{"id":90479,"date":"2022-11-16T15:25:00","date_gmt":"2022-11-16T14:25:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90479"},"modified":"2022-11-16T16:45:54","modified_gmt":"2022-11-16T15:45:54","slug":"wahlwiederholung-in-berlin-rot-gruen-rot-wohl-bald-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90479","title":{"rendered":"Wahlwiederholung in Berlin: Rot-Gr\u00fcn-Rot wohl bald Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt ist es amtlich. Die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus und zu den 12 Bezirksverordnetenversammlungen vom 26. September 2021 m&uuml;ssen vollst&auml;ndig wiederholt werden, sie sind ung&uuml;ltig. Das hat der Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin am Mittwochvormittag verk&uuml;ndet. Laut Landeswahlgesetz muss diese Wahlwiederholung sp&auml;testens 90 Tage nach der Ver&ouml;ffentlichung des Urteils im Amtsblatt, die am Freitag erfolgen wird, stattfinden. Voraussichtlicher Wahltermin w&auml;re demnach der 12. Februar. Da es sich rechtlich nicht um Neuwahlen, sondern eine Wahlwiederholung handelt, werden die seinerzeit eingereichten Wahlvorschl&auml;ge f&uuml;r Direkt- und Listenkandidaten erneut zur Abstimmung stehen. Gegen diese Entscheidung gibt es keine Rechtsmittel. Von <strong>Rainer Balcerowiak<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n&Uuml;berraschend kam dieses Urteil nicht, denn das Gericht hatte bereits anl&auml;sslich einer Anh&ouml;rung zu mehreren Wahlanfechtungsklagen am 28. September in einer &bdquo;vorl&auml;ufigen rechtlichen Einsch&auml;tzung&ldquo; keinen Zweifel daran gelassen, dass angesichts der zahlreichen massiven Verst&ouml;&szlig;e gegen die Landeswahlordnung und das allgemeine Wahlrecht nur eine vollst&auml;ndige Wiederholung einen Ausweg aus der entstandenen Lage erm&ouml;glichen werde, da das Wahlergebnis und die daraus resultierende Mandatsverteilung m&ouml;glicherweise grob verf&auml;lscht worden seien. <\/p><p>Dieser Linie blieb das Gericht in seinem endg&uuml;ltigen Urteil treu. Zu den grundlegenden Anforderungen an eine demokratische Wahl geh&ouml;re zwingend, dass jeder Wahlberechtigte  am Wahltag die M&ouml;glichkeit habe, eine vollst&auml;ndige und g&uuml;ltige Stimme unter zumutbaren Bedingungen abzugeben. Dies sei bei den Wahlen am 26. September 2021 nicht gegeben gewesen, <a href=\"https:\/\/www.berlin.de\/gerichte\/sonstige-gerichte\/verfassungsgerichtshof\/pressemitteilungen\/2022\/pressemitteilung.1265423.php\">hei&szlig;t es dort<\/a>. Auch im Vorfeld der Wahlen gab es bereits einige gravierende Verst&ouml;&szlig;e gegen die Landeswahlordnung, etwa die rechtzeitige Anlieferung einer ausreichenden Menge von Stimmzetteln an die Wahllokale und deren Ausstattung mit Wahlkabinen betreffend. Zumal absehbar war, dass Nachlieferungen am Wahltag besonders in der Innenstadt schwierig werden k&ouml;nnten, da zeitgleich mit den Wahlen der von umfangreichen Stra&szlig;ensperren begleitete &bdquo;Berlin-Marathon&ldquo; stattfand.<\/p><p>Die Liste der dokumentierten schweren Wahlfehler ist lang. Dazu geh&ouml;ren fehlende oder teilweise h&auml;ndisch kopierte oder gar falsche Stimmzettel, zwischenzeitliche Schlie&szlig;ungen von Wahllokalen, fehlende oder fehlerhafte Aufzeichnungen &uuml;ber den Wahlverlauf und die Stimmenausz&auml;hlung sowie Stimmabgaben bis weit nach 20 Uhr, obwohl die Wahllokale laut Landeswahlordnung um 18 Uhr schlie&szlig;en m&uuml;ssen, um eine Beeinflussung durch erste Hochrechnungen auszuschlie&szlig;en. F&uuml;r viele Wahllokale gab es &uuml;berhaupt keine verwertbaren Dokumentationen des Ablaufs. Doch aus den ausgewerteten Daten und den vorliegenden eidesstattlichen Versicherungen geht laut Gericht unter anderem hervor, dass es in fast der H&auml;lfte der Wahllokale zu zeitweiligen Schlie&szlig;ungen und\/oder l&auml;ngeren &Ouml;ffnungen sowie Wartezeiten von mehr als einer Stunde gekommen sei.<\/p><p><strong>Parteien sind l&auml;ngst im Wahlkampfmodus<\/strong><\/p><p>Der Berliner Senat reagiert auf diese schallende Ohrfeige mit Schulterzucken, nach der Devise: Dumm gelaufen, aber beim n&auml;chsten Mal wird alles besser. Und auch der damals f&uuml;r die Chaos-Wahlen, die Berlin zum Gesp&ouml;tt der ganzen Welt machten, verantwortliche Senator Andreas Geisel (SPD) sieht keinerlei Anlass, pers&ouml;nliche Konsequenzen zu ziehen.<\/p><p>Auf Bundesebene denkt man dagegen nicht im Traum daran, die Wahlen zum Bundestag in vergleichbarer Weise zu wiederholen. Die fanden zeit- und ortsgleich in den 2.256 Berliner Wahllokalen statt. Und obwohl die Berliner Verfassungsrichter das gesamte Wahlprozedere von der Vorbereitung &uuml;ber die Durchf&uuml;hrung bis hin zur Ausz&auml;hlung als irregul&auml;r einstufen, soll f&uuml;r den Bundestag lediglich in 431 Wahllokalen erneut gew&auml;hlt werden. Allerdings wird dieser Beschluss des Bundestages voraussichtlich beim Bundesverfassungsgericht angefochten. <\/p><p>Die Berliner Parteien haben mit diesem Urteil gerechnet und befinden sich bereits seit Wochen im Wahlkampfmodus. Denn die Wahlwiederholung k&ouml;nnte zu erheblichen Verschiebungen der Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse im Parlament f&uuml;hren. Die &bdquo;rot-gr&uuml;n-rote &ldquo; Koalition hat in ihrer rund einj&auml;hrigen Amtszeit nur wenig vorzuweisen und entsprechend geringe Beliebtheitswerte. Das betrifft besonders die SPD und deren damalige Hoffnungstr&auml;gerin Franziska Giffey. Ihre als zentraler Wahlkampfslogan formulierten &bdquo;F&uuml;nf B&lsquo;s&ldquo; f&uuml;r die Hauptstadt (Bauen, Bildung, Beste Wirtschaft, B&uuml;rgern&auml;he, Berlin in Sicherheit) haben sich l&auml;ngst als Sprechblasen entpuppt, an der strukturellen Dysfunktionalit&auml;t Berlins hat sich in vielen Bereichen wenig bis nichts ge&auml;ndert. Die von ihr zur &bdquo;Chefinnensache&ldquo; erkl&auml;rte Wohnungsbauoffensive kommt nicht voran, das &bdquo;B&uuml;ndnis f&uuml;r bezahlbares Wohnen&ldquo; ist versandet. Der Lehrermangel an Berlins Schulen ist dramatisch wie eh und je, auch die Verwaltungen leiden weiterhin unter Personalmangel, kontraproduktiven Strukturen und mangelnder technischer Ausr&uuml;stung. Und auch bei zwei weiteren Berliner Gro&szlig;baustellen, dem Verkehr und der Gesundheitsversorgung, rumpelt es gewaltig.<\/p><p>Giffeys Stern ist nicht nur in der Gesamtbev&ouml;lkerung, sondern auch in ihrer Partei betr&auml;chtlich gesunken. Bereits kurz nach den Wahlen musste sie eine herbe Schlappe einstecken. Die von ihr ausdr&uuml;cklich favorisierte Regierungsbildung ohne Beteiligung der Linken in einem B&uuml;ndnis mit Gr&uuml;nen und FDP war weder bei den Gr&uuml;nen noch in der SPD durchsetzbar. Doch das war verschmerzbar, weil sich die Linke in ihrer Orientierung auf unbedingte Regierungsbeteiligung als &auml;u&szlig;erst pflegeleicht erwies. Ihren einzigen zugkr&auml;ftigen Wahlkampfschlager &ndash; die Unterst&uuml;tzung des erfolgreichen Volksbegehrens f&uuml;r die Vergesellschaftung gro&szlig;er Wohnungskonzerne &ndash; hat die Linke bereits kurz nach Beginn der Koalitionsverhandlungen faktisch entsorgt und in eine hinter verschlossenen T&uuml;ren tagende Kommission ausgelagert, die irgendwann eine unverbindliche Empfehlung zum weiteren Umgang mit dem Volksentscheid abgeben soll. <\/p><p>Das k&ouml;nnte die Linke bei der Wahlwiederholung teuer zu stehen kommen. Bei den Wahlen im September hatte sie im Gegensatz zum Bundesergebnis nur geringf&uuml;gig Stimmen verloren, was zweifellos auf die Enteignungskampagne zur&uuml;ckzuf&uuml;hren war. Diesmal wird sie nach der erfolgten Kehrtwende betr&auml;chtliche Einbu&szlig;en erleiden und auch etliche Mandate verlieren. Denn wer wird  die Wahlversprechen dieser Partei &uuml;berhaupt noch ernst nehmen? Zumal sie auch bei den aktuellen Sozialprotesten angesichts explodierender Energie- und Lebensmittelpreise keine bzw. eine destruktive Rolle spielt. Im bisherigen Regierungslager k&ouml;nnen einzig die Gr&uuml;nen auf ein stabiles, m&ouml;glicherweise sogar leicht besseres Wahlergebnis hoffen &ndash; der Bundestrend macht&lsquo;s m&ouml;glich.  <\/p><p>Auf der anderen Seite steht den Koalitionsparteien ein recht blasses b&uuml;rgerliches Lager gegen&uuml;ber. Der CDU ist es bislang nicht gelungen, einigerma&szlig;en griffige stadtpolitische Kontrapunkte zu formulieren. Ihr Landesvorsitzender und Spitzenkandidat Kai Wegner rangiert nur knapp &uuml;ber der Wahrnehmungsschwelle. Dennoch kann die CDU derzeit in Umfragen etwas zulegen, hat die SPD deutlich &uuml;berholt und liegt gleichauf mit den Gr&uuml;nen. Gemunkelt wird, dass die CDU m&ouml;glicherweise f&uuml;r den Wahlkampf noch ein Ass aus dem &Auml;rmel zieht und einen profilierten Politiker aus dem Bund oder einem anderem Bundesland als Spitzenkandidaten pr&auml;sentiert. <\/p><p>Dagegen wird man bei der FDP eher besorgt in Richtung 5-Prozent-H&uuml;rde blicken, statt neue H&ouml;henfl&uuml;ge anzustreben. Mit denen kann dagegen die AfD rechnen, der es  &ndash; wie schon in der ersten gro&szlig;en Fl&uuml;chtlingskrise &ndash; scheinbar m&uuml;helos gelingt, sich weit &uuml;ber ihre rassistische, neofaschistische Kernklientel hinaus als Sammelbecken der allgemeinen Unzufriedenheit und des Protestes gegen die Kriegs- und Sanktionspolitik und den drohenden sozialen Abstieg durch explodierende Preise zu pr&auml;sentieren. Eine Entwicklung, der die Linke nichts entgegensetzen kann und will &ndash; da sie die Sanktionspolitik mehrheitlich unterst&uuml;tzt und auf strikter Abgrenzung gegen abweichende Positionen beharrt.<\/p><p><strong>Die Krise nimmt kr&auml;ftig Fahrt auf<\/strong><\/p><p>Ohnehin wird der jetzt beginnende Wahlkampf stark von der aktuellen Krise dominiert sein. Denn die Folgen f&uuml;r die Stadt sind schon jetzt dramatisch. Unz&auml;hlige Menschen wissen schlicht nicht, wie sie in der kommenden Zeit ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen, zumal Deutschland an der Schwelle zu einer kr&auml;ftigen Rezession und einer Pleitewelle steht. Es zeichnet sich ein harter Verteilungskampf um knappe Energieressourcen im kommenden Winter ab, abgeschaltete Saunen in Schwimmb&auml;dern und runtergeregelte Heizungen in Beh&ouml;rden und Betrieben sind da nur ein kleiner Vorgeschmack. Und was nach dem Ausstieg aus den russischen &Ouml;llieferungen an die Raffinerie PCK Schwedt zum 31. Dezember passiert, wei&szlig; niemand. In Berlin betr&auml;gt deren Anteil an der Versorgung rund 95 Prozent. Bef&uuml;rchtet werden daher Engp&auml;sse bei Kraftstoffen f&uuml;r gewerbliche und private Verbraucher. Auch die Versorgung des Berliner Flughafens mit Flugbenzin und die Lieferung von Bitumen f&uuml;r den Stra&szlig;enbau w&auml;ren dann gef&auml;hrdet. <\/p><p>Das ist nicht das einzige Riesenproblem. Der Zuzug von Fl&uuml;chtlingen &ndash; nicht nur, aber vor allem aus der Ukraine &ndash; hat wieder die Dimensionen von 2015\/16 erreicht und ein Ende ist nicht absehbar. L&auml;ngst sucht die Stadt wieder nach M&ouml;glichkeiten f&uuml;r neue Notquartiere und Massenunterk&uuml;nfte, etwa in Hangars auf dem ehemaligen Flughafen Tegel und Zeltst&auml;dte auf Freifl&auml;chen. Was das f&uuml;r  die ohnehin extrem angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt und die Ressourcen f&uuml;r Bildung und Integration bedeutet, liegt auf der Hand.<\/p><p>Den Ausgang dieser Wahlwiederholung kann man derzeit kaum prognostizieren. Wenig spricht allerdings daf&uuml;r, dass Franziska Giffey weiterhin als Regierende B&uuml;rgermeisterin amtieren wird und die jetzige Koalition fortgesetzt werden kann. Vieles deutet auf ein &bdquo;schwarz-gr&uuml;nes&ldquo; (oder gr&uuml;n-schwarzes) B&uuml;ndnis hin, eventuell mit der FDP im Boot. Sicher erscheinen deutliche Zuw&auml;chse f&uuml;r die AfD. <\/p><p>Auf die Stadt kommen jedenfalls sehr harte Zeiten zu. Und die Tatsache, dass so etwas wie eine breite soziale Protestbewegung nicht mal rudiment&auml;r zu erkennen ist, macht die Aussichten nicht gerade besser.   <\/p><p>Titelbild: PX Media\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt ist es amtlich. Die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus und zu den 12 Bezirksverordnetenversammlungen vom 26. September 2021 m&uuml;ssen vollst&auml;ndig wiederholt werden, sie sind ung&uuml;ltig. Das hat der Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin am Mittwochvormittag verk&uuml;ndet. 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