{"id":90870,"date":"2022-11-25T13:51:10","date_gmt":"2022-11-25T12:51:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90870"},"modified":"2022-11-25T13:51:10","modified_gmt":"2022-11-25T12:51:10","slug":"leserbriefe-zu-wolfgang-ischinger-fordert-kriegswirtschaft-fuer-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90870","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eWolfgang Ischinger fordert \u201eKriegswirtschaft\u201c f\u00fcr Deutschland\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90762\">In diesem Beitrag<\/a> wird die Forderung des Transatlantikers und langj&auml;hrigen Leiters der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, diskutiert, die Bundesregierung m&uuml;sse Deutschland in eine &bdquo;Kriegswirtschaft&ldquo; f&uuml;hren. Wenn sie &bdquo;auch nur halbwegs ernst gemeint&ldquo; sei, h&auml;tte das Konsequenzen &ndash; u.a., dass sich Berlin &bdquo;unmissverst&auml;ndlich als direkte Kriegspartei gegen Russland&ldquo; s&auml;he sowie die &bdquo;massive Verlagerung von Priorit&auml;ten in den Produktionsketten und in Hinsicht auf den Zugang zu Energietr&auml;gern&ldquo;. Wir haben hierzu interessante Leserbriefe erhalten. Danke. <strong>Christian Reimann<\/strong> hat eine Auswahl zusammengestellt.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag,<\/p><p>mit den Aussagen Ischinger&rsquo;s wird immer deutlicher, da&szlig; wir hier in Deutschland (nicht minder in der EU und den USA) ein gro&szlig;es Problem mit &lsquo;unseren Eliten&rsquo; (bzw. denen, die sich daf&uuml;r halten) haben. Hier ist au&szlig;erhalb des Radars der Bev&ouml;lkerung, die mit ihrem Leben in einer realen Welt besch&auml;ftigt ist, eine Bande mit geschlossenem Weltbild und selbstreferentiellen Kommunikationskreisen herangewachsen, die auf Aggression geb&uuml;rstet ist und uns alle zur Geisel nehmen will. Gegen alle Realit&auml;ten (milit&auml;risch, ressourcenm&auml;&szlig;ig, &ouml;konomisch, diplomatisch) will man Ru&szlig;land ausschalten. Eine Niederlage in der NATO-Ru&szlig;land Auseinandersetzung via Ukraine darf es f&uuml;r diese Mischpoke daher nicht geben. Das w&auml;re der Todessto&szlig; f&uuml;r die von ihr praktizierte Politik der letzten 30 Jahre. Wir Citoyens sollten einen Gang zulegen, um diese Bande loszuwerden. Denn eine wichtige Erkenntnis unserer faschistischen Vergangenheit besagt, da&szlig; das totale Versagen der Eliten einer der wesentlichen Bausteine f&uuml;r seine Existenz war. <\/p><p>Ich gr&uuml;&szlig;e Sie, machen Sie es weiter gut!<br>\nHans G&uuml;nter Grewer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte NDS Redaktion,<\/p><p>Der NDS Artikel hat mich vom Stuhl gehauen.<\/p><p>Der Grund daf&uuml;r: Wie sich die Geschichte wiederholt und zwar in einer d&auml;monischen Weise.<\/p><p>Ist Wolfgang Ischinger auf der Suche nach einer modernen Version von einem Ministerium f&uuml;r Bewaffnung und Munition?<\/p><p>Hatte Deutschland schon mal und zwar unter Leitung von Albert Speer, der nach dem Ableben von Fritz Todt am 8 Februar 1942 R&uuml;stungsminister wurde.<br>\nDen Forderungen von Wolfgang Ischinger k&auml;me auch ein moderner Hans Kehrl zugute, einen General der zivilen Wirtschaft, der k&ouml;nnte dann die praktische Leitung &uuml;bernehmen in einem Ministerium f&uuml;r R&uuml;stung und Kriegsproduktion.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nPatrick Janssens<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Florian Warweg! Liebe NDS-Redaktion!<br>\n&nbsp;<br>\nHerzlichen Dank f&uuml;r Ihren Artikel: &ldquo;Wolfgang Ischinger fordert &bdquo;Kriegswirtschaft&ldquo; f&uuml;r Deutschland&rdquo;!<\/p><p>F&uuml;r uns, die wir den letzten Weltkrieg noch miterlebt haben, ist diese Forderung Ischingers erst recht ungeheuerlich.<\/p><p>Leider finden wir keine Adresse von W. Ischinger, um ihm geharnischt zu schreiben. K&ouml;nnen Sie uns da helfen?<br>\n&nbsp;<br>\nFriedliche Gr&uuml;&szlig;e!<br>\nHelene+Ansgar Klein<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseiten-Redaktion,<br>\n&nbsp;<br>\nzu dem Artikel &uuml;ber die Forderung von Herrn Ischinger nach &bdquo;Kriegswirtschaft&ldquo; ist noch anzumerken, dass eine Kriegswirtschaft nicht nach den derzeit bestehenden marktorientierten Regeln und Gesetzen funktionieren kann. Es ist schlichtweg nicht vorstellbar, dass das &bdquo;Kriegsministerium&ldquo; im kurzfristigen Bedarfsfall z.B. von Artilleriemunition erst eine europaweite Ausschreibung macht, um dann nach neun Monaten Vergabeverfahren den Zuschlag an den Bestbietenden zu erteilen. Es ist ferner nicht vorstellbar, dass die Deckung eines milit&auml;risch dringenden Bedarfs davon abh&auml;ngen soll, ob z.B. Rheinmetall die Rentabilit&auml;t der Bereitstellung unter Bedingungen von Anbieterkonkurrenz hinreichend hoch bewertet, um sich ausreichend ins Zeug zu legen auch schnell zu liefern. Kriegswirtschaft bedeutet notwendigerweise Kommandowirtschaft, also ungef&auml;hr das Gegenteil dessen, was derzeit die Regeln unserer Marktwirtschaft pr&auml;gt.<br>\n&nbsp;<br>\nDies zeigt, dass Marktwirtschaft und Marktregulierungen nur solange wichtig und verbindlich sind, als dass sie der Lenkung und Begrenzung nachrangiger Aktivit&auml;ten dienen. Sobald die Priorit&auml;t f&uuml;r ein Produkt nur hoch genug steigt (z.B. nach Kriegswaffen und Munition im Kriegsfall), kehren wir zu Organisationsformen zur&uuml;ck, die eher an Staats- oder Planwirtschaft erinnern.<br>\n&nbsp;<br>\nOder anders ausgedr&uuml;ckt: Die Regeln des neoliberalen Wirtschaftens gelten nur f&uuml;r die unwichtigen bis unerw&uuml;nschten Akteure des Wirtschaftsbetriebs.<br>\n&nbsp;<br>\nWas sich bei alledem nicht &auml;ndern soll, ist der Kapitalismus an sich. &Uuml;blicherweise erfolgt die Bereitstellung von kriegsnotwendigem Material am Ende im gegenseitigen Interesse und Einvernehmen von staatlichen Besteller und privatwirtschaftlichen Kapital. Mit regelm&auml;&szlig;ig atemberaubenden Gewinnaussichten f&uuml;r die R&uuml;stungsindustrie.<br>\n&nbsp;<br>\nViele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nEuer Leser Stefano Jardella<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseiten,<br>\n&nbsp;<br>\nnachstehend mein Leserbrief zu Ihrem Artikel:<\/p><p>Vielleicht sollten wir Folgendes in Betracht ziehen: Hinter der mehr oder minder deutlichen Proklamation einer KRIEGSWIRTSCHAFT kann sich eine Einsicht verbergen. Die Einsicht n&auml;mlich, dass der Standard-Verlauf kapitalistischen Wirtschaftens in Deutschland mittlerweile viel Sand im Getriebe hat und noch mehr Sand ins Getriebe geschaufelt werden soll: Einerseits durch die Kappung wirtschaftlicher Bande mit Russland. Andererseits durch den au&szlig;enpolitisch ins Auge gefassten Abbruch essentieller Verbindungen zu China. Der sich aus einer rasanten Deindustrialisierung in Richtung &bdquo;Agrarstaat&ldquo; ergebende unerh&ouml;rte konjunkturelle Einbruch k&ouml;nnte wom&ouml;glich nur noch durch eine Kriegskonjunktur aufgefangen werden. Das hei&szlig;t, durch eine staatliche Vernichtungs&ouml;konomie jenseits der Produktion von Gebrauchsg&uuml;tern, wie sie einst mit dem Ende der Weimarer Republik einherging. Eine derartige &bdquo;Kriegswirtschaft&ldquo; d&uuml;rfte bis auf Weiteres funktionieren, auch ohne dass Deutschland unmittelbare Kriegspartei wird. Um eine so verstandene Kriegswirtschaft gegen eine verarmende und widerspenstiger werdende Bev&ouml;lkerung durchzusetzen k&ouml;nnte vermehrt ein repressives Staats-Personal in Erscheinung treten. Einen vagen Vorgeschmack auf eine solche entfesselte Repression bieten gewisse Entgleisungen w&auml;hrend der Corona-Pandemie, als man selbst greisen Mitb&uuml;rgern ordentlich &bdquo;in die Nieren boxte&ldquo; und Demonstrationen im Freien gegen die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Aerosolforschung untersagte. Zum Zusammenhang von Kriegskonjunktur und Ende der Weimarer Republik lese man die nach wie vor ergiebigen Studien Alfred Sohn-Rethels in seinem Buch &Ouml;KONOMIE UND KLASSENSTRUKTUR DES DEUTSCHEN FASCHISMUS.<\/p><p>Dr. Karim Akerma<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseitenredaktion,<br>\n&nbsp;<br>\ndie Forderung von Herrn Ischinger best&auml;rkt mich in der Annahme, dass Deutschland ziemlich pleite sein muss.<br>\nNur Staaten, denen das Wasser bis zum Hals steht, die f&uuml;r sich keine Chance mehr sehen aus der Misere der Wirtschaftsniederlage, auch verursacht von bestem Freund der Welt, zu kommen. Und das wird man nicht wenn Big Brother das nicht will.<br>\nMan geht tats&auml;chlich das Risiko eines dritten Weltkrieges ein auf die Gefahr hin, dass unser Land danach nicht mehr existiert.<br>\n&nbsp;<br>\nDa schon immer monet&auml;re Probleme von Staaten kriegerische Konflikte hervorgerufen haben unter den V&ouml;lkern, die als Individuen niemals auf ihr Gegen&uuml;ber losgehen w&uuml;rden, wird diese Katastrophe hinter irgend einem Busch versteckt. Sei es Corona, oder der momentane Krieg in der Ukraine, der mit unseren Problemen nicht das Mindeste zu tun hat, sondern unsere Volkswirtschaft an den Rand des Zusammenbruchs treiben wird, durch immer unversch&auml;mter werdende Forderungen an unser Land von einer Seite, der wir nichts schulden, und den Interessen sogenannter Freunde, die uns wirtschaftlich &uuml;ber die Klinge springen sehen wollen. Anders ist das alles nicht mehr zu verstehen.<br>\n&nbsp;<br>\nLangsam begreife ich sogar die Merkelsche Politik. Ich denke, sie wusste was auf uns zukommen w&uuml;rde. Der Bau der beiden Nordstreams war der Versuch Deutschland vor den Folgen einer irrwitzigen Kriegsl&uuml;sternheit und ihren Verwerfungen in Europa zu sch&uuml;tzen. So wenigsten oder so &auml;hnlich glaube ich, k&ouml;nnte es gewesen sein.<br>\nWenn ja, dann sitzt unser gr&ouml;&szlig;ter Feind nicht im Osten, denn die Sprengung der Pipelines ist nichts anderes als eine offene Kriegserkl&auml;rung an Deutschland.<br>\nEs wird an der Zeit diesen Zeitgenossen, die schon vor 30 Jahren h&auml;tten gehen m&uuml;ssen, die T&uuml;r zu weisen. Wenn diese Versager und Befehlsempf&auml;nger in Berlin, die sich Politiker nennen, diesen Akt nicht stemmen, wird unser Land nie wieder frei sein, wenn es das jemals &uuml;berhaupt wieder wird.<br>\n&nbsp;<br>\nDas Kapital der Heuschrecken l&auml;sst anderes erwarten. Mein liebes, b&ouml;ses Deutschland, Du bist also am Ende. Nicht anders ist dieser Zwischenruf eines Mannes zu verstehen, der seine ganze Existenz und indirekt die Deutschlands auf Vasallentum aufgebaut hat. Ich glaube ich werde nochmal zu einem gl&auml;ubigen Menschen, denn nur die Macht eines guten Gottes wird die Niedertracht der Menschheit brechen k&ouml;nnen.<br>\n&nbsp;<br>\nMeine Verzweiflung wird dieser Tage gr&ouml;&szlig;er und gr&ouml;&szlig;er, auch dar&uuml;ber, dass das alles von den meisten Menschen in diesem Land nicht einmal erkannt wird.<br>\n&nbsp;<br>\nMit dem Wunsch in einem Jahr noch kommunizieren zu k&ouml;nnen wie gerade eben, verbleibe ich mit freundschaftlich guten W&uuml;nschen f&uuml;r alle an dieser Mission Beteiligten.<\/p><p>Wolfgang Schuckmann<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/472dbfdf5906413381334026319df29b\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90762\">In diesem Beitrag<\/a> wird die Forderung des Transatlantikers und langj&auml;hrigen Leiters der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, diskutiert, die Bundesregierung m&uuml;sse Deutschland in eine &bdquo;Kriegswirtschaft&ldquo; f&uuml;hren. 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