{"id":91620,"date":"2022-12-30T11:45:34","date_gmt":"2022-12-30T10:45:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91620"},"modified":"2022-12-30T17:50:40","modified_gmt":"2022-12-30T16:50:40","slug":"was-man-von-balzac-ueber-journalismus-lernen-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91620","title":{"rendered":"Was man von Balzac \u00fcber Journalismus lernen kann"},"content":{"rendered":"<p>Wer sich f&uuml;r eine Geschichte &uuml;ber einen sozialen Aufsteiger und die inneren Mechanismen des Journalismus interessiert, dem empfiehlt unser Autor <strong>Udo Brandes<\/strong> den Roman &bdquo;Verlorene Illusionen&ldquo; von Honor&eacute; de Balzac oder die in K&uuml;rze im Kino startende Verfilmung des Romans. Die Handlung spielt zwar vor etwas &uuml;ber 200 Jahren. Aber man kann aus diesem Roman durchaus etwas &uuml;ber die moderne Gesellschaft und den Journalismus lernen. Denn Balzac war ein genialer wie unbestechlicher Analytiker der Gesellschaft und der menschlichen Seele.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Wer war Honor&eacute; de Balzac?<\/strong><\/p><p>Honor&eacute; de Balzac wurde am 20. Mai 1799 in Tours geboren und starb relativ jung im Alter von 51 Jahren. In diesen 51 Jahren Lebenszeit schuf er ein riesiges Werk von 91 Romanen und Erz&auml;hlungen. Sein Lebensziel war es, die &bdquo;Menschliche Kom&ouml;die&ldquo; zu beschreiben. Anders ausgedr&uuml;ckt: Er wollte ein Sittengem&auml;lde der franz&ouml;sischen Gesellschaft seiner Zeit erschaffen. Und das ist ihm mit Sicherheit auch gelungen. Balzac gilt nach wie vor als ein Schriftsteller, der Weltliteratur geschaffen hat. Sein fr&uuml;her Tod ist wahrscheinlich durch seinen Lebensstil bedingt. Er betrieb Raubbau an K&ouml;rper und Seele. Obwohl einer der Bestverdiener seiner Branche, war er stets in Geldnot und hatte hohe Schulden, da er extrem verschwenderisch lebte und den Luxus liebte. So musste er sich bisweilen vor seinen Gl&auml;ubigern verstecken. Er begann seine Arbeit nachts um ein Uhr, eingewickelt in eine Decke. Um wach zu bleiben, konsumierte er t&auml;glich bis zu 50 Tassen Kaffee. Und wenn ihm mal einfach nichts einfallen wollte, dann soll er auch schon mal zum Opium gegriffen haben, um Einf&auml;lle zu bekommen. Neben seiner Schriftstellerei arbeitete Balzac auch als Journalist unter verschiedenen Pseudonymen und hatte keine Skrupel, seine eigenen Romane unter anderem Namen zu rezensieren.<\/p><p><strong>Warum Zeitungen pl&ouml;tzlich Schriftsteller brauchten &ndash; die Erfindung des Feuilletons<\/strong><\/p><p>Ungef&auml;hr nach dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts begann sich der Literaturmarkt zu ver&auml;ndern. Wurden Romane bis dato in speziellen Zeitschriften und auch in Form von B&uuml;chern gedruckt, bekam die Literatur um diese Zeit auch einen Absatzmarkt in der Tageszeitung. Dies hing mit einer Innovation zusammen, die von der Tageszeitung &bdquo;La Presse&ldquo; angesto&szlig;en wurde. Deren Herausgeber Giradin senkte den Abonnementpreis um 50 Prozent und erfand gleichzeitig das kostenpflichtige Werbeinserat, was zuk&uuml;nftig dann zur Haupteinnahmequelle f&uuml;r Zeitungen und Zeitschriften wurde. Die Tageszeitungen konnten durch den verbilligten Abonnementpreis ihre Auflage enorm steigern. Der schon verstorbene Schriftsteller Wolfgang Pohrt schreibt dazu in seinem Band &bdquo;Honor&eacute; de Balzac. Der Geheimagent der Unzufriedenheit&ldquo; Folgendes:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Weil der Erl&ouml;s aus dem Anzeigengesch&auml;ft aber unmittelbar von der Auflagenh&ouml;he abhing, brauchte die Tageszeitung eine von den Zuf&auml;llen der Nachrichtenb&ouml;rse unabh&auml;ngige Publikumsattraktion, welche f&uuml;r hohen und regelm&auml;&szlig;igen Absatz dergestalt sorgte, dass sie die Leser dauerhaft an ein bestimmtes Blatt zu binden verstand. Diese Publikumsattraktion, welche die Verkaufsauflage einer Tageszeitung unabh&auml;ngig von den sensationellen oder langweiligen Nachrichten des Tages und damit kalkulierbar machte, war der Feuilletonroman. Auch wenn sich auf der Welt absolut nichts Berichtenswertes ereignen wollte, war man gezwungen, die Tageszeitung zu kaufen, um nicht die t&auml;gliche Fortsetzung zu verpassen.&ldquo; (Pohrt, S. 14)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Ein schillernder Charakter und Schrecken der Schriftsetzer<\/strong><\/p><p>Balzac war ein schillernder Charakter, der selbst in seinen Romanen h&auml;tte auftreten k&ouml;nnen. Als Journalist war er v&ouml;llig prinzipienlos und schrieb f&uuml;r jeden, der gut zahlte. Wolfgang Pohrt beschreibt dies in seinem Band &uuml;ber Balzac so:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Mit seinem Ehrenkodex vereinbar war, gleichzeitig die Regierung und die Opposition mit gef&auml;lligen Artikeln zu beliefern oder, wurde der Druck der Gl&auml;ubiger zu gro&szlig;, sich von abenteuerlichen Spekulationsgesch&auml;ften, etwa von einer Annanaskultur nahe Paris oder der Ausbeutung sardischer Silberminen ein gro&szlig;es Verm&ouml;gen zu erhoffen&ldquo; (Pohrt S. 27)<\/em>.\n<\/p><\/blockquote><p>Aber wenn es um seine Romanmanuskripte ging, war dies anders. Und hier wird ein interessanter Widerspruch in Balzacs Charakter deutlich: Balzac war einerseits ein ehrgeiziger Aufsteiger, der sich nach Geld, Ruhm und Ansehen sehnte und verzehrte. Er war also alles andere als ein Feind des Establishments seiner Zeit. Ganz im Gegenteil: Er tat alles, um dort dazuzugeh&ouml;ren. Dies aber hielt ihn nicht davon ab, die Gesellschaft seiner Zeit mit all ihren h&auml;sslichen Seiten gnadenlos pr&auml;zise zu portr&auml;tieren durch die Charaktere und Handlungen seiner Romane. Obwohl f&uuml;r ihn die Schriftstellerei ein Gesch&auml;ft war, mit dem er unbedingt viel Geld verdienen wollte, und obwohl er als Journalist v&ouml;llig prinzipienlos war, war er doch unbestechlich, wenn es um die Qualit&auml;t seiner literarischen Texte ging:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Wie sp&auml;ter Proust, so musste Balzac damals, als es noch keine Schreibmaschinen gab, der Schrecken aller Schriftsetzer gewesen sein. Den ersten Fahnenabzug behandelte er als Rohmanuskript, und die &Auml;nderungen und Erg&auml;nzungen, die er darauf anbrachte, waren oft umfangreicher als der gedruckte Text. Mindestens vier und bis zu sieben Fahnenabz&uuml;ge waren n&ouml;tig, ehe Balzac seine Manuskripte f&uuml;r den Druck freigab.&ldquo; (Wolfgang Pohrt S. 25-26)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>&bdquo;<strong>Verlorene Illusionen&ldquo; &ndash; Balzacs Roman &uuml;ber einen sozialen Aufsteiger und die Journalistenbranche<\/strong><\/p><p>Dieser Roman spielt zu Beginn in der Provinz, in der Ortschaft Angouleme im Jahr 1821. Die zentrale Figur ist der auffallend attraktive junge Mann Lucien Chardon. Er ist der Sohn eines kleinb&uuml;rgerlichen Apothekers und einer Hebamme, die dem altehrw&uuml;rdigen Geschlecht der de Rubempr&eacute; entstammt. Sie hat den Apotheker geheiratet, weil er sie durch eine Falschaussage vor dem Schafott gerettet hat. Als der Apotheker stirbt, verarmt die Familie. Lucien geht schlie&szlig;lich nach Paris, um sein schriftstellerisches Talent f&uuml;r eine Karriere zu nutzen. Aber daraus wird erstmal nichts. Durch Kontakte gelingt ihm aber der Einstieg in den Journalismus; er wird Redakteur bei einer liberalen Zeitung. Er hat ein gro&szlig;es Talent und ist schnell sehr erfolgreich mit seinen Artikeln. Und er hat einen Lehrmeister namens Etienne Lousteau, der mit allen Wassern gewaschen ist. Ich kann an dieser Stelle die komplexe Geschichte des Romans nicht vollst&auml;ndig zusammenfassen. Wichtig ist hier nur so viel: Lucien wechselt schlie&szlig;lich journalistisch die Seiten, von seinem liberalen Blatt zu einem royalistischen Blatt, und geht dabei einer Intrige auf den Leim. Er scheitert total und muss Paris verlassen.<\/p><p>&bdquo;<strong>Aber wir treiben doch mit unseren Phrasen Handel und leben von diesem Gesch&auml;ft.&ldquo;<\/strong><\/p><p>Das Interessante an diesem Roman aus heutiger Sicht ist, dass Balzac hier den journalistischen Betrieb seiner Zeit mit dem Wissen eines Insiders schildert. Und man darf getrost davon ausgehen: Der Journalismus funktioniert heute auch nicht wesentlich anders. So wie Balzac den Journalismus schildert, geht es darin nie um die Wahrheit, sondern in allererster Linie um das Geldverdienen, um Macht und das Protegieren oder Bek&auml;mpfen bestimmter Interessen. Ich schrieb weiter oben: Balzac hatte als Journalist keinerlei Skrupel, wenn es um das Geldverdienen oder Protegieren seiner eigenen Werke ging. Aber als Schriftsteller, der die &bdquo;Menschliche Kom&ouml;die&ldquo; beschreiben wollte, war er unbestechlich. Er beschrieb die Korruptheit seiner Branche gnadenlos realit&auml;tsgetreu. Wolfgang Pohrt hat dies in seinem schon genannten Werk &uuml;ber Balzac wunderbar beschrieben. Lucien, der inzwischen wieder den Geburtsnamen seiner Mutter (de Rubempr&eacute;) angenommen hat, um seine adelige Herkunft herauszustellen,<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>soll ein Buch verrei&szlig;en, welches ihm besonders gut gef&auml;llt und au&szlig;erdem unter allen Journalisten f&uuml;r hervorragend gilt. Ratlos wendet er sich an seinen Kollegen Lousteau, und Lousteau entwickelt aus dem Stegreif die f&uuml;r den Verriss notwendigen Argumente. M&uuml;helos, nebenbei, gleichsam mit wegwerfender Handbewegung erfindet der ausgekochte Journalist zusammen mit den Begriffen Ideen-Literatur und Imaginationsliteratur ein stimmiges kategoriales System, um welches ihn jeder Universit&auml;tsprofessor beneiden w&uuml;rde, und welches f&uuml;r Lousteau selbst doch nicht mehr bedeutet als eine n&uuml;tzliche Waffe im journalistischen Dschungelkrieg, die vielleicht schon morgen stumpf sein wird, und auf die er dann lachend verzichtet. Am Ende von Lousteuas kleinem Vortrag ist de Rubempr&eacute;, der sich nur ein paar taktische Ratschl&auml;ge holen wollte, restlost &uuml;berzeugt.&ldquo; (Pohrt, S. 88)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Balzac beschreibt dann Lucien de Rubempr&eacute;s Reaktion:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Verbl&uuml;fft h&ouml;rte Lucien Loussteau zu; bei den Worten des Journalisten fiel es ihm wie Schuppen von den Augen, und er entdeckte Erkenntnisse &uuml;ber die Literatur, von denen er sich nie hatte tr&auml;umen lassen. &sbquo;Aber was du sagst&lsquo;, rief er ,ist &uuml;beraus vern&uuml;nftig und zutreffend&rsquo;.&ldquo; (Honor&eacute; de Balzac; Verlorene Illusionen, S. 445)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Aber die Pointe kommt erst jetzt. Sp&auml;ter &auml;ndert sich die Gesch&auml;ftspolitik des Verlegers. Jetzt soll Lucien de Rubempr&eacute; dasselbe Buch, das er verrissen hat, &uuml;berschwenglich loben. Er gesteht den Kollegen seine Ratlosigkeit. Sie werden ihm helfen, aber vorher machen sie sich &uuml;ber ihn lustig. Der Journalist Vernou sagt sp&ouml;ttisch zu Lucien: (Ich zitiere jetzt die &Uuml;bersetzung, die Wolfgang Pohrt verwendet hat, weil sie sprachlich eing&auml;ngiger ist):<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Du denkst also, wie du geschrieben hast? Aber wir treiben doch mit unseren Phrasen Handel und leben von diesem Gesch&auml;ft.&ldquo; (Pohrt, S. 89)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Pohrts Kommentar dazu:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>So w&uuml;rde heute kein verantwortungsbewusster Redakteur mehr scherzen m&ouml;gen, aus dem einfachen Grund, dass der Scherz die volle, reine, ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit w&auml;re.&ldquo; (Pohrt, S. 89) <\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Das muss man dann wohl Dialektik nennen. Denn der Essay von Wolfgang Pohrt, dem dieses Zitat entnommen ist, wurde 1981 im SFB (Sender Freies Berlin) unter dem Titel &bdquo;Halbwelt und Journalismus&ldquo; gesendet. Offensichtlich war die Branche in der damaligen Zeit, was Pluralismus und Meinungsfreiheit angeht, tats&auml;chlich noch weltoffen, was heute im pseudolinksliberalen Medienmilieu gerne als Haltung in Anspruch genommen wird, aber tats&auml;chlich nicht praktiziert wird. Wer andere Meinungen als das &bdquo;linksliberale&ldquo; Medienmilieu vertritt, vertritt heutzutage keine andere Meinung mehr, sondern ist moralisch minderwertig. Man spricht dann allerdings nicht von &bdquo;b&ouml;sen&ldquo; Menschen, sondern von Verschw&ouml;rungstheoretikern, Schwurblern, Rassisten, Nazis usw. Gemeint ist aber &bdquo;b&ouml;se&ldquo; oder &bdquo;moralisch inakzeptabel&ldquo;. <\/p><p><strong>Journalismus findet nicht im luftleeren Raum statt<\/strong><\/p><p>Was mir sowohl bei Balzac wie bei Pohrt so gut gef&auml;llt, ist, dass sie beide die Gesellschaft und die journalistische Branche sehen und darstellen, wie sie ist. Wie der Titel schon sagt: &bdquo;<em>Verlorene Illusionen&ldquo;<\/em>. Journalismus ist ein Gesch&auml;ft. Bei den gro&szlig;en Konzernmedien geht es nicht um Wahrheit und objektive Erkenntnis, sondern zum einen darum, Storys zu verkaufen (Was letztlich auch f&uuml;r die &ouml;ffentlich-rechtlichen Konzernmedien gilt. Nicht ohne Grund orientieren diese ihr Programm an Quotenerfolgen).<\/p><p>Und zum anderen findet Journalismus nicht im luftleeren Raum statt. Jedes Medium steht f&uuml;r bestimmte Interessen und Weltanschauungen. Das an sich ist gar nicht das Problem. Auch die NachDenkSeiten betrachten die Welt aus einer bestimmten Perspektive. W&uuml;rde ich auf die Idee kommen, den NachDenkSeiten eine Laudatio auf Friedrich Merz anzubieten, w&uuml;rde mich die Redaktion wahrscheinlich fragen, was ich denn zum Fr&uuml;hst&uuml;ck f&uuml;r ein f&uuml;rchterliches Kraut geraucht habe. Mit anderen Worten: Dass Journalisten die Welt aus einer bestimmten Perspektive beschreiben, ist f&uuml;r eine Demokratie noch kein Problem. Sondern die fehlende Transparenz. Wenn Medien also behaupten, neutral und objektiv zu sein, was sie nat&uuml;rlich nicht sind. Oder haben Sie mal einen Zeitungsbericht gelesen, in dem die jahrelange Ausbeutung der Zusteller beklagt wurde? Oder dass gro&szlig;e Medienkonzerne h&ouml;here Unternehmenssteuern fordern? Wohl kaum. Weil damit die wirtschaftlichen Interessen der Eigent&uuml;mer ber&uuml;hrt w&auml;ren. Deshalb sind Journalisten bei gro&szlig;en Konzernmedien auch nicht so frei, wie sie vorgeben oder auch selber glauben, weil sie sich Illusionen machen.<\/p><p>Noch schlimmer wird das Ganze dadurch, dass es innerhalb der Konzernmedienlandschaft nur noch einen kleinen Meinungskorridor gibt, der penibel &uuml;berwacht wird, wie fr&uuml;her die deutsch-deutsche Grenze. Wer sich die Freiheit &bdquo;anma&szlig;t&ldquo;, eine andere Meinung zu haben, wird schnell diffamiert und ausgegrenzt. Wie zum Beispiel die B&uuml;rger, die gegen die Corona-Politik der Regierung demonstrierten. Als chinesische B&uuml;rger das Gleiche taten, wurden diese allerdings von den gro&szlig;en Konzernmedien nicht als &bdquo;Querdenker&ldquo; oder &bdquo;Schwurbler&ldquo; diffamiert, sondern als demokratische Freiheitshelden gefeiert. Mit anderen Worten: Viele Journalisten sind ausgesprochen flexibel bei ihren Ma&szlig;st&auml;ben, mit denen sie ein Ereignis oder einen Sachverhalt beurteilen. Ein und dasselbe ist einmal gut, und einmal b&ouml;se. Je nach Opportunit&auml;t. Was sagte der Journalist Vernou in Balzacs Roman doch gleich zu Lucien de Rubempr&eacute;?<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Du denkst also, wie du geschrieben hast? Aber wir treiben doch mit unseren Phrasen Handel und leben von diesem Gesch&auml;ft.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Wer die anspruchsvolle, sch&ouml;ne Literatur liebt und politisch interessiert ist, dem empfehle ich die Lekt&uuml;re von Balzacs Roman <em>Verlorene Illusionen<\/em>. Allerdings muss ich auf eines hinweisen: Der Roman ist mit Anmerkungen 960 Seiten lang und keine ganz einfache Lekt&uuml;re. Man braucht schon eine gewisse Energie als Leser. Aber es gibt eine sch&ouml;ne Alternative: Am 22. Dezember startete eine neue Verfilmung des Romans unter demselben Titel (&bdquo;Verlorene Illusionen&ldquo;). <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=isInLtZFqAk\">Hier der Link zum Trailer auf youtube<\/a>.<\/p><p><em>Honor&eacute; de Balzac: Verlorene Illusionen, dtv-Taschenbuch 2017, 960 Seiten, 18,90 Euro.<\/em><\/p><p><em>Wolfgang Pohrt: Honor&eacute; de Balzac. Der Geheimagent der Unzufriedenheit, Edition Tiamat 2018, 18,00 Euro. <\/em><\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/197f08cb246d4ee9a0431aea736af026\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer sich f&uuml;r eine Geschichte &uuml;ber einen sozialen Aufsteiger und die inneren Mechanismen des Journalismus interessiert, dem empfiehlt unser Autor <strong>Udo Brandes<\/strong> den Roman &bdquo;Verlorene Illusionen&ldquo; von Honor&eacute; de Balzac oder die in K&uuml;rze im Kino startende Verfilmung des Romans. Die Handlung spielt zwar vor etwas &uuml;ber 200 Jahren. 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