{"id":92915,"date":"2023-01-24T15:00:09","date_gmt":"2023-01-24T14:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92915"},"modified":"2023-01-26T12:59:14","modified_gmt":"2023-01-26T11:59:14","slug":"uranhaltige-munition-teil-des-letzten-us-unterstuetzungspaketes-was-ihr-moeglicher-einsatz-in-der-ukraine-bedeutet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92915","title":{"rendered":"Uranhaltige Munition Teil des letzten US-\u201eUnterst\u00fctzungspaketes\u201c? &#8211; Was ihr m\u00f6glicher Einsatz in der Ukraine bedeutet"},"content":{"rendered":"<p>Im Zusammenhang mit dem neuen milit&auml;rischen Unterst&uuml;tzungspaket der USA f&uuml;r die Ukraine gibt es Hinweise, dass m&ouml;glicherweise diesmal auch uranhaltige Munition geliefert werden soll. Der nachfolgende Artikel beschreibt diese Munition, ihren speziellen Verwendungszweck und die mit einem solchen Einsatz verbundenen Risiken f&uuml;r den russischen Gegner, aber auch f&uuml;r die ukrainische Zivilbev&ouml;lkerung und manchmal sogar f&uuml;r die eigenen Soldaten. Die Bundesregierung sollte alles in ihrer Macht Stehende tun, um eine Lieferung von Uran-Munition an die Ukraine durch die NATO-Partner USA und Gro&szlig;britannien zu verhindern. Von <strong>J&uuml;rgen H&uuml;bschen<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9085\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-92915-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230125_Uranhaltige_Munition_Teil_des_letzten_US_Unterstuetzungspaketes_Was_ihr_moeglicher_Einsatz_in_der_Ukraine_bedeutet_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230125_Uranhaltige_Munition_Teil_des_letzten_US_Unterstuetzungspaketes_Was_ihr_moeglicher_Einsatz_in_der_Ukraine_bedeutet_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230125_Uranhaltige_Munition_Teil_des_letzten_US_Unterstuetzungspaketes_Was_ihr_moeglicher_Einsatz_in_der_Ukraine_bedeutet_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230125_Uranhaltige_Munition_Teil_des_letzten_US_Unterstuetzungspaketes_Was_ihr_moeglicher_Einsatz_in_der_Ukraine_bedeutet_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=92915-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230125_Uranhaltige_Munition_Teil_des_letzten_US_Unterstuetzungspaketes_Was_ihr_moeglicher_Einsatz_in_der_Ukraine_bedeutet_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230125_Uranhaltige_Munition_Teil_des_letzten_US_Unterstuetzungspaketes_Was_ihr_moeglicher_Einsatz_in_der_Ukraine_bedeutet_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Uranhaltige oder s.g. DU&ndash;Munition (Depleted Uranium) <\/strong><\/p><p>Projektile aus &bdquo;Uran&ldquo; haben ein besonders hohes Geschossgewicht und durchdringen Panzerungen besser als andere Munition. Dabei handelt es sich genaugenommen um abgereichertes Uran, s.g. Depleted Uranium (DU) bekannt auch als Uran-238. Dies ist ein Abfallprodukt, das bei der Erzeugung von Brennst&auml;ben oder Kernwaffen entsteht.<\/p><p>Urangeschosse werden als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Panzer\">Panzermunition<\/a> in Form von s.g. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Treibspiegel\">Treibk&auml;figgeschossen<\/a> eingesetzt. Ein Beispiel ist die &bdquo;Munition <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M829\">M 829<\/a>&ldquo;, die mit ca. 4,5 Kg Uran pro Geschoss im amerikanischen Kampfpanzer &bdquo;M1Abrams&ldquo; Verwendung findet. Als Hartkernmunition kann sie von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maschinenkanone\">Maschinenkanonen<\/a> vom Kaliber 20mm oder 25 mm eingesetzt werden.<\/p><p>DU-Geschosse sind s.g. Wuchtgeschosse, die sich beim Aufprall auf ein hartes Ziel &bdquo;selbst sch&auml;rfen&ldquo;. Das bedeutet, die Form ver&auml;ndert sich so, dass die Spitze erhalten bleibt und gleichzeitig sch&auml;rfer wird. Dadurch und in Kombination mit dem hohen Impuls kann eine Panzerung gut durchschlagen werden. Moderne DU-Geschosse k&ouml;nnen eine bis zu einem Meter dicke Panzerung durchschlagen. Dabei kommt neben dem hohen Gewicht eine weitere besondere Eigenschaft des metallischen Urans ins Spiel: Es f&auml;ngt beim Kontakt mit Luftsauerstoff schnell an zu brennen. Das Geschoss schmilzt und durch das Loch in der Panzerung ergie&szlig;t sich eine brennende Wolke kleinster Uran- und Uranoxid-Partikel ins Innere des Fahrzeugs.<\/p><p>Beim Einschlag in ein hartes Ziel zerst&auml;ubt besonders viel Uran in feine Partikel: Zwischen zehn und 30 Prozent, in Extremf&auml;llen bis zu 70 Prozent des Urankerns werden im Inneren eines getroffenen Panzers pulverisiert. Die Partikel entz&uuml;nden sich und das Feuer l&auml;sst dann meistens die Munition an Bord explodieren. Solange die Geschosse in den Magazinen ruhen, schirmt die H&uuml;lse den DU-Kern zum Schutz der Besatzung ab. Rechtlich gesehen ist Uranmunition weder eine chemische noch eine nukleare und schon gar keine Massenvernichtungswaffe, sondern eine konventionelle Waffe.<\/p><p><strong>Bislang bekannte Eins&auml;tze von &bdquo;DU-Geschossen&ldquo;<\/strong><\/p><p>Munition aus abgereichertem Uran wird von Nato-Streitkr&auml;ften seit den siebziger Jahren im Kampf gegen Panzer verwendet. Deutschland verf&uuml;gt &ndash; im Gegensatz zu den USA und Gro&szlig;britannien &ndash; &uuml;ber keine derartige Munition. Der Versuch, den Einsatz solcher Munition weltweit durch eine UN-Resolution zu unterbinden, scheiterte. Aktuell gibt es kaum von den jeweiligen Staaten best&auml;tigte Eins&auml;tze von DU-Geschossen, aber klare Informationen &uuml;ber Waffensysteme, die f&uuml;r derartige Munition ausgelegt sind. Gel&auml;ufige Waffensysteme sind, am Beispiel der US-Armee, das Geschoss M829, welches im Kampfpanzer &bdquo;M1Abrams&ldquo; Verwendung findet. Abgereichertes Uran wird zur Panzerbek&auml;mpfung mittels einer 30mm-Bordkanone auch vom amerikanischen Erdkampfflugzeug &bdquo;A-10 Thunderbold&ldquo; &ndash; bekannt auch unter dem Namen &bdquo;Warzenschwein&ldquo;- eingesetzt. Daneben ist DU-Munition auch im Kaliber 20 und 25 mm f&uuml;r Maschinenkanonen in Verwendung. &Uuml;ber diese Kaliber verf&uuml;gt z.B. der amerikanische Sch&uuml;tzenpanzer &bdquo;Bradley&ldquo; und &bdquo;Stryker&ldquo;, je nach Version. Auf britischer Seite ist DU z.B. in der panzerbrechenden Munition f&uuml;r den Kampfpanzer &bdquo;Challenger&ldquo; enthalten und kam so z.B. im Ersten und Zweiten Golfkrieg zum Einsatz.<\/p><p>Einen guten, wenn auch von den USA und GB nicht abschlie&szlig;end best&auml;tigten, &Uuml;berblick &uuml;ber den Einsatz von DU-Munition findet man in der &ouml;sterreichischen Zeitschrift &bdquo;Truppendienst&ldquo; vom 26. April 2022:<\/p><div class=\"imagewrap\">\n<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230124-Uran_Waffen-01.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230124-Uran_Waffen-01.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a>\n<\/div><p>Zus&auml;tzlich liegen Informationen vor, dass auch die USA in Syrien DU-Munition eingesetzt haben. Am 5. Februar 2018 berichtete die <em>Welt<\/em> von einem Einsatz US-amerikanischer Kampfflugzeige am 16. und 22. November 2015 in der N&auml;he der syrisch-irakischen Grenze gegen &Ouml;ltanker des Islamischen Staates. Mehr als 350 Fahrzeuge wurden bei den beiden Eins&auml;tzen zerst&ouml;rt. Erst vor kurzem gaben die US-Streitkr&auml;fte zu, dass dabei zum gr&ouml;&szlig;ten Teil panzerbrechende Uranmunition verschossen wurde. Es war der erste von US-Seite best&auml;tigte Einsatz dieser sogenannten DU-Munition seit dem dritten Irak-Krieg, der 2003 zum Sturz Saddam Husseins f&uuml;hrte. Die britische Regierung hat mittlerweile bekanntgegeben, dass ihre Truppen im Golfkrieg 2003 1,9 Tonnen DU-Munition eingesetzt haben.<\/p><p><strong>Folgen f&uuml;r die Zivilbev&ouml;lkerung und f&uuml;r die Umwelt<\/strong><\/p><p>Nach dem Ende von Kampfhandlungen blieben zerst&ouml;rte Milit&auml;rfahrzeuge in der Regel f&uuml;r unbestimmte Zeit auf dem Gefechtsfeld liegen, und auch das Gel&auml;nde wird nicht von Munitionsresten ger&auml;umt, vor allen Dingen nicht von Geschossen, die in den Boden eingedrungen sind. Insbesondere die feinen Uranoxidpartikel machen aus den R&uuml;ckst&auml;nden der DU-Munition ein Gesundheits- und Umweltproblem, denn auch abgereichertes Uran ist radioaktiv.<\/p><p>Neben dem milit&auml;risch erw&uuml;nschten zerst&ouml;renden Effekt entfaltet Uran sowohl wegen seiner <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Radioaktivit%C3%A4t\">Radioaktivit&auml;t<\/a> als auch wegen seiner chemischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Giftigkeit\">Giftigkeit<\/a> eine sch&auml;dliche Wirkung auf den menschlichen Organismus. Dabei ist die toxische Wirkung auf die Nieren als entscheidend anzusehen. Die Uranmunition ist eine Gefahr f&uuml;r alle, die sich milit&auml;rischen Wracks sp&auml;ter n&auml;hern. Mediziner bef&uuml;rchten, dass die Uranpartikel eingeatmet werden k&ouml;nnen, sich in der Lunge aufl&ouml;sen und so in die Blutbahn und ins Gewebe gelangen. Auch &uuml;ber Wunden k&ouml;nne die Substanz in den K&ouml;rper eindringen und Vergiftungen oder Krebs ausl&ouml;sen. In den Boden geschossene Uranmunition kann Sch&auml;tzungen zufolge in f&uuml;nf bis zehn Jahren vollst&auml;ndig korrodieren und das Uran ins Grundwasser abgeben.<\/p><p>Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Untersuchungen und Berichten &uuml;ber den Einsatz von DU-Munition, die zum Teil aber immer noch strittig diskutiert werden. Ich beschr&auml;nke mich deshalb u.a. auf einen Bericht des in Kanada ans&auml;ssigen &bdquo;Uranium Medical Research Center&ldquo; (UMRC), dessen Experten im Dezember 2003 zwei Wochen lang die Hauptschaupl&auml;tze des letzten Irak-Kriegs untersucht haben. Die Experten, die bereits mit &auml;hnlichen Aktionen in Ex-Jugoslawien und Afghanistan f&uuml;r Aufsehen gesorgt hatten, meldeten auch aus dem Irak beunruhigende Erkenntnisse.<\/p><p>In der Umgebung der Stadt Abu Khasib im S&uuml;dirak etwa, dem Ort einer der wenigen gro&szlig;en Panzerschlachten des Kriegs, habe das Niveau der radioaktiven Strahlung das Zwanzigfache des Normalwerts betragen. An einzelnen abgeschossenen irakischen Panzern stellten die Wissenschaftler nach eigenen Angaben gar das 2.500-Fache der nat&uuml;rlichen Radioaktivit&auml;t fest.<\/p><p><em>&ldquo;An einer Stelle waren die Messwerte so hoch, dass unsere Instrumente Alarm schlugen und von einer weiteren Ann&auml;herung warnten&rdquo;, <\/em>sagte UMRC-Vizedirektor Tedd Weymann der britischen Zeitung &ldquo;The Observer&rdquo; und betonte erg&auml;nzend:<\/p><blockquote><p>\n<em>&ldquo;Auf den Panzern spielten zur gleichen Zeit Kinder.&rdquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Zeugen h&auml;tten berichtet, dass britische Soldaten nach den Kampfhandlungen das Schlachtfeld von Abu Khasib inspiziert h&auml;tten &ndash; eingeh&uuml;llt in Strahlenschutzkleidung. &Uuml;bersetzer h&auml;tten die Bev&ouml;lkerung davor gewarnt, den Panzerwracks zu nahe zu kommen. Nach offiziellen Zahlen, so der UMRC-Bericht, verschossen Briten und Amerikaner im Jahr 2003 zwischen 1.000 und 2.000 Tonnen Uranmunition im Irak (also deutlich mehr als in der &Uuml;bersicht der Zeitschrift &bdquo;Truppendienst&ldquo;). Sch&auml;tzungen anonymer Quellen bei den Vereinten Nationen und im Pentagon gingen dagegen von der zehnfachen Menge aus. Ziele seien nicht nur Schlachtfelder in der W&uuml;ste gewesen, sondern auch besiedelte Gebiete bis hin zu Stadtteilen im Zentrum Bagdads.<\/p><p>Die zweite Quelle, auf die ich mich beziehen m&ouml;chte, ist ein Bericht von Thomas Aders, ARD Kairo, im &bdquo;Weltspiegel&ldquo; vom 3. Februar 2013. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe an zu &uuml;berpr&uuml;fen, wie glaubw&uuml;rdig befragte Zeugen waren, sondern m&ouml;chte ausschlie&szlig;lich aufzeigen, welche Folgen der Einsatz von DU-Munition in der Zivilbev&ouml;lkerung hat. Deshalb gebe ich den Bericht auszugsweise im Wortlaut wieder:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Im letzten Irak-Krieg verschossen die Alliierten hunderte von Tonnen uranhaltiger Munition. Die panzerbrechende Waffe wirkt noch nach Jahren. Um Basra, im S&uuml;den des Landes, betr&auml;gt die Strahlenbelastung nach Messungen unabh&auml;ngiger Experten das 20fache des Normalwertes. Vor allem Kinder, die auf den irakischen Panzerwracks spielen, erkranken&hellip;. <\/em><\/p>\n<p><em>Zehn Jahre nach dem Irakkrieg werden immer mehr missgebildete Kinder beerdigt. Das macht selbst Totengr&auml;ber sprachlos. `Manchmal beerdigen wir Kinder mit vier H&auml;nden, oder mit dreien. Manchmal haben die K&ouml;rper zwei K&ouml;pfe. Es gibt jede Art von Missbildung, die man sich vorstellen kann. Manchmal ist der Kopf v&ouml;llig deformiert, und die Augen liegen nicht vorn, sondern oben.&acute;<\/em><\/p>\n<p><em>Visite in den Kinderkrankenh&auml;usern von Basra &ndash; die Betten auf allen Stationen sind belegt, die Zahl der Krebsf&auml;lle ist in den vergangenen zehn Jahren drastisch angestiegen. Gehirntumore, Knochenkrebs, k&ouml;rperliche Missbildungen und immer wieder: Blutkrebs. 1200 junge Patienten in der staatlichen Kinderklinik leiden unter Leuk&auml;mie, die &Uuml;berlebenschance betr&auml;gt 50 Prozent. .&hellip;&acute;Vor 1990 hatten wir etwa 15 neue Leuk&auml;mief&auml;lle pro Jahr, diese Zahlen sind nach dem ersten Golfkrieg deutlich angestiegen, und nach dem Irakkrieg 2003 bis heute haben wir Rekordwerte von bis zu 200 neuen F&auml;llen pro Jahr&acute;, erkl&auml;rt die Onkologin Dr. Jenan Ghalib Hassan.<\/em><\/p>\n<p><em>Kinder in Falluja, Bagdad und wie hier in Basra: Opfer des Irakkrieges, noch heute. Amerikaner und Briten, die damals Uranmunition eingesetzt hatten, leugnen jeden Zusammenhang zwischen erh&ouml;hter Strahlung und der Zunahme von Krebs. Doch die &Auml;rzte lassen die Fakten f&uuml;r sich sprechen: Erstens die hohe Anzahl von jungen Krebspatienten, zweitens die h&auml;ufigen Todesf&auml;lle, und drittens die extreme Zunahme von Missbildungen. Manchmal schie&szlig;en selbst die &Auml;rzte ein Foto zu Dokumentationszwecken, wie bei diesem Kind mit Wasserkopf. &acute; Solche F&auml;lle sind eindeutig auf den Einsatz von Uranmunition zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sagt der Neurochirurg Mahmood Swady. &acute;Die Krankheiten dieser Kinder sind eine Folge der Kriege im Irak. Solche Patienten kommen t&auml;glich zu uns, speziell nach dem letzten Irakkrieg.&acute;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Im Kampf um Falluja, einer Stadt westlich von Bagdad, haben die Alliierten in den Irak-Kriegen 1991 und 2003 1.000-2.000 Tonnen DU-Munition eingesetzt. Die Stadt hat mittlerweile die meisten missgebildeten Kinder weltweit. Etwa 15 Prozent der S&auml;uglinge kommen mit Missbildungen zur Welt. Diese Entwicklung scheint anzuhalten, weil die Eltern dieser Kinder in ihrer Jugend mit uranhaltiger Munition in Ber&uuml;hrung gekommen sind.<\/p><p>Der ehemalige deutsche Umweltminister und sp&auml;tere Direktor des &bdquo;UN Environment Programme&ldquo; (UNEP), Klaus T&ouml;pfer, kritisierte bereits in der Rheinischen Post vom 11. Januar 2001 den nachl&auml;ssigen Umgang der NATO mit Munitionsresten im Kosovo. Der Leiter der UNEP-Balkan-Task-Force, Pekka Haavisto erkl&auml;rte nach dem gemeinsamen Besuch vor Ort:<\/p><blockquote><p>\n<em>&ldquo;Wir waren sehr &uuml;berrascht, als wir panzerbrechende Munition entdeckten, die im Kosovo einfach so herumlag &ndash; an Orten, wo Kinder spielten und K&uuml;he grasten.&rdquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Die Zivilbev&ouml;lkerung sei von der NATO zwar vor Minen gewarnt worden, aber nicht vor Uran-Munition.<em> &ldquo;Nicht einmal die elf Stellen, die von UNEP untersucht wurden, waren markiert&rdquo;,<\/em> kritisierte T&ouml;pfer. Die schon damals von Klaus T&ouml;pfer geforderte detaillierte Untersuchung der Sp&auml;tfolgen vom Einsatz uranhaltiger Munition hat bis heute nicht stattgefunden, so dass letztlich immer noch dar&uuml;ber diskutiert und auch gestritten wird.<\/p><p><strong>Zusammenfassende Bewertung<\/strong><\/p><p>Sollte sich der Hinweis best&auml;tigen, dass die USA uranhaltige Munition an die Ukraine liefern oder eigene Sch&uuml;tzenpanzer damit ausr&uuml;sten und ggf. auch die Briten mit ihren Challenger-Kampfpanzern die durchaus &uuml;bliche uranhaltige Munition verwenden wollen, muss das vor dem Hintergrund der vorliegenden Erkenntnisse zum Schutz der Soldaten und vor allem auch der Zivilbev&ouml;lkerung verhindert werden.<\/p><p>Soldaten in getroffenen Panzern verbrennen bei lebendigem Leibe, und der Einsatzraum dieser Munition bleibt f&uuml;r einen noch nicht genau zu definierenden Zeitraum vergiftet, nicht zuletzt, weil ja auch immer wieder Geschosse, die ihr Ziel verfehlt haben, bis zu einer Tiefe von 7m in den Boden eindringen. Hinzu kommt, dass es auch in der Ukraine nicht ausgeschlossen werden kann, dass Kinder auf abgeschossenen russischen Panzern herumturnen, die ja nach einem Gefecht f&uuml;r lange Zeit einfach liegen bleiben. Die Bundesregierung sollte sich umgehend dar&uuml;ber informieren, ob es den Einsatz uranhaltiger Munition geben k&ouml;nnte und alles daf&uuml;r tun, dass dieser ausgeschlossen wird.<\/p><p><em><strong>Anmerkung der Redaktion:<\/strong> In einer ersten Version hie&szlig; es versehentlich &ldquo;Dabei handelt es sich genaugenommen um abgereichertes Uran, s.g. Depleted Uranium (DU) bekannt auch als Uran-235.&ldquo; Hier kam es zu einem Tippfehler, korrekt m&uuml;sste es Uran-238 lauten. Wir haben das korrigiert.<\/em><\/p><p>Titelbild: shutterstock \/ Antonio Batinic<\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<p><strong>Mehr zum Thema:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92546\">Politischer Aktivismus und milit&auml;rischer Realismus &ndash; ein offensichtlich unl&ouml;sbarer Widerspruch<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92863\">Olaf Scholz und die Kampfpanzer: Ist sein Z&ouml;gern ernst gemeint?<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92672\">Bundesregierung: Wir bezeichnen nur den russischen Angriffskrieg als v&ouml;lkerrechtswidrig, Kriege anderer L&auml;nder bewerten wir nicht<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/a5025bb9363c4e31ba4e42636f3a2813\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Zusammenhang mit dem neuen milit&auml;rischen Unterst&uuml;tzungspaket der USA f&uuml;r die Ukraine gibt es Hinweise, dass m&ouml;glicherweise diesmal auch uranhaltige Munition geliefert werden soll. 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