{"id":92712,"date":"2023-01-20T09:00:08","date_gmt":"2023-01-20T08:00:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92712"},"modified":"2023-01-31T13:14:33","modified_gmt":"2023-01-31T12:14:33","slug":"hintergrund-denkfehler-dollarhegemonie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92712","title":{"rendered":"Hintergrund: Denkfehler \u201eDollarhegemonie\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Mit der Eskalation des Krieges in der Ukraine, den westlichen Sanktionen gegen Russland und den Spannungen zwischen den USA und China wird vor allem in kritischen Artikeln in alternativen Medien immer wieder die &bdquo;Dollarhegemonie&ldquo; der USA thematisiert. Diese sei ein Machtmittel, von dem die Welt sich nun l&ouml;se. Oft wird sie auch als &bdquo;wahrer&ldquo; Kriegsgrund f&uuml;r diesen und jenen Krieg beschrieben. Einige Autoren gehen so weit, eine kommende &bdquo;Ent-Dollarisierung&ldquo; als das Ende des US-Imperiums zu sehen. Hinter all dem steckt ein wahrer Kern, aber leider auch viel Unverst&auml;ndnis f&uuml;r makro- und finanz&ouml;konomische Fragen. Das ist &auml;rgerlich, da so ein Teil der gerechtfertigten Kritik an der unfairen bis kriegerischen Au&szlig;en- und Au&szlig;enwirtschaftspolitik der USA auf eine falsche und daher unproduktive Schiene gelenkt wird. Zeit f&uuml;r einen unaufgeregten Blick hinter die Kulissen. Von&nbsp;<strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1639\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-92712-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230120_Hintergrund_Denkfehler_Dollarhegemonie_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230120_Hintergrund_Denkfehler_Dollarhegemonie_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230120_Hintergrund_Denkfehler_Dollarhegemonie_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230120_Hintergrund_Denkfehler_Dollarhegemonie_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=92712-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230120_Hintergrund_Denkfehler_Dollarhegemonie_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230120_Hintergrund_Denkfehler_Dollarhegemonie_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Der US-Dollar stellt fast 60 Prozent der weltweiten Reservew&auml;hrungen und ist zweifelsohne immer noch die wichtigste Transaktionsw&auml;hrung im internationalen Handel. Auch L&auml;nder, denen die USA nicht gerade freundlich gesinnt ist, nutzen f&uuml;r ihren Au&szlig;enhandel h&auml;ufig immer noch den US-Dollar. Da bietet sich es nat&uuml;rlich an, die Dominanz des US-Dollars als einen der Gr&uuml;nde f&uuml;r die f&uuml;hrende Position der Weltmacht USA zu sehen. Doch so einfach ist es nicht. Um die Zusammenh&auml;nge zu verstehen, lohnt es sich daher, die Fragen, die sich aus dem gesamten Themenkomplex bilden, einmal transparent und hoffentlich verst&auml;ndlich zu erkl&auml;ren.<\/p><p><strong>Welche Rolle spielen Transaktionsw&auml;hrungen &uuml;berhaupt im internationalen Handel?<\/strong><\/p><p>Nehmen wir mal an, Sie sind ein begeisterter Fotograf und sammeln Fotoapparate. Nun haben Sie online eine seltene Kamera bei einem japanischen H&auml;ndler entdeckt. Die Frage, wie Sie die Ware bezahlen wollen, ist alles andere als trivial. Auf Ihrem Konto befinden sich Euro, auf dem Konto des Verk&auml;ufers Yen. Daher m&uuml;ssen Sie sich zun&auml;chst auf eine Transaktionsw&auml;hrung einigen. Sie k&ouml;nnten Euro in Yen tauschen und sie dem Japaner &uuml;berweisen. Sie k&ouml;nnten ihm aber auch Euro &uuml;berweisen und er tauscht sie in Yen. Alternativ k&ouml;nnten Sie auch Ihre Euro in US-Dollar tauschen, die der Verk&auml;ufer seinerseits in Yen zur&uuml;cktauscht. Welche dieser Varianten infrage kommt, entscheiden in der Regel jedoch nicht Sie, sondern Ihre Bank oder Ihr Zahlungsdienstleister, z.B. PayPal. Die W&auml;hrung, in der die Summe von Deutschland nach Japan transferiert wird, nennt man Transaktionsw&auml;hrung. Und was f&uuml;r den Hobbyfotografen gilt, gilt auch im gro&szlig;en Ma&szlig;stab; nur dass es hier nicht immer die Bank ist, die &uuml;ber die Transaktionsw&auml;hrung entscheidet.<\/p><p>Dazu ein einfaches Beispiel: Wenn ein ungarischer &Ouml;limporteur eine Lieferung &uuml;ber 100.000 Barrel Roh&ouml;l aus Iran ordert, gibt es verschiedene M&ouml;glichkeiten, wie er die Rechnung daf&uuml;r bezahlt. In der Regel sollte ein solches Gesch&auml;ft in Euro fakturiert werden. Der Ungar tauscht also seine Forint gegen Euro ein und &uuml;berweist sie an den Exporteur in Iran. Der f&uuml;hrt seine Konten jedoch in iranischen Rial und tauscht seinerseits die Euro, die er von seinem ungarischen Gesch&auml;ftspartner &uuml;berwiesen bekommen hat, in Rial um.<\/p><p>Welche Auswirkungen hat dieses Gesch&auml;ft nun auf den Euro? Die vielleicht &uuml;berraschende Antwort ist: Gar keine, da der Iraner die gleiche Menge an Euro wieder auf den Markt wirft, die der Ungar zuvor vom Markt eingekauft hat &ndash; ein Nullsummenspiel. Und w&uuml;rde sich dies &auml;ndern, wenn der Handel nun in US-Dollar abgerechnet wird? Nein. In diesem Falle tauscht der Ungar lediglich seine Forint in US-Dollar um, die der Iraner dann wieder in Rial umtauscht. <strong>Die Transaktionsw&auml;hrung spielt bei internationalen Handelsgesch&auml;ften rein &ouml;konomisch keine Rolle. <\/strong>Zu den Feinheiten, warum die Transaktionsw&auml;hrung in bestimmten F&auml;llen doch eine Rolle spielen kann, kommen wir sp&auml;ter.<\/p><p><strong>Was ist eine Reservew&auml;hrung?<\/strong><\/p><p>Nat&uuml;rlich ist die reale Welt etwas komplexer als dieses Grundlagenbeispiel. Volkswirtschaftlich ist es vor allem f&uuml;r kleinere Staaten ungemein wichtig, die eigene W&auml;hrung gegen&uuml;ber den W&auml;hrungen f&uuml;r strategisch und &ouml;konomisch wichtige Importe stabil zu halten. Denn wenn die eigene W&auml;hrung gegen&uuml;ber der W&auml;hrung, in der man z.B. seine &Ouml;l- oder Gaslieferungen importiert, auf Dauer an Tauschwert verliert, verteuern sich diese Importe. Daher betreiben nahezu alle Zentralbanken dieser Welt eine Art aktives W&auml;hrungsmanagement &ndash; man interveniert, wenn der Wechselkurs einen zuvor bestimmten Korridor verl&auml;sst. <\/p><p>Aus diesem Grund macht es nat&uuml;rlich vor allem bei langfristigen Importvertr&auml;gen Sinn, die Notierung und Abrechnung in einer W&auml;hrung festzulegen, die von der eigenen Zentralbank gegen&uuml;ber der heimischen W&auml;hrung aktiv abgesichert wird. Und hier kommt die sogenannte &bdquo;Reservew&auml;hrung&ldquo; ins Spiel. Dies ist die W&auml;hrung, in der die nationalen Zentralbanken ihre Devisenreserven halten, um bei Kursschwankungen eingreifen zu k&ouml;nnen. Weltweit bestehen die W&auml;hrungsreserven derzeit zu 60 Prozent aus US-Dollar und zu 20 Prozent aus Euro &ndash; dahinter kommen dann noch der japanische Yen und das britische Pfund. Der chinesische Renminbi stellt zurzeit nur zweieinhalb Prozent der W&auml;hrungsreserven. Der kanadische und der australische Dollar und der Schweizer Franken spielen noch Statistenrollen und das war es dann auch schon. Alle anderen W&auml;hrungen spielen als Reservew&auml;hrung de facto gar keine Rolle.<\/p><p><strong>Der Dollar ist also nicht deshalb Weltw&auml;hrungsreserve Nummer Eins, weil Rohstoffe oft in Dollar gehandelt werden, sondern Rohstoffe werden oft in Dollar gehandelt, weil der Dollar Weltw&auml;hrungsreserve Nummer Eins ist. <\/strong>W&uuml;rde unser Ungar sein &Ouml;l aus Iran n&auml;mlich nicht in Dollar oder Euro, sondern beispielsweise isl&auml;ndischen Kronen bezahlen, w&auml;re dies zwar erst einmal auch nur ein Nullsummenspiel. Anders sieht es jedoch bereits bei einem Warentermingesch&auml;ft aus und gerade der internationale Energiehandel wird zum gr&ouml;&szlig;ten Teil &uuml;ber solche Warentermingesch&auml;fte abgewickelt.<\/p><p>Wenn der Ungar heute einen Kontrakt f&uuml;r eine Lieferung am 1. August erwirbt und daf&uuml;r einen festen Preis in isl&auml;ndischen Kronen vereinbart, m&uuml;sste er sich bis zu diesem Zeitpunkt gegen Kursschwankungen zwischen seinem Forint und der Krone absichern. Sonst w&auml;re der real zu zahlende Kaufpreis unkalkulierbar. Das sind Zusatzkosten, die er nat&uuml;rlich scheut. Darum wird der Ungar im konkreten Fall bei einem Warentermingesch&auml;ft die Zahlung in Euro bevorzugen, da die ungarische Zentralbank den Forint gegen&uuml;ber Kursschwankungen zum Euro absichert und ihm diese Aufgabe damit abnimmt. Gerade bei langfristigen Vertr&auml;gen ist es besonders wichtig, eine W&auml;hrung zu w&auml;hlen, gegen die die eigene W&auml;hrung aktiv abgesichert ist.<\/p><p>Bis 1973 waren solche Fragen &uuml;brigens ziemlich egal, da der US-Dollar durch das Bretton-Woods-System eine Ankerw&auml;hrung war, an die alle anderen wichtigen W&auml;hrungen der Welt in einem System mit festgelegten Wechselkursbandweiten gekoppelt waren. Mit dem Ende von Bretton-Woods drohte der &Ouml;lmarkt, der durch die erste &Ouml;lkrise ohnehin bereits hyperventilierte, durch W&auml;hrungsturbulenzen dauerhaft seine Stabilit&auml;t zu verlieren. Um dies zu verhindern, verpflichtete sich Saudi-Arabien als gr&ouml;&szlig;ter OPEC-Lieferant, sein &Ouml;l fortan nur noch gegen US-Dollar zu verkaufen. Das war auch f&uuml;r andere Staaten durchaus sinnvoll, da so die ohnehin bereits vorhandene alte Ankerw&auml;hrung als Reservew&auml;hrung nun auch die wichtigen &Ouml;limporte abdeckte. Wichtig ist jedoch: Hierbei ging es nur um die Transaktionsw&auml;hrung! Viel wichtiger ist jedoch, was der Verk&auml;ufer schlussendlich mit den Einnahmen macht.<\/p><p><strong>Holl&auml;ndische Krankheit und Petrodollar-Recycling &ndash; die realen W&auml;hrungsprobleme<\/strong><\/p><p>Im oben genannten Beispiel tauscht der &Ouml;lexporteur Iran die Transaktionsw&auml;hrung Euro sofort nach dem Handel in seine Landesw&auml;hrung ein. Dies w&uuml;rde jedoch langfristig zu einer steigenden Nachfrage nach dem iranischen Rial und damit einer Aufwertung der W&auml;hrung f&uuml;hren. Solche Aufwertungen sind jedoch Gift f&uuml;r die Konkurrenzf&auml;higkeit von Volkswirtschaften, da die einheimischen Unternehmen ihre Kosten f&uuml;r L&ouml;hne, Energie und Kapital ja in der einheimischen W&auml;hrung aufbringen m&uuml;ssen. Die Folge einer solcher W&auml;hrungsaufwertung durch gro&szlig;volumige Rohstoffexporte bezeichnen &Ouml;konomen als &bdquo;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holl%C3%A4ndische_Krankheit\">Holl&auml;ndische Krankheit<\/a>&ldquo; &ndash; benannt nach dem Problem der Niederlande mit der durch die &Ouml;l- und Gasexporte aus den Nordseevorkommen resultierenden Aufwertung des Gulden in den 1960ern. &Auml;hnliche Probleme haben auch Venezuela, Aserbaidschan und vermehrt durch die Sanktionen auch Russland. Dass der Rubel seit den Sanktionen aufgewertet hat, ist n&auml;mlich nicht nur ein Vorteil, da sich dadurch die Exporte relativ verteuern und die Wettbewerbsf&auml;higkeit der russischen Volkswirtschaft sinkt. Der einzig sinnvolle Ausweg aus der Misere stellt eine Praxis dar, die ironischerweise als &bdquo;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Petrodollar_recycling\">Petrodollar-Recycling<\/a>&ldquo; beschrieben wird.<\/p><p>Wenn Iran in unserem Beispiel die Einnahmen nicht in die heimische W&auml;hrung Rial umtauscht, sondern entweder direkt oder indirekt in einem anderen W&auml;hrungsraum investiert oder aber in gleichem Umfang G&uuml;ter aus einem anderen W&auml;hrungsraum importiert, vermeidet es eine Aufwertung des Rial. Beispielhaft daf&uuml;r sind sowohl Saudi-Arabien als auch Norwegen. Wenn ein saudischer Prinz f&uuml;r 150 Millionen Dollar einen Modigliani ersteigert oder sich in Belgravia f&uuml;r Phantasiepreise eine Villa nach der anderen kauft, so tr&auml;gt dies auch zur Stabilit&auml;t des Saudi-Riyal bei, da die Devisen&uuml;bersch&uuml;sse damit abgebaut werden. Auch die gigantischen R&uuml;stungsimporte des Landes haben &ndash; aus rein &ouml;konomischer Perspektive &ndash; nebenbei den Effekt der Stabilit&auml;t der eigenen W&auml;hrung. Norwegen wiederum hat einen &bdquo;staatlichen Pensionsfonds&ldquo; aufgelegt, der ausschlie&szlig;lich in anderen W&auml;hrungsr&auml;umen investiert und mittlerweile ein Volumen von mehr als einer Billion US-Dollar hat. Das hat nicht nur etwas mit langfristigen Ertr&auml;gen zu tun. Nur so kann das Land sich dagegen absichern, dass die eigene W&auml;hrung durch die &Ouml;l- und Gasimporte unkontrollierbar aufwertet und das Land an der Holl&auml;ndischen Krankheit eingeht. <strong>F&uuml;r die Frage der Wechselkurse und des Wertes einer W&auml;hrung ist es also im Grund egal, ob in dieser W&auml;hrung Handelsgesch&auml;fte stattfinden. Wichtig ist, in welchen W&auml;hrungsraum Investitionen flie&szlig;en und das die Au&szlig;enhandelsbilanz m&ouml;glichst ausgeglichen ist.<\/strong><\/p><p><strong>Greifen China und andere Schwellenl&auml;nder den Dollar an?<\/strong><\/p><p>Eine &auml;hnliche Praxis verfolgt auch China bereits seit Jahren. Das Reich der Mitte erzielt Jahr f&uuml;r Jahr gegen&uuml;ber dem Euro- und dem Dollarraum massive Au&szlig;enhandels&uuml;bersch&uuml;sse und st&ouml;&szlig;t dabei bereits beim &bdquo;Recyling&ldquo; an die Grenzen. Vor diesem Hintergrund liest man <a href=\"https:\/\/www.wsj.com\/articles\/saudi-arabia-considers-accepting-yuan-instead-of-dollars-for-chinese-oil-sales-11647351541\">auch&nbsp;die Meldungen<\/a>&nbsp;anders, nach denen Chinas Initiative, &Ouml;limporte nicht mehr in Devisen, sondern in der Landesw&auml;hrung Renminbi bzw. Yuan zu fakturieren. Kritische Kommentatoren in alternativen Medien werten dies oft als &bdquo;Plan, den Dollar zu killen&ldquo;. Hat China denn kein Interesse mehr daran, Dollar- oder Eurorecycling zu betreiben? Will man den Renminbi nun tats&auml;chlich aufwerten, wie die USA es ja seit Jahren fordern? Denn das ist es ja, was die Autoren solcher Artikel immer wieder verwechseln &ndash; wenn China seine Devisen&uuml;bersch&uuml;sse nicht reinvestiert oder f&uuml;r Importe ausgibt, st&auml;rkt dies mittel- bis langfristig die eigene W&auml;hrung, was den USA sogar sehr gelegen k&auml;me, da dies die Au&szlig;enhandelsdefizite im amerikanisch-chinesischen Handel senken w&uuml;rde; genau das, was z.B. Donald Trump als Wahlversprechen nicht umsetzen konnte.<\/p><p>Doch um eine Aufwertung wird es China dabei nicht gehen. Man hat vielmehr ein starkes Interesse daran, den Renminbi vor allem in Asien zur wichtigsten Reservew&auml;hrung zu machen und seine Nachbarn so noch st&auml;rker an sich zu binden. Insofern w&uuml;rde es &ndash; auch in Bezug auf die chinesische Idee einer&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50096\">&bdquo;Neuen Seidenstra&szlig;e&ldquo;<\/a> hin &ndash; durchaus Sinn machen, den Renminbi auch &uuml;ber eine Funktion als Handelsw&auml;hrung zu pushen. Mit der reinen Frage der Transaktionsw&auml;hrung hat dies jedoch nicht viel zu tun.<\/p><p><strong>Hedging und Warentermingesch&auml;fte &ndash; es wird komplex<\/strong><\/p><p>Kommt es also volkswirtschaftlich dann nur darauf an, was der Verk&auml;ufer mit den Einnahmen macht und die Transaktionsw&auml;hrung ist egal? K&ouml;nnte Iran sein &Ouml;l dann doch auch in isl&auml;ndischen Kronen verkaufen? Theoretisch ja, aber darauf w&uuml;rden sich die Kunden wohl nicht einlassen. Denn wenn wir nicht den einzelnen Handelsvorgang, sondern die Summe aller Transaktionen betrachten, kommt ein ordentliches Volumen zusammen. Je gr&ouml;&szlig;er der weltweite Markt f&uuml;r eine bestimmte W&auml;hrung ist, desto besser eignet sie sich als Transaktionsw&auml;hrung. &Ouml;konomen sprechen hier von der &bdquo;Liquidit&auml;t&ldquo; des Marktes.<\/p><p>Besonders wichtig ist dieser Faktor, wenn es (s.o.) um Warentermingesch&auml;fte und die damit verbundenen M&ouml;glichkeiten geht, sich gegen Preisschwankungen abzusichern. Ein gro&szlig;es &ouml;lverarbeitendes Unternehmen hat beispielsweise ein verst&auml;ndliches Interesse daran, sich gegen zu hohe &Ouml;lpreise abzusichern. Umgekehrt haben &Ouml;lexporteure ein ebenso verst&auml;ndliches Interesse daran, sich gegen zu niedrige &Ouml;lpreise abzusichern. Dies wird in der Praxis an den Finanzm&auml;rkten &uuml;ber sogenannte Derivate (Optionsgesch&auml;fte, Futures) vollzogen, die vor allem f&uuml;r den Handel selbst eine wichtige Rolle spielen, um die Transaktionskosten und &ndash;risiken zu minimieren. Solche Derivatgesch&auml;fte sind jedoch immer Nullsummenspiele, bei denen es eine zweite Partei ben&ouml;tigt, die den Gegenpart einnimmt.<\/p><p>W&uuml;rde unser ungarischer &Ouml;limporteur heute ein Derivat kaufen, das ihm die Lieferung von 100.000 Barrel Roh&ouml;l am 1. Juni zum Preis von 80 US-Dollar garantiert, dann braucht er einen Handelspartner, der genau diesen Kontrakt erf&uuml;llen will. Den wird er sicher finden. Einen Handelspartner, der ihm zum 1. Juni einen Preis von 11.500 isl&auml;ndischen Kronen garantiert, wird er indes lange suchen m&uuml;ssen. Ein solcher Markt kann nur dann funktionieren, wenn m&ouml;glichst viele Teilnehmer von beiden Seiten (also K&auml;ufer und Verk&auml;ufer) vorhanden sind. Und wer will sich international in isl&auml;ndischer Krone gegen einen sinkenden &Ouml;lpreis absichern? Niemand. Und genau dies ist auch der Grund, warum auch weitverbreitete W&auml;hrungen abseits des US-Dollars f&uuml;r solche Gesch&auml;fte meist eher ungern verwendet werden.<\/p><p>Der Markt f&uuml;r Rohstoffhandelsderivate in Yuan oder Rubel ist verschwindet klein und es gibt keinen weltweit anerkannten Basispreis f&uuml;r Rohstoffe in diesen W&auml;hrungen. Selbst die zweitgr&ouml;&szlig;te W&auml;hrung der Welt, der Euro, ist bei Derivaten eher die Ausnahme. Solche Papiere werden weltweit vor allem in US-Dollar gehandelt und angeboten. Nat&uuml;rlich k&ouml;nnte man sich in der Theorie auch doppelt absichern &ndash; einerseits in US-Dollar gegen Schwankungen bei den Rohstoffpreisen und dann noch gegen Schwankungen der Bezugsw&auml;hrung gegen den US-Dollar. Das w&uuml;rde jedoch auch mindestens doppelt so teuer und die Gewinner w&auml;ren letzten Endes nur Finanzdienstleister. Daher haben aus &ouml;konomischer Sicht weder die Importeure noch die Exporteure ein gesteigertes Interesse daran, den US-Dollar als Transaktions- oder Bezugsw&auml;hrung f&uuml;r Liefervertr&auml;ge abzul&ouml;sen.<\/p><p><strong>K&ouml;nnen die USA dank des Dollars Geld drucken?<\/strong><\/p><p>In diesem Zusammenhang wird auch gerne in einigen kritischen Artikeln darauf verwiesen, dass die Dominanz des US-Dollars f&uuml;r die USA vor allem deshalb so wichtig sei, weil sie dadurch &bdquo;Geld drucken&ldquo; k&ouml;nnten. Auch hier steckt zwar ein St&uuml;ck Wahrheit drin, aber in der Pauschalit&auml;t ist das eher falsch. Richtig ist, dass die Funktion als Weltreservew&auml;hrung es der US-Regierung erleichtert, Schulden aufzunehmen. Man darf sich eine W&auml;hrungsreserve ja nicht als Dagobert Ducks Geldspeicher vorstellen, in dem die ganzen Devisen gehortet werden. Chinas Dollar-Reserven werden beispielsweise zum gro&szlig;en Teil mittel- bis langfristig angelegt, um Zinsen zu erwirtschaften. Davon besteht wiederum ein Gro&szlig;teil in der Tat aus US-Staatsanleihen. Warum? Diese Papiere sind sicher und es besteht ein gigantischer Markt f&uuml;r sie, so dass man sie ohne Verluste bei Bedarf auch im gr&ouml;&szlig;eren Ma&szlig;stab wieder verkaufen kann. Ob die USA deshalb aber auf China angewiesen sind, um sich verschulden zu k&ouml;nnen, ist eine andere Frage.<\/p><p>China h&auml;lt zurzeit US-Staatsanleihen im Volumen von <a href=\"https:\/\/www.ceicdata.com\/en\/china\/holdings-of-us-treasury-securities\/holdings-of-us-treasury-securities#:~:text=China%20Holdings%20of%20US%20Treasury%20Securities%20data%20was%20reported%20at,Oct%202022%2C%20with%20272%20observations\">910 Mrd. USD<\/a>. &ndash; das ist viel, aber weniger als in der Vergangenheit. 2013 waren es noch 1,3 Billionen US-Dollar. Doch selbst das ist im Vergleich zur gesamten Staatsverschuldung der USA, die 31,5 Billionen US-Dollar betr&auml;gt, nur ein verschwindend kleiner Teil. Auch ohne China und andere Staaten als Gl&auml;ubiger k&ouml;nnten die USA sich problemlos in welchem Ma&szlig; auch immer verschulden; und sei es &ndash; wie zu Zeiten der Finanzkrise &ndash; direkt bei der eigenen Notenbank FED. Die Zusatznachfrage durch W&auml;hrungsreserven anderer Staaten hat letztlich nur einen kleineren &ndash; nicht genau zu beziffernden &ndash; Effekt auf die H&ouml;he des Zinses. Aber auch hier k&ouml;nnte die FED ohne Probleme intervenieren, wenn es denn tats&auml;chlich zu Problemen k&auml;me.<\/p><p><strong>Nicht die Weltw&auml;hrungsreserven, sondern die schiere Dominanz des US-Finanzsystems ist hier der entscheidende Faktor.<\/strong> Solange die Ersparnisse der Welt in die USA flie&szlig;en, wird auch die Nachfrage nach US-Staatsanleihen gro&szlig; sein.<\/p><p><strong>Soweit die Theorie &ndash; aber wie sieht es denn in der Praxis aus?<\/strong><\/p><p>Nun sollte man aus all dem aber nicht den Schluss ziehen, dass ja eigentlich alles prima sei und die US-Dollar-Dominanz f&uuml;r alle Beteiligten nur Vorteile h&auml;tte. Das w&auml;re nur dann der Fall, wenn die USA ein ehrlicher Makler w&auml;ren und ihre Rolle aus H&uuml;ter des Dollars verantwortungsvoll und fair verfolgen w&uuml;rden. Doch das Gegenteil ist der Fall. Daher lohnt es sich durchaus, die bisherigen Beispiele einmal auf Praxistauglichkeit zu pr&uuml;fen.<\/p><p>Fangen wir mit dem banalen Anfangsbeispiel mit der Kamera aus Japan an. Nat&uuml;rlich k&ouml;nnte der deutsche Sammler jede W&auml;hrung der Welt als Transaktionsw&auml;hrung nehmen. Das geht aber nicht, da die W&auml;hrung faktisch von den Banken und Dienstleistern bestimmt wird. Welche Transaktionen beispielsweise PayPal &bdquo;unter der Motorhaube&ldquo; vornimmt, wissen wir nicht und wir k&ouml;nnen dies auch nicht beeinflussen. Das Einzige, was wir wissen, ist, dass PayPal sich diesen Dienst f&uuml;rstlich bezahlen l&auml;sst. Nicht ganz so f&uuml;rstlich, aber durchaus lukrativ ist dieser Gesch&auml;ftszweig auch f&uuml;r die internationalen Banken und mehr noch die Gro&szlig;- und Investmentbanken, die die Devisen- und Warentermingesch&auml;fte betreiben. Im Grunde stellen deren Dienstleistungen einen modernen Zehnt dar &ndash; man muss ihn abf&uuml;hren, wenn man international Handel betreibt, ob man dies nun will oder nicht. Und da das Weltfinanzsystem amerikanisch gepr&auml;gt ist, wird sich die Dominanz des US-Dollars nicht verringern.<\/p><p>Was ist die Alternative? Nat&uuml;rlich k&ouml;nnte man Waren und Dienstleistungen &uuml;ber W&auml;hrungsr&auml;ume hinweg auch zu festen Preisen oder Preisen mit fixer Anpassungsklausel liefern. Das war beispielsweise bis in die sp&auml;ten 1990er bei den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86619\">russischen Energielieferungen nach Deutschland der Fall<\/a>. Hier hatten jedoch auch beide Seiten ein klares Interesse an einer solide planbaren, langfristigen Perspektive. Deutschland brauchte sichere Energie zu planbaren Preisen, die Sowjetunion brauchte planbare Deviseneinnahmen und einen Abnehmer f&uuml;r die westsibirischen Gas- und &Ouml;lvorkommen. Ein Sonderfall. Meist geht es bei solchen Handelsbeziehungen eher darum, dass der Verk&auml;ufer seine Rendite maximieren und der K&auml;ufer seinen Einkaufspreis minimieren will. Und wenn es dann noch f&uuml;r ein Handelsgut einen liquiden weltweiten Markt gibt, sieht es mit der Nutzenmaximierung beider Parteien nun einmal eher kompliziert aus. Warum sollte Iran &ndash; um das zweite Beispiel heranzuziehen &ndash; erpicht darauf sein, Ungarn in der Zukunft &Ouml;l zu einem Preis zu liefern, der wom&ouml;glich deutlich unter dem Weltmarktpreis liegt? Um das zu verhindern, wendet man sich an die Warenterminm&auml;rkte und hier ist es dann mit der Alternative vorbei, da man einen liquiden Markt in einer weltweit f&uuml;r diese Zwecke genutzten W&auml;hrung ben&ouml;tigt.<\/p><p>Dass der US-Dollar &uuml;berhaupt mehr und mehr an Marktanteilen verliert, ist vor allem Schuld der USA selbst. Warum das so ist, l&auml;sst sich ganz hervorragend am Beispiel des ungarisch-iranischen &Ouml;lhandels erkl&auml;ren. Denn auch wenn es f&uuml;r beide Seiten &ouml;konomisch durchaus rational w&auml;re, diesen in Euro oder US-Dollar abzuwickeln, so ist dies im konkreten Fall gar nicht m&ouml;glich, da Iran ein Opfer der US-Sanktionen ist und amerikanischen Unternehmen jegliche Handelst&auml;tigkeit mit Iran verboten ist. Dies schlie&szlig;t auch Banken und andere Finanzunternehmen ein. Und da Europa sich in der selbstgew&auml;hlten Abh&auml;ngigkeit zu den USA befindet, gilt dies unisono auch f&uuml;r den Euro. Iran kann also keine US-Dollar oder Euro aus Ungarn entgegennehmen, da es schlicht keine Bank gibt, bei der Iran ein Verrechnungskonto daf&uuml;r betreiben k&ouml;nnte. Zudem sind Irans Banken durch die US-Sanktionen nicht mehr an das &ndash; interessanterweise europ&auml;ische &ndash; SWIFT-System angeschlossen, so dass eine &Uuml;berweisung schon aus technischen Gr&uuml;nden gar nicht m&ouml;glich w&auml;re. Will Ungarn also &Ouml;l aus Iran kaufen, so muss es zwangsl&auml;ufig alternative Finanztransaktionssysteme nutzen und eine andere Transaktionsw&auml;hrung als den US-Dollar oder den Euro nutzen.<\/p><p>Der kalkulierte Machtmissbrauch der USA ist es auch, der auf anderen Feldern den US-Dollar als &bdquo;Weltw&auml;hrung&ldquo; ausscheiden l&auml;sst. So haben beispielsweise die Sanktionen gegen Russland gezeigt, dass es gar keine gute Idee ist, seine Devisenreserven in US-Dollar oder gar in Form von US-Staatsanleihen zu halten, wenn man im Visier der US-Regierung steht. Diese Reserven waren n&auml;mlich bereits nach der ersten Sanktionsrunde weg &ndash; Konten wurden eingefroren, Zahlungen wurden unterbunden, so dass Russland sogar den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83093\">technischen Staatsbankrott erkl&auml;ren musste<\/a>. Wer kann es nicht-westlichen Staaten da verdenken, dass sie nun nach Alternativen suchen?<\/p><p><strong>Ist das Ende der Dollar-Hegemonie damit gekommen?<\/strong><\/p><p>Welche Folgen h&auml;tte es denn f&uuml;r die USA, wenn gro&szlig;e Volkswirtschaften wie China, Indien oder Russland dem Dollar farewell sagen? Nun, ein kompletter Abschied vom US-Dollar ist zumindest f&uuml;r China und Indien weder m&ouml;glich noch vorgesehen. Denn auch wenn der Au&szlig;enhandel sich in den letzten Jahrzehnten in Richtung Asien verschoben hat, so ist der Westen immer noch der mit Abstand <a href=\"https:\/\/santandertrade.com\/en\/portal\/analyse-markets\/china\/foreign-trade-in-figures#classification_by_country\">gr&ouml;&szlig;te Handelspartner<\/a> dieser L&auml;nder und dies sowohl bei den Einfuhren als auch bei den Ausfuhren. Gleiches gilt f&uuml;r S&uuml;damerika und f&uuml;r Afrika. Andererseits ist jedoch der Handel zwischen den nicht-westlichen L&auml;ndern in den letzten Jahrzehnten gewachsen und es gibt keinen Grund, warum sich hier keine Transaktionsmechanismen entwickeln und durchsetzen sollten, die nicht auf dem US-Dollar basieren und nicht von den westlichen Finanzzentren und in letzter Konsequenz vom Wohlwollen der US-Regierung abh&auml;ngen.<\/p><p>Diese Entwicklung ist vorherbestimmt und sie wird fortschreiten. Es ist vollkommen verst&auml;ndlich, dass Staaten wie Russland und Iran, die Gegenstand amerikanischer Sanktionen sind, ein Interesse haben, das <a href=\"https:\/\/www.cpg.de\/en\/clearing-and-settlement-mechanism\/\">Settlement und Clearing<\/a> nicht &uuml;ber das mit dem Dollar verbundene Finanzsystem in New York vorzunehmen, wo die US-Beh&ouml;rden volle Zugriffsrechte haben und daher auf andere Transaktionsw&auml;hrungen und -formen ausweichen.<\/p><p>Doch warum soll das das Ende des Dollars oder gar der Todessto&szlig; f&uuml;r die USA sein? Was w&uuml;rde sich denn f&uuml;r die USA &auml;ndern, wenn z.B. China und Thailand ihren kompletten bilateralen Handel k&uuml;nftig in Yuan fakturieren (so sie das nicht ohnehin schon tun)? W&uuml;rden dadurch die Zinsen f&uuml;r US-Staatsanleihen steigen? Nein. K&ouml;nnten die USA sich dann nicht mehr so gut verschulden? Nein. W&uuml;rde der US-Dollar an Wert verlieren? Nein. W&uuml;rden die USA dadurch untergehen? Selbstverst&auml;ndlich nicht. Es gibt jedoch zwei wichtige Faktoren, auf die eine solche Umstellung durchaus Folgen h&auml;tte, wenn sie denn im gro&szlig;en Rahmen vollzogen w&uuml;rde.<\/p><p>Da w&auml;re zum einen das US-dominierte westliche Finanz- und Bankensystem. Dessen Akteure verdienen &ndash; wie dargelegt &ndash; an den Devisentransaktionen und mehr noch den Warentermingesch&auml;ften und dem Hedging ganz ausgezeichnet. W&uuml;rden beispielsweise Banken aus Hong Kong oder Shanghai diese Rolle &uuml;bernehmen, w&auml;re dies f&uuml;r die USA schon ein harter Schlag, da sie ihre Weltmacht zu gro&szlig;en Teilen auf den omnipr&auml;senten Finanzsektor st&uuml;tzen. Das im Detail hier auszuf&uuml;hren, w&uuml;rde jedoch den Rahmen endg&uuml;ltig sprengen.<\/p><p>Zum anderen w&uuml;rden Alternativen zu dollar-dominierten Finanztransaktionssystemen die Macht der USA ganz konkret mindern. Sanktionen und Sanktionsdrohungen w&uuml;rden dann einen Teil ihrer Bedrohung einb&uuml;&szlig;en. Das ist weniger f&uuml;r Superm&auml;chte wie China, sondern vor allem f&uuml;r kleinere Staaten sinnvoll, die Gefahr laufen, ins Visier des US-Imperiums zu geraten. W&uuml;rde beispielsweise der Ausschluss vom SWIFT-System und ein Einfrieren aller Devisenkonten im Westen solchen Staaten heute den &ouml;konomischen Todessto&szlig; versetzen, w&uuml;rden Alternativen, die beispielsweise der Macht Chinas unterstehen, diese Bedrohung mindern. Dass die USA dies nicht wollen, ist klar.<\/p><p><strong>Nur nicht &uuml;bertreiben<\/strong><\/p><p>Es geht also durchaus um wichtige Punkte, die auch die hegemonialen Interessen der USA betreffen. Man sollte jedoch den Ball flachhalten und die Dollar-Frage als das verstehen, was sie ist &ndash; einer von vielen Faktoren, die in Kombination die Dominanz der USA bilden. Dass es Bewegungen gibt, den US-Dollar vor allem im innerasiatischen Handel zu verdr&auml;ngen, ist unbestreitbar und eine vollkommen logische Entwicklung, die mit dem Aufstieg Chinas zur &ouml;konomischen Weltmacht in Verbindung steht. Warum sollte China dem US-Finanzsektor eine Art Monopolstellung in Asien einr&auml;umen? Doch davon geht weder die Welt noch die Supermacht USA unter.<\/p><p>Eine &bdquo;Vernichtung&ldquo; des US-Dollars ist weder wahrscheinlich, noch k&ouml;nnte sie im Interesse Chinas oder anderer L&auml;nder sein. Lassen Sie sich also bitte nicht durch Aussagen verr&uuml;ckt machen, die suggerieren, die Frage von Krieg und Frieden sei eine Frage von W&auml;hrungen. Die aggressive Politik der USA ist auch so schon schlimm genug und muss auf jeden Fall scharf kritisiert werden. Wer dies mit einer falschen &ndash; leicht zu widerlegenden &ndash; Begr&uuml;ndung macht, verschenkt nur seine Energie und erweist der Sache einen B&auml;rendienst. Viel wichtiger w&auml;re es, in diesem Kontext endlich die Dominanz der USA bei den Finanzstrukturen zur Sprache zu bringen. Denn dass die US-Beh&ouml;rden de facto andere Staaten vom Welthandel abschneiden k&ouml;nnen, da sie &uuml;ber das SWIFT-System in Belgien und Clearing-Plattformen in New York gehen, ist an sich schon bemerkenswert und kritikw&uuml;rdig &ndash; und dabei spielt es dann auch keine Rolle, ob diese Staaten nun ihre Rechnungen in Dollar, Euro, Rubel oder in sambischen Kwachas bezahlen.<\/p><p>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93241\">finden Sie hier<\/a>.<\/p><p>Titelbild: Skorzewiak\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Eskalation des Krieges in der Ukraine, den westlichen Sanktionen gegen Russland und den Spannungen zwischen den USA und China wird vor allem in kritischen Artikeln in alternativen Medien immer wieder die &bdquo;Dollarhegemonie&ldquo; der USA thematisiert. 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