{"id":9274,"date":"2011-05-02T08:29:54","date_gmt":"2011-05-02T06:29:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9274"},"modified":"2014-08-26T14:11:52","modified_gmt":"2014-08-26T12:11:52","slug":"griechenland-schock-ohne-therapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9274","title":{"rendered":"Griechenland \u2013 Schock ohne Therapie"},"content":{"rendered":"<p>Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Griechen durch die ihnen von der der EU, der EZB und dem IWF auferlegte Schock-Strategie immer weniger in der Lage sind, ihre Schulden zu begleichen. Griechenland gleitet in eine &bdquo;Rezessflation&ldquo; ab: das wirtschaftliche Wachstum bricht ein, die Inflation steigt, die Steuereinnahmen reichen bei weitem nicht aus, um die Schulden zu bedienen, der Schuldenberg ist weiter gewachsen und die Verzinsung der Kredite steigt in schwindelnde H&ouml;hen. Die allgemein gehandelten L&ouml;sungsangebote, n&auml;mlich &bdquo;Staatsinsolvenz&ldquo;, Umschuldung oder ein Austritt aus dem Euro h&auml;tten katastrophale Folgen &ndash; keineswegs nur f&uuml;r Griechenland.<br>\nKurzfristig m&uuml;sste die Spekulation auf den Finanzm&auml;rkten durch Euro-Anleihen gestoppt werden. Wenn man die Europ&auml;ische Union erhalten will, f&uuml;hrt mittelfristig kein Weg an einer Minderung der au&szlig;enwirtschaftlichen Ungleichgewichte innerhalb der W&auml;hrungsunion vorbei. Eine Umkehrung der Lohnst&uuml;ckkostenpfade w&auml;re f&uuml;r die &uuml;bergro&szlig;e Mehrheit der Deutschen die weitaus erfreulichste Option. Wolfgang Lieb<br>\n<!--more--><br>\nWir haben auf den NachDenkSeiten ausf&uuml;hrlich &uuml;ber Fehler und Verantwortungslosigkeiten der griechischen Politik und insbesondere der Finanzpolitik der letzten Jahr <a href=\"?p=7613\">berichtet<\/a>, &uuml;ber Klientelpolitik, &uuml;ber G&uuml;nstlings- und Misswirtschaft im &ouml;ffentlichen Sektor, &uuml;ber eine Steuereintreibung die zum Himmel schreit, &uuml;ber Kartelle im Transportwesen oder <a href=\"?p=7863\">korrupte Gewerkschaften<\/a> usw. Es gibt also einen hohen Eigenanteil der griechischen Gesellschaft und der Politik an der derzeitigen Krise. <\/p><p>Trotz allem stellt sich die Frage, ob die von der &bdquo;Troika&ldquo; aus Internationalem W&auml;hrungsfonds, Europ&auml;ischer Zentralbank und EU-Kommission verordnete <a href=\"?p=7613\">Schock-Strategie nur einen Schock ohne Therapie<\/a> ausl&ouml;st. <\/p><p>Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die von au&szlig;en verordnete Austerit&auml;tspolitik nur dazu f&uuml;hrt, dass die Griechen immer weniger in der Lage sind, ihre Schulden zu begleichen. Nach Meldungen der <a href=\"http:\/\/epp.eurostat.ec.europa.eu\/cache\/ITY_PUBLIC\/2-26042011-AP\/DE\/2-26042011-AP-DE.PDF\">europ&auml;ischen Statistikbeh&ouml;rde Eurostat<\/a> kletterte der griechische Schuldenstand im abgelaufenen Jahr auf 142,8 Prozent des Bruttoinlandproduktes (Zum Vergleich Deutschland: 83,2 Prozent). Die griechische Nettoneuverschuldung lag bei 10,5 Prozent des BIP (Zum Vergleich Deutschland: 3,3 Prozent im Jahr 2010). <\/p><p>Trotz der drastischen Erh&ouml;hung der direkten (die durchschnittliche Steuerlast liegt inzwischen bei 41,5 % (!) Quelle: Bild v. 30.4.2011) und indirekten Steuern (die Mehrwertsteuer stieg von 19 auf 23 %) auf breiter Front und einer erheblichen Verteuerung der &ouml;ffentlichen Dienstleistungen, sind die Steuereinnahmen in Griechenland im Jahr 2010 nur um 5,5 Prozent statt der Zielvorgabe von &uuml;ber 13 Prozent gewachsen. Der Kampf gegen den griechischen &bdquo;Volkssport&ldquo; der Steuerhinterziehung und gegen die Korruption hat trotz sog. <a href=\"?p=7773\">&bdquo;Fakelaki&ldquo;-J&auml;gern bei weitem nicht den erwarteten Erfolg gebracht<\/a>.<\/p><p>Die Sparzw&auml;nge der &bdquo;Troika&ldquo; haben zu einer drastischen K&uuml;rzung der Einkommen im &ouml;ffentlichen Dienst, bei den staatlichen Unternehmen (DEKOs) und bei den Rentenbez&uuml;gen um 15 &ndash; 20 Prozent gef&uuml;hrt. Bei allen Ministerien wurden die Haushaltsmittel um 10 % gek&uuml;rzt. Auch im privaten Sektor kam es zu einer erheblichen Minderung der L&ouml;hne und Geh&auml;lter. Mit einer R&uuml;ckkehr ins &bdquo;arbeitsrechtliche Mittelalter&ldquo; wurden per Gesetz Arbeitnehmerrechte und &ndash;Anspr&uuml;che abgebaut und es konnten sogar Tarifvertr&auml;ge au&szlig;er Kraft gesetzt werden. 65.000 Betriebe gingen Konkurs und die Pleitewelle breitet sich weiter aus. Die Arbeitslosigkeit stieg zum Jahresauftakt auf 15,1 Prozent, mehr als jeder vierte Jugendliche ist ohne Arbeit. 20 Prozent der Bev&ouml;lkerung leben unter der offiziellen Armutsgrenze.<\/p><p>Durch die Verteuerung &ouml;ffentlicher Dienstleistungen (z.B. wurden die Fahrpreise im &ouml;ffentlichen Nahverkehr um 30 bis 50 Prozent erh&ouml;ht) oder die Erh&ouml;hung der indirekten Steuern kam es notwendigerweise zu Preissteigerungen; nach Angaben von Eurostat erreichte die Inflationsrate Anfang dieses Jahres satte 5 Prozent. Addiert man die Einkommensminderungen und die Preissteigerungen &ndash; ausgedr&uuml;ckt in der Inflationsrate &ndash;  ergibt sich f&uuml;r den Gro&szlig;teil der Bev&ouml;lkerung eine Senkung des Lebensstandards um 15 bis 25 Prozent.<\/p><p>Die Wirtschaftsleistung ist dementsprechend im letzten Jahr um 4,5 Prozent geschrumpft und die Talfahrt dauert auch in diesem Jahr an, was die Steuereinnahmen weiter mindern wird. <\/p><p><strong>Wieder einmal zeigt sich, dass Sparwille oder auch Sparzw&auml;nge in einer Volkswirtschaft keineswegs auch zu Sparerfolgen f&uuml;hren m&uuml;ssen und auch gar nicht k&ouml;nnen.<\/strong><\/p><p>Eine Rezession und eine Inflation kommen in Griechenland zusammen. (<a href=\"?p=7863\">&bdquo;Rezessflation&ldquo;<\/a>) Die Regierung hat keine gesellschaftliche Mehrheit mehr hinter sich, weil ihre Krisenpolitik als <a href=\"?p=7429\">ungerecht empfunden wird<\/a>.<\/p><p>Kein Wunder also, dass Griechenland immer gr&ouml;&szlig;ere Schwierigkeiten hat seine Schulden zu bedienen und nicht weiter erstaunlich, dass die Verzinsung f&uuml;r neue Kredite in schwindelnde H&ouml;hen steigen. Die Rendite f&uuml;r zehnj&auml;hrige Papiere liegt inzwischen bei 16,40 Prozent, f&uuml;r zweij&auml;hrige Papiere sogar bei  mehr als 25 Prozent (Zum Vergleich: Zweij&auml;hrige Bundeswertpapiere rentieren mit 1,76 Prozent). Allein diese Zinslast erstickt jede wirtschaftspolitische Ma&szlig;nahme zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums. Die Zinszahlungen machen derzeit schon ein Viertel der Steuereinnahmen aus. Eine solche Zinslast k&ouml;nnte sich selbst ein prosperierendes Land nicht leisten. <\/p><p>Wenn es zu keiner Abkehr von der eingeschlagenen Schock-Strategie kommt, dann ist kein Ende des &bdquo;Race to tho Bottom&ldquo; (Abw&auml;rts-Wettlauf) abzusehen. Was bleibt ist ein Schock ohne Therapie.<\/p><p>Oft h&ouml;rt man nun den Vorschlag, Griechenland einfach pleite gehen zu lassen. Auch ein Ausstieg aus der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion und eine R&uuml;ckkehr zur bis 2001 als W&auml;hrungseinheit g&uuml;ltigen Drachme werden diskutiert. Immer h&auml;ufiger wird ein sog. Hair-Cut, also eine Umschuldung mit einem Teilverzicht der <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/banken\/deutsche-banken-fuerchten-den-hair-cut\/3422832.html\">Gl&auml;ubiger ins Gespr&auml;ch gebracht<\/a>.<\/p><p>Alle diese derzeit diskutierten &bdquo;Auswege&ldquo; aus der griechischen Schuldenkrise h&auml;tten unabsehbare Folgen. Ein &bdquo;Staatsbankrott&ldquo; (was das auch immer sein mag) h&auml;tte nicht nur den Zusammenbruch des gesamten griechischen Bankensystems zur Folge, auch die ausl&auml;ndischen kreditgebenden Banken w&auml;ren massiv betroffen.  Alle deutschen Banken sind nach Angaben der Bank f&uuml;r Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mit rund 43 Milliarden Dollar drittgr&ouml;&szlig;ter Gl&auml;ubiger Griechenlands nach franz&ouml;sischen (75 Milliarden) und <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/banken\/deutsche-banken-fuerchten-den-hair-cut\/3422832.html?p3422832=all\">Schweizer Instituten (64 Milliarden)<\/a>. <\/p><p>Bei einer Umschuldung w&uuml;rden die Schulden nur je nach der H&ouml;he des Schuldenschnitts um 30, 40 oder um die H&auml;lfte verringert, Griechenland hat sich aber &ndash; anders als damals Argentinien &ndash; nicht in einer fremden W&auml;hrung sondern in seiner eigenen W&auml;hrung &ndash; dem Euro &ndash;  verschuldet, d.h. die Restschulden w&uuml;rden auch in Euro zur&uuml;ckbezahlt werden m&uuml;ssen.  Au&szlig;erdem w&uuml;rden mit einem &bdquo;Haircut&ldquo; die au&szlig;enwirtschaftlichen Probleme Griechenlands bestenfalls vertagt. Denn angesichts der oben beschriebenen Spirale nach unten, w&auml;re Athen auch in Zukunft noch weniger in der Lage, den dann vielleicht niedrigeren Schuldenberg abzutragen, die Zinsen w&uuml;rden noch mehr nach oben schie&szlig;en, wenn es denn &uuml;berhaupt noch an ausl&auml;ndische &Uuml;berbr&uuml;ckungskredite f&uuml;r die &bdquo;Restschuld&ldquo; herankommen w&uuml;rde. Und wenn die Anleihezinsen deutlich &uuml;ber den Wachstumsraten liegen, w&uuml;rde auch die Schuldenquote wieder ansteigen.<br>\nMan h&auml;tte also allenfalls einen Jo-Jo-Effekt.<\/p><p>Im &Uuml;brigen war die Restrukturierung der Staatsschulden in Lateinamerika und Asien f&uuml;r die Banken ein lukratives Gesch&auml;ft. Selbst der EZB-Chef Jean-Claude Trichet vermutet deshalb, dass jedenfalls die von einem &bdquo;Haircut&ldquo; nicht so stark betroffenen Banken, einen Schuldenschnitt bewusst <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/banken-wollen-von-umschuldung-griechenlands-profitieren\/4120126.html\">herbeiredeten<\/a>.  <\/p><p>Man mag von einem der h&auml;rtesten Monetaristen in der Europ&auml;ischen Zentralbank wirtschaftspolitisch wenig halten, aber wenn deren Chefvolkswirt J&uuml;rgen Stark warnt, dass ein Bankrott oder ein Schuldenschnitt eine Bankenkrise ausl&ouml;sen k&ouml;nnte, die die <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,759091,00.html\">&bdquo;Auswirkungen der Lehman-Pleite in den Schatten stellen k&ouml;nnte&ldquo;<\/a> , dann d&uuml;rfte das kaum &uuml;bertrieben sein.<\/p><p>Mit einem Austritt aus der W&auml;hrungsunion und einer R&uuml;ckkehr zur Drachme, k&ouml;nnte Griechenland zwar durch Abwertung seine hoffnungslose au&szlig;enwirtschaftliche Situation besser auffangen (die Importe w&uuml;rden teurer und die Exporte w&uuml;rden billiger), aber mit einer W&auml;hrung die gegen&uuml;ber dem Euro kaum noch einen Tauschwert h&auml;tte, w&uuml;rde die externe Verschuldung (in eigener W&auml;hrung) wiederum geradezu explodieren lassen. Ein &bdquo;Haircut&ldquo; der Schulden um 50 Prozent w&auml;re bei einer Abwertung der griechischen W&auml;hrung um 50 Prozent v&ouml;llig neutralisiert, die Flucht griechischen Kapitals ins Ausland w&auml;re unvermeidlich, die griechischen Banken w&auml;ren pleite, die kleinen Sparer w&uuml;rden enteignet. Ob dringend notwendige Auslandsinvestitionen in ein Land mit weicher W&auml;hrung get&auml;tigt w&uuml;rden, ist mehr als fraglich.  <\/p><p>Mit einem Austritt Griechenlands aus der EWU w&uuml;rde wahrscheinlich dar&uuml;ber hinaus ein Domino-Effekt angesto&szlig;en: L&auml;nder mit gleichfalls hohen Verschuldungsquoten (&ouml;ffentlicher Schuldenstand im Verh&auml;ltnis zum BIP) w&uuml;rden oder m&uuml;ssten diesem Beispiel folgen: Italien mit 119%, Portugal mit 93% oder gar Belgien mit 96,8% oder Irland mit 96,2%. Die Karawane der Spekulanten w&uuml;rde jedenfalls weiter ziehen, vielleicht auch &uuml;ber Italien Ungarn (80,2%) oder sogar bis nach Gro&szlig;britannien (80%). Selbst f&uuml;r Deutschland mit einer Verschuldungsquote von 83,2% k&ouml;nnte trotz sinkender Nettoneuverschuldung ins Visier der Spekulanten geraden. <\/p><p>Wenn in Griechenland die Kreditzinsen steigen, dann spiegelt das nicht nur seine fiskalische Notlage wieder, sondern es ist zugleich ein Zerrbild des ungebremsten Spekulantentums. Solange die Spekulanten darauf setzen k&ouml;nnen, dass ihre Verluste angesichts des &bdquo;systemischen Risikos&ldquo;, das eine Staatspleite oder ein Schuldenschnitt f&uuml;r die nationalen Bankensysteme ausl&ouml;sen w&uuml;rde, darauf bauen k&ouml;nnen, dass sie durch staatliche Rettungsschirme aufgefangen werden, kassieren sie auf doppelte Weise ab. Sie k&ouml;nnen sich Gelder bei der EZB f&uuml;r einen minimalen Zinssatz abholen und die von der Zentralbank zur Verf&uuml;gung gestellt Liquidit&auml;t f&uuml;r einen maximalen Zins verleihen. Und wom&ouml;glich verdienen dieselben Banken oder Vermittlungsinstitute wie die Deutsche Bank nochmals an den auf die ausgegebenen Kredite gehandelten Kreditausfallversicherungen. <\/p><p>Die in den sog. Euro-Krisenmechanismus eingegangene populistische Idee der Bundesregierung, dass auch Banken oder Fonds ab 2013 mit in Haftung genommen werden sollen, wird es Griechenland oder anderen hoch verschuldeten Euro-Staaten nur noch schwerer machen, an Kredite zu kommen und die Zinsspekulationen noch mehr anheizen. <\/p><p>Wer Griechenland helfen will und wer eine Europ&auml;ische W&auml;hrungsunion und einen europ&auml;ischen Wirtschaftsraum erhalten will, m&uuml;sste als erstes die Spekulation bek&auml;mpfen. Die durch Politik und Medien verst&auml;rkte Panik der &bdquo;M&auml;rkte&ldquo; m&uuml;sste gestoppt werden. Das w&auml;re durch den (weiteren) Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB etwa zu einem durchschnittlichen Festzins, wie ihn andere europ&auml;ische Staaten zu bezahlen haben, ohne weiteres m&ouml;glich; mit Euro-Anleihen von Anfang an h&auml;tte es die Spekulationsattacken gar nicht erst geben. Es ist doch angesichts des offenkundigen Desasters, in das Griechenland (durchaus auch selbstverschuldet) geraten ist, absurd &bdquo;die Finanzm&auml;rkte&ldquo; dazwischen zu schalten, so dass die EZB nicht direkt, sondern &uuml;ber den Umweg der Refinanzierung der Banken griechische Staatsanleihen kauft. Mit diesem dazwischen geschalteten &bdquo;Kartenhaus des Bankensystems&ldquo; (Flassbeck) erm&ouml;glicht man den Finanzmarktakteuren nicht nur die verschuldeten Staaten sondern das europ&auml;ische W&auml;hrungssystem insgesamt an die Wand fahren.<br>\nSelbst wenn damit die Zinsen f&uuml;r die &bdquo;Alt&ldquo;-Gl&auml;ubiger und derzeitigen Wucherzinsbezieher auch fallen w&uuml;rden, so k&auml;men sie damit immer noch besser davon, <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/-europa-muss-den-maerkten-politisch-etwas-entgegensetzen-\/-\/1472780\/8391794\/-\/index.html\">als durch einen &bdquo;Haircut&ldquo;<\/a>. <\/p><p>Durch Euro-Anleihen sind nat&uuml;rlich nicht die zur&uuml;ckliegenden Fehler und Verantwortungslosigkeiten der griechischen Politik zu korrigieren. Selbstverst&auml;ndlich m&uuml;sste Griechenland seinen &Ouml;ffentlichen Dienst reformieren und seine &ouml;ffentliche Betriebe rationalisieren, vor allem m&uuml;sste das Land energisch die Korruption und den unglaublichen Steuerbetrug bek&auml;mpfen. Aber selbst wenn diese &bdquo;Hausaufgaben&ldquo; (ggf. mit Hilfe und Druck von au&szlig;en) erfolgreich erledigt werden k&ouml;nnten, h&auml;tten Griechenland und andere europ&auml;ische Mittelmeeranrainerstaaten &ndash; jedenfalls innerhalb Europas &ndash; keine Chancen, wenn sie ihre Binnenwirtschaft weiter kaputtsparen m&uuml;ssten und es nicht gel&auml;nge, ihre Rezession zu bek&auml;mpfen. Dazu m&uuml;ssten vor allem auch die au&szlig;enwirtschaftlichen <a href=\"?p=7775\">Ungleichgewichte zumindest gemindert werden<\/a>. Griechenland importierte 2008 Waren im Werte von 94 Milliarden Euro und exportierte Produkte im Wert von 30 Milliarden Euro. Das Handelsbilanzdefizit ist seit Jahren katastrophal mit den seit langem erkennbaren Konsequenzen der privaten und &ndash; damit zusammen h&auml;ngend &ndash; staatlichen Verschuldung. Die meisten Importe in H&ouml;he von &uuml;ber 13 Prozent kamen &uuml;brigens <a href=\"http:\/\/www.europa-auf-einen-blick.de\/griechenland\/export.php\">aus Deutschland<\/a>. Wenn also Griechenland weg bricht, so trifft das auch die deutsche Exportwirtschaft empfindlich. <\/p><p>Deutschland hat folgende politische Optionen:<\/p><ul>\n<li>Man bleibt bei der &bdquo;Schock-Strategie&ldquo; und l&auml;sst Griechenland in den Abgrund eines  &bdquo;Staatsbankrotts&ldquo; oder eines &bdquo;Haircuts&ldquo; oder eines Austritts aus der Euro-Zone st&uuml;rzen  und die Steuerzahler d&uuml;rfen dann eine weitere Bankenkrise auffangen<\/li>\n<li>oder man hilft Griechenland und anderen europ&auml;ischen Krisenl&auml;ndern &uuml;ber die EZB durch zinsg&uuml;nstige &Uuml;berbr&uuml;ckungskredite<\/li>\n<li>oder &ndash; und das w&auml;re die mittelfristig einzig erfolgreiche L&ouml;sungsstrategie in einem vereinten Europa &ndash; man w&uuml;rde durch eine raschere Anhebung der Lohnst&uuml;ckkosten gegen&uuml;ber den EWU-Partnern deren Wettbewerbsf&auml;higkeit zu erh&ouml;hen, so dass die au&szlig;enwirtschaftlichen Ungleichgewichte innerhalb der Europ&auml;ischen Union verringert werden k&ouml;nnten.<\/li>\n<\/ul><p>Die Verringerung der au&szlig;enwirtschaftlichen Ungleichgewichte durch eine Umkehrung der Lohnst&uuml;ckkostenpfade packt das Problem nicht nur an der Wurzel an, sie w&auml;re jedenfalls auch der f&uuml;r die Mehrheit der deutschen Bev&ouml;lkerung g&uuml;nstigste Weg: Die schw&auml;chelnde deutsche Binnenwirtschaft w&uuml;rde gest&auml;rkt, die gef&auml;hrliche Exportabh&auml;ngigkeit w&uuml;rde verringert, die L&ouml;hne und die Kaufkraft der Arbeitnehmer w&uuml;rde erh&ouml;ht. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Griechen durch die ihnen von der der EU, der EZB und dem IWF auferlegte Schock-Strategie immer weniger in der Lage sind, ihre Schulden zu begleichen. 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