{"id":913,"date":"2005-10-21T12:37:11","date_gmt":"2005-10-21T10:37:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=913"},"modified":"2016-03-01T11:59:53","modified_gmt":"2016-03-01T10:59:53","slug":"wir-sind-umstellt-von-wahnsinnigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=913","title":{"rendered":"\u201eWir sind umstellt von Wahnsinnigen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>schreibt mir ein Freund nach Lekt&uuml;re der einschl&auml;gigen Zeitungs-Artikel zum Herbstgutachten der Wirtschaftsinstitute. Mir f&auml;llt angesichts der Ignoranz dieser meiner Wissenschaft auch kaum mehr ein als die Feststellung, dass es sich hier um Drogenabh&auml;ngige handeln muss. Seit Jahren predigen sie uns Lohnzur&uuml;ckhaltung und Sparen beim Staat. So reiten sie unsere Volkswirtschaft immer weiter in die Krise.<br>\n<!--more--><br>\nWenn sie dann halbj&auml;hrlich die Wirkungslosigkeit ihrer Empfehlungen feststellen, dann haben sie keineswegs die Gr&ouml;&szlig;e zuzugeben, dass ihre Theorie nicht stimmt. Sie fordern einfach mehr vom Gleichen. Das Niveau dieser Wissenschaftselite schwebt knapp &uuml;ber dem Boden.<br>\nSo sehen es auch &Ouml;konomen jenseits der Grenzen unseres Landes. Ich zitiere &ndash; wie schon einmal &ndash; den Nobelpreistr&auml;ger Robert Solow und den Chef&ouml;konomen von Goldman Sachs Jim O&rsquo;Neill: <\/p><p><strong>1. Nobelpreistr&auml;ger Robert Solow <\/strong><br>\nin der &bdquo;Wirtschaftswoche&ldquo; vom 9.September 2004 auf die Frage nach den Perspektiven f&uuml;r Deutschland: <\/p><p>&bdquo;Die deutsche Wirtschaft schw&auml;chelt nun schon seit einer Dekade. Wenn ich ein Manager w&auml;re, w&uuml;rde ich meine Produktion auch nicht ausweiten, solange die M&auml;rkte nicht erkennbar expandieren. Klar, Makropolitik beherrscht vermutlich niemand perfekt. Aber mir scheint offensichtlich: in Deutschland k&ouml;nnte man sie wesentlich besser machen.&ldquo; <\/p><p><strong>2. Chef&ouml;konom von Goldman Sachs Jim O Neill <\/strong><br>\nZEIT Nr: 35\/August 2004:<\/p><p>&bdquo;Wie schafft Deutschland den Aufschwung? Nur mit einer undogmatischen Wirtschaftspolitik.&ldquo; <\/p><p>&bdquo;Deshalb m&uuml;ssen sich die Deutschen so rasch wie m&ouml;glich von ihrer Exportabh&auml;ngigkeit befreien und die Binnennachfrage st&auml;rken.&ldquo; <\/p><p>&bdquo;Weil die Reichen von ihren Einkommen relativ weniger f&uuml;r Konsum ausgeben als die Armen, muss die Fiskalpolitik bei den unteren Einkommensgruppen ansetzen. Dieser Aspekt wird von vielen deutschen &Ouml;konomen und Politikern vernachl&auml;ssigt.&ldquo; <\/p><p>&bdquo;Die Bundesregierung sollte an alle Haushalte Schecks verteilen.&ldquo; <\/p><p>&bdquo;Es gibt kein Angstsparen. Es gibt nur eine dramatische Schw&auml;che bei der Einkommensentwicklung.&ldquo; <\/p><p>ZEIT: &bdquo;Wer in Deutschland f&uuml;r mehr Nachfrageorientierung pl&auml;diert, bekommt zur Antwort: Keynes ist tot.&ldquo; <\/p><p>O Neill: &bdquo;Adam Smith ist auch tot. Und wenn die deutschen &Ouml;konomen weiterhin so kategorisch denken, wird auch die deutsche Wirtschaft demn&auml;chst tot sein.&ldquo; <\/p><p><strong>Mein Fazit:<br>\nDeutschland leidet nicht unter Reformstau und zu hohen L&ouml;hnen, wir leiden unter der Inkompetenz von Wissenschaft und Politik.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>schreibt mir ein Freund nach Lekt&uuml;re der einschl&auml;gigen Zeitungs-Artikel zum Herbstgutachten der Wirtschaftsinstitute. 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