{"id":90593,"date":"2022-11-19T12:30:20","date_gmt":"2022-11-19T11:30:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90593"},"modified":"2022-11-24T11:59:39","modified_gmt":"2022-11-24T10:59:39","slug":"alte-weisse-maenner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90593","title":{"rendered":"Alte, wei\u00dfe M\u00e4nner"},"content":{"rendered":"<p>Die Geschicke dieser Welt, vor allem der globalisierte Handel, die Energiewirtschaft, die Industrie und die Finanzm&auml;rkte, werden nicht nur von M&auml;nnern dominiert, sondern beherrscht. Das sind meist die grauen Eminenzen im Hintergrund. M&auml;nner, die sich im Verlauf ihres Lebens ein unfassbar gro&szlig;es Verm&ouml;gen erarbeitet oder geerbt haben. Deshalb sind diese M&auml;nner meist schon in der zweiten Lebensh&auml;lfte angekommen, also &bdquo;betagter&ldquo;, wie man heute gerne zu alten M&auml;nnern sagt. Die meisten von ihnen sind wei&szlig; und geh&ouml;ren zu den etwas mehr als 2.000 weltweit existierenden Milliard&auml;ren, die meist abgeschottet und &ouml;ffentlichkeitsscheu ihr durchaus anstrengendes Luxusleben in ebensolchen Immobilien an den daf&uuml;r auf der Welt bekannten Orten f&uuml;hren. Ein paar Frauen sind auch darunter und die haben, sofern sie sich in verantwortlichen F&uuml;hrungspositionen befinden, meist die Diktion und die Verhaltensmuster der M&auml;nner in dieser exklusiven Liga &uuml;bernommen. Alle zusammen k&ouml;nnen sich freuen &uuml;ber Verm&ouml;genszuw&auml;chse von 25 bis 30 Prozent in den vergangenen zwei CORONA-Jahren. Von <strong>Michael Fitz<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nNachdem die Aktienkurse zun&auml;chst bereits im April 2020 kurz um etwa 6 Prozent abgesackt waren und damit auch das Verm&ouml;gen der Obengenannten kurz minimiert hatten, ging es von da an steil bergauf. Da wird eben ganz schnell umgeschichtet und in gerade so  erfolgversprechende Branchen wie Pharma investiert, schon kann man die horrenden Gewinne z.B. der Impfstoffhersteller fr&uuml;her oder sp&auml;ter absch&ouml;pfen und ist wieder im Spiel. Wir reden hier &uuml;ber Verm&ouml;gen, wohlgemerkt von Einzelnen oder Familien, teilweise durchaus in einer Gr&ouml;&szlig;enordnung, die dem Staatshaushalt eines mittleren Industrielandes entspricht.<\/p><p>Da fragt man sich nat&uuml;rlich, was machen diese Leute mit soviel Geld, mit dem, was ihnen nach Steuer, sofern die &uuml;berhaupt nennenswert gezahlt wird, davon bleibt? Der eine oder andere erweist sich als Philanthrop und Menschenfreund und unterst&uuml;tzt gro&szlig;z&uuml;gig humanit&auml;re Projekte oder gr&uuml;ndet selbst eine Stiftung oder NGO mit entsprechender Zielsetzung. Am Beispiel Bill Gates kann man sehen, dass gespendete Gelder aber grunds&auml;tzlich kombiniert sind mit profitorientierten Investitionen in anderen, nicht so ganz publikumswirksamen Wirtschaftsbereichen, wohl um die m&ouml;glicherweise durch allzu gro&szlig;e Menschenfreundlichkeit entstandenen Finanzl&ouml;cher schnell wieder schlie&szlig;en zu k&ouml;nnen.<\/p><p>Ansonsten kann man mit dem vielen Geld nat&uuml;rlich in allen m&ouml;glichen Bereichen daf&uuml;r sorgen, dass man, wenn schon nicht gesehen, dann zumindest geh&ouml;rt wird. Man kann die &ouml;ffentliche Meinung in seinem Sinne beeinflussen, Stiftungen und Thinktanks gr&uuml;nden. <\/p><p>Oder auch Akademien, zu dem Zweck, die eigene Weltsicht, nicht nur an die &Ouml;ffentlichkeit, sondern auch und besonders an geeigneten Nachwuchs zu vermitteln. Wenn man selbst in der &Ouml;ffentlichkeit unsichtbar bleiben will, braucht es nat&uuml;rlich daf&uuml;r gut vernetzte Kontaktpersonen, die einem geeigneten Nachwuchs zuf&uuml;hren. Eine solche Drehscheibe, ein solcher Kontaktmarkt ist Klaus Schwabs Weltwirtschaftsforum in Davos. Hier tummeln sich die, die in Politik und Wirtschaft schon eine Gr&ouml;&szlig;e sind, aber auch die, die das gerne sein oder werden m&ouml;chten. <\/p><p>Also eher kein Zufall, dass sowohl unsere Au&szlig;enministerin Frau Baerbock als auch unser Wirtschaftsminister Habeck sich inzwischen &bdquo;young european leaders&ldquo; nennen d&uuml;rfen, beide sind von Herrn Schwab unter seine Fittiche genommen worden, um eine der oben beschriebenen exklusiven &bdquo;Fortbildungen&ldquo; zu durchlaufen und die Sichtweise der Anbieter auf die Welt und wie sie zu funktionieren hat, nat&uuml;rlich ganz im Sinne der schwerreichen G&ouml;nner. Wenn man weder Wirtschaft noch irgendetwas anderes f&uuml;r ein hohes Staatsamt Relevantes studiert hat, nimmt man das ideologisch Vorgefertigte dann ohne gro&szlig;e Einw&auml;nde und Reflektion mit. <\/p><p>Die dahinter stehenden &bdquo;grauen Eminenzen&ldquo; leisten sich ganze Heerscharen von willigen Wissenschaftlern, Denkern, flankierenden Journalisten und auch mal Philosophen, um ihre Sicht der Dinge eloquent und stichhaltig formuliert dem Rest der Welt zu vermitteln.<\/p><p>Ganze wirtschaftswissenschaftliche Theorien und Konzepte werden darum herum gesponnen, Glaubenss&auml;tze und Prinzipien werden von flei&szlig;igen Helfern vor allem f&uuml;r Sonntagsreden und deren Glaubw&uuml;rdigkeit formuliert. Dabei entstehen dann auch so merkw&uuml;rdige Wortsch&ouml;pfungen wie &bdquo;regelbasierte Au&szlig;enpolitik&ldquo;, die auf Deutsch immer so ein bisschen wie mit Google etwas holprig aus dem Englischen &uuml;bersetzt daherkommen. Da geht es nun pl&ouml;tzlich auch einer deutschen Au&szlig;enministerin, deren Kenntnisse &uuml;ber j&uuml;ngste europ&auml;ische Geschichte eher d&uuml;rftig zu sein scheinen, um geostrategische &Uuml;berlegungen, ein Wort, das allein aufgrund eben der Geschichte unseres Landes uns Deutschen eigentlich im Hals steckenbleiben m&uuml;sste. Aber gut, wir selbst verfolgen ja gar keine Geostrategie. Weil die diktiert uns ja der gro&szlig;e Freund und Bruder jenseits des Atlantiks. Oder vielleicht dann doch die im Allgemeinen recht lichtscheuen alten, wei&szlig;en M&auml;nner?<\/p><p>Alles in allem wird von denen, die die Strippen ziehen, mit gro&szlig;er Sorgfalt ein riesiger Popanz betrieben, um der sorgf&auml;ltig gestrickten eigenen Weltsicht auf breiter Front zur Allgemeing&uuml;ltigkeit und rechtsstaatlichem Konsens zu verhelfen. Vielleicht auch, um das eigene Gewissen zu beruhigen? Auch die Moral wird hier begeistert herangezogen, um dieses ganze Konstrukt dem Normalb&uuml;rger, dem kleinen Mann, den man ansonsten gerne am Nasenring durch die Manege zerrt, als alternativlos zu pr&auml;sentieren. Solidarisch soll er sein, w&auml;hrend sein m&uuml;hsam Erspartes entwertet wird und er als Steuerzahler die Risiken von allerlei aktiennotierten Unternehmen und vor allem deren shareholder abzudecken hat.<\/p><p>Da ist dann der Staat gefragt, der ansonsten als Regulierungsorgan nicht gern gesehen ist, w&auml;hrend &uuml;berall im Land eigentlich steuerfinanzierte Infrastruktur wie Schulen, Br&uuml;cken und &ouml;ffentliche Geb&auml;ude verrotten. Wenn man sich die M&uuml;he macht und dieses ganze moralisch\/ideologische Gebilde und dessen &Uuml;berbau St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck gedanklich demontiert, alles &Uuml;berfl&uuml;ssige mal beiseitestellt und sich auf die Suche nach dem Kern dieser Weltsicht und dem zugrundeliegenden Menschenbild macht, wird es nach ausgiebigen Aufr&auml;um- und Entsorgungsarbeiten irgendwann auf einmal ganz einfach und sehr archaisch. Die Maxime hinter all dem Irrwitz lautet: Ich bin st&auml;rker als Du. Ich nehme Dir alles weg. Dein Geld, Dein Haus, Deine Frau, Deinen Besitz, Dein Land und wenn ich will auch Dein Leben. Weil ich es kann. Das Recht des St&auml;rkeren, nennt man das. Diese Drohung gilt auch Mutter Natur, die man glaubt, inzwischen vollst&auml;ndig zu beherrschen, der man nach Gusto immer noch weiter alles entrei&szlig;en kann, was man zu fassen kriegt, und der unstillbaren Gier nach mehr und immer mehr opfert.<\/p><p>Das ist das, was von diesem ganzen aufgeblasenen, mit Wissenschaft, Ideologie und ein wenig Philosophie und vielen gro&szlig;en Worten zusammengekleisterten &Uuml;ber-Ego-Wahnsinn &uuml;brig bleibt. Der R&uuml;pel mit der Keule. Ja, der steckt immer noch in uns drin und der kann jederzeit in jedem von uns wachger&uuml;ttelt werden, auch wenn er noch so kultiviert, gebildet und hochgeistig daherkommt.  <\/p><p>Wenn das, nach ein paar hunderttausend Jahren Menschheitsentwicklung, mit seit 2.000 Jahren zumindest im Kern n&auml;chstenliebendem Christentum, nach Renaissance, Aufkl&auml;rung und Humanismus, Sozialreformen, Glasnost und Perestroika, Vers&ouml;hnung nach zwei Weltkriegen und Politik der guten Nachbarschaft alles ist, was &uuml;brig bleibt? Dann haben wir nicht viel gelernt.<\/p><p>Noch eine Bitte. Ich freue mich &uuml;ber jede Reaktion und nat&uuml;rlich auch Leserbriefe und etwaige Diskurse, die sich daraus ergeben k&ouml;nnen. Ich schreibe hier unter meinem Namen, also mit offenem Visier. Das w&uuml;rde ich mir auch von Leserbrief-Schreibern w&uuml;nschen. Denn ich h&auml;tte gerne die M&ouml;glichkeit, auf Leserbriefe entweder direkt oder &uuml;ber die NDS zu antworten. Danke.<\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90786\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p>Titelbild: Ground Picture\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschicke dieser Welt, vor allem der globalisierte Handel, die Energiewirtschaft, die Industrie und die Finanzm&auml;rkte, werden nicht nur von M&auml;nnern dominiert, sondern beherrscht. Das sind meist die grauen Eminenzen im Hintergrund. M&auml;nner, die sich im Verlauf ihres Lebens ein unfassbar gro&szlig;es Verm&ouml;gen erarbeitet oder geerbt haben. 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