{"id":91682,"date":"2022-12-16T10:30:13","date_gmt":"2022-12-16T09:30:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91682"},"modified":"2022-12-16T09:53:54","modified_gmt":"2022-12-16T08:53:54","slug":"leserbriefe-zu-entscheidend-is-aufm-platz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91682","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eEntscheidend is\u2019 auf\u2019m Platz\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Jens Berger diskutiert <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91525\">hier<\/a> &uuml;ber die Fu&szlig;ballweltmeisterschaft in Katar. Die Zeiten deutscher Fu&szlig;ballherrlichkeit seien vorbei. Der Fu&szlig;ball sei &bdquo;mehr und mehr zum gro&szlig;en Gesch&auml;ft; passend zur zeitgleich voranschreitenden neoliberalen Wende in Politik und Gesellschaft&ldquo; geworden. Er werde mehr denn je politisiert. Die Musik spiele jedoch nicht mehr in Europa und das nicht nur im Fu&szlig;ball. Europa fl&uuml;chte in einen &bdquo;aussichtslosen Moralimperialismus&ldquo;. Die &bdquo;alberne One-Love-Debatte und das verdiente Ausscheiden der Deutschen&ldquo; seien &bdquo;Bausteine dieses relativen Abstiegs&ldquo;. Danke f&uuml;r die interessanten E-Mails. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe. Zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<br>\n&nbsp;<br>\nSie sprechen mir aus der Seele! 1974: meine erste WM per TV, mit knapp 13 Jahren. Und&nbsp;&ldquo;wir&rdquo; wurden Weltmeister! Was war das f&uuml;r ein Jubel! Unbeschreiblich! Das Tor von Gerd M&uuml;ller habe ich noch in guter Erinnerung. Und auch, wo und mit wem ich das Endspiel gesehen habe: die Familie bei Tante und Onkel auf dem Sofa plus Oma und Hund! Herrlich! 1990: weiterer Jubel, inzwischen erwachsen geworden und die Unbeschwertheit aus Jugendtagen hinter mich&nbsp;gelassen. Der WM-Titel war ein St&uuml;ck &ldquo;Balsam f&uuml;r die Seele&rdquo;. 2014: gegen Brasilien? Okay, Deutschland ist raus, aber das Spiel&nbsp;ging weiter. Nochmal Jubel und Mario G&ouml;tze &ldquo;unser&rdquo; Held!<\/p><p>Danach kam die D&auml;mmerung f&uuml;r die deutschen (Fu&szlig;ball-)G&ouml;tter, ein Ende des Elends ist nicht in Sicht. 2026: vielleicht ein Ph&ouml;nix aus der Asche? Vorher kommt noch die EM, wieder in &ldquo;heimischen&rdquo; Gefilden. Franz Beckenbauer w&uuml;rde sagen:&nbsp;&ldquo;schaun &lsquo;mer mal&rdquo;. Bis dahin&nbsp;erfreue ich mich an den letzten vier Spielen der aktuellen WM -ohne Deutschland-, die rote Linie&nbsp;war beim &ldquo;Klappe-zu&rdquo;-Foto bereits erreicht. Fremdsch&auml;men pur! Wo ist der (Fu&szlig;-)Ball? Nun hat jede der letzten vier Mannschaften&nbsp;den Titel verdient! Und die Marokkaner? Ja, die feiern sich selbst! Ob mit oder ohne Titel, die Freude &uuml;ber den Weg ins Halbfinale einer arabischen Mannschaft ist &uuml;bergro&szlig;! Sie geh&ouml;ren&nbsp;jetzt zu den vier besten Mannschaften der Welt, das ist, was z&auml;hlt. Sagt mein marokkanischer Ehemann! Das ist Fu&szlig;ball!<br>\n&nbsp;<br>\nIn diesem Sinne,<br>\nClaudia Limlahi<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Berger, <\/p><p>da gibt es f&uuml;r mich ja doch noch was erfreuliches an der WM: Ihr Artikel!. Was die peinliche deutsche &Uuml;berheblichkeit und Weltfremdheit betrifft, da habe ich nichts hinzuzuf&uuml;gen, Sie sprechen mir aus der Seele. <\/p><p>Habe mich gefreut, dass der Auftritt des Deutsches Teams am Ende dann doch erfreulich logisch und konsequent war, mit dem kl&auml;glichen Ende. Passt schon, &ldquo;ganzheitlich&rdquo; sozusagen. Als franko- und balkanophiler kann ich jetzt noch die Daumen dr&uuml;cken f&uuml;r Frankreich und Kroatien. <\/p><p>Zur&uuml;ck zu Ihren Artikel. Machen sie weiter mit dem Schreiben &uuml;ber Fu&szlig;ball. In der Elterngeneration war der Fussballdichter Eckhard Henscheid (z.B. &ldquo;Hymne an Bum Kun Cha&rdquo;). &Uuml;bernehmen Sie den Staffelstab! <\/p><p>Herzlichen Gru&szlig;,<br>\nRolf Henze<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Redaktion,<\/p><p>ein toller Beitrag von Jens Berger. Ja man liebt uns nicht in der Welt, nur offensichtlich gibt es noch immer eine Reihe von Gr&uuml;nden, weshalb uns das nur bei wenigen Anl&auml;ssen bewu&szlig;t wird. Dabei ist dieser Umstand eigentlich offensichtlich, man denke nur mal daran, wie wir in den letzten Jahren bei den Eurovision-Contests durchgereicht wurden. Nur unseren Politikern und selbsternannten Moralh&uuml;tern f&auml;llt das komischerweise nicht auf. &Uuml;brigens eine grandiose Wortsch&ouml;pfung, &ldquo;Moralimperialismus&rdquo;. Bitte weiter so auf den Nachdenkseiten, ein sch&ouml;nes Weihnachtsfest, ein besseres Neues Jahr und vor allem Durchhalteverm&ouml;gen w&uuml;nscht<\/p><p>Ihr treuer Leser&nbsp;<br>\nJ&uuml;rgen Keller<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger,<br>\n&nbsp;<br>\nvielen Dank f&uuml;r Ihren o.g. Beitrag!&nbsp; Leider wird man manchmal selbst von dem allgemeinen &ldquo;Verblendungszusammenhang&rdquo; erfasst, ohne es zu merken. Da ist Ihr Artikel sehr erhellend und hilfreich.<br>\n&nbsp;<br>\nEinen herzlichen Gru&szlig;<br>\nEberhard Schwarz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag zusammen,&nbsp;<\/p><p>ich lese seit langem ihre Artikel und bin auf Grund meiner Wertsch&auml;tzung f&uuml;r ihre Arbeit auch F&ouml;rdermitglied der NDS.&nbsp;<\/p><p>Ich habe zu ihrem oben genannten Artikel jedoch eine kritische Anmerkung die ich loswerden m&ouml;chte.<\/p><p>Wenn es um die Frage der LGPTQ Bewegung geht stimme ich ihnen zu das diese &ldquo;Reformation&rdquo; unseres Umgangs mit Sexualit&auml;t und Geschlechtern, eine Entscheidung unseres Kulturkreises ist und dass wir es anderen Kulturkreisen selbst &uuml;berlassen m&uuml;ssen, welche Ansichten sie vertreten m&ouml;chten. Ich m&ouml;chte gar nicht bewerten ob dieser Umgang mit Sexualit&auml;t und Geschlechtern richtig oder falsch ist &ndash; muss ich jedoch f&uuml;r mich sagen, Menschen sind f&uuml;r mich in erster Linie Menschen egal welchem Geschlecht sie angeh&ouml;ren oder zu welchem Geschlecht sie sich hingezogen f&uuml;hlen &ndash; dennoch will ich auf das Thema nicht weiter eingehen.<\/p><p>Vielleicht habe ich es ihrem Artikel falsch entnommen aber unterm Strich liest sich ihr Text so als w&auml;re die WM Super und wir alten &ldquo;Werte-Nazis&rdquo; h&auml;tten versucht Katar die WM madig zu machen und das w&auml;re besch&auml;mend und falsch gewesen. Dem kann ich nicht ganz zustimmen, weil es ein anderes Thema komplett aus der Betrachtung des &ldquo;feinen&rdquo; Gastgebers au&szlig;er Acht l&auml;sst. Im &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk wurde vor der WM, vor allem auf Monitor aber auch im WDR, auf ein Thema immer wieder hingewiesen, dass in Bezug auf den Gastgeber absolut besch&auml;mend und absto&szlig;end ist.<\/p><p>Bei den Arbeiten zur Vorbereitung der WM wurden Arbeiter eingesetzt die unter schlimmsten Bedingungen und Entzug des Passes arbeiten mussten und dort starben. In einem Bericht sch&auml;tzte man die Zahl auf &uuml;ber 6.000 Menschen, die durch die prek&auml;ren Umst&auml;nde ihr Leben lie&szlig;en.<\/p><p>In Deutschland sind Brot und Spiele aber so wichtig geworden, dass man dar&uuml;ber gerne mal hinweg schaut, denn die n&auml;chste WM ist ja erst in vier Jahren und die armen Menschen die da ihr Leben gelassen haben, werden ja durch meinen Boykott auch nicht wieder lebendig&hellip; DAS finde ich wirklich schockierend. Wenn ich diese WM nicht geguckt habe, dann vor allem aus dem vorher geschilderten Gr&uuml;nden. Ihr schreibt zurecht regelm&auml;&szlig;ig &uuml;ber die immer prek&auml;rer werdenden Arbeitsverh&auml;ltnisse in unserem Land und wenn aber in einem anderen Kulturkreis 6.000 Menschen f&uuml;r den Bau von Stadien sterben, ist das dann aus Kulturgr&uuml;nden angemessen? Sie w&uuml;rden dies wie jeder vern&uuml;nftige Mensch mit &bdquo;Nein&ldquo; beantworten. Wenn man den Deutschen etwas vorwerfen kann, dann dass der DFB &uuml;berhaupt hingefahren ist und dass sich alle mehr &uuml;ber den Umgang mit LGPTQ echauffieren, als &uuml;ber den Tod von tausenden Arbeitern&hellip; ach entschuldigt ich meinte Arbeiter*innen.&nbsp;<\/p><p>Wir reden immer mehr nur noch &uuml;ber BLA, BLA, BLA und vergessen die wirklich wichtigen Themen.&nbsp;<\/p><p>Diese WM hat in meinen Augen gezeigt, dass die breite Masse der Menschen ob in Asien, in Europa, in Australien, in Amerika oder gerade in Lateinamerika nichts begriffen haben. Wir alle lassen gerne andere die Drecksarbeit machen, wenn wir daf&uuml;r ein bisschen abgelenkt werden k&ouml;nnen, von unseren eigenen Problemen. Wenn andere daf&uuml;r verheizt werden m&uuml;ssen, ist das bedauerlich aber mehr anscheinend auch nicht.&nbsp;<\/p><p>Zum Schluss m&ouml;chte ich ihnen beipflichten, dass kommende Jahrhundert wird uns Europ&auml;ern mit Sicherheit nicht geh&ouml;ren. Deswegen k&ouml;nnte es in gar nicht allzu ferner Zukunft passieren, dass arabische Arbeitsagenturen auch in Europa ihre Arbeitswilligen und Gutgl&auml;ubigen Familienv&auml;ter- und M&uuml;tter anwerben, die dann, selbstverst&auml;ndlich unter besten Bedingungen und guter Bezahlung, die alten Stadien von 2022 f&uuml;r die n&auml;chste WM 2038 modernisieren. Das w&auml;re dann wohl die Ironie des Lebens, die Angeh&ouml;rigen der gestorbenen nennen es Karma.&nbsp;<br>\nLieber Jens Berger, ihre Arbeit finde ich immer lesenswert, deswegen hoffe ich, dass sie diesen Brief nicht als Grundsatzkritik verstehen. Ich w&uuml;nsche dem NachDenkSeiten Team frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr, auch wenn die Aussichten momentan eher bescheiden sind.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,&nbsp;<br>\nKai Strick &nbsp;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>zwar ist richtig, was Sie schreiben, aber ich wehre mich gegen diese Vereinnahmung durch das &ldquo;wir&rdquo;. Damit tun Sie den Vielen Unrecht, die sich genau wie Sie gegen die Arroganz der Herrschenden wenden.<\/p><p>MfG<br>\nG. Nesemann<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jens Berger diskutiert <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91525\">hier<\/a> &uuml;ber die Fu&szlig;ballweltmeisterschaft in Katar. 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