{"id":92182,"date":"2023-01-08T12:00:53","date_gmt":"2023-01-08T11:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92182"},"modified":"2023-01-09T10:11:18","modified_gmt":"2023-01-09T09:11:18","slug":"korea-kolonie-teilung-krieg-und-70-jahre-fragiler-frieden-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92182","title":{"rendered":"Korea: Kolonie, Teilung, Krieg und 70 Jahre fragiler Frieden (Teil II)"},"content":{"rendered":"<p>Seit dem Ende des Koreakrieges im Sommer 1953, der als erster &bdquo;hei&szlig;er&ldquo; Konflikt des Kalten Krieges gilt und mitunter auch als &bdquo;der Krieg vor Vietnam&ldquo; bezeichnet wird, herrscht in diesem Teil Nordostasiens lediglich ein Waffenstillstandsabkommen. Korea hatte in der Region das historische &bdquo;Pech&ldquo;, nach langj&auml;hriger japanischer Kolonialherrschaft auch noch nach Kriegsende infolge imperialer Gro&szlig;machtbestrebungen seitens der beiden Siegerm&auml;chte USA und Sowjetunion geteilt zu werden. Im S&uuml;den Koreas sind noch immer etwa 28.500 US-Soldaten stationiert, die gemeinsam mit s&uuml;dkoreanischen Verb&auml;nden regelm&auml;&szlig;ig Milit&auml;rman&ouml;ver abhalten. Was Nordkorea als andauernde Provokation und akute Bedrohung betrachtet und deren Regierung veranlasste, schrittweise ein eigenes Nuklearprogramm zu entwickeln und als &bdquo;nationale Schutzma&szlig;nahme&ldquo; zur neunten Atommacht aufzusteigen. Eine R&uuml;ckblende von <strong>Rainer Werning<\/strong>, deren ersten Teil Sie <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92178\">hier<\/a> nachlesen k&ouml;nnen. [<a href=\"#foot_*\" name=\"note_*\">*<\/a>]<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Ein einziges Tr&uuml;mmerfeld<\/strong><\/p><p>Der dreij&auml;hrige Koreakrieg (1950-53) hinterlie&szlig; ein verw&uuml;stetes Land, das einem gigantischen Tr&uuml;mmerfeld glich. Unvorstellbare Gr&auml;ueltaten waren von s&auml;mtlichen Protagonisten begangen worden und hatten allerorten Hass und z&auml;hlebige Feindbilder gesch&uuml;rt. Die Menschen waren zutiefst traumatisiert, Familien waren durch st&auml;ndige Fluchtbewegungen zerrissen worden.<\/p><p>Um diesen Krieg abzuk&uuml;rzen, gar gewinnbar zu machen, hatte allen Ernstes General Douglas MacArthur, Oberkommandierender der US-Streitkr&auml;fte und gleichzeitig Kommandeur der von den Vereinten Nationen entsandten und aus 15 Staaten rekrutierten Truppen, im Zuge einer zeitweiligen Gegenoffensive in Richtung Yalu, dem Grenzfluss zwischen Nordkorea und der Volksrepublik China, den Einsatz von Atombomben erwogen. Grenznahe chinesische St&auml;dte sollten ab dem Fr&uuml;hjahr 1951&bdquo;pulverisiert&ldquo; und die erst am 1. Oktober 1949 von Mao Zedong ausgerufene Volksrepublik gedem&uuml;tigt werden. Welche und wie viele im Krieg eingesetzten chemischen und bakteriologischen Waffen &ndash; darunter Anthrax (Milzbrand) &ndash; verspr&uuml;ht wurden, sorgt bis heute f&uuml;r (teils heftige) Kontroversen &ndash; siehe dazu beispielsweise die am Ende dieses Beitrags in der Literaturliste aufgef&uuml;hrten Werke von Endicott et al., Shorrock und Leitenberg. Jedenfalls stand die Welt, gerade einmal reichlich f&uuml;nf Jahre nach Hiroshima und Nagasaki, am Abgrund eines neuerlichen atomaren Infernos und Dritten Weltkrieges. General MacArthur musste demissionieren und wurde durch General Matthew Ridgway ersetzt.<\/p><p><strong>Wiederaufbau im Schatten schroffer Systemkonkurrenz<\/strong><\/p><p>Der Koreakrieg kannte keine Sieger; nach dreij&auml;hriger Kriegf&uuml;hrung waren die unterschiedlichen Kriegsparteien gezwungen, fast zur Ausgangslage der milit&auml;rischen Kampfhandlungen entlang des 38. Breitengrads zur&uuml;ckzukehren.<\/p><p>Nordkorea setzte nach dem Krieg auf eine zentral gelenkte Planwirtschaft. Die knappen landwirtschaftlichen Ressourcen, doch ungleich mehr als im S&uuml;den vorhandene mineralischen und metallischen Rohstoffe sollten produktiv genutzt werden. Nach dem Krieg erfolgte die Kollektivierung der Landwirtschaft und gro&szlig;e Staatsfarmen entstanden, in denen feste Einkommen gezahlt wurden. In den Bauernkollektiven hingegen teilten sich deren Mitglieder die erzielten Erl&ouml;se. 1959 betrug das j&auml;hrliche Pro-Kopf-Einkommen in Nordkorea umgerechnet 140 US-Dollar, im S&uuml;den hingegen gerade mal 80 Dollar.<\/p><p>R&uuml;ckhalt und Sympathien f&uuml;r das herrschende Regime Kim Il-Sungs, den ausl&auml;ndische Besucher als volksnah und charismatisch charakterisierten, waren ungleich gr&ouml;&szlig;er, als es die Unterst&uuml;tzung der s&uuml;dkoreanischen Bev&ouml;lkerung f&uuml;r ihre Regime jemals war. Die Regierung in Pj&ouml;ngjang setzte sich &uuml;berdies f&uuml;r den Aufbau eines engmaschigen sozialen Netzes ein, schuf ein umfassendes Bildungs- und Ausbildungssystem und stellte eine kostenlose medizinische Vorsorge und Betreuung der Bev&ouml;lkerung bereit. All das &uuml;bte vor allem in jenen L&auml;ndern eine Faszination aus, die ab 1960 &ndash; vorwiegend in Afrika &ndash; ihre Unabh&auml;ngigkeit erlangt hatten. Mit diesen L&auml;ndern fanden ebenfalls ein reger Handelsaustausch und Besucherverkehr statt. Von einer &bdquo;Abschottung&ldquo; oder &bdquo;Abriegelung&ldquo; der Volksrepublik, wie sie im Westen h&auml;ufig kritisiert wurde und wird, konnte zumindest in diesem Fall keine Rede sein.<\/p><p>Als in den 1960er Jahren zwischen der Volksrepublik China und der Sowjetunion eine hitzige ideologische Debatte &uuml;ber die F&uuml;hrungsrolle in der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung entbrannte, entwickelte die F&uuml;hrung um Kim Il-Sung ihr Konzept einer autarken Entwicklung &ndash; <em>Dschutsche<\/em> (oder auch <em>Juche<\/em>) genannt. Unter Dschutsche versteht die Staats- und Parteif&uuml;hrung Nordkoreas eine Selbstst&auml;ndigkeit auf allen Gebieten &ndash; in der Innen-, Au&szlig;en-, Wirtschafts- und Sicherheitspolitik. Pj&ouml;ngjang bezog seinerzeit weder f&uuml;r Peking noch f&uuml;r Moskau Position. Es bezog Hilfslieferungen von beiden Seiten und besann sich auf die eigenen Kr&auml;fte und mobilisierte die Bev&ouml;lkerung im Geiste seiner Lesart des Marxismus-Leninismus. Mit Blick auf Deutschland war es die Deutsche Demokratische Republik, die nach dem Krieg gro&szlig;z&uuml;gig Hilfe leistete und vor allem die Stadt Hamh&ugrave;ng wieder aufbaute. [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>Ganz anders verlief die Entwicklung s&uuml;dlich des 38. Breitengrads. Von sozialem Frieden und Aufbruchstimmung konnte dort in den ersten Nachkriegsjahren keine Rede sein. Unzufriedenheit &uuml;ber die miserablen Lebensbedingungen und dar&uuml;ber, dass Kr&auml;fte des alten Regimes erneut den Ton in Politik, Wirtschaft und Kultur angaben, sowie Widerstand, Protest und Dissens waren eine Konstante der Nachkriegspolitik. Dort wurde die politisierte Studentenschaft an die Kandare genommen, wurden aufm&uuml;pfige Industriearbeiter geschurigelt. Gewerkschafter, selbst sozial engagierte Gemeindemitarbeiter der Kirchen und Vertreter st&auml;dtischer Industriemissionen, die f&uuml;r freiheitliche Verh&auml;ltnisse k&auml;mpften, wurden in die Illegalit&auml;t gedr&auml;ngt.<\/p><p>S&uuml;dkoreas &bdquo;starker Mann&ldquo; war von 1961 bis 1979 Park Chung-Hee, der der fr&uuml;heren Kolonialmacht Japan als Leutnant Okamoto Minoru treu gedient hatte. Im Mai 1961 putschte sich Generalmajor Park an die Macht, nachdem ein Jahr zuvor der h&ouml;chst unpopul&auml;re Pr&auml;sident Rhee Syngman zur&uuml;ckgetreten war. Parks Credo: Ein dynamisches Wirtschaftswachstum, koste es, was es wolle, um den Norden politisch auszustechen, ihn sich einzuverleiben und so die nationale Einheit wieder herzustellen. Exportorientierte Industrialisierung hie&szlig; fortan die Zauberformel. Die L&ouml;hne wurden ebenso niedrig gehalten wie die Preise f&uuml;r Produkte aus der Landwirtschaft, Gewerkschaften blieben ausgeschaltet, Streiks und Proteste waren verboten. Durch zentralstaatliche Lenkung entstanden Wirtschafts- und Finanzkonglomerate (<em>chaebol<\/em>), die vor Konkurrenz aus dem Ausland abgeschottet blieben. &Uuml;berdies avancierte S&uuml;dkorea nach dem Koreakrieg zu einem von Washington massiv mit Wirtschafts-, Finanz- und Milit&auml;rhilfen aufgep&auml;ppelten antikommunistischen &bdquo;Frontstaat&ldquo; par excellence &ndash; mit Japan eingebunden in ein US-dominiertes Milit&auml;rb&uuml;ndnis.<\/p><p>Unter Pr&auml;sident Park Chung-Hee erlebte S&uuml;dkorea eine Entwicklung im Zeitraffertempo. Ein r&uuml;ckst&auml;ndiges Agrarland verwandelte sich in atemberaubendem Tempo in eine von High-Tech gepr&auml;gte kapitalistische Dom&auml;ne. Wof&uuml;r Westeuropa weit &uuml;ber zwei Jahrhunderte, Japan etwa ein Jahrhundert ben&ouml;tigte &ndash; das vollzog sich in S&uuml;dkorea binnen dreier Jahrzehnte. Es war ein entfesselter Kapitalismus &ndash; martialisch zugerichtet. Im Dezember 1971 rief Park den &bdquo;nationalen Notstand&ldquo; aus und im Oktober 1972 wurde die Verfassung au&szlig;er Kraft gesetzt und das Kriegsrecht verh&auml;ngt &ndash; im Sinne einer pr&auml;ventiven Konterrevolution. In der Region n&auml;mlich grassierte die Furcht, nach der bereits absehbaren Niederlage der USA in Vietnam k&ouml;nnten weitere s&uuml;dostasiatische L&auml;nder &bdquo;kommunistisch&ldquo; werden. Staatliche Planungsbeh&ouml;rden gaben in F&uuml;nfjahrespl&auml;nen vor, wie viel in welche Produktionszweige investiert werden sollte. Von 1971 bis 1979 war die j&auml;hrliche Wachstumsrate zweistellig. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen stieg von umgerechnet knapp 200 auf &uuml;ber 1.300 US-Dollar und erreichte 3.900 Dollar, als sich Seoul 1988 als Austragungsort der 24. Olympischen Sommerspiele herausgeputzt hatte. Binnen drei Dekaden wuchs das Bruttoinlandsprodukt um das Hundertfache.<\/p><p>Die Kehrseiten dieser einzigartigen Erfolgsstory: Auf der Strecke blieb eine hoch verschuldete b&auml;uerliche Bev&ouml;lkerung. Verarmung und Landflucht lie&szlig;en die Zahl der Industriearbeiter und Menschen im Dienstleistungssektor anschwellen, die neben den weltweit h&ouml;chsten Unfallraten am Arbeitsplatz auch die l&auml;ngsten Wochenarbeitszeiten erdulden mussten:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Ich gehe fr&uuml;h um sieben los und komme nachts um halb zw&ouml;lf zur&uuml;ck. Um Mitternacht esse ich zu Abend. So geht das jeden Tag. Wir arbeiten l&auml;nger als andere, doppelt so lang wie sie. Nach einer Stunde Fahrt erreicht der Bus die Fabrik. Wie ein Gef&auml;ngnis sieht die aus &ndash; ein Backsteingeb&auml;ude mit nur wenigen Fenstern. Unser Arbeitsraum ist eine gro&szlig;e Halle, unterteilt durch h&ouml;lzerne Trennw&auml;nde. An der Seite der Halle sind keine Fenster. Vielleicht will die Firma nicht, dass jemand hinausschaut. Es riecht nach Staub. Die paar Ventilatoren reichen nicht aus f&uuml;r diesen Riesenraum voll Material, N&auml;hmaschinen, Menschen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>So beschrieb in den 1980er Jahren eine N&auml;herin gegen&uuml;ber dem Kinderhilfswerk <em>Terre des Hommes<\/em> ihren Tagesablauf auf dem Seouler Friedensmarkt, wo in Klitschen dicht an dicht Textilien gefertigt wurden. Ob solcher Bedingungen frohlockte ausl&auml;ndisches Kapital &ndash; einschlie&szlig;lich westdeutsches:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Deutsche Unternehmen finden in dem Partnerland Korea ein wirtschaftliches Umfeld, das interessante Perspektiven f&uuml;r die Unternehmensentwicklung er&ouml;ffnet.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Dies schrieb beispielsweise Harald Koch, Berater f&uuml;r Korea, in der ersten Ausgabe des Jahres 1986 der <em>&Uuml;bersee Rundschau<\/em>. Ein wichtiges Kriterium f&uuml;r dieses Umfeld war laut dem Berater f&uuml;r Korea die:<\/p><blockquote><p>&bdquo;(&hellip;) gro&szlig;e Zahl von leistungsbereiten, lernwilligen, disziplinierten und einsatzfreudigen, dabei jedoch anspruchslosen Arbeitskr&auml;ften. Der Arbeitsrhythmus: In der koreanischen Industrie werden regelm&auml;&szlig;ig 55 Stunden pro Woche gearbeitet, h&auml;ufig auch noch am Sonntag, wobei keine &Uuml;berstunden berechnet werden.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Widerstand regte sich auf vielf&auml;ltige Weise und erzeugte eine eigene, vom <em>Minjung<\/em> organisierte Kultur des Widerstands. Zum Minjung &ndash; frei &uuml;bersetzt: &bdquo;die da unten&ldquo; &ndash; z&auml;hlten die Marginalisierten und Randgruppen der Gesellschaft: verarmte Bauern, f&uuml;r Spottl&ouml;hne schuftende Arbeiter, Leute in den Armenvierteln, politische Gefangene und ihre Angeh&ouml;rigen, wegen Gewerkschaftst&auml;tigkeit entlassene Lehrer. Das Besondere an alledem: In der Kultur des Minjung gab es keine Zuschauer, nur Beteiligte. In der Sicht der Herrschenden ein zutiefst subversives Unterfangen.<\/p><p><strong>Gwangju als Z&auml;sur<\/strong><\/p><p>Am 26. Oktober 1979 wurde Park Chung-Hee Opfer seiner eigenen Soldateska, erschossen vom Geheimdienstchef Kim Jae-Kyu. Unruhen im Lande und innermilit&auml;rischen Zwist nutzte eine Gruppe um Generalleutnant Chun Doo-Hwan geschickt f&uuml;r ihre eigenen Interessen aus. Mitte Mai 1980 verh&auml;ngte das Milit&auml;r versch&auml;rftes Kriegsrecht. In der s&uuml;dwestlichen Provinz S&uuml;d-Cholla und deren Hauptstadt Gwangju kam es zu den heftigsten regimekritischen Protesten. Im Mai 1980 machten 200.000 B&uuml;rger und Studenten der Stadt, gut ein Viertel der damaligen Gesamtbev&ouml;lkerung, in friedlichen Umz&uuml;gen ihrem &Auml;rger &uuml;ber die M&auml;chtigen in Seoul Luft. Erst das brutale Eingreifen einer Eliteeinheit von Fallschirmj&auml;gern f&uuml;hrte zu gewaltt&auml;tigen Stra&szlig;enschlachten. Die Lage radikalisierte sich rasch, als durchsickerte, dass Sicherheitskr&auml;fte selbst Verletzte in Krankenh&auml;usern vom Operationstisch gerissen und aus dem Fenster geworfen hatten. Solche Gr&auml;ueltaten brachten aufgebrachte B&uuml;rger dazu, Waffen- und Munitionsdepots zu st&uuml;rmen und die &bdquo;Freistadt Gwangju&ldquo; auszurufen.<\/p><p>Danach erlebte Gwangju sechs Tage tr&uuml;gerischer Freiheit. Die erbeuteten Waffen wurden eingesammelt und im Regierungsgeb&auml;ude gelagert, wo sich eine provisorische Verwaltung etabliert hatte. Die Aufst&auml;ndischen fanden vielfache Unterst&uuml;tzung, doch der Belagerungsring um die Stadt zog sich immer enger. Als die Truppen in der Nacht zum 27. Mai das Stadtzentrum st&uuml;rmten, jedes Haus durchk&auml;mmten, Hunderte verhafteten, darunter zehnj&auml;hrige Kinder, demonstrierten erneut 40.000 Menschen w&uuml;tend auf den Stra&szlig;en. Die Herrschenden sahen sich herausgefordert und die &bdquo;nationale Sicherheit&ldquo; gef&auml;hrdet. Da sie bef&uuml;rchteten, der &bdquo;feindliche Bruder&ldquo;, das kommunistische Nordkorea, k&ouml;nnte die instabile Lage zu seinen Gunsten ausnutzen, setzte die Diktatur das ein, worauf sie ihre Macht vorrangig st&uuml;tzte &ndash; Bajonette. Die Bilanz des martialischen Gro&szlig;einsatzes s&uuml;dkoreanischer Eliteeinheiten aus Armee und Polizei in Gwangju: 200 Tote gem&auml;&szlig; Regierungsangaben, &uuml;ber 2.000 Tote laut B&uuml;rger- und Menschenrechtsorganisationen.<\/p><p>Als Folge des Gwangju-Massakers gerieten landesweit US-Kultureinrichtungen ins Visier von Brandstiftern. Denn sowohl der Chef des gemeinsamen US-amerikanisch-s&uuml;dkoreanischen Oberkommandos, General John A. Wickham, als auch William H. Gleysteen, damals US-Botschafter in Seoul, hatten Kenntnis davon, dass s&uuml;dkoreanische Eliteeinheiten von ihren Stellungen entlang der Grenze zu Nordkorea abkommandiert und nach Gwangju verlegt worden waren.<\/p><p>Tim Shorrock, ein US-amerikanischer Publizist, erhielt Mitte der 1990er Jahre Einsicht in mehrere hundert Seiten Milit&auml;rakten, die die Kommunikation zwischen Washington und Seoul vor und nach dem Gwangju-Massaker betrafen. Eingeweiht war demnach neben dem amtierenden Pr&auml;sidenten Jimmy Carter nur ein kleiner Kreis von Geheimdienstleuten und Mitarbeitern aus dem Wei&szlig;en Haus, State Department und Pentagon. Die Runde verpflichtete sich zu strikter Geheimhaltung. Shorrock gelangte nach seinen Recherchen zu dem Fazit: Die verantwortlichen US-Stellen in beiden Hauptst&auml;dten duldeten im Eigeninteresse die Handlungen der s&uuml;dkoreanischen Soldateska. Chun Doo-Hwan fiel f&uuml;r sein martialisches Vorgehen in Gwangju keineswegs in Ungnade. Im Gegenteil: Der General genoss im Februar 1981 das Privileg, als erster ausl&auml;ndischer Staatschef vom neu gew&auml;hlten US-Pr&auml;sidenten Ronald Reagan ins Wei&szlig;e Haus eingeladen zu werden!<\/p><p>So bedr&uuml;ckend die Ereignisse im Mai 1980 waren, sie trugen dazu bei, den antikommunistischen Konsens aufzubrechen und das Vertrauen in die Regierenden zu ersch&uuml;ttern. Das immer wieder und langj&auml;hrig beschworene Bedrohungsszenario, Nordkorea wolle den S&uuml;den &bdquo;schlucken&ldquo;, entpuppte sich als Zweckl&uuml;ge. Es waren s&uuml;dkoreanische Soldaten gewesen, die auf s&uuml;dkoreanische Zivilisten geschossen hatten. Au&szlig;erdem zerbarst der Schutzmacht-Mythos der USA, denn die im Lande stationierten GIs hatten zuallererst die politischen und milit&auml;rstrategischen Interessen einer Gro&szlig;macht zu wahren.<\/p><p><strong>Feindbildproduktion auf Hochtouren<\/strong><\/p><p>&bdquo;Der Irre mit der Bombe&ldquo; lautete der rei&szlig;erische Titel des Wochenmagazins <em>Der SPIEGEL<\/em> in seiner Ausgabe vom 14. Februar 2004. Das Titelfoto zeigte einen grinsenden Kim Jong-Il, Sohn des nordkoreanischen Staatsgr&uuml;nders und Pr&auml;sidenten auf Lebenszeit, Kim Il-Sung, inmitten eines surrealen Umfeldes aus Wasser, Blumen und startbereiten beziehungsweise bereits gez&uuml;ndeten Raketen. In der Titelgeschichte des SPIEGEL hie&szlig; es:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Kims martialische Geltungssucht, gen&auml;hrt aus fast schon krankhafter Angst ums eigene Wohlbefinden, hat wohl auch pers&ouml;nliche Gr&uuml;nde. Schon k&ouml;rperlich l&auml;sst der 1,60 Meter kleine Diktator kaum eine Gelegenheit aus, sich aufzuplustern. Mit Vorliebe tr&auml;gt er hochhackige Schuhe. Auch durch seine gef&ouml;hnte Frisur macht er sich gr&ouml;&szlig;er, als er ist. (&hellip;) Nachdem seine Mutter 1949 gestorben war, litt der Sohn unter den Intrigen der herrschs&uuml;chtigen Stiefmutter Kim Song-Ae, die einen eigenen Spross zum Erben heranziehen wollte. Kim wuchs praktisch ohne Mutter auf, der autorit&auml;re Vater beachtete ihn kaum.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Kim Jong-Il &ndash; ein seit seiner Jugend ungeliebter Psychopath an der Spitze eines Zombie-Staates? Kim Il-Sung &ndash; Gr&uuml;nder eines post-stalinistischen Gulag-Staates? Diesen Eindruck suggerierten Aufmacher wie der im <em>SPIEGEL<\/em>. &Auml;hnliche Geschichten hatten zuvor US-Magazine wie <em>TIME<\/em> und <em>Newsweek<\/em> ver&ouml;ffentlicht oder der britische <em>Economist<\/em> &ndash; von Boulevardbl&auml;ttern ganz zu schweigen. Und US-Pr&auml;sident George W. Bush bezeichnete Kim Jong-Il bei einem Treffen in Schanghai als &bdquo;Pygm&auml;en&ldquo;. Andere Meinungen, zumindest im Westen, waren verp&ouml;nt oder selten. Die deutsche Schriftstellerin Luise Rinser schrieb &uuml;ber Nordkoreas Staatsgr&uuml;nder Kim Il-Sung in ihrem 1981 ver&ouml;ffentlichten <em>Nordkoreanischen Reisetagebuch<\/em>:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Das ist ein Bauer, eine Vaterfigur, mit einer starken und warmen Ausstrahlung, ganz in sich ruhend, heiter, freundlich, ohne Falschheit, mit gelassenen Bewegungen und ruhigem Blick, ganz einfach, ohne jedes Imponiergehabe, witzig und humorvoll auch (&hellip;) Der Sozialismus Nordkoreas ist der Sozialismus mit dem menschlichen Antlitz, wie ihn Dub&#269;ek f&uuml;r die Tschechoslowakei wollte und wie ihn die Sowjets niedergeschlagen haben. Aber Kim Il-Sung f&uuml;hrt ihn weiter. Seine Ideologie und seine Praxis, das ist die Alternative, der Dritte Weg. Der Westen sollte sich intensiv mit ihm befassen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Im Sommer 1994 hatte es den Anschein, als st&uuml;nde die koreanische Halbinsel erneut an der Schwelle eines milit&auml;rischen Konflikts. In den U-Bahnen der s&uuml;dkoreanischen Metropole Seoul warnten Poster und Lautsprecherhinweise verst&auml;rkt vor &bdquo;kommunistischen Agenten&ldquo; aus dem Norden. Die Bev&ouml;lkerung solle stets auf der Hut sein, denn die &bdquo;Kommunisten&ldquo; w&uuml;rden sich als Wolf im Schafspelz tarnen. H&auml;ufiger als sonst heulten Alarmsirenen auf und fanden Luftschutz&uuml;bungen statt. In einigen Vierteln Seouls kam es zu Hamsterk&auml;ufen. Die Menschen deckten sich vor allem mit Instant-Nudelgerichten ein. Die Lage war prek&auml;r und spitzte sich dramatisch zu. Dazu merkte der US-amerikanische Korea-Experte und an der University of Chicago lehrende Historiker Bruce Cumings an:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Im Mai 1994 entnahmen die Nordkoreaner dem Reaktor 8.000 Brennst&auml;be, die gen&uuml;gend Plutonium enthielten, um f&uuml;nf oder sechs Atombomben herzustellen. Ende Juni war US-Pr&auml;sident Clinton fast schon zum Krieg entschlossen. Doch als der US-Oberbefehlshaber in Korea, General Gary Luck, Clinton dar&uuml;ber informierte, dass ein neuer koreanischer Krieg mindestens sechs Monate dauern und bis zu 100.000 US-Soldaten das Leben kosten k&ouml;nnte, lenkte der Pr&auml;sident ein. Gl&uuml;cklicherweise griff dann Jimmy Carter ein. Er flog nach Pj&ouml;ngjang und handelte direkt mit dem damaligen Staatschef Kim Il-Sung einen Vertrag aus, demzufolge der Kernkraftkomplex Yongbyon stillgelegt wurde.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Entsch&auml;rft wurde die Atomkrise am 21. Oktober 1994 in Genf. Dort trafen die USA und Nordkorea eine Rahmenvereinbarung [<em>Agreed Framework<\/em> &ndash; [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]] &uuml;ber den Umbau des nordkoreanischen Nuklearprogramms in Yongbyon. F&uuml;r seinen Verzicht, dieses weiterzuentwickeln, sollte Pj&ouml;ngjang bis zum Jahre 2003 zwei 1.000-Megawatt-Leichtwasserreaktoren und bis dahin j&auml;hrlich 500.000 Tonnen Schwer&ouml;l und Kohle erhalten. Am wichtigsten aber war, dass Pj&ouml;ngjang in einem Zusatzprotokoll eine Sicherheitsgarantie erhielt.<\/p><p>Erstmalig seit dem Koreakrieg waren im Sommer 1994 die Protokollchefs in Seoul und Pj&ouml;ngjang damit befasst, ein gemeinsames Treffen der regierenden Pr&auml;sidenten Kim Young-Sam und Kim Il-Sung vorzubereiten. Doch inmitten der Vorbereitungen des ersten Gipfeltreffens beider koreanischer Staatschefs starb Mitte Juli 1994 pl&ouml;tzlich der &bdquo;Gro&szlig;e F&uuml;hrer&ldquo; Kim Il-Sung. Hochdotierte Analysten diverser Denkfabriken im Westen machten Nordkorea flugs als Hort erbitterter, unkalkulierbarer Nachfolgek&auml;mpfe aus und prophezeiten dem Land eine &auml;hnlich rasche Implosion wie der Sowjetunion und Osteuropa.<\/p><p><strong>Nord-S&uuml;d-Ann&auml;herungen im Zickzackkurs<\/strong><\/p><p>Seit dem Koreakrieg gab es bis zum Jahreswechsel 2017\/2018 seitens Seouls und Pj&ouml;ngjangs nur drei gr&ouml;&szlig;ere Anl&auml;ufe, um das hartn&auml;ckig von Feindbildern besetzte Verh&auml;ltnis halbwegs zu entkrampfen. Jedes Mal jedoch waren au&szlig;enpolitische Faktoren mitverantwortlich daf&uuml;r, dass die Friedenssuche in neuerliche Konfrontation umschlug. Der erste Anlauf geschah im Sommer 1972. Am 4. Juli 1972 schlug die in beiden Hauptst&auml;dten gleichzeitig bekanntgegebene <em>&bdquo;Gemeinsame S&uuml;d-Nord-Erkl&auml;rung &uuml;ber die friedliche nationale Wiedervereinigung&ldquo;<\/em> wie eine Bombe ein. Darin hie&szlig; es:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Beide Seiten einigen sich &uuml;ber folgende Prinzipien der Wiedervereinigung des Vaterlandes:<br>\nErstens: Die Wiedervereinigung soll unabh&auml;ngig, das hei&szlig;t, ohne sich auf eine fremde Macht zu st&uuml;tzen noch mit deren Einmischung erreicht werden.<br>\nZweitens: Die Wiedervereinigung soll mit friedlichen Mitteln, das hei&szlig;t ohne Waffeneinsatz der einen Seite gegen die andere verwirklicht werden.<br>\nDrittens: Die gro&szlig;e nationale Einheit soll vor allem durch ein gemeinsames Nationalgef&uuml;hl gef&ouml;rdert werden, ungeachtet der Unterschiede der Ideologien, Ideale und Systeme.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Zugleich wurde vereinbart, dass ein noch zu schaffendes Nord-S&uuml;d-Koordinationskomitee die drei gemeinsamen Prinzipien realisiert. Der in Korea v&ouml;llig unerwartete Besuch von US-Pr&auml;sident Richard Nixon in der Volksrepublik China und die Verh&auml;ngung des Kriegsrechts in S&uuml;dkorea im Jahre 1972 machten jedoch die hehre <em>&bdquo;Gemeinsame S&uuml;d-Nord-Erkl&auml;rung&ldquo;<\/em> auf Jahre zur Makulatur.<\/p><p>Rund 18 Jahre sp&auml;ter, um die Jahreswende 1990\/1991, handelten Nord- und S&uuml;dkorea einen Auss&ouml;hnungs- und Normalisierungsvertrag aus, der den beiderseitigen Austausch in den Bereichen Kultur, Wirtschaft und Politik vorsah und gegenseitige Besuchsprogramme erm&ouml;glichen sollte. Auch das h&ouml;rte sich vielversprechend an. Doch die Vertragsunterzeichnung fiel ausgerechnet in eine f&uuml;r Nordkorea bedeutsame Umbruchphase. In Berlin war die Mauer gefallen, der Zusammenbruch der Sowjetunion und anderer realsozialistischer Regime in Osteuropa stand bevor.<\/p><p>F&uuml;r Pj&ouml;ngjang bedeutete die Politik von <em>Glasnost<\/em> und <em>Perestrojka<\/em> in der Sowjetunion unter Michail Gorbatschow nichts Gutes. &Ouml;ffnung und Transparenz &ndash; das ging der nordkoreanischen Nomenklatur entschieden zu weit. Sie witterte darin eine &ndash; so w&ouml;rtlich &ndash; &bdquo;ideologische Kontaminierung&ldquo;, zog ihre im Ausland stationierten beziehungsweise dorthin beorderten Kader und Techniker kurzerhand ab und holte sie wieder nach Hause. Auf die Umbruchphase im Osten reagierte Pj&ouml;ngjang auf seine Weise. Die DVRK schottete sich gegen&uuml;ber der Au&szlig;enwelt ab, setzte noch st&auml;rker auf ideologische Erziehung, entwarf das Konzept des &bdquo;Sozialismus in den eigenen Farben&ldquo; und propagierte den &bdquo;starken und gedeihenden Staat&ldquo;. Diesmal war es der Norden, der den innerkoreanischen Ann&auml;herungsprozess aussetzte. Nach dem Tod des &bdquo;Gro&szlig;en F&uuml;hrers&ldquo; Kim Il-Sung im Sommer 1994 folgten Jahre verheerender D&uuml;rre und &Uuml;berschwemmungen. Veraltete Wirtschaftsbetriebe, die abrupte Umstellung des Handels auf Devisenbasis und immense R&uuml;stungsausgaben f&uuml;hrten das Land nahezu in den Ruin.<\/p><p>Die dritte Ann&auml;herung zwischen Nord- und S&uuml;dkorea begann Mitte Juni 2000. Am 13. Juni genoss die nordkoreanische F&uuml;hrung als Gastgeber des ersten innerkoreanischen Gipfeltreffens den geschichtstr&auml;chtigen Moment, dass die Staatschefs beider Teilstaaten, Kim Dae-Jung und Kim Jong-Il, Freundlichkeiten per Handschlag austauschten. Zwei Tage sp&auml;ter, am 15. Juni 2000, vereinbarten beide Staatsm&auml;nner die historische <em>Nord-S&uuml;d-Deklaration<\/em>. &Uuml;ber Familienzusammenf&uuml;hrung und gegenseitige Besuchsprogramme hinaus sah diese eine enge Kooperation in den Bereichen Kultur, Handel, Wirtschaft und Milit&auml;r vor.<\/p><p>M&ouml;glich geworden war dieses erste Zusammentreffen der beiden m&auml;chtigsten Politiker in Seoul und Pj&ouml;ngjang durch den Amtsantritt Kim Dae-Jungs im Februar 1998. Der einstige Staatsfeind Nummer Eins in S&uuml;dkorea zog siegreich ins Blaue Haus ein, dem Sitz des Pr&auml;sidenten, und verk&uuml;ndete eine &bdquo;Sonnenscheinpolitik&ldquo; gegen&uuml;ber dem Norden.<\/p><p>Kim Dae-Jungs &bdquo;Sonnenscheinpolitik&ldquo; erfolgt aus pragmatischen Erw&auml;gungen. Seitdem klar geworden war, welch gewaltige Kosten S&uuml;dkorea aufgeb&uuml;rdet w&uuml;rden, verfolgte es eine (Wieder)-Vereinigungspolitik analog dem deutschen Beispiel, verfl&uuml;chtigte sich die bis dahin in Seoul gen&auml;hrte Euphorie, man k&ouml;nne sich den Norden irgendwann aufgrund der eigenen haushohen wirtschaftlichen &Uuml;berlegenheit einverleiben. Der wirtschaftlich arg gebeutelte Norden und die mit einer raschen Vereinigung verbundenen unkalkulierbaren sozialen Konsequenzen waren auf einmal eine Kr&ouml;te, die keiner schlucken wollte. <em>Wandel durch Handel, Ann&auml;herung statt Destabilisierung<\/em> &ndash; lautete deshalb die Devise in Seoul. Kim Dae-Jung bezog sich da ausdr&uuml;cklich auf die Ostpolitik von Bundeskanzler Willy Brandt, wenngleich er die Situation beider L&auml;nder nicht f&uuml;r vergleichbar hielt:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Es gibt viele Unterschiede zur deutschen Situation: In Deutschland gab es vor der Wiedervereinigung regelm&auml;&szlig;ige Kontakte zwischen Ost und West. Die Ostdeutschen wussten viel &uuml;ber Westdeutschland. Wir hatten bisher keinerlei Umgang zwischen Nord und S&uuml;d. Es gibt nicht mal einen Briefverkehr. Au&szlig;erdem sind die wirtschaftlichen Unterschiede bei uns viel zu gro&szlig;. Nordkorea ist arm und wir im S&uuml;den sind nicht stark genug, um den Norden zu &uuml;berleben. Wir haben so viele Probleme, die Deutschland nicht hatte, daher ist die Situation nicht vergleichbar.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Dieser dritte Anlauf einer Nord-S&uuml;d-Verst&auml;ndigung auf der Koreanischen Halbinsel schien aussichtsreich zu verlaufen, zumal dieser Prozess auch im Ausland (inklusive der EU) breite Unterst&uuml;tzung fand. F&uuml;r seine &bdquo;Sonnenscheinpolitik&ldquo; erhielt der s&uuml;dkoreanische Pr&auml;sident im Jahre 2000 den Friedensnobelpreis. Zwar geh&ouml;ren zu einer Friedensregelung mindestens zwei Parteien. Doch das Nobel-Komitee mochte Nordkoreas Staatschef Kim Jong-Il nicht aufwerten.<\/p><p>Was zu Beginn des Jahres 2001 vielversprechend auf einen behutsamen Entspannungsprozess auf der Koreanischen Halbinsel hindeutete, geriet kurz nach dem Amtsantritt von George W. Bush aus den Fugen. Selten d&uuml;rfte im Wei&szlig;en Haus ein ausl&auml;ndisches Staatsoberhaupt, dazu noch ein gerade erst mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnetes, derma&szlig;en br&uuml;skiert worden sein, wie das Anfang M&auml;rz 2001 dem s&uuml;dkoreanischen Pr&auml;sidenten Kim Dae-Jung widerfuhr. Anl&auml;sslich dieses ersten Staatsbesuchs eines asiatischen Regierungschefs beim neuen Chef im Wei&szlig;en Haus nannte Pr&auml;sident Bush Nordkorea am 7. M&auml;rz 2001 einen &bdquo;Bedrohungsfaktor in Ostasien&ldquo;, mit dem Gespr&auml;che ausgesetzt und erst nach einer kompletten Neubestimmung der US-Asienpolitik wieder aufgenommen w&uuml;rden. Als er auch noch den innerkoreanischen Dialog in Zweifel zog, diesen sogar als &bdquo;naiv&ldquo; abkanzelte, standen Kim Dae-Jung samt Entourage wie begossene Pudel da. Einen Tag zuvor, am 6. M&auml;rz 2001, hatte Au&szlig;enminister Colin Powell den noch zuversichtlich gestimmten G&auml;sten aus Seoul versichert, er werde &bdquo;die vielversprechenden Elemente der Nordkorea-Politik seiner Vorg&auml;ngerin Madeleine Albright weiterentwickeln&ldquo;.<\/p><p><strong>Abrupte Kehrtwende &amp; &bdquo;Achse des B&ouml;sen&ldquo;<\/strong><\/p><p>Sofort brachen alte Wunden wieder auf und lie&szlig;en die Propagandamaschinen erneut auf Hochtouren laufen. Pj&ouml;ngjang brandmarkte im Staatsrundfunk und in der <em>Rodong Shinmun<\/em>, dem Zentralorgan der herrschenden <em>Partei der Arbeit (PdAK)<\/em>, die USA als eine &bdquo;Nation von Kannibalen, befallen von moralischer Lepra&ldquo; und warnte Washington vor provokativen Aktionen:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Sollten die US-Imperialisten die Konfrontation wagen, wird ihnen tausendfach Rache zuteil.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>In seinem Buch <em>&bdquo;Bush at War&ldquo;<\/em> zitierte der Journalist Bob Woodward den US-Pr&auml;sidenten George W. Bush mit den Worten:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Ich hasse Kim Jong-Il und w&uuml;rde am liebsten das Regime in Pj&ouml;ngjang st&uuml;rzen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Dieses reagierte prompt, verwies die Inspektoren der <em>Internationalen Atomenergie-Beh&ouml;rde (IAEA)<\/em> des Landes, lie&szlig; den Atomreaktor in Yongbyon mit neuen Brennst&auml;ben beladen und erkl&auml;rte im Januar 2003 den Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag. Nachdem Bush im Januar 2002 die &bdquo;Achse des B&ouml;sen&ldquo; (nebst Nordkorea der Iran und Irak) erfunden hatte, ersetzte er im September 2002 die traditionelle Politik der Eind&auml;mmung durch eine neue Strategie pr&auml;ventiver Milit&auml;rschl&auml;ge, das hei&szlig;t des Pr&auml;ventivkriegs, wonach ein Land anzugreifen sei, von dem die USA glauben, es k&ouml;nnte zuerst angreifen. Dazu merkte der bereits zitierte Korea-Experte Bruce Cumings an:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Das Prinzip des Atomwaffensperrvertrags lautet, dass Staaten ohne Nuklearwaffen nicht von denen bedroht werden d&uuml;rfen, die Atomwaffen besitzen. Dennoch k&ouml;nnte der Einsatz von Atomwaffen gerechtfertigt sein &ndash; dann n&auml;mlich, wenn das &Uuml;berleben eines ganzen Staates auf dem Spiel st&uuml;nde. Demnach jedenfalls ist es eher gerechtfertigt, dass Nordkorea Atomwaffen produziert, als dass die USA dem &sbquo;nichtnuklearen Staat&rsquo; Nordkorea die Vernichtung androhen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Pj&ouml;ngjang sah sich herausgefordert und bangte um das &Uuml;berleben seines Regimes, als im M&auml;rz 2003 US-Streitkr&auml;fte in den Irak einmarschierten. Seitdem beharrt es &bdquo;auf dem Recht, ein gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliches Abschreckungspotenzial zum Selbstschutz zu unterhalten&ldquo;. Eine Position, die Pj&ouml;ngjang nachdr&uuml;cklich bekr&auml;ftigte, als der ehemalige NATO-Oberbefehlshaber Wesley Clark Ende Mai 2005 gegen&uuml;ber dem Fernsehsender <em>CNN<\/em> betonte, die Volksrepublik notfalls gem&auml;&szlig; des damals existierenden Planungskonzepts <em>CONPLAN 8022<\/em> durch &bdquo;zielgenaue Nuklearschl&auml;ge auszuschalten&ldquo;. Kein Wunder, dass die zwischenzeitlich auf Initiative Beijings ins Leben gerufene Sechser-Gespr&auml;chsrunde [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] letztlich zu keinem Durchbruch f&uuml;hrte. Ein Grunddilemma bestand darin, dass die Hauptkontrahenten darauf beharrten, die jeweils andere Seite m&ouml;ge sich zuerst bewegen &ndash; gem&auml;&szlig; der Devise: &bdquo;Erst du, dann ich!&ldquo;<\/p><p>Pj&ouml;ngjang will mit Washington direkt und auf Augenh&ouml;he verhandeln und ihm eine Sicherheitsgarantie abtrotzen. Das aber lehnten die USA, die auch sieben Jahrzehnte nach dem Ende des Koreakriegs noch immer ein betr&auml;chtliches milit&auml;risches Truppenkontingent in der Region unterhalten [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>], bis dato kategorisch ab und verlangten von Nordkorea eine umfassende und verifizierbare Denuklearisierung. [<a href=\"#foot_**\" name=\"note_**\">**<\/a>] Eine Forderung, die offensichtlich heute obsolet geworden ist.<\/p><p>Titelbild: Joshua Davenport\/shutterstock.com<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkungen:<\/strong><\/p><p>[<a href=\"#note_*\" name=\"foot_*\">&laquo;*<\/a>] Dieser Beitrag sowie der gestern auf den NDS ver&ouml;ffentlichte erste Teil bilden den Auftakt einer innerhalb dieses Jahres erscheinenden Artikelserie, in der Rainer Werning in loser Folge unterschiedliche Aspekte des politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in der Republik Korea (S&uuml;dkorea) und in der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) beleuchtet.<\/p><p>[<a href=\"#note_**\" name=\"foot_**\">&laquo;**<\/a>] Die Debatten um Nordkoreas Nuklearprogramm vor und nach den historischen Gipfeltreffen im Jahre 2018 zwischen Kim Jong-Un und US-Pr&auml;sident Donald Trump sowie zwischen Kim und S&uuml;dkoreas Pr&auml;sidenten Moon Jae-In werde ich in einem gesonderten Beitrag behandeln.<\/p><p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] R&uuml;diger Frank: Die DDR und Nordkorea: Der Wiederaufbau der Stadt Hamh&ugrave;ng in Nordkorea von 1954 &ndash; 1962. Aachen: Shaker Verlag, 1996 &amp; Deutsche Arbeitsgruppe Hamh&#365;ng * <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutsche_Arbeitsgruppe_Hamh%C5%ADng\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutsche_Arbeitsgruppe_Hamh%C5%ADng<\/a><\/p><p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] The U.S.-North Korean Agreed Framework at a Glance | Arms Control Association * <a href=\"https:\/\/www.armscontrol.org\/factsheets\/agreedframework\">https:\/\/www.armscontrol.org\/factsheets\/agreedframework<\/a><\/p><p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Die Sechsergespr&auml;che oder auch Sechs-Parteien-Gespr&auml;che, an denen neben dem Gastgeberland China die USA, Russland, Japan sowie Nord- und S&uuml;dkorea teilnahmen, begannen im August 2003, endeten im Dezember 2008, durchliefen sechs Runden und f&uuml;hrten aufgrund unterschiedlicher Interessen zu keinem gemeinsamen Konsens. Pj&ouml;ngjang forderte nicht nur die Installierung versprochener Leichtwasserreaktoren, sondern auch eine erneute Sicherheitsgarantie der USA und die &bdquo;Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Washington&ldquo;. &ndash; Siehe dazu: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sechs-Parteien-Gespr%C3%A4che\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sechs-Parteien-Gespr%C3%A4che<\/a> \/ Diplomatie in Nordkorea &ndash; Whywar * <a href=\"http:\/\/www.whywar.at\/frieden-machen\/politische-perspektiven\/verhandlungen\/diplomatie\/nordkorea\/\">http:\/\/www.whywar.at\/frieden-machen\/politische-perspektiven\/verhandlungen\/diplomatie\/nordkorea\/<\/a> &amp; <a href=\"https:\/\/www.ipg-journal.de\/kommentar\/artikel\/nordkorealpolitik-1413\/\">https:\/\/www.ipg-journal.de\/kommentar\/artikel\/nordkorealpolitik-1413\/<\/a><\/p><p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Allein in S&uuml;dkorea sowie auf Okinawa und in Japan sind augenblicklich noch immer &uuml;ber 105.000 US-amerikanische Gis stationiert.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterf&uuml;hrende Literatur:<\/strong><\/p><p>Hyondok Choe\/Lutz Drescher\/Rainer Werning (Hg.): Korea &ndash; Entfremdung und Ann&auml;herung. K&ouml;ln: PapyRossa Verlag, 2007<\/p><p>Bruce Cumings: Washingtons Spannungspolitik in Ostasien, in: <a href=\"https:\/\/monde-diplomatique.de\/artikel\/!1173415\">https:\/\/monde-diplomatique.de\/artikel\/!1173415<\/a> &ndash; Der Autor ist einer der profiliertesten Korea-Kenner im anglo-amerikanischen Raum.<\/p><p>Bruce Cumings: Pj&ouml;ngjang liegt nicht am Tigris, in: <a href=\"https:\/\/monde-diplomatique.de\/artikel\/!814713\">https:\/\/monde-diplomatique.de\/artikel\/!814713<\/a><\/p><p>Bruce Cumings: Napalm &uuml;ber Nordkorea, in: <a href=\"https:\/\/monde-diplomatique.de\/artikel\/!662464\">https:\/\/monde-diplomatique.de\/artikel\/!662464<\/a><\/p><p>Stephen Endicott \/ Edward Hagerman: The United States and Biological Warfare: Secrets from the Early Cold War and Korea. Indianapolis: Indiana University Press, 1999<\/p><p>R&uuml;diger Frank: Nordkorea: Innenansichten eines totalen Staates. M&uuml;nchen: Deutsche Verlags-Anstalt, 2014<\/p><p>Milton Leitenberg: China&rsquo;s False Allegations of the Use of Biological Weapons by the United States during the Korean War | Wilson Center, 2016 * <a href=\"https:\/\/www.wilsoncenter.org\/publication\/chinas-false-allegations-the-use-biological-weapons-the-united-states-during-the-korean\">https:\/\/www.wilsoncenter.org\/publication\/chinas-false-allegations-the-use-biological-weapons-the-united-states-during-the-korean<\/a> \/ <a href=\"https:\/\/www.wilsoncenter.org\/sites\/default\/files\/media\/documents\/publication\/cwihp_wp_78_china_false_bw_allegations_korean_war_march_16.pdf\">https:\/\/www.wilsoncenter.org\/sites\/default\/files\/media\/documents\/publication\/&hellip;<\/a><\/p><p>Tim Shorrock: The historical inter-Korean talk will be a touchstone for U.S.-North Korea summit &ndash; YouTube * <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=h4CVJ0UdwCQ\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=h4CVJ0UdwCQ<\/a><\/p><p>Tim Shorrock: THE SHORROCK FILES &ndash; New, Rare and Unreleased, 1961-2022 * <a href=\"https:\/\/timshorrock.com\/\">https:\/\/timshorrock.com\/<\/a><\/p><p>Du-Yul Song: Schattierungen der Moderne: Ost-West-Dialoge in Philosophie, Soziologie und Politik. K&ouml;ln: PapyRossa Verlag, 2002<\/p><p>Rainer Werning (Hg.): S&uuml;dkorea: Politik und Geschichte im Land der Morgenstille. K&ouml;ln: Pahl-Rugenstein Verlag, 1988<\/p><p>Rainer Werning: Mit Kernwaffen gedroht: Der Korea-Krieg vor 50 Jahren &ndash; General MacArthur wollte ganze St&auml;dte &bdquo;pulverisieren&rdquo;, in: der Freitag (Berlin), 18.07.2003<\/p><p>Rainer Werning\/Helga Picht: Brennpunkt Nordkorea: Wie gef&auml;hrlich ist die Region? Berichte, Daten und Fakten. Berlin: edition berolina, 2018<\/p><p>Bob Woodward: Bush at War. New York: Simon &amp; Schuster, 2002<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem Ende des Koreakrieges im Sommer 1953, der als erster &bdquo;hei&szlig;er&ldquo; Konflikt des Kalten Krieges gilt und mitunter auch als &bdquo;der Krieg vor Vietnam&ldquo; bezeichnet wird, herrscht in diesem Teil Nordostasiens lediglich ein Waffenstillstandsabkommen. Korea hatte in der Region das historische &bdquo;Pech&ldquo;, nach langj&auml;hriger japanischer Kolonialherrschaft auch noch nach Kriegsende infolge imperialer Gro&szlig;machtbestrebungen seitens<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92182\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":92176,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,126,123,20,171],"tags":[2035,2871,1740,1519,2020,368,2013,3260,3171,3324,2539,2840,2177,1485,1983,420,2700,1556,402],"class_list":["post-92182","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-erosion-der-demokratie","category-kampagnentarnworteneusprech","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","tag-abschreckungsstrategie","tag-antikommunismus","tag-arbeitsbedingungen","tag-atomwaffen","tag-biochemische-waffen","tag-bush-george-w","tag-entspannungspolitik","tag-feindbild","tag-kim-dae-jung","tag-kim-jong-il","tag-kriegsrecht","tag-massenmord","tag-militaerdiktatur","tag-nordkorea","tag-suedkorea","tag-spiegel","tag-systemkonkurrenz","tag-usa","tag-wachstum"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/230108_titel.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/92182","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=92182"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/92182\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":92187,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/92182\/revisions\/92187"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/92176"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=92182"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=92182"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=92182"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}