{"id":92178,"date":"2023-01-07T12:00:33","date_gmt":"2023-01-07T11:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92178"},"modified":"2023-01-08T18:29:23","modified_gmt":"2023-01-08T17:29:23","slug":"korea-kolonie-teilung-krieg-und-70-jahre-fragiler-frieden-teil-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92178","title":{"rendered":"Korea: Kolonie, Teilung, Krieg und 70 Jahre fragiler Frieden (Teil I)"},"content":{"rendered":"<p>Seit dem Ende des Koreakrieges im Sommer 1953, der als erster &bdquo;hei&szlig;er&ldquo; Konflikt des Kalten Krieges gilt und mitunter auch als &bdquo;der Krieg vor Vietnam&ldquo; bezeichnet wird, herrscht in diesem Teil Nordostasiens lediglich ein Waffenstillstandsabkommen. Korea hatte in der Region das historische &bdquo;Pech&ldquo;, nach langj&auml;hriger japanischer Kolonialherrschaft auch noch nach Kriegsende infolge imperialer Gro&szlig;machtbestrebungen seitens der beiden Siegerm&auml;chte USA und Sowjetunion geteilt zu werden. Im S&uuml;den Koreas sind noch immer etwa 28.500 US-Soldaten stationiert, die gemeinsam mit s&uuml;dkoreanischen Verb&auml;nden regelm&auml;&szlig;ig Milit&auml;rman&ouml;ver abhalten. Was Nordkorea als andauernde Provokation und akute Bedrohung betrachtet und deren Regierung veranlasste, schrittweise ein eigenes Nuklearprogramm zu entwickeln und als &bdquo;nationale Schutzma&szlig;nahme&ldquo; zur neunten Atommacht aufzusteigen. Eine R&uuml;ckblende von <strong>Rainer Werning<\/strong>, deren abschlie&szlig;ender zweiter Teil morgen erscheint. [<a href=\"#foot_*\" name=\"note_*\">*<\/a>]<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Bedingungslose Verehrung des Tenno<\/strong><\/p><blockquote><p>&bdquo;1930 wurde ich in dem koreanischen Dorf Suncheon als japanischer Staatsb&uuml;rger geboren. Meine Eltern gaben mir zwar den Namen Choi Chang-Wha, doch f&uuml;r die Japaner, die unser Land seit 1910 zur Kolonie gemacht hatten und besetzten, hie&szlig; ich Sai Shoka. Das war mehr als nur eine Namens&auml;nderung; es entsprach dem Plan der Besatzungsmacht, die ethnische und kulturelle Identit&auml;t der Koreaner auszul&ouml;schen und sie zu Japanern zu machen. Schon vor dem Krieg waren wir in unserem eigenen Land gezwungen, vor dem Shinto-Schrein [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>], dem Symbol unserer Unterdr&uuml;ckung, den Tenno, den japanischen Kaiser, anzubeten. Kurz vor Kriegsende hat die japanische Milit&auml;rpolizei dann alle Koreaner in geheime Keller geschleppt und ihnen zwangsweise Fingerabdr&uuml;cke abgenommen. F&uuml;r mich war das ein Kotau vor dieser Macht; ich sollte hier meine ethnische Identit&auml;t ablegen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>So erinnerte sich der koreanische Pfarrer Choi Chang-Wha im Gespr&auml;ch mit diesem Autor, dessen Familie w&auml;hrend des Zweiten Weltkriegs gewaltsam nach Japan verschleppt worden war. Chois Schicksal erlitten Hunderttausende Koreaner, nachdem sich Japan, der &ouml;stliche Nachbar auf der anderen Seite des Japanischen Meeres, von Koreanern Ostmeer genannt, das Land 1910 endg&uuml;ltig als Kolonie einverleibt hatte. F&uuml;r Korea und seine Menschen ein Martyrium, das 35 lange Jahre ihr Leben bestimmte. Zum Verh&auml;ngnis wurde dem Land seine geographische Lage &ndash; eingekeilt zwischen dem riesigen Nachbar China und dem Gro&szlig;machtambitionen hegenden Japan.<\/p><blockquote><p>&bdquo;Vor kaum 20 Jahren wusste man im gro&szlig;en Publikum &uuml;ber Korea nur, dass es eine weltentlegene Halbinsel Ostasiens sei.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Dies schrieb im Jahre 1901 der deutsche Handelsreisende Carl Wolter im R&uuml;ckblick auf die Jahre nach seiner Ankunft in Korea. Seinen Bericht Korea, einst und jetzt, in dem er die Eindr&uuml;cke seiner Reise festhielt, ver&ouml;ffentlichten die <em>Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft in Hamburg<\/em>:<\/p><blockquote><p>&bdquo;So abgeschlossen ist Korea indessen nie gewesen. Von Anfang des 17. bis Ende des 18. Jahrhunderts hatte in Pusan, im S&uuml;dosten des Landes, eine japanische Niederlassung bestanden, in der ein reger Kleinhandel betrieben wurde. Desgleichen vermittelten die Pl&auml;tze entlang der chinesisch-koreanischen Grenze, an der Stra&szlig;e zwischen Seoul, der Hauptstadt Koreas, und Peking, der Hauptstadt Chinas, einen regen G&uuml;teraustausch, von dessen Bedeutung noch heute verfallene Empfangsgeb&auml;ude Zeugnis ablegen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>1868 bestieg Kaiser Mutsuhito den japanischen Thron. Unter seiner Herrschaft wurde das Land grundlegend ver&auml;ndert. Mutsuhito stellte seine &Auml;ra unter die Devise <em>Meiji<\/em>, was &bdquo;erleuchtete Regierung&ldquo; hei&szlig;t. Gut 20 Jahre sp&auml;ter, um 1890, hatte er seine Macht so weit gefestigt, dass sie in der neuen japanischen Verfassung verankert wurde. &Uuml;ber den Kaiser hie&szlig; es darin:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Der Tenno ist heilig und unverletzlich.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Als Souver&auml;n des Landes und direkter Nachfahre der Sonneng&ouml;ttin Amaterasu regierte der Tenno mit unbeschr&auml;nkter Machtf&uuml;lle. Er stand an der Spitze von Armee und Marine und kontrollierte die Exekutive und Legislative. Mutsuhito st&uuml;tzte seine Macht auf ein stehendes Heer mit allgemeiner Wehrpflicht. Sein zentraler Wahlspruch &bdquo;Reiches Land, starke Armee&ldquo; lie&szlig; erahnen, wie dominant die Rolle des Milit&auml;rs k&uuml;nftig sein w&uuml;rde. Dieses gab sich mitnichten damit zufrieden, daheim lediglich Kasernen und Baracken zu h&uuml;ten. &bdquo;Reiches Land, starke Armee&ldquo; war praktisch der Auftrag, Japans Reichtum durch die Inbesitznahme fremder Territorien zu st&auml;rken, die dortigen Bodensch&auml;tze zu nutzen und Arbeitskr&auml;fte auszubeuten. Nichts anderes hatten ja die westlichen Kolonialm&auml;chte seit Jahrhunderten vorexerziert.<\/p><p><strong>Siegreiche Feldz&uuml;ge gegen China und Russland<\/strong><\/p><p>Ihren ersten bewaffneten Interessenkonflikt f&uuml;hrten die japanischen Streitkr&auml;fte 1894\/95 gegen China. Vorrangig ging es um die Vormachtstellung auf der Koreanischen Halbinsel. Diese wurde 1894 von langanhaltenden Bauernaufst&auml;nden ersch&uuml;ttert. Chinesische Truppen und China wohlwollend gesinnte Gruppen in Seoul meinten, die Gunst der Stunde nutzen zu k&ouml;nnen, bis die k&ouml;niglich-koreanische Regierung zu ihrem eigenen Schutz japanische Truppen um Unterst&uuml;tzung bat. Diese intervenierten nur zu gern, wuchs doch so die Chance, schrittweise die Politik, Verwaltung und Wirtschaft der Halbinsel zu dominieren. Denn wer Korea beherrschte, &uuml;bte &uuml;ber milit&auml;rstrategische Vorteile hinaus die Kontrolle &uuml;ber ein Land aus, das im Norden &uuml;ber reiche Bodensch&auml;tze und im s&uuml;dlichen Teil &uuml;ber ausgedehnte Reisanbaufl&auml;chen verf&uuml;gte. Japan entschied den Waffengang gegen China f&uuml;r sich und erhielt als Kriegsbeute auch noch Formosa, das heutige Taiwan.<\/p><p>Ein Jahrzehnt sp&auml;ter blieben Japans Heer und Marine auch im Krieg mit Russland siegreich. Erneut war Korea der Zankapfel. Gesandte des schwachen koreanischen K&ouml;nigshauses hatten als Gegengewicht zur wachsenden japanischen Pr&auml;senz im Lande versucht, das zaristische Russland, das eigene Ambitionen in Fernost hegte, als Verb&uuml;ndeten zu gewinnen. Japans Sieg &uuml;ber die russischen Fernoststreitkr&auml;fte unterstrich, dass nun auch das Kaiserreich zu einer Gro&szlig;macht avanciert war.<\/p><p>Bereits 1905 zum japanischen Protektorat erkl&auml;rt, musste Korea seine diplomatischen und staatlichen Rechte an den &uuml;berm&auml;chtigen Nachbarn abtreten. Als erster japanischer Generalgouverneur und faktisch oberster Herrscher Koreas bezog Ito Hirobumi [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] in Seoul Quartier. Der gl&uuml;hende Bef&uuml;rworter eines gr&ouml;&szlig;eren japanischen Reiches war ma&szlig;geblich daran beteiligt, die Autorit&auml;t des koreanischen K&ouml;nigshauses zu untergraben. So m&auml;chtig und angesehen Ito Hirobumi in Japan war, so verhasst war und blieb er unter der koreanischen Bev&ouml;lkerung. Im Jahre 1909, w&auml;hrend eines Aufenthalts in der mandschurischen Stadt Harbin [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>], wurde er das erste prominente Opfer antikolonialen Protestes &ndash; niedergestreckt von dem koreanischen Patrioten An Chung-gun. [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] F&uuml;r Tokio Grund genug, die Beherrschung Koreas zu vertiefen. Der koreanische K&ouml;nig Gojong musste zugunsten seines noch schw&auml;cheren Sohnes abdanken und am 22. August 1910 ward der Annexionsvertrag unterzeichnet. Damit war Koreas Kolonialstatus offiziell besiegelt. Nun hatten japanische Milit&auml;rs das Sagen, w&auml;hrend japanische Gro&szlig;unternehmen und mit dem kaiserlichen Hof liierte Firmen und Banken Land und Leute schr&ouml;pften. Zwar entstand in Korea eine Infrastruktur &ndash; Stra&szlig;en wurden gebaut und das Schienennetz erweitert &ndash; doch den Aufbau einer eigenst&auml;ndigen nationalen Wirtschaft und Industrie lie&szlig;en die Besatzer nicht zu.<\/p><p>Als Erstes f&uuml;hrte die neue Kolonialmacht ein umfassendes Landvermessungsprogramm durch, um einen &Uuml;berblick &uuml;ber die Eigentumsverh&auml;ltnisse zu gewinnen. Die &uuml;berwiegend b&auml;uerliche Bev&ouml;lkerung musste innerhalb einer von den Kolonialbeh&ouml;rden gesetzten Frist den japanischen Beamten Lage und Gr&ouml;&szlig;e von Landparzellen melden. Die meisten Bauern verstanden diese Aufforderung nicht, da sie weder lesen noch schreiben konnten. Verpassten sie den Meldetermin, was die Regel war, verloren sie das Land, von dem ihre Familien seit Generationen gelebt hatten. Sodann ordnete die Kolonialverwaltung an, haupts&auml;chlich Reis anzubauen und mit dem Gro&szlig;teil der Ernten die japanische Bev&ouml;lkerung zu versorgen. Korea avancierte zur Reiskammer Japans, w&auml;hrend im Lande selbst Armut und Hunger grassierten. Bauern wurden &uuml;ber Nacht zu Bettlern, die &uuml;bers Land zogen oder im Nordosten Chinas, in der Mandschurei, Arbeit suchten.<\/p><p><strong>Niederschlagung von Widerstand und Protesten<\/strong><\/p><p>Ermutigt durch die <em>14-Punkte-Erkl&auml;rung<\/em> des US-amerikanischen Pr&auml;sidenten Woodrow Wilson, der die nationale Selbstbestimmung der V&ouml;lker forderte, &uuml;bergaben am 1. M&auml;rz 1919 koreanische Oppositionelle der japanischen Regierung eine von namhaften Pers&ouml;nlichkeiten des &ouml;ffentlichen Lebens unterzeichnete Unabh&auml;ngigkeitserkl&auml;rung und verlangten darin die Wiederherstellung der koreanischen Souver&auml;nit&auml;t. Diese politische Offensive ward von massiven Stra&szlig;enprotesten begleitet. Die japanischen Beh&ouml;rden registrierten landesweit knapp 1.500 Gro&szlig;demonstrationen in 217 St&auml;dten, an denen sich allein innerhalb der ersten drei Monate nach Verk&uuml;ndung der Unabh&auml;ngigkeit zirka zwei Millionen Menschen beteiligten &ndash; ein Zehntel der damaligen Bev&ouml;lkerung Koreas. Die japanischen Besatzungstruppen ben&ouml;tigten ein Jahr, um die Unabh&auml;ngigkeitsbewegung zu unterdr&uuml;cken und das Land gewaltsam zu &bdquo;befrieden&ldquo;.<\/p><p><em>&bdquo;Alles f&uuml;r den Tenno&ldquo;<\/em> &ndash; diese Devise galt nicht nur in Japan. Auch das japanische Generalgouvernement in Korea tat alles, um die Bev&ouml;lkerung im Geiste des Tenno zu erziehen. Aus Koreanern sollten &ndash; so w&ouml;rtlich &ndash; &bdquo;gute, gehorsame und jederzeit aufopferungswillige Untertanen werden&ldquo;. Der Slogan &bdquo;Alles f&uuml;r den Tenno&ldquo; bedeutete auch, das kollektive Ged&auml;chtnis der Koreaner einzufrieren, ihre Kultur und Traditionen auszul&ouml;schen. Je unerbittlicher Japan ab Sommer 1937 seine Aggression gegen China fortsetzte, dessen rohstoffreiche Mandschurei im Nordosten es bereits 1931 annektiert und dort den Marionettenstaat &bdquo;Mandschukuo&ldquo; [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] kreiert hatte, desto unertr&auml;glicher wurde auch die Lage der Koreaner. Junge M&auml;nner wurden nunmehr scharenweise in japanische Uniformen gepresst; schlie&szlig;lich standen weitere Eroberungen im Pazifik und in S&uuml;dostasien bevor. Familien der Ober- und Bildungsschicht indes, die mit der Besatzungsmacht lieb&auml;ugelten, waren stolz darauf, ihre S&ouml;hne auf japanische Milit&auml;rakademien in Japan und in der Mandschurei zu schicken.<\/p><p>Die japanische Regierung krempelte &uuml;berdies das koreanische Bildungs- und Erziehungssystem drastisch um. Koreanisch wurde aus dem Lehrplan der koreanischen Schulen gestrichen. Die Sch&uuml;ler waren fortan gezwungen, stattdessen Japanisch zu lernen. &Ouml;ffentliche Verlautbarungen mussten jetzt in Japanisch geschrieben sein, koreanische Geschichte durfte nicht mehr gelehrt werden. Koreanern ward es untersagt, &ouml;ffentlich ihre Sprache zu sprechen. Noch dem&uuml;tigender war f&uuml;r die Menschen der Erlass aus Tokio, ihre Namen zu japanisieren. Aus Protest gegen diese Politik der Besatzer ver&uuml;bten viele &auml;ltere Leute Selbstmord. Sie ertrugen es nicht, die mit ihrem Namen verkn&uuml;pfte Familiengeschichte und Ahnenreihe preisgeben zu m&uuml;ssen. Sohn Kee-Chung [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] beispielsweise, der &uuml;berragende Gewinner des Marathonlaufs bei den XI. Olympischen Sommerspielen w&auml;hrend des Nationalsozialismus 1936 in Berlin, bestieg als &bdquo;Japaner&ldquo; das Siegerpodest und ging als &bdquo;Kitei Son&ldquo; in die olympischen Annalen ein. Urspr&uuml;nglich stammte Sohn Kee-Chung aus dem Norden Koreas. Er starb in hohem Alter im S&uuml;den des Landes, wenngleich er in ganz Korea bis heute als Sportlerlegende gilt.<\/p><p><strong>Tiefe Dem&uuml;tigungen<\/strong><\/p><p>Nicht nur Namen mussten ge&auml;ndert werden. Selbst die Geschichte des Landes wurde umgedeutet. F&uuml;r Japan und eine ihm h&ouml;rige Zunft koreanischer Historiker wurde Korea zur Stagnation verdammt und galt als unf&auml;hig, jemals unabh&auml;ngig zu werden. Eine koloniale Durchdringung von Hirnen und Herzen mit weitreichenden Konsequenzen konstatierte die koreanisch-deutsche Philosophin Choe Hyondok, die eine Zeit lang als Asienreferentin beim Missionswissenschaftlichen Institut Missio in Aachen arbeitete:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Der erste Grund ist die Stagnationsthese, wonach die koreanische Gesellschaft nicht in der Lage ist, eine Reform durchzuf&uuml;hren. Der zweite Grund ist die Hegemoniethese, die besagte, dass das koreanische Volk au&szlig;erstande sei, autonom etwas auf die Beine zu stellen. Und dieser Kolonialismus hat auch mental die Menschen kolonialisiert. Irgendwie sind wir auch in die Situation geraten, den Glauben an uns selbst verloren zu haben.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Diese Dem&uuml;tigung n&auml;hrte unterschiedliche Reaktionen: von politischem Protest &uuml;ber milit&auml;rischen Widerstand bis hin zu Verzweiflung und innerer Emigration. Der Dichter Kim Hae-Kyoung, der sich den K&uuml;nstlernamen Yi Sang (Yisang) zugelegt hatte und bereits 1937 als nur 27-J&auml;hriger an Tuberkulose gestorben war, hatte die Verwerfungen, Widerspr&uuml;che und Br&uuml;che seiner Zeit literarisch verarbeitet. Selbstbild lautet eines seiner Gedichte, das die Koreanistin Marion Eggert ins Deutsche &uuml;bersetzt hat [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Hier ist die Totenmaske irgend eines Landes.<br>\nEs geht auch das Ger&uuml;cht um, die Totenmaske sei gestohlen.<br>\nDieser Bart, ein nicht in die Reife gekommenes Grasland der Arktis,<br>\nist seiner Verzweiflung bewusst und pflanzt sich nicht fort.<br>\nIn einer Fallgrube, wo seit &Auml;onen der Himmel f&uuml;r immer gefangen sitzt,<br>\nsind Verm&auml;chtnisworte wie Grabsteine, heimlich versunken.<br>\nDann gehen an ihrer Seite unvertraute Handsignale, Fu&szlig;signale vorbei,<br>\nwohlbehalten und reserviert.<br>\nDa beginnt der einst erhabene Inhalt auf ein oder andere Weise zu knittern.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Die Unm&ouml;glichkeit, in der kolonialen Situation Subjektivit&auml;t und menschenw&uuml;rdige Existenz zu vereinen, war Yi Sangs beherrschendes Thema und gleichzeitig das Dilemma seiner Heimat. Dazu merkte Marion Eggert im Gespr&auml;ch mit dem Autor an:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Hier ist die Rede von der Totenmaske eines Landes. Das ist nat&uuml;rlich Korea. Offensichtlich ist das Land tot. Selbst die Maske, das Abbild des Landes, ist gestohlen. Da ist Vergangenheit gestohlen; komplement&auml;r dazu sieht das Gedicht einen Verzicht auf Zukunft. Der Bart, ein Symbol wohl f&uuml;r M&auml;nnlichkeit, ist nicht in die Reife gekommen, pflanzt sich nicht fort. Dem ist die Potenz, das Potenzial, abhandengekommen. Dann ist da ein Testament dieser toten Nation, aufbewahrt in einer Fallgrube; ich lese die Fallgrube als Bild des Ged&auml;chtnisses. Die ist gleichzeitig Speicher und Gef&auml;ngnis. So denke ich, ist das Urteil Yi Sangs &uuml;ber seine kulturelle Tradition. Unverbunden, neben diesem sehr zweischneidigen Ged&auml;chtnisspeicher, sind die unvertrauten Zeichensysteme der Gegenwart, diese Handsignale, diese Fu&szlig;signale, von denen ich denke, dass sie ein bisschen auch anspielen auf die neue K&ouml;rperkultur, die man in Korea in der Kolonialzeit lernen musste. Also Dinge wie Massensport, Gymnastik, diese Turn&uuml;bungen, die eben in Fabriken, in Schulen, vor Beginn des Arbeitstages abgeleistet werden mussten, oder M&auml;rsche, Paraden. Alle diese Dinge geh&ouml;ren zur kolonialen Modernit&auml;t dazu. Ich denke, auf so was verweist eben auch &sbquo;Handsignale, Fu&szlig;signale&lsquo;, die unverbunden stehen als Zeichen der Moderne neben der Tradition, die in ihrer eigenen Fallgrube sitzt.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p><strong>Beschw&ouml;rung des &bdquo;orientalischen Geistes&ldquo;<\/strong><\/p><p>Politisch fand der F&uuml;hrungsanspruch der Japaner seinen Niederschlag in dem Konzept der &bdquo;Gr&ouml;&szlig;eren Ostasiatischen Gemeinsamen Wohlstandssph&auml;re&ldquo;, das Ende der 1930er Jahre in Tokio entwickelt worden war. Damit sollte die hegemoniale Stellung Japans in der Welt und gleichzeitig der Kampf gegen den &bdquo;westlichen Kolonialismus und Imperialismus&ldquo; legitimiert werden. Begr&uuml;ndet wurde die &bdquo;Wohlstandssph&auml;re&rdquo; mit den Worten:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Da das japanische Kaiserreich das Zentrum und der Pionier der orientalischen Moral und des kulturellen Wiederaufbaus ist, m&uuml;ssen die Offiziellen und das Volk dieses Landes zu dem orientalischen Geist zur&uuml;ckkehren und ein gr&uuml;ndliches Verst&auml;ndnis des Geistes des moralischen Charakters der Nation erwerben. Das japanische Kaiserreich ist eine Manifestation der Moral, und sein besonderer Charakter ist die Verbreitung des kaiserlichen Weges. Es ist notwendig, die Macht des Kaiserreiches zu n&auml;hren, um Ostasien zu seiner urspr&uuml;nglichen Gestalt der Unabh&auml;ngigkeit und des gemeinsamen Wohlstands zur&uuml;ckkehren zu lassen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Um die Macht des Kaiserreiches zu n&auml;hren und Japans Wohlstand zu mehren, wurden auch immer mehr Koreaner im Rahmen der allgemeinen Mobilmachung f&uuml;r den Krieg im Pazifik und gegen die L&auml;nder S&uuml;dostasiens zwangsrekrutiert. Darunter befand sich auch Chung Ki-Young. Geboren wurde Chung Ki-Young unweit der s&uuml;dkoreanischen Hafenstadt Busan, wo er auch aufwuchs. 1942 begann er, an der damaligen Reichsuniversit&auml;t in Tokio Geschichte Ostasiens zu studieren. Anfang 1944 kehrte er nach Korea zur&uuml;ck, um sein Studium an der Seoul Nationaluniversit&auml;t fortzusetzen und dort auch seine Abschlussarbeit vorzubereiten. Dazu allerdings kam es nicht mehr. Abrupt &auml;nderte sich Chungs Leben, als japanische Milit&auml;rs ihn schon am 20. Januar 1944 zwangsweise in die Armee einzogen:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Wir sind auf einen Schlag zu Soldaten der Kaiserlich-Japanischen Armee gemacht worden. In der ersten Woche mussten wir mehrere Impfungen &uuml;ber uns ergehen lassen. Dann wurden wir s&uuml;dlich von Seoul in die Stadt Taegu verfrachtet. Dort war die &sbquo;Einheit 80&rsquo; stationiert, ein Regiment, dem wir von nun an angeh&ouml;rten. Wenig sp&auml;ter wurden wir in den Zug gesetzt. Die Fahrt ging Richtung Norden. Nach einigen Tagen sah ich Teile der &sbquo;Gro&szlig;en Mauer&rsquo; &ndash; wir waren tats&auml;chlich in China angekommen! Erst sp&auml;ter erfuhr ich, dass wir &uuml;ber Nanking gefahren sind, bevor wir in der N&auml;he von Schanghai in die f&uuml;nfte Kompanie des 46. Bataillons in der 60. Division eingegliedert wurden. Soweit ich es &uuml;berblicken konnte, befanden sich darin etwa 300 koreanische Studentensoldaten. Einige, darunter auch ich, erhielten eine sechsmonatige Offiziersausbildung.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Als Zugf&uuml;hrer und Offizier wurde Chung Ki-Young im Juni 1945 ins 13. Hauptquartier der japanischen Truppen in Schanghai verlegt. W&auml;hrend eines Ausgangs erfuhr er rein zuf&auml;llig vom Tod seines Freundes Han Seong-Ju, der als Partisan und Widerstandsk&auml;mpfer gegen die Japaner sein Leben geopfert hatte. Dies, so Herr Chung im Interview mit diesem Autor, hatte ihn tief ersch&uuml;ttert und erstmalig &uuml;ber seine Flucht nachdenken lassen. Seine Kriegserinnerungen lie&szlig;en ihn nicht ruhen. Noch als Pension&auml;r k&auml;mpfte Chung Ki-Young gemeinsam mit Gleichgesinnten darum, dass der fr&uuml;heren Leidensgef&auml;hrten w&uuml;rdig gedacht wird und ihnen zu Ehren Gedenkst&auml;tten entstehen:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Von den mindestens 1,6 Millionen koreanischen Zwangsarbeitern hatten die Japaner 360.000 Mann in ihre Armee gepresst. Unter diesen Soldaten befanden sich nach meiner Kenntnis etwa 7.000 Studentensoldaten. Vor einiger Zeit hat selbst die staatliche japanische Rundfunk- und Fernsehanstalt NHK berichtet, dass ein solches Schicksal 4.485 Koreanern widerfahren sei.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p><strong>Selektives Erinnern<\/strong><\/p><p>Allj&auml;hrlich wird in Hiroshima und Nagasaki am 6. beziehungsweise 9. August der Opferrolle Japans gedacht, w&auml;hrend die zahlreichen anderen Opfer des nuklearen Hades meist ausgeklammert bleiben &ndash; darunter all jene Koreaner, die von der Kaiserlich-Japanischen Armee als Kriegsbeute nach Japan verschleppt und dort zu Arbeitseins&auml;tzen auf Werften, beim Stra&szlig;enbau, in Kohlegruben, Eisenerzminen und R&uuml;stungsbetrieben zwangsverpflichtet worden waren. Einer dieser Zwangsarbeiter war Pak Su-Ryong. Er hatte das Gl&uuml;ck, in einem Bunker in Nagasaki zu &uuml;berleben, wo unter anderem der Konzern Mitsubishi bis zum Kriegsende Kreuzer und Torpedoboote f&uuml;r die kaiserliche Kriegsmarine gefertigt und repariert hatte:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Wir Zwangsarbeiter wurden ausnahmslos in Baracken gesteckt, wie Hunde und Schweine. Viele kamen aus dem Norden Koreas. Sie durften die Camps nicht verlassen, mit niemandem reden. Man f&uuml;tterte uns mit Bohnenkeks, eine Art Schweinefutter. Als die Bombe fiel, flohen viele aus den Baracken, aber nur wenige &uuml;berlebten.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Bei Kriegsende hofften die meisten der &uuml;ber 2,3 Millionen in Japan registrierten Koreaner, m&ouml;glichst bald in ihre Heimat zur&uuml;ckkehren zu k&ouml;nnen. Die etwa 30.000 koreanischen Strahlenopfer von Hiroshima und Nagasaki glaubten fest daran, zu Hause ein besseres Leben zu genie&szlig;en. Denn im japanischen Nachkriegschaos gingen sie v&ouml;llig unter. Doch auf der Koreanischen Halbinsel waren die Siegerm&auml;chte des Zweiten Weltkriegs mit anderem besch&auml;ftigt, als sich der seelischen Not und k&ouml;rperlichen Zerst&ouml;rung entwurzelter Heimkehrer anzunehmen.<\/p><p><strong>1945 &ndash; Kriegsende mit neuem Konfliktpotenzial<\/strong><\/p><p>Als Japan schlie&szlig;lich am 15. August 1945 kapitulierte und somit drei Monate und eine Woche nach Kriegsende in Europa der Zweite Weltkrieg auch in der Asien-Pazifik-Region endete, herrschte vor allem in seiner Kolonie Korea &uuml;berschw&auml;nglicher Jubel. Im Sog der euphorischen Aufbruchstimmung bildeten sich &uuml;berall auf der Halbinsel Volkskomitees, in denen sich Nationalisten, Konservative, Sozialisten und Kommunisten engagierten, die auf unterschiedliche Weise gegen die verhasste Besatzungsmacht opponiert oder im Partisanenkampf milit&auml;risch Widerstand geleistet hatten. Diese Komitees &uuml;bernahmen die Verwaltung des Landes und proklamierten anl&auml;sslich einer Repr&auml;sentativversammlung in Seoul am 6. September 1945 die gesamtnationale Volksrepublik Korea. Deren Regierung blieb allerdings eine internationale Anerkennung versagt &ndash; und: sie war kurzlebig.<\/p><p>Mitte August 1945 hatten die US-Streitkr&auml;fte im Fernen Osten zeitgleich mit der Kapitulation Tokios den <em>Generalbefehl Nummer Eins<\/em> erlassen. Dieser sah die Entwaffnung der japanischen Truppen in Korea durch das amerikanische und sowjetische Milit&auml;r vor. Doch nur die <em>Rote Armee<\/em> war zu der Zeit in Korea pr&auml;sent. Noch w&auml;hrend des Krieges hatten beide Siegerm&auml;chte vereinbart, ganz Korea auf unbestimmte Zeit treuh&auml;nderisch zu verwalten, um gemeinsam die Demobilisierung der japanischen Kriegsmaschinerie zu &uuml;berwachen. Dabei diente der 38. Breitengrad auf Vorschlag Washingtons als eine Art k&uuml;nstliche Trennlinie: N&ouml;rdlich davon sollte die sowjetische und s&uuml;dlich davon die US-amerikanische Armee die Japaner entwaffnen und sie in ihre Heimat zur&uuml;ckschicken.<\/p><p>Doch erst am 8. September 1945 landete die 7. US-Infanteriedivision in Incheon an der Westk&uuml;ste Koreas. Die Besatzungstruppen unter F&uuml;hrung von General John R. Hodge nahmen von der gerade gebildeten Regierung der Volksrepublik Korea keine Notiz. Stattdessen entstand im S&uuml;den Koreas die <em>United States Army Military Government<\/em>, die US-amerikanische Milit&auml;rregierung in Korea &ndash; kurz: <em>USAMGIK<\/em>. Sie bestimmte, was die Koreaner zu tun und zu lassen hatten. Im ersten Generalbefehl der USAMGIK wurde die Bev&ouml;lkerung aufgerufen, deren Anweisungen strikt zu befolgen. Die vermeintlichen Befreier erwiesen sich als knallharte Besatzer. Kein Mitglied der US-Milit&auml;rregierung in Korea sprach Koreanisch. Als diese Regierung koreanische Kollaborateure der japanischen Kolonialverwaltung zu Beratern und Chefs der neuen Sicherheitsorgane machte, sch&uuml;rte das weiteren Unmut in der Bev&ouml;lkerung. Vor allem die Volkskomitees waren der US-Milit&auml;rregierung ein Dorn im Auge; sie galten als &bdquo;akute Bedrohung&ldquo; und &bdquo;kommunistisch unterwandert&ldquo;.<\/p><p><strong>Entfremdung, Teilung und neuerlich Krieg<\/strong><\/p><p>Als ein Mitte November 1945 tagender Kongress der Volksrepublik es ablehnte, sich selbst aufzul&ouml;sen, erkl&auml;rte General Hodge ihn kurzerhand f&uuml;r ungesetzlich. Auf Initiative der USAMGIK wurde der eigens aus den USA eingeflogene Exilkoreaner Dr. Rhee Syngman zu ihrem &bdquo;Frontmann&ldquo; eingesetzt. Wenngleich er die koreanische Nachkriegsrealit&auml;t nicht kannte, avancierte Rhee mit tatkr&auml;ftiger US-R&uuml;ckendeckung &uuml;ber Nacht zur Galionsfigur rechter Kr&auml;fte &ndash; Gro&szlig;grundbesitzer, Adeliger, Staatsb&uuml;rokraten und Sicherheitskr&auml;fte &ndash; die zuvor ungeniert mit der fr&uuml;heren Kolonialmacht Japan paktiert hatten. So erkl&auml;rte beispielsweise der US-amerikanische Chef der s&uuml;dkoreanischen Polizeidivision, Oberst William Maglin:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Als wir hier die Polizei &uuml;bernahmen, waren unter den 20.000 Polizisten 12.000 Japaner. Was wir taten, war Folgendes: Wir schickten die Japs nach Hause, stockten die Zahl der Koreaner auf und bauten einen Apparat auf, in den s&auml;mtliche jungen M&auml;nner integriert wurden, die der Polizei vorher geholfen hatten. Einige fragten sich, ob es klug sei, von den Japanern ausgebildetes Personal einfach zu &uuml;bernehmen. Doch wir d&uuml;rfen nicht vergessen: Viele Leute sind geborene Polizisten. Wenn sie unter den Japanern einen guten Job verrichteten, warum nur sollten sie dann nicht auch f&uuml;r uns einen guten Job tun?&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Anders verlief die Entwicklung n&ouml;rdlich des 38. Breitengrads. Dort lie&szlig;en die sowjetischen Besatzungstruppen die Volkskomitees weitgehend gew&auml;hren, protegierten aber eine Gruppe von Partisanen unter der F&uuml;hrung des jungen Kim Il-Sung, die im Grenzgebiet zur Mandschurei und der Sowjetunion gegen die Japaner gek&auml;mpft hatten. Bereits im Fr&uuml;hjahr 1946 setzen die neuen Machthaber im Norden eine Bodenreform durch, eine selbst nach Bekunden von USAMGIK-Mitarbeitern &auml;u&szlig;erst popul&auml;re Ma&szlig;nahme, die Kim gro&szlig;e Sympathien bescherte. Sehr zum Verdruss der fr&uuml;heren Grundbesitzer, die in Nordkorea keine Zukunft f&uuml;r sich sahen. Scharenweise wanderten sie in den S&uuml;den ab. Dort bewarben sich zahlreiche S&ouml;hne dieser Entt&auml;uschten bei den Sicherheitskr&auml;ften. Oder sie stellten mit Gleichgesinnten paramilit&auml;rische Schl&auml;gertrupps auf, die unbehelligt ihr Unwesen treiben konnten.<\/p><p>W&auml;hrend im Norden die gesamtkoreanische Perspektive sakrosankt blieb und einst pro-japanische Kr&auml;fte keine Chance hatten, gesellschaftlich Fu&szlig; zu fassen, die Politik zu bestimmen und die Wirtschaft zu dominieren, verhielt es sich im S&uuml;den genau umgekehrt. Dort setzte eine alte und wieder neue Elite alles daran, Macht und Pfr&uuml;nde zu wahren &ndash; notfalls in einem von ihr gemeinsam mit den USA verwalteten Teilstaat. Nord und S&uuml;d entfremdeten sich zusehends und die Teilung des Landes war programmiert, als nach jeweiligen &ndash; turbulenten und keineswegs freien &ndash; Separatwahlen am 15. August 1948 die Republik Korea sowie am 9. September 1948 die Koreanische Volksdemokratische Republik proklamiert wurden. Verstand sich Erstere als &bdquo;Vorposten der freien Welt im Feldzug gegen den Kommunismus&ldquo;, w&auml;hnte sich Letztere als &bdquo;Basis der koreanischen Revolution und Bollwerk nationaler Befreiung&ldquo;. Je schriller diese beidseitige Propaganda ert&ouml;nte, desto akuter wurde die Gefahr einer direkten milit&auml;rischen Konfrontation. Der Kalte Krieg eskalierte, nachdem im Nachbarland China die Kommunisten gesiegt hatten und Mao Tse-tung am 1. Oktober 1949 in Peking die Gr&uuml;ndung der Volksrepublik proklamiert hatte.<\/p><p>Im Morgengrauen des 25. Juni 1950 &uuml;berquerten nach etlichen vorangegangenen Scharm&uuml;tzeln zwischen milit&auml;rischen Verb&auml;nden beider Seiten nordkoreanische Panzer die Demarkationslinie entlang des 38. Breitengrads, r&uuml;ckten ohne nennenswerte Gegenwehr in Seoul ein und stie&szlig;en unerwartet rasch bis kurz vor die Hafenstadt Busan im S&uuml;den vor. Grund f&uuml;r die USA, ihrem Sch&uuml;tzling Rhee Syngman beizustehen und selbst mit Truppen zu intervenieren. Was als B&uuml;rgerkrieg um die Vorherrschaft in ganz Korea begann, war nunmehr aufgrund der Pr&auml;senz der beiden Gro&szlig;m&auml;chte USA und Sowjetunion auf der Halbinsel zu einem internationalen Konflikt eskaliert. Den Norden unterst&uuml;tzten Hunderttausende chinesischer Freiwilliger und sowjetische Bomberpiloten. Dem S&uuml;den standen die USA und ihnen unterstellte UN-Truppen aus 15 Staaten bei.<\/p><p><strong>Desastr&ouml;se Opfer- und Verw&uuml;stungsbilanz<\/strong><\/p><p>Drei lange Jahre, von Ende Juni 1950 bis Ende Juli 1953, setzte die US-Luftwaffe Napalm systematisch und fl&auml;chendeckend gegen Mensch und Natur ein. St&auml;dte und D&ouml;rfer waren davon ebenso betroffen wie Reisfelder und dicht bewaldete Bergh&auml;nge, aus denen nur noch verdorrte Baumst&uuml;mpfe in den Himmel stakten.<\/p><blockquote><p>&bdquo;Ich w&uuml;rde sagen, dass die ganze, fast gesamte Halbinsel Korea ein einziger Schutthaufen ist.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>So hatte in jenen Tagen der US-Luftwaffengeneral Emmett O&rsquo;Donnell im Unterton der Entt&auml;uschung lamentiert. Und er f&uuml;gte hinzu:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Alles ist zerst&ouml;rt. Nichts Nennenswertes ist stehengeblieben. Kurz bevor die Chinesen in den Krieg eintraten, wurden von unseren Bombern keine Angriffe mehr geflogen. Es gab in Korea keine Ziele mehr.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>General O&rsquo;Donnell war w&auml;hrend des Koreakrieges Befehlshaber des US-Bombergeschwaders im Fernen Osten. In pausenlosen Eins&auml;tzen flogen er und seine Kameraden ihre B-29 in den Norden Koreas und klinkten dort ihre t&ouml;dliche Fracht aus &ndash; bis es nichts mehr zu bombardieren gab. In Pj&ouml;ngjang, der Hauptstadt Nordkoreas, war bei Kriegsende nur knapp ein halbes Dutzend H&auml;user halbwegs unversehrt geblieben.<\/p><p>Nur f&uuml;nf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war erneut ein Krieg entfesselt worden, der die Welt an den Rand eines Dritten Weltkriegs f&uuml;hrte. Wie so h&auml;ufig in seiner Geschichte wurde Korea seine geographische Lage zum Verh&auml;ngnis. Eingekeilt zwischen den &uuml;berm&auml;chtigen Nachbarn China und Sowjetunion und nur durch eine schmale Meerenge vom besiegten Japan getrennt, wo die US-Streitkr&auml;fte das Sagen hatten, bildete die Koreanische Halbinsel im &auml;u&szlig;ersten S&uuml;dosten des asiatischen Kontinents einen milit&auml;rstrategisch bedeutsamen Br&uuml;ckenkopf. Gleichzeitig war sie die Nahtstelle des West-Ost-Konflikts.<\/p><p>In diesem Krieg der verbrannten Erde starben &uuml;ber zwei Millionen Zivilisten, eine Million nordkoreanische und chinesische Soldaten sowie 250.000 Soldaten aus S&uuml;dkorea und 37.000 US-amerikanische GIs. Erst nach monatelangem diplomatischen Ringen kam in dem unwirtlichen Ort Panmunjom am 27. Juli 1953 ein &ndash; bis heute g&uuml;ltiges &ndash; sic! &ndash; Waffenstillstandsabkommen zustande. Unterzeichnet wurde es lediglich von Vertretern Nordkoreas, der Volksrepublik China sowie US-Gener&auml;len im Auftrag der Vereinten Nationen. S&uuml;dkoreas Pr&auml;sident Rhee Syngman wollte den Krieg unbedingt fortsetzen. Erst als Washington einem bilateralen Sicherheitspakt zustimmte, sein in S&uuml;dkorea stationierter Oberbefehlshaber auch die Kommandogewalt &uuml;ber die s&uuml;dkoreanischen Truppen &uuml;bernahm und der s&uuml;dkoreanischen Seite betr&auml;chtliche Wirtschafts-, Finanz- und Milit&auml;rhilfen in Aussicht gestellt wurden, erkl&auml;rte sich Rhee bereit, den Waffenstillstand zu respektieren.<\/p><p><strong>&bdquo;Auf rauchenden Kanonenrohren Reis gekocht&ldquo;<\/strong><\/p><p>Bis heute durchtrennt die Halbinsel eine 240 Kilometer lange sogenannte &bdquo;entmilitarisierte Zone&ldquo;. Ein Euphemismus ohnegleichen: Denn tats&auml;chlich stehen sich dort noch immer ann&auml;hernd eine Million Soldaten gegen&uuml;ber, darunter im S&uuml;den etwa 28.500 US-amerikanische GIs.<\/p><blockquote><p>&bdquo;Unmittelbar nach der Befreiung begann der Kalte Krieg, der eigentlich bis zum Beginn der 1990er Jahre andauerte. Und mit dem Krieg kam die Teilung unseres Landes. Das Tragischste war, dass das allt&auml;gliche Leben stets durch Unterdr&uuml;ckung und Bevormundung gepr&auml;gt war und unsere Familien zerrissen blieben. Die Nord- und S&uuml;dkoreaner mussten Jahre lang auf rauchenden Kanonenrohren ihren Reis kochen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Dies konstatierte Hwang Sok-Yong, einer der bedeutendsten zeitgen&ouml;ssischen s&uuml;dkoreanischen Schriftsteller, im Gespr&auml;ch mit diesem Autor. Seine Kollegin, die 1927 im s&uuml;dkoreanischen Daegu geborene Kim Namjo, beschw&ouml;rte trotz allgegenw&auml;rtiger Zerst&ouml;rung und tiefen Leids, die der Koreakrieg hinterlie&szlig;, einen Neuanfang mit menschlichem Antlitz. In ihrem Gedichtband <em>Windtaufe<\/em> [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] schrieb sie:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Das Leben<br>\nkommt als kalter K&ouml;rper.<br>\nDie gr&uuml;ne Wintergerste,<br>\ndie nackt in der gefrorenen Erde w&auml;chst,<br>\ndie Mutter des Lebens,<br>\nist auch als kalter K&ouml;rper weit gekommen.<\/p>\n<p>Auch die Wahrheit<br>\nkommt zerfallend und brennend,<br>\nhingeworfen und verblutet.<\/p>\n<p>Seht die Winterb&auml;ume,<br>\nwie sie sich mit der Klinge der K&auml;lte pflegen,<br>\nwie die gefallenen Bl&auml;tter<br>\nzur Verf&uuml;gung der Zukunft gerufen werden,<br>\nwie der Ast der Tr&auml;ger neuen Lebens wird.<\/p>\n<p>Wer Zerrissenes und Verformtes nicht lieben kann,<br>\nist kein wahrer Freund,<br>\nwer keinen verwundeten K&ouml;rper k&uuml;ssen kann,<br>\nist kein wahrer Freund.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Titelbild: Vincent Grebenicek\/shutterstock.com<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkungen:<\/strong><\/p><p>[<a href=\"#note_*\" name=\"foot_*\">&laquo;*<\/a>] Dieser Beitrag sowie der morgen auf den NDS ver&ouml;ffentlichte abschlie&szlig;ende zweite Teil bilden den Auftakt einer innerhalb dieses Jahres erscheinenden Artikelserie, in der Rainer Werning in loser Folge unterschiedliche Aspekte des politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in der Republik Korea (S&uuml;dkorea) und in der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) beleuchtet.<\/p><p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.japanwelt.de\/blog\/shinto-schrein-regeln\">https:\/\/www.japanwelt.de\/blog\/shinto-schrein-regeln<\/a> &amp; Steffi Richter (Japanologin): Wo b&ouml;se Geister spuken &ndash; der Yasukuni-Schrein in T&#333;ky&#333; * <a href=\"https:\/\/zeitgeschichte-online.de\/sites\/default\/files\/documents\/yasukuni.pdf\">https:\/\/zeitgeschichte-online.de\/sites\/default\/files\/documents\/yasukuni.pdf<\/a><\/p><p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/It%C5%8D_Hirobumi\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/It%C5%8D_Hirobumi<\/a><\/p><p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Harbin\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Harbin<\/a><\/p><p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] An Chung-gun (auch An Chungg&#365;n bzw. Ahn Jung-geun) &ndash; siehe dazu ausf&uuml;hrlich: The Story of An Chungg&#365;n &ndash; Association for Asian Studies * <a href=\"https:\/\/www.asianstudies.org\/publications\/eaa\/archives\/the-story-of-an-chunggun\/\">https:\/\/www.asianstudies.org\/publications\/eaa\/archives\/the-story-of-an-chunggun\/<\/a><\/p><p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mandschukuo\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mandschukuo<\/a><\/p><p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.munzinger.de\/search\/portrait\/sohn+kee+chung\/1\/2696.html\">https:\/\/www.munzinger.de\/search\/portrait\/sohn+kee+chung\/1\/2696.html<\/a> &amp; Marathon in Berlin: Der lange Lauf von Sohn Kee Chung, Olympiasieger 1936 &ndash; DER SPIEGEL * <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/geschichte\/marathon-in-berlin-der-lange-lauf-von-sohn-kee-chung-olympiasieger-1936-a-1113059.html\">https:\/\/www.spiegel.de\/geschichte\/marathon-in-berlin-der-lange-lauf-von-sohn-kee-chung-olympiasieger-1936-a-1113059.html<\/a><\/p><p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Marion Eggert (Hg. u. &Uuml;bers.) mit Hanju Yang und Mathias G&ouml;ritz: Yisang: Mogelperspektive. Gedichte. Graz: Literaturverlag Droschl, 2005<\/p><p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Kim Namjo: Windtaufe: Gedichte. Aus dem Koreanischen &uuml;bersetzt von Sophia T. Seo. Unkel\/Bad Honnef: Horlemann Verlag, 1996<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterf&uuml;hrende Literatur:<\/strong><\/p><p>Bruce Cumings: Korea&rsquo;s Place in the Sun: A Modern History (updated ed.). New York: W. W. Norton &amp; Co., 2005<\/p><p>Pan-Asianism as an Ideal of Asian Identity and Solidarity, 1850&ndash;Present * <a href=\"https:\/\/apjjf.org\/-Sven-Saaler--Christopher-W--A--Szpilman\/3519\/article.pdf\">https:\/\/apjjf.org\/-Sven-Saaler&ndash;Christopher-W&ndash;A&ndash;Szpilman\/3519\/article.pdf<\/a><\/p><p>Seoul plant Untersuchung zu &Uuml;berresten von Zwangsarbeitern in Fukuoka l KBS WORLD * <a href=\"https:\/\/world.kbs.co.kr\/service\/news_view.htm?lang=g&amp;Seq_Code=89495\">https:\/\/world.kbs.co.kr\/service\/news_view.htm?lang=g&amp;Seq_Code=89495<\/a><\/p><p>&raquo;Sich verleugnen, sich selbst t&auml;uschen&laquo; &ndash; DER SPIEGEL * <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/sich-verleugnen-sich-selbst-taeuschen-a-704fa8cb-0002-0001-0000-000014345099\">https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/sich-verleugnen-sich-selbst-taeuschen-a-704fa8cb-0002-0001-0000-000014345099<\/a><\/p><p>Interview des unabh&auml;ngigen US-amerikanischen TV-Senders Talking Stick (Seattle) with Dr. Rainer Werning on the History of North &amp; South Korea * <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_1loTKOLk_M\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_1loTKOLk_M<\/a><\/p><p>Du-Yul Song\/Rainer Werning: Korea: Von der Kolonie zum geteilten Land. Wien: Promedia Verlag, 2012<\/p><p>Reinhard Z&ouml;llner: Geschichte der japanisch-koreanischen Beziehungen: Von den Anf&auml;ngen bis zur Gegenwart. M&uuml;nchen: Iudicium Verlag, 2017<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem Ende des Koreakrieges im Sommer 1953, der als erster &bdquo;hei&szlig;er&ldquo; Konflikt des Kalten Krieges gilt und mitunter auch als &bdquo;der Krieg vor Vietnam&ldquo; bezeichnet wird, herrscht in diesem Teil Nordostasiens lediglich ein Waffenstillstandsabkommen. Korea hatte in der Region das historische &bdquo;Pech&ldquo;, nach langj&auml;hriger japanischer Kolonialherrschaft auch noch nach Kriegsende infolge imperialer Gro&szlig;machtbestrebungen seitens<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92178\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":92177,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,159,20,171],"tags":[1426,2175,1497,1792,2703,2104,1485,1983,2147,1556,2376,966,2360,2704],"class_list":["post-92178","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-fremdenfeindlichkeit-rassismus","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","tag-hegemonie","tag-interventionspolitik","tag-japan","tag-kolonialismus","tag-korea","tag-kriegsopfer","tag-nordkorea","tag-suedkorea","tag-sowjetunion","tag-usa","tag-waffenstillstandsabkommen","tag-weltkrieg","tag-zivile-opfer","tag-zwangsarbeit"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/230107_titel.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/92178","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=92178"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/92178\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":92181,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/92178\/revisions\/92181"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/92177"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=92178"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=92178"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=92178"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}