{"id":91227,"date":"2022-12-06T11:09:10","date_gmt":"2022-12-06T10:09:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91227"},"modified":"2022-12-06T14:29:43","modified_gmt":"2022-12-06T13:29:43","slug":"eu-chefdiplomat-borrell-wie-die-konquistadoren-muessen-wir-eine-neue-welt-erfinden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91227","title":{"rendered":"EU-Chefdiplomat Borrell: \u201eWie die Konquistadoren m\u00fcssen wir eine neue Welt erfinden\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die blutige Eroberung (Conquista) des s&uuml;damerikanischen Subkontinents durch die vorwiegend spanischen Konquistadoren, die den Tod von Millionen Ureinwohnern sowie die Ausl&ouml;schung ganzer Hochkulturen zur Folge hatte, als Vorbild f&uuml;r die Neuausrichtung der Europ&auml;ischen Union. Diesen vielsagenden Vergleich bem&uuml;hte der aktuelle EU-Au&szlig;enbeauftragte und ehemalige Pr&auml;sident des EU-Parlaments, der spanische Sozialdemokrat Josep Borrell, bei eine Rede Anfang Dezember vor lateinamerikanischen Abgeordneten. Es ist nicht der erste verbale Fehltritt des EU-Chefdiplomaten. Erst vor wenigen Wochen hatte er f&uuml;r weltweite Emp&ouml;rung gesorgt, als er in einer offen rassistischen Analogie die EU mit einem Garten verglich, w&auml;hrend der Rest der Welt ein wilder Dschungel sei, der versuche, in den Garten einzudringen. Von <strong>Florian Warweg<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1362\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-91227-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221206-EU-Chefdiplomat-Borrell-wie-die-Konquistadoren-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221206-EU-Chefdiplomat-Borrell-wie-die-Konquistadoren-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221206-EU-Chefdiplomat-Borrell-wie-die-Konquistadoren-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221206-EU-Chefdiplomat-Borrell-wie-die-Konquistadoren-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=91227-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221206-EU-Chefdiplomat-Borrell-wie-die-Konquistadoren-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"221206-EU-Chefdiplomat-Borrell-wie-die-Konquistadoren-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Der Chef der europ&auml;ischen Diplomatie, Josep Borrell, hat bei der Er&ouml;ffnung des EuroLat-Treffens, einer institutionalisierten Zusammenkunft von 100 Abgeordneten des Europ&auml;ischen Parlaments und 50 lateinamerikanischen Parlamentariern, die &bdquo;Entdecker und Eroberer&ldquo; Amerikas als Vorbilder der EU f&uuml;r die &bdquo;neuangebrochene Zeit&ldquo; angef&uuml;hrt: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir leben in einem perfekten Sturm, und um diesen Sturm zu navigieren, k&ouml;nnen wir die Routen und Karten der Vergangenheit nicht gebrauchen. Wie die Entdecker und Konquistadoren m&uuml;ssen wir eine neue Welt erfinden. Und wir m&uuml;ssen unseren strategischen Kompass neu kalibrieren und uns dabei der Geschichte bewusst werden, um das Ausma&szlig; der Ver&auml;nderungen zu verstehen, vor denen wir stehen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><div class=\"external-2click\" data-provider=\"X (Twitter)\" data-provider-slug=\"twitter\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von X (Twitter) zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><blockquote class=\"external-2click-target twitter-tweet\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/EU?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#EU<\/a>-Chefdiplomat <a href=\"https:\/\/twitter.com\/JosepBorrellF?ref_src=twsrc%5Etfw\">@JosepBorrellF<\/a> im &#127466;&#127482;-Parlament am 1. Dezember:<br>\"Wie einst die Konquistadoren m&uuml;ssen wir eine neue Welt erfinden und unseren strategischen Kompass neu justieren.\"<br>Zum Kontext des Vergleichs: Seri&ouml;se Sch&auml;tzungen sprechen von 15 Mio. Ermordeten durch die <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Conquista?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#Conquista<\/a>. <a href=\"https:\/\/t.co\/YQKiBWYsXl\">pic.twitter.com\/YQKiBWYsXl<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Florian Warweg (@FWarweg) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/FWarweg\/status\/1599744257492819968?ref_src=twsrc%5Etfw\">December 5, 2022<\/a><\/p><\/blockquote><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"twitter\">Inhalte von X (Twitter) nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><p>  <\/p><p>Weiter f&uuml;hrte der 75-j&auml;hrige Chefdiplomat der EU aus:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir hatten uns gerade von der Pandemie erholt, und wieder einmal &uuml;berrascht uns die Geschichte mit einem schrecklichen, traumatischen Ereignis, n&auml;mlich einem erneuten Krieg an den Grenzen Europas, den wir schon vergessen zu haben glaubten. Und es ist sicherlich 70 Jahre her, dass wir Europ&auml;er unsere Schwerter gekreuzt haben, wie die spanischen Klassiker des Goldenen Zeitalters zu sagen pflegten. Doch nun werden leider nicht weit von hier, 2.000 Kilometer von Br&uuml;ssel entfernt, an den Grenzen Europas die Bev&ouml;lkerung der Ukraine und ihre zivile Infrastruktur von Putins Russland milit&auml;risch und, wie ich hinzuf&uuml;gen m&ouml;chte, kriminell bombardiert.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Sie lesen richtig. Der Chef der EU-Diplomatie sieht nicht nur die blutige &bdquo;Conquista&ldquo; mit nach seri&ouml;sen Sch&auml;tzungen 15 Millionen Toten alleine im s&uuml;dlichen Teil des amerikanischen Kontinents und Zerst&ouml;rung indigener Hochkulturen wie der Azteken und Inkas als Vorbild f&uuml;r die EU an, er bezeichnet auch den Zweiten Weltkrieg mit seinen gesch&auml;tzten 65 Millionen Opfern, davon alleine 27 Millionen Sowjetb&uuml;rgern, verniedlichend &bdquo;als wir Europ&auml;er unsere Schwerter gekreuzt haben&ldquo;. Dazu noch der Verweis auf das &bdquo;Goldene Zeitalter&ldquo; (Siglo de Oro), also grob die Phase 1550 bis 1660, in welcher Spanien, befeuert durch die gnadenlose Ausbeutung der Gold- und Silberminen nach der Eroberung des heutigen &bdquo;Lateinamerikas&ldquo;, zu einer der bedeutendsten politischen und wirtschaftlichen M&auml;chte der Welt heranwuchs.<\/p><p>Aufschlussreich erscheinen in diesem Zusammenhang auch die unterschiedlichen sprachlichen Wertungen, die Borrell in Bezug auf den Zweiten Weltkrieg (erinnert sei hier insbesondere an den deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion unter euphorischer Beteiligung der spanischen &bdquo;Blauen Division&ldquo; sowie den Holocaust) und die aktuellen Bombardements der ukrainischen Energieinfrastruktur durch die Russische F&ouml;deration vornimmt. W&auml;hrend Ersteres von ihm wie dargelegt mit dem euphemistischen Ausdruck &bdquo;Klingen kreuzen&ldquo; unter Verweis auf &bdquo;Klassiker&ldquo; eines einstigen &bdquo;Goldenen Zeitalters&ldquo; umschrieben wird, nennt er bezeichnenderweise nur Letzteres &bdquo;kriminell&ldquo;. <\/p><p>Nach seiner Einsch&auml;tzung zum Ukraine-Krieg wendete sich Borrell dann dem eigentlichen Thema des Treffens zu, den Beziehungen zwischen der EU und Lateinamerika. Daf&uuml;r bem&uuml;ht er ebenfalls einen Vergleich, den einer guten Ehe. Bezeichnend ist hier unter anderem, was laut dem obersten Diplomaten der EU eine gute Ehe ausmacht: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wie bei einem guten Ehepaar ist die Beziehung der gegenseitigen Abh&auml;ngigkeit von gegenseitigem Nutzen. Und wir sollten uns freuen, dass wir von Anfang an eine Beziehung haben, die auf einem soliden Fundament steht. Wir haben das dichteste Netz an politischen, Kooperations- und Handelsabkommen mit Lateinamerika von allen Regionen der Welt. Unsere Unternehmen haben mehr in Ihre Volkswirtschaften investiert als in China, Indien, Japan und Russland zusammen. Wir haben in Lateinamerika mehr investiert als in all den anderen gro&szlig;en Volkswirtschaften der Welt.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die Behauptung des EU-Au&szlig;enbeauftragten, dass die EU-Mitgliedsl&auml;nder mehr in Lateinamerika investiert h&auml;tten als &bdquo;in China, Indien, Japan und Russland zusammen&ldquo; ist nachweislich nicht korrekt. So t&auml;tigten deutsche Unternehmen in den letzten Jahren gerade einmal <a href=\"https:\/\/centurionlgplus.com\/de\/handel-lateinamerika-deutschland\/\">2,6 Prozent ihrer weltweiten Direktinvestitionen in Lateinamerika<\/a>. Die deutschen Direktinvestitionen f&uuml;r China liegen, um einen Vergleich zu haben, seit Jahren bei rund <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/1303214\/umfrage\/direktinvestitionen-aus-deutschland-in-china\/\">7 Prozent<\/a>. &Auml;hnlich in der regionalen Auspr&auml;gung sind auch die Investitionsdaten anderer EU-L&auml;nder.<\/p><p>Das einzige EU-Land, welches wirklich signifikant in Lateinamerika investiert, ist Spanien, welches 33 Prozent seiner gesamten ausl&auml;ndischen Direktinvestitionen in Lateinamerika t&auml;tigt. Wenn der EU-Chefdiplomat in Br&uuml;ssel also salbungsvoll von &bdquo;wir&ldquo; spricht, meint er eigentlich ausschlie&szlig;lich das K&ouml;nigreich Spanien. Soviel zum europ&auml;ischen Geist des Au&szlig;enbeauftragten. <\/p><p>Abschlie&szlig;end forderte er eine st&auml;rkere Zusammenarbeit der L&auml;nder Lateinamerikas mit der EU, denn gemeinsam w&uuml;rden beide Regionen &bdquo;ein Drittel der Stimmen in den Vereinten Nationen&ldquo; stellen sowie &bdquo;14 Prozent der Weltbev&ouml;lkerung und 22 Prozent des BIP&ldquo; pr&auml;sentieren:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir haben also eine hohe rechnerische Verantwortung gegen&uuml;ber dem Rest der Welt, und wir k&ouml;nnen dieses Datum in der Geschichte nicht verpassen, welches der Krieg in der Ukraine er&ouml;ffnet hat.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die geschilderte Entgleisung ist bei Weitem nicht der erste sprachliche Ausfall des EU-Chefdiplomaten. W&auml;hrend einer Veranstaltung der &bdquo;European Diplomatic Academy&ldquo; in Br&uuml;gge Mitte Oktober verglich Borrell&nbsp;Europa mit einem Garten, w&auml;hrend der Rest der Welt ein Dschungel sei:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ja, Europa ist ein Garten. Alles funktioniert. Es ist die beste Kombination aus politischer Freiheit, wirtschaftlichem Wohlstand und sozialem Zusammenhalt, die die Menschheit je geschaffen hat, alle drei zusammen [&hellip;] Der gr&ouml;&szlig;te Teil der &uuml;brigen Welt ist ein Dschungel, und der Dschungel k&ouml;nnte in den Garten eindringen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Weiter f&uuml;hrte er dann aus, dass keine Mauer und kein Zaun der Welt den Garten sch&uuml;tzen werden. Der Dschungel wachse zu schnell und die Mauer werde deshalb nie hoch genug sein. Die Europ&auml;er m&uuml;ssten deshalb hinaus in den Dschungel gehen: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Andernfalls wird der Rest der Welt auf andere Weise und mit anderen Mitteln zu uns eindringen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/9Ok0cWHT030\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p>Diese Auf&uuml;hrungen klangen insbesondere im Globalen S&uuml;den wie vergessen geglaubte koloniale Diskurse aus dem 18. und 19. Jahrhundert. In dieser Zeit begr&uuml;ndeten zahlreiche europ&auml;ische M&auml;chte ihr imperialistisches Agieren mit dem Verweis, dass sie Kultur und Zivilisation bringen w&uuml;rden und die &bdquo;Barbaren&ldquo; daher kein Recht h&auml;tten, sich ihrer &bdquo;zivilisatorischen Mission&ldquo; zu widersetzen.<\/p><p>&bdquo;Die Garten\/Dschungel-Metapher entspringt einer v&ouml;llig inakzeptablen kolonialen Mentalit&auml;t, nach der dem Westen das Recht zusteht, in andere Regionen einzufallen und sie zu besetzen&ldquo;, erkl&auml;rte beispielsweise der Sprecher des iranischen Au&szlig;enministeriums, Nasser Kanaani.<\/p><p>Entsprechende Reaktionen gab es auch aus der arabischen Welt. Das Au&szlig;enministerium der Vereinigten Arabischen Emirate bestellte zum Beispiel den Chef der diplomatischen Vertretung der EU ein, um eine Erkl&auml;rung f&uuml;r Borrells &bdquo;unangemessene und diskriminierende&ldquo; &Auml;u&szlig;erungen zu verlangen, die &bdquo;dazu beitragen, das Klima der Intoleranz und Diskriminierung in der ganzen Welt zu verschlimmern&ldquo;.<\/p><p>Die Sprecherin des russischen Au&szlig;enministeriums, Marija Sacharowa, kommentierte auf ihrem Telegram-Kanal:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Borrell h&auml;tte es nicht besser sagen k&ouml;nnen: Das wohlhabendste System, das in Europa geschaffen wurde, hat sich von seinen Wurzeln in den Kolonien ern&auml;hrt, die es erbarmungslos unterdr&uuml;ckt hat. Es war diese Logik der Segregation und die Philosophie der &Uuml;berlegenheit, die die Grundlage f&uuml;r den Faschismus bildete&ldquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>Der kubanische Analyst Randy Alonso Falc&oacute;n erkl&auml;rte: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Anscheinend bereitet Europas Befolgung der Diktate Washingtons Borrell intellektuelle Verdauungsst&ouml;rungen und treibt ihn zu unangebrachten imperialen und neokolonialen Ausbr&uuml;chen &#8210; in einer Welt, die keinen weiteren Hegemonismus will.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Borrell ist allerdings nicht der Sch&ouml;pfer dieser Analogie gewesen, sondern hat sie sich, ohne dies allerdings entsprechend kenntlich zu machen, von dem US-amerikanischen Neokonservativen Robert Kagan &bdquo;entliehen&ldquo;. Dieser hatte die Dschungel-Metapher in seinem Buch &bdquo;The Jungle Grows Back: America and Our Imperiled World&ldquo; (Der Dschungel w&auml;chst nach: Amerika und unsere bedrohte Welt&rdquo;) benutzt, um die weltweite Dominanz der USA und die Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer L&auml;nder zu begr&uuml;nden. <\/p><p>Nur wenige Tage vor seiner Dschungel-Analogie hatte der EU-Au&szlig;enbeauftragte zudem am 13. Oktober der russischen Armee mit kompletter Vernichtung <a href=\"https:\/\/www.euronews.com\/my-europe\/2022\/10\/13\/the-russian-army-will-be-annihilated-if-it-launches-a-nuclear-attack-warns-josep-borrell\">gedroht<\/a>.<\/p><p>Das f&uuml;hrte dazu, dass selbst hochrangige EU-Diplomaten gegen&uuml;ber dem Wallstreet Journal <a href=\"https:\/\/twitter.com\/laurnorman\/status\/1580639644844142592?s=20&amp;t=SueaaM5MemcwHfquxiut-Q\">einr&auml;umen mussten<\/a>, dass sie sich die Motivation f&uuml;r diese Aussage nicht erkl&auml;ren k&ouml;nnen:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ohne einschl&auml;gige Referenzen sprach er &uuml;ber Reaktionsm&ouml;glichkeiten, f&uuml;r die er nicht verantwortlich ist, mit F&auml;higkeiten, die er nicht hat. Wir k&ouml;nnen also nur r&auml;tseln.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Der EU-Chefdiplomat gibt sich also nicht nur &ouml;ffentlich imperial-kolonialen Tr&auml;umereien hin, sondern plagiiert daf&uuml;r auch noch reaktion&auml;re Ver&ouml;ffentlichungen von US-amerikanischen Neocons und droht zudem ohne jegliches Mandat mit einer Milit&auml;rmacht, &uuml;ber die er in keinerlei Weise verf&uuml;gt. Besser kann man den derzeitigen Zustand der EU und seines F&uuml;hrungspersonals wohl kaum persiflieren. <\/p><p>Titelbild: shutterstock \/ Alexandros Michailidis<\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90013\">Stimmen aus Kuba: Der europ&auml;ische Garten oder Borrells Eurozentrismus<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91029\">Hoher EU-Beamter: &bdquo;N&uuml;chtern betrachtet sind die USA das Land, das am meisten vom Krieg in der Ukraine profitiert&ldquo;<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/1983074e645c4421b32a4cefd0e4da36\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die blutige Eroberung (Conquista) des s&uuml;damerikanischen Subkontinents durch die vorwiegend spanischen Konquistadoren, die den Tod von Millionen Ureinwohnern sowie die Ausl&ouml;schung ganzer Hochkulturen zur Folge hatte, als Vorbild f&uuml;r die Neuausrichtung der Europ&auml;ischen Union. 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