{"id":9206,"date":"2011-04-27T09:14:10","date_gmt":"2011-04-27T07:14:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9206"},"modified":"2014-08-26T12:11:13","modified_gmt":"2014-08-26T10:11:13","slug":"nationale-bologna-konferenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9206","title":{"rendered":"Nationale Bologna-Konferenz"},"content":{"rendered":"<p>Am 6. Mai findet die zweite Nationale Bologna-Konferenz in Berlin statt. Die erste Konferenz (&bdquo;Schavan-Show&ldquo;) war eine Folge der Bildungsproteste des Jahres 2009 und sollte einen Dialog zwischen Studierenden, Besch&auml;ftigten, Hochschulen und Politik er&ouml;ffnen. Die zweite Konferenz findet in einem deutlich kleineren Rahmen statt und bereits heute l&auml;sst sich das Ziel dieser Veranstaltung erahnen: Der Bachelor soll als Erfolgsmodell dargestellt werden. Auf der Tagesordnung stehen daher: Der &Uuml;bergang vom Bachelor in den Master, die Berufschancen von Bachelorabsolventen auf dem Arbeitsmarkt und Mobilit&auml;t. Klemens Himpele beleuchtet die Themen im Vorfeld der Konferenz.<br>\n<!--more--><\/p><p><strong>Der &Uuml;bergang von einem Bachelor- in ein Masterstudium<\/strong><\/p><p>&bdquo;Der &Uuml;bergang vom Bachelor zum Master muss problemlos m&ouml;glich sein. Studierende sollten selbst entscheiden k&ouml;nnen, ob sie einen Master machen wollen oder nicht.&ldquo; Mit diesen Worten hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan in einer <a href=\"http:\/\/www.bmbf.de\/press\/2614.php\">Pressemitteilung vom 07.07.2009<\/a> auf die Proteste der Studierenden reagiert. Damit sollte eigentlich klar gestellt sein, dass Studierende zwar die Hochschule nach dem Bachelor verlassen k&ouml;nnen, aber keinesfalls m&uuml;ssen. Die Realit&auml;t sieht jedoch anders aus, wie Medienberichte deutlich machen. Immer wieder kommt es dazu, dass BachelorabsolventInnen eben nicht den erw&uuml;nschten Master-Studienplatz bekommen. Und bereits vor der Bologna-Konferenz zeichnet sich ab, dass das Problem klein geredet werden soll. Daher im Folgenden ein paar Fakten:<\/p><p><strong>Zugangsberechtigung<\/strong><\/p><p>Die Zugangsberechtigung f&uuml;r ein Studium bescheinigt die Bef&auml;higung und die Berechtigung, ein entsprechendes Studium aufzunehmen. F&uuml;r das Erststudium war bisher vor allem die allgemeine (Abitur) oder fachgebundene Hochschulreife als Zugangsberechtigung relevant, aber auch andere Wege (etwa: Berufsqualifikationen) sind denkbar. Wer &uuml;ber eine Zugangsberechtigung verf&uuml;gt, dem steht grunds&auml;tzlich der Weg an die Hochschule offen &ndash; Einschr&auml;nkungen waren nur in bestimmten F&auml;llen und im engen Rahmen m&ouml;glich (s.u.: Zulassungsbeschr&auml;nkungen).<\/p><p>F&uuml;r ein Masterstudium sind nun wieder Zugangsberechtigungen zu definieren, in aller Regel kann dies ja nicht das Abitur oder &auml;hnliches sein. &Uuml;blicherweise wird ein Bachelorabschluss als Zugangsberechtigung f&uuml;r ein Masterstudium anzusehen sein. Hier ist nun jedoch der erste Haken, denn in den von den L&auml;ndern gemeinsam definierten Strukturvorgaben f&uuml;r die Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudieng&auml;ngen der Kultusministerkonferenz in der Fassung vom 04.02.2010 hei&szlig;t es:<\/p><blockquote><p>&raquo;Zugangsvoraussetzung f&uuml;r einen Masterstudiengang ist in der Regel ein berufsqualifizierender Hochschulabschluss [&hellip;]. Zur Qualit&auml;tssicherung oder aus Kapazit&auml;tsgr&uuml;nden k&ouml;nnen f&uuml;r den Zugang oder die Zulassung zu Masterstudieng&auml;ngen weitere Voraussetzungen bestimmt werden.&laquo;<\/p><\/blockquote><p>Die Hochschulen k&ouml;nnen aus Gr&uuml;nden der Profilbildung (&bdquo;Qualit&auml;tssicherung&ldquo;) also den Zugang einschr&auml;nken, und tun dies auch, wie bspw. &sect; 2 der Ordnung zur Feststellung der besonderen Eignung f&uuml;r den Masterstudiengang Economics der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakult&auml;t der Universit&auml;t zu K&ouml;ln zeigt:<\/p><blockquote><p>&raquo;Zulassungsvoraussetzung f&uuml;r diesen Masterstudiengang ist ein erfolgreich abgeschlossenes wirtschafts- oder sozialwissenschaftliches, mathematisches oder physikalisches Bachelorstudium, in dem mindestens 180 Leistungspunkte erworben wurden bzw. ein gleichwertiges, erfolgreich abgeschlossenes Studium. Erfolgreich abgeschlossen im Sinne dieser Ordnung ist ein Studium, wenn die Gesamtnote mindestens 2,7 betr&auml;gt [&hellip;].&laquo;<\/p><\/blockquote><p>Es werden als von vorneherein eine ganze Reihe an Absolventinnen und Absolventen von Masterstudieng&auml;ngen ausgeschlossen, indem die Zugangsbeschr&auml;nkungen entsprechend hoch gesetzt werden. Wer die Zulassungsvoraussetzungen nicht erf&uuml;llt, hat nicht einmal die M&ouml;glichkeit, in ein Bewerbungsverfahren aufgenommen zu werden. Es gibt &uuml;brigens keine Zahlen dar&uuml;ber, wie hoch der Anteil der Masterstudieng&auml;nge ist, die Zugangsvoraussetzungen &uuml;ber einen Bachelorabschluss hinaus verlangen.<\/p><p><strong>Zulassungsbeschr&auml;nkungen<\/strong><\/p><p>Bewerben sich nun mehr grunds&auml;tzlich Studienberechtigte &ndash; Studierwillige also, die die Zugangsvoraussetzungen erf&uuml;llen &ndash; f&uuml;r ein Fach als Studienpl&auml;tze vorhanden sind, dann greifen weitere Zulassungsbeschr&auml;nkungen, die &uuml;blicherweise mit einem Numerus clausus umgesetzt werden. Dabei gilt es jedoch, strikte verfassungsrechtliche Vorgaben einzuhalten. In seinem ber&uuml;hmten Entscheid (BVerfGE 33,303 vom 18. Juli 1972) hat das Bundesverfassungsgericht festgehalten, dass sich der &bdquo;absolute numerus clausus am Rande des verfassungsrechtlich Hinnehmbaren bewegt.&ldquo; Und weiter:<br>\n&raquo;Absolute Zulassungsbeschr&auml;nkungen f&uuml;r Studienanf&auml;nger einer bestimmten Fachrichtung sind nur verfassungsm&auml;&szlig;ig, <\/p><ol type=\"a\">\n<li>wenn sie in den Grenzen des unbedingt Erforderlichen unter ersch&ouml;pfender Nutzung der vorhandenen Ausbildungskapazit&auml;ten angeordnet werden und<\/li>\n<li> wenn die Auswahl und Verteilung der Bewerber nach sachgerechten Kriterien mit einer Chance f&uuml;r jeden an sich hochschulreifen Bewerber und unter m&ouml;glichster Ber&uuml;cksichtigung der individuellen Wahl des Ausbildungsortes erfolgen.&laquo;<\/li>\n<\/ol><p>Mit anderen Worten: Erst wenn wirklich kein Platz mehr da ist, darf die Zulassung verweigert werden. Aus Profilierungsgr&uuml;nden einfach weniger Studierende aufnehmen geht also nicht. Zudem muss jede\/r Bewerber\/in eine Chance erhalten &ndash; was in den alten ZVS-Verfahren der Grund daf&uuml;r war, dass es neben der Zulassung nach Note immer auch eine Zulassungsm&ouml;glichkeit nach Wartesemestern gegeben hat.<\/p><p>F&uuml;r den Anteil der Masterstudieng&auml;nge mit Zulassungsbeschr&auml;nkungen gibt es verschiedene Zahlen:<br>\nEinmal eine Auswertung aus dem Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz und zum anderen Zahlen der Kultusministerkonferenz, die bei der Nationalen Bologna-Konferenz vorgelegt werden sollen aber bereits durch die dpa &ouml;ffentlich gemacht wurden:<\/p><p>Nach den Daten des Hochschulkompasses (Stand: 10.03.2011) sind 37,2 Prozent der Masterstudieng&auml;nge mit &ouml;rtlichen Zulassungsbeschr&auml;nkungen belegt (erfasst: 380 Hochschulen, 5.834 Masterstudieng&auml;nge).<\/p><p>Nach den durch die dpa ver&ouml;ffentlichten Daten der KMK sind &bdquo;nur&ldquo; 24 Prozent der Masterstudieng&auml;nge sind zulassungsbeschr&auml;nkt (21,7 Prozent an Universit&auml;ten, 32,5 Prozent an Fachhochschulen). Erfasst sind jedoch lediglich 4.713 Masterstudieng&auml;nge (Quelle: dpa-Dossier Bildung Forschung Nr. 14\/2011 vom 4. April).<\/p><p><strong>Gesch&ouml;nte Zahlen?<\/strong><\/p><p>Eine unabh&auml;ngige Erhebung des Anteils der zulassungsbeschr&auml;nkten Masterstudieng&auml;nge gibt es nicht, der Unterschied der Daten des Hochschulkompass und der KMK-Erhebung, die sich auf das Wintersemester 2010\/2011 bezieht, l&auml;sst sich von mir nicht aufkl&auml;ren. <\/p><p>Interessant ist, dass die KMK-Erhebung deutlich weniger Studieng&auml;nge umfasst als der Hochschulkompass. Mit ziemlicher Sicherheit wir es bei der Nationalen Bologna-Konferenz auf folgenden Tenor hinauslaufen: Es sind doch nur ein Viertel der Masterstudieng&auml;nge zulassungsbeschr&auml;nkt, zudem seien viele Studienpl&auml;tze frei geblieben, es g&auml;be demnach kein Problem. <\/p><p>Hierzu ist anzumerken:<br>\nDie Zugangsbeschr&auml;nkungen werden &uuml;berhaupt nicht mitbetrachtet. Um zu wissen, wie gro&szlig; das Problem ist, ben&ouml;tigte man hier jedoch Daten, die zulassungs- und zugangsbeschr&auml;nkte Masterstudieng&auml;nge auswertet.<\/p><p>Nichtbesetzte Masterstudienpl&auml;tze k&ouml;nnen auch daher r&uuml;hren, dass es kein zentrales Zulassungsverfahren gibt und hier das gleiche Problem auftritt wie bei der Zulassung zum Erststudium. Wolfgang Lieb hat hier&uuml;ber bereits mehrfach berichtet (bspw. am <a href=\"\/?p=3017\">27.02.2008 auf den NachDenkSeiten<\/a>, am <a href=\"\/?p=3804\">04.03.2009 auf den NachDenkseiten<\/a> und in der <a href=\"\/upload\/pdf\/090722_hochschulzulassung_zbs2_2009_lieb.pdf\">Ausgabe 2\/2009 der Zeitschrift f&uuml;r Beratung und Studium (ZBS) [PDF &ndash; 78 KB]<\/a>. <\/p><p>Bereits ein Anteil von einem Viertel zulassungsbeschr&auml;nkter Studieng&auml;nge w&auml;re nicht hinnehmbar. Dies scheint jedoch der &bdquo;Mindestwert&ldquo; zu sein, der schon gar nicht mehr in Frage gestellt wird.<br>\nDie Anzahl der Bachelorabsolventinnen und &ndash;absolventen wird sich in den kommenden Semestern dramatisch erh&ouml;hen, da so langsam die ersten gro&szlig;en Bachelorkohorten das Studium durchlaufen haben. Damit d&uuml;rfte sich aber auch das Problem der fehlenden Masterstudienpl&auml;tze versch&auml;rfen.<\/p><p><strong>Ideologie zu Lasten der potentiellen Studierenden<\/strong><\/p><p>Das Problem in der gesamten Auseinandersetzung ist die dahinter liegende Eliten-Ideologie. Diese kommt deutlich in den bereits zitierten l&auml;ndergemeinsamen Strukturvorgaben zum Ausdruck:<\/p><blockquote><p>&raquo;In einem System gestufter Studieng&auml;nge stellt der Bachelorabschluss als erster berufsqualifizierender Abschluss den Regelabschluss dar und f&uuml;hrt damit f&uuml;r <strong>die Mehrzahl<\/strong> der Studierenden zu einer ersten Berufseinm&uuml;ndung. Bei den Zugangsvoraussetzungen zum Master muss daher der Charakter des Masterabschlusses als weiterer berufsqualifizierender Abschluss betont werden.&laquo;<\/p><\/blockquote><p>Die &bdquo;Mehrzahl der Studierenden&ldquo; soll demnach mit einem &bdquo;Regelabschluss&ldquo; Bachelor die Hochschulen verlassen, was sich so gar nicht mit den Eingans zitierten &Auml;u&szlig;erungen von Bundesministerin Schavan vereinbaren l&auml;sst.<\/p><p>W&auml;hrend fr&uuml;her die Verh&auml;ngung von Zulassungsbeschr&auml;nkungen der Ausdruck eines nachpr&uuml;fbaren Mangels (an Studienpl&auml;tzen) war, sind die Zugangsbeschr&auml;nkungen heute Ausdruck selbstherrlichen Gebarens von vermeintlichen Elitehochschulen. Motto: Bei uns kann nur studieren, wer den Bachelor mit einer Note besser als X abgeschlossen hat&hellip; Es ist allerdings ein erheblicher Unterschied, ob es Zugangs- oder Zulassungsh&uuml;rden gibt. Bei Zugangsbeschr&auml;nkungen, wie sie oben exemplarisch f&uuml;r den Masterstudiengang Economics der Universit&auml;t zu K&ouml;ln dargestellt wurden, kann es sogar zu unbesetzten Studienpl&auml;tzen kommen. Wenn sich weniger Bewerber mit einer Note besser als 2,7 bewerben als es Studienpl&auml;tze gibt, dann kommen auch die BachelorabsolventInnen mit einer schlechteren Note nicht zum Zuge. Mit dieser Eliten-Ideologie zu Lasten potentieller Master-Studierender muss Schluss gemacht werden.<br>\nBei Zulassungsbeschr&auml;nkungen kann dies nicht passieren, da nach verfassungsrechtlichen Vorgaben die Kapazit&auml;ten vollst&auml;ndig auszusch&ouml;pfen sind. <\/p><p><strong>L&ouml;sungen und Probleme<\/strong><\/p><p>Die L&auml;nder sind entweder nicht in der Lage oder nicht Willens, vern&uuml;nftige L&ouml;sungen anzubieten. Auch der Tenor der Nationalen Bologna-Konferenz wird voraussichtlich sein: Alles kein Problem. Damit aber ist keinem geholfen, schon gar nicht den Studierenden.<br>\nDie Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat daher in einem <a href=\"http:\/\/www.gew.de\/Binaries\/Binary77310\/Gutachten.pdf\">Rechtsgutachten [PDF &ndash; 202 KB]<\/a> kl&auml;ren lassen, ob der Bund eine Regelungskompetenz besitzt und das Problem selbst angehen k&ouml;nnte. Das Gutachten von Rechtsanwalt Wilhelm Achelp&ouml;hler kommt zu dem Ergebnis: Ja, auch wenn die L&auml;nder Abweichungsm&ouml;glichkeiten haben. Die L&ouml;sung ist laut Achelp&ouml;hler zun&auml;chst, die Zugangsbeschr&auml;nkungen zu unterbinden. Er schl&auml;gt daf&uuml;r folgenden Regelung vor:<\/p><blockquote><p>&raquo;Zugang zu einem Studiengang, der mit einem Mastergrad abgeschlossen wird, hat, wer einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss nachweist, auf dem der Masterstudiengang aufbaut. Abschl&uuml;sse von akkreditierten Bachelorausbildungsg&auml;ngen an Berufsakademien sind Bachelorabschl&uuml;ssen von Hochschulen gleichgestellt. In Ausnahmef&auml;llen kann die Hochschule zulassen, dass das Studium bereits vor dem Erwerb der Zugangsvoraussetzungen nach den S&auml;tzen 1 bis 3 aufgenommen wird, wenn diese Zugangsvoraussetzungen sp&auml;testens innerhalb eines Jahres nach Aufnahme des Studiums nachgewiesen werden.&laquo;<\/p><\/blockquote><p>Damit reicht der Bachelor f&uuml;r ein Masterstudium zun&auml;chst grunds&auml;tzlich aus, ein sog. &bdquo;qualifizierter&ldquo; Bachelorabschluss k&ouml;nnte nicht mehr verlangt werden.<\/p><p>Als Problem bestehen bleiben die fehlenden Studienpl&auml;tze &ndash; hier ist ein Kapizt&auml;tsausbau notwendig. Dennoch werden Zulassungsbeschr&auml;nkungen nicht immer zu vermeiden sein. Hier bedarf es &ndash; wie &uuml;brigens auch bei der Zulassung zum Erststudium &ndash; eines transparenten bundeseinheitlichen Verfahrens, das neben der Note u.a. auch soziale Aspekte ber&uuml;cksichtigt und das Chaos bei Mehrfachbewerbungen ausschlie&szlig;t. Dar&uuml;ber hinaus bedarf ein weiterer Interessenskonflikt einer L&ouml;sung: Einerseits ist es legitim, dass Studierende an &bdquo;ihrer&ldquo; Hochschule durchstudieren wollen. Andererseits ist es ebenso legitim, nach dem Bachelorstudium die Hochschule wechseln zu wollen. Hier gilt es, einen sinnvollen Interessenausgleich vorzunehmen.<\/p><p><strong>Der Bachelor auf dem Arbeitsmarkt<\/strong><\/p><p>Der Bachelor soll weiterhin der &bdquo;Regelabschluss&ldquo; sein. Der <a href=\"http:\/\/www.wissenschaftsrat.de\/download\/archiv\/4418-00.pdf\">Wissenschaftsrat [PDF &ndash; 209 KB]<\/a>  schrieb in seinen Empfehlungen zur Einf&uuml;hrung der Bachelor-Studieng&auml;nge im Jahre 2000 sogar, dass &bdquo;differenzierte Abschl&uuml;sse nur dann einen Sinn&ldquo; machten, &bdquo;wenn nach einem berufsqualifizierenden Abschluss der unmittelbare Abschluss eines weiteren Studienprogramms mit dem Ziel einer h&ouml;heren Qualifizierung im Fach nicht als Regelfall vorgesehen wird.&ldquo; Dies setzt nat&uuml;rlich voraus, dass die Studierenden nach dem Bachelorabschluss auch entsprechende Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse finden k&ouml;nnten. Da irritiert es, dass immer wieder Berichte auftauchen, wonach die Arbeitgeber doch lieber auf MasterabsolventInnen zur&uuml;ckgreifen. Dazu aber m&uuml;sste endlich einmal klar definiert werden, was ein berufsqualifizierender Bachelorabschluss sein soll, welche Perspektiven sich damit er&ouml;ffnen und welche Konzepte die potentiellen Arbeitgeber hierf&uuml;r haben. Ausf&uuml;hrlich l&auml;sst sich die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit der gestuften Studieng&auml;nge <a href=\"http:\/\/www.gew.de\/Binaries\/Binary52190\/090903_Bologna-Endfassung_final-WEB.pdf\">in einer Studie [PDF &ndash; 759 KB]<\/a> f&uuml;r die Max-Traeger-Stiftung nachlesen.<\/p><p>Die derzeit &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Informationen lassen darauf schlie&szlig;en, dass die Nationale Bologna-Konferenz auch hier genutzt werden soll, die Probleme zu besch&ouml;nigen. Die Daten daf&uuml;r liefert eine Studie des Internationalen Zentrums f&uuml;r Hochschulforschung (INCHER) mit Sitz in Kassel. &Uuml;ber diese Daten hatte die <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wissenschaft\/bachelor-nicht-so-gut--wie-gedacht\/-\/1472788\/4726464\/-\/view\/asFirstTeaser\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau am 7. Oktober 2010 geschrieben<\/a>:<\/p><blockquote><p>&raquo;Eine Jubel-Studie kann einen Erfolg des neuen Bachelor-Abschlusses nicht schl&uuml;ssig belegen. Anstatt sie sch&ouml;nzureden, sollten die neuen Studieng&auml;nge lieber weiter verbessert werden.&laquo;<\/p><\/blockquote><p>Die <a href=\"\/?p=4717\">NachDenkSeiten<\/a> hatten bereits zur Vorg&auml;ngerstudie &uuml;ber einen &bdquo;h&ouml;chst fragw&uuml;rdige Umgang mit Daten und die schwer nachzuvollziehende Interpretation&ldquo; geschrieben. Was ist also dran an der Behauptung &bdquo;Bachelor geht doch!&ldquo;, wie es in einer Pressemitteilung <a href=\"http:\/\/www.uni-protokolle.de\/nachrichten\/id\/185225\/\">Internationalen Zentrums f&uuml;r Hochschulforschung (INCHER)<\/a> hie&szlig;?<\/p><p>Die folgenden Anmerkungen beziehen sich auf einen Beitrag von Harald Schomburg, der auf den Seiten des INCHER verf&uuml;gbar ist <a href=\"http:\/\/www.uni-kassel.de\/wz1\/pdf\/10EMBAC_Beitrag_DE_Schomburg_2003.pdf\">hier [PDF &ndash; 473 KB]<\/a>.<\/p><p><strong>Datengrundlage<\/strong><\/p><p>Das erste Problem der Studie ist die d&uuml;nne Datengrundlage. So sind gerade einmal 3.033 MasterabsolventInnen im Panel enthalten. Diese werden auf FH- und Universit&auml;tsmaster verteilt, dar&uuml;ber hinaus nach sechs Fachrichtungen. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass in einzelnen Gruppen eine sinnvolle Datenbasis gar nicht gegeben ist. Leider legt das INCHER die Fallzahlen hierf&uuml;r nicht offen. <\/p><p><strong>Besch&auml;ftigungssuche und Einkommen<\/strong><\/p><p>Nach den vorliegenden Untersuchungen ist das Problem der Bachelor-AbsolventInnen nicht, dass sie keinen Job finden. Es gibt keine Hinweise auf eine signifikant h&ouml;here Arbeitslosigkeit oder l&auml;ngere Suchdauern; diese sind nach der INCHER-Studie sehr &auml;hnlich lang. Die Frage ist aber: Was f&uuml;r eine Besch&auml;ftigung finden die BachelorabsolventInnen? Hier kann bspw. das Einkommen als Ma&szlig;stab herangezogen werden. Harald Schomburg schreibt hierzu folgendes:<\/p><blockquote><p>&raquo;Das Einkommen der Absolventen der neuen Studieng&auml;nge ist in den meisten Fachrichtungsgruppen etwas geringer als das der traditionellen Studieng&auml;nge.&laquo;<\/p><\/blockquote><p>Schaut man sich an, was etwas geringer ist, dann ergibt sich folgendes Bild (Daten: S. 26):<br>\n&nbsp;<br>\nEinkommensunterschiede BachelorabsolventInnen zu trad. Abschl&uuml;ssen<\/p><table>\n<tr>\n<th>\n&nbsp;\n<\/th>\n<th>\nEinkommensunterschiede BachelorabsolventInnen<br>\nzu trad. Abschl&uuml;ssen\n<\/th>\n<th>\n<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<\/td>\n<td>\nFH\n<\/td>\n<td>\nUni\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nKultur- und Sozialwissenschaften\n<\/td>\n<td>\n-8,0%\n<\/td>\n<td>\n-10,7%\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nWirtschaftswissenschaften\n<\/td>\n<td>\n-3,7%\n<\/td>\n<td>\n-13,0%\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nMathematik und Naturwissenschaften\n<\/td>\n<td>\n3,5%\n<\/td>\n<td>\n-21,2%\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nInformatik\n<\/td>\n<td>\n5,0%\n<\/td>\n<td>\n-4,3%\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nIngenieurwesen\n<\/td>\n<td>\n-5,7%\n<\/td>\n<td>\n-15,5%\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nAgrar-, Ern&auml;hrungs- und Forstwissenschaften\n<\/td>\n<td>\n-0,4%\n<\/td>\n<td>\n-8,4%\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<strong>Gesamt<\/strong>\n<\/td>\n<td>\n<strong>-7,3%<\/strong>\n<\/td>\n<td>\n<strong>-20,3%<\/strong>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table><p>Die Einkommensverluste betragen beim Fachhochschul-Bachelor demnach 7,3 Prozent, an Universit&auml;ten sogar 20,3 Prozent gegen&uuml;ber den traditionellen Abschl&uuml;ssen. F&uuml;r Universit&auml;tsabsolventen macht das im Durchschnitt einen Einkommensverlust von fast 7.500 Euro im Jahr aus. Dies ist keineswegs ein geringer Einkommensverlust.<\/p><p>Aussagekr&auml;ftiger als der Durchschnitt &ndash; zumal bei den vermuteten geringen Fallzahlen &ndash; ist der Median. Dieser teilt die betroffenen Personen in zwei gleichgro&szlig;e Gruppen: Die Personen der Gruppe 1 haben ein Einkommen unterhalb des Medianwerts, die Personen der Gruppe 2 ein einkommen oberhalb des Medianwerts. Mit anderen Worten: Die H&auml;lfte der Betroffenen verdient weniger als den Median, die andere H&auml;lfte mehr. Dieser Wert ist daher deutlich robuster gegen einzelnen Ausrei&szlig;er nach oben. Der Medianwert (S. 24) ist leider nicht nach Fachrichtungen angegeben. &Uuml;ber alle Fachrichtungen sind die Einkommensverluste der Bachelor-AbsolventInnen an Fachhochschulen gegen&uuml;ber den traditionellen Abschl&uuml;ssen 3.600 Euro im Jahr oder 9,8 Prozent, bei den AbsolventInnen der Universit&auml;ten sieht das noch dramatischer aus: Bachelor-AbsolventInnen verlieren gegen&uuml;ber AbsolventInnen traditioneller Abschlussarten 12.000 Euro Jahreseinkommen oder 30,8 Prozent! Hier von &bdquo;etwas geringeren&ldquo; Einkommen zu reden ist bestenfalls zynisch. Dennoch d&uuml;rften sich das BMBF und andere bei der Nationalen Bologna-Konferenz mit gro&szlig;er Sicherheit auf diese Daten st&uuml;tzen und abwiegelnd erkl&auml;ren, dass es keine Probleme f&uuml;r BachelorabsolventInnen auf dem Arbeitsmarkt gibt.<\/p><p><strong>Qualifikationsverwendung<\/strong><\/p><p>Neben der Frage der Bezahlung ist vielleicht noch entscheidender, ob die AbsolventInnen ad&auml;quat zu ihrem Abschluss besch&auml;ftigt werden:<\/p><p>&raquo;Eineinhalb Jahre nach Studienende geben im Durchschnitt 84 Prozent der Befragten an, dass ihre im Studium erworbenen Qualifikationen in ihrer derzeitigen T&auml;tigkeit auch zum Einsatz kommen (die Werte 1 bis 3 auf einer Antwortskala von 1 = &sbquo;in hohem Ma&szlig;e&rsquo; bis 5 = &sbquo;gar nicht&rsquo;)&laquo; (S. 27).<\/p><p>Zu diesem Thema hei&szlig;t es zur auf den <a href=\"\/?p=4717\">NachDenkSeiten<\/a> zu Recht: &bdquo;Am fragw&uuml;rdigsten ist jedoch die Auswertung der Antworten der Befragten. Gefragt wurde auf einer Skala von 1 [&hellip;] bis 5 [&hellip;]. Man kann demnach unterstellen, dass eine &sbquo;3&rsquo; ein &sbquo;teils-teils&rsquo; ist, also weder besonders gut, noch besonders schlecht.&ldquo; Wie letztes Jahr wird aber auch dieses Mal die &bdquo;3&ldquo; als gut gewertet, so kommt das INCHER auf die 84 Prozent an positiven Bewertungen. In der neuen Befragung werden die einzelnen Werte aber auf S. 28 ausgewiesen. Z&auml;hlt man die Antworte 1 bis 3 zusammen, wie das INCHER es tut, dann kommt man zu folgenden Werten f&uuml;r eine Verwendbarkeit der im Studium erworbenen Qualifikationen:<\/p><table>\n<tr>\n<th>\n<\/th>\n<th>\nBachelor\n<\/th>\n<th>\ntrad. Abschluss\n<\/th>\n<th>\nMaster\n<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nFachhochschule\n<\/td>\n<td>\n83\n<\/td>\n<td>\n85\n<\/td>\n<td>\n85\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nUniversit&auml;t\n<\/td>\n<td>\n75\n<\/td>\n<td>\n84\n<\/td>\n<td>\n84\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table><p>Werden jedoch nur die Antworten 1 und 2 als positiv gewertet, dann ergibt sich folgendes Ergebnis:<\/p><table>\n<tr>\n<th>\n<\/th>\n<th>\nBachelor\n<\/th>\n<th>\ntrad. Abschluss\n<\/th>\n<th>\nMaster\n<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nFachhochschule\n<\/td>\n<td>\n48\n<\/td>\n<td>\n51\n<\/td>\n<td>\n57\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nUniversit&auml;t\n<\/td>\n<td>\n35\n<\/td>\n<td>\n50\n<\/td>\n<td>\n50\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table><p>Hier verliert der Bachelorabschluss deutlich an Zustimmung. Der Masterabschluss hingegen schneidet an Fachhochschulen sogar besser ab als der traditionelle Abschluss, was nicht weiter verwunderlich ist, da der Bachelor das alte Fachhochschuldiplom ersetzen soll und der Master eine Weiterqualifizierung darstellt. Insbesondere an Universit&auml;ten wird aber das Problem deutlich: Hier ist die Qualifikationsad&auml;quanz beim Bachelor erheblich schlechter als bei traditionellen Studienabschl&uuml;ssen oder einem Masterabschluss.<\/p><p><strong>Wie man die Studie auch lesen kann&hellip;<\/strong><\/p><p>Es spricht vieles daf&uuml;r, dass methodisch das gleiche Vorgehen gew&auml;hlt wurde, dass bereits auf den NachDenkSeiten kritisiert wurde. Zudem werden die Ergebnisse wieder nicht nach Geschlecht ausgewiesen, hier sollte das Bundesministerium f&uuml;r Bildung und Forschung als Auftraggeber eine Nacharbeit einfordern.<\/p><p>Die Ergebnisse der Studie werden durchweg positiv bewertet, was fragw&uuml;rdig ist. Man k&ouml;nnte die Befunde n&auml;mlich durchaus auch so lesen: Die AbsolventInnen von Bachelorstudieng&auml;ngen haben erhebliche Einkommenseinbu&szlig;en gegen&uuml;ber den AbsolventInnen traditioneller Studieng&auml;nge hinzunehmen. Zudem ist die Verwendbarkeit der im Studium erworbenen F&auml;higkeiten deutlich schlechter als bei traditionellen Abschl&uuml;ssen. <\/p><p><strong>Andere Studien<\/strong><\/p><p>Dass es Probleme auf dem Arbeitsmarkt gibt, wissen wir jedoch auch aus anderen Studien. So ist etwa die H&auml;lfte der Unternehmen der Meinung, dass BachelorabsolventInnen einen weiteren Abschluss machen m&uuml;ssen, um die selben Karrierechancen zu haben wie MasterabsolventInnen. Dies l&auml;sst sich Ver&ouml;ffentlichungen des Instituts der Wirtschaft entnehmen (IW-Trends 2\/04: IW-Trends 4\/09). Auch im &ouml;ffentlichen Dienst stehen BachelorabsolventInnen nicht alle Optionen offen. Wollen sie eine Laufbahn im h&ouml;heren Dienst machen, dann m&uuml;ssen sie einen Masterabschluss nachholen. Damit aber wird der Bachelor auch hier vergleichsweise unattraktiv. Die Beispiele lie&szlig;en sich fortsetzen. Im Ergebnis kann gesagt werden:<\/p><blockquote><p>&raquo;Politisch opportune, aber vor dem Hintergrund der Datenlage eher pflichtschuldig wirkende Phrasen wie &rsaquo;Bachelor welcome&lsaquo; oder &rsaquo;Bachelor &ndash; geht doch&lsaquo; k&ouml;nnen die bestehende inhaltliche Leere sicherlich nicht f&uuml;llen. Eine Orientierung f&uuml;r eine praxistaugliche Konzeption der neuen Studieng&auml;nge k&ouml;nnten die Modelle der Praxis- und der Berufsorientierung bieten, die aufgrund ihrer Orientierung an einer umfassenden Handlungskompetenz gegen&uuml;ber einem eng gef&uuml;hrten Employability-Ansatz im Vorteil sind, indem sie eine Verbindung von Elementen der Arbeitswelt mit akademischen Anforderungen erm&ouml;glichen.&laquo; (Ulf Banscherus, Klemens Himpele und Sonja Staack in den WSI-Mitteilungen 10\/2010).<\/p><\/blockquote><p>Dies setzt aber eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Problemen voraus, und es ist  Skepsis angezeigt, ob diese Auseinandersetzung am 6. Mai ernsthaft begonnen wird.<\/p><p><strong>Mobilit&auml;t<\/strong><\/p><p>Das dritte gro&szlig;e Thema der Nationalen Bologna-Konferenz wird die Mobilit&auml;t der Studierenden sein. Auch hier gibt es Hinweise, dass sich dieses Kernthema des Bologna-Prozesses nicht so entwickelt, wie erwartet und versprochen. Dies ist besonders erstaunlich, da die Erleichterung der Mobilit&auml;t ein zentrales Argument f&uuml;r die Reformen war.<\/p><p>Zwar haben nach einer aktuellen Sonderauswertung der Sozialerhebung des <a href=\"http:\/\/www.studentenwerke.de\/pdf\/Bachelor-Bericht_Soz19.pdf\">Deutschen Studentenwerks 2009 [PDF &ndash; 2.2 MB]<\/a> mehr Masterstudierende (ohne Lehramt) einen Auslandsaufenthalt absolviert als entsprechende Studierende der Diplom- und Magisterstudieng&auml;nge, wird allerdings nur ein Auslandsstudium betrachtet (also nicht: Praktika, Erwerbsarbeit, Kurse usw.), dann schneiden Magisterstudierende mit 21 Prozent noch leicht besser ab als Masterstudierende (20 Prozent), diese jedoch wiederum besser als Uni-Diplomstudierende (14 Prozent) und FH-Diplomstudierende (8 Prozent). Es scheint also jedenfalls keine Verschlechterung gegeben zu haben.<\/p><p>Allerdings bleibt das Grundproblem bestehen: So lange die sozialrechtlichen Fragen, die Frage der Unterst&uuml;tzungsleistungen, die Fragen der Anrechnung von Studienleistungen und die Fragen der Studienorganisation (Stichwort: Mobilit&auml;tsfenster) nicht offensiv angegangen werden, wird es auch in diesem Bereich keine grundlegenden Verbesserungen geben.<\/p><p><strong>Erwartungen und Bef&uuml;rchtungen an die Nationale Bologna-Konferenz<\/strong><\/p><p>Von der Nationalen Bologna-Konferenz am 6. Mai w&auml;re zu erwarten, dass die offensichtlichen Probleme ernsthaft angegangen w&uuml;rden. Dies setzte allerdings voraus, dass die berechtigten Forderungen der Studierenden ernst genommen w&uuml;rden und die Frage, ob man weiter studieren und einen Master-Abschluss erreichen will, ausschlie&szlig;lich von einem erfolgreichen Bachelorabschluss abh&auml;ngt. Ernst zu nehmen sind im &Uuml;brigen auch die Bed&uuml;rfnisse der Besch&auml;ftigten, die schon in der Vergangenheit massiv &uuml;berlastet waren und die alle &Auml;nderungen immer umsetzen m&uuml;ssen. Wir brauchten deutlich mehr Bech&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse an Hochschulen, die zudem mit beruflichen Perspektiven zu verbinden w&auml;ren und in erheblichen Teilen unbefristet sein m&uuml;ssten. Die Zielmarken f&uuml;r einen solchen Weg hat die GEW im <a href=\"http:\/\/www.templiner-manifest.de\">Templiner Manifest<\/a> benannt. Ernster zu nehmen w&auml;ren ferner Fragen der Belastung der Studierenden (der workloads), der Studien(Selbst)organisation, der Betreuungsverh&auml;ltnisse an den Hochschulen usw. Fortschritte sind aber nicht ohne zus&auml;tzliche Mittel zu erreichen. Ein glaubhaftes Signal w&auml;re deshalb vor allem auch eine Erh&ouml;hungen der &ouml;ffentlichen Bildungsausgaben gibt. Das wird zwar st&auml;ndig verk&uuml;ndet, doch gehandelt wird nicht.<\/p><p>Die gro&szlig;e Bef&uuml;rchtung ist, dass die Probleme wieder einmal klein oder sch&ouml;n geredet werden. Man wird vielleicht eingestehen, dass noch nicht alles rund l&auml;uft, aber ansonsten wird man sich wieder einmal auf die Schultern klopfen, und sich gegenseitig loben, was nicht alles schon erreicht wurde. Man wird zwar beteuern, dass man die Sorgen der Studierenden und der Hochschulmitarbeiter\/innen ernst nehme, aber &auml;ndern wird sich am Weiter-so nichts. <\/p><p>Alles andere w&auml;re eine &Uuml;berraschung. <\/p><p>Mit diesem Beitrag sollten jedenfalls schon einmal die Probleme aufgezeigt werden, an denen die Abschlusskommuniqu&eacute;s gemessen werden m&uuml;ssten und es sollten schon im Voraus die Zahlen relativiert werden, die als angebliche Erfolgsdaten publiziert werden d&uuml;rften. <\/p><p>Klemens Himpele ist Referent im Bereich Hochschule und Forschung beim Hauptvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 6. Mai findet die zweite Nationale Bologna-Konferenz in Berlin statt. Die erste Konferenz (&bdquo;Schavan-Show&ldquo;) war eine Folge der Bildungsproteste des Jahres 2009 und sollte einen Dialog zwischen Studierenden, Besch&auml;ftigten, Hochschulen und Politik er&ouml;ffnen. Die zweite Konferenz findet in einem deutlich kleineren Rahmen statt und bereits heute l&auml;sst sich das Ziel dieser Veranstaltung erahnen: Der<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9206\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[141,17],"tags":[409,320,321],"class_list":["post-9206","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-arbeitsmarkt-und-arbeitsmarktpolitik","category-hochschulen-und-wissenschaft","tag-bildungschancen","tag-bolognaprozess","tag-schavan-annette"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9206","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9206"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9206\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22953,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9206\/revisions\/22953"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9206"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9206"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9206"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}