{"id":93325,"date":"2023-02-02T09:02:46","date_gmt":"2023-02-02T08:02:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93325"},"modified":"2023-02-02T16:25:24","modified_gmt":"2023-02-02T15:25:24","slug":"achtsam-zum-burnout-kmk-experten-wollen-lehrermangel-mit-noch-mehr-mangel-beheben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93325","title":{"rendered":"Achtsam zum Burnout. KMK-Experten wollen Lehrermangel mit noch mehr Mangel beheben"},"content":{"rendered":"<p>Mehrarbeit, gr&ouml;&szlig;ere Klassen, Hybridunterricht, Reaktivierung von Pension&auml;ren. Die &bdquo;Empfehlungen&ldquo; einer Kommission der Landeskultusminister, um dem historischen Engpass bei P&auml;dagogen zu begegnen, sorgen f&uuml;r Entsetzen bei Gewerkschaften und Bildungsverb&auml;nden. Das Gremium tischt so ziemlich alle Fehler der Vergangenheit als Rezept f&uuml;r die Zukunft auf. Die Therapie ist krank, macht krank und kann nur nach hinten losgehen. Ein Kommentar von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8103\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-93325-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230202_Achtsam_zum_Burnout_KMK_Experten_wollen_Lehrermangel_mit_noch_mehr_Mangel_beheben_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230202_Achtsam_zum_Burnout_KMK_Experten_wollen_Lehrermangel_mit_noch_mehr_Mangel_beheben_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230202_Achtsam_zum_Burnout_KMK_Experten_wollen_Lehrermangel_mit_noch_mehr_Mangel_beheben_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230202_Achtsam_zum_Burnout_KMK_Experten_wollen_Lehrermangel_mit_noch_mehr_Mangel_beheben_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=93325-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230202_Achtsam_zum_Burnout_KMK_Experten_wollen_Lehrermangel_mit_noch_mehr_Mangel_beheben_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230202_Achtsam_zum_Burnout_KMK_Experten_wollen_Lehrermangel_mit_noch_mehr_Mangel_beheben_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>F&uuml;r so eine Leistung setzt es bei Doktor Specht eine F&uuml;nf. Ungen&uuml;gend. Viel zu Papier gebracht zwar, aber null L&ouml;sungskompetenz. Was die Kultusministerkonferenz (KMK) gegen den grassierenden und in solchen Ausma&szlig;en nie dagewesenen Lehrermangel an Deutschlands Schulen zu unternehmen gedenkt, ist Widersinn im Quadrat. Die Devise: Alles, was die Misere herbeigef&uuml;hrt hat, soll jetzt aus der Misere f&uuml;hren. Den Irrwitz auf den Punkt brachte Maike Finnern, Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): &bdquo;Es droht eine <a href=\"https:\/\/www.gew.de\/presse\/pressemitteilungen\/detailseite\/gew-politik-darf-eigene-fehler-nicht-auf-dem-ruecken-der-lehrkraefte-austragen\">Spirale aus &Uuml;berlastung<\/a> durch Lehrkr&auml;ftemangel und Lehrkr&auml;ftemangel durch &Uuml;berlastung&ldquo;. Dagegen ist Hamsterrad ein Segen, die Rennerei h&auml;lt wenigstens fit. Lehrer zu sein, hei&szlig;t dagegen immer h&auml;ufiger, krank zu sein.<\/p><p>Am zur&uuml;ckliegenden Freitag pr&auml;sentierte die St&auml;ndige Wissenschaftliche Kommission (SWK), ein sogenanntes Expertengremium im Dienst der 16 Landeskultusminister, <a href=\"https:\/\/www.kmk.org\/fileadmin\/Dateien\/pdf\/KMK\/SWK\/2023\/SWK-2023-Stellungnahme_Lehrkraeftemangel.pdf\">&bdquo;Empfehlungen&ldquo;<\/a> zum Umgang mit dem akuten Mangel an P&auml;dagogen. Im Vorfeld hatte der Co-Vorsitzende Olaf K&ouml;ller in der Wochenzeitung <em>Der Freitag<\/em> die Wichtigkeit betont, nicht nur h&auml;nderingend nach neuen Lehrern zu suchen, &bdquo;sondern die im System vorhandenen Lehrkr&auml;fte zu st&auml;rken&ldquo;. Das war Augenwischerei. Welche Rezepte gegen die Krise tischte er ein paar Tage sp&auml;ter auf? Sp&auml;terer Ruhestandseintritt, Unterrichtsverpflichtung erh&ouml;hen, Teilzeitbesch&auml;ftigung beschr&auml;nken, noch mehr Quer- und Seiteneinsteiger rekrutieren, Pension&auml;re reaktivieren, Lehramtsstudierende an die Tafel. Und sorgt das alles f&uuml;r noch mehr Stress, schlaflose N&auml;chte und Depressionen, dann sollen &bdquo;mehr Angebote der Gesundheitsf&ouml;rderung&ldquo; Abhilfe schaffen &ndash; &bdquo;Achtsamkeitstrainings&ldquo; oder &bdquo;Meditation, Atem- und Visualisierungs&uuml;bungen&ldquo;.<\/p><p><strong>Ausgelaugter Lehrk&ouml;rper <\/strong><\/p><p>Ja, so tickt heute die Arbeitswelt. Mensch l&auml;sst sich schinden, ausnutzen, ausbeuten und sobald er kaputt ist, st&ouml;&szlig;t sich die Gesundheitswirtschaft an seinem Leid noch gesund. Und wenn das nicht funzt, ist eben ein Leben mehr verhunzt und eine Lehrkraft weniger da. Vergangenen Sommer befragte die Robert Bosch Stiftung im Rahmen des <a href=\"https:\/\/www.bosch-stiftung.de\/sites\/default\/files\/documents\/2022-06\/RBS_DIN%20A4%20hoch_SCHULBAROMETER%20220608_RZ_V1.pdf\">&bdquo;Deutschen Schulbarometers&ldquo;<\/a> &uuml;ber 1.000 Lehrerinnen und Lehrer zu ihren Sorgen und N&ouml;ten. 84 Prozent f&uuml;hlten sich stark strapaziert, f&uuml;r 79 Prozent war Wochenendarbeit die Regel, 60 Prozent konnten sich in der Freizeit kaum noch erholen. 62 Prozent litten unter k&ouml;rperlicher, 46 Prozent unter mentaler Ersch&ouml;pfung, ein Drittel unter Schlafst&ouml;rungen, 25 Prozent unter Kopfschmerzen und sieben Prozent unter Angstzust&auml;nden. Nach einer Studie der GEW Sachsen arbeitet ein Drittel der Vollzeitkr&auml;fte im Freistaat mehr als <a href=\"https:\/\/www.gew-sachsen.de\/presse\/pressemitteilungen\/saechsische-lehrkraefte-ueberschreiten-ihre-arbeitszeit-deutlich-1\">48 Stunden pro Woche<\/a>, bei 40 bezahlten Stunden. Die langen Ferienzeiten m&ouml;gen einen Teil der &Uuml;berlast kompensieren, ein Burnout wartet aber nicht bis zum Urlaub.<\/p><p>Und was &bdquo;empfiehlt&ldquo; die SWK dem ausgelaugten Lehrk&ouml;rper? &bdquo;Die M&ouml;glichkeit zur Teilzeitarbeit zu begrenzen, die Reduktion auf unter 50 Prozent der Arbeitszeit etwa sollte nur aus besonderen Gr&uuml;nden m&ouml;glich sein, ebenso sollten Sabbaticals befristet eingeschr&auml;nkt werden.&ldquo; Dass fast die H&auml;lfte der Lehrkr&auml;fte in Deutschland mit reduzierter Stundenzahl arbeitet, hat neben famili&auml;ren Motiven gerade auch damit zu tun, dass das volle Pensum viele k&ouml;rperlich und mental &uuml;berfordert. Faktisch ist Teilzeit ein Mittel zur Gesunderhaltung. Wer heute Hand anlegt an diese Freiheit, dem flattern morgen noch mehr Krankmeldungen ins Haus.<\/p><p>Aber die SWK setzt noch allerhand Zumutungen obendrauf. So solle die &bdquo;M&ouml;glichkeit einer befristeten Erh&ouml;hung der Unterrichtsverpflichtung&ldquo; nach dem Modell der &bdquo;Vorgriffsstunden&ldquo; gepr&uuml;ft werden. Dieses besagt eigentlich, dass Mehrleistungen in Zukunft mit reduzierten Stundenkontingenten auszugleichen sind. Jedoch werde der noch lange anhaltende Lehrermangel dies &bdquo;schwer machen (&hellip;), weshalb die finanzielle Abgeltung realistischer zu sein scheint&ldquo;. Aha! Wer sich krankschuftet, soll wenigstens ein paar Euro mehr erhalten &ndash; wie reizend und wirklichkeitsfremd.<\/p><p><strong>Bildungsrepublik Deutschland?<\/strong><\/p><p>Nicht minder gilt das f&uuml;r den Ratschlag an die Politik, an den Klassengr&ouml;&szlig;en zu schrauben. Demnach w&auml;ren &bdquo;zun&auml;chst die definierten Obergrenzen auszusch&ouml;pfen&ldquo;. Sobald andere Ma&szlig;nahmen ausgereizt seien, &bdquo;darf in der Sekundarstufe I auch eine befristete Erh&ouml;hung der maximalen Klassenfrequenz nicht ausgeschlossen werden&ldquo;. Die Begr&uuml;ndung ist nicht ohne Komik: So zeige die Forschung, &bdquo;dass Effekte der Klassengr&ouml;&szlig;e auf die Leistungen der Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler eher gering sind&ldquo;. Bekannt ist den &bdquo;Experten&ldquo; aber auch: &bdquo;Lehrkr&auml;fte nehmen gro&szlig;e Klassen als Belastung wahr.&ldquo; Wie l&ouml;st die SWK den Widerspruch auf? Gar nicht, statt dessen: Mehr Sch&uuml;ler pro Lehrkraft.<\/p><p>Zu fragen ist, wie das neben den Betroffenen bei denen ankommt, die in Zukunft den Schuldienst erledigen sollen. Christian Schmarbeck vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) fragt sich das auch: &bdquo;Es ist <a href=\"https:\/\/vbe-sh.de\/2023\/01\/29\/vbe-fordert-differenzierte-beurteilung-der-unterrichtsversorgung\/\">geradezu absurd<\/a>, dass durch Verschlechterungen in den Arbeitsbedingungen erfolgreich f&uuml;r den Lehrerberuf geworben werden soll.&ldquo; Tats&auml;chlich r&uuml;cken aus den Hochschulen seit Jahren viel zu wenige Lehramtsanw&auml;rter nach. Das hat auch mit den raren Studienpl&auml;tzen zu tun, mehr noch aber damit, dass dem Beruf ein schlechter Ruf vorauseilt. Das deutsche Schulsystem ist heruntergewirtschaftet, an der Bausubstanz nagt ein Sanierungsstau von 45 Milliarden Euro und innendrin lauern Probleme im &Uuml;berfluss: schwererziehbare, lernunwillige, handygesch&auml;digte Kinder, schlechte Ausstattung und Aufgaben, die sich nicht meistern lassen: Inklusion, Ganztagsbetreuung, F&ouml;rderung sozial benachteiligter Kinder. Alles tolle Reformen, die aber ohne die n&ouml;tige personelle Unterf&uuml;tterung zum Scheitern verurteilt sind und das p&auml;dagogische Kerngesch&auml;ft noch mehr verunm&ouml;glichen.<\/p><p>Zum Ausma&szlig; der Engp&auml;sse kursieren verschiedene Zahlen. Die KMK rechnet bis 2025 mit rund 25.000 fehlenden Lehrkr&auml;ften, bis 2030 mit 31.000. Allerdings geh&ouml;rt Besch&ouml;nigen zum Handwerk der Kultusminister, wodurch das Desaster erst die heutigen Dimensionen annehmen konnte. Wer keinen Notstand sehen will, unternimmt auch nichts dagegen. Seit mindestens zwei Jahrzehnten hei&szlig;t Bildungspolitik K&uuml;rzungspolitik, Angela Merkels (CDU) &bdquo;Bildungsrepublik Deutschland&ldquo; ist nicht mal eine Fata Morgana, selbst bei eitel Sonnenschein gl&auml;nzt da gar nix. Meldungen &uuml;ber eine riesige Pensionierungswelle gab es schon vor 20 Jahren und nichts passierte: kein Ausbau der Studienkapazit&auml;ten, keine Arbeitserleichterungen, keine Aufwertung des Berufs, daf&uuml;r immer mal wieder &uuml;ble Kampagnen gegen die &bdquo;faule und &uuml;berbezahlte&ldquo; Lehrerschaft.<\/p><p><strong>Amateure statt Profis <\/strong><\/p><p>Vor einer Woche erst hat die rheinland-pf&auml;lzische Ampelregierung den Vorsto&szlig; der Opposition f&uuml;r eine <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swraktuell\/rheinland-pfalz\/landtag-debattiert-bessere-bezahlung-von-grundschullehrern-in-rlp-100.html\">H&ouml;hergruppierung von Grundschullehrern<\/a> auf die A-13-Besoldungsstufe abgewehrt. Dabei ist der Lehrermangel im Primarbereich mit am dramatischsten. Damit &uuml;berhaupt noch etwas l&auml;uft, werden massenhaft Notn&auml;gel ins morsche Geb&auml;lk geschlagen &ndash; Quer- und Seiteneinsteiger, unfertige Lehramtsstudierende oder wie in Berlin &bdquo;Lovls: Lehrer ohne volle Lehrbef&auml;higung&ldquo;. Der Eifer der Betroffenen soll nicht bestritten werden. Aber welcher Deutsche w&uuml;rde sein Auto einem &bdquo;Mechaniker ohne volle Mechanikerbef&auml;higung&ldquo; anvertrauen? Bei unseren Kindern ist das ganz normal. Ein fr&uuml;her sehr ehrbarer Beruf ist zu einer Art Resterampe verkommen. Jeder &bdquo;Amateur&ldquo; mit einem Crashkurs in P&auml;dagogik darf den Job machen und selbst Pension&auml;re oder wegen Ersch&ouml;pfung Fr&uuml;hpensionierte werden zur&uuml;ck an die Schulfront beordert. Ausbaden m&uuml;ssen all das die Kinder, die man ihrer Lebenschancen und ihrer Zukunft beraubt.<\/p><p>Urs&auml;chlich f&uuml;r das Fiasko ist eine unheilvolle Mischung aus f&ouml;deraler Fehlplanung und -steuerung und einer Bildungspolitik im Zeichen von Spardiktaten, Entstaatlichung und Privatisierung. Schon viel zu lange bemisst sich der Bedarf an P&auml;dagogen und dem, was eine ausk&ouml;mmliche Unterrichtsversorgung genannt wird, nicht daran, was tats&auml;chlich und gem&auml;&szlig; wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Besten der Heranwachsenden ist. Vielmehr bog man die Gr&ouml;&szlig;e entsprechend gesellschaftlicher, politischer und vor allem haush&auml;lterischer Notwendigkeiten beliebig zurecht. Realit&auml;tsn&auml;here Prognosen als die der KMK haben bis 2025 rund 40.000, bis 2030 circa 85.00 und bis 2035 gar bis zu 156.000 fehlende Lehrkr&auml;fte ermittelt.<\/p><p>Detaillierte Vorhersagen liegen laut SWK f&uuml;r Nordrhein-Westfalen vor. Dort werde der Bedarf an Mathematiklehrkr&auml;ften bis zum Schuljahr 2030\/31 noch zu 37,2 Prozent gedeckt werden, in Chemie zu 26 Prozent, in Physik zu 18,1 Prozent und in Informatik zu 4,6 Prozent. Dabei sind Belastungen wie die Aufnahme von mehr als 200.000 ukrainischen Fl&uuml;chtlingskindern im vergangenen Jahr noch nicht mitber&uuml;cksichtigt. Immerhin sieht man die Dinge inzwischen klarer: Laut SWK-Einsch&auml;tzung werde das Problem &bdquo;aller Voraussicht nach in den kommenden 20 Jahren bestehen bleiben&ldquo;. Bislang war die KMK von einer Entspannung ab dem Jahr 2035 ausgegangen.<\/p><p><strong>Dequalifizierung, Individualisierung, Privatisierung <\/strong><\/p><p>Aber was tun, wenn das Kind l&auml;ngst in den Brunnen gefallen ist? Am L&uuml;ckenstopfen f&uuml;hrt kein Weg vorbei. Dann aber gef&auml;lligst unter Einsatz von viel Geld, damit die Notreserve mit einem Maximum an p&auml;dagogischem und didaktischem R&uuml;stzeug vor die Klasse tritt. Besserung f&uuml;r die fernere Zukunft setzt eine schonungslose Fehleranalyse sowie eine radikale Umkehr hinsichtlich der Frage nach den wahrhaftigen Bed&uuml;rfnissen von Mensch und Gesellschaft voraus. Die Bildung unserer Kinder verdient betr&auml;chtliche Investitionen, die nur durch Mehreinnahmen des Staates zu bew&auml;ltigen sind: h&ouml;here Steuern f&uuml;r Besserverdiener, Unternehmen und Konzerne. Ein &bdquo;Sonderverm&ouml;gen&ldquo; f&uuml;r Kitas, Schulen und Hochschulen leistet allemal mehr f&uuml;r die Lebensf&auml;higkeit eines Gemeinwesens als ein Aufr&uuml;stungsprogramm mit &bdquo;Doppelwumms&ldquo;.<\/p><p>Leider ist all dies Wunschdenken. Beim aktuellen Zustand der politischen Klasse und den gesellschaftlichen Kr&auml;fteverh&auml;ltnissen wird die n&ouml;tige Kehrtwende zweifelsfrei nicht erfolgen. Viel eher f&uuml;hrt der Weg weiter in Richtung Dequalifizierung, Individualisierung und Privatisierung. Im SWK-Konzeptpapier taucht etwa der Begriff &bdquo;Selbstregulierungskompetenzen&ldquo; bei Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;lern auf. Erforderlich seien &bdquo;Formate des Hybridunterrichts&ldquo; und &bdquo;Ma&szlig;nahmen zur Erh&ouml;hung der Selbstlernzeiten&ldquo;. Hat der Nachwuchs schlie&szlig;lich alles in der Pandemie gelernt &ndash; oder auch nicht.<\/p><p>Der Herausgeber des Portals <em>News4Teachers<\/em>, Andrej Priboschek, denkt noch weiter. &bdquo;Warum sollten Eltern, die den Massenbetrieb meiden m&ouml;chten, ihre Kinder nicht zu Hause unterrichten d&uuml;rfen&ldquo;, fragte er am Samstag in einem <a href=\"https:\/\/www.news4teachers.de\/2023\/01\/das-kmk-gutachten-zeigt-der-staat-ist-mit-seinem-latein-am-ende-es-wird-zeit-die-gesellschaft-mit-an-bord-zu-holen\/\">Kommentar<\/a> und pl&auml;dierte f&uuml;r die faktische Abschaffung der staatlichen Bildungshoheit zugunsten der freien Wirtschaft. Sein Mantra: &bdquo;Schlechter als das, was der Staat allein anzubieten hat, kann es nicht werden.&ldquo; Ach ja? In den USA mischen Hedgefonds sogar schon bei Schulen mit. Schlimmer geht immer.<\/p><p>Titelbild: Just dance\/shutterstock.com<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/77ea3b5b643d46ad89d12ca2b8b6089b\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehrarbeit, gr&ouml;&szlig;ere Klassen, Hybridunterricht, Reaktivierung von Pension&auml;ren. Die &bdquo;Empfehlungen&ldquo; einer Kommission der Landeskultusminister, um dem historischen Engpass bei P&auml;dagogen zu begegnen, sorgen f&uuml;r Entsetzen bei Gewerkschaften und Bildungsverb&auml;nden. Das Gremium tischt so ziemlich alle Fehler der Vergangenheit als Rezept f&uuml;r die Zukunft auf. Die Therapie ist krank, macht krank und kann nur nach hinten losgehen.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93325\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":93326,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,151,92],"tags":[1740,423,396,1680,2808,2848,2604],"class_list":["post-93325","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-bildungspolitik","category-fachkraftemangel","tag-arbeitsbedingungen","tag-austeritaetspolitik","tag-bildungsrepublik-deutschland","tag-kultusministerkonferenz","tag-paedagogen","tag-personalausstattung","tag-stress"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Shutterstock_1697846374.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/93325","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=93325"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/93325\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":93346,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/93325\/revisions\/93346"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/93326"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=93325"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=93325"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=93325"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}