{"id":9121,"date":"2011-04-18T09:17:05","date_gmt":"2011-04-18T07:17:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9121"},"modified":"2014-08-26T10:27:08","modified_gmt":"2014-08-26T08:27:08","slug":"aufschlussreicher-mailwechsel-zu-stuttgart-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9121","title":{"rendered":"Aufschlussreicher Mailwechsel zu Stuttgart 21"},"content":{"rendered":"<p>Wir geben weiter, was uns erreichte. Interessant, wenn auch nicht &uuml;berraschend. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><\/p><p><strong>Mail von Christel Schairer an den Spitzenkandidaten der SPD in BW und potentiellen stellv. MP in BW, Nils Schmid:<\/strong> <\/p><blockquote><p><em>Von: Christel Schairer<\/em><br>\n<em>An: Nils Schmid<\/em><br>\n<em>Datum: 7. April 2011<\/em><\/p>\n<p><em>Nachricht: Als Nochmitglied der SPD bitte ich dich dringend, deine Position zu S21 zu &uuml;berdenken. Ein Volksentscheid ist doch unrealistisch, das Ergebnis steht nach heutiger Rechtslage ja schon fest. Deine Argumente f&uuml;r S 21 k&ouml;nnen viele, nicht &nbsp;nur ich, nicht nachvollziehen. Laut heutigem Stern, dem &nbsp;Spiegel vom Montag, werden die Kosten doch ins Unermessliche steigen, wer soll das bezahlen? Du kennst doch sicherlich auch die gravierenden M&auml;ngel von S21, du kannst doch damit nicht einverstanden sein, das ist nie sozial. Auch als Politiker kann, ja muss man Irrt&uuml;mer eingestehen k&ouml;nnen, man verliert dadurch nicht, im Gegenteil, man wird glaubw&uuml;rdiger. Noch&nbsp;mal mein dringender Appell, &uuml;berdenke deine Position.<\/em><\/p>\n<p><em>Noch ein weiterer Tipp, gib dich nicht so sehr als Wahlsieger, du hast das schlechteste Ergebnis eingefahren. Es kommt nicht &uuml;berall an, wenn du dich immer so als Sieger darstellst. Denk daran, auch in RT hast du nur &nbsp;das drittbeste Ergebnis eingefahren.<\/em><\/p>\n<p><em>Denk nach!!!<\/em><\/p><\/blockquote><p><strong>Antwort Nils Schmid an Christel Schairer:<\/strong><\/p><blockquote><p><em>Von: Nils Schmid<\/em><br>\n<em>An: Christel Schairer<\/em><br>\n<em>Datum: 14. April 2011<\/em><\/p>\n<p><em>Liebe Christel,<\/em><\/p>\n<p><em>den echte Wechsel haben wir zusammen mit den Gr&uuml;nen geschafft. Aber Du hast nat&uuml;rlich Recht: unabh&auml;ngig von unserer Freude d&uuml;rfen wir das Wahlergebnis nicht aus den Augen verlieren. Nat&uuml;rlich werden wir es diskutieren und selbstverst&auml;ndlich genau analysieren. Wir wollen es nicht besch&ouml;nigen. Eine kritische Wahlanalyse ist uns sehr wichtig. Jedoch: Noch vor einem halben Jahr sahen uns die Umfragen bei 18, 19 Prozent in Baden-W&uuml;rttemberg. Und auch im Vergleich zur Bundestagswahl 2009 hat sich die SPD in Baden-W&uuml;rttemberg deutlich verbessert. Aber wir sind zugegebenerma&szlig;en noch nicht wieder da, wo wir hin m&ouml;chten. Auf den derzeit stattfindenden Regionalkonferenzen besprechen wir selbstverst&auml;ndlich auch unser Wahlergebnis.<\/em><\/p>\n<p><em>Zu einem seri&ouml;sen Politikstil, den wir im Wahlkampf versprochen haben, geh&ouml;rt es auch, dass sich die W&auml;hlerinnen und W&auml;hler auf das verlassen k&ouml;nnen, was wir vor der Wahl sagen. Unsere Haltung zu Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm war und ist eindeutig: die SPD steht mehrheitlich hinter den Projekten. Da es in unseren eigenen Reihen Gegner wie Bef&uuml;rworter gibt, kommt deshalb wohl gerade uns die Aufgabe zu, eine Br&uuml;cke zwischen den Lagern zu bauen.<\/em> &nbsp;<\/p>\n<p><em>Diese Br&uuml;cke ist die von mir vorgeschlagene Volksabstimmung. Mit den Gr&uuml;nen sind wir uns einig, dass wir in unserer Bewertung von S21 und der Neubaustrecke uneinig sind. Einig sind wir uns aber auch, dass nach einem transparenten Stresstest die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger entscheiden sollen. Bis zu dieser Entscheidung d&uuml;rfen keine weiteren Fakten geschaffen werden. Das hei&szlig;t, es sollte einen vorl&auml;ufigen Baustopp geben. Diesen erwarten die Koalitionspartner von der Bahn.<\/em> <\/p>\n<p><em>Du kennst die parteiinternen Diskussionen zu S21 und der Neubaustrecke. Unsere insgesamt zustimmende Haltung zu den Projekten beruht auf demokratischen Parteitagsbeschl&uuml;ssen. Selbst wenn eine etwaige Mitgliederbefragung ein anderes Votum bringen w&uuml;rde, h&auml;tte diese keine rechtlichen Auswirkungen. Ein Ausstieg aus S21 und der Neubaustrecke w&auml;re lediglich durch die R&uuml;cknahme der Finanzierungszusage des Landes m&ouml;glich.<\/em><br>\n<em>Diese h&auml;tte weitreichende Kosten f&uuml;r Baden-W&uuml;rttemberg zur Folge. Ich halte es f&uuml;r eine demokratische Notwendigkeit, die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger &uuml;ber diese Ausgaben abstimmen zu lassen.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir wollen wichtige Zukunftsentscheidungen mit den Menschen gemeinsam entscheiden. Dazu ist die Befragung des Volkes, ob sich das Land aus den Projekten S21 und Neubaustrecke zur&uuml;ckziehen soll oder nicht, ein erster wichtiger Schritt. Es ist an den B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger, diese bedeutende Entscheidung selbst zu treffen. Nur so wird es m&ouml;glich sein, eine breite Basis f&uuml;r einen Weiterbau oder ein Ende der Projekte zu gewinnen und den inneren Zusammenhalt in der Gesellschaft wieder herzustellen.<\/em><\/p>\n<p><em>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<\/em><br>\n<em>Nils Schmid<\/em><\/p><\/blockquote><p><strong>Kommentar:<\/strong> Das sagt alles.<\/p><p><strong>Der Widerstand innerhalb der SPD gegen Stuttgart 21 w&auml;chst<\/strong><br>\nSiehe Gro&szlig;demo am 16. April 2011<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=MTkkeKdFeLI\">YouTube<\/a><\/p><p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es gibt jetzt Bewegungen an der Basis der SPD einen Mitgliederentscheid herbeizuf&uuml;hren.<\/em><\/p><p><strong>Hier auch noch die Rede von Klaus Riedel schriftlich:<\/strong><\/p><p><strong>Demo am Samstag, 15. April 2011, Redebeitrag von Klaus Riedel Mappus ist weg<\/strong><\/p><p>Liebe Freundinnen und Freunde von K 21, liebe Genossinnen und Genossen aus der SPD, wir haben daf&uuml;r gemeinsam den entscheidenden Beitrag mit unserem Protest auf der Stra&szlig;e und in vielen Informationsveranstaltungen in Stadt und Land geleistet. Daf&uuml;r sage ich als Sozialdemokrat &bdquo;Danke&ldquo;.<\/p><p>Als Hermann Scheer, Erhard Eppler, Harald B. Sch&auml;fer und Dieter Sp&ouml;ri im vergangenen Oktober eine Volksbefragung in Stuttgart vorschlugen, deren Ergebnis vom Stuttgarter Gemeinderat akzeptiert werden sollte,  wurden sie vom SPD-Landesvorstand br&uuml;sk zur&uuml;ck gewiesen, angegriffen und missachtet. Auch lehnt meine Parteif&uuml;hrung eine Mitgliederbefragung oder einen Mitgliederentscheid bis heute noch ab, obwohl dies von der SPD-Basis mehrfach gefordert wurde. Aber, liebe Freundinnen und Freunde von K 21, an der SPD-Basis gibt es schon immer starken Widerstand gegen S 21 und er wird von Tag zu Tag st&auml;rker. Dies haben die vier Regionalkonferenzen der letzten Tage &uuml;berdeutlich gezeigt, auch im S&uuml;den unseres Landes. Wir stehen zu einer gr&uuml;n-roten Koalition, aber wir sind genauso standhaft in der Ablehnung von S 21.<\/p><p>Und wir haben gute Argumente, die von vielen Menschen in unserem Land getragen und verstanden werden. Die Mehrheit der W&auml;hler, die diese gr&uuml;n-rote Regierung gew&auml;hlt haben, ist gegen S 21. Das Volk hat also bereits entschieden, wie es die Bundeskanzlerin gefordert hat, aber anders als sie es sich vorgestellt hat. <\/p><p>Ihre Spaltung in dieser Frage kann meine Partei, die SPD nur &uuml;berwinden, wenn sie klare Forderungen vor einer und an eine Volksabstimmung bzw. Volksbefragung stellt:<br>\nEs muss gekl&auml;rt sein<\/p><ol>\n<li>ob das Projekt S 21 leistungsf&auml;hig ist. Dies muss der Stresstest &uuml;berzeugend unter Beteiligung von Bahnfachleuten aus der neuen Regierung beweisen,<\/li>\n<li>ob das Projekt S 21 planfeststellungsm&auml;&szlig;ig m&ouml;glich ist. Das EBA muss best&auml;tigen, dass eine genehmigungsf&auml;hige Planung f&uuml;r den Filderabschnitt (PFA 1.3.) Stuttgart &ndash; Vaihingen bis Wendlingen einschlie&szlig;lich des Flughafenbahnhofs vorliegt und<\/li>\n<li>ob das Projekt S 21 mit 4,5 Mrd. Euro realisierbar, d.h. dass daf&uuml;r eine aktualisierte, von unabh&auml;ngigen Fachleuten best&auml;tigte Kostenberechnung f&uuml;r das Projekt und f&uuml;r den m&ouml;glichen Ausstieg aus dem Projekt vorliegt.<\/li>\n<li>Bis zu einer Volksbefragung bzw. bis zu einem Volksentscheid muss es einen absoluten Baustopp geben. Dies hat Nils Schmid vor der Wahl gefordert. Diese Forderung muss eingel&ouml;st werden. Ansonsten macht alles keinen Sinn.<\/li>\n<li>Die B&uuml;rger Stuttgarts m&uuml;ssen die ihnen lange vorenthaltene Gelegenheit bekommen, &uuml;ber ihren Anteil an diesem Projekt direkt zu entscheiden.<\/li>\n<\/ol><p>Wer diese Fragen und die Antworten darauf nicht vor einer Abstimmung offen auf den Tisch legt, wird dem Anspruch auf &bdquo;Mehr Demokratie wagen&ldquo; nicht gerecht. Ja, er f&uuml;hrt das Volk in die Irre.<\/p><p>L&auml;ngst ist belegt, dass die Kosten den Deckel von 4,5 Mrd. Euro sprengen und dass S 21 unverantwortbare Risiken und nicht behebbare Defizite aufweist. Deshalb w&auml;chst die Kritik an S 21 in und au&szlig;erhalb der SPD von Tag zu Tag. K&ouml;nnen diese Fragen nur negativ beantwortet werden, dann ist S 21 tot. Dann ist dieses Projekt am Ende und eine Volksabstimmung nicht notwendig. Die neue Regierung kann sich dann mit aller Kraft den wirklich wichtigen Aufgaben zuwenden.<\/p><p>Wenn wir in diesem Land mehr B&uuml;rgerdemokratie, eine bessere Bildung und Betreuung unserer Kinder und unserer Jugend, den kostenfreien Kindergartenbesuch und den Verzicht auf Studiengeb&uuml;hren wirklich wollen, wenn wir eine sozial gerechtere Gesellschaft wollen und wenn wir den Ausstieg aus der Kernenergie und den Umstieg auf erneuerbare Energien, wie ihn mein Freund Hermann Scheer schon vor Jahren gefordert hat, umsetzen wollen,  dann m&uuml;ssen wir die Kostenlawine, die das Projekt S 21 ausl&ouml;st, sofort stoppen und sofort umsteigen.<\/p><p>Arno Luik, der Sternautor wird uns am kommenden Mittwoch um 20 Uhr im Gro&szlig;en Saal des Stuttgarter Rathauses aus dem Risikopapier der Deutschen Bahn berichten. Auch Prof. Karl Dieter Bodack wird da sein.<\/p><p>Heinrich Steinfest wird am kommenden Montag um 20 Uhr im Kulturhaus Schwanen in Waiblingen aus seinem neuen S-21-Kriminalroman &bdquo;Wo die L&ouml;wen weinen&ldquo; lesen und uns zeigen, woran S 21 scheitert.<\/p><p>Machen wir uns gemeinsam auf den Weg in eine nachhaltige, die Menschen im Land vers&ouml;hnende Politik. Tausende Sozialdemokraten und sozialdemokratische W&auml;hlerinnen und W&auml;hler machen sich gerne mit euch gemeinsam auf diesen zukunftsweisenden, wenn auch steinigen Weg.<\/p><p>Ich appelliere mit vielen Genossinnen und Genossen an die SPD Baden W&uuml;rttemberg:<\/p><p>Augen und Ohren &ouml;ffnen, die Stimmen im Land beachten, den Kopf frei machen und S 21 sachlich &uuml;berdenken.<br>\nIch danke euch f&uuml;r eure Geduld und f&uuml;r die M&ouml;glichkeit, dass ich hier f&uuml;r viele Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in unserem Land sprechen durfte.<br>\nOben bleiben und vorw&auml;rts.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir geben weiter, was uns erreichte. Interessant, wenn auch nicht &uuml;berraschend. 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