{"id":91181,"date":"2022-12-05T11:06:27","date_gmt":"2022-12-05T10:06:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91181"},"modified":"2022-12-05T14:53:31","modified_gmt":"2022-12-05T13:53:31","slug":"wahlspruch-der-westlichen-wertegemeinschaft-ich-bin-der-herr-und-habe-das-sagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91181","title":{"rendered":"Wahlspruch der Westlichen Wertegemeinschaft: \u201aIch bin der Herr und habe das Sagen\u2018"},"content":{"rendered":"<p>Getrieben von der gleichen Einf&auml;ltigkeit, mit der wir heute unsere globalen Probleme zu l&ouml;sen versuchen und unsere kreativen Potentiale vergeuden, begannen die M&auml;chtigen der Fr&uuml;hzeit, befl&uuml;gelt von der schlichten Idee &bdquo;Ich bin der Herr und habe das Sagen&ldquo;, ihre Herrschaft sehr erfolgreich zu befestigen und auszubauen. Einvernehmliche Zusammenarbeit mit Religionen erwies sich als ideal beim Legitimieren der Macht dieser Auserw&auml;hlten. Auf allen Kontinenten. Und auch unsere Kaiser und K&ouml;nige verstanden es, mit der christlichen Kirche viele Jahrhunderte lang f&uuml;r eine stabile Akzeptanz zu sorgen. Als dann die Dynamik der kapitalistischen Wirtschaft eine Verteilung der weltlichen Macht auf mehrere K&ouml;pfe verlangte, war die demokratische Variante an der Reihe: &bdquo;Wir sind die Herren und haben das Sagen&ldquo;. Dabei blieb das altbew&auml;hrte abendl&auml;ndisch-christliche Legitimationsgebot systemtragend: Erlaube keine Kritik an deinem Weltbild und an deinen Taten und fange nie an, selbstkritisch &uuml;ber dein Herrschaftssystem zu diskutieren! Von <strong>Pentti Turpeinen<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8360\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-91181-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221202_Wahlspruch_der_Westlichen_Wertegemeinschaft_Ich_bin_der_Herr_und_habe_das_Sagen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221202_Wahlspruch_der_Westlichen_Wertegemeinschaft_Ich_bin_der_Herr_und_habe_das_Sagen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221202_Wahlspruch_der_Westlichen_Wertegemeinschaft_Ich_bin_der_Herr_und_habe_das_Sagen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221202_Wahlspruch_der_Westlichen_Wertegemeinschaft_Ich_bin_der_Herr_und_habe_das_Sagen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=91181-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221202_Wahlspruch_der_Westlichen_Wertegemeinschaft_Ich_bin_der_Herr_und_habe_das_Sagen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"221202_Wahlspruch_der_Westlichen_Wertegemeinschaft_Ich_bin_der_Herr_und_habe_das_Sagen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Eine der Grundideen der Demokratie, n&auml;mlich die Lebensbedingungen gleichberechtigt in einer Atmosph&auml;re von herrschaftsfreier Kommunikation kritisch und selbstkritisch zu gestalten, konnte nur ansatzweise verwirklicht werden. Indem man beim Aufbau von demokratischen Nationalstaaten, praktischerweise aber ohne an die Folgen zu denken, wirtschaftspolitische Verwaltungsstrukturen und Legitimationstraditionen der kaiserlich-k&ouml;niglichen Herrschaft &uuml;bernommen hat, blieben diese pr&auml;gend; nicht nur in der Art, wie die B&uuml;rokratie und Staatsgewalt die B&uuml;rger heute noch behandelt, sondern auch in dem Traum, mit abendl&auml;ndisch-christlichen Werten die Welt zu begl&uuml;cken.<\/p><p>Das Urmodell der Unantastbarkeit, die Religion, bei uns die christliche, wurde weltweit zu einem Fundament der Machtaus&uuml;bung ausgebaut. Unsere Kaiser und K&ouml;nige wussten mit kreativer Energie die Bereitschaft des Volkes, sich freiwillig unter die Religion zu unterordnen, als Akzeptanz ihrer Herrschaft zu stabilisieren. Auch heute werden wir dazu erzogen, Wonne und Erhebung im Dienste  von etwas H&ouml;herem zu erlangen; gegenw&auml;rtig meint man, f&uuml;r die Werte des Westens zu leben und zu sterben. <\/p><p>Obwohl in demokratischen Nationen die Machtaus&uuml;bung offiziell in rein weltliche verwandelt, blieb dieses &bdquo;H&ouml;heres zu huldigen&ldquo; vor allem in nationalistischen Demokratien als eine systemtragende Gesinnung pr&auml;sent; meistens im Hintergrund, nur in Kriegszeiten wiederbelebt, in God&lsquo;s own country USA offen als eine Normalit&auml;t gepflegt. Hat sich die USA in den vergangenen Jahrzehnten unbeirrt f&uuml;r das Streben nach der christlich-abendl&auml;ndischen Herrschaft &uuml;ber die Erdenv&ouml;lker fast alleine eingesetzt, f&uuml;hlen sich nun bei der selbstverschuldeten gegenw&auml;rtigen weltpolitischen Krise die Nationen der Europ&auml;ischen Union, Great Britain und die anderen Verteidiger der westlichen Freiheit tief ber&uuml;hrt berufen, den Ruhm und die Ehre bei der Rettung der Welt zu teilen. <\/p><p>Wie so oft in der Geschichte scheinen auch unsere gegenw&auml;rtigen demokratischen &bdquo;Herrscher auf Zeit&ldquo; die wahre Erf&uuml;llung im Kampf f&uuml;r das Gute an der Spitze einer aufgew&uuml;hlten bis hysterischen Bev&ouml;lkerung zu suchen. Daf&uuml;r werden die Reste der kritischen Diskussionskultur mit Elan und Erfolg aus der medialen &Ouml;ffentlichkeit verdr&auml;ngt, die &ouml;ffentliche Meinung &uuml;ber die Gefahren eines selbstkritischen Denkens aufgekl&auml;rt, die Klarheit des Geistes im altbew&auml;hrten Stil der vergangenen Herrschaftssysteme in eine widerspruchlose Einheitsmeinung kultiviert. <\/p><p>Ja, es hat sich auch im Inneren der deutschen Nation einiges getan: In der modernen Atmosph&auml;re einer mittelalterlichen Selbstverherrlichung riskieren diejenigen, die sich aufgefordert f&uuml;hlen,  die Politik der westlichen Wertegemeinschaft &ouml;ffentlich zu kritisieren, ihren Ruf, ihre Arbeit und die soziale Stellung. Im Vergleich zur Hexenverbrennung klingt es noch zivilisiert, humanistisch sogar, aber gelernt ist gelernt: Die kritische Diskussion wurde im Reich der westlichen Werte traditionsbewusst weitgehend ausgeschaltet, und um das Schreckgespenst der Selbstkritik braucht man sich kaum Gedanken zu machen, weil sowas Schr&auml;ges praktisch nie gesichtet wurde.<\/p><p>Im Rausch der eigenen Au&szlig;erordentlichkeit kann sich die westliche Wertegemeinschaft nun im Stile ihrer Vorbilder aus der Fr&uuml;hzeit unserer Zivilisation ganz auf die heilbringende Eroberung der Welt konzentrieren. Einf&uuml;hlsam in die Tradition der Kreuzz&uuml;ge zur&uuml;ckversetzt, bem&uuml;ht man sich mitrei&szlig;end &uuml;berzeugend: Lasst uns die ganze Welt von dem B&ouml;sen befreien; diesmal aber endg&uuml;ltig! <\/p><p>Und dabei pflegt unsere regelbasierte Weltordnung traditionsbewusst die altbew&auml;hrte Unf&auml;higkeit, die Folgen des eigenen Tuns und Lassens zu &uuml;berschauen, und kommuniziert mit Erfolg ihre Kriege, Ausbeutung und Naturzerst&ouml;rung, ihre selbstverschuldeten Katastrophen, als unvermeidbare Kollateralsch&auml;den auf dem Wege zum Wohlstand und Freiheit f&uuml;r alle; ja f&uuml;r alle, die sich dessen als w&uuml;rdig erweisen. Zu was die Menschheit jenseits dieser Macht-Profit-Erstarrung des Verstandes f&auml;hig ist, lassen die geistreichen Einzelinitiativen rund um die Welt ahnen. Da wird vorgezeigt, dass Phantasie, Kreativit&auml;t, Neugierde, Erfindungsreichtum, Einsatz, Empathie usw. nat&uuml;rliche &Uuml;berlebensf&auml;higkeiten des Menschen sind. Statt die Menschheit von Anbeginn in solch einer sch&ouml;pferischen Zusammenarbeit zu erziehen, hat die &bdquo;Ich bin der Herr und habe das Sagen&ldquo;-Mentalit&auml;t unsere Talente in eine profitorientierte Dienstleistungskultur verwandelt. <\/p><p>Mit der Einf&uuml;hrung von Demokratien war man mit Recht stolz auf das Kultivieren der freien Meinungs&auml;u&szlig;erung, um gleichberechtigt die Lebensbedingungen gemeinsam zu gestalten. Und in der revolution&auml;ren &Uuml;bergangsperiode hatten kritische Meinungen und Analysen auch wesentlich dazu beigetragen, das starre &bdquo;Ich bin der Herr und habe das Sagen&ldquo; der Kaiser und K&ouml;nige und sonstiger Herrscher zu &uuml;berwinden. Danach aber etablierten sich die Demokratien als nationalistische Machtgebilde mit Gro&szlig;machtphantasien der  vergangenen Zeiten. Die F&uuml;hrung der nationalen Gesch&auml;fte &uuml;bernahmen in der Tradition von vormals die wirtschafts-politisch M&auml;chtigen mit dem Spruch &bdquo;Wir sind die Herren und haben das Sagen&ldquo;. Der herrschaftsfreie Diskurs als eine herrschaftsfreie Gestaltung der gemeinsamen Lebensbedingungen blieb auf wenige Versuche begrenzt und wurde als ein Traum der Intellektuellen in Bibliotheken ordentlich archiviert; immerhin noch in kritischer Literatur und manchen Internetforen lebendig diskutiert.<\/p><p>Wie man das aus der Geschichte kennt, neigen auch &bdquo;autistische&ldquo; Demokratien, aus ihrem kultivierten Unverm&ouml;gen, die Folgen des eigenen Handelns zu &uuml;berschauen, dazu, mit verh&auml;ngnisvollen Fehlentscheidungen die Legitimation bei der Bev&ouml;lkerung zu verlieren. V&ouml;lker lassen sich oft von zwielichtigen Ideen und Ideologien begeistern, werden aber aufm&uuml;pfig, wenn ihre Lebensverh&auml;ltnisse sich trotz gegenteiligen Versprechungen verschlechtern. Frei nach Brecht: Zuerst kommt das Fressen, dann die westliche Wertegemeinschaft! Dass dies auch gegenw&auml;rtig der Fall ist, merkt man in dem verzweifelten Versuch unserer politisierten &Ouml;ffentlichkeit, mit absurd-spruchhaften Gedanken und desorientiertem Tun und Lassen die Stimmung doch im Griff zu halten. <\/p><p>Unsere angeborene F&auml;higkeit, in Gefahrensituationen das Reagieren der Intuition des K&ouml;rper-Geistes zu &uuml;berlassen, brauchen wir in unserem geregelten Alltag kaum zu beachten. Und ebenso verk&uuml;mmert auch unsere angeborene geistige Wachheit, indem wir Informationen einsaugen, ohne zu reflektieren, was f&uuml;r ein Wissen wir da verinnerlichen. Als eine Legitimationskunst f&uuml;r den Zusammenhalt einer etablierten Herrschaft hat sich dieses Zu-kurz-Denken fabelhaft bew&auml;hrt. <\/p><p>Da das kritische Bewusstsein der Bev&ouml;lkerungen seit l&auml;ngerem von der Unterhaltungsindustrie gepflegt und kultiviert wird, wir von Warner-Br&uuml;dern und -Schwestern &uuml;ber weltweite Missst&auml;nde, Korruption und L&uuml;gen aufgekl&auml;rt werden, sollte man wohl eine TV-Serie &uuml;ber die Gesinnung der westlichen Wertegemeinschaft drehen. In der ersten Folge etabliert sich die &bdquo;Ich bin der Herr und habe das Sagen&ldquo;-Ideologie, indem einige Talentierte der Urzeit erkennen, dass sie mit ihrer F&auml;higkeit, soziale Zusammenh&auml;nge zu &uuml;berschauen, andere beherrschen k&ouml;nnen. Passend dazu wird ein Menschenbild konstruiert, indem das gemeine Volk als &bdquo;von Natur aus hinterh&auml;ltig und gierig&ldquo; definiert wird und die M&auml;chtigen nur zum Wohle der Allgemeinheit ihren Reichtum vermehren. <\/p><p>Da es sich um einen  aufkl&auml;rerisch-tragischen Phantasiefilm handelt, based on a true story, werden in weiteren Folgen die heutigen Akteure des Werte-Westens in die fernen Urspr&uuml;nge der abendl&auml;ndisch-christlichen Wertegemeinschaft versetzt, wo sie mit ihren heutigen &Uuml;berzeugungen, ohne aufzufallen,   die Welt, gemeinsam mit einer ergebenen Bev&ouml;lkerung, vor dem B&ouml;sen retten und fremde V&ouml;lker und Kulturen mit brutaler Gewalt unter ihre Herrschaft bringen. Dabei kultivieren sie in bew&auml;hrter Tradition die hohe Kunst, die verheerenden Folgen ihres Tuns und Lassens diskret zu verheimlichen, mit Faktencheck versteht sich. Frei nach Thomas Hobbes: Der Kampf aller gegen alle sei mit euch! <\/p><p>In der zweiten Staffel wird dann im Stile der utopischen Literatur eine aufkl&auml;rerische Alternative zu der selbst- und weltzerst&ouml;rerischen Ausweglosigkeit unseres etablierten Lebensstiles beschrieben. Aller Anfang steckt in Kleinigkeiten, so auch in der schlichten Einsicht mancher unserer Vorfahren aus der Vorzeit, dass eine gemeinsame &Uuml;berlebensstrategie uns naturgegeben ist. In der ersten Folge wird rekapituliert, wie die Urv&ouml;lker mit ihrem nat&uuml;rlichen Menschenverstand die &Uuml;berlebensstrategien der eigenen Gemeinschaft mit dem Knowhow der Nachbarst&auml;mme fusionieren, eine herrschaftsfreie Entwicklung zum Vorteil aller in Gang bringen; selbstverst&auml;ndlich ohne die eigenen nat&uuml;rlichen Lebensbedingungen zu zerst&ouml;ren. Und nota bene, dieses herrenlose Gestalten des gemeinsamen &Uuml;berlebens muss nicht mit einer Religion oder sonstigen h&ouml;heren Werten legitimiert werden. Also, geht doch! Ein Oscar in der Kategorie die &bdquo;Beste Aufkl&auml;rung&ldquo; w&auml;re angemessen!<\/p><p>Die Herrschaftssysteme fingen sehr fr&uuml;h an, zur Legitimation ihrer Macht die nat&uuml;rliche geistig-k&ouml;rperliche Verbundenheit mit der jeweiligen Lebensart auf bestimmte Merkmale zu reduzieren: Sei es unser Aussehen, die Hautfarbe, Sprachtraditionen, das Selbstwertgef&uuml;hl als Mitglied einer demokratisch-christlichen Nation, das Nationalbewusstsein, die soziale Identit&auml;t, unsere Kunst und Musik, die Selbstachtung als Angeh&ouml;riger der westlichen Wertegemeinschaft; allesamt spielen wir da unsere fremdbestimmten Rollen in einem Spiel, das Jahrhunderte w&auml;hrt, in manchen F&auml;llen Jahrtausende. Im Curriculum dieser Tradition steht nicht, dass wir uns in erster Linie als Mensch unter anderen Menschen begreifen lernen, sondern dass wir uns als Angeh&ouml;rige einer au&szlig;erordentlichen Zivilisation, die allen anderen weit &uuml;berlegen ist, identifizieren. Und wie borniert dieses &bdquo;Ich bin der Herr und habe das Sagen&ldquo; auch unser individuelles Alltagsverhalten leitet, wird  in Satiresendungen, Tragikom&ouml;dien, Gewaltkrimis, Talkshows, politischen Veranstaltungen  und sonstigen Trauerspielen unterhaltsam re-produziert!<\/p><p>Nach all der intensiven und lebenslangen Ausbildung zu einer weltlich-religi&ouml;sen Au&szlig;erordentlichkeit f&auml;llt es uns schwer, Menschen aus anderen Kulturen und Ethnien ohne Jahrhunderte alten Vorurteilen zu begegnen, in ihren Lebensweisen, Kunst und Musik, die menschliche Kreativit&auml;t als solche zu bewundern. Und dass wir nicht erstarrte Gewohnheitswesen sind, sondern von Natur aus neugierig, erfinderisch, experimentierfreudig, flexibel, ist doch keine Neuigkeit! Statt unsere Abh&auml;ngigkeiten uns bewusst zu machen, statt unsere Lernf&auml;higkeit und Potentiale zu kultivieren, werden die verinnerlichten Vorurteile nun auch von der westlichen Wertegemeinschaft als Legitimation f&uuml;r kurzsichtige Herrschaftsinteressen benutzt. Unsere abendl&auml;ndisch-christlichen Kulturen machen es uns nicht leicht, in erster Linie Mensch zu sein.<\/p><p>Seit Anbeginn haben wache, kritische Geister sich wortgewandt bem&uuml;ht, Lichtblicke auf die dunklen W&auml;nde unserer H&ouml;hle zu projizieren; mit wenig Erfolg. In der tiefen Dunkelheit vermochte die zivilisierte Vernunft nicht, &uuml;ber ihren Schatten zu springen.  Den kritischen Geistern blieb sinnvoller Weise nur &uuml;brig, uns vor allem auf einzelne Missst&auml;nde, Tatsachenverdrehungen, auf unmittelbare Notlagen in der Lebenswirklichkeit aufmerksam zu machen und diese zu ver&auml;ndern. Die phantasievolle utopische Literatur war dabei keine gro&szlig;e Hilfe. Aber auch solche Gedanken sind frei, und wenn andere Menschen sie doch erraten, k&ouml;nnen sie etwas &auml;ndern.<\/p><p>Titelbild: shutterstock \/ AlexLMX<\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<p><strong>Mehr zum Thema:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88372\">Westliche &Uuml;berheblichkeit als Konfliktl&ouml;sungsstrategie hat sich noch nie bew&auml;hrt<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85081\">Einstiges Friedensprojekt EU versinkt im Rausch eines kriegerischen Nationalismus<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/a6bc5e550c46466d9d6c445ba35cbb04\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Getrieben von der gleichen Einf&auml;ltigkeit, mit der wir heute unsere globalen Probleme zu l&ouml;sen versuchen und unsere kreativen Potentiale vergeuden, begannen die M&auml;chtigen der Fr&uuml;hzeit, befl&uuml;gelt von der schlichten Idee &bdquo;Ich bin der Herr und habe das Sagen&ldquo;, ihre Herrschaft sehr erfolgreich zu befestigen und auszubauen. 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