{"id":93380,"date":"2023-02-05T11:45:12","date_gmt":"2023-02-05T10:45:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93380"},"modified":"2023-02-22T18:34:29","modified_gmt":"2023-02-22T17:34:29","slug":"klimaneutrale-industriestaaten-fuehrt-der-emissionshandel-in-eine-neue-kolonialzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93380","title":{"rendered":"Klimaneutrale Industriestaaten: F\u00fchrt der Emissionshandel in eine neue Kolonialzeit?"},"content":{"rendered":"<p><em>&Uuml;berlegungen am Beispiel der Politik einer &bdquo;klimaneutralen&ldquo; Europ&auml;ischen Union (&bdquo;Green Deal&ldquo;) mit der Konsequenz einer gigantischen Verm&ouml;gensumverteilung. <\/em>Millionen vertriebene Indigene und Kleinbauern. Oft werden sie mit Waffengewalt aus ihren angestammten Lebensbereichen gedr&auml;ngt. Sie haben fortan keine Lebensgrundlage mehr, wissen nicht, wie sie sich ern&auml;hren sollen, haben keine Arbeit mehr, die Kinder keinen Zugang mehr zu Schulen. Das ist die Realit&auml;t f&uuml;r viele Menschen auf der S&uuml;dhalbkugel der Erde, weil die Industriestaaten mittels des Emissionshandels ihren Zugriff auf die Grundst&uuml;cke und W&auml;lder des S&uuml;dens verfestigen, um f&uuml;r ihre heimische &bdquo;klimaneutrale&ldquo; Produktion CO2-Ausgleichsaufforstungsfl&auml;chen zu schaffen. M&ouml;glich wurde dieses weltumspannende Projekt auf Basis des 2005 in Kraft getretenen Kyoto-Protokolls infolge enger Zusammenarbeit von Regierungen, Vereinten Nationen und der weltgr&ouml;&szlig;ten Lobbyorganisation, dem Weltwirtschaftsforum, als Vertreter der Konzerninteressen. Die globale Verm&ouml;gensungleichheit nimmt dadurch zugunsten einiger Weniger immer mehr zu. Von <strong>Alexander Jacobi. <\/strong><\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9917\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-93380-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230203-Klimaneutrale-Industriestaaten-NDS_a.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230203-Klimaneutrale-Industriestaaten-NDS_a.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230203-Klimaneutrale-Industriestaaten-NDS_a.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230203-Klimaneutrale-Industriestaaten-NDS_a.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=93380-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230203-Klimaneutrale-Industriestaaten-NDS_a.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230203-Klimaneutrale-Industriestaaten-NDS_a.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die derzeitige Umsetzung des Emissionshandels ist ein fast schon b&uuml;hnenm&auml;&szlig;iges Beispiel f&uuml;r den zunehmenden Einfluss jener Weniger aus der Konzernwirtschaft auf die Politik oder besser gesagt auf unsere Gesellschaft. Emissionshandel wird mittlerweile von einer Vielzahl von Industriestaaten zur Erf&uuml;llung &bdquo;klimaneutraler&ldquo; Politikziele betrieben. Der <em>European Green Deal<\/em> ist ein Konzept der Europ&auml;ischen Kommission, wonach in der Europ&auml;ischen Union die Netto-Emissionen von Treibhausgasen bis 2050 auf null zu reduzieren sind. Eine Vielzahl von Kritiker*innen weist auf drei Umst&auml;nde hin: (1.) Der Ressourcenverbrauch und die realen Emissionen werden von den Konzernen in aller Regel nicht gesenkt; (2.) Anstelle realer Senkung f&uuml;hrt der immer umfassendere Emissionshandel, der auf der (noch bis 2030\/34) weitgehend kostenlosen Zuteilung von Emissionsrechten (Zertifikaten) beruht, zur millionenfachen Vertreibung von indigenen V&ouml;lkern und Kleinbauern auf der s&uuml;dlichen Hemisph&auml;re, da die dortigen Waldfl&auml;chen nunmehr von den Industriestaaten f&uuml;r die CO2-Ausgleichsaufforstungen genutzt werden; (3.) Dies f&uuml;hrt zu einer an Kolonialzeiten erinnernden Verm&ouml;gensumverteilung und Privatisierung der Natur.<\/p><p><strong>Klima- und Naturgerechtigkeit<\/strong><\/p><p>Unter Stichworten wie Klimagerechtigkeit ist die globale Gerechtigkeit als Verteilungsgerechtigkeit Gegenstand der politischen Philosophie und von sozialen Bewegungen und hat fast immer den Fokus auf dem paradigmatischen Gegen&uuml;ber von Globalem Norden und Globalem S&uuml;den. Mit jenem sind die westlich orientierten L&auml;nder der Nordhalbkugel gemeint, die &ndash; man m&ouml;chte meinen seit jeher &ndash; in irgendeiner Form auf Kosten der L&auml;nder der s&uuml;dlichen Hemisph&auml;re leben und ihren fortschrittlichen Wohlstand weniger ihrer westlichen Genialit&auml;t verdanken, sondern ma&szlig;geblich aus diesem jahrhundertelangen Mechanismus speisen (Stichwort: Kolonialismus).<\/p><p>Klimagerechtigkeit oder &ndash; allgemeiner &ndash; Naturgerechtigkeit ist lediglich ein neuer Begriff f&uuml;r alte Themen, die aktuell in der westlichen Welt jedoch reflektierter diskutiert werden, als es in der Vergangenheit der Fall war. Es geht entscheidend, wie sp&auml;testens seit dem Zeitalter der Kolonialisierung (15. Jhd.) und dann mit der Industrialisierung (18. Jhd.), darum, zu wessen Gunsten die Ressourcen der Erde genutzt werden: In den letzten 500 Jahren waren es grob skizziert die Menschen in den L&auml;ndern der westlichen Welt (Nordhalbkugel), die auf Kosten der Menschen in den L&auml;ndern der s&uuml;dlichen Hemisph&auml;re deren Land, Bodensch&auml;tze und deren Landwirtschaftsertr&auml;ge wie auch deren Arbeitskraft im eigenen Interesse in den Fokus nahmen.<\/p><p><strong>Klimagerechtigkeit in den H&auml;nden der Weltkonzerne<\/strong><\/p><p>Seit mehreren Jahrzehnten verdichten sich &ndash; und die Klimapolitik ist ein paradigmatisches Beispiel daf&uuml;r &ndash; die politisch-wirtschaftlichen Strukturen in der westlichen Welt, vor allem auch in Europa, zu Verh&auml;ltnissen, die f&uuml;r viele Menschen die Frage aufwerfen, ab wann wohl offen von einer Oligarchie anstelle einer Demokratie gesprochen werden wird.<\/p><p>Von einigen Parametern, die damit im Zusammenhang stehen, wie Weltwirtschaftsforum (WEF), dessen Vorsitzendem Klaus Schwab oder auch dem weltgr&ouml;&szlig;ten Verm&ouml;gensverwalter Black Rock mit derzeit &uuml;ber 10 Billionen US-Dollar an verwaltetem Verm&ouml;gen, l&auml;sst sich kaum noch sprechen, ohne dass allein durch diese Nennung der gesellschaftlich diskreditierend grelle Schein des Verschw&ouml;rungstheoretikers oder -ideologen auf einen geworfen wird und man in einer durchschnittlichen Diskussionsrunde Obacht zu geben hat, allein durch die Thematisierung nachfolgender Zusammenh&auml;nge pl&ouml;tzlich im peinlich isolierten Schweigen zu stehen und der eine oder andere Umstehende sich Sorgen um den Geisteszustand des Diskutanten macht, der Worte wie &bdquo;Weltwirtschaftsforum&ldquo; &uuml;berhaupt in den Mund nimmt. Dies kann zu einem Ausschluss dieser wichtigen Themen aus dem gesellschaftlichen Diskurs f&uuml;hren, was zweifelsohne der falsche Weg in einer freiheitlichen Welt w&auml;re. Ohne sich schrecken zu lassen und im Gegenteil sogar motiviert durch Artikel wie dem nachfolgend genannten der <em>Tagesschau<\/em>, die derlei Themenexklusion eher bef&ouml;rdern, sind Themen wie diejenigen dieses Beitrags: Geldpolitik &ndash; Kapitalismus &ndash; Lobbyismus &ndash; Naturschutz &ndash; Gerechtigkeit weiter m&ouml;glichst entspannt im gesellschaftlichen Diskurs zu erhalten, um Verbesserungen zu erm&ouml;glichen, wo es notwendig ist. Eine Diskussion l&auml;sst sich also dankbar mit Verweis auf die <em>Tagesschau<\/em> beginnen: &bdquo;K&uuml;rzlich las ich dort vom geplanten ,Great Reset&lsquo; des Lobbyverbandes Weltwirtschaftsforum; klar ein Verschw&ouml;rungstheoretiker bin ich jetzt nicht, auch bin ich friedlich und unbewaffnet; aber interessant ist doch, was neben den von der <em>Tagesschau<\/em> genannten Aspekten dort nicht thematisiert wird, n&auml;mlich Folgendes&ldquo;.<\/p><p>Die <em>Tagesschau<\/em> nahm sich am 16. Januar 2023 unter dem Titel <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/faktenfinder\/wef-schwab-101.html\">Klaus Schwab, das WEF und der &ldquo;Great Reset&rdquo;<\/a> des Themas an und kritisiert &bdquo;Verschw&ouml;rungsideologien&ldquo;, die von &bdquo;geheimen Intrigen der ,Eliten&lsquo; [mittels] geheimer Organisationen&ldquo; ausgingen, was &bdquo;bei Menschen dazu f&uuml;hren [k&ouml;nne], dass sie sich dazu veranlasst sehen, auch zu Mitteln der Gewalt zu greifen, um das B&ouml;se aus der Welt zu schaffen&ldquo;.<\/p><p>Wie bitte? Sicherlich kann man derlei &Uuml;berlegungen thematisieren, vor allem, wenn gesagt w&uuml;rde, wer genau nach wessen Meinung Gewalt aus&uuml;ben k&ouml;nnte. Allerdings f&auml;llt dieser Artikel von Pascal Siggelkow vor allem durch eine irritierende Einseitigkeit auf, indem der nachfolgend angerissene offensichtliche Lobbyismus, der sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend intensiviert, schlicht gar nicht thematisiert wird, obschon es massenhaft Beitr&auml;ge und B&uuml;cher zu diesem Gegenstand gibt. F&ouml;rdern dieserart Artikel nicht noch eher die Gefahr, destruktives Misstrauen hervorzurufen anstatt konstruktiv Dinge zu verbessern, indem sie kritisch diskutiert werden? Genau dieser Lobbyismus, der weder &bdquo;geheime Intrigen&ldquo; noch &bdquo;geheime Organisationen&ldquo;, sondern im Gegenteil eine offen proklamierte Agenda der Weltkonzerne und ihres Interessenverbandes WEF zum Gegenstand hat, die selbst auf der, bei Politikthemen meist transatlantisch ausgerichteten, deutschen Wikipedia nachgelesen werden kann, f&uuml;hrt zunehmend mehr Menschen dazu, diese sich verfestigenden Strukturen kritisch zu hinterfragen, da der menschlichen Erfahrung nach mit der zunehmenden N&auml;he zwischen Politik und Wirtschaft auch zunehmende Vorteile zugunsten einiger Weniger und damit Nachteile f&uuml;r viele andere Menschen einhergehen. Zumindest muss dies immer wieder diskutiert werden.<\/p><p>Mit der Demokratie soll der Schwerpunkt der freiheitlichen Willensbildung m&ouml;glichst nah beim Volk liegen und die Freiheiten der einzelnen Menschen sollen m&ouml;glichst umfassend garantiert sein. In der Oligarchie werden die ma&szlig;geblichen Entscheidungsprozesse nicht durch demokratische Abl&auml;ufe verdeckt, sondern offen von einer kleinen Gruppe von Menschen gelenkt, deren Einfluss haupts&auml;chlich aus der maximalen Kumulation von Kapital folgt. Es herrschen also die Reichsten, l&auml;sst sich verknappt ausgedr&uuml;ckt sagen.<\/p><p>Was als konstruktive Einflussnahme aus Sicht von vielen Teilnehmern der Wirtschaft und vielen Teilnehmern der Politik positiv gewertet wird, kann auf Dauer und als fl&auml;chendeckender Mechanismus die bisherigen demokratischen Strukturen ver&auml;ndern:<\/p><ul>\n<li>m&ouml;glicherweise in Richtung eines effektiveren Staatswesens durch engere Zusammenarbeit von Staat und Konzernwirtschaft (Stichwort: &ouml;ffentlich-private Partnerschaften),<\/li>\n<li>m&ouml;glicherweise auch in Richtung einer Oligarchie, indem an die Stelle von demokratischen Prozessen offen die Konzernleiter und Lobbyorganisationen treten und die wesentlichen Entscheidungen der gesellschaftlichen Entwicklung treffen.<\/li>\n<\/ul><p>Die aktuelle internationale Klimapolitik ist wie nachfolgend skizziert im Wesentlichen ein &bdquo;Produkt&ldquo; enger Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft, genauer Konzernwirtschaft, also die Gr&ouml;&szlig;ten der Gro&szlig;en betreffend oder konkret: ein Produkt mit dem Kernelement des am 16. Februar 2005 in Kraft getretenen Kyotoprotokolls zur Reduzierung von Treibhausgasen, das in Zusammenarbeit der Vereinten Nationen, den weltweit gr&ouml;&szlig;ten Unternehmen und dem Weltwirtschaftsforum die Grundlage f&uuml;r den &bdquo;klimaneutralen&ldquo; Emissionshandel legte, in dessen Folge sich neokolonialistische Umverteilungen noch ungeahnten Ausma&szlig;es ergeben k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Zusammenr&uuml;cken von Politik und Wirtschaft seit rund 30 Jahren<\/strong><\/p><p>Die Politik wird massiv von der Wirtschaft beeinflusst (Stichwort: 25.000 <a href=\"https:\/\/www.lobbycontrol.de\/lobbyismus-in-der-eu\/\">Lobbyisten<\/a> allein in Br&uuml;ssel, mit einem Jahresbudget von 1,5 Milliarden Euro). Dies soll der Idee nach, aufgrund der Einbeziehung der beteiligten Unternehmensbranchen, zu Verbesserungen der Gesetzgebungsarbeit und der politischen Prozesse im Sinne aller Beteiligten f&uuml;hren, gewisserma&szlig;en gemeinwohlorientiert, was wiederum genuine Aufgabe der Politiker*innen ist, dies auszuloten. Zugleich f&uuml;hrt dies zu Verzerrungen zugunsten derjenigen, die sich besonders gut durchsetzen k&ouml;nnen, aufgrund von:<\/p><ul>\n<li>Unternehmensgr&ouml;&szlig;e.<\/li>\n<\/ul><p>Die Interessen- bzw. Lobbygruppen, die Unternehmen mit der meisten Marktmacht auf der Grundlage der gr&ouml;&szlig;ten Unternehmen mit dem gr&ouml;&szlig;ten Kapitalaufkommen vertreten, setzen sich in Br&uuml;ssel, Berlin und allen anderen Hauptst&auml;dten Europas ebenso durch wie in anderen Hauptst&auml;dten der westlichen Welt. Etwa 70 Prozent der Lobbyisten in Br&uuml;ssel arbeiten f&uuml;r Unternehmen und Wirtschaftsverb&auml;nde. Sie genie&szlig;en privilegierte Zug&auml;nge zu den Kommissaren. Und sie &uuml;berh&auml;ufen die reichlich 700 Abgeordneten mit &Auml;nderungsantr&auml;gen f&uuml;r Gesetzesvorlagen.<\/p><p><strong>Die Finanzwirtschaft als F&uuml;nfte Gewalt<\/strong><\/p><p>Die Realwirtschaft wird erheblich beeinflusst von der Finanzwirtschaft. Stichwort: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/buchtipps\/blackrock-co-wer-schuetzt-die-welt-vor-den-konzernen-leseprobe\/\">Black Rock<\/a>, neben Vanguard und State Street als gr&ouml;&szlig;ter Verm&ouml;gensverwalter der Menschheitsgeschichte, ist wie seine Konkurrenten an praktisch allen Gro&szlig;unternehmen der Welt beteiligt und nimmt &uuml;ber seinen, auch im Vorstand des WEF agierenden, Vorstandsvorsitzenden Larry Fink und dessen Manager massiv Einfluss auf diese Unternehmen und steht mit allen wichtigen Politikern und Zentralbank-Bankern der Welt in engem Kontakt. Im Jahr 2000 hebt Rolf&nbsp;Breuer, zu dieser Zeit Aufsichtsratsvorsitzender und Vorstandssprecher der Deutschen Bank, in seinem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2000\/18\/200018.5._gewalt_.xml\">&bdquo;Die F&uuml;nfte Gewalt&ldquo;<\/a> in <em>Die Zeit<\/em> hervor:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Politik muss heute mehr denn je auch mit Blick auf die Finanzm&auml;rkte formuliert werden. Wenn man so will, haben die Finanzm&auml;rkte quasi als &bdquo;f&uuml;nfte Gewalt&ldquo; neben den Medien eine wichtige W&auml;chterrolle &uuml;bernommen. Ist die Politik im Schlepptau der Finanzm&auml;rkte? Diese Sicht unterstellt einen Interessengegensatz zwischen den Zielen der Finanzmarktteilnehmer und den Zielen der Politik. Doch ist nicht beiden Bereichen der Wunsch nach stabilem Wachstum und der Mehrung von Wohlstand gemein? Ein liberaler Finanzmarkt ist ein wichtiges Instrument, diese Ziele zu erreichen. Die &Uuml;berlegenheit des marktwirtschaftlichen &uuml;ber das kommunistische System hat das gezeigt. Wenn die Politik im 21.&nbsp;Jahrhundert in diesem Sinn im Schlepptau der Finanzm&auml;rkte st&uuml;nde, w&auml;re dies vielleicht so schlecht nicht.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>&Ouml;ffentlich-private Partnerschaften als Mittel der Wahl f&uuml;r den Einfluss der Wirtschaft auf die Politik<\/strong><\/p><p>Seit Ende der 1990er Jahre existieren &ouml;ffentlich-private Partnerschaften (Public-private-Partnership, PPP) in Deutschland. Der auf <a href=\"https:\/\/youtu.be\/MkUJS7uEDlo\">YouTube<\/a> noch verf&uuml;gbare Arte\/NDR-Dokumentarfilm <a href=\"https:\/\/programm.ard.de\/?sendung=2872411487259303\"><em>Der gepl&uuml;nderte Staat &ndash; Geheime Gesch&auml;fte von Politik und Wirtschaft<\/em><\/a> von Stefan Aust, Herausgeber der Tageszeitung <em>Die Welt<\/em>, und Thomas Ammann aus dem Jahr 2014 zeigt die kritischen Seiten der in den letzten Jahrzehnten enger gewordenen Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft im nationalen Bereich. Das Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum, WEF) unter Leitung von Klaus Schwab forciert seit mehr als 10 Jahren verst&auml;rkt &ouml;ffentlich-private Partnerschaften auf internationaler Ebene zur Durchsetzung von Konzerninteressen (Stichwort: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/macht-kontrolle\/un-wef-widerstand\/\">Kooperationsvertrag<\/a> zwischen den Vereinten Nationen und dem WEF v. 13.06.2019), was zu einer Art Teilprivatisierung bislang ausschlie&szlig;lich staatlicher Institutionen infolge dieser Vertr&auml;ge und Finanzierungen f&uuml;hren kann (Beispiel: privatwirtschaftliche Finanzierung der weltweiten Arzneimittelbeh&ouml;rden, wie <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/gesundheit\/arzneimittelbehoerden-zunehmend-abhaengig-von-pharmagebuehren-1\/\">EMA<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/gesundheit\/usa-ueppiger-lohn-von-der-pharmaindustrie-1.4043693\">FDA<\/a>, prominent auch die <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swr2\/wissen\/who-am-bettelstab-was-gesund-ist-bestimmt-bill-gates-100.html\">WHO<\/a>, die ebenfalls &uuml;berwiegend privatwirtschaftlich und zudem zunehmend zweckgebunden <a href=\"https:\/\/multipolar-magazin.de\/artikel\/who-und-die-wiederkehr-des-kolonialismus\">finanziert<\/a> wird und damit dem <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/unabhaengigkeit-der-weltgesundheitsorganisation-das-dilemma-102.html\">Einfluss<\/a> der <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus241078911\/Corona-Politik-Die-Machtmaschine-des-Bill-Gates.html\">Kapitalgeber<\/a> unterliegt). Zur WEF-Agenda l&auml;sst sich selbst auf Wikipedia nebst Nachweisen unter der Teil&uuml;berschrift <em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weltwirtschaftsforum#Vereinnahmung_demokratischer_Strukturen_und_Institutionen\">Vereinnahmung demokratischer Strukturen und Institutionen<\/a><\/em> nachlesen:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Das Weltwirtschaftsforum fordert in seinem ,Global Redesign&rsquo;-Bericht aus dem Jahr 2010, dass eine globalisierte Welt am besten von einer Koalition aus multinationalen Unternehmen, Regierungen (auch &uuml;ber das System der Vereinten Nationen (UN)) und ausgew&auml;hlten zivilgesellschaftlichen Organisationen (CSOs) gesteuert wird. Darin wird argumentiert, dass Regierungen nicht mehr ,die &uuml;berw&auml;ltigend dominierenden Akteure auf der Weltb&uuml;hne&rsquo; sind und dass ,die Zeit f&uuml;r ein neues Stakeholder-Paradigma der internationalen Governance [F&uuml;hrung] gekommen ist&rsquo;. Die Vision des Weltwirtschaftsforum beinhaltet den Aufbau einer ,&ouml;ffentlich-privaten&rsquo; UN, in der bestimmte Sonderorganisationen unter gemeinsamen staatlichen und nicht-staatlichen Governance-Systemen arbeiten.<\/p>\n<p>Laut des Transnationalen Instituts (TNI) plant das Forum daher, ein anerkanntes demokratisches Modell durch ein Modell zu ersetzen, bei dem eine selbstgew&auml;hlte Gruppe von ,Stakeholdern&rsquo; Entscheidungen im Namen des Volkes trifft.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Von den rund 1.000 Konzernen, die Mitglieder im Weltwirtschaftsforum sind, sind einige hundert an der Spitze weltweit f&uuml;hrend in der Einflussnahme und der Kapitalst&auml;rke.<\/p><p>In einem <a href=\"https:\/\/www.tni.org\/en\/article\/end-the-united-nationsworld-economic-forum-partnership-agreement\">Offenen Brief <\/a> an UN-Generalsekret&auml;r Ant&oacute;nio Guterres verleihen mehr als 400 internationale Initiativen, Organisationen und Gruppen ihrer Sorge Ausdruck, dass die UN mit dem <a href=\"https:\/\/www.weforum.org\/press\/2019\/06\/world-economic-forum-and-un-sign-strategic-partnership-framework\/\">WEF-Abkommen<\/a> vom 13. Juni 2019 delegitimiert wird, einem Abkommen, das der UN-Charta diametral widerspreche:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Dieses strategische Partnerschaftsabkommen sorgt daf&uuml;r, dass Konzernlenker zu Einfl&uuml;sterern der UN-Abteilungen werden. Sie werden ihren privilegierten Zugang nutzen, um f&uuml;r marktbasierte, gewinntr&auml;chtige &lsquo;L&ouml;sungen&rsquo; globaler Probleme zu werben, w&auml;hrend sie gleichzeitig wirkliche L&ouml;sungen untergraben, die im &ouml;ffentlichen Interesse w&auml;ren und transparenten demokratischen Verfahren folgen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Dieses Abkommen vom 13. Juni 2019 ist unter anderem Grundlage f&uuml;r die weitere strategische Ausarbeitung der internationalen Klimapolitik, die mit dem am 16. Februar 2005 in Kraft getretenen Kyotoprotokoll die aktuelle <a href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/stichtag\/stichtag-kyoto-protokoll-klimaschutz-100.html\">Basis des Emissionshandels<\/a> darstellt. Der Emissionshandel auf Basis des Kyotoprotokolls beruht auf der These, CO2 sei eine ma&szlig;gebliche anthropogene Ursache der Klimaerw&auml;rmung. Gerade weil diese These entgegen einer derzeit verbreiteten &ouml;ffentlichen Meinung wissenschaftlich nach wie vor umstritten ist, gilt es auch diese Annahmen und Modelle der Klimapolitik im stetigen Diskurs zu hinterfragen, weiterzuentwickeln und auch zu konkreten Naturschutzma&szlig;nahmen, wie der Aufforstung, deren Folgen zu evaluieren. Es w&uuml;rde schon helfen, zu einer Diskussionskultur des Jahres 2007 zur&uuml;ckzufinden. In diesem Jahr wurde beispielsweise ein ARD-extra-Report sowie eine britische Dokumentation, ausgestrahlt von RTL Extra, gezeigt, die hie und da im Netz noch auffindbar und ihrerseits umstritten sind, aber in einer freiheitlichen Meinungslandschaft zumindest weiterhin diskutabel sein sollten, etwa Aussagen in der britischen Dokumentation, wie die von Dr. Hans Labohm, Weltklimarat IPCC:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Unter diesen [Wissenschaftlern, die sich mit dem Klimawandel besch&auml;ftigen] sind zehntausende von Wissenschaftlern, die nicht einverstanden sind mit der Hypothese, dass der Mensch einen bedeutenden Beitrag liefert am Klimawandel. Unter diesen zehntausenden von Wissenschaftlern gibt es auch mehr als 70 Nobelpreistr&auml;ger.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Es sollten die Maximen des etwa von <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YhBuX5fPWZY\">Helmut Schmidt<\/a> gesch&auml;tzten Philosophen Karl R. Popper gelten, der in seinem Aufsatz <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=yHN3dcNSfGA\"><em>Duldsamkeit und intellektuelle Verantwortlichkeit<\/em><\/a> (Min. 35:55) mit zw&ouml;lf Prinzipien einer neuen Berufsethik unter anderem formuliert:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Es<em> k&ouml;nnen in den am besten bew&auml;hrten Theorien Fehler verborgen sein. <\/em>Es gilt<em>, unsere Einstellung zu unseren Fehlern zu &auml;ndern. <\/em>Die alte Berufsethik<em> f&uuml;hrt dazu, unsere Fehler zu vertuschen, zu verheimlichen und so schnell wie m&ouml;glich zu vergessen. <\/em>Es gilt, <em>dauernd nach unseren Fehlern Ausschau zu halten. Selbstkritische Haltung und Aufrichtigkeit werden damit zur Pflicht. Wir brauchen andere Menschen zur Entdeckung und Korrektur von Fehlern (und sie uns); insbesondere auch Menschen mit anderen Ideen.<\/em> <em>Kritik durch andere ist eine Notwendigkeit.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Zunehmende globale Ungleichheit<\/strong><\/p><p>Der Einfluss der Konzernwirtschaft, wie ihn das Weltwirtschaftsforum auf die Politik aus&uuml;bt, wird &uuml;ber die Konzerne von einzelnen Menschen umgesetzt. Dies sind in der Regel Multimillion&auml;re oder Milliard&auml;re. Von Letzteren gibt es weltweit knapp 3.000, die gesamt mehr Verm&ouml;gen auf sich vereinen als 60 Prozent der &uuml;brigen Weltbev&ouml;lkerung (Stichwort: globale Ungerechtigkeit und Ungleichheit nimmt stetig zu); dazu Oxfam in der <a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/system\/files\/2020_oxfam_ungleichheit_studie_deutsch_schatten-der-profite.pdf\">Ungleichheits-Studie 2020<\/a>, im Bericht <a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/ueber-uns\/publikationen\/gewaltige-ungleichheit-fehler-liegt-system\">Gewaltige Ungleichheit 2022<\/a>, zu dem die <em>Tagesschau<\/em> am 16. Januar 2023 unter dem Titel <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/oxfam-bericht-armut-101.html\">Kluft zwischen Arm und Reich w&auml;chst rasant<\/a> berichtete, sowie der Oxfam-Bericht <a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/presse\/pressemitteilungen\/2023-01-16-vermoegenszuwachs-reichstes-prozent-kassiert-fast-doppelt-so\">&bdquo;Survival of the Richest&rdquo;<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;An der Spitze der Verm&ouml;genverteilung stehen [im Jahr 2020] 2.153 Personen, die jeweils &uuml;ber mehr als eine Milliarde US-Dollar Privatverm&ouml;gen verf&uuml;gen. Gemeinsam geh&ouml;rt ihnen mehr Verm&ouml;gen als den unteren 60 Prozent der Weltbev&ouml;lkerung.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\n&bdquo;Seit M&auml;rz 2020 ist das Verm&ouml;gen der aktuell 2.755 Milliard&auml;r*innen um f&uuml;nf Billionen US-Dollar gestiegen, von 8,6 auf 13,8 Billionen. Sie haben ihr Verm&ouml;gen damit w&auml;hrend der Pandemie st&auml;rker vermehrt als in den gesamten vierzehn Jahren zuvor. [&hellip;] W&auml;hrend das weltweite Verm&ouml;gen zwischen 2019 und 2021 Sch&auml;tzungen zufolge nur um ein Prozent angewachsen ist, konnten die reichsten 0,001 Prozent (das sind rund 55.000 Menschen) ihres um 14 Prozent mehren. An der obersten Spitze, der Welt der Milliard&auml;r*innen, stieg das Verm&ouml;gen im selben Zeitraum sogar um mehr als 50 Prozent.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\n&bdquo;Nach Angaben der Weltbank erleben wir die wohl gr&ouml;&szlig;te Zunahme der weltweiten Ungleichheit und Armut seit dem Zweiten Weltkrieg. [&hellip;] Die einkommensschw&auml;chsten L&auml;nder geben inzwischen viermal mehr f&uuml;r die R&uuml;ckzahlung von Schulden aus als f&uuml;r die Gesundheitsversorgung. Drei Viertel der Regierungen der Welt planen, ihre Ausgaben im &ouml;ffentlichen Sektor, etwa im Bildungs- und Gesundheitswesen, zu k&uuml;rzen. [&hellip;] Weltweit stammen nur noch vier Prozent der Steuereinnahmen aus Steuern auf Verm&ouml;gen. In den letzten vierzig Jahren haben die Regierungen rund um den Globus die Steuers&auml;tze auf Verm&ouml;gen und Einkommen der Reichsten gesenkt. Gleichzeitig haben sie die Steuern auf Waren und Dienstleistungen wie z.B. Mehrwertsteuern erh&ouml;ht, was die &Auml;rmsten unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig stark belastet.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/zahlen-veroeffentlicht-konzerne-und-milliardaere-bereichern-sich-an-den-krisen-li.307327\"><em>Berliner Zeitung<\/em><\/a> titelte am 15. Januar 2023 zum Oxfam-Bericht &bdquo;Survival of the Richest&rdquo;: &bdquo;Zahlen zeigen: Konzerne und Milliard&auml;re bereichern sich an Krisen. Erstmals seit 25 Jahren nahmen extremer Reichtum und extreme Armut gleichzeitig zu.&ldquo;<\/p><p><strong>Finanzialisierung der Natur: Folgen des Emissionshandels und das Label &bdquo;klimaneutral&ldquo;<\/strong><\/p><p>Am Emissionshandel zeigt sich, dass letztlich beliebige Ph&auml;nomene wie zum Beispiel der Naturschutz oft darauf hinauslaufen, diese kapitalistischen Finanz- und Machtstrukturen auszubauen, in deren Folge die globale Ungleichheit und Ungerechtigkeit seit Jahrzehnten wieder stetig steigt; und zwar immer mit einem deutlichen Schwerpunkt auf jenem 0,001 Prozent der Menschheit, welches praktisch immer Bevorteilter dieser massiven Ungleichheit ist. F&uuml;r diese globale Verm&ouml;gensungleichheit gibt es keinen guten Grund &ndash; keinen Grund, der humanit&auml;r-moralisch zu rechtfertigen w&auml;re; keinen Grund, der infolge wirtschaftlicher oder sonstiger Zw&auml;nge der menschlichen Welt diese Vorgaben machen w&uuml;rde; keinen Grund, der infolge globaler Komplexit&auml;t die Ungleichheit ungewollt nach sich zieht; keinen Grund, der die Ungleichheit zugunsten der 0,001 Prozent der Menschheit notwendig macht, da ohne deren Einfluss die Welt nicht funktionieren w&uuml;rde. Heruntergebrochen ausgedr&uuml;ckt: Das Geld reicht allemal f&uuml;r die gesamte Welt ohne massive Ungleichheit. Und kein Mensch braucht Milliard&auml;re. Und auch die Ressourcen der Erde w&uuml;rden f&uuml;r alle Menschen ausreichen.<\/p><p>Ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel werden laut einer <a href=\"https:\/\/www.wwf.de\/themen-projekte\/landwirtschaft\/ernaehrung-konsum\/lebensmittelverschwendung\/das-grosse-wegschmeissen\">WWF-Studie<\/a> aus 2015 pro Jahr weggeworfen. Allein in Deutschland entspricht dies pro Sekunde 313 Kilogramm an genie&szlig;baren Nahrungsmitteln, die unn&ouml;tigerweise im M&uuml;ll landen. Ma&szlig;geblich ist dies infolge westlicher &Uuml;berproduktion verursacht und in etwa gleicher Menge im Zusammenhang mit der Ernte in Entwicklungsl&auml;ndern, w&auml;hrend knapp eine Milliarde Menschen auf der Erde hungern; hungern in einer Weise, wie es f&uuml;r die meisten von uns nicht vorstellbar ist. Ist die &Uuml;berproduktion in Verbindung mit der konkreten Umsetzung des Mindesthaltbarkeitsdatums in den westlichen Industriel&auml;ndern renditegetrieben? Ist die Aufbauhilfe in Entwicklungsl&auml;ndern f&uuml;r bessere Erntestrategien einschlie&szlig;lich Lagerung der Ernte zu deren besserem Erhalt finanzwirtschaftlich f&uuml;r die westliche Konzernwelt uninteressant? Dann n&auml;mlich gibt es eine sehr direkte Korrelation nicht allgemein der westlichen Lebensweise, sondern speziell zwischen der westlichen Finanzwirtschaft und jener Armut, die keineswegs &bdquo;der nat&uuml;rliche Zustand der Menschheit&ldquo; in den betreffenden Gebieten vor allem der s&uuml;dlichen Hemisph&auml;re ist, vielmehr &bdquo;extreme Armut historisch gesehen selten war und vor allem in Zeiten schwerer sozialer und wirtschaftlicher Verwerfungen, insbesondere w&auml;hrend des Kolonialismus, auftrat&ldquo;, wie eine aktuelle Studie &uuml;ber <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0305750X22002169\"><em>Kapitalismus und extreme Armut<\/em><\/a> herausarbeitet; dazu noch nachfolgend.<\/p><p>Dieser Zusammenhang zwischen Geldpolitik, speziell dem rasanten Geldmengenwachstum der letzten Jahrzehnte und der damit verbundenen Rendite zugunsten der Spitze der reichsten 0,001 Prozent und davon zugunsten der obersten Minorit&auml;t, jener Milliard&auml;r*innen, die Oxfam in den zitierten Berichten erw&auml;hnt, dieser Zusammenhang erschlie&szlig;t sich beispielsweise aus der 3sat-Dokumentation <a href=\"https:\/\/www.3sat.de\/film\/dokumentarfilm\/oeconomia-100.html\"><em>Oeconomia<\/em><\/a> von <a href=\"https:\/\/www.filmportal.de\/person\/carmen-losmann_b5e6d7353ff446a19977767349925606\">Carmen Losmann<\/a> aus dem Jahr 2014. Untersuchungen wie die <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/dossier-neue-oekonomie-der-natur\"><em>Neue &Ouml;konomie der Natur<\/em><\/a> der Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung befassen sich mit der Finanzialisierung der Natur, die im Kontext mit diesem Geldmengenwachstum infolge des Emissionshandels steht. Auf der Grundlage des Emissionshandels lebt die westliche Welt der Nordhalbkugel weiterhin auf Kosten der Welt der s&uuml;dlichen Hemisph&auml;re. Die Umweltzerst&ouml;rung wird ungebremst fortgesetzt und &uuml;ber Baumpflanzungen gigantischen Ausma&szlig;es sind infolge der Politik der L&auml;nder der Nordhalbkugel unter dem Schlagwort &bdquo;Klimaneutralit&auml;t&ldquo; aktuell nachfolgende Konsequenzen zu verzeichnen, die bereits in der Arte-Dokumentation <em><a href=\"https:\/\/www.dokuh.de\/dokumentarfilm-natur-spekulationsobjekt-mit-zukunft-arte-doku-hd\/\">Natur &ndash; Spekulationsobjekt mit Zukunft<\/a> <\/em>aus dem Jahr 2014 veranschaulicht werden.<\/p><p>Der Emissionshandel, der von Kritiker*innen oft mit den Stichworten<\/p><ul>\n<li>&bdquo;Greenwashing&ldquo;,<\/li>\n<li>&bdquo;Klima-Imperialismus&ldquo; oder<\/li>\n<li>&bdquo;Neo-Kolonialismus&ldquo; und<\/li>\n<li>&bdquo;moderner Ablasshandel&ldquo;<\/li>\n<\/ul><p>in Verbindung gebracht wird, hat sich in den letzten Jahren deutlich verstetigt, wie Devlin Kuyek in einem Interview darlegt, das er im November 2022 als Mitarbeiter von <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?app=desktop&amp;v=zHiED0GyPtk&amp;feature=youtu.be\">GRAIN<\/a> gibt, einer Organisation, die sich f&uuml;r die Rechte von Kleinb&auml;uer*innen im Globalen S&uuml;den einsetzt. Beispielhaft zu dieser Thematik genannt seien ferner die Recherchen der Journalistin <a href=\"https:\/\/www.oekoreich.com\/medium\/reportage-aus-indonesien-mit-gruener-gewalt\">Kathrin Hartmann<\/a> oder die Untersuchungen der Biologin <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/person\/jutta-kill\">Jutta Kill<\/a>, die im September 2022 unter der &Uuml;berschrift <a href=\"https:\/\/www.google.com\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=2ahUKEwiB_fSX1Nj7AhUchf0HHccUCW8QFnoECBEQAQ&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.bundestag.de%2Fresource%2Fblob%2F910612%2F169fd8c6aa090e4d763105075f88a5aa%2FStellungnahme-SV-Kill-data.pdf&amp;usg=AOvVaw2RkIjnQEXb9NPJdeDYE5SC\"><em>Schutz von Wald, Biodiversit&auml;t und Rechten indigener V&ouml;lker am Beispiel des Amazonas- und Kongobeckens<\/em><\/a> vor dem Bundestagsausschuss f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Rahmen einer &ouml;ffentlichen Anh&ouml;rung eine Stellungnahme abgab:<\/p><ul>\n<li>Den Wirtschaftskonzernen wurden von den Staaten die <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/2016\/10\/06\/was-sind-kompensationsgutschriften-und-warum-sind-sie-so-umstritten\">Emissionsrechte<\/a> zu Beginn (Phase 1) kostenlos zugeteilt; und auch in den weiteren Phasen erfolgte eine weitestgehend kostenlose Zuteilung, wie der Europ&auml;ische Rechnungshof in seinem Sonderbericht 18\/2020 mit dem Titel <em><a href=\"https:\/\/op.europa.eu\/webpub\/eca\/special-reports\/emissions-trading-system-18-2020\/de\/#chapter0\">Das Emissionshandelssystem [EHS] der EU: kostenlose Zuteilung von Zertifikaten sollte gezielter erfolgen<\/a><\/em> zur dortigen Abbildung 3 festh&auml;lt: &bdquo;Die meisten Zertifikate im Rahmen des EU-EHS wurden kostenlos zugeteilt.&ldquo; Mit dieser Geldmengenvermehrung im Zuge der Klimapolitik beginnt ein gigantischer Verm&ouml;genstransfer.<\/li>\n<li>Anstatt real Emissionen und Ressourcen einzusparen, werden Emissionen in der Regel &bdquo;kompensiert&ldquo; und dies dann als &bdquo;klimaneutral&ldquo; oder &bdquo;CO2-neutral&ldquo; bezeichnet. Der Europ&auml;ische Rechnungshof erw&auml;hnt im Sonderbericht 18\/2020 unter Punkt V. seiner Zusammenfassung: &bdquo;Allerdings ist der Hof der Ansicht, dass die kostenlose Zuteilung an den Energiesektor in Phase&nbsp;3 [bis 2020] die Dekarbonisierung nicht gef&ouml;rdert hat.&ldquo;<\/li>\n<li>Grundlage des Handels mit Kompensationsgutschriften ist das am 16. Februar 2005 in Kraft getretene Kyotoprotokoll, welches als Rahmen&uuml;bereinkommen am 11. Dezember 1997 im Zuge der dritten UN-Klimakonferenz im japanischen Kyoto beschlossen wurde. Die Reduzierung von Treibhausgasen ist das Ziel dieses v&ouml;lkerrechtlichen Abkommens, das in Zusammenarbeit der Vereinten Nationen mit den Regierungen, den weltweit gr&ouml;&szlig;ten Unternehmen und dem Weltwirtschaftsforum als Interessenvertreter dieser Unternehmen entwickelt wurde. Seither entstehen vor allem in den stark industrialisierten Teilen der Welt immer mehr Emissionshandelssysteme, wie in den <a href=\"https:\/\/www.en-former.com\/emissionshandel-weltweit2019\/\">USA und in China<\/a>.<\/li>\n<li>Auf der Nordhalbkugel werden seitdem teilweise W&auml;lder aufgeforstet, zunehmend aber vor allem auf der S&uuml;dhalbkugel, in den Gebieten von S&uuml;damerika, Afrika und S&uuml;dostasien.<\/li>\n<li>Diese Gebiete sind allerdings bewohnt und bewirtschaftet. Millionen von indigenen V&ouml;lkern und Kleinb&auml;uer*innen leben dort. Infolge der Aufforstungen werden diese Menschen vertrieben, die fortan keine Lebensgrundlage mehr haben, nicht wissen, wie sie sich ern&auml;hren sollen, zum Teil nicht wissen, wo sie wohnen sollen, keine Arbeit mehr haben und als &bdquo;Holzdiebe&ldquo; und &bdquo;Wilderer&ldquo; kriminalisiert von Waldh&uuml;tern westlicher Naturschutzorganisationen verfolgt werden, wenn sie in ihre vormaligen Lebensr&auml;ume zur&uuml;ckzukehren versuchen, um dort Holz zu schlagen, Tiere jagen, um zu &uuml;berleben, Getreide anbauen oder K&uuml;he grasen lassen.<\/li>\n<li>Tom B. K. Goldtooth vom <em><a href=\"https:\/\/www.ienearth.org\/stopping-the-privatization-of-nature\/\">Indigenen Umweltnetzwerk<\/a> <\/em>setzt sich gegen diese Privatisierung der Natur ein und dr&uuml;ckt sich in der Arte-Dokumentation 2014 (Min. 01:13:07) sehr deutlich aus: &bdquo;Unser Volk stirbt. Bald wird es uns nicht mehr geben. Das ist eine Art V&ouml;lkermord. Der Mord an unserem Volk.&ldquo;<\/li>\n<li>Oft werden ausschlie&szlig;lich Eukalyptusb&auml;ume als Monokulturen gepflanzt, was etwa binnen 30 Jahren den Boden zerst&ouml;rt und die vormals reichhaltige Natur in w&uuml;sten&auml;hnliche Gebiete verwandelt.<\/li>\n<li>Die Konzerne des Westens nutzen fortan diese Gebiete f&uuml;r die CO2-Kompensation und erwerben die Gebiete auch teilweise, haben aber durch die Nutzung dieser riesigen Fl&auml;chen auf der S&uuml;dhalbkugel in jedem Fall &bdquo;den Fu&szlig; in der T&uuml;r&ldquo;. Es besteht, auch in anderen Zusammenh&auml;ngen, die Gefahr einer zunehmend an Kolonialismus erinnernden Einflussnahme der westlichen Welt auf die Welt der s&uuml;dlichen Hemisph&auml;re; beispielsweise f&uuml;r Zwecke der Erprobung einer &uuml;berwachungsfreundlichen digitalen Zentralbankw&auml;hrung: Der <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/bargeld-widerstand\/nigeria-cash-enaira\/\">eNaira<\/a> in Nigeria, welches als erstes gr&ouml;&szlig;eres Land die Nutzung einer CBDC (Central Bank Digital Currency), im Kontext mit der dortigen <a href=\"https:\/\/projects.worldbank.org\/en\/projects-operations\/project-detail\/P167183\">biometrischen B&uuml;rgernummer<\/a>, durch die gesamte Bev&ouml;lkerung im Oktober 2021 eingef&uuml;hrt hat und alte Banknoten ab Ende Januar 2023 f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rte &ndash; Ein Projekt, das mithilfe von IWF, Weltbank und <a href=\"https:\/\/newsroom.mastercard.com\/press-releases\/mastercard-branded-national-eid-card-launched-nigeria\/\">MasterCard<\/a> umgesetzt wurde, die mit dem Weltwirtschaftsforum eng verbunden sind.<\/li>\n<li>Was heute f&uuml;r Baumpflanzungen zugunsten der westlichen Welt genutzt wird, kann morgen ob desselben Einflusses ganz dem Zugriff der Menschen der s&uuml;dlichen Hemisph&auml;re entzogen werden.<\/li>\n<li>Im Ergebnis geh&ouml;rt das betreffende Land der S&uuml;dhalbkugel faktisch oder sogar rechtlich den Konzernen der westlichen Welt der Nordhalbkugel. Dies f&uuml;hrt zu einer Privatisierung der Natur.<\/li>\n<\/ul><p>All dies war absehbar, schon lange bevor das Kyotoprotokoll am 16. Februar 2005 als Grundlage des Emissionshandels umgesetzt wurde. Die initiierenden Akteure der Vereinten Nationen und des Weltwirtschaftsforums h&auml;tten f&uuml;r diese Entwicklung Vorsorge treffen k&ouml;nnen und k&ouml;nnen es immer noch, wenn sie sich f&uuml;r globale Gerechtigkeit einsetzen wollen, wie es Schwab, Gr&uuml;nder und Vorsitzender des Weltwirtschaftsforums,<strong> <\/strong>mittels der <a href=\"https:\/\/www.weforum.org\/agenda\/2020\/06\/now-is-the-time-for-a-great-reset\/\">WEF<\/a><a href=\"https:\/\/www.weforum.org\/agenda\/2020\/06\/now-is-the-time-for-a-great-reset\/\">-Agenda des Great Reset<\/a> ausdr&uuml;ckt:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Jetzt ist die Zeit f&uuml;r einen ,Great Reset&lsquo; gekommen. [D]ie Frustrationen &uuml;ber soziale Missst&auml;nde wie die zunehmende Ungleichheit &ndash; das Gesamtverm&ouml;gen der US-Milliard&auml;re hat w&auml;hrend der [Corona-]Krise zugenommen &ndash; werden immer gr&ouml;&szlig;er. [&hellip;] Wir m&uuml;ssen v&ouml;llig neue Grundlagen f&uuml;r unsere Wirtschafts- und Sozialsysteme schaffen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Was glauben wir also? Helfen uns die Konzerne, konkret die ihnen vorstehenden Menschen, bzw. die 0,001 Prozent dabei, die Welt gerechter zu machen? Trotz genau gegenl&auml;ufiger Entwicklung mit immer mehr Verm&ouml;gensungleichheit in den letzten Jahrzehnten: Werden uns die den Konzernen vorstehenden Menschen bzw. die 0,001 Prozent dabei helfen, f&uuml;r weniger Verm&ouml;gensungleichheit und mehr globale Gerechtigkeit zu sorgen als in all den letzten Jahrzehnten oder &ndash; je nach Blickwinkel &ndash; Jahrhunderten davor?<\/p><p><strong>Von der &bdquo;klimaneutralen&ldquo; Politik des Westens sind 2,5 Milliarden Menschen des S&uuml;dens und die H&auml;lfte des Landes der Erde auf dramatische Weise betroffen.<\/strong><\/p><p>Kathrin Hartmann f&uuml;hrt in ihrem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.isw-muenchen.de\/produkt\/report-131\/\"><em>Gr&uuml;ner Landraub &ndash; Wie Indigene und Kleinb&auml;uerInnen f&uuml;r Klima- und Naturschutz vertrieben werden<\/em><\/a> dazu aus:<\/p><ul>\n<li>&bdquo;Privatisierung von Natur [bedeutet beispielhaft]: In Indonesien werden 70 Prozent der W&auml;lder und des Agrarlandes von Konzernen kontrolliert, Nationalparks und W&auml;lder, die f&uuml;r die Restaurierung vorgesehen sind, bilden fast den ganzen Rest. Demgegen&uuml;ber stehen etwa 50 Millionen Indigene, die von den W&auml;ldern abh&auml;ngig sind, und 50 Millionen landlose Kleinbauern.&ldquo;<\/li>\n<li>Es gibt rund 130 Millionen Naturschutzfl&uuml;chtlinge in den letzten 100 Jahren.<\/li>\n<li>Wo indigene V&ouml;lker das Land bewirtschaften, funktioniert Natur- und Artenschutz besser als in industrialisierten Schutzgebieten, wie Nationalparks, aus denen die zuvor dort lebenden indigenen Volksgruppen in der Regel vertrieben werden; um diese Gebiete dann f&uuml;r Touristen zug&auml;nglich zu machen, die oft mit Interkontinentalfl&uuml;gen anreisen.<\/li>\n<li>&bdquo;Die Idee [der modernen Finanzwirtschaft] ist, dass die Natur nur deshalb ausgebeutet und zerst&ouml;rt w&uuml;rde, weil ihre ,Dienstleistungen&lsquo; wie saubere Luft, Wasser, Nahrung, Medizin und Freizeitvergn&uuml;gen kostenlos und damit nichts wert seien. Diese &Ouml;konomie der Natur geht unter anderem auf den ehemaligen Manager der Deutschen Bank, Pavan Sukhdev, zur&uuml;ck: ,Derzeit bezahlt niemand f&uuml;r die Leistungen, die uns &Ouml;kosysteme bieten. Deswegen bekommen Menschen, die diese Systeme erhalten sollen, auch kein Geld daf&uuml;r. Es fehlt der Anreiz, das Richtige zu tun.&lsquo; Die frohe Botschaft lautet: Wenn Natur selbst zur Quelle des Profits wird, schlie&szlig;en sich Wachstum und Klimaschutz, &Ouml;konomie und &Ouml;kologie nicht aus, sondern bedingen sich gegenseitig. Es ist ein neoliberales Konzept: Die &ouml;ffentlichen Kassen sind leer, Naturschutz ist teuer, eine reale Einsparung von Kohlendioxid f&uuml;r den Klimaschutz ist f&uuml;r Regierungen und Unternehmen in den reichen L&auml;ndern nicht verhandelbar.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;[Die] Bundesregierung [hat] zwischen 2005 und 2012 j&auml;hrlich [&hellip;] Emissionsrechte kostenlos an die Industrie verteilt, damit diese nicht real Emissionen einsparen muss, sondern sie mit dem Zertifikathandel ,kompensieren&lsquo; kann. Und das ist das Problem: Kompensation ist an die Zerst&ouml;rung von Natur und Klima gekoppelt.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Die EU importiert 36 Prozent aller landwirtschaftlichen und tierischen G&uuml;ter aus globaler Waldzerst&ouml;rung, n&auml;mlich Palm&ouml;l, Soja, Kakao, Kaffee, Rindfleisch und Tropenholz. Eine Abkehr davon &ndash; also eine Wirtschafts- und Produktionsweise, die mit einem Verzicht auf oder einer deutlichen Reduktion dieser Rohstoffe einhergeht &ndash; ist nicht in Sicht.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Die Untersuchung ,Common Ground. Securing Land Rights and Safguarding the Earth&rsquo;, die von Oxfam und der International Land Coalition ver&ouml;ffentlicht wurde, sch&auml;tzt, dass bis zu 2,5 Milliarden Menschen von indigenem und gemeinschaftlich genutztem Land abh&auml;ngig sind. Dieses w&uuml;rde die H&auml;lfte des Landes der Erde ausmachen. Aber nur f&uuml;r etwa ein F&uuml;nftel davon h&auml;tten diese Menschen verbriefte Landrechte. Der Gro&szlig;teil der Fl&auml;che, auf und von der sie leben, ist [rechtlich] ungesch&uuml;tzt und damit gef&auml;hrdet durch Landraub.&ldquo;<\/li>\n<\/ul><p><strong>Die Klimapolitik des Westens: Alter Kolonialismus im neuen Gewand?<\/strong><\/p><p>Unweigerlich erinnern derlei Vorg&auml;nge an die lange Historie der Kolonialzeit. Die Grundlage der aktuellen Politik des &bdquo;Green Deals&ldquo; und der &bdquo;Klimaneutralit&auml;t&ldquo; wird mithilfe des Emissionshandels umgesetzt, der seine Grundlage in dem am 16. Februar 2005 in Kraft getretenen Kyotoprotokoll hat, welches wesentlich zwischen den Vereinten Nationen und dem Weltwirtschaftsforum ausgehandelt wurde. Die Folge sind kolonialistisch anmutende Entwicklungen, da Millionen von Menschen auf der s&uuml;dlichen Hemisph&auml;re oft mit Waffengewalt (<a href=\"https:\/\/www.dokuh.de\/dokumentarfilm-natur-spekulationsobjekt-mit-zukunft-arte-doku-hd\/\">Arte-Dokumentation 2014<\/a>, ab Min. 1:10:00) aus ihren naturnahen Wohngebieten vertrieben werden und ihnen das Land genommen wird, auf dem und von dem sie bisher friedlich und f&uuml;r ihre Verh&auml;ltnisse ausk&ouml;mmlich lebten und dabei die Natur nicht zerst&ouml;rten, sondern sch&uuml;tzten.<\/p><p>Das Land wird faktisch oder rechtlich durch die Aufforstungsprojekte von westlichen Konzernen mit Geld erworben, das ihnen von ihren Staaten ohne Gegenleistung zur Verf&uuml;gung gestellt, also praktisch geschenkt wurde. Diese Geldmengenvermehrung im Westen kann dort letztlich nur von den B&uuml;rgern, vor allem dem Mittelstand, bezahlt werden, da sich die Geldmengenausweitung und die damit verbundene zunehmende Staatsverschuldung irgendwann in einer Geldentwertung und erh&ouml;hten Inflation, wie derzeit, niederschl&auml;gt. Und eine erh&ouml;hte Inflation bedeutet in aller Regel: Die real arbeitenden Menschen bezahlen die Spekulationsrendite der Finanzwirtschaft; und zwar geldpolitisch selbst dann, wenn durch die erh&ouml;hte Inflation die Staatsschulden auf lange Sicht nicht angemessen reduziert werden k&ouml;nnen. Im Ergebnis steht eine gigantische Verm&ouml;gensumverteilung, zum einen von der arbeitenden Bev&ouml;lkerung des Westens zugunsten des &ndash; zugespitzt ausgedr&uuml;ckt &ndash; reichsten 0,001 Prozent der Menschheit (<a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/ueber-uns\/publikationen\/gewaltige-ungleichheit-fehler-liegt-system\">Oxfam-Ungleichheitsbericht 2022<\/a>).<\/p><p>Und zum anderen und weit dramatischer besteht diese Verm&ouml;gensumverteilung &ndash; wom&ouml;glich einmal wieder in der Menschheitsgeschichte &ndash; in dem sich verfestigenden Zugriff der westlichen Konzernwelt der Nordhalbkugel auf die Ressourcen der Welt der s&uuml;dlichen Hemisph&auml;re: auf deren Land, Bodensch&auml;tze, deren Landwirtschaftsertr&auml;ge und deren Arbeitskraft. Im gemeinsamen Ringen um eine global gerechtere Welt m&uuml;ssen Zust&auml;nde, die an fr&uuml;here Kolonialzeiten erinnern, &ouml;ffentlich diskutiert werden, um sie zu vermeiden und um Verbesserungen herbeizuf&uuml;hren, um nicht erst ein Jahrhundert nach Abschluss des Projekts &bdquo;Klimaneutral&ldquo; dar&uuml;ber wie &uuml;ber die britische Kolonialzeit berichten zu k&ouml;nnen, die nur noch als historisches Beispiel daf&uuml;r dienen kann, wohin sich die aktuelle Klimapolitik, was ihre problematischen Seiten betrifft, m&ouml;glichst nicht entwickeln sollte.<\/p><p><strong>Die Folgen des imperialen Kolonialismus am Beispiel des britischen Kolonialreichs<\/strong><\/p><p>Eine im Januar 2023 publizierte globale Analyse untersucht die Folgen des Imperialismus, speziell des britischen Kolonialismus, der zwischen 1880 und 1920 in Indien eine gesch&auml;tzte &Uuml;bersterblichkeit von <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91937\">165 Millionen Menschen<\/a> verursachte. Die Autoren dieser Studie, Dylan Sullivan und Jason Hickel, halten unter dem Titel <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0305750X22002169\"><em>Kapitalismus und extreme Armut: Eine globale Analyse der Reall&ouml;hne, der menschlichen Gr&ouml;&szlig;e und der Sterblichkeit seit dem langen 16. Jahrhundert<\/em><\/a> fest:<\/p><ul>\n<li>&bdquo;Die verbreitete Vorstellung, dass extreme Armut der ,nat&uuml;rliche&lsquo; Zustand der Menschheit ist und erst mit dem Aufstieg des Kapitalismus zur&uuml;ckging, beruht auf Einkommensdaten, die den Zugang zu lebenswichtigen G&uuml;tern nicht angemessen erfassen.<\/li>\n<li>Daten &uuml;ber Reall&ouml;hne lassen darauf schlie&szlig;en, dass extreme Armut historisch gesehen selten war und vor allem in Zeiten schwerer sozialer und wirtschaftlicher Verwerfungen, insbesondere w&auml;hrend des Kolonialismus, auftrat.<\/li>\n<li>Der Aufstieg des Kapitalismus ab dem langen 16. Jahrhundert wird mit einem R&uuml;ckgang der L&ouml;hne unter das Existenzminimum, einer Verschlechterung des menschlichen K&ouml;rperbaus und einem Anstieg der vorzeitigen Sterblichkeit in Verbindung gebracht.<\/li>\n<li>In Teilen S&uuml;dasiens, Afrikas s&uuml;dlich der Sahara und Lateinamerikas haben sich die L&ouml;hne und\/oder die K&ouml;rpergr&ouml;&szlig;e noch immer nicht erholt.<\/li>\n<li>Dort, wo es Fortschritte gab, begannen signifikante Verbesserungen des menschlichen Wohlergehens erst um das 20 Jahrhundert. Diese Fortschritte fallen mit dem Aufkommen der antikolonialen und sozialistischen politischen Bewegungen zusammen.&ldquo;<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Untersuchungen beispielsweise der &Ouml;konomin Utsa Patnaik befassen sich mit dem Verm&ouml;gensabfluss aus Indien in der Zeit der britischen Kolonialherrschaft. Danach wurde in dieser Zeit ein Verm&ouml;gen von etwa 45 Billionen US-Dollar aus dem Land nach Gro&szlig;britannien, Europa und Nordamerika transferiert. Die &Ouml;konomin Patnaik dazu in einem <a href=\"https:\/\/www.livemint.com\/Companies\/HNZA71LNVNNVXQ1eaIKu6M\/British-Raj-siphoned-out-45-trillion-from-India-Utsa-Patna.html\">Interview<\/a> aus dem Jahr 2018 schlaglichtartig:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die moderne kapitalistische Welt w&uuml;rde ohne den Kolonialismus und dem damit verbundenen Verm&ouml;gensabfluss nicht existieren.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Der Verm&ouml;gensumverteilungseffekt des Emissionshandels folgt einem allgemeinen Prinzip<\/strong><\/p><p>&bdquo;Der Oligarchenfeudalismus &ndash; Im Namen des Klimaschutzes wird die Lebensmittelversorgung monopolisiert&ldquo;, lautet der Titel eines Beitrags von Felix Feistel auf <a href=\"https:\/\/www.rubikon.news\/artikel\/der-oligarchenfeudalismus\"><em>Rubikon<\/em><\/a>, in dem derselbe Mechanismus, der sich im Zuge des Emissionshandels international ergibt, derzeit in Europa Platz greift. In den Niederlanden sollen 3.000 Landwirte ihre &bdquo;klimasch&auml;dlichen&ldquo; H&ouml;fe verkaufen, notfalls werden sie enteignet. Im Ergebnis unterliegen diese H&ouml;fe &ndash; bzw. deren Land &ndash; dem Zugriff einiger weniger Konzerne, deren Anteilseigner wie in aller Regel auch Black Rock &amp; Co. sind. Im Zuge dieser Verk&auml;ufe oder Enteignungen werden Konzerne die Grundst&uuml;cke, oft auch mit staatlichen Zusch&uuml;ssen, erwerben und dort H&auml;user, Wohnungen oder Solarparks bauen. Die <a href=\"https:\/\/deanderekrant.nl\/nieuws\/boeren-moeten-wijken-voor-verbouwing-van-nederland-2022-07-02\">Bauernh&ouml;fe m&uuml;ssen weichen<\/a>.<\/p><p>Auf diese Weise wird aktuell in den Niederlanden die EU-Klimapolitik des Green Deal umgesetzt. Es steht infolgedessen eine &bdquo;Privatisierung von nie gekanntem Ausma&szlig;&ldquo; bevor, wie Feistel schreibt. Wird dieser Weg weitergegangen, ergibt sich im Ergebnis eine gro&szlig;fl&auml;chige Verm&ouml;gensumverteilung. Kleinb&auml;uerliche Gegebenheiten des Mittelstands werden in eine Konzernstruktur transformiert. Wo bislang mittelst&auml;ndische Diversit&auml;t vorzufinden war, setzen sich zunehmend Monopolstrukturen durch.<\/p><p><strong>Verlassen wir uns auf die &Auml;u&szlig;erungen aus der Konzernwelt und Politik insoweit, dass sich Zust&auml;nde kolonial&auml;hnlicher Art nicht mehr ergeben, sondern diese Akteure nunmehr global gemeinwohlorientiert agieren?<\/strong><\/p><p>Neben dieser grunds&auml;tzlichen Frage stellen sich viele Menschen vor dem skizzenhaft aufgeworfenen Hintergrund des Zusammenhangs von Geldpolitik &ndash; Kapitalismus &ndash; Lobbyismus &ndash; Naturschutz &ndash; Gerechtigkeit weitere Fragen:<\/p><ol>\n<li>Was bedeuten &bdquo;klimaneutral&ldquo; und &bdquo;Kompensation durch Emissionsgutschriften&ldquo; in der jeweils konkreten Umsetzung?<\/li>\n<li>Geht mit den Stichworten der Unternehmen und der <a href=\"https:\/\/commission.europa.eu\/strategy-and-policy\/priorities-2019-2024\/european-green-deal_de\">aktuellen Politik<\/a> der westlichen Industriel&auml;nder\n<ul>\n<li><em>klimaneutral bzw. CO2-neutral<\/em><\/li>\n<li><em>Zielstellung 2050: Mit dem Green Deal von 2019 in ein klimaneutrales Europa<\/em><\/li>\n<li><em>Fit for 55 (Reduktion der Treibhausgase um 55 Prozent bis 2030)<\/em><\/li>\n<li><em>nachhaltiges Wachstum<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>eine Reduktion des westlichen Rohstoffverbrauchs einher? Und ist ohne die Reduktion von Rohstoffverbrauch in der westlichen Welt ein realer Naturschutz unter Einbeziehung der Menschen der s&uuml;dlichen Hemisph&auml;re &uuml;berhaupt m&ouml;glich? Ist aber die Reduktion von Rohstoffverbrauch &ndash; und damit von Rendite &ndash; in einer kapitalistisch gepr&auml;gten Wachstums-Welt gemeinsam mit den einflussnehmenden Hauptakteuren dieser Welt umsetzbar? Denn: nachhaltiges Wachstum = mehr Rohstoffverbrauch = mehr Rendite. Weniger Rohstoffverbrauch = weniger Wachstum = weniger Rendite.<\/p><\/li>\n<li>Sind Emissionshandel und die Politik der sogenannten Klimaneutralit&auml;t im Wesentlichen ein Vorgehen, das zugunsten einiger Weniger den status quo zulasten der gesamten &uuml;brigen vor allem &auml;rmeren Welt der s&uuml;dlichen Hemisph&auml;re aufrechterh&auml;lt und den Finanz- und Machteinfluss dieser Hochfinanzeliten noch ausbaut (Stichwort: Alter Kolonialismus im neuen Gewand)?<\/li>\n<li>Wie stark sind die politischen Prozesse durch die Lobbyisten des Weltwirtschaftsforums und anderer einflussreicher Gruppen gepr&auml;gt?<\/li>\n<li>Ist die Zielsetzung des Weltwirtschaftsforums, die herk&ouml;mmlichen demokratischen Strukturen zugunsten von &ouml;ffentlich-privaten Partnerschaften m&ouml;glichst weit zur&uuml;ckzudr&auml;ngen, mit den demokratischen Verfassungen der westlichen Welt in Einklang zu bringen?<\/li>\n<li>In welchen Lebensbereichen &uuml;ber das Beispiel des Emissionshandels hinaus werden diese Handlungsprinzipien des Weltwirtschaftsforums und anderer einflussreicher Lobbygruppen wirksam?<\/li>\n<li>Wie weit bestimmen nichtdemokratische Strukturen wesentliche Vorg&auml;nge in der westlichen Demokratie und sind diese demokratischen Staaten damit auf einem modernen Weg in die Zukunft der gemeinwohlorientierten Zusammenarbeit mit einzelnen Gro&szlig;konzernen und Finanzeliten oder auf dem Weg in eine Oligarchie?<\/li>\n<\/ol><p>Oligarchie stellt dabei gegen&uuml;ber der Formulierung &bdquo;gemeinwohlorientierte Zusammenarbeit&ldquo; zwischen Staat und Konzern den negativ konnotierten Gegenbegriff dar. Oligarchie meint damit in der Regel eine Konzentration von Einfluss (Macht) auf einige wenige Menschen, die nicht in freier demokratischer Wahl vom Volk zu ihren Entscheidungsprozessen berufen wurden und die zudem und vor allem weniger oder gar nicht das Gemeinwohl des Volkes zugunsten m&ouml;glichst Vieler, sondern die eigenen (monet&auml;ren) Interessen im Fokus haben.<\/p><p>Die Aufgabe von Journalisten, Wissenschaftlern oder auch Juristen, die mit der Thematik befasst sind, ist es, sich von &bdquo;Labels&ldquo; wie Klimaneutralit&auml;t nicht blenden zu lassen, sondern die Zusammenh&auml;nge und Hintergr&uuml;nde stets grundlegend zu hinterfragen, um im Namen der Gerechtigkeit eine allgemein oder in einzelnen F&auml;llen strukturell auf Verfestigung von Ungerechtigkeit und Ungleichheit angelegte Vorgehensweise zu erkennen und dort mit journalistischen, wissenschaftlichen oder rechtlichen Mitteln zu stoppen, wo es m&ouml;glich ist, immer im gemeinsamen Dialog, der idealerweise auch dann wertsch&auml;tzend vonstattengeht, wenn die Positionen maximal kontr&auml;r und emotional aufgeladen sind.<\/p><p>Eine konkrete M&ouml;glichkeit f&uuml;r Aktivist*innen, sich f&uuml;r Klimagerechtigkeit vor dem hier aufgeworfenen Hintergrund zu engagieren, k&ouml;nnte der Versuch sein, sich nicht pauschal und unreflektiert f&uuml;r Klimaneutralit&auml;t einzusetzen, sondern gegen&uuml;ber Politik und Konzernen etwa folgende drei einfache Forderungen aufzustellen:<\/p><ul>\n<li>Genehmigung von neuen (klimaneutralen) Industrieanlagen und rechtliche Anerkennung von Emissions-Ausgleichszahlungen, in deren Folge in S&uuml;damerika, Afrika oder S&uuml;dostasien B&auml;umen gepflanzt werden, nur unter Beachtung der Menschenrechte der dort lebenden indigenen V&ouml;lker und Kleinbauern: Keine Vertreibung dieser Bev&ouml;lkerungsgruppen und Schutz vor Landraub (Land Grabbing) bzw. der Privatisierung der Natur.<\/li>\n<li>Anstelle von Eukalyptusbaum-Monokulturen, die binnen 30 Jahren zu einer Bodenzerst&ouml;rung und w&uuml;sten&auml;hnlichen Landschaft f&uuml;hren k&ouml;nnen, ist die Biodiversit&auml;t in diesen Gebieten nachpr&uuml;fbar aufrechtzuerhalten.<\/li>\n<li>Minderung des Ressourcenverbrauchs, der die Entwaldung antreibt. Dies betrifft vor allem die Waldzerst&ouml;rung f&uuml;r die Fleischproduktion im Amazonas, den Bergbau und die Erd&ouml;lf&ouml;rderung in Waldregionen und die Waldzerst&ouml;rung f&uuml;r die Palm&ouml;lproduktion.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Platons H&ouml;hle: Aufstieg und Abstieg<\/strong><\/p><p>Wer die Handlungsstrukturen und Mechanismen von Lobbyverb&auml;nden wie dem Weltwirtschaftsforum auf die Politik und den Einfluss der Finanzwirtschaft auf selbige sowie auf die Realwirtschaft zumindest in Grundz&uuml;gen kennt, w&uuml;rde aus Sicht der Philosophie nicht wie derjenige urteilen, der die Position eines <a href=\"https:\/\/www.philoclopedia.de\/was-kann-ich-wissen\/wahrnehmung-wirklichkeit\/naiver-realismus\/\">Naiven Realismus<\/a> vertritt, dass die Welt also im Wesentlichen so ist, wie sie auf den ersten Blick zu sein scheint, wenn keine weiteren Fragen gestellt werden. Es gilt, die Lust am Zweifeln zu wecken und aufrechtzuerhalten, um Verbesserungen m&ouml;glich zu machen. Es gilt aus der H&ouml;hle Platons aufzusteigen, die Schatten oder Trugbilder als solche zu erkennen, um damit der Wahrheit und der globalen Gerechtigkeit ein St&uuml;ck n&auml;herzukommen. Das Ziel des Guten und der Gerechtigkeit ist es, dann wieder sprichw&ouml;rtlich in die H&ouml;hle, wie es Platon in seinem Gleichnis beschreibt, hinabzusteigen und den steinigen Weg zu suchen, anderen Menschen von jenen und anderen Hintergr&uuml;nden zu berichten. Die Schritte auf diesem Weg k&ouml;nnen nur kleine sein, da allzu gro&szlig;e Schritte unweigerlich zum Stolpern f&uuml;hren. Die ersten beiden Forderungen im Kontext eines &bdquo;klimaneutralen&ldquo; Europas &ndash; im Globalen S&uuml;den Menschenrechte wahren und Baummonokulturen vermeiden &ndash; sind solche kleinen, daf&uuml;r aber realistischen Schritte, die dem daf&uuml;r notwendigen Optimismus eine Grundlage bieten.<\/p><p>Titelbild: 24Novembers\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><em>&Uuml;berlegungen am Beispiel der Politik einer &bdquo;klimaneutralen&ldquo; Europ&auml;ischen Union (&bdquo;Green Deal&ldquo;) mit der Konsequenz einer gigantischen Verm&ouml;gensumverteilung. <\/em>Millionen vertriebene Indigene und Kleinbauern. Oft werden sie mit Waffengewalt aus ihren angestammten Lebensbereichen gedr&auml;ngt. Sie haben fortan keine Lebensgrundlage mehr, wissen nicht, wie sie sich ern&auml;hren sollen, haben keine Arbeit mehr, die Kinder keinen Zugang mehr zu<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93380\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":93381,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,126,37,127,28,11,176,132],"tags":[881,3338,293,1030,3146,2196,909,3068,1436,1792,1311,1337,2931,687,639,988],"class_list":["post-93380","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-erosion-der-demokratie","category-globalisierung","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-privatisierung","category-strategien-der-meinungsmache","category-umweltpolitik","category-ungleichheit-armut-reichtum","tag-armut","tag-emissionshandel","tag-finanzwirtschaft","tag-geldmenge","tag-greenwashing","tag-indigene-voelker","tag-kapitalismus","tag-klimaneutralitaet","tag-klimaprotokoll","tag-kolonialismus","tag-landgrabbing","tag-oligarchen","tag-reichtum","tag-ungleichheit","tag-uno","tag-weltwirtschaftsforum"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Shutterstock_1302585244.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/93380","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=93380"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/93380\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":94164,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/93380\/revisions\/94164"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/93381"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=93380"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=93380"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=93380"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}