{"id":91379,"date":"2022-12-09T15:00:22","date_gmt":"2022-12-09T14:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91379"},"modified":"2022-12-09T12:55:54","modified_gmt":"2022-12-09T11:55:54","slug":"leserbriefe-zu-noetige-oder-unnoetige-fremdwoerter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91379","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eN\u00f6tige oder unn\u00f6tige Fremdw\u00f6rter?\u201c"},"content":{"rendered":"<p>In diesem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91211\">Beitrag<\/a> wird der Gebrauch von Fremdw&ouml;rtern hinterfragt. Wir alle m&uuml;ssten wohl hinnehmen, &bdquo;nicht mehr ohne Narrativ, Check und Fokus leben zu k&ouml;nnen und auch nicht ohne Security&ldquo;. Albrecht M&uuml;ller meint, es d&uuml;rfe doch wohl noch gefragt werden: &bdquo;Sind diese W&ouml;rter wirklich n&ouml;tig?&ldquo;. Die Leserinnen und Leser sind gebeten worden, weitere Fremdw&ouml;rter mitzuteilen. Es k&ouml;nne eine lustige Leserbriefsammlung werden. Danke f&uuml;r die zahlreichen und interessanten Zuschriften. <strong>Christian Reimann<\/strong> hat f&uuml;r Sie eine Auswahl der Leserbriefe zusammengestellt.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller, liebes Nachdenkseiten&rdquo;team.&rdquo; <\/p><p>Hoppla, jetzt ist mir im Anschreiben schon passiert, was ich eigentlich vermeiden wollte, n&auml;mlich den Inflation&auml;ren Gebrauch von Anglizismen;-)<br>\nIch stimme Ihnen, Herr M&uuml;ller zu, dass wir viel zu viele Fremdw&ouml;rter benutzen, es klingt halt &ldquo;gehobener&rdquo; und vermeintlich Intelligenter, was sich all zu oft auch als lustiger Schu&szlig; ins Knie erweist. Stil ist die Verl&auml;ngerung vom Kehrger&auml;t, Niveau ist eine Handcreme, das kann man nat&uuml;rlich nur wissen, wenn man eine Konifere auf diesem Gebiet ist&hellip;;-)<\/p><p>Was mich noch viel mehr nervt ist die Tatsache, das man jeden noch so neuen Mist mit einem Anglizismus versehen muss. Wir gucken Fu&szlig;ball beim &ldquo;public viewing&rdquo;, ok bei der WM und wegen Corona nicht, wir machen &ldquo;Selfie&rsquo;s&rdquo; mit dem Handy, gehen &ldquo;Shoppen&rdquo; im &ldquo;Summer Sale&rdquo;, in der &ldquo;Shopping Mall&rdquo; oder wahlweise auch im &ldquo;Winter Sale&rdquo;, wenn wir genug von unseren sauer verdienten &ldquo;Bucks&rdquo; verballert haben, gibts &ldquo;Cash Back&rdquo;. <\/p><p>Dieser Tage war im Wochenblattreporter zu lesen, dass viele &auml;ltere Menschen durch sogenannte &ldquo;Shoulder Surfers&rdquo; am Geldautomaten abgezockt werden, mit solchen Artikeln wird versucht eben diese &auml;lteren Menschen zu sensibilisieren am Geldautomaten doch bitte sch&ouml;n aufzupassen. Aha! Menschen die mit der Technik am Geldautomaten schon genug Problme haben, werden mit Artikeln die vor Anglizismen nur so strotzen &ldquo;sensibilisiert&rdquo;. Steht zu vermuten, das &auml;ltere Menschen bei solchen Artikeln eher mit den genannten &ldquo;Shoulders&rdquo; zucken und weiter klicken, sei es drum.<br>\nBei all dem ganzen Unsinn soll es doch tats&auml;chlich Zeitgenossen geben, die vor einer Islamisierung warnen? Das wir seit Jahrzehnten Anglisiert werden st&ouml;rt dahingegen niemand? Auch ein Totalversagen der Deutschen Presse!<\/p><p>Hochachtungsvoll, Ulrich Erich.<\/p><p>PS: &ldquo;Uschierisch&rdquo; ist mir ein Begriff f&uuml;r einen unhandhandlichen Gegenstand, der schwer zu packen (&ldquo;h&auml;ndeln&rdquo;) ist. Was die Schreibweise betrifft, schreibt man im p&auml;lzischen so wie man es babbelt. Dahingehend ist auch der Anglizismus &ldquo;Handy&rdquo; mein Favorit f&uuml;r D&auml;mlichkeit, denn er kommt aus dem Pf&auml;lzischem und steht f&uuml;r: &ldquo;H&auml;nn die K&auml;h Kabel?&rdquo;<\/p><p>Einen sch&ouml;nen &ldquo;Santa Claus&rdquo; ;-)<\/p><p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Wunderbar, danke<br>\nIhr Albrecht M&uuml;ller<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller, <\/p><p>zu ihrem Artikel I put put my two cents in, &auml;h, gebe ich auch meinen Senf dazu. Der teilweise inflation&auml;re Gebrauch von Fremdw&ouml;rtern ist einfach nur noch unfreiwillig komisch, z. B., wenn es Angeh&ouml;rigen der GenZ nicht gut geht, sind sie broke, das ist save. Die unfreiwillige Komik wird noch gesteigert beim gewollten, aber nicht gekonnten Fremdw&ouml;rtergebrauch. Mittlerweile ein Klassiker: &ldquo;Coffee to go&rdquo; (Kaffee zum Davonlaufen), statt &ldquo;Coffee to takeawey&rdquo; (Kaffee zum Mitnehmen). Diesen Begriff verdanken wir wohl einem Copywriter, &auml;h, Werbetexter:in (m \/ w \/ d), d(i)e(r) in der Schule statt Englisch wohl nur Denglisch hatte. Noch sch&ouml;ner ist die Umdeutung z. B. mathematisch-technischer Begriffe zum Zwecke der politisch korrekten Sprachver&auml;nderung: Bei den bin&auml;ren Geschlechtern stellt sich zwangsl&auml;ufig die Frage, wer die 1 und wer die 0 ist. (Ordne ich als wei&szlig;er Mann mittleren Alters hier die falsche Zahl dem falschen Geschlecht zu, bin ich nat&uuml;rlich toxisch m&auml;nnlich.) Nervig wird es bei den immer l&auml;nger werdenden Begriffen der &ldquo;politisch korrekten Sprache&rdquo;: Versucht man sich hier in der unfallfreien Aussprache, kann man sich schon mal die Zunge verknoten. Dann h&auml;tten die politisch Korrekten immerhin einen Grund, sich diskriminiert (= herabgesetzt) zu f&uuml;hlen. (Im Journalismus galt einmal: &ldquo;Political correctness ist ein Denkverbot&rdquo;- tja, die Zeiten haben sich ge&auml;ndert.) Und hier h&ouml;rt der Spa&szlig; auf; Bildungsprotz ist die eine Sache, wenn der Sprachwandel aber gezielt gesteuert wird, um zu manipulieren, muss gegengesteuert werden. Das geht mit den Mitteln der Satire und Parodie recht gut. In diesem Sinne schlage ich vor, eine S&uuml;&szlig;speise, die nicht mehr mit dem &ldquo;b&ouml;sen&rdquo; N-Wort benannt werden darf, in &ldquo;Mitb&uuml;rgerinnenundmitb&uuml;rgermith&ouml;herempigmenthintergrundk&uuml;sse&rdquo; umzubenennen. Das Wort ist lang, un&uuml;bersichtlich und schwer auszusprechen, damit passt es wunderbar in unser wokes Zeitalter. <\/p><p>Abschlie&szlig;end empfehle ich zwei B&uuml;cher, die helfen k&ouml;nnen das eigene Sprachgef&uuml;hl zu sch&auml;rfen: &ldquo;Deutsch f&uuml;rs Leben&rdquo; und &ldquo;Deutsch f&uuml;r junge Profis&rdquo; (beide Wolf Schneider). Die B&uuml;cher sind nicht nur lehrreich, sondern auch sehr unterhaltsam. Wie der Autor als Negativbeispiele Spiegel-Artikel zerpfl&uuml;ckt, ist einfach fabelhaft. <\/p><p>Kind regards xD<br>\nJ&uuml;rgen Meier<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr gesch&auml;tzte Nachdenkseiten- Macher,<\/p><p>diese Flut von Fremdw&ouml;rtern, die oft auch sinnfrei verwendet werden (z.B.&rdquo; Handy&rdquo;) soll meiner Einsch&auml;tzung nach vor Allem vom beschr&auml;nkten Horizont des Verwenders ablenken. Kapieren tuts eh nur die H&auml;lfte&hellip;<\/p><p>Auch Sachverhalte lassen sich dadurch Orwell-Neusprech-m&auml;ssig gut verschleiern.<br>\nWenn der wahre Informative Gehalt eines Textes gegen Null geht, machts halt die &rdquo; Verpackung&rdquo;!<br>\nAls das erste Mal der Begriff &rdquo; Booster&rdquo; im Zusammenhang mit der als &rdquo; Impfung&rdquo; (in diesem kausalen Zusammenhang auch ein Fremd-Wort) bezeichneten Gentherapie auftauchte, dachte ich nur an mein altes Autoradio, f&uuml;r welches ich mir zwecks besserer Klanggestaltung fr&uuml;her einen &rdquo; Booster&rdquo; gekauft hatte. Vulgo: Verst&auml;rker.<\/p><p>Also viel Wind um nichts!<\/p><p>Wem mein Leserbrief jetzt nicht behagt kann ja einen Scheisse-Sturm lostreten! (Zugegeben, da ist das Fremdwort sprachlich eleganter, zumindest phonetisch. )<\/p><p>Liebe Gr&uuml;sse von einer &rdquo; Urban People Transport Executive Senior- Managerin im Ruhestand<br>\n( verrentete Linienbusfahrerin) <\/p><p>Christine Reichelt<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\nliebes Team der Nachdenkseiten,<\/p><p>als ich heute Morgen meine Laptop gebootet habe und wie gewohnt auf Ihre Seite ging, fiel mein erster Blick auf die Story &uuml;ber die n&ouml;tigen und unn&ouml;tigen Fremdw&ouml;rter. Das war f&uuml;r mich das absolute Highlight des Tages. Daher will ich Ihnen darauf ein kurzes Feedback geben.<\/p><p>Ich bin gerade in meinem Job oft genug mit Anglizismen oder unn&ouml;tigen Fremdw&ouml;rtern konfrontiert worden. Aber dar&uuml;ber echauffiere ich mich inzwischen nicht mehr, sondern knirsche nur noch h&ouml;rbar mit den Z&auml;hnen. Jede kurze, noch so unwichtige Besprechung wurde gleich zum Meeting aufgebauscht und Dinge, f&uuml;r die wir keine Eigen-Performance (nicht lachen, das Wort habe ich selbst geh&ouml;rt!) hatten, wurden an eine externe Firma outgesourct. Meistens gab es zu einigen Themen ein Brainstorming, zu dem jeder so seine Gedanken beitragen konnte. Voraussetzung daf&uuml;r war nat&uuml;rlich, dass es sich um einen konstruktiven Vorschlag handelte. Da konnte unser Chef ganz sch&ouml;n pedantisch sein. Es gab nat&uuml;rlich auch einige Vorschl&auml;ge, die geh&ouml;rig polarisierten. Dann musste der Head of Meeting (zu Deutsch: Versammlungsleiter) mal resolut werden und mit der Faust auf den Tisch hauen &hellip; sinnbildlich nat&uuml;rlich. Und da eine Abteilung nun mal keine homogene Masse ist, klafften manche Meinungen oft diametral auseinander. Besonders important war nat&uuml;rlich immer die Diskussion des aktuellen Budgets. Stimmte der Forecast noch? Musste da noch etwas verifiziert werden oder gab es da am Ende doch noch ein Agreement mit dem Chef?<\/p><p>An dieser Stelle breche ich mein konstruiertes Beispiel lieber ab, bevor sich meine Synapsen noch total ineinander verknoten. Aber man sieht doch sehr deutlich, dass es ohne Anglizismen bzw. Fremdw&ouml;rter in der Sprache &ndash; leider! &ndash; kaum noch geht. Ich kann nicht gerade behaupten, dass ich mich daran gew&ouml;hnen kann, nur leider l&auml;&szlig;t es sich nicht immer vermeiden.<\/p><p>Ich w&uuml;nsche dem ganzen Team der Nachdenkseiten einen sch&ouml;nen Nikolaustag und freue mich auf weitere interessante Beitr&auml;ge von Ihnen.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nAnja Voelkel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller<\/p><p>ohne Zweifel machen Sie hier auf ein dr&auml;ngendes Problem aufmerksam. Auch ich sehe eine Tendenz zur Zerst&ouml;rung und Verdr&auml;ngung der deutschen Sprache, die eine nicht zu untersch&auml;tzende politische und gesellschaftliche Dimension hat. Das &Uuml;berhandnehmen modischer Fremdworte und besonders von Englischem und Denglischem ist ein Symptom des Sprachverlustes, der sich jedoch darauf nicht reduzieren l&auml;sst. Ich komme weiter unten darauf zur&uuml;ck. Da sind sicher die zahllosen Anglizismen wie &rsaquo;Security&lsaquo; und &rsaquo;Check&lsaquo; wie auch die allgegenw&auml;rtigen englischen Formeln, die irgendwie weltl&auml;ufig klingen sollen. Leute, die ihren Kaffee nicht aus dem Pappbecher im Togo, sondern am Tisch aus der Tasse trinken wollen, sind halt irgendwie out. Englisch soll, so eine versteckte Botschaft, kosmopolitisch und damit besser sein als Deutsch. Das ist auch eine der Botschaften, die ein Werbesport der Telekom <https:> aussendet, der sich ganz pauschal gegen den im einzelnen v&ouml;llig unqualifiziert bleibenden &rsaquo;Hass&lsaquo; im Netz richtet: die Hassbotschaften werden darin deutsch gesprochen, w&auml;hrend die &rsaquo;Guten&lsaquo; englisch dagegen ansingen.<\/https:><\/p><p>Sicher kommt dem Englischen in Wissenschaft und Technik heute eine Rolle zu, die das Lateinische im Einflussbereich der R&ouml;mischen Kirche und auch ihrer protestantischen Konkurrenten bis weit in die Neuzeit hinein innehatte. W&ouml;rter wie &rsaquo;Universit&auml;t&lsaquo;, &rsaquo;Essenz&lsaquo; oder das schon im Mittellateinischen als Fremdwort &uuml;bernommene &rsaquo;Elixir&lsaquo; hatten so Eingang ins Deutsche gefunden. Englisch ist heute auch in deutschen Unternehmen weithin die f&uuml;hrende Sprache f&uuml;r die gesamte Dokumentation und in vielen Bereichen gibt es keine Alternative zum Englischen, wenn Publikationen einen &rsaquo;Impact&lsaquo; haben sollen. Aus diesem technisch-wissenschaftlichen Englisch kommt, so wie fr&uuml;her aus dem Lateinischen, auch einiger &rsaquo;Fallout&lsaquo;, auf den die Alltagssprache kaum verzichten kann, wie etwa &rsaquo;Software&lsaquo;, &rsaquo;Hardware&lsaquo;, &rsaquo;Computer&lsaquo; und &rsaquo;Browser&lsaquo;. Die Academie Fran&ccedil;aise konnte immerhin mit &rsaquo;logiciel&lsaquo;, &rsaquo;mat&eacute;riel&lsaquo;, &rsaquo;ordinateur&lsaquo; und &rsaquo;navigateur&lsaquo; dagegen halten, doch wenn es so richtig deutsch werden soll, wird es schwierig. &rsaquo;Rechner&lsaquo; ist manchmal zu vieldeutig und manchmal zu spezifisch &mdash; heutige Kinder und auch schon viele Erwachsene sind, auch wenn alle von &rsaquo;Digitalisierung&lsaquo; reden, mit der Vorstellung &uuml;berfordert, dass in ihrem Smartphone ein Rechner steckt &mdash;, w&auml;hrend &rsaquo;St&ouml;berer&lsaquo; f&uuml;r &rsaquo;Browser&lsaquo; zu abwegig erscheint. Wenn es am rechten Ort bleibt, leistet das Englische bzw. leisten die daraus entlehnten Worte gute Dienste, doch destruktiv ist ihr gedankenloser und allzu oft gespreizter Gebrauch.<\/p><p>Schwieriger zu durchschauen ist die Zersetzung der deutschen Sprache durch die unmittelbare &Uuml;bersetzung idiomatischer englischer Formeln ins Deutsche. Derzeit grassiert die &Uuml;bernahme des englischen &rsaquo;to make sense&lsaquo; in Form von &rsaquo;Sinn machen&lsaquo;. Diese Redensart vers&uuml;ndigt sich zugleich an beiden Sprachen. Im Englischen steht &rsaquo;sense&lsaquo; immer im Zusammenhang mit den Sinnen der Wahrnehmung bzw. dem sich von diesen herleitenden Verst&auml;ndnis und wenn etwas in diesem Sinne &rsaquo;sense&lsaquo; macht, hei&szlig;t das, dass man sich ein Bild davon machen kann, dass man seine Bedeutung, seinen Zusammenhang oder seine Funktionsweise versteht, w&auml;hrend, wenn im Deutschen &rsaquo;etwas Sinn hat&lsaquo;, es dort &rsaquo;to some purpose&lsaquo; ist. Das, anders als sein Name nahelegt, recht umfassende Shorter Oxford English Dictionary (es ist die k&uuml;rzere und auf das neuere Englisch bechr&auml;nkte Ausgabe des monumentalen 20-B&auml;ndigen Oxford English Dictionary) f&uuml;hrt f&uuml;r &rsaquo;sense&lsaquo; keine Bedeutung auf, die den deutschen Bedeutungen &rsaquo;Ziel&lsaquo; oder &rsaquo;Zweck&lsaquo; entspr&auml;che, um die es geht, wenn &rsaquo;etwas Sinn hat&lsaquo;. Das sinnlose Sinn-Machen ist ein Beispiel f&uuml;r das gedankenlose Sprechen, das der Sprache ihre Sch&auml;rfe raubt.<\/p><p>Im gedankenlosen Sprechen bzw. Schreiben besteht der wirkliche Fehler in vielen Verwendungsweisen von Fremdworten. Nicht dass das &rsaquo;Narrativ&lsaquo; oder der &rsaquo;Fokus&lsaquo; nicht auch ihren Platz in der deutschen Sprache h&auml;tten, doch das geistlose Geplapper, das sich ihrer bedient, raubt ihnen den Sinn. Wenn heute jemand sagt, dass etwas &rsaquo;im Fokus des neuen Narrativs&lsaquo; stehe, dann meint er meist nur, dass davon jetzt besonders viel geredet wird, und geht damit an der Bedeutung beider Fremdworte vorbei. Die Bedeutung von &rsaquo;Narrativ&lsaquo; ergibt sich aus einem geisteswissenschaftlichen Diskurs &mdash; schon wieder so ein Fremdwort &mdash; der letzten Jahrzehnte, den man sich, was kaum jemand tut, vergegenw&auml;rtigen sollte, wenn man das Wort verwendet. &rsaquo;Fokus&lsaquo; und &rsaquo;fokussieren&lsaquo; haben neben ihren fachlichen Bedeutungen auch die Eigenschaft, sich bildlich &uuml;bertragen zu lassen. Ein optisches System zu fokussieren, hei&szlig;t die maximale Sch&auml;rfe der Abbildung in eine bestimmte Ebene des Objektraums zu legen. Analog kann man davon reden, dass man eine Betrachtung oder Analyse auf einen Aspekt bzw. eine Schicht des Gegenstandes fokussiert. Es geht also nicht um die Fremdworte selbst, sondern um ihre treffende Verwendung.<\/p><p>Zudem bedarf es nicht unbedingt der Fremdworte, um die deutsche Sprache zu zerst&ouml;ren. Eine gleichfalls grassierende Mode mit diesem Effekt besteht in der massenhaften Vergewaltigung der Partizipien. Aus Tauchern werden heute Tauchende, auch wenn sie gerade nicht tauchen, aus Fu&szlig;g&auml;ngern Fu&szlig;gehende, auch wenn sie gerade nicht gehen. Alle Welt hat sich daran gew&ouml;hnt, dass eine grammatische Form, die eine differenzierende Beschreibung von Sachverhalten erm&ouml;glichte, ihrer Funktion beraubt wird, indem sie konsequent falsch verwendet wird, also etwa aus Studenten Studierende, aus Sprechern Sprechende und aus Forschern Forschende werden.<\/p><p>Derartiges steht im Zusammenhang der Sternchen, P&uuml;nktchen und Schluckauf-Manie, die eine sogenannte &rsaquo;Gendergerechtigkeit&lsaquo; herstellen soll, indem sie das weibliche und angeblich existierende &rsaquo;diverse&lsaquo; Geschlechter &rsaquo;sichtbar&lsaquo;, z.B. aus Rednern Redner*innen und aus Autoren Autor*innen macht. Mit dieser Aufgabe zerbricht man die Sprache durch &Uuml;berlastung, denn das kann die ihre nicht sein. Es lohnt es sich, dar&uuml;ber nachzudenken, dass die Motion von grammatischen Maskulina keinesfalls unbedingt die Bedeutung mit sich bringt, die darunter oft vermutet wird: die Sch&ouml;ne M&uuml;llerin, um die es in Schuberts Liederzyklus geht, war nicht M&uuml;ller, sondern Tochter eines solchen, und wenn irgendwelche fahrenden Gesellen von der Meisterin redeten, war damit keine Person gemeint, die Meister war, sondern die Frau des Meisters. Auch K&ouml;niginnen &uuml;bten selten Regierungsgewalt aus, sondern waren meist die Gattinnen von denen, die das taten. Warum also nicht eine Frau, die tats&auml;chlich M&uuml;ller ist, als M&uuml;ller, eine die &Ouml;konom ist, als &Ouml;konom und eine, die Meister ist, als Meister bezeichnen? Wer mahlt, ist M&uuml;ller, wer mauert, ist Maurer, wer redet ist Redner, wer forscht ist Forscher und wer ein Gewerk meistert, ist Meister. Die Fragen von Sex und Gender sind dabei, wie auch bei der Verwendung von grammatischen Feminina wie &rsaquo;Person&lsaquo; oder &rsaquo;Fachkraft&lsaquo;, v&ouml;llig unerheblich. Wer glaubt, sie &uuml;berall zur Sprache bringen zu m&uuml;ssen, hat deren Logik nicht verstanden und tut ihr damit Gewalt an.<\/p><p>V&ouml;llig absurd ist die Verwendung movierter Nomina in Zusammenh&auml;ngen, in denen das biologische Geschlecht keine Rolle spielt oder &uuml;berhaupt nicht vorhanden ist. Die abgeleitete Form &raquo;Partnerin&laquo; zu verwenden ist dort angebracht, wo der Verweis auf das biologische Geschlecht funktional ist, also z.B. wenn es um die Partnerschaft in einer Lebensgemeinschaft geht, doch schon in einer Anwaltssoziet&auml;t oder einem Architekturb&uuml;ro kann man nur Partner sein und nicht Partnerin, auch wenn die betreffende Person eine Frau ist. Noch weniger angebracht ist &rsaquo;Partnerin&lsaquo;, wenn das Subjekt kein biologisches Geschlecht hat, also eine juristische Person ist wie &rsaquo;die Partei&lsaquo;, &rsaquo;die Universit&auml;t&lsaquo; oder ein Abstraktum wie &rsaquo;die Linke&lsaquo;. Vielleicht wird bald auch noch Schiller gendergerecht gestylt: &rsaquo;Freude, sch&ouml;ne G&ouml;tterfunkin, Tochter aus Elysium &hellip;&lsaquo;. Diese Version der Hymne w&uuml;rde dem neuen europ&auml;ischen Geist v&ouml;llig entsprechen.<\/p><p>Wenn Redaktionen, Verlage, Hochschulen, Stadtverwaltungen und sonstige Organisationen Leitf&auml;den zur &rsaquo;gendergerechten&lsaquo; Sprache herausgeben, stellt das eine nicht zu tolerierende &Uuml;berschreitung ihrer Kompetenz dar, doch letztlich zeigt sich darin nur die Front einer Welle der Infantilisierung und Bevormundung, die &uuml;ber uns hinwegrollt. Die Medien versuchen nicht nur, uns laufend zu den angesagten Haltungen zu erziehen, sondern der Neusprech, dessen sie sich dazu bedienen, soll normativ wirken. Was dabei stattfindet, ist nicht nur, dass die Sprache als Werkzeug stumpf wird, sondern, weil Sprache auch Teil der Lebenswelt und Heimat ist, auch ein Verlust derselben. Als Welt- und Heimatlose greifen die Subjekte zu den modischen Sprachfetzen, die man ihnen andient, und sind dadurch total manipulierbar.<\/p><p>Ich gr&uuml;&szlig;e Sie vielmals<br>\nRainer Fischbach<\/p><p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Lieber Herr Fischbach,<\/em><\/p><p>Das ist aber ein guter Text. Ich habe ihn gleich gelesen und sehr viel gelernt. Danke vielmals.<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nAlbrecht M&uuml;ller<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller, <\/p><p>&ldquo;uschierisch&rdquo;, kurpf&auml;lzischer Dialekt, aus der Mode gekommen? Und ich dachte das sei ganz neu, beschreibend das arrogant-ahnungslose Gehabe einer gewissen Uschi von der Leine, derzeit EU-Kommissionspr&auml;sidentin. <\/p><p>Amerikanismen. 77 Jahre US-Amerikanisches Protektorat, das hat Westdeutschland gepr&auml;gt. Au&szlig;erdem werden sie offenbar begeistert aufgegriffen von inkompetenten Journalisten, die heutzutage die Medienlandschaft pr&auml;gen. Mit solchen wichtig klingenden W&ouml;rtern verschleiert man  den d&uuml;nnen Gehalt von beliebigen und beliebig schlechten Presseelaboraten. Au&szlig;erdem kann man sich damit prima wichtig machen. <\/p><p>Ein Fremdwort benutzt man dann, wenn es die Sache besser ausdr&uuml;ckt als ein deutsches Wort. Alles andere ist Wichtigtuerei. Fremdw&ouml;rter braucht man z.B. in der Wissenschaft, wo immer wieder Dinge auftauchen, die man vorher noch nicht kannte und f&uuml;r die es kein Wort gibt. <\/p><p>Dazu ekeln mich die Untaten, die Angelsachsen in der Weltpolitik anrichten, inzwischen so sehr, dass ich mich bewusst bem&uuml;he keine Amerikanismen zu benutzen. &ldquo;Das hat Sinn&rdquo; sagt man. Und nicht &ldquo;das macht Sinn&rdquo; (&ldquo;makes sense&rdquo;). <\/p><p>Unabh&auml;ngig davon sch&auml;tze ich die englische Sprache, wenn sie mir hilft mich in L&auml;ndern zu verst&auml;ndigen wo meine Sprachkenntnisse nicht hin reichen. <\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nRolf Henze<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo liebe Freunde der Nachdenkseiten,<\/p><p>ich muss jetzt wieder mit meiner DDR-Vergangenheit um die Ecke kommen, denn dieser Artikel erinnert mich an meine Schulzeit!  Damals lernte ich doch tats&auml;chlich auch, das Sprache Kulturgut ist und es diesem Gut nicht wirklich gut tut, wenn man es verfremdw&ouml;rtlicht.  Leider ist die bewusste  Nichtbenutzung von Fremdw&ouml;rtern, aus genau diesem Grund,  im Westen, recht wenig akzeptiert und leider auch kaum bekannt und dann oft genug schon wieder Gegenstand von Diskriminierung und Verunglimpfung, menschlicher Intelligenz!  Was hat der Westen an intellektueller Intelligenz  (nicht nur auf materiellen Werten basierender Geisteskraft) eigentlich zu bieten, gerade wenn es um Kultur und Kulturg&uuml;ter geht?!  Dabei sind gerade Intellekt (geistiger Horizont) und Dialekt (regionale Spracheigenheiten)  untrennbar miteinander verbunden!  Geist und Sprache beim Menschen von einander zu trennen, in dem nicht mehr auf den Inhalt, einer Aussage geachtet wird, sondern nur noch auf Rechtschreibung, Grammatik und Formulierung, verhindert zwischenmenschliche Kommunikation, durch geschriebene Worte und legt l&auml;ngst nur noch Wert auf Unwichtiges, was nicht zur zwischenmenschlichen Kommunikation (Verst&auml;ndigung)  beitr&auml;gt!  Ist es denn nun wichtiger Fremdw&ouml;rter zu benutzen und zu verstehen oder einer Aussage, einen Kern zu verpassen und ihn zu verstehen?  Kann eine Maschine &uuml;berhaupt ohne irgendeine Energieform, das tun, was sie tun soll, kann das ein Mensch, so z. B..  Womit verzettelt sich der Mensch gerade im Westen daher sehr gern?  Etwas zu sagen ohne wirklich eine Aussage zu treffen?  Was soll das Menschen eigentlich bringen, au&szlig;er eigene Ressourcenverschwendung (Energie- und Lebenszeitverschwendung)?  Was will der Westen von Menschen eigentlich, was erwartet er, kann er das, von einem nat&uuml;rlichen Wesen, wie einem Menschen, &uuml;berhaupt alles in der Form noch erwarten, wie er es im Moment tut, ohne die V&ouml;lker- und Menschenrechte dabei gleichzeitig, v&ouml;llig zu missachten und zu zertreten?  Wer noch nicht einmal wirklich wei&szlig;, das Sprache Kulturgut und damit nicht materiell, wertvoll ist, an dem habe ich als Mensch, meine berechtigten Zweifel, Religion und Ideologie, als etwas ebenso kulturell, Wertvolles und Einzigartiges innerhalb einer Gemeinschaft von Lebewesen zu betrachten!  Etwas wozu tats&auml;chlich nur Menschen in der Lage sind, es zu betreiben. Zivilisation (Menschlichkeit) eben.  Will der Westen all das, was den Menschen, tats&auml;chlich vom Tier unterscheidet, ausl&ouml;schen, um der Gleichmacherei menschlicher Lebewesen auf diesem Planeten Vorschub zu gew&auml;hren und nur noch Schwarz oder Wei&szlig;, als Farben auf diesem Planeten,  zu akzeptieren und gelten zu lassen?  Was bahnt sich hier an?  Was soll auf Gehei&szlig; des Westens, &uuml;ber die gesamte Menschheit kommen? <\/p><p>Gedanken zur heutigen Zeit, zur Verfremdw&ouml;rtlichung und freundliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nIrina-Trappe Hanel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller<\/p><p>Nein, diese Fremdw&ouml;rter sind unn&ouml;tig, denn der unersch&ouml;pfliche Schatz der deutschen Sprache bietet f&uuml;r (fast) alles den passenden Ausdruck. Aber Sprache gestalten ist mitunter harte Arbeit. Leichter geht es mit nachplappern von (mehrheitlich) Anglizismen, die sich wie Krebsgeschw&uuml;re in unserer Alltagssprache ausbreiten. Denkanst&ouml;sse wie Ihr Beitrag heute sind leider selten zu finden.<\/p><p>Ihr &bdquo;aus der Mode gekommenes Wort uschierisch&ldquo; haben Sie korrekt geschrieben. Dazu habe ich folgenden Beleg von 2002 der Mundart-Dichterin Ute Zimmermann gefunden: &bdquo;Der Spalter is jo bloss &auml; Maschin, halt schwer un uschierisch. Awwer so &auml;n Mann macht jo a nix anneres, wie das Ding ze packe un ze schiewe.&ldquo;<\/p><p>Mein Wunsch f&uuml;r die NDS: Packe un schiewe, und wenn&rsquo;s uschierisch schwer wird, dann erst recht.<\/p><p>Mit besten Gr&uuml;ssen<br>\nWerner Fasolin<\/p><p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Sehr sch&ouml;n, vielen Dank das freut mich sehr. Ich hab mir die Schreibweise einfach aus den Fingern gesogen aber offensichtlich richtig geschrieben.<\/em><\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nAlbrecht M&uuml;ller<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Moin Nachdenker, <\/p><p>ich wehre mich strikt gegen Anglizismen. Nicht grunds&auml;tzlich bin ich gegen Fremdw&ouml;rter. Ganz im Gegenteil. Sie m&uuml;ssen nur die Sprache bereichern. Bei Anglizismen bemerke ich aber zunehmend den gegenteiligen Trend: Anglizismen verarmen die Sprache und rotten Kultur aus. Sie werden benutzt, um als Abgrenzungsmerkmal zu dienen. Da muss man sich mal &ldquo;comitten&rdquo;. Sie wirken inklusiv f&uuml;r die Nutzer des Neusprechs und exklusiv f&uuml;r alle anderen. In sofern tr&auml;gt die Verwendung von Denglisch faschistoide Z&uuml;ge. Gut, nat&uuml;rlich ist das konsequent, wenn man wei&szlig;, wo denn die gr&ouml;&szlig;ten Faschisten und Nazis zu finden sind&hellip;und ebenso konsequent ist das Ausrotten der (Sprach-) Kultur von Seiten des Imperiums in seinen Kolonien. Erschwerend kommt hinzu, dass die Nutzung von Sprache Einfluss auf das Denken hat. Wer keinen Begriff f&uuml;r zum Beispiel Freiheit hat, kann auch nicht dar&uuml;ber diskutieren oder auf Demos daf&uuml;r k&auml;mpfen: Was will er denn auf sein Schild schreiben? Wenn man nun bestimmte Begriffe aus dem &ouml;ffentlichen Diskurs verdr&auml;ngt, kennen die Menschen das Wort nicht, ergo denken sie auch nicht dar&uuml;ber nach. Weiter kann man mit Denglisch auch so sch&ouml;n verniedlichen. Man denke nur an &ldquo;lockdown&rdquo;. Sperrung, Abriegelung oder Schlie&szlig;ung, quasi Ausgangssperre klingen da doch negativer. <\/p><p>Die gro&szlig;e Aufgabe aller Kolonien f&uuml;r die Zukunft kann nur sein, sich auf seine Kultur und Werte zur&uuml;ck zu besinnen und alle Angriffe des Imperiums auf die eigene Kultur und Sprache zu parieren. Wir unterjochten V&ouml;lker m&uuml;ssen uns emanzipieren, statt im Stockholm Syndrom zu verharren. Und die Front l&auml;uft geradewegs durch unsere Sprache. Die Tage des Imperiums sind gez&auml;hlt, und wer jetzt noch mit Denglisch modern sein will, zeigt nur, dass er zu den ewig Gestrigen geh&ouml;rt und Faschismus, Kolonialismus und Nazismus unterst&uuml;tzt. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nFlorian App<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren: <\/p><p>Danke f&uuml;r die interessante Anregung. Ich selber habe in der IT-Branche auch in einer US-Firma (LUCENT) gearbeitet, und so ertappe ich mich auch manchmal solche Begriffe zu verwende. Damit meine ich nicht Begriffe technischer Natur, die aus historischen Gr&uuml;nden aus dem Englischen stammen, sonder auch Begriffe f&uuml;r die es gute deutsche Alternativen gibt. Das Beispiel des &ldquo;Fokus&rdquo; ist eventuell etwas ungl&uuml;cklich, weil die Zeitschrift so heisst. Die anderen Begriffe kann man auch durch die deutschen Begriffe problemlos ersetzen. <\/p><p>Ein Beispiel aus meiner Studentenzeit. Mein Diplomvater st&ouml;rte sich an dem Begriff &ldquo;Scan&rdquo;, mit dem eine automatisierte Messreihe gemeint war. Ich denke, da&szlig; hier das englische Wort wegen seiner K&uuml;rze etwas bequemer als dei deutsche &Uuml;bersetzung ist. Und heute wird von &ldquo;Scanner&rdquo; gesprochen und geschrieben und ich denke auch Sie verstehen diesen Begriff. Wenn man dann sagt, da&szlig; dieses Ger&auml;t das Dokument (auch ein Fremdwort?) digitalisiert, wird ein Fremdwort durch ein anderes ersetzt. Dabei stammen die Begriffe &ldquo;analog&rdquo; und &ldquo;digital&rdquo; urspr&uuml;nglich aus der Elektrotechnik. Bei einigen anderen Begriffen bin ich allerdings der Ansicht, da&szlig; man auch die deutsche Version verwenden kann. <\/p><p>Info-Point: hier kann man wirklich getrost den deutschen Begriff Auskunft verwenden. <\/p><p>appreciaten: Hier kann man wirklich die deutsche &Uuml;bersetzung w&uuml;rdigen oder wertsch&auml;tzen verwenden. <\/p><p>Hotline: Hier kann man auch einfach den Begriff &ldquo;Hilfetelefon&rdquo; verwenden. <\/p><p>Updaten: Dies kann man mit dem eher lateinischen Begriff &ldquo;aktualisieren&rdquo; oder dem l&auml;ngeren Begriff &ldquo;auf den neuesten Stand bringen&rdquo; ersetzen. Aber hier is der englische Begriff wesentlich k&uuml;rzer. <\/p><p>Gru&szlig;<br>\nR.K.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,<\/p><p>was will man mit den zunehmenden englischen Begriffen in unserer Sprache ausdr&uuml;cken?<br>\nSind wir damit weltoffener? Wie es scheint geht es OHNE die Bgeriffe einfach NICHT oder doch. Ich frage mich immer wieder ob es in England auch so viele deutsche W&ouml;rter in der Umgangssprache gibt wie hier mit den englischen W&ouml;rtern.<\/p><p>Unser Nachbar Frankreich geht da viel konzequenter vor. Sicher es gibt dort englische W&ouml;rter in der Umgangssprache. Bekannt sind mir Football, Weekend etc. Das Institut fran&ccedil;ais wacht penibel &uuml;ber die F&ouml;rderung der Sprache und Kultur in unserem Nachbarland.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nHelmut Lang<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>12. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hi Herr M&uuml;ller,<\/p><p>okay &ndash; wenn man in einem Start-up f&uuml;r Marketing (auf dem besten Weg zu einem Global Player&hellip; oder wenigstens zu einem Hidden Champion) als Key-Account-Manager im Homeoffice arbeitet, dann muss man meistens ein Allrounder sein. Bestenfalls mit Bachelor oder Master Abschluss &ndash; ohne Copy &amp; Paste. Man muss ASAP auf E-Mails antworten, obwohl man permanent in Meetings sitzt. So ist eben das Business heutzutage. Wegen der Pandemie und der Energiekrise kann man derzeit leider nicht im Headquarter sein&hellip; aber alle Daten sind sowieso in der Cloud. Au&szlig;er der Facility Manager, der muss nat&uuml;rlich kommen.<\/p><p>Da hat man es als Influencer einfacher, aber den Job kann halt nicht jeder machen. Shit happens. <\/p><p>Zu der Work-Life-Balance geh&ouml;rt es nat&uuml;rlich, dass man Quality time mit der Familie hat oder einfach mal chillen kann, wenn die neue Folge der Lieblingssoap, oder ein Blockbuster gestreamt wird. Fantasy oder Action? Hauptsache kein B-Movie!<br>\nAuf dem Handy checken, was in den Social-Media-Apps los ist, ist auch eine M&ouml;glichkeit zum Relaxen.<\/p><p>Manchmal ist es auch einfach der Drink in einer Bar mit Freunden und Bekannten. Irgendwo in der City, aber auf jeden Fall w&auml;hrend der Happy-Hour. Da kostet der Bitter-Lemon nur 5&euro;. Eventuell gibt es sogar einen kleinen Snack, zum Beispiel ein Sandwich. Und der Babysitter oder die Nanny passt w&auml;hrenddessen auf das Kind auf und h&ouml;rt dabei die aktuellen Charts, einen Remix oder irgendeine Playlist.<\/p><p>Klar d&uuml;rfen auch Shopping-Events nicht fehlen in der sch&ouml;nen neuen Welt. Egal, ob ein Dress f&uuml;r eine Party (bestenfalls im Sale) oder &ndash; wenn das Kleingeld stimmt &ndash; auch mal einen coolen Oldtimer. Hatten die damals eigentlich schon Airbags? Egal, es ist auf jeden Fall ein Investment und ein Eyecatcher. Ich bezweifle, dass die aktuellen SUV f&uuml;r eine Geldanlage taugen.<\/p><p>Mindestens 1 Mal pro Jahr geht es in den Urlaub. Au&szlig;er man hat einen Swimmingpool zu Hause. Die einen buchen fr&uuml;hzeitig ein Ticket f&uuml;r eine Pauschalreise, die anderen fliegen lieber Last-Minute nach Mallorca und wieder andere machen einen Road-Trip. Hin und wieder zerst&ouml;rt in dieser Zeit ein Latin-Lover eine halbwegs gl&uuml;ckliche Beziehung. Die anstehende Midlife-Crisis ist unvermeidbar und man ist wieder Single. Und Sie, Herr M&uuml;ller, machen sich Sorgen um unsere Sprache?<\/p><p>Anyway; the show must go on. Ich w&uuml;nsche noch viel Spa&szlig; bei der Fu&szlig;ball-WM in Katar, auch wenn von Public-Viewing noch nicht viel zu sehen war. Vielleicht kommt das ja zur Champions League.<\/p><p>Sch&ouml;ne Gr&uuml;&szlig;e<br>\nMarc R&uuml;ter<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>13. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebes NDS-Team<\/p><p>statt Handy und Laptop benutze ich mein Taschentelefon und meinen Klapprechner.<\/p><p>&Uuml;brigens, Anfang des 20. Jahrhunderts gab es meines Wissens bereits eine Gruppe, die Fremdworte durch deutschsprachige Begriffe ersetzen wollte. So sollte aus einer Pistole oder einem Revolver ein Meuchelpuffer werden.<\/p><p>Gru&szlig;<br>\nClemens Broeckmann<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>14. Leserbrief<\/strong><\/p><p>einen guten tag, dem nachdenkseiten-team und insbesondere albrecht m&uuml;ller, weil er dieses thema aufgreift. Danke!<\/p><p>ich fasse mich kurz: seit anfeindungen zu &ldquo;kultureller aneignung&rdquo; stattfinden und kopfsch&uuml;tteln ausl&ouml;sen, scheint es mir am wichtigsten, mal &uuml;ber die sprachlichen entwicklungen in unserem land nachzudenken.<\/p><p>die verdenglischung der deutschen sprache ist eindeutig uschierisch &ndash; wie sie es nennen.<br>\nglossen und satire dar&uuml;ber gefallen mir!<\/p><p>ich w&uuml;nsche mir den gebrauch deutscher w&ouml;rter &ndash; weil&rsquo;s einfach einfacher ist! in unserem land. und ich mag fremdw&ouml;rter, die sachverhalte eindeutig auf den punkt bringen.<\/p><p>anna gro&szlig;-alpers<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>15. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Ein guter Spruch k&uuml;rzlich in SWR-3: &bdquo;Anglizismen sind f&uuml;r mich ein NoGo&ldquo;<\/p><p>G&uuml;nter Klepser<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>16. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Albrecht M&uuml;ller,<\/p><p>in Sachen Fremdw&ouml;rter hat man sich ja schon fast an einigen Unsinn gew&ouml;hnt &ndash; Facility Manager z. B. und &auml;hnlichen Quatsch. Manchmal sind Fremdw&ouml;rter ja auch nicht zu vermeiden, oft genug handelt es sich bei ihrer Nutzung allerdings um Klugschei&szlig;ergeschw&auml;tz. Mit zum Allerd&uuml;mmsten geh&ouml;rt wohl das immer h&auml;ufiger verwendete Merry Xmas. So gibt es tats&auml;chlich den &ldquo;Riegelein Merry Xmas Weihnachtsmann&rdquo;. Der ist allerdings bei einem Test der Zeitschrift &Ouml;ko-Test durchgefallen, weil er stark mit Mineral&ouml;l belastet war. Wen wundert&rsquo;s? Auf einer Internet-Seite lese ich: &ldquo;Bei einigen Stars ist die Xmas-Stimmung ebenfalls eingekehrt und die Wohnzimmer wurden flei&szlig;ig dekoriert.&rdquo; Gott sei Dank hei&szlig;t das H&ouml;rbuch, welches ich mir aktuell im Auto anh&ouml;re, &ldquo;Weihnacht&rdquo;  und nicht &ldquo;Xmas&rdquo; von Karl May. Was bin ich froh, dass bei mir gerade kein Xmas-Stimmung aufkommt, sondern Weihnachtsstimmung und ich allen schon einmal eine &ldquo;Frohe Weihnacht&rdquo; w&uuml;nsche!  <\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nGR<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>17. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,<\/p><p>leider ist dies Thema &uuml;berhaupt nicht mehr &ldquo;lustig&rdquo;, wie Sie schreiben. Das Amerikanische dominiert inzwischen unser Leben. Man stelle nur mal einen der &uuml;blichen Radiosender an und amerikanische Pop-Musik dudelt ganztags mit Hinweisen auf Stars, Hits und Charts. Man gehe mal &ldquo;shopping&rdquo; und schaue sich die Werbe-&ldquo;Slogans&rdquo; an und im  Gesch&auml;ftsleben orientiert man sich an &ldquo;best-practice&rdquo; und sieht eine &ldquo;task-force&rdquo; im Einsatz. Von Hollywood im Fernsehen ganz zu schweigen. Nein! Es ist nicht mehr lustig! Wenn die Sprache unser Denken bestimmt, dann gute Nacht. Falls Oskar Lafontaine es schaffen sollte, dass der &ldquo;Ami&rdquo; tats&auml;chlich &ldquo;home&rdquo; geht, dann m&ouml;ge er doch bitte!, bitte! seine Sprache nicht vergessen. In diesem Sinne &ldquo;merry christmas and a happy new year&rdquo;<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nEberhard Schwarz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>18. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>es sind leider nicht nur einzelne W&ouml;rter, sondern ganze Satzteile, die mittlerweile dem Englischen angepasst werden. Zwei Beispiele sind die Anwendungen von Nebens&auml;tzen mit dem W&ouml;rtchen &ldquo;weil&rdquo; und die neue Umschreibung der Worte &ldquo;sinnvoll&rdquo; und &ldquo;sinnlos&rdquo;.<\/p><p>Im Deutschen wird der Nebensatz, der mit dem W&ouml;rtchen &ldquo;weil&rdquo; eingeleitet wird, mit einem Verb beendet. Seit Jahren schon wird dieser Satzbau von den meisten kaum noch angewendet, da die englische Version es leichter macht, nach dem &ldquo;weil&rdquo; den Satz noch irgendwie zu formulieren, w&auml;hrend im Deutschen der Gedankengang schon beendet sein muss, wenn die Worte gesagt werden. F&uuml;r die deutsche Sprache braucht man also mehr Denkleistung, w&auml;hrend im Englischen die Worte von der Zunge purzeln k&ouml;nnen.<br>\nLaut deutscher Grammatikregeln: &ldquo;Ich lese die Nachdenkseiten, weil ich die Informationen dort sehr sch&auml;tze.&rdquo;<br>\nAn das Englische gelehnt: &ldquo;Ich lese die Nachdenkseiten, weil ich sch&auml;tze die Informationen dort sehr.&rdquo;<\/p><p>Von meinen S&ouml;hnen h&ouml;re ich nach einer Erkl&auml;rung &uuml;ber was auch immer oft die Aussage: &ldquo;Ja, das macht Sinn.&rdquo; Oder: &ldquo;Das macht keinen Sinn.&rdquo; Auf meinen Einwand, dass wir fr&uuml;her daf&uuml;r die W&ouml;rtchen &ldquo;sinnvoll&rdquo; und &ldquo;sinnlos&rdquo; verwendet haben, kommt dann ein Augenrollen und ein &ldquo;Ja, fr&uuml;her!&rdquo;  ;-)<\/p><p>Fremdw&ouml;rter wie &ldquo;Homeoffice&rdquo; oder &ldquo;Homeschooling&rdquo; vermeide ich, ab und zu rutschen sie mir aber auch heraus. Ebenso kann ich mich mit dem Wort &ldquo;Narrativ&rdquo; nicht anfreunden. Meine Jungs am&uuml;sieren sich daf&uuml;r, wenn ich als DDR-Kind ihnen erz&auml;hle, dass es fr&uuml;her bei uns keine Models, sondern nur Mannequins gab. Oder wenn ihnen ihre Oma von der fr&uuml;heren Nachbarin vis-&agrave;-vis erz&auml;hlt.<\/p><p>Mein Lieblingsfremdwort ist &ldquo;genant&rdquo;, aber nur in der gesprochenen Version, das passt so gut zum S&auml;chsischen: &ldquo;Nu hab disch ma nisch so schenant!&rdquo;<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nCorinna Etzold<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>19. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Empf&auml;nger,<\/p><p>Adjektiv. Bedeutung: bestechlich, dumm, l&uuml;gnerisch, albern, ungebildet, eingebildet, hochn&auml;sig, kriegstreiberisch  etc. Wird vom Vornamen der politiker*_In Ursula von der Laien abgeleitet. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nKoch<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>20. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller , in Gotha haben wir jetzt einen pop up store mit einem wedding planer f&uuml;r den wedding day darin. Auch sch&ouml;n. Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en Jens-Uwe Sommer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>21. Leserbrief<\/strong><\/p><p>das Narrativ hie&szlig; fr&uuml;her die Geschichte (vom Pferd).<\/p><p>Probleme gibt es nicht mehr. Es gibt nur noch Herausforderungen. Die sind zwar kein Fremdwort, imitieren  aber das im Amerikanischen universelle Wort &bdquo;challenge&ldquo;. Man muss sich positiv ausdr&uuml;cken. Probleme bleiben bestehen, Herausforderungen werden gemeistert  &ndash; von dem Angeber, der sich so ausdr&uuml;ckt.<\/p><p>Der h&auml;ufige Gebrauch des Englischen in deutschen Texten ist ein Problem f&uuml;r Leute , die kein oder wenig Englisch k&ouml;nnen und f&uuml;r alle, die Deutsch lernen, denn sie m&uuml;ssen erst mal erkennen, dass es sich gar nicht im Deutsch handelt und am besten gleichzeitig Englisch lernen, damit sie zurechtkommen.<\/p><p>Es ist einfach Denk- und Formulierungsfaulheit.<\/p><p>Au&szlig;erdem  fallen Leute immer wieder auf die falschen Freunde ( false friends) herein, d.h. W&ouml;rter, die &auml;hnlich sind, aber andere Bedeutung haben. &bdquo;Social&ldquo; hei&szlig;t gesellig, Social Media sind nicht sozial, was manchmal angekreidet wird, sie bringen nur die Leute zusammen.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nInki<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>22. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Albrecht M&uuml;ller,<\/p><p>ein sch&ouml;nes Thema inmitten der weniger frohen Botschaften und absolut lebensnotwendig. Als Neupf&auml;lzerin (5 Jahre) mit hamburgischem Migrationshintergrund (30 Jahre) und badischen Wurzeln nutze ich eine hei&szlig;e Sprachmischung. Das Wort &bdquo;fake&ldquo; ist f&uuml;r mich eines der garstigen englischen W&ouml;rter, die ich versuche zu vermeiden. Ich nutze lieber den plattdeutschen Begriff &bdquo;T&uuml;&uuml;nkraam&ldquo;, der so viel bedeutet wie &bdquo;dummes Zeug&ldquo; bzw. &bdquo;Flunkerei&ldquo;. Das trifft nicht ganz die Bedeutung von &bdquo;fake&ldquo;, ist jedoch wesentlich charmanter und beinhaltet die von mir geliebten Umlaute. Hier der Hamburger Originalton, falls es jemand nachsprechen m&ouml;chte:<\/p><p>&bdquo;Issoch T&uuml;&uuml;nkraam, wassu da sachs!&ldquo;<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nMichaela Waldenmaier<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>23. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,  hier mein Beitrag zu Ihrer Sammlung von Fremdw&ouml;rtern :<\/p><p>Dass &ldquo;Capri-Sonne&rdquo; und &ldquo;Kinder &Uuml;berraschung&rdquo; jetzt &ldquo;Capri Sun&rdquo; und &ldquo;Kinder Joy&rdquo; heissen, hat mich deutlich schockiert, wenn auch nicht wirklich geschockt. Zwei der &auml;ltesten Relikte meiner Kindheit im Reich der Marktwirtschaft sind versch&uuml;tt gegangen. Leise rieselt das Sediment. Fr&uuml;her gab es noch Dichter und Denker, heute haben wir Think-Tanks &amp; Poetry Slam. Die Militarisierung geistig-musischer Elemente. Kultur von der Kanzel. Raider heisst jetzt Tarnkappenbomber und die Erinnerungskultur in Deutschland hat eine 180&deg; Wende gebraucht. Die einstilgen B&uuml;rgerrechtler sind in Wirklichkeit illegale Rechtsb&uuml;rger, und eine Ampel ist nicht mehr ein kleines Licht, das aufgeh&auml;ngt irgendwo herunter baumelt, sondern eine rastafarifarbene Regierungskoalition. Framing, also das Einrahmen, entsteht dort wo es sich im Sprachgebrauch festsetzt. Oder besser: weiterbewegt. Schubsen gildet nicht.<\/p><p>Schr&auml;gdenker vs. Schwerdenker &ndash; Verfassungsschutz und Amt f&uuml;r Information und Presse &ndash; wer ist ganz vorne bei den Mitl&auml;ufern? Nato-Deutschland kann man als eine aufstrebende F&uuml;hrungsmacht im Europ&auml;ischen Verein bezeichnen. Weltfrieden ja &ndash; aber nicht mit denen! Wehrkraft &ndash; nein danke! Einrahmen, aber richtig: &ldquo;LTI&rdquo; von Viktor Klemperer kann ich empfehlen, oder gleich auf &ldquo;neutsch&rdquo; (Gesellschaft zur St&auml;rkung der Verben, GSV) einen Teilabriss in Angriff nehmen. Ich meine nat&uuml;rlich: Verteidigung! Und schlie&szlig;e mit einem Gru&szlig; aus der Grammatik: Wer dem Dativ nicht wehrt, ist des Genitivs nicht wert<\/p><p>freundlich, Ludwig Zeppelin<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>24. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>besten Dank f&uuml;r diesen Beitrag.<\/p><p>Ich w&uuml;rde die Bandbreite noch erweitern:<br>\n&ndash; viele Film- bzw. Serientitel mit Ursprung in den USA werden im deutschsprachigen Fernsehen mit Originaltitel angegeben (z.B., was mich besonders emp&ouml;rt: Snow White &ndash; als wenn Schneewittchen nicht bekannt ist???)<br>\n&ndash; in der Werbung bzw. wenn man in den Warenh&auml;usern einkaufen geht&hellip;<\/p><p>Als wenn sich bestimmte Personen\/Personengruppen des Deutschen sch&auml;men???<br>\nOder das amerikanische anhimmeln???<\/p><p>Man mu&szlig; sich nicht wundern, wenn bei unserer heutigen Jugend der Gebrauch der deutsche Sprache sehr zu w&uuml;nschen &uuml;brig l&auml;&szlig;t.<\/p><p>Das l&auml;&szlig;t sich wohl noch weiter ausf&uuml;hren &ndash; was ich aber hier beenden m&ouml;chte.<br>\nABER: ist diese Verherrlichung der amerikanischen Sprache eigentlich in anderen europ&auml;ischen Staaten auch zu beobachten?<\/p><p>Nochmal besten Dank f&uuml;r Ihren Artikel.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nE. Backhaus<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>25. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller, <\/p><p>&hellip;ist auch meine Meinung und Frage &ndash; die ausufernden Anglizismen sind mittlerweile wohl zu einem &ldquo;Anglizismus&rdquo; geworden. Zur weiteren Inspiration m&ouml;chte ich Sie auf das folgende Youtube-Video von den Prinzen verweisen (2008 erschienen): <\/p><p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3-w0-lZldWA\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3-w0-lZldWA<\/a><\/p><p>Be cool, speak Deutsch with me! <\/p><p>&hellip;mit mir bitte auch! <\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nW. Raab<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>26. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Albrecht M&uuml;ller, liebe redaktion, <\/p><p>ich k&ouml;nnte dutzende von anglizismen aufz&auml;hlen, die mich t&auml;glich immer wieder aufschrecken lassen: highlight, headline, point of no return, jobcenter, download, &hellip;.<br>\nIch kann solche begriffe aber in den meisten f&auml;llen akzeptieren, denn sprache ist immer im wandel, und da heutzutage wesentlich mehr menschen die m&ouml;glichkeit haben, fremdsprachen zu lernen, kommt es auch zu mehr austausch.<br>\nSo ist die floskel &ldquo;das macht sinn&rdquo; eine folge eines guten englischunterrichts an den allgemeinbildenden schulen. Hinzu kommt der einfluss des umgangs mit computern (rechner?) und smartphones (mobiltelefon? &ndash;  ist nicht das gleiche!).<br>\nDass fremde kulturelle einfl&uuml;sse schon immer sprache beeinflusst haben, zeigen die vielen romanischen lehnw&ouml;rter, deren herkunft uns meistens gar nicht bewusst ist: fenster, pforte, antenne, keller, ja sogar k&auml;se usw. usw. &hellip;<br>\nSchlimm wird es f&uuml;r mich, wenn anglizismen benutzt werden von menschen, die damit hervorheben wollen, wie gebildet sie sind und wie bedeutend ihre stellung doch ist.<br>\nMan ist heute nicht mehr &ldquo;gesch&auml;ftsf&uuml;hrer&rdquo;, sondern &ldquo;CEO&rdquo;, man leitet nicht mehr den &ldquo;vertrieb einer firma&rdquo;, sondern man ist &ldquo;marketing manager&rdquo;, selbst hausmeister werden in stellenangeboten bisweilen als &ldquo;facility manager&rdquo; gesucht.<br>\nDer ansprechpartner in der L&uuml;becker stadtverwaltung f&uuml;r alle hafenangelegenheiten ist die &ldquo;L&uuml;beck Port Authority&rdquo;. Wenn man international auftreten will, w&auml;re &ldquo;Luebeck&rdquo; die schreibweise meiner wahl. (Vorsicht, glatteis: Satire!)<br>\nDas f&ouml;rderprogramm f&uuml;r begabte sch&uuml;lerinnen und sch&uuml;ler ist das &ldquo;Enrichment-Programm Schleswig-Holstein&rdquo;. <\/p><p>&ldquo;Oh, wie toll sind wir doch, das m&uuml;sst ihr doch erkennen!&rdquo; <\/p><p>Ein weiterer stein des ansto&szlig;es, der mich immer wieder zusammenzucken l&auml;sst, hat nichts mit dem geschriebenen text, sondern mit dem gesprochenen wort zu tun:<br>\nDas jahr &ldquo;zwanzig-f&uuml;nfundzwanzig &rdquo; existiert in der deutschen sprache nicht, ist aber sp&auml;testen seit der &ldquo;Agenda zwanzig-zehn&rdquo; aus vielen m&uuml;ndern zu h&ouml;ren. Schauderhaft! <\/p><p>Kurze erl&auml;uterung:<br>\nIch benutze seit meiner pensionierung als lehrer seit vielen jahren die gem&auml;&szlig;igte kleinschreibung, wie sie schon die Grimms in ihrem w&ouml;rterbuch benutzt haben.<br>\nLeider wurde bei der rechtschreibreform die gro&szlig;schreibung der nomen nicht abgeschafft, und hundertausende von sch&uuml;lerinnen und sch&uuml;lern k&auml;mpften und k&auml;mpfen weiterhin einen vollkommen unn&uuml;tzen kampf, ob &ldquo;recht haben&rdquo; oder &ldquo;Recht haben&rdquo; korrekt ist. <\/p><p>Mit herzlichen gr&uuml;&szlig;en<br>\nund der bitte, trotz aberkennung der gemeinn&uuml;tzigkeit und trotz der angriffe des Zentrums Liberale Moderne unbeirrt weiterzumachen.<br>\nHorst Wandersleben<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>27. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Am meisten kr&auml;useln sich mir die Fu&szlig;n&auml;gel, wenn die Rede von dem &ldquo;Airport&rdquo; ist, obwohl es doch ein Flughafen ist. <\/p><p>Hans-Peter Piepho<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>28. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>Ihr Beitrag mit der Frage, ob man Fremdw&ouml;rter nutzen sollte oder nicht, spricht mir so richtig aus der Seele. Ich finde es schade, da&szlig; vielen die deutsche Sprache nicht mehr gen&uuml;gt.<\/p><p>Zum Beispiel Jens Berger, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91241\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91241<\/a>:<br>\nDas Timing ..!<\/p><p>Warum &sbquo;das Timing&lsquo;; warum nicht &sbquo;die Timing&lsquo;? Wie in Zeitwahl.<br>\n&sbquo;Der Zeitrahmen&lsquo; w&auml;re ein gutes deutsches Wort das vielleicht treffender w&auml;re.<\/p><p>Und auch das Wort &sbquo;initiierte&lsquo;; &hellip; da schaudert es einen richtig, daf&uuml;r gibt es bestimmt bessere deutsche Worte.<\/p><p>F&uuml;r jemand der englisch spricht, da h&ouml;rt es sich schrecklich an, wie englische W&ouml;rter verhunzt werden, damit sich ein anderer in einer anderen Sprache schlau anh&ouml;rt.<\/p><p>Schuster, bleib bei Deinen Leisten!<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nPeter Sprunk<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>29. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r die Anregung, auch einmal eher Am&uuml;santes und Nebens&auml;chliches zu behandeln.<br>\n&ldquo;Uschierisch&rdquo; habe ich noch nie geh&ouml;rt, obwohl ich etliche Jahre in Heidelberg studiert und gelebt habe. Hier in Bayern ist man den heutigen englischen Modew&ouml;rtern um ca. 200 Jahre mit franz&ouml;sischen Ausdr&uuml;cken voraus: Schandi (Gendarm), Trottoir, Paraplui, Potschamperl, Sch&auml;sn (altes, kaputtes Auto, Karren). Sterben aber leider allm&auml;hlich aus. Noch fr&uuml;her dran waren die Preu&szlig;en, man redete beim Alten Fritz ja gern franz&ouml;sisch. Das ergab dann eine nationalistisch gef&auml;rbte Gegenbewegung zur &ldquo;S&auml;uberung&rdquo; der deutschen Sprache. Es gab den &ldquo;Allgemeinen deutschen Sprachverein&rdquo;, der Ende des 19. Jahrhunderts versuchte, die deutsche Sprache reinzuwaschen. Das kann man in einem netten Buch &ldquo;Die Sprachreiniger&rdquo; von Karl-Heinz G&ouml;ttert (2019 bei Propyl&auml;en) nachlesen. <\/p><p>Manches englische W&ouml;rtchen wie z.B. easy klingt im Bayerischen inzwischen vertraut, sagt jeder, auch wenn er Dialekt spricht. &ldquo;Ois Easy&rdquo; ist hier in Dachau der Name einer Pop-Band, kennt jeder, mir gef&auml;llt&rsquo;s. Der Rest ist seit Jahrzehnten Wichtigtuerei auf englisch von Marketing- und BWL-Yuppies (oder so &auml;hnlich). Grausam wird&rsquo;s, wenn heute das englisch korrekte Genitiv-s mit Apostroph auch auf deutsch erscheint: Laura&rsquo;s Cafe, Harald&rsquo;s Coiffeur-Bude und dergleichen mehr.<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nEmmo Frey<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>30. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Herr M&uuml;ller,<\/p><p>Sie haben v&ouml;llig recht, es gibt zu viele Fremdw&ouml;rter. In der Universit&auml;t Hamburg z.b. werden viele Sachen, die vorher auch gemacht wurden, mit sowieso Management bezeichnet, als wenn dadurch alles besser als fr&uuml;her gemacht wird.<\/p><p>Es werden auch immer wieder Stellen geschaffen, nat&uuml;rlich hochbezahlte, andere werden gestrichen, die so hochtrabende Bezeichnungen wie die neugeschaffenen Rolle und Einsetzung einer Chief Sustainability Officer (CSO), haben.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nA.H.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>31. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Moin Herr M&uuml;ller,<br>\nliebes NDS-Team,<\/p><p>das ist ein faszinierender Beitrag, den Sie da verfa&szlig;t haben, da Sie mit wenigen Worten zahlreiche Facetten angesprochen haben.<\/p><p>Zun&auml;chst einmal mu&szlig;te ich das Wort &ldquo;uschierisch&rdquo; mit einer Suchmaschine ergr&uuml;nden (welche nicht viele Treffer ergab), da es mein W&ouml;rterbuch nicht kennt und es aus dem Pf&auml;lzer Dialekt zu stammen scheint. Sodann fand ich eine passende Bedeutungsangabe: uschierisch = h&ouml;lzern, ungelenk<\/p><p>Was das Wort &ldquo;Fokus&rdquo; betrifft, so mu&szlig; ich Ihnen widersprechen. Dieses stammt aus dem lateinischen, was aber tats&auml;chlich mit dem heute englischen &ldquo;focus&rdquo; gleichbedeutend ist. Es finden sich in der deutschen Sprache aber nicht nur englische Worte, sondern auch griechische und franz&ouml;sische, um die bedeutsamsten zu nennen.<\/p><p>Ich bin voll bei Ihnen, was das sogenannte &ldquo;denglish&rdquo; angeht. Gerade Funk &amp; Fernsehen verwenden fast ausschlie&szlig;lich das Wort &ldquo;Song&rdquo; anstatt der deutschen Bedeutung &ldquo;Lied&rdquo;. Wenn man in seinem Umfeld auf diesen Umstand anspricht, so schauen sie einen verwundert an, weil es f&uuml;r sie normal ist.<\/p><p>Den endg&uuml;ltigen Niedergang der deutschen Sprache hat der &ldquo;Kaffee aus Togo&rdquo; eingel&auml;utet, was aber auch mit daran liegt, da&szlig; britisches und amerikanisches Englisch unterschiedlich sind. So sagt selbst mein etwas &auml;lteres W&ouml;rterbuch, da&szlig; &ldquo;coffee to go&rdquo; im US-amerikanischen Englisch durchaus korrekt sei, w&auml;hrend es bei den Briten &ldquo;coffee to take-away&rdquo; hei&szlig;t. Eine am&uuml;sante Illustration sind folgende Bilder:<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.csectioncomics.com\/csectioncomics\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/scottish-english-incomprehensible-F-650x.jpg\">https:\/\/www.csectioncomics.com\/csectioncomics\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/scottish-english-incomprehensible-F-650x.jpg<\/a><\/p><p><a href=\"https:\/\/jakubmarian.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/english-traditional-simplified.jpg\">https:\/\/jakubmarian.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/english-traditional-simplified.jpg<\/a><\/p><p>Ein Hausmeister wird in der modernen Zeit &ldquo;Facility manager&rdquo; genannt, weil durch sprachlich weniger anr&uuml;chige wie auch gezielt aufwertende Worte aus einem einfachen Beruf etwas Modernes, Wichtig(er)es gemacht werden soll. Genauso verh&auml;lt sich das mit einem &ldquo;Manager&rdquo;, der im Alltagsgebrauch als ein einflu&szlig;reiches Tier in der Arbeitswelt mit gehobenem bis hohem Gehalt gesehen wird (so &auml;hnlich steht es in der deutschen &Uuml;bersetzung), in der tats&auml;chlichen Bedeutung aber nichts anderes als ein &ldquo;Verwalter&rdquo; ist, mal mit, mal ohne Prokura.<\/p><p>In meiner Firma gibt&rsquo;s auch eine IT-Abteilung, deren Mitarbeiter sich vereinzelt mit &ldquo;IT Operations&rdquo; melden. Diese haben dann so lustige Bezeichnungen f&uuml;r Problemf&auml;lle mit den Namen &ldquo;Incident&rdquo;, was mich eher an einen &ldquo;Accident&rdquo;, also an einen Unfall, erinnert.<\/p><p>Falls Sie mal zu einem &ldquo;Meeting&rdquo;, gerne auch als &ldquo;Briefing&rdquo; bezeichnet (hat aber mit Briefen nix zu tun), geladen werden, dann nehmen Sie doch ein &ldquo;Bullshit Bingo&rdquo; mit:<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.humor.ch\/hotpics\/Bullshit-Bingo.pdf\">https:\/\/www.humor.ch\/hotpics\/Bullshit-Bingo.pdf<\/a><\/p><p><a href=\"https:\/\/www.wirtschaftsforum.de\/fileadmin\/wirtschaftsforum\/news\/bullshit-bingo.pdf\">https:\/\/www.wirtschaftsforum.de\/fileadmin\/wirtschaftsforum\/news\/bullshit-bingo.pdf<\/a><\/p><p>W&auml;hrend sich alle hochkonzentriert &uuml;ber die existentiellen Themen des Unternehmens den Kopf zerbrechen, so kann ein laut gerufenes &ldquo;BINGO!&rdquo; die Stimmung sicherlich gut auflockern &mdash; oder so manche Karriere beenden. Selbstredend, da&szlig; niemand reflektiert, warum man sich in dieser Form &uuml;ber den denglischen Sprachgebrauch lustig macht&hellip;<\/p><p>Gibt&rsquo;s auch als &ldquo;&Auml;PP&rdquo;, noch so ein gruseliges Wort, bei dem sich mir die Zehenn&auml;gel hochrollen. Es ist eine Kurzform von &ldquo;application&rdquo;, zu deutsch: &ldquo;Anwendung, Programm&rdquo; (einfach alles, was auf irgend einem Computer l&auml;uft, ist de facto ein Programm). Einfach mal dort danach suchen, wo man auch sonst &uuml;blicherweise seine Anwendungen herkriegt, wie etwa &ldquo;Google Play&rdquo; oder &ldquo;Apple App Store&rdquo;.<\/p><p>Microsoft hat den deutschen Sprachgebrauch in der IT ma&szlig;geblich (versauend) mitgepr&auml;gt. Gab es zu DOS-Zeiten noch ein Verzeichnis (&ldquo;Directory&rdquo;), so hei&szlig;en sie heute in Windows Ordner (&ldquo;Folder&rdquo;) &ndash; Ordner stehen bei mir im Regal und nicht als Datenform auf meiner Festplatte. Kein Wunder, da&szlig; sie nicht &ldquo;H&auml;ngeregister&rdquo; genommen haben, was beim manuellen Suchen schneller ist: das hat den sperrigen Begriff &ldquo;suspension filing system&rdquo;.<\/p><p>&Uuml;brigens scheint es in der IT um Einiges schwieriger zu sein, die englischen (St&ouml;r-)Einfl&uuml;sse zugunsten deutscher Sprachkultur beiseite zu schieben. Vor nicht allzu langer Zeit erschien im Computermagazin c&rsquo;t ein Artikel, welcher anstatt des deutschen Begriffes &ldquo;DNS&rdquo; (&ldquo;Desoxyribonukleins&auml;ure&rdquo;) das englischsprachiges Pendant &ldquo;DNA&rdquo; (&ldquo;Deoxyribonucleic Acid&rdquo;) verwandte. Als ich den verantwortlichen Redakteur anschrieb, meinte dieser, da&szlig; &ldquo;DNA&rdquo; ja &uuml;blich sei und man das deutsche &ldquo;DNS&rdquo; mit dem &ldquo;Domain Name System&rdquo; (ebenfalls DNS) verwechseln k&ouml;nnte (das ist quasi das Telephonbuch im Internet, was aus www.nachdenkseiten.de eine IP-Adresse macht, die Computer verstehen).<br>\nDa&szlig; Begriffe wie auch Abk&uuml;rzungen, gerade g&auml;ngige, stets kontextbezogen einzuordnen sind, ist dem werten Autor scheinbar nicht in den Sinn gekommen. So verwundert es auch nicht, da&szlig; mRNS-Gen-Pr&auml;parate fast ausschlie&szlig;lich mit dem englischen &ldquo;mRNA&rdquo; bezeichnet werden.<\/p><p>Der &ldquo;Verein Deutsche Sprache&rdquo; k&uuml;hrt jedes Jahr den &ldquo;Sprachpanscher des Jahres&rdquo;:<\/p><p><a href=\"https:\/\/vds-ev.de\/sprachpanscher\/\">https:\/\/vds-ev.de\/sprachpanscher\/<\/a><\/p><p>Weiterf&uuml;hrende Links mit Fehlern, die im t&auml;glichen Sprachgebrauch zu finden sind (die Inhalte der jeweiligen Seiten spiegeln nicht unbedingt meine Meinung wider):<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.seidseit.de\">https:\/\/www.seidseit.de<\/a><br>\n<a href=\"https:\/\/www.einzigste.de\">https:\/\/www.einzigste.de<\/a><br>\n<a href=\"https:\/\/www.deppenleerzeichen.de\">https:\/\/www.deppenleerzeichen.de<\/a><br>\n<a href=\"https:\/\/www.wortbedeutung.info\/plenken\">https:\/\/www.wortbedeutung.info\/plenken<\/a><br>\n<a href=\"https:\/\/krank.de\/apostrophitis\">https:\/\/krank.de\/apostrophitis<\/a><\/p><p>Insbesondere Dinge wie das Setzen eines Hochkommas f&uuml;r den Plural sind eine sprachliche Krankheit, die aus dem Englischen herr&uuml;hrt. Auch das Vertauschen der Tausendertrennzeichen mit dem Dezimaltrennzeichen stammt aus den englischen Regionen:<\/p><p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dezimaltrennzeichen\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dezimaltrennzeichen<\/a><\/p><p>Interessanterweise ist laut &Uuml;bersichtskarte die deutsche Schreibweise weiter verbreitet. Warum sich eine Minderheit in der Mehrheit festsetzt, das w&auml;re sicherlich eine interessante Diplomarbeit f&uuml;r einen Soziologiestudenten.<\/p><p>Wer sich f&uuml;r die Bedeutung der W&ouml;rter, gleich welcher Sprache, interessiert, dem werden heutzutage gute, kostenlose W&ouml;rterb&uuml;cher angeboten, f&uuml;r die man vor rund 20 Jahren noch viel Geld investieren mu&szlig;te. Das Smartphone kann man auch f&uuml;r etwas Anderes als Spiele und soziale Netzwerke verwenden. In F-Droid f&uuml;r Android gibt&rsquo;s Solche kostenlos und als Offline-Version.<\/p><p>Zum Abschlu&szlig; habe ich noch etwas Humor f&uuml;r Sie:<\/p><p><a href=\"http:\/\/ithinkispider.com\/\">http:\/\/ithinkispider.com\/<\/a><\/p><p>Sprachliche Gr&uuml;&szlig;e sendet<br>\nMichael Schauberger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91211\">Beitrag<\/a> wird der Gebrauch von Fremdw&ouml;rtern hinterfragt. Wir alle m&uuml;ssten wohl hinnehmen, &bdquo;nicht mehr ohne Narrativ, Check und Fokus leben zu k&ouml;nnen und auch nicht ohne Security&ldquo;. Albrecht M&uuml;ller meint, es d&uuml;rfe doch wohl noch gefragt werden: &bdquo;Sind diese W&ouml;rter wirklich n&ouml;tig?&ldquo;. Die Leserinnen und Leser sind gebeten worden, weitere Fremdw&ouml;rter mitzuteilen.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91379\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-91379","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/91379","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=91379"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/91379\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":91381,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/91379\/revisions\/91381"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=91379"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=91379"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=91379"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}