{"id":918,"date":"2005-10-26T12:49:00","date_gmt":"2005-10-26T10:49:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=918"},"modified":"2016-03-01T11:12:42","modified_gmt":"2016-03-01T10:12:42","slug":"die-realitatsresistenz-der-angeblichen-sparer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=918","title":{"rendered":"Die Realit\u00e4tsresistenz der angeblichen Sparer"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich m&uuml;sste die derzeit so oft zitierte miserable Haushaltslage jedem, der die Wirklichkeit noch klar zu erkennen vermag, vor Augen gef&uuml;hrt haben, dass Hans Eichel, der mit dem Image eines Sparkommissars popul&auml;r wurde und lange Zeit popul&auml;r blieb, obwohl seine ehrlichen Sparversuche total scheiterten, einfach nichts von Volkswirtschaft versteht und nicht begriffen hat, dass volkswirtschaftlich betrachtet Sparabsicht und Sparerfolg auseinander klaffen, wenn der Finanzminister &bdquo;in die Krise hineinspart&ldquo; (Siehe Denkfehler 31\/Reforml&uuml;ge).<br>\nBei Sabine Christiansen am 23.10. hat auch der fr&uuml;here Finanzminister Waigel versucht, auf dieser Spar-Welle zu reiten. Er verwies auf ein angeblich erfolgreiches, so genanntes F&ouml;derales Konsolidierungsprogramm, das 1993 unter seiner Federf&uuml;hrung verabschiedet wurde. Das ist wiederum ein Musterbeispiel einer so aus dem &Auml;rmel gesch&uuml;ttelten manipulativen Behauptung. Die exakten Daten zeigen n&auml;mlich etwas anderes.<br>\n<!--more--><br>\nDas F&ouml;derale Konsolidierungsprogramm wurde am 13. M&auml;rz 1993 von den Regierungen von Bund und L&auml;ndern verabschiedet und nach und nach bis in das Jahr 1995 hinein umgesetzt. Die folgende Tabelle zeigt zumindest, dass man eine Wirkung nicht erkennen kann. Das reale Wachstum zwischen 1993 und 1997 war extrem schwach. Es lag im Jahresdurchschnitt bei 1%. Die Defizitquote (gemessen am heutigen &bdquo;Maastricht-Kriterium&ldquo;) wurde 1995 und 1996 verletzt. Beides verbesserte sich erst mit dem Beginn des kleinen Aufschwungs 1998 bis 2000. Man kann also wirklich nicht behaupten, dass dieses Konsolidierungsprogramm erfolgreich war. Aber in einer Talkshow kann man einfach so daher plaudern und mit eklatant falschen Aussagen einen falschen Kurs f&uuml;r richtig erkl&auml;ren. Keiner oder keine widerspricht und so wird die &Ouml;ffentlichkeit in die Irre gef&uuml;hrt <\/p><p>Ich m&ouml;chte unsere Leser und Nutzer in diesen Tagen ausdr&uuml;cklich darum bitten, aufkl&auml;rend zu wirken, mit Freunden, Nachbarn, Kollegen zu reden und sichtbar zu machen, welch ein Unsinn da in Berlin abl&auml;uft. Den Haushalt konsolidieren kann man wirklich nur, wenn mehr Menschen besch&auml;ftigt werden, verdienen, gut verdienen und auch Steuern zahlen (&uuml;ber deren H&ouml;he kann man sich dann in zweiter Linie streiten). Das verlangt, dass endlich die Binnennachfrage angeschoben wird, dass der Staat investiert und die Arbeitnehmer wieder besser verdienen. Damit werden die Schulden, anders als im Teufelskreis prozyklischen Sparens nicht erh&ouml;ht, im Gegenteil, es ist die einzige Chance, Schulden dauerhaft abzubauen. Diesen schwierigen makro&ouml;konomischen Gedanken verst&auml;ndlich zu machen und weiterzugeben, das w&auml;re wirklich verdienstvoll. Irgendwann werden das dann auch die Medien und die Politiker begreifen m&uuml;ssen. <\/p><p>Anlage: <a href=\"upload\/pdf\/kt_051026.pdf\" title=\"PDF - 68 KB\">&ldquo;BIP und gesamtwirtschaftliche Quoten&rdquo; [PDF &ndash; 68 KB]<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich m&uuml;sste die derzeit so oft zitierte miserable Haushaltslage jedem, der die Wirklichkeit noch klar zu erkennen vermag, vor Augen gef&uuml;hrt haben, dass Hans Eichel, der mit dem Image eines Sparkommissars popul&auml;r wurde und lange Zeit popul&auml;r blieb, obwohl seine ehrlichen Sparversuche total scheiterten, einfach nichts von Volkswirtschaft versteht und nicht begriffen hat, dass volkswirtschaftlich<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=918\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[35,135,11,30],"tags":[423,272,774],"class_list":["post-918","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aufbau-gegenoeffentlichkeit","category-finanzpolitik","category-strategien-der-meinungsmache","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-austeritaetspolitik","tag-eichel-hans","tag-waigel-theo"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/918","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=918"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/918\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31709,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/918\/revisions\/31709"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=918"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=918"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=918"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}