{"id":92188,"date":"2023-01-06T13:30:14","date_gmt":"2023-01-06T12:30:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92188"},"modified":"2023-01-08T18:21:43","modified_gmt":"2023-01-08T17:21:43","slug":"wegen-gesundheitsnotstand-hunderte-kubanische-aerzte-helfen-in-italien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92188","title":{"rendered":"Wegen &#8220;Gesundheitsnotstand&#8221;: Hunderte kubanische \u00c4rzte helfen in Italien"},"content":{"rendered":"<p>Die ersten 51 kubanischen Mediziner sind Ende Dezember in Cat&aacute;nzaro, der Hauptstadt der s&uuml;ditalienischen Provinz Kalabrien eingetroffen. Sie geh&ouml;ren zu den fast 500 Fach&auml;rzten, die in den kommenden Monaten in kalabrischen Krankenh&auml;usern arbeiten werden. Basis daf&uuml;r ist ein bilaterales Abkommen, das im August des vergangenen Jahres vom Pr&auml;sidenten der Region, Roberto Occhiuto, und der kubanischen Regierung unterzeichnet wurde, um den &Auml;rztemangel zu beheben. Von <strong>Edgar G&ouml;ll<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nOcchiuto betonte bei der Ankunft, dass &ldquo;wir froh &uuml;ber die M&ouml;glichkeit sind, hochspezialisierte &Auml;rzte zu haben&rdquo;. Dies sei eine Initiative, die nach seiner Einsch&auml;tzung &ldquo;ein Modell auch f&uuml;r andere Regionen&rdquo; sein k&ouml;nnte, in denen medizinisches Personal gebraucht werde. Der Regionalpr&auml;sident, der auch das Amt des Gesundheitskommissars bekleidet, stellte klar, dass es sich bei diesem Programm &ldquo;um ein au&szlig;ergew&ouml;hnliches, aber grundlegendes Instrument f&uuml;r Notf&auml;lle&rdquo; handelt. Die kubanischen Spezialisten h&auml;tten &ldquo;einen Einjahresvertrag&rdquo; und w&uuml;rden den Krankenh&auml;usern von vier St&auml;dten zugewiesen werden.<\/p><p>W&auml;hrend ihres Besuchs in Cat&aacute;nzaro erkl&auml;rte Mirta Granda Averhoff, kubanische Botschafterin in Italien: <\/p><blockquote><p>&ldquo;Unsere &Auml;rzte sind gekommen, um gemeinsam mit ihren italienischen Kollegen an der Verbesserung des Gesundheitssystems in Kalabrien mitzuwirken.&rdquo;<\/p><\/blockquote><p>Die &Auml;rztegruppe startete am 2. Januar mit dem Sprachstudium an der Universit&auml;t von Kalabrien und wird anschlie&szlig;end in den Krankenh&auml;usern arbeiten.<br>\nF&uuml;r Kalabrien gehe es darum, die Versorgung der B&uuml;rger angesichts eines &ldquo;Gesundheitsnotstands&rdquo; zu gew&auml;hrleisten, so Occhiuto. Er wies darauf hin, dass die kubanischen Mediziner &ldquo;den italienischen &Auml;rzten keine Arbeit wegnehmen&rdquo;, sondern &ldquo;uns helfen, die Krankenstationen und Krankenh&auml;user offen zu halten&rdquo;. Seine Regierung suche noch immer &uuml;ber Ausschreibungen nach italienischen Fachkr&auml;ften, aber jetzt habe die Gefahr bestanden, &ldquo;dass wir die Gesundheitseinrichtungen wegen Personalmangels schlie&szlig;en m&uuml;ssen&rdquo;, f&uuml;hrte er weiter aus.<\/p><p>Auch der Stadtrat begr&uuml;ndete die Entscheidung f&uuml;r die Zusammenarbeit mit Kuba damit, dass Italien mit einem Mangel an medizinischem Personal konfrontiert ist, insbesondere in der Region Kalabrien.<\/p><p>Zur Vorgeschichte geh&ouml;rt auch, dass medizinische Brigaden des Henry Reeve Kontingents im Jahr 2020 unter anderem in der Lombardei bei der Bek&auml;mpfung der Covid-19-Pandemie unterst&uuml;tzt hatten. F&uuml;r ihre Arbeit wurden sie mehrfach ausgezeichnet und gelten als Beispiel f&uuml;r das humane Prinzip der kubanischen Medizin.<\/p><p>Unterdessen gibt es an diesem aktuellen humanit&auml;ren Hilfsprojekt von oppositionellen Politikern, italienischen &Auml;rzteverb&auml;nden und einigen Menschenrechtsgruppen Kritik, weil der Einsatz der kubanischen &Auml;rzte reguliert ist. So sollen sie zum Beispiel private Aktivit&auml;ten vom Koordinator ihrer Brigade genehmigen lassen und erhalten von den Zahlungen, die in Euro erfolgen, nur ein Viertel f&uuml;r sich. Ihre Ausbildung in Kuba ist staatlich finanziert und die Deviseneinnahmen werden in das Gesundheitssystem und in die Einrichtungen f&uuml;r medizinische Ausbildungen reinvestiert. Italienische &Auml;rzteverb&auml;nde stellten zudem die Qualifikation der kubanischen Mediziner in Frage, da diese nicht &ldquo;nachpr&uuml;fbar&rdquo; und mit europ&auml;ischen Standards nicht vergleichbar sei.<\/p><p>&ldquo;Sie haben versucht, uns mit Polemiken und b&uuml;rokratischen H&uuml;rden aufzuhalten, aber wir haben es geschafft und werden uns nicht aufhalten lassen&rdquo;, merkte der kalabrische Pr&auml;sident dazu an.<\/p><p>Dieser Artikel erschien zuerst auf <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2023\/01\/261989\/kubanische-aerzte-helfen-italien\">Amerika21<\/a>. <\/p><p>Titelbild: Roberto Occhiuto <\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<p><strong>Mehr zum Thema:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90013\">Stimmen aus Kuba: Der europ&auml;ische Garten oder Borrells Eurozentrismus<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=89874\">Stimmen aus Kuba: Kapitalismus, Unterentwicklung und das Ziel, beides zu &uuml;berwinden<\/a><\/p>\n<\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/63445590e6d8416fb6e809c564b030d9\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ersten 51 kubanischen Mediziner sind Ende Dezember in Cat&aacute;nzaro, der Hauptstadt der s&uuml;ditalienischen Provinz Kalabrien eingetroffen. 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