{"id":92012,"date":"2023-01-02T08:49:56","date_gmt":"2023-01-02T07:49:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92012"},"modified":"2023-01-03T07:51:04","modified_gmt":"2023-01-03T06:51:04","slug":"ein-guter-start-ins-neue-jahr-von-wegen-dachte-sich-wohl-ein-herr-minister","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92012","title":{"rendered":"Ein guter Start ins neue Jahr? Von wegen, dachte sich wohl ein Herr Minister"},"content":{"rendered":"<p>Herzerw&auml;rmend und ehrlich Hoffnung weckend lesen sich die zahlreichen W&uuml;nsche und Spr&uuml;che gerade in den Tagen zwischen den Jahren. Die W&uuml;nsche auf das neue Jahr 2023 wirken vielfach Frieden stiftend. Doch sind die zahlreichen negativen Erlebnisse, Ereignisse, Handlungen und Worte der vergangenen Jahre nicht vergessen, die zu einer Spaltung der Gesellschaft bis tief in ihre kleinsten Zellen f&uuml;hrten. Vergessen sind nicht die mindestens verbalen Entgleisungen von Menschen, die wichtige &Auml;mter des Landes innehaben, gegen&uuml;ber Menschen, denen sie dienen sollen und die mitunter dem Mainstream und dem Kurs der M&auml;chtigen nicht folgten und das auch weiter nicht beabsichtigen. Ihr gutes Recht. Doch was geschieht wieder, immer noch, weiter? Die Verbalentgleisung als Markenzeichen dieser wichtigen Amtstr&auml;ger besteht weiter. So naiv konnte man eben nicht sein, dass nun, in der Phase des W&uuml;nschens und des Verzeihens, die Zeiten besser, das Verhalten menschlicher und vers&ouml;hnlicher werden w&uuml;rde. Ein Minister offenbarte gerade ein Mal mehr seine menschenverachtende Haltung, getarnt in empathisch wirkenden Dankesworten vor der folgenden Hasstirade. Nein, es reicht. Ein Kommentar von <strong>Frank Blenz<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5118\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-92012-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230102_Ein_guter_Start_ins_neue_Jahr_Von_wegen_dachte_sich_wohl_ein_Herr_Minister_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230102_Ein_guter_Start_ins_neue_Jahr_Von_wegen_dachte_sich_wohl_ein_Herr_Minister_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230102_Ein_guter_Start_ins_neue_Jahr_Von_wegen_dachte_sich_wohl_ein_Herr_Minister_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230102_Ein_guter_Start_ins_neue_Jahr_Von_wegen_dachte_sich_wohl_ein_Herr_Minister_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=92012-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230102_Ein_guter_Start_ins_neue_Jahr_Von_wegen_dachte_sich_wohl_ein_Herr_Minister_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230102_Ein_guter_Start_ins_neue_Jahr_Von_wegen_dachte_sich_wohl_ein_Herr_Minister_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Diese Neuigkeit zieht gerade gro&szlig;e Kreise in den sozialen Medien und den Nachrichtenspalten der Zeitungen, landauf, landab. So las sich die beim Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), 1.1.23:  <\/p><blockquote><p>Dutzende Einsatzkr&auml;fte wurden in der Silvesternacht verletzt, weil sie mit B&ouml;llern beworfen wurden. Unter ihnen befanden sich auch Rettungskr&auml;fte. Am Neujahrsmorgen &auml;u&szlig;erte sich dazu auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf Twitter. Der Minister schrieb, es sei eine Schande, dass &bdquo;eine kleine Gruppe von Chaoten gerade die Rettungskr&auml;fte angreift&ldquo;. Er danke allen, die Verletzten und Kranken in dieser Nacht geholfen h&auml;tten.<br>\nAu&szlig;erdem forderte Lauterbach Konsequenzen f&uuml;r diejenigen, die mit B&ouml;llern die Einsatzkr&auml;fte angreifen: &bdquo;R&uuml;cksichtslose Gef&auml;hrdung der Rettungskr&auml;fte sollte ein Grund zur K&uuml;ndigung der Wohnung sein&ldquo;, schrieb der Minister.<br>\nDoch offenbar &uuml;berlegte es sich Lauterbach dann doch anders: Er l&ouml;schte seinen ersten Tweet des neuen Jahres einige Zeit nachdem er ihn abgeschickt hatte wieder. Warum? Darauf ging er nicht n&auml;her ein.<\/p><\/blockquote><p>Die Aussage des Ministers l&ouml;st die Frage aus: Erinnern Sie sich? Nicht lange ist es her, da forderten Minister wie er, weitere Politiker, Talk-Showg&auml;ste aus verschiedensten Bereichen der Gesellschaft, bestimmten, renitenten Mitb&uuml;rgern das Leben eben mal so unbequem zu machen. Mindestens. Was in unserer Demokratie, unserer freien Gesellschaft unm&ouml;glich schien, es wurde in der Pandemie nicht mehr nur gedacht, es wurde ausgesprochen, es wurde angedroht, es wurden zahlreiche Ma&szlig;nahmen auch umgesetzt. Da hatte dann ein B&uuml;rgermeister schon mal die Idee, die &Uuml;berweisung von Renten und L&ouml;hnen auszusetzen, sofern man &bdquo;nicht mitmache&ldquo;. Der B&uuml;rgermeister ist sogar wiedergew&auml;hlt worden. Inzwischen wird zur&uuml;ckgerudert, abgeduckt, geschwiegen, abgelenkt, nach vorn geblickt. Mindestens. Und wenn um Verzeihung gebeten wird, dann meinte wiederum ein sogar dar&uuml;ber ein Buch schreibender Minister das Entschuldigen in der Art, dass die Betroffenen den Verursachern die Hand reichen sollten.  <\/p><p>Ern&uuml;chternd geht das Jahr 2023 nun also schon wieder &bdquo;gut&ldquo; los, finde ich im Angesicht der Worte, die der unter anderem bei RND zitierte Bundesminister in sein Smartphone tippte. Er verriet damit eine neuerliche Boshaftigkeit aus seinem Labor der H&auml;sslichkeit, die des m&ouml;glichen Entzugs existenzieller Grundlagen.<\/p><blockquote><p><strong>&bdquo;&hellip;Grund zur K&uuml;ndigung der Wohnung&hellip;&ldquo;<\/strong><\/p><\/blockquote><p>Dass er diesen Text l&ouml;schte, macht seine Aktion nur noch skandal&ouml;ser. Der Gedanke, er habe vielleicht in einem Anflug von Wut und unter Wirkung des Neujahres-Sektes sich (ausnahmsweise) &bdquo;mal ehrlich&ldquo; gemacht, entschuldigt sein Verhalten nicht. Sch&auml;big ist das Verhalten von Menschen in der Silvesternacht gegen&uuml;ber Rettungskr&auml;ften und Polizei. Die Straftaten zu verfolgen und zu bestrafen, sind Sache der Justiz. Nicht die eines Gesundheitsministers. Und ehrlich sollte er als Minister ohnehin stets sein. In seinem Fall scheint man es sich nicht auszudenken, w&auml;re er es stets. Er m&uuml;sste sich nicht zur&uuml;ckhalten, w&auml;re seine Ehrlichkeit menschlich. So aber pr&auml;sentiert der Minister mit seinem Tweet &ouml;ffentlich erneut Boshaftigkeit.<\/p><p>Da ist sie wieder, die Frage: Erinnern Sie sich? Selbst wenn man naiv ist und keine Fachkompetenz betreffs der Arbeit eines Ministers, dessen vielen Verpflichtungen, dessen Stress und der Verantwortung hat, so hat man das Recht, Anstand zu verlangen. Mehr noch als bisher, war zu erleben, zu erleiden, wie vieles in den vergangenen drei Jahren in unserem Land falschgelaufen ist. Anstand beweist der Minister erneut nicht, seine Smartphone-Wort-Nachricht steht sinnbildlich f&uuml;r die von ihm mitbefeuerte Verrohung der Gesellschaft. Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns. Ungestraft darf ausgesprochen werden, Menschen aus der Gesellschaft auszuschlie&szlig;en. Zur Bestrafung einem das Dach &uuml;ber dem Kopf zu entziehen &ndash; was ist das f&uuml;r ein Gedanke? Es ist ein &auml;hnlicher Gedanke wie der des B&uuml;rgermeisters, der Lohn und Rente einfrieren wollte, falls&hellip;       <\/p><p>Das Wort &bdquo;K&uuml;ndigung&ldquo; geh&ouml;rt auf die Tagesordnung. Nicht der Wohnung, sondern die Freistellung vom Amt. Zur K&uuml;ndigung, zur Forderung des R&uuml;cktritts von einem demokratischen Amt geh&ouml;rt auch die Gewissheit f&uuml;r die B&uuml;rger und f&uuml;r den Minister, dass ihm, dem Freigestellten, danach kein Absturz ins soziale Elend droht, dass dieser B&uuml;rger weiter ein anerkannter, mit allen Rechten unserer Demokratie versehener Mensch ist und bleibt. Mindestens w&auml;re diesem B&uuml;rger aber die M&ouml;glichkeit genommen, Macht zu missbrauchen, Mitb&uuml;rger wie Marionetten zu behandeln, am Nasenring durch die Manege zu ziehen.<\/p><p>K&uuml;ndigungen satt. Zum Beispiel der Wohnung &hellip; Das soll der Minister auch bedenken: In unserem reichen Land wird t&auml;glich vielen Menschen ihre Wohnung gek&uuml;ndigt. Es folgt deren Absturz im schlimmsten Fall, besonders entw&uuml;rdigend sind die Zwangsr&auml;umungen, die vom Staat durchgezogen werden, obwohl lange schon gefordert wird, diese Zwangsr&auml;umungen zu verbieten, genauso wie Stromzwangsabschaltungen und andere Zwangsma&szlig;nahmen, die alle einer Demokratie, einer fortschrittlichen, wohlhabenden Gesellschaft nicht w&uuml;rdig sind. Das kann man, Apropos W&uuml;rde, in unserer Verfassung, dem Grundgesetz, schon in den ersten Zeilen nachlesen.  <\/p><p>Dachte der Minister beim Tippen seiner Wortmeldung an die Leute, die keine Wohnung mehr haben, fuhr er in Berlin vielleicht unter einer Br&uuml;cke an einem H&auml;uflein Elend solcher Menschen vorbei? Tat er es in der Absicht, dass K&uuml;ndigungen erzieherische, marktbereinigende Wirkungen haben und ihm vielleicht ein zynisches L&auml;cheln entlocken? Kann so ein Mann sich immerzu Instrumente der &bdquo;Erziehung&ldquo;, der &bdquo;Sanktionierung&ldquo;, des &bdquo;Druck Machens&ldquo; ausdenken? Sein Ressort, das der Gesundheit, hat der gute Mann gerade in der Pandemie zur wichtigsten Institution des Landes ausgerufen, was nicht verhinderte und verhindert, dass weiter Krankenh&auml;user geschlossen und Mitarbeiter gek&uuml;ndigt werden. Gerade ist eine solche Aktion in meiner Heimatregion durchgezogen worden.<\/p><p>Das Jahr hat gut begonnen, zumindest was (unter uns B&uuml;rgern bis in die kleinsten Zellen der demokratischen, zivilen Gesellschaft) W&uuml;nsche, Hoffnungen &Auml;u&szlig;ern, Pl&auml;ne Schmieden anbelangt. Die Nachricht auf RND, der Minister ist zur&uuml;ckgetreten, sie w&auml;re eine gute Nachricht. Gute Nachrichten braucht das Land.    <\/p><p>Titelbild: Sattalat Phukkum\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzerw&auml;rmend und ehrlich Hoffnung weckend lesen sich die zahlreichen W&uuml;nsche und Spr&uuml;che gerade in den Tagen zwischen den Jahren. Die W&uuml;nsche auf das neue Jahr 2023 wirken vielfach Frieden stiftend. 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