{"id":93246,"date":"2023-01-31T14:23:55","date_gmt":"2023-01-31T13:23:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93246"},"modified":"2023-02-01T07:36:35","modified_gmt":"2023-02-01T06:36:35","slug":"fragt-wie-kinder-fragen-stellen-und-handelt-nach-den-antworten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93246","title":{"rendered":"Fragt, wie Kinder Fragen stellen, und handelt nach den Antworten!"},"content":{"rendered":"<p>Wie k&ouml;nnte es wieder Frieden geben? Wir Erwachsenen h&ouml;ren solche Art Fragen und wissen sofort: Kinder fragen direkt und einfach. Gerade herrscht Krieg und auf allen Kan&auml;len wird dieser, so ist von Gro&szlig; und Klein zu beobachten, mehr und mehr befeuert. Doch in all der Wut stellen Kinder ruhig wie instinktiv beunruhigt Fragen, erleben Erwachsene. Da ist es an und f&uuml;r sich gut, dass die Gro&szlig;en den Ball der Kleinen aufnehmen und deren Anliegen verarbeiten, zum Beispiel im Fernsehen. Beim ZDF gibt es eine Kindersendung namens &bdquo;logo&ldquo;, bei welcher ein Beitrag auf der Programmseite verlinkt ist, bei dem <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/kinder\/logo\/simone-trifft-friedensforscherin-100.html\">eine Reporterin eine Friedensforscherin besucht<\/a>. Der Besuch fand schon vor einigen Monaten statt. Viel Zeit ist seither verstrichen, ohne dass sich die Gro&szlig;en, die Entscheider, an entscheidenden Stellen der Antworten und Tipps der Forscherin f&uuml;r die Kleinen angenommen h&auml;tten. Die Erwachsenen, vor allem die Eltern, machen sich zunehmend Sorgen und fordern friedliche, deeskalierende Antworten der Politik. So auch bei einer <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Cq0sYIdlY8A\">Podiumsveranstaltung<\/a> mit dem Ministerpr&auml;sidenten von Sachsen. Derweil nimmt der Einsatz der B&uuml;rger f&uuml;r Frieden Fahrt auf. Und ein deutscher Film hat Chancen auf den Oscar. Von <strong>Frank Blenz<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8143\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-93246-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230131_Fragt_wie_Kinder_Fragen_stellen_und_handelt_nach_den_Antworten_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230131_Fragt_wie_Kinder_Fragen_stellen_und_handelt_nach_den_Antworten_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230131_Fragt_wie_Kinder_Fragen_stellen_und_handelt_nach_den_Antworten_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230131_Fragt_wie_Kinder_Fragen_stellen_und_handelt_nach_den_Antworten_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=93246-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230131_Fragt_wie_Kinder_Fragen_stellen_und_handelt_nach_den_Antworten_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230131_Fragt_wie_Kinder_Fragen_stellen_und_handelt_nach_den_Antworten_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Die Frage nach Frieden<\/strong><\/p><p>Die &bdquo;logo&ldquo;-Reporterin Simone schaute bei einer Friedensforscherin vorbei. Prof. Nicole Deitelhoff arbeitet am Leibniz-Institut Stiftung Friedens- und Konfliktforschung. Ohne Umschweife fragte Simone stellvertretend f&uuml;r das Kinderpublikum: Wie k&ouml;nnte es wieder Frieden geben? Die Forscherin skizzierte zwei grunds&auml;tzliche M&ouml;glichkeiten, einen Frieden nach einem Krieg zu erreichen. Staunen erzeugt die erste, brutale M&ouml;glichkeit, nach der die Kriegsparteien sich entscheiden, den Konflikt auszutragen, &bdquo;bis eine Seite nicht mehr kann&ldquo;. Die zweite M&ouml;glichkeit w&auml;re, so die Professorin, sich an einen Verhandlungstisch zu setzen, um nach L&ouml;sungen zu suchen, bei denen beide Seiten zufrieden sind. Dabei m&uuml;ssten die Streitpunkte auf den Tisch, warum die beiden Seiten sich &uuml;berhaupt im Krieg befinden. <\/p><p><strong>Man muss einsehen, zu verhandeln<\/strong><\/p><p>Wann ist ein guter Zeitpunkt, dass Verhandlungsgespr&auml;che gut funktionieren, fragte Reporterin Simone die Forscherin kindgem&auml;&szlig; weiter. Professorin Nicole Deitelhof sagte, wenn ein Krieg andauert und die &bdquo;Idee&ldquo; des Krieges nicht funktioniert, sollte verhandelt werden. Dauert ein Krieg an, werde er teurer, es sterben viele, es werden viele verletzt &ndash; der Moment ist da, an dem man einsehen muss, dass man verhandeln muss. Die Friedensforscherin nannte einen weiteren wichtigen Aspekt, der zu einer Beendigung des Krieges beitr&auml;gt: die &Ouml;ffentlichkeit. Die Menschen sollen auf die Stra&szlig;e gehen und Frieden fordern. <\/p><p><strong>Und in Zukunft?<\/strong><\/p><p>Diese Kindfrage zur Zukunft von Europa, Russland, der Ukraine, sie stellt gerade kaum jemand der Akteure der meinungsf&uuml;hrenden &Ouml;ffentlichkeit: Wann sind Russland und die Ukraine wieder Freunde? Sie stellte zumindest Reporterin Simone der Friedensforscherin Prof. Deitelhoff vor Monaten in diesem Beitrag. Die Forscherin meinte, wenn einmal Vertrauen zerst&ouml;rt sei, w&auml;re das schwer. Aber das m&uuml;sse man langsam wieder aufbauen. Das Fazit der Reporterin fiel so aus: &bdquo;Es gibt immer eine Chance auf Frieden.&ldquo;   <\/p><p><strong>Die Erwachsenen, vor allem Eltern, machen sich Sorgen wie die Kinder um die Zukunft<\/strong><\/p><p>Den Kindern zuh&ouml;ren, ist die eine Seite. Zu sp&uuml;ren, dass sie gerade Unterst&uuml;tzung, Rat und Zuwendung brauchen, und entsprechend zu handeln, die andere. In der Gesellschaft brodelt es, der Gespr&auml;chsbedarf steigt und die Fragen an die Politik werden lauter, direkter, fordernder. Vor ein paar Tagen weilte der s&auml;chsische Ministerpr&auml;sident Michael Kretschmer in der kleinen Stadt Falkenstein im Vogtland. Kretschmer stellte sich in der Veranstaltungsreihe &bdquo;Direkt&ldquo;, einer Produktion des Freistaates Sachsen, in einer Turnhalle den Fragen der B&uuml;rger. Auch Elternvertreter kamen zu Wort, sozusagen stellvertretend f&uuml;r Gro&szlig; und Klein. <\/p><p>Vater Robert Herold wollte wissen, wie Kindern der Krieg zu erkl&auml;ren sei und welche Medien zu nutzen w&auml;ren. Ministerpr&auml;sident Kretschmer riet, die Menschen sollen sich gut informieren &ndash; eher nicht in sozialen Medien, sondern in Zeitungen und im &ouml;ffentlich-rechtlichen TV, Kinder mittels Sendungen wie zum Beispiel &bdquo;die Sendung mit der Maus&ldquo; und &bdquo;logo&ldquo;. Kretschmer riet, dass jeder der Zuh&ouml;rer es so machen soll, wie er es aus eigenen Erfahrungen auch handhabt, einschlie&szlig;lich eigene Auffassungen zu vermitteln bis hin zu denen von Panzerlieferungen. <\/p><p>Der Elternvertreter sagte weiter, dass fr&uuml;her gelernt wurde, dass &bdquo;Russland unser Freund&ldquo; sei. Und nun? Der s&auml;chsische Ministerpr&auml;sident mahnte, man d&uuml;rfe nicht alles kaputtschlagen, man m&uuml;sse in Verbindung bleiben, Optionen f&uuml;r die Zukunft offenhalten. Das radikale &bdquo;Nie wieder&ldquo; k&ouml;nne ja nur falsch sein. Kretschmer skizzierte als Mahnung eine hypothetische Annahme der Geschichte, man stelle sich nur mal vor, dass einst Deutschland nach dem Weltkrieg mit einem &bdquo;Nie wieder&ldquo;, mit einem &bdquo;Das l&ouml;schen wir jetzt aus&ldquo; konfrontiert worden w&auml;re. Es kam zum Gl&uuml;ck anders&hellip;<\/p><p><strong>Kretschmers Forderung<\/strong><\/p><p>Der s&auml;chsische Ministerpr&auml;sident forderte, dass alles versucht werden m&uuml;sse, dass die Eskalation angehalten, der Konflikt entsch&auml;rft werde. &bdquo;Wir m&uuml;ssen daf&uuml;r eintreten, dass es zu einem Waffenstillstand kommt.&ldquo; Das m&uuml;sse eine deutsche Forderung sein. <\/p><p><strong>Nein, meine S&ouml;hne gebe ich nicht<\/strong><\/p><p>In der Gesellschaft wird das teils ganz anders gesehen. Junge Leute aus einer der drei Regierungsparteien haben so k&uuml;rzlich eine Plakataktion gestartet, bei der der Hauptslogan lautete: &bdquo;Krieg beenden &ndash; Panzer senden!&ldquo; <\/p><p>Doch in sozialen Medien w&auml;chst der Widerstand gegen Kriegsrhetorik und S&auml;belrasseln. So werden von Nutzern gerade vielfach Aufnahmen eines Friedensliedes des Liedermachers Reinhard Mey geteilt: &bdquo;Nein, meine S&ouml;hne geb&rsquo; ich nicht&ldquo;. Den Text zu lesen, l&auml;sst einem den Atem stocken, ein Auszug:<\/p><blockquote><p>\n<strong>Nein, meine S&ouml;hne geb&rsquo; ich nicht<\/strong><\/p>\n<p>Sie werden nicht in Reih&rsquo; und Glied marschieren<br>\nNicht durchhalten, nicht k&auml;mpfen bis zuletzt<br>\nAuf einem gottverlass&rsquo;nen Feld erfrieren<br>\nW&auml;hrend ihr euch in weiche Kissen setzt<br>\nDie Kinder sch&uuml;tzen vor allen Gefahren<br>\nIst doch meine verdammte Vaterpflicht<br>\nUnd das hei&szlig;t auch, sie vor euch zu bewahren<br>\nNein, meine S&ouml;hne geb&rsquo; ich nicht\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Auch von der Leyen sagte Nein<\/strong><\/p><p>Die jetzige EU-Kommissionspr&auml;sidentin Ursula von der Leyen wird das Lied von Mey sicher schon geh&ouml;rt haben, und ja, sie gestand vor ein paar Jahren, als der kriegerische Konflikt in der Ukraine schon zwei Jahre tobte, in ihrer Funktion als Verteidigungsministerin und als Mutter ihre Sorge auf ihre Art. Auf die Frage, ob ihre Kinder denn bei der Bundeswehr seien, lautete ihre Antwort mit einem geradezu aufatmenden L&auml;cheln: &bdquo;Nein.&ldquo; Den Auftritt nahm das Satiremagazin Extra 3 (NDR) zum Anlass f&uuml;r einen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=8g3S_vxQAIs\">Beitrag<\/a>.<\/p><p><strong>Ein Kriegsfilm f&uuml;r den Oscar nomminiert<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Im Westen nichts Neues&ldquo; ist der wohl ber&uuml;hmteste und wichtigste Roman des deutschen Schriftstellers Erich Maria Remarque. Der Roman wurde nun wieder verfilmt, konkret, sein Titel  wurde f&uuml;r einen oppulenten Streifen verwendet, welcher jetzt in den USA gro&szlig;e Ehren erzielen k&ouml;nnte &ndash; der Film wurde f&uuml;r den Oscar nominert, in neun Kategorien. S&ouml;hne sterben in dem Film zuhauf, in einem Krieg, den es wie alle anderen nicht h&auml;tte geben d&uuml;rfen. Remarque sagte dazu: &bdquo;Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg, bis ich herausfand, dass es welche gibt, die daf&uuml;r sind, besonders die, die nicht hingehen m&uuml;ssen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Wie w&auml;re es mit einem neuerlichen Besuch bei der Friedensforscherin?<\/strong><\/p><p>Die Fragen der Kinder werden nicht weniger, die Sorgenfalten tiefer. Ein neuerlicher Besuch bei Friedensforscherin Nicole Deitelhoff w&uuml;rde vielleicht neue Erkenntnisse bringen, Antworten auf die Frage, warum die Gro&szlig;en nicht innehalten. Antworten anderer Art gab die Friedensforscherin gerade im Erwachsenen-TV. In den ARD-Tagesthemen suchte sie nach Antworten auf die Frage, warum Ostdeutsche skeptischer als Westdeutsche gegen&uuml;ber Panzerlieferungen an die Ukraine seien. Tagesthemenmoderatorin Caren Miosga fragte nicht, wie es wieder Frieden geben k&ouml;nnte. <\/p><p>Titelbild: Screencap logo!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie k&ouml;nnte es wieder Frieden geben? Wir Erwachsenen h&ouml;ren solche Art Fragen und wissen sofort: Kinder fragen direkt und einfach. Gerade herrscht Krieg und auf allen Kan&auml;len wird dieser, so ist von Gro&szlig; und Klein zu beobachten, mehr und mehr befeuert. 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