{"id":90554,"date":"2022-11-20T09:00:03","date_gmt":"2022-11-20T08:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90554"},"modified":"2022-11-18T12:43:06","modified_gmt":"2022-11-18T11:43:06","slug":"hinweise-der-woche-283","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90554","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90554#h01\">&ldquo;F&uuml;r mich hat der Krieg in den K&ouml;pfen sp&auml;testens 2008 und erst recht 2014 begonnen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90554#h02\">Raketeneinschlag in Polen Sorry, ich habe den dritten Weltkrieg ausgerufen <\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90554#h03\">&bdquo;Zeitlich streng befristet&ldquo; h&ouml;here Steuern f&uuml;r die armen Reichen, weil sonst das Wachstum leidet &ndash; Der Sachverst&auml;ndigenrat macht sich l&auml;cherlich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90554#h04\">F&uuml;nf Mythen der rechten B&uuml;rgergeld-Hetze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90554#h05\">Scharlatane und Zocker entern die Rentenpolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90554#h06\">Der Kanzler mit dem kurzen Ged&auml;chtnis: Olaf Scholz in Vietnam<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90554#h07\">Das Ende der Realpolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90554#h08\">Europas Standards<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90554#h09\">Ampel-Regierung l&auml;sst Snowden im Regen stehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90554#h10\">WM-Gastgeber Katar und die gro&szlig;e Medienheuchelei<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>&ldquo;F&uuml;r mich hat der Krieg in den K&ouml;pfen sp&auml;testens 2008 und erst recht 2014 begonnen&rdquo;<\/strong><br>\nAntje Vollmer &uuml;ber die Glaubw&uuml;rdigkeit der Gr&uuml;nen als Friedenskraft, das letzte Konzept einer europ&auml;ischen Friedensordnung und den Fauxpas des Westens angesichts des Todes von Michail Gorbatschow. (Teil 1)<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Fuer-mich-hat-der-Krieg-in-den-Koepfen-spaetestens-2008-und-erst-recht-2014-begonnen-7340931.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Antje Vollmer bringt einiges wichtiges &uuml;ber die neue Konfrontation auf den Punkt. Sehr gut getroffen ist dabei auch die Beschreibung des Wandels bei NGOs Von der Stiftung Wissenschaft und Politik bist du Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung.<\/em><\/p>\n<p>dazu: <strong>&ldquo;Jetzt hilft nur noch die Weisheit des westf&auml;lischen Friedens&rdquo;<\/strong><br>\nAntje Vollmer &uuml;ber die Notwendigkeit von internationaler Kooperation, &uuml;ber hybride politische Thinktanks und die Bedeutung des Zweifels an der ver&ouml;ffentlichten Mehrheitsmeinung. (Teil 2 und Schluss) [&hellip;]<br>\nFrau Vollmer, im ersten Teil dieses Gespr&auml;chs haben Sie politische Stiftungen und Thinktanks kritisiert, weil sie &bdquo;eine ziemlich einheitliche Agenda&ldquo; verbreiteten. Das betrifft auch ehemalige gr&uuml;ne Mitstreiter von Ihnen, konkret Ralf F&uuml;cks und Marieluise Beck. Die beiden haben 2017 einen Thinktank mit dem Namen Zentrum Liberale Moderne gegr&uuml;ndet. In den Jahren 2018 bis 2021 sind nach Auskunft der Bundesregierung rund 4,5 Millionen Euro an diese Organisation geflossen, die auf die &ouml;ffentliche Meinung einwirkt. Wie bewerten sie das?<br>\nAntje Vollmer: Diese sogenannte NGO ist ein besonders eklatantes Beispiel eines hybriden politischen Thinktanks. Zwei ehemalige Spitzenpolitiker nutzen s&auml;mtliche Netzwerke der Institutionen, in denen sie lange t&auml;tig waren, und gr&uuml;nden dann mit Staatsgeld einen antirussischen Thinktank, den sie &ldquo;Non Government Organisation&rdquo; nennen und der durch keine echte Praxis im Land ausgewiesen ist.<br>\nEs gibt viele engagierte St&auml;dtepartnerschaften, die w&uuml;rden sich freuen, wenn sie auch nur punktuell Projektmittel vom Staat erhielten. Aber dieser Thinktank hat von Beginn an h&ouml;chste politische Unterst&uuml;tzung genossen.<br>\nWarum ausgerechnet das Zentrum Liberale Moderne, was macht diese Organisation so besonders?<br>\nAntje Vollmer: Ich vermute, es sollte damals die zentrale Denkfabrik f&uuml;r eine schwarz-gr&uuml;ne Regierungsoption sein. Das w&uuml;rde dann aber auch bedeuten, dass das Postulat der Unabh&auml;ngigkeit von Beginn an nicht stimmt. Es stimmt nicht die Regierungsferne, es stimmt nicht die Basisverankerung. Das Zentrum Liberale Moderne ist stattdessen ein Instrument eines ideologischen Lobbyismus.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Jetzt-hilft-nur-noch-die-Weisheit-des-westfaelischen-Friedens-7341601.html\">Telepolis<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Die Ukraine und die au&szlig;enpolitische Krise des Westens<\/strong><br>\nKeine R&uuml;ckkehr zum &bdquo;Business as usual&ldquo; hatte die Devise westlicher Au&szlig;enpolitik nach der Integration &ndash; nach westlicher Lesart Annexion &ndash; der Krim in die Russische F&ouml;deration im Jahr 2014 gehei&szlig;en. Seit dem 24. Februar &auml;nderte sich dies zum &bdquo;No Business at all&ldquo; und der Westen droht jedem Staat und auch Individuen mit Sanktionen, welche trotzdem noch Beziehungen zu Russland pflegen. Die Ereignisse der letzten Monate lassen aber Zweifel aufkommen, ob es dem Westen gelingen wird, der Welt seine Auffassungen aufzuzwingen. Die Bedeutung namentlich Westeuropas schwindet; es wird lernen m&uuml;ssen, mit dem ungeliebten Nachbarn im Osten leben zu lernen.<br>\nDie au&szlig;enpolitisch-diplomatischen und wirtschaftlichen Kampfinstrumente des Westens erwiesen sich im Kampf gegen Russland als zu wenig wirksam. Dazu kommt, dass viele Staaten den F&uuml;hrungsanspruch, den gerade US-Pr&auml;sident Joe Biden im Wahlkampf erhoben hatte, ablehnen. Nach drei Jahrzehnten, in welchen der Westen jeden missliebigen Staat zum &bdquo;Rogue State&ldquo; &ndash; zum Schurkenstaat &ndash; erkl&auml;ren und bestrafen zu k&ouml;nnen glaubte, regt sich Widerstand. Der Ruf nach der multipolaren Welt ist die Antwort auf die Dominanz des Westens seit dem Zerfall der Sowjetunion.<br>\nZur Emp&ouml;rung des Westens &uuml;ber die russische Intervention in der Ukraine mag die Tatsache beigetragen haben, dass die russische Seite im Fall der Krim und des Donbass die gleichen Argumente vorbrachte, mit denen der Westen seine diversen Interventionen in den vergangenen drei Jahrzehnten begr&uuml;ndet hatte: Teil dieser Argumentation ist der Hinweis auf das Recht auf Sezession der russischsprachigen Bev&ouml;lkerung im S&uuml;den und Osten der Ukraine versus jenes der Kosovo-Albaner im ehemaligen Jugoslawien. Dazu kommt der Begriff der Schutzverantwortung (Responsibility to Protect) bzw. der humanit&auml;ren Intervention, die ebenfalls im Zusammenhang mit dem Kosovo, aber auch mit der westlichen Intervention in Libyen bem&uuml;ht worden war.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/die-ukraine-und-die-aussenpolitische-krise-des-westens\/\">Global Bridge<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Raketeneinschlag in Polen Sorry, ich habe den dritten Weltkrieg ausgerufen<\/strong><br>\nWie sich Experten und Medien nach dem Raketeneinschlag in Polen blamierten. [&hellip;]<br>\nEs scheint unter deutschen Experten fast so etwas wie einen &Uuml;berbietungswettbewerb zu geben, wer schneller die Positionen der ukrainischen Regierung &uuml;bernimmt. Denn es war ja der ukrainische Pr&auml;sident, Wolodymyr Selenskyj, der den Raketeneinschlag sofort schnell nutzte, um mehr westliche Unterst&uuml;tzung zu mobilisieren. Selenskyj hatte sich bereits am Dienstagabend festgelegt und von einem russischen Angriff auf Polen gesprochen . Wie oft habe die Ukraine schon gesagt, dass der terroristische Staat sich nicht auf sein Land beschr&auml;nken w&uuml;rde. &raquo;Die Nato muss auf diesen gezielten Angriff Russlands in Polen mit sehr schmerzhaften Konsequenzen reagieren&laquo;, erkl&auml;rte Andrij Melnyk, der ehemalige Botschafter in Deutschland und neue Vize-Au&szlig;enminister.<br>\nOhne die Solidarit&auml;t mit der Ukraine infrage zu stellen: Die westlichen Verb&uuml;ndeten auf Basis von Ger&uuml;chten und Falschinformationen in den Krieg hineinziehen zu wollen, ist alles andere als verantwortlich. [&hellip;]<br>\nDie Ereignisse vom Dienstagabend best&auml;tigen mich darin, dass es sinnvoll ist, sich nicht nur in deutschen Medien &uuml;ber den Krieg zu informieren, und schon gar nicht auf Twitter. Englischsprachige Nachrichtenseiten wie die BBC oder Reuters oder die &raquo;New York Times&laquo; berichten oft vorsichtiger, distanzierter, oft genauer. Woran liegt das? Sicher an der personellen Ausstattung, der gr&ouml;&szlig;eren Erfahrung mit Kriegsberichterstattung. Aber vielleicht gibt es noch andere Gr&uuml;nde. Vielleicht ist es die in Deutschland noch mal st&auml;rkere Angst davor, dass der Worst Case (der Angriff der Russen) eingetreten ist. Vielleicht ist es aber auch ein Mangel an Neugier, an Erkenntnisinteresse, weil man das Gef&uuml;hl hat, schon alles &uuml;ber diesen Krieg zu wissen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/raketeneinschlag-in-polen-sorry-ich-habe-den-dritten-weltkrieg-ausgerufen-kolumne-a-200172fa-d764-43d4-9b72-9007627d81e4\">DER SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Man muss inzwischen, so schr&auml;g das klingt, NATO-Generalsekret&auml;r Stoltenberg und US-Pr&auml;sident Biden, die sonst gerne h&ouml;here R&uuml;stungsausgaben fordern, f&uuml;r ihre Besonnenheit loben, w&auml;hrend die EU, und vorne dran die Deutschen, den Russen alle Schuld an jeglichem Geschehen zuschieben und am liebsten sofort mit Waffengewalt losschlagen wollen. Die sind alle irre geworden.<\/em><\/p>\n<p>dazu: <strong>Maximal aufgeblasen: Raketeneinschlag auf NATO-Territorium.<\/strong><br>\nKein Zweifel: W&auml;re die Rakete, die am Dienstag nachmittag die ostpolnische Ortschaft Przewodow traf, zehn Kilometer weiter &ouml;stlich in einer ukrainischen Getreideankaufstelle eingeschlagen und h&auml;tte dort zwei Landarbeiter get&ouml;tet, kein Hahn h&auml;tte gro&szlig; danach gekr&auml;ht &ndash; war nicht beabsichtigt, ist aber halt passiert. Etwas, was man im NATO-Sprech einen Kollateralschaden nennt. Dass das auch im Westen so gesehen wird, zeigen die Kommentare von Politikern. Sie laufen einhellig darauf hinaus, es sei v&ouml;llig egal, wessen Rakete da explodiert sei, schuld sei ohnehin Russland (so Kanzler Olaf Scholz). Dass Vorf&auml;lle wie dieser im Krieg geschehen, ist also unterstellt. Nun ist die Rakete aber in Polen eingeschlagen, also auf dem Territorium eines NATO-Landes, und deshalb wird dieser Vorfall maximal aufgeblasen. Die polnische Presse w&auml;rmt die bereits im Fr&uuml;hjahr von den USA zur&uuml;ckgewiesene Forderung nach der Einrichtung einer &raquo;Flugverbotszone&laquo; &ndash; die sie faktisch h&auml;tten durchsetzen m&uuml;ssen &ndash; zumindest &uuml;ber der Westukraine wieder auf, die baltischen Au&szlig;enminister vertwitterten, w&auml;hrend in Przewodow noch die Tr&uuml;mmer rauchten, tiefempfundene Solidarit&auml;tsadressen an die &raquo;polnischen Waffenbr&uuml;der&laquo;. Darin wiederholten sie alles, was sie ohnehin immer schon sagen wollten &uuml;ber das &raquo;terroristische Russland&laquo; und so weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/438929.maximal-aufgeblasen.html\">junge Welt<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>&bdquo;Zeitlich streng befristet&ldquo; h&ouml;here Steuern f&uuml;r die armen Reichen, weil sonst das Wachstum leidet &ndash; Der Sachverst&auml;ndigenrat macht sich l&auml;cherlich<\/strong><br>\nDas ist infam, auf nichts kann man sich mehr verlassen. Selbst die oft &bdquo;Weise&ldquo; genannten Sachverst&auml;ndigen (zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, SVR) sind offenbar nicht mehr so neoliberal wie wir uns das vorstellen und nat&uuml;rlich auch w&uuml;nschen. Bringen die doch wirklich in ihrem Jahresgutachten den Vorschlag, die Steuern zu erh&ouml;hen. Und nicht nur das, die wollen die Steuern f&uuml;r die Leistungstr&auml;ger erh&ouml;hen, sie wollen den unantastbaren Spitzensteuersatz erh&ouml;hen, zeitlich &bdquo;streng befristet&ldquo; zwar, aber dennoch. Das geht ja nun gar nicht.<br>\nDie Aufregung im deutschen Bl&auml;tterwald (siehe die Zitate im Anhang 1) ist enorm. Liest man im Jahresgutachten nach, was die &bdquo;Weisen&ldquo; (in Ziffer 196) geschrieben haben, klingt das weit weniger revolution&auml;r, ja, man k&ouml;nnte es sogar f&uuml;r besonders reaktion&auml;r halten:<br>\n&bdquo;Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Probleme, Entlastungsma&szlig;nahmen zielgenau auszugestalten, erscheint eine ausgleichende Erg&auml;nzung durch zielgenauere Steuer- und Abgabenerh&ouml;hungen jedoch als denkbar. So k&ouml;nnten eine tempor&auml;re Erh&ouml;hung des Spitzensteuersatzes oder ein zeitlich streng befristeter Energie-Solidarit&auml;tszuschlag f&uuml;r Spitzenverdienende in Erw&auml;gung gezogen werden. Dies w&uuml;rde die &ouml;ffentliche Kreditaufnahme und somit den fiskalischen Impuls begrenzen. Dadurch k&ouml;nnte die Inflationswirkung der Entlastungsma&szlig;nahmen reduziert werden. Die Befristung k&ouml;nnte etwa an die Dauer der Gas- oder Strompreisbremse gekoppelt werden. Der negative Wachstumseffekt d&uuml;rfte im Fall solch tempor&auml;rer Ma&szlig;nahmen &uuml;berschaubar bleiben.&ldquo;<br>\n&bdquo;Zeitlich streng befristet&ldquo; soll die Steuererh&ouml;hung f&uuml;r die h&ouml;heren Einkommen sein, weil sonst die negativen Wachstumseffekte nicht mehr &bdquo;&uuml;berschaubar&ldquo; sein k&ouml;nnten. Was offenbar hei&szlig;t, dass man einen permanent h&ouml;heren Spitzensteuersatz per se f&uuml;r wachstumsd&auml;mpfend h&auml;lt. Da der Rat nach Meinung eines seiner neuen Mitglieder von nun an ideologische und theoretische Konfrontationen m&ouml;glichst meiden will und weit st&auml;rker &bdquo;evidenzbasiert&ldquo; arbeiten m&ouml;chte (so das Ratsmitglied Ulrike Malmendier im Spiegel vom 11. 11.), h&auml;tte man sich genau bei dieser einfach in den Raum gestellten Behauptung einen Verweis auf empirische Evidenz gew&uuml;nscht &ndash; zumal von einem Rat, der jedes Kapitel des Jahresgutachtens mit hunderten von Literaturhinweisen schm&uuml;ckt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.relevante-oekonomik.com\/2022\/11\/16\/zeitlich-streng-befristet-hoehere-steuern-fuer-die-armen-reichen-weil-sonst-das-wachstum-leidet-der-sachverstaendigenrat-macht-sich-laecherlich\/\">Heiner Flassbeck auf Relevante &Ouml;konomik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>F&uuml;nf Mythen der rechten B&uuml;rgergeld-Hetze<\/strong><br>\nIm Streit &uuml;bers B&uuml;rgergeld haben Konservative und Rechte eine Sozialneid-Debatte entfacht, die zynischer kaum sein k&ouml;nnte. Ausgetragen wird sie auf dem R&uuml;cken der Schw&auml;chsten, die derzeit ohnehin nicht viel zu lachen haben. Im Netz kursieren grob vereinfachte Berechnungen, die das rechte Blatt Junge Freiheit produziert hat und die zuerst von AfD-Kreisverb&auml;nden, dann auch von Union und Arbeitgeberverb&auml;nden verbreitet wurden. Sie legen nahe, dass Arbeit sich nicht mehr lohnen w&uuml;rde und das B&uuml;rgergeld die Rundum-sorglos-Arbeitslosigkeit erlaube. Das sind Fake News. Schauen wir einmal genauer hin.<br>\nKonkret geben die Rechenbeispiele der Jungen Freiheit vor, aufzudr&ouml;seln, wie viel Geld Menschen mit B&uuml;rgergeld zur Verf&uuml;gung haben &ndash; im Vergleich zu Menschen, die im Mindestlohnbereich arbeiten. Dabei werden jedoch Fakten ignoriert, etwa dass auch Geringverdienende Anspruch auf aufstockende oder erg&auml;nzende Leistungen haben. Durch diese Auslassung ziehen die Personen mit prek&auml;rer Erwerbsarbeit gegen&uuml;ber B&uuml;rgergeldbeziehenden den K&uuml;rzeren. Diese Rechnung &uuml;bernahm teils die CSU, deren Chef Markus S&ouml;der j&uuml;ngst im ZDF erkl&auml;rte, manche Menschen in unteren Einkommensgruppen w&uuml;rden &bdquo;am Ende, wenn sie arbeiten, weniger haben, als wenn sie nicht arbeiten&ldquo;. Zeit, die gr&ouml;&szlig;ten Mythen dieser rechten Erz&auml;hlung zu widerlegen.<br>\nMythos 1: Jobcenter &uuml;bernimmt die Energiekosten. Nein. Strom muss vollst&auml;ndig aus dem Regelsatz gezahlt werden. Daf&uuml;r waren bislang knapp unter, sind ab 2023 knapp &uuml;ber 40 Euro monatlich vorgesehen. Schon vor der Energiekrise war es quasi unm&ouml;glich, damit auszukommen. Viele Menschen h&auml;ufen daher Schulden auf und m&uuml;ssen beim Jobcenter immer wieder Darlehen beantragen, die dann m&uuml;hselig aus dem Regelsatz abgestottert werden m&uuml;ssen. Vorausgesetzt, sie werden &uuml;berhaupt gew&auml;hrt. Infolgedessen m&uuml;ssen sie dauerhaft unter dem Existenzminimum leben und geraten in eine Schuldenspirale. Das Geld sparen sie sich regelrecht vom Mund ab. H&auml;ufig f&uuml;hrt das sogar zu Stromsperren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/fuenf-mythen-der-rechten-buergergeld-hetze-von-cdu-csu-und-afd%20\">Helena Steinhaus in der Freitag<\/a>\n<p>dazu: <strong>Wirklich besser als Hartz IV? &bdquo;B&uuml;rgergeld&ldquo; klingt nach neoliberalem Bl&ouml;dsprech<\/strong><br>\nEine Arbeitsvita mit so einigen Bullshitjobs, seri&ouml;sen Anstellungen und Phasen der Arbeitslosigkeit, klassisch also, man ger&auml;t durcheinander, also nageln Sie mich nicht fest, aber es muss ungef&auml;hr zeitlich so zusammen gefallen sein: kurz bevor &bdquo;Hartz IV&ldquo; eingef&uuml;hrt wurde, arbeitete ich noch bei einer Agentur f&uuml;r politische Kommunikation. Zu unseren Kunden geh&ouml;rte die Schr&ouml;dersche Bundesregierung. Unsere Agentur organisierte Kampagnen f&uuml;r das Bundespresseamt. Hartz IV hatten wir nicht mitverbockt, aber damals arbeiteten wir zum Beispiel an der Kampagne zum neuen &bdquo;Asylbewerbergesetz&ldquo;. Ich erinnere mich gerade, wie die Sitzungen (wie erkl&auml;ren wir die Politik pflegeleicht dem ressentimentgeneigten W&auml;hler), im Bundespresseamt dazu manchmal verbal zynisch gerieten, sie waren ja off the record, einmal h&auml;tte ich fast den Raum verlassen &ndash; wie hier geredet wurde, brachte mich in einen moralischen Konflikt.<br>\nWarum erz&auml;hle ich das? Hartz IV ist ja nur der Volksmundausdruck f&uuml;r die ber&uuml;chtigte gr&ouml;&szlig;te Arbeitsmarktreform der Bundesrepublik &ndash; aber &bdquo;B&uuml;rgergeld&ldquo; hat sich jemand ausgedacht. Und wie die rot-gr&uuml;ne Koalition plus FDP auf das h&uuml;bsche Wort &bdquo;B&uuml;rgergeld&ldquo; gekommen ist, ich h&auml;tte hier gern M&auml;uschen gespielt.<br>\nDamals jedenfalls. Es kam die Werbekrise, unsere Agentur ging pleite, ich wurde arbeitslos. Viele Agenturen gingen pleite, viele wurden arbeitslos, es war komplett aussichtslos, einen Job in der Werbung zu finden. Aber: Irgendwas wollte man ja machen. Die meisten Menschen, die arbeitslos werden, geraten zuerst in eine tolle Aufbruchstimmung. Man wittert Chancen. Da ist etwas Rebellisches. Man hofft auf etwas Neues, das da kommt. Also leiert man etwas an. Ich organisierte mir einen Business-Englisch-Kurs an einer Berlitz School, den das Arbeitsamt, &auml;h Jobcenter finanzierte. Ich ging nach London (danke Europ&auml;ische Union), denn das Arbeitslosengeld I wurde nach London transferiert. In London lebte ich in einer WG, in der WG waren alle mit Arbeitssuche und Geldproblemen in Vollzeit besch&auml;ftigt, so war London. Manchmal flitzte eine Maus durch mein Zimmer.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/katharina-schmitz\/wirklich-besser-als-hartz-iv-buergergeld-klingt-nach-neoliberalem-bloedsprech\">der Freitag<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Zur Debatte um das B&uuml;rgergeld: Widerw&auml;rtig<\/strong><br>\nDas Schauspiel um das B&uuml;rgergeld ist absto&szlig;end wegen des schreienden Kontrastes zwischen der Freigiebigkeit, mit der die Herrschenden in diesem Land Milliarden &uuml;ber Milliarden f&uuml;r ihren Aufr&uuml;stungskurs ausgeben, und der sturen Geizhaltung, mit der dieselben Leute Menschen gegen&uuml;bertreten, die aus Angst vor der n&auml;chsten Gasrechnung und Sorgen um Kleidung und Nahrungsmittel f&uuml;r ihre Kinder nicht in den Schlaf kommen. Absto&szlig;end ist das Geschachere auch wegen der durchsichtigen Man&ouml;ver, mit der die einen &ndash; vor allem CDU\/CSU &ndash; die Erh&ouml;hung der Regels&auml;tze abkoppeln wollen von der leisen Erweiterung von Grenzen f&uuml;r das Schonverm&ouml;gen, und die anderen &ndash; die Regierungsparteien &ndash; sehenden Auges akzeptieren, dass beim Pokerspiel zwischen Bundestag und Bundesrat dann eben mitten im Winter noch nicht einmal die viel zu kleine Erh&ouml;hung der viel zu niedrigen Regels&auml;tze zu erwarten ist. Wechselseitig werden so die &Auml;rmsten in politische Geiselhaft genommen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.unsere-zeit.de\/widerwaertig-4774498\/\">Manfred Sohn in unsere zeit<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Scharlatane und Zocker entern die Rentenpolitik<\/strong><br>\nDie Rentenpolitiker der Ampelkoalition k&uuml;ndigen ein Wunder an: Die wachsende Belastung der Rentenkasse durch die Babyboom-Jahrg&auml;nge in den kommenden Jahren wird ertr&auml;glich gemacht, indem noch viel mehr ausgegeben wird, als eigentlich notwendig ist. Das teure Wunder bekommt das Etikett &bdquo;generationengerecht&ldquo;, ist in Wirklichkeit aber ein handfester Generationenbetrug. Es droht die Abzocke von Generationen von Beitragszahlern!<br>\nIm Ampel-Koalitionsvertrag steht ein Satz, der nur aus der Feder von Scharlatanen stammen kann:<br>\n&bdquo;Es wird keine Rentenk&uuml;rzungen und keine Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters geben. Um diese Zusage generationengerecht abzusichern, werden wir zur langfristigen Stabilisierung von Rentenniveau und Rentenbeitragssatz in eine teilweise Kapitaldeckung der gesetzlichen Rentenversicherung einsteigen.&ldquo;<br>\n&Uuml;ber ein Jahr wurde in der &Ouml;ffentlichkeit ger&auml;tselt und spekuliert, wie denn der Einstieg erfolgen w&uuml;rde und vor allem: als Einstieg in was?<br>\nAm 4.11.22 legte Finanzminister Lindner nun ein &bdquo;Grundkonzept zur Aktienrente&ldquo; vor, das Klarheit schaffen soll. Das Papier ist, nach Aussagen von Sozialstaatssekret&auml;r Schmachtenberg, weitgehend zwischen dem Finanzministerium und dem Sozialministerium abgestimmt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.seniorenaufstand.de\/scharlatane-und-zocker-entern-die-rentenpolitik\/\">Seniorenaufstand<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Alt, arm und abgeh&auml;ngt<\/strong><br>\nImmer mehr &auml;lteren Menschen wird in Deutschland die W&uuml;rde genommen. Covid-19-Pandemie, Energiepreisexplosion und Inflation besonders verheerend. Doch Altersarmut ist keine Naturkatastrophe.<br>\nW&auml;hrend die bereits seit geraumer Zeit auf einem hohen Niveau verharrende Kinderarmut mittlerweile in der (Medien-)&Ouml;ffentlichkeit relativ viel Aufmerksamkeit erf&auml;hrt, stellt die Altersarmut nach wie vor einen blinden Fleck dar, obwohl das Armutsrisiko keiner anderen Altersgruppe in den vergangenen Jahren st&auml;rker gestiegen ist als jenes der Senior:innen. Man kann sogar von einer Reseniorisierung der Armut sprechen, nachdem zur Jahrtausendwende von einer &bdquo;Infantilisierung der Armut&ldquo; (Richard Hauser) die Rede war.<br>\nBeide Tendenzen bestehen nebeneinander, denn aufgrund der Tatsache, dass von einer sozialen Misere auch wieder mehr Senior:innen betroffen sind, die jahrhundertelang als &bdquo;w&uuml;rdige Arme&ldquo; galten, heute jedoch bezichtigt werden, nicht genug vorgesorgt zu haben, wird kein einziges Kind materiell bessergestellt.<br>\nUmso notwendiger ist es, dieses politische Armutszeugnis in einem verm&ouml;genden Land zu skandalisieren und gleichzeitig Druck auf Regierende wie Parlamentarier:innen auszu&uuml;ben, damit sich etwas &auml;ndert. (&hellip;)<br>\nWenn die obige Analyse der Entstehungsursachen von Altersarmut richtig ist, muss eine Gegenstrategie auf zwei Ebenen ansetzen: Notwendig ist die Reregulierung des Arbeitsmarktes, erg&auml;nzt um die Fortentwicklung der Gesetzlichen Rentenversicherung zu einer solidarischen B&uuml;rger- bzw. Erwerbst&auml;tigenversicherung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/gewerkschaftsforum.de\/alt-arm-und-abgehaengt\/\">Christoph Butterwegge in gewerkschaftsforum.de<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Von der Aktienrente profitieren nicht die Versicherten, sondern die Finanzm&auml;rkte<\/strong><br>\nDie FDP schl&auml;gt vor, dass die Rente k&uuml;nftig zum Teil auf der Rendite von Aktien basiert. Unser Gastautor, ein Gewerkschaftsvorstand, warnt: Die Altersversorgung d&uuml;rfe nicht von spekulativen Abenteuern abh&auml;ngen. Unter dieser Bedingung habe eine Aktienrente aber durchaus Vorteile.<br>\nDie Menschen wollen eine verl&auml;ssliche gesetzliche Rente. Doch Bundesfinanzminister Christian Lindner will die &bdquo;Aktienrente&ldquo;. Ein Aktienfonds soll ab Mitte des n&auml;chsten Jahrzehnts die Rentenkasse entlasten. 10 Milliarden will die Bundesregierung daf&uuml;r 2023 zur Verf&uuml;gung stellen &ndash; teilweise kreditfinanziert. Das Ganze wirft nur dann ein Plus ab, wenn die erwirtschafteten Ertr&auml;ge die Kreditzinsen &uuml;bersteigen.<br>\nOb sich diese Zins-Wette am Ende f&uuml;r den Staat bezahlt machen wird, steht in den Sternen der Finanzm&auml;rkte. Einem privaten Anleger w&uuml;rde man jedenfalls davon abraten, Aktienk&auml;ufe mit Krediten zu finanzieren. Noch dazu, wenn kaum etwas &uuml;ber die geplanten Anlagevorschriften oder das Risikomanagement der Wertpapieranlage bekannt ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article242140363\/IG-Metall-Von-der-Aktienrente-profitieren-vor-allem-die-Finanzmaerkte.html\">Hans-J&uuml;rgen Urban in Welt<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Der Kanzler mit dem kurzen Ged&auml;chtnis: Olaf Scholz in Vietnam<\/strong><br>\nIn der Bundesregierung muss es einen internen Wettbewerb geben, wer peinlichere Auftritte hinlegen kann als Au&szlig;enministerin Annalena Baerbock. Bundeskanzler Olaf Scholz jedenfalls hat in China schon Anlauf genommen, bei seinem Besuch in Vietnam aber noch weiter Punkte gesammelt.<br>\nOlaf Scholz h&auml;tte es besser wissen m&uuml;ssen. Aber vermutlich hatte er gehofft, wenn ihn die Chinesen schon nicht lieben, dann wenigstens die Vietnamesen, schon allein, weil deren Verh&auml;ltnis untereinander nicht ganz frei von Komplikationen ist.<br>\nJedenfalls hat er, Pressemeldungen zufolge, in Vietnam erkl&auml;rt, er w&uuml;nsche sich eine &ldquo;klare Positionierung&rdquo; Vietnams gegen Russland. &ldquo;Es handelt sich bei dem russischen Angriffskrieg um einen Bruch des V&ouml;lkerrechts mit gef&auml;hrlicher Pr&auml;zedenzwirkung. Kleine L&auml;nder k&ouml;nnen nicht mehr sicher sein vor dem Verhalten ihrer gr&ouml;&szlig;eren, m&auml;chtigeren Nachbarn.&rdquo;<br>\nEr h&auml;tte es besser wissen k&ouml;nnen, weil er alt genug ist, sich daran zu erinnern, dass es einen Krieg der Vereinigten Staaten gegen Vietnam gab. Vielleicht erinnert er sich sogar noch daran, dass die Vereinigten Staaten dieses Land mit einem Gift bespr&uuml;hten, durch das noch heute unz&auml;hlige missgebildete Kinder geboren werden, Agent Orange; ein Gift &uuml;brigens, an dessen Herstellung auch der deutsche Chemiekonzern Bayer in Zusammenarbeit mit Monsanto beteiligt war. Scholz h&auml;tte auch wissen k&ouml;nnen, dass es nie irgendwelche Entsch&auml;digungen der Vereinigten Staaten an Vietnam gab, und dass Vietnam ebenfalls ein &ldquo;kleineres Land&rdquo; war, und der vermeintliche &Uuml;berfall auf ein US-amerikanisches Patrouillenboot, der sogenannte &ldquo;Golf von Tonkin&rdquo;-Zwischenfall, eine absolute Vort&auml;uschung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/test.rtde.tech\/meinung\/154259-kanzler-mit-kurzen-gedaechtnis-olaf\/\">RT DE<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Das Ende der Realpolitik<\/strong><br>\nWer die aktuelle Berichterstattung rund um den Parteitag der chinesischen KP oder um die m&ouml;gliche Beteiligung von Cosco am Hamburger Hafen verfolgt, der ahnt, dass es um die deutsch-chinesischen Beziehungen nicht gut steht. Allzu schnell ist China dieser Tage als das Reich des B&ouml;sen ausgemacht. Der Sinologe Ole D&ouml;ring schreibt in einem Gastbeitrag f&uuml;r Cicero von einem ganz anderen China und pl&auml;diert daf&uuml;r, sich der neuen Zerrbilder zu entledigen. Toleranz, so D&ouml;ring, ist der Raum f&uuml;r Aktion und Zur&uuml;ckhaltung. Und das eigentliche Problem liegt vielleicht gar nicht in China, sondern in Europa. (&hellip;)<br>\nK&ouml;nnen wir, ja wollen wir es uns leisten, China als starken und wichtigen Partner zu verprellen? Nur weil wir uns nicht trauen, den Phoenix anzusehen und seinem Blick standzuhalten, der nach zwei Jahrhunderten aus der Asche auf ein Normalma&szlig; angewachsen ist? Vielleicht haben wir auch nicht den Mut, den Schritt aus vertrauten Denkmustern ins Licht einer neuen Wirklichkeit zu gehen. Die Welt ist heute so rund, dass einem wahrhaft schwindelig werden kann. Eigentlich ist Deutschland verfassungsm&auml;&szlig;ig so gut auf die n&ouml;tigen Ver&auml;nderungen eingestellt wie sonst kein anderes Land auf der Welt. (&hellip;)<br>\nChinas Position wird manchmal als ambivalent bezeichnet. Das ist eine Ausrede f&uuml;r unsauberes Denken und Desinteresse an der Wirklichkeit, soweit es keine politische Trivialit&auml;t beschreibt. Man muss sich sehr aktiv die Ohren zuhalten, oder auf die Kenntnis chinesischer Quellen verzichten, um die allgegenw&auml;rtige, immer wiederholte und gleichlautende Botschaft zu &uuml;berh&ouml;ren: Keine Sanktionen und keine milit&auml;rische Unterst&uuml;tzung! Das ist ein politisches Grundrezept f&uuml;r friedensstiftende Ma&szlig;nahmen. China sieht sich durch die geistigen und materiellen Verwerfungen ganz Europas best&auml;tigt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/china\/china-sucht-seine-rolle-in-der-welt\">Ole D&ouml;ring in Cicero<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Europas Standards<\/strong><br>\nVor dem Hintergrund der UN-Klimakonferenz in Sharm el Sheikh nimmt die Kritik an den doppelten Standards der westlichen M&auml;chte &ndash; auch Deutschlands &ndash; weltweit zu. Es gehe nicht an, dass die europ&auml;ischen Staaten Vorhaben zur &Ouml;l- und Gasf&ouml;rderung in Afrika ablehnten, sofern diese wie etwa in der Demokratischen Republik Kongo der Deckung des afrikanischen Eigenbedarfs dienten, dass sie parallel aber gleichartige Vorhaben unterst&uuml;tzten, wenn sie wie etwa im Senegal Europa versorgten, hei&szlig;t es in einem aktuellen Namensartikel von Yoweri Museveni, dem Pr&auml;sidenten Ugandas: &bdquo;Wir werden nicht eine Regel f&uuml;r sie, eine andere aber f&uuml;r uns akzeptieren.&ldquo; Identische Kritik an europ&auml;ischen Versuchen, den L&auml;ndern Afrikas eine Abkehr von &Ouml;l und Gas zu diktieren, zugleich aber selbst die Nutzung von Kohle als Energietr&auml;ger wieder zu intensivieren &ndash; etwa in Deutschland &ndash;, wird schon seit Monaten laut. Zudem w&auml;chst die Verachtung daf&uuml;r, dass der Westen von der Welt Unterst&uuml;tzung im Ukraine-Krieg fordert, zugleich aber Kriege, die seine Interessen nicht tangieren, ignoriert und Fl&uuml;chtlinge, wenn sie nicht aus der Ukraine kommen, an den EU-Au&szlig;engrenzen ertrinken oder erfrieren l&auml;sst.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/9083\">German Foreign Policy <\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Ampel-Regierung l&auml;sst Snowden im Regen stehen<\/strong><br>\nEdward Snowden erntete zuletzt Kritik daf&uuml;r, sich in Moskau aufzuhalten und zudem die russische Staatsb&uuml;rgerschaft angenommen zu haben. Der Whistleblower verwies daraufhin auf fehlende Alternativen. Wir haben bei Bundestagsabgeordneten nachgefragt, ob Snowden aus ihrer Sicht hierzulande Schutz erhalten solle. Das Ergebnis ist ern&uuml;chternd. (&hellip;)<br>\nViele der Bundestagsabgeordneten, die w&auml;hrend der NSA-Enth&uuml;llungen noch f&uuml;r Snowden Stellung bezogen und teilweise ausdr&uuml;cklich Asyl gefordert hatten, sind mit dem Antritt der Ampel-Regierung verstummt. So hatte etwa Katrin G&ouml;ring-Eckardt, die f&uuml;r die Gr&uuml;nen im Bundestag sitzt, noch 2013 ausdr&uuml;cklich Asyl f&uuml;r Snowden gefordert. Auf unsere wiederholten Anfragen reagierte sie nicht. Ihr Parteikollege J&uuml;rgen Trittin stand f&uuml;r eine Stellungnahme ebenfalls nicht zur Verf&uuml;gung. Auch er hatte sich damals klar positioniert: &bdquo;[Snowden] ist alles andere als ein Verbrecher und hat einen gesicherten Aufenthalt in Deutschland verdient.&ldquo;<br>\nAuf Seiten der SPD verwiesen sowohl deren Co-Vorsitzender Lars Klingbeil als auch sein Parteikollege Nils Schmid, au&szlig;enpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, an Parteikollegen. Der SPD-Abgeordnete Ralf Stegner lie&szlig; sich wiederholt entschuldigen. Er hatte sich noch 2019 f&uuml;r eine Aufenthaltsgenehmigung ausgesprochen. [&hellip;]<br>\nLaut Paragraph 22 des Aufenthaltsgesetzes k&ouml;nne einem Nichtdeutschen &bdquo;aus v&ouml;lkerrechtlichen oder dringenden humanit&auml;ren Gr&uuml;nden eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden&ldquo;. Die Beurteilung daf&uuml;r obliege normalerweise dem BAMF. Nach dem Aufenthaltsgesetz ist die Beh&ouml;rde jedoch gezwungen, die Erlaubnis zu erteilen, wenn das Innenministerium die Aufnahme einer Person &bdquo;zur Wahrung politischer Interessen der Bundesrepublik Deutschland&ldquo; fordert.<br>\nEs liege demnach in der Macht der Bundesregierung, Snowden Asyl zu gew&auml;hren. Wie die Antworten der Bundestagsabgeordneten jedoch zeigen, ist der politische Wille daf&uuml;r derzeit nicht gegeben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2022\/asyl-fuer-snowden-ampel-regierung-zeigt-sich-unwillig\/\">netzpolitik.org<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>WM-Gastgeber Katar und die gro&szlig;e Medienheuchelei<\/strong><br>\nDer W&uuml;stenstaat Katar beteiligte sich ma&szlig;geblich am Krieg in Syrien. Und am Krieg gegen den Jemen ebenfalls. Tausende Tote sind deshalb zu beklagen. Die aktuelle Kritik am WM-Gastgeber macht sich aber an anderen Themen fest. Solchen, die der NATO und den USA nicht wehtun. [&hellip;]<br>\nWas man dem weltweit zweitgr&ouml;&szlig;ten Gaslieferanten Katar also tats&auml;chlich h&auml;tte vorwerfen k&ouml;nnen, ist ein V&ouml;lkerrechtsverbrechen: n&auml;mlich Unterst&uuml;tzung2 und Finanzierung eines Angriffskrieges. Dass dieser vom Westen geplant war, wurde zwar schon &ouml;fter best&auml;tigt,3 aber selten so lapidar eingestanden.<br>\nHat man von all dem in den letzten Monaten etwas im Bl&auml;tterwald vernehmen k&ouml;nnen? Kein Wort. Stattdessen arbeitet sich eine emsige Journaille ohne Unterlass daran ab, zu beweisen, dass in Katar Frauenrechte und Rechte von LGBTQ-Minderheiten verletzt werden. Der Befund steht seit zehn Jahren fest und wird seitdem st&auml;ndig wiederholt: Einem politisch derma&szlig;en unkorrekten Land wie Katar darf das weltweit gr&ouml;&szlig;te Sportereignis nicht anvertraut werden. Die Zeit schreibt: &bdquo;Katar gilt als einer der umstrittensten Gastgeber in der WM-Geschichte. Dem Emirat werden unter anderen Verst&ouml;&szlig;e gegen Menschenrechte, schlechter Umgang mit ausl&auml;ndischen Arbeitern und mangelnde Frauenrechte vorgeworfen.&ldquo;4<br>\nUnd der Versuch, mit Milliarden Dollar einen Regime Change in einem Nachbarland herbeizuf&uuml;hren? Daran hatten und haben unsere gro&szlig;en westlichen Medien nichts auszusetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/politik\/welt\/wm-gastgeber-katar-und-die-grosse-medienheuchelei\/\">Hintergrund<\/a>\n<p>dazu: <strong>Katar: Was bei der Emp&ouml;rungs-WM ausgeblendet wird<\/strong><br>\nKriegswaffen f&uuml;r Diktaturen? &ndash; Normalit&auml;t. WM-Halligalli &ndash; verwerflich? Was Deutschland und andere westliche Staaten sonst noch mit der Region verbindet &ndash; und was an der aktuellen Debatte heuchlerisch ist.<br>\nAnl&auml;sslich der bevorstehenden Herrenfu&szlig;ball-WM in Katar beherrscht die Kritik an Menschenrechtsverletzungen in dem Golfemirat die Schlagzeilen und erhitzt die Gem&uuml;ter, wie es fast undenkbar ist, wenn es um milit&auml;rische Zusammenarbeit und Energiepartnerschaften westlicher Staaten mit Diktaturen in der &Ouml;lregion am Golf geht. Der Kooperation mit Saudi-Arabien etwa steht nicht einmal der staatlich verantwortete Mord am Journalisten Jamal Khashoggi entgegen.<br>\nEinige Staaten, die in den Jemen-Krieg verwickelt sind, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Kuwait und Katar, befinden sich unter den L&auml;ndern, die Kriegswaffen aus Deutschland erhalten. Von dieser Verletzung des Paragraphen 6 Kriegswaffenkontrollgesetzes lenkt auch die Emp&ouml;rung &uuml;ber homophobe &Auml;u&szlig;erungen von Funktion&auml;ren aus Katar im Zusammenhang mit der Fu&szlig;ballweltmeisterschaft der M&auml;nner ab. [&hellip;]<br>\nDie US-Armee ist in Katar nicht nur gro&szlig;z&uuml;gig unterst&uuml;tzter Gast, sondern auch Partner bei Verletzungen des V&ouml;lkerrechts, etwa in Afghanistan und im Irak sowie in Syrien. Milit&auml;rinterventionen in diesen Staaten sind nur entweder auf Einladung der Staatsmacht oder auf der Basis von UNO-Mandaten zul&auml;ssig. Doch hier wird darauf keine R&uuml;cksicht genommen: Das US-Magazin Airforce Times berichtete 2016 &uuml;ber t&auml;glich Hunderte von Flugzeugeins&auml;tzen im Luftraum des Irak, Syriens und in anderen Staaten der Region.<br>\nAl Udeid sei &ldquo;ein integraler Bestandteil der Missionen in Afghanistan, die derzeit als Operationen Freedom&rsquo;s Sentinel oder Resolute Support bezeichnet werden, sowie des Kampfes gegen die Gruppe Islamischer Staat im Rahmen der Operation Inherent Resolve&rdquo;. Diese milit&auml;rischen Aktivit&auml;ten werden durch Konflikte zwischen den Partnerstaaten des Westens nicht gef&auml;hrdet. [&hellip;]<br>\nKatar ist nicht nur ein landgest&uuml;tzter Flugzeugtr&auml;ger f&uuml;r die USA, sondern zugleich auch eine Schaltzentrale f&uuml;r die US-Kriegsf&uuml;hrung in dieser Region und weit nach Afrika hinein &uuml;ber sie hinaus. Dies alles auszublenden und lediglich die WM zu skandalisieren, ist ein willkommenes Mittel zur Verblendung der Welt&ouml;ffentlichkeit.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Katar-Was-bei-der-Empoerungs-WM-ausgeblendet-wird-7341195.html\">Bernhard Trautvetter auf Telepolis<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. 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