{"id":91259,"date":"2022-12-07T10:03:27","date_gmt":"2022-12-07T09:03:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91259"},"modified":"2022-12-07T15:59:41","modified_gmt":"2022-12-07T14:59:41","slug":"so-koennte-es-auch-sein-annahmen-zum-ukrainekrieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91259","title":{"rendered":"So k\u00f6nnte es auch sein &#8211; Annahmen zum Ukrainekrieg"},"content":{"rendered":"<p>Mathematiker d&uuml;rfen das, ja m&uuml;ssen es sogar. Sie d&uuml;rfen sagen: Nehmen wir mal das und das an. Und dann daraus ihre Schl&uuml;sse ziehen. Oft machen sie es, um durch Argumente zu zeigen, dass die Annahme falsch ist. Aber es ist auch interessant, wenn man aus der Annahme interessante Folgerungen ziehen kann, manchmal auch solche, die nachher in einem Beweis m&uuml;nden. Von <strong>Matthias Kreck<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2958\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-91259-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221207-Annahmen-zum-Ukrainekrieg-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221207-Annahmen-zum-Ukrainekrieg-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221207-Annahmen-zum-Ukrainekrieg-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221207-Annahmen-zum-Ukrainekrieg-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=91259-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/221207-Annahmen-zum-Ukrainekrieg-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"221207-Annahmen-zum-Ukrainekrieg-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Drei Annahmen <\/strong><\/p><p>Also erlaube ich mir, einige Annahmen zu machen. <\/p><ol>\n<li>\n\t\t<strong>Es gibt eine lange Tradition der USA, die Welt in &bdquo;gut&ldquo; und &bdquo;b&ouml;se&ldquo; einzuteilen. Das Modell f&uuml;r das Gute sind die USA.<\/strong>\n\t<\/li>\n<li>\n\t\t<strong>Dies ist damit verbunden, dass die USA das Recht und die Pflicht haben, das Gute in aller Welt zu verteidigen oder zu exportieren. Bei dem Begriff &bdquo;gut&ldquo; werden ethische Aspekte mit &ouml;konomischen Interessen vermischt.<\/strong>\n\t<\/li>\n<li>\n\t\t<strong>Zur Erreichung des Zieles sind auch extreme Methoden erlaubt<\/strong>\n\t<\/li>\n<\/ol><p>Dass die Annahmen nicht v&ouml;llig aus der Luft gegriffen sind, wird im Text hier und da angedeutet. Z.B. ist bekannt, dass es nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ernsthafte &Uuml;berlegungen in den USA gab, die Sowjetunion (sp&auml;ter als Reich des B&ouml;sen bezeichnet) in einem Atomschlag zu vernichten: Das Gute l&ouml;scht das B&ouml;se aus. Der bedeutende Mathematiker und Regierungsberater John von Neumann war ein gro&szlig;er Anh&auml;nger und Propagator dieses Vorschlages. Zahlreiche Kriege, Anschl&auml;ge, Unterst&uuml;tzung von Putschen, St&uuml;tzung von Diktaturen, wenn das, obwohl vielleicht b&ouml;se, dem Guten nutzt, deuten darauf hin, dass erstens das Ziel nie aus den Augen verloren wurde und zweitens, dass die Vorstellung, dass der Zweck die Mittel heiligt, nicht ausgeschlossen werden kann. Und schlie&szlig;lich geht mit der Vorstellung, die USA st&uuml;nden f&uuml;r das Gute, die Vorstellung einher, dass andere L&auml;nder f&uuml;r das B&ouml;se stehen, neben der Sowjetunion und sp&auml;ter Russland ist da in erster Linie an China zu denken. <\/p><p><strong>Der nicht eingehaltene Verzicht auf eine NATO-Osterweiterung <\/strong><\/p><p>Die Frage, was die Rolle des Guten ist, wurde im Zuge des Zusammenbruchs des Warschauer Paktes und der Vereinigung der DDR mit der BRD auf eine Probe gestellt. Alte Muster verloren an Bedeutung, neue T&uuml;ren taten sich auf. Der Zusammenbruch des Warschauer Paktes w&auml;re eine Gelegenheit gewesen, eine neue Sicherheitsstruktur zumindest in Europa aufzubauen. Gorbatschow hat das Stichwort vom gemeinsamen Europ&auml;ischen Haus eingebracht. Das h&auml;tte eine neue Weltordnung bedeutet, ob besser oder schlechter, sei dahingestellt. In jedem Fall w&auml;re der amerikanische Einfluss vermutlich viel geringer geworden. Auf dem Hintergrund verwundert es nicht, dass diese Vision nie ernsthaft von der NATO, die davon ja massiv betroffen w&auml;re, diskutiert wurde. <\/p><p>Allerdings war die Vereinigung der DDR mit der BRD nicht v&ouml;llig umsonst zu bekommen. Sie erforderte zumindest ein Lippenbekenntnis: Keine Osterweiterung der NATO. F&uuml;r alle, die das bezweifeln, sei empfohlen, sich die Tondokumente von Reden vom damaligen Kanzler Kohl und Au&szlig;enminister Genscher anzuh&ouml;ren, aber auch der damalige amerikanische Au&szlig;enminister Baker hat das nach au&szlig;en hin unterst&uuml;tzt. Allerdings gibt es starke Hinweise darauf, dass es nie ernsthafter Wille der USA war, eine Osterweiterung der NATO auszuschlie&szlig;en. Der st&auml;rkste Hinweis ist die Entwicklung seitdem, die eher vermuten l&auml;sst, dass die Ausdehnung des milit&auml;rischen Einflusses von Anfang an geplant war. Nach ein paar Jahren (Feigenblatt) wurden bereits 1997 Polen, Tschechien und Ungarn (die Aufnahme erfolgte 1999) erstmals Beitrittsverhandlungen angeboten, sp&auml;ter auch weiteren osteurop&auml;ischen Staaten. <\/p><p>Ein paar Worte zu dem Argument: Wenn der Wunsch nach einer Mitgliedschaft an die NATO herangetragen wurde, kann man sich dem doch nicht verweigern. Doch: Jeder Kleintierz&uuml;chterverein kann beschlie&szlig;en, keine neuen Mitglieder mehr aufzunehmen. Wenn es ein ernstes Bed&uuml;rfnis gewesen w&auml;re, diese L&auml;nder sicherer zu machen, w&auml;re es vielleicht besser gewesen, Gorbatschows Vorschlag von einem gemeinsamen Haus Europa aufzugreifen! <\/p><p>Das folgende Zitat von Zbigniew Brzezinski aus seinem 1997 ver&ouml;ffentlichten Buch &bdquo;The Grand Chessboard&ldquo; deutet an, dass die Ukraine eine besondere Rolle in der US-amerikanischen Strategie bildet: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Allein schon die Existenz einer unabh&auml;ngigen Ukraine hilft, Russland zu ver&auml;ndern. Ohne die Ukraine h&ouml;rt Russland auf, ein eurasisches Imperium zu sein. Es kann zwar immer noch imperialen Status beanspruchen, w&uuml;rde dann aber in Konflikte mit den zentralasiatischen Staaten verwickelt. Auch China w&uuml;rde sich erneuter russischer Dominanz in Zentralasien entgegenstellen. Wenn Russland aber die Kontrolle &uuml;ber die Ukraine zur&uuml;ckgewinnt, w&auml;re es wieder eine Imperialmacht.<\/em>&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Was bedeutet das f&uuml;r die Ukraine? <\/strong><\/p><p>Wenn denn Brzezinski nicht v&ouml;llig danebenliegt und das Gute verhindern muss, dass das B&ouml;se (Russland) weiter eine Imperialmacht ist, was bedeutet das f&uuml;r ein Land wie die Ukraine? Es wird nat&uuml;rlicherweise eine Art Spielball in einem Spiel des Guten gegen das B&ouml;se. Nun geh&ouml;ren zu einem Spiel nicht nur die Strategen wie Brzezinski, sondern auch die, mit deren Hilfe das Spiel zu gewinnen ist. Es stellt sich also die Frage, ob die Ukraine daf&uuml;r geeignet ist. Dazu gibt es einige Aspekte: <\/p><ul>\n<li>Geostrategisch ist es ideal gelegen, reicht tief in Russland hinein (das ist vermutlich ein Hintergrund der Brzezinski&rsquo;schen Vision).<\/li>\n<li>Es ist ein zutiefst korruptes Land. <\/li>\n<li> Es gibt eine lebendige faschistische Bewegung mit historischen Wurzeln in der Nazizeit und paramilit&auml;rischen Organisationen.<\/li>\n<li>Es ist ein zutiefst gespaltenes Land, insbesondere zwischen den westlichen, mehr nach Westeuropa orientierten Teilen und den &ouml;stlichen, die traditionell den Russen n&auml;her stehen. <\/li>\n<li>Es ist ein Land mit starken nationalistischen Tendenzen. <\/li>\n<\/ul><p>Nat&uuml;rlich ist das kein Versuch, ein Gesamtbild der Ukraine zu zeichnen, da g&auml;be es viel mehr und viel Positives zu sagen. Es geht nur um diese Z&uuml;ge, die f&uuml;r die Frage, die wir hier diskutieren, von Bedeutung sind.<\/p><p>Es ist davon auszugehen, dass Pentagon und CIA sich dieser Aspekte bewusst waren. Andererseits ist zu vermuten, dass ein Teil dieser attraktiven Seiten noch gar nicht voll ausgepr&auml;gt war. Deshalb w&auml;re es sehr vern&uuml;nftig gewesen, langfristig zu denken, nichts zu &uuml;berst&uuml;rzen. Aber aufmerksam jede Gelegenheit wahrzunehmen, und das in bew&auml;hrter Weise (es gibt vermutlich kaum eine politische Bewegung in der Welt, wo die CIA nicht ihre Finger im Spiel hat, was aus Sicht der USA nicht nur nicht verwerflich, sondern geboten ist). <\/p><p>Es ist hier nicht der Ort und es fehlt dem Autor auch die Expertise, das im Einzelnen nachzuzeichnen. Aber einerseits ist es eine Tatsache, dass der erste Versuch, die Ukraine 2008 in die NATO aufzunehmen, zwar und &ndash; vermutlich &ndash; insbesondere am deutschen und franz&ouml;sischen Widerstand gescheitert ist, aber an der Perspektive einer zuk&uuml;nftigen Aufnahme festgehalten wurde. Inwieweit westliche Organisationen in den folgenden Jahren die Maidan-Bewegung mit vorbereitet haben, ist dem Autor nicht klar. Aber man m&uuml;sste die CIA und andere Organisationen nachgerade tadeln, wie schlecht sie ihre Aufgaben wahrnehmen, wenn das nicht der Fall gewesen w&auml;re. Das Resultat dieser Entwicklung ist in den obigen Stichworten angesprochen, von denen sich einige ausgepr&auml;gt und verst&auml;rkt haben. <\/p><p><strong>Ein Traum wird wahr <\/strong><\/p><p>So weit, so gut &ndash; und ein f&uuml;r sich schon gro&szlig;er Erfolg. Aber wer gr&ouml;&szlig;er denkt, und das m&uuml;ssen das Pentagon und die CIA machen, das ist ihre patriotische Pflicht, kommt bestimmt auf den folgenden Gedanken. W&auml;re es nicht ein Traum, wenn diese Ukraine etwas macht, was man selber leider zurzeit nicht machen kann und will (Kriege mit direkter Beteiligung der USA sind dort unpopul&auml;r geworden): n&auml;mlich stellvertretend einen Krieg mit Russland zu f&uuml;hren? Und dieser Traum war vielleicht von Anfang an, ab 1990, in gewissen K&ouml;pfen, vielleicht nur als vage Hoffnung. Aber dieser Traum liegt einfach zu nahe, um ihn als vern&uuml;nftige US-amerikanische Institution nicht zu denken. <\/p><p>Nat&uuml;rlich kann man die Erf&uuml;llung von Tr&auml;umen meist nicht erzwingen, man muss auf den richtigen Moment warten und dann besonnen und zielgerecht darauf hinarbeiten. So ein Moment war der Beginn des Krieges 2013\/2014. Ein &bdquo;Gl&uuml;cksfall&ldquo;, denn nun waren beide Seiten (also die NATO als moralische Instanz und Russland) schon einmal milit&auml;risch involviert. Zitat der <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/themen\/europa\/ukraine\/343743\/analyse-kooperation-im-bereich-der-militaerreform-zwischen-nato-und-ukraine-seit-2014\/\">Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung<\/a>: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>2015 wurde ein weitreichendes (milit&auml;risches) Reformprogramm verk&uuml;ndet, das von der NATO und den westlichen Partnern mit Nachdruck unterst&uuml;tzt wurde und zu Verbesserungen bei der Einsatzf&auml;higkeit der Streitkr&auml;fte f&uuml;hrte.<\/em>&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Man braucht nicht viel Fantasie, um auf den folgenden Gedanken zu kommen. Wir (die USA und die von ihnen dominierte NATO) treiben die Milit&auml;rreform in der Ukraine voran, wir sch&uuml;ren den Konflikt innerhalb der Ukraine, wir pumpen viel Geld in die Ukraine. Vielleicht verliert die russische Regierung mal die Nerven und f&auml;ngt einen direkten Krieg an (indirekt war sie &auml;hnlich wie die NATO zumindest durch Waffenlieferungen und mehr l&auml;ngst involviert). Diesen Moment kann man nicht erzwingen, es kann sein, dass es nicht klappt. Aber man kann viel daf&uuml;r tun, dass es dazu kommt. Und sich gut auf diesen Fall vorbereiten. <\/p><p>Es ist dazu gekommen. Der derzeitige russische Pr&auml;sident Putin hat einen Angriffskrieg begonnen und das V&ouml;lkerrecht gebrochen. Oder war es im Lichte der obigen Annahmen und &Uuml;berlegungen ein Verteidigungskrieg? Dies bedarf einer sorgf&auml;ltigen Analyse, die hier nicht gegeben werden kann. Aber ein paar Bemerkungen sollen gemacht werden. Nach dem Briand-Kellogg-Pakt von 1925, den die Sowjetunion unterzeichnet hat und &ndash; soweit bekannt &ndash; von Russland nie widerrufen wurde, ist der aus nationalen Interessen gef&uuml;hrte Angriffskrieg v&ouml;lkerrechtswidrig. Damit stellt sich die Frage, was ein Angriffskrieg ist. Resolution 3314 (XXIX) der Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 14. Dezember 1974 gibt eine Liste von 7 sehr pr&auml;zisen Merkmalen eines Angriffskriegs. Da werden ausschlie&szlig;lich Handlungen erw&auml;hnt, die Gewalt auf dem Territorium des angegriffenen Landes beinhalten. Insofern ist es juristisch unzul&auml;ssig (soweit ein juristischer Laie das beurteilen kann), die unter den gemachten Annahmen unterstellten Bem&uuml;hungen des Westens, die Ukraine zu einer Art Vorposten zu machen, als Angriffskrieg zu bezeichnen. Russisches Territorium wurde nicht angegriffen. Und damit f&uuml;hrt Russland keinen Verteidigungskrieg und bricht das V&ouml;lkerrecht. <\/p><p>In der Logik dieses Textes ist das etwas Erhofftes. Und so gilt es, im Pentagon und bei der CIA, die Gelegenheit beim Schopfe zu fassen. Die Strategie f&uuml;r den erhofften Fall stand nat&uuml;rlich l&auml;ngst fest. Die zentrale Kriegsf&uuml;hrung findet im Pentagon statt, das &uuml;ber die besten Informationen verf&uuml;gt. Ein Schauspieler gibt den heldenhaften Feldherren, was f&uuml;r eine Show im US-amerikanischen Fernsehen. Und man liefert genau die Waffen, die den Ukrainern, die bereit sind, bis auf den letzten Blutstropfen zu k&auml;mpfen, erlauben, jeden Angriffsversuch der Russen zur&uuml;ckzuschlagen. Dass ein sch&ouml;ner Nebeneffekt ist, dass man diese Waffen nun endlich im Ernstfall pr&uuml;fen kann, sei nicht verschwiegen. <\/p><p><strong>Was nicht passieren darf<\/strong><\/p><p>Wenn die gemachten Annahmen stimmen und der Krieg von den USA und ihren Verb&uuml;ndeten als &bdquo;Gl&uuml;cksfall&ldquo; betrachtet wurde, dann darf er nicht zu Ende gehen, bevor Russland massiv geschw&auml;cht ist. Bestand diese &bdquo;Gefahr&ldquo; bereits? Sie bestand, denn im April fanden Friedensverhandlungen unter Vermittlung der T&uuml;rkei statt, die nach Aussagen der amerikanischen Sicherheitsexpertin Finow Hill zum Entwurf eines Friedensabkommens gef&uuml;hrt haben. Dann gab es eine Reise des damaligen Premierministers Boris Johnson nach Kiew &ndash; und danach war das Interesse der Ukraine an dem Abkommen nicht mehr vorhanden. Es gibt Presseberichte, auch in der Ukraine, nach denen er <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90830\">&bdquo;Selenski wissen lie&szlig;, dass der Westen (und damit insbesondere die USA) seine Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Ukraine beenden w&uuml;rde, falls er ein solches Friedensabkommen mit Russland schlie&szlig;en sollte. Er befahl ihm also de facto, weiterzuk&auml;mpfen, und Selenski gehorchte.&ldquo;<\/a><\/p><p>Ob das stimmt, kann zurzeit nicht &uuml;berpr&uuml;ft werden. Aber die Tatsache, dass der Entwurf danach pl&ouml;tzlich vom Tisch war, deutet darauf hin, dass dieser Besuch eine Rolle spielte. Und in der Logik unserer Annahmen spricht vieles daf&uuml;r, dass es so war. <\/p><p><strong>Res&uuml;mee<\/strong><\/p><p>Der Autor wei&szlig; nicht, ob die Annahmen richtig sind. Aber wenn sie es sind und diejenigen, die f&uuml;r die Umsetzung verantwortlich sind, &bdquo;a good job&ldquo; machen, dann k&ouml;nnte es so sein. Dabei ist das Denkschema von &bdquo;gut&ldquo; und &bdquo;b&ouml;se&ldquo; h&ouml;chst bedenklich. Weder stehen die USA f&uuml;r das Gute schlechthin noch die Reiche des B&ouml;sen wie Russland und China f&uuml;r das B&ouml;se schlechthin. Aber wer in diesen Kategorien denkt, ist in der Gefahr anzunehmen: Das Gute darf alles. Und dann sind die obigen Gedanken zur Rolle der USA im Ukrainekonflikt nicht so absurd, wie man zun&auml;chst denken k&ouml;nnte. <\/p><p>Titelbild: Shutterstock \/ Fly Of Swallow Studio<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mathematiker d&uuml;rfen das, ja m&uuml;ssen es sogar. Sie d&uuml;rfen sagen: Nehmen wir mal das und das an. Und dann daraus ihre Schl&uuml;sse ziehen. Oft machen sie es, um durch Argumente zu zeigen, dass die Annahme falsch ist. 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