es zu spontanen Freudenfeiern. Die meisten Ivorer hoffen, dass jetzt endlich Frieden einkehren kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/afrika\/artikel\/1\/gbagbo-angeblich-festgenommen\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wer sich &uuml;ber das wahrscheinliche Ende des B&uuml;rgerkriegs freut, sollte nicht vergessen, dass auch Alassane Ouattara nicht gerade zur Lichtgestalt taugt. Klagen &uuml;ber Manipulationen der Ergebnisse zugunsten Ouattaras wurden nach dem Entscheid des  ivorischen Verfassungsrats international kaum mehr zur Kenntnis genommen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gbagbo-Ouattara: Die feindlichen Ivorer<\/strong><br>\nAlassane Ouattara und Laurent Gbagbo, die feindlichen Ivorer, behandeln die Elfenbeink&uuml;ste seit Jahren wie ihren Sandkasten. Erst legte Ouattara Gbagbo herein, dann Gbagbo Ouattara. Jetzt ist wieder Ouattara am Dr&uuml;cker. Ein Doppelportr&auml;t.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub6AC8BEDB983D449FAB78BDE0B7454534\/Doc~EEB68A9B1BD8945E0B524C72A6E4FED2B~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Aufstieg und Fall von &ldquo;Woody&rdquo;<\/strong><br>\nLaurent Gbagbo geh&ouml;rte zur radikalen Avantgarde in der Elfenbeink&uuml;ste, die ein anderes Afrika wollte. Und wurde selbst ein brutaler Diktator.<br>\nSeine politische Karriere endete dort, wo sie begann: im Untergrund. Als Frankreich seinen neokolonialen Vorgarten in Afrika noch fest im Griff hatte und die Elfenbeink&uuml;ste unter F&eacute;lix Houphou&euml;t-Boigny noch eine Diktatur war, brutal, arrogant und reich, geh&ouml;rte Laurent Gbagbo zur radikalen Avantgarde, die ein anderes Afrika wollte. Erst politischer Gefangener, dann Doktorand in Paris, Geschichtsprofessor in Abidjan und schlie&szlig;lich 1988 Gr&uuml;nder der dann verbotenen sozialistischen Ivorischen Volksfront (FPI), verk&ouml;rperte Gbagbo den afrikanischen Widerstand. [&hellip;] Gbagbo wollte ein heroischer Krieger sein, in der Tradition der vorkolonialen Freiheitsk&auml;mpfer gegen die europ&auml;ische Eroberung. Jetzt ist sein Krieg vorbei, und die Ivorer atmen auf, in dem Schlacht- und Tr&uuml;mmerfeld, als das Gbagbo die Elfenbeink&uuml;ste hinterlassen hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/1\/politik\/afrika\/artikel\/1\/aufstieg-und-fall-von-woody\/\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Parteien ohne Programm &ndash; sind sie noch zu retten?<\/strong><br>\nDie FDP wird ihren Chef los &ndash; und steht damit gleich ganz ohne da. Was Westerwelle hinterl&auml;sst ist n&auml;mlich nur eine H&uuml;lle. In Jahrzehnte langer Arbeit hat er die FDP &ldquo;entkernt&rdquo;, also gr&uuml;ndlich s&auml;mtlicher ehemaliger Inhalte beraubt. Die Partei hat kein Programm mehr. Oder k&ouml;nnten Sie sagen, wof&uuml;r die Liberalen in Deutschland stehen, wenn man mal die illusion&auml;ren Steuersenkungen au&szlig;er Acht l&auml;sst? Da ist sonst nichts &ndash; au&szlig;er Vergangenheit. Was &ndash; bei genauerem Hinsehen &ndash; aber auch kein Alleinstellungsmerkmal der FDP ist. Oder k&ouml;nnten Sie sagen, welches Projekt genau die Unionsparteien verfolgen, oder die SPD? Wenn man mal Machterhalt oder Machtgewinn au&szlig;er Acht l&auml;sst .<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/mp3.podcast.hr-online.de\/mp3\/podcast\/derTag\/derTag_20110405.mp3\">hr2 &ndash; Kultur &bdquo;Der Tag&ldquo; (Audio-Podcast, ca. 52 Minuten) [mp2 &ndash; 50 MB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Wider den Exzellenz-Kult: Es lebe das Mittelma&szlig;!<\/strong><br>\n&ldquo;Wir suchen nur die Besten&rdquo; &ndash; das w&uuml;rden die meisten Personalmanager unterschreiben. Sie sitzen einem Irrtum auf: Buchautor Markus Reiter erkl&auml;rt, warum im Mittelma&szlig; die wahren Leistungstr&auml;ger in Unternehmen und Gesellschaft zu finden sind.<br>\n94 Prozent der Collegeprofessoren in den Vereinigten Staaten glauben, dass sie ihre Arbeit besser machen als ihre Kollegen. Und jeder vierte Student ist der Meinung, zum leistungsf&auml;higsten einen Prozent der Studierenden zu geh&ouml;ren. Diese Umfrageergebnisse zitieren der Philosophen Albert Newen von der Uni Bochum und Gottfried Vosgerau von der Uni D&uuml;sseldorf in einem Aufsatz f&uuml;r die Zeitschrift &ldquo;Gehirn &amp; Geist&rdquo;.<br>\n[&hellip;]<br>\nIn Wirklichkeit ist der gro&szlig;e wirtschaftliche Erfolg Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg nicht einigen wenigen Genies zu verdanken, sondern einem flei&szlig;igen Mittelma&szlig; &ndash; einem breiten, gut ausgebildeten Mittelstand von Fachkr&auml;ften, die in normalen Schulen und Universit&auml;ten ausgebildet<br>\nworden sind. Das Gegenbild stellt die USA dar: Sie brachte so viele Nobelpreistr&auml;ger hervor wie kein anderes Land der Welt. Ein gro&szlig;er Teil der Arbeitskr&auml;fte ist hingegen nur notd&uuml;rftig angelernt.<br>\nDas festzustellen, hei&szlig;t zum einen, dass wir das Mittelma&szlig; neu sch&auml;tzen lernen m&uuml;ssen. Es hat zum anderen auch Konsequenzen f&uuml;r unsere Bildungspolitik &ndash; und zwar jenseits aller traditionellen linken Elitenfeindlichkeit, die auf ideologischen Gleichheitsannahmen beruht.<br>\nDer deutschen Volkswirtschaft ist am meisten gedient, wenn die Gesellschaft das Gros ihrer Ressourcen in die F&ouml;rderung des Mittelma&szlig;es investiert. Kurz: in viele gute Schulen und Universit&auml;ten statt in wenige Eliteeinrichtungen f&uuml;r eine winzige Minderheit. Den vielen<br>\nBenachteiligten die Chance zu er&ouml;ffnen, Mittelma&szlig; zu werden, bringt volkswirtschaftlich gerechnet mehr, als die wenigen Exzellenten noch besser zu machen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/karriere\/berufsleben\/0,1518,748287,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung des NDS-Lesers J.A.:<\/strong> Was ist blo&szlig; mit dem SPIEGEL los?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: EU-Vergleich der Arbeitskosten und Lohnnebenkosten f&uuml;r das Jahr 2010; Bayern droht Italien mit Grenzkontrollen; Ungerechte Besteuerung: Warum Deutschlands Reiche immer reicher werden; Joseph Stiglitz &ndash; Gl&uuml;cksspiel mit unserem Planeten; How the rich soaked the rest of us; Sahra Wagenknecht: Wie Ungleichheit der Volkswirtschaft schadet; Rohwaren als Finanzanlagen; Klientelpolitik Marke<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9040\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-9040","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9040","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9040"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9040\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9043,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9040\/revisions\/9043"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9040"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9040"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9040"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}