{"id":93392,"date":"2023-02-04T11:45:35","date_gmt":"2023-02-04T10:45:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93392"},"modified":"2023-02-04T13:09:04","modified_gmt":"2023-02-04T12:09:04","slug":"leserbriefe-zu-vermittlung-unerwuenscht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93392","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eVermittlung unerw\u00fcnscht\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93295\">In diesem Beitrag<\/a> thematisiert Jens Berger den Brasilien-Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz. Brasiliens neuer Pr&auml;sident Lula habe eine gro&szlig;e Friedensinitiative angek&uuml;ndigt. Das sei jedoch nicht begr&uuml;&szlig;t worden. Erste Kommentare in deutschen Medien seien ablehnend ausgefallen. F&uuml;r die deutschen Kommentatoren k&auml;me &bdquo;nur ein `Vermittler` in Frage, der die ukrainische oder besser westliche Extremforderung&ldquo; als nicht verhandelbare Position mit in die Verhandlung bringe. Der Westen zeige wieder einmal, dass er gar nicht an Verhandlungen interessiert sei und sich selbst als Kriegspartei verstehe. Wir haben hierzu interessante Leserbriefe bekommen. Danke daf&uuml;r. Es folgt nun eine Auswahl. <strong>Christian Reimann<\/strong> hat sie f&uuml;r Sie zusammengestellt.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Chapeu f&uuml;r diesen hervorragenden Artikel Herr Berger! Sehr gut analysiert, auf den Punkt!<\/p><p>Von unserem Leser M.S.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr gesch&auml;tzter Jens Berger, <\/p><p>danke f&uuml;r die klaren\/deutlichen Worte denen ich mich nur anschlie&szlig;en kann! <\/p><p>Russland, welches meines Erachtens (m.E.) nachweislich diesen Ukraine-Konflikt nie wollte, war vom ersten Tag der milit&auml;rischen Sonderoperation an zu Verhandlungen bereit &ndash; nicht jedoch m.E. die Gegenseite bestehend aus den Regierungen des &ldquo;kollektiven Westens&rdquo; angef&uuml;hrt durch die US-Regierung. Bin echt gespannt ob die deutsche Bev&ouml;lkerung dies mehrheitlich irgendwann einmal checkt und sich sp&uuml;rbar r&uuml;hrt &ndash; rechtzeitig w&auml;re ganz sch&ouml;n! <\/p><p>Gut gef&auml;llt mir der Gebrauch des Wortes &ldquo;Stallgeruch&rdquo; in Bezug auf die T&uuml;rkei bzw. die NATO<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nAndreas Rommel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger, <\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Der Westen will keinen Frieden und daher wird das Sterben weitergehen,&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Diese letzte Zeile Ihres Artikels h&auml;tte auch die &Uuml;berschrift sein k&ouml;nnen. Was will der Westen dann? Was die Stahlhelmfraktion in Deutschland sagt, &ldquo;Russland muss f&uuml;r seinen schrecklichen, imperialistischen Angriffskrieg bestraft werden&rdquo;? Ich will gar nicht versuchen, diesen Bl&ouml;dsinn zu widerlegen. Es sollte ausreichen darauf hinzuweisen, dass es zwischen Staaten nicht um Moral, sondern um Interessenausgleich geht. <\/p><p>Der Westen will Russland mindestens schw&auml;chen, aber im Endeffekt zerst&ouml;ren, erobern. Ein Verhandlungsfriede mit einer Grenze zu Russland, die nach Westen verschoben w&auml;re, ist aus dieser Perspektive ein R&uuml;ckschritt. Also weitermachen. <\/p><p>Aus Russischer Perspektive ist es ein &Uuml;berlebenskampf. Die Russischen Kriegsziele sind bekannt, es geht nicht um erobern. Der Ukrainekrieg wird bald vorbei sein, mit einer Demarkationslinie irgendwo um den Dnjepr herum. Und was dann? Die Ukraine ist ausgeblutet und steht dem Westen nicht mehr als Kanonenfutter zur Verf&uuml;gung. Welches Land kommt dann als n&auml;chstes dran? Na da, wo die USA ihre m&auml;chtigste Infrastruktur an Milit&auml;r und verblendeten Gehirnen hat. Also Deutschland. <\/p><p>Was einen einigerma&szlig;en friedlichen Ausgang betrifft bleibt die Frage, wo werden die Menschen als erstes aufwachen und umkehren, in Deutschland oder in den USA? Ich tippe auf die USA, die Deutschen machen seit 78 Jahren das was die Amis vormachen. Wenn das, das Umkehren,&nbsp; nicht passiert, wird sich erst etwas grunds&auml;tzliche &auml;ndern, wenn die gro&szlig;en St&auml;dte der USA so aussehen wie Berlin und Dresden 1945. Und das w&uuml;nsche ich niemandem. <\/p><p>Gruss,<br>\nRolf Henze<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>nur als kurzer Hinweis, wie perfide der Spiegel gegen die Vermittlungsversuche anschreibt:<\/p><p>[zitat]<\/p><p>Liebe Leserin, lieber Leser, guten Morgen,<br>\nheute geht es um Brasiliens Pr&auml;sident Lula, um Benjamin Netanyahu und um Donald Trump, die sich als Vermittler im Ukrainekonflikt andienen, um den Kampf um die US-Staatsfinanzen &ndash; und um die Abgeordnetenhauswahl in Berlin (unter Vorbehalt).<\/p><p>[\/zitat]<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/news-ukraine-krieg-donald-trump-lula-berlin-wahl-a-0361dcbc-66cf-48c3-8e40-25fce7919774?commentId=8e7c0f41-42dd-4bdd-bfa8-9539670ba142\">&ldquo;Die Lage am Morgen&rdquo;<\/a><\/p><p>Lula in einer Reihe mit Netanyahu und Trump. Was man damit bezweckt, muss ich wohl kaum erkl&auml;ren. ;)<\/p><p>mfg<br>\nRonny Dietzsch<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger!<br>\n&nbsp;<br>\nWar denn der Westen jemals wirklich kompromissbereit wenn es um die Infragestellung von materiellen Besitz ging. Hier zeigt sich, wie ich finde, im besonderen Ma&szlig;e womit der Westen seine im Dauermantra runtergenudelten &bdquo;Werte&ldquo; verkn&uuml;pft. Geht es f&uuml;r die Russen vor allem um das Schicksal der in den besetzten Gebieten lebenden Menschen, so interessiert den Westen vor allem das Land und die Ressourcen. Angeblich hat doch auch BlackRock schon diverse Besitzanspr&uuml;che im Donbas. Wundern w&uuml;rde es mich jedenfalls gar nicht wenn die Geier dort schon l&auml;ngst alles aufgeteilt haben. Einzig und allein danach richten sich die Interessen aus und daher wollen sie auch keine Verhandlungen so lange die Russen darauf sitzen. Au&szlig;erdem l&auml;sst sich doch vorerst auch mit dem Krieg wunderbar Schotter machen.<br>\n&nbsp;<br>\nHerzliche Gr&uuml;&szlig;e!<br>\nFrank Kanera<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<br>\n&nbsp;<br>\nich m&ouml;chte meinen Kommentar mit einer Passage aus Ihrem Artikel beginnen, weil mich dieser Umstand seit etlichen Jahren besch&auml;ftigt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;&hellip; ihre Kinder sterben nicht auf dem Schlachtfeld. Die Strippenzieher eines Stellvertreterkrieges sitzen im Warmen. So war das schon immer.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Wie w&uuml;rden die Entscheidungen ausfallen, wenn die Erwachsenen Spr&ouml;sslinge der Verantwortlichen mit gutem Beispiel voran f&uuml;r unsere &bdquo;Werte&ldquo; an der Front eintreten m&uuml;ssten?<br>\n&nbsp;<br>\nWas w&uuml;rden die Aktivisten skandieren, die Offensivwaffenlieferungen bef&uuml;rworten, wenn sie w&uuml;ssten, dass ihre Kinder oder sie selbst an Milit&auml;rtechnik ausgebildet werden m&uuml;ssten, mit der Gewissheit Menschen zu t&ouml;ten oder selbst zur Zielscheibe zu werden?<br>\n&nbsp;<br>\nW&uuml;rden die Menschen immer noch schreien, wenn sie w&uuml;ssten, dass in ihrem Namen Hunderte get&ouml;tet werden? Dass ihr Schreien das T&ouml;ten von Menschen legitimiert?<br>\n&nbsp;<br>\nBei dem ganzen Drama f&auml;llt mir immer wieder auf:<br>\nAlle schreien wie von Sinnen nach Eskalation, aber sobald es einen pers&ouml;nlich betrifft, will man davon nichts mehr wissen. Sterben ja, aber bitte nur die anderen.<br>\n&nbsp;<br>\nDas ist falsch, das ist widerlich und mindestens so unmenschlich, wie der Krieg selbst.<br>\n&nbsp;<br>\nUnd trotzdem. So wird es leider bleiben, solange &uuml;ber unsere K&ouml;pfe hinweg, um unsere K&ouml;pfe, entschieden wird.<br>\nDie Tatsache macht beim Krieg nicht halt und durchzieht alle Lebensbereiche. Oder glaubt jemand wirklich, dass die Verantwortlichen auch nur ansatzweise von den Konsequenzen ihres Handelns betroffen sind? Energiepreise? Wohnungsnot? Bildungsnotstand?<br>\n&nbsp;<br>\nLassen Sie mich ihren Satz umformulieren:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Strippenzieher sitzen im Warmen. So muss das aber nicht bleiben!&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Bitte machen Sie weiter bis bisher. Ihre Aufkl&auml;rungsarbeit ist ein wichtiger Beitrag in Zeiten wachsender Unsicherheit.<\/p><p>Eugen Baitinger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo,<\/p><p>zun&auml;chst einmal m&ouml;chte ich ablehnend feststellen wie unkooperativ das Verhalten des Westens ist und das vor allem auf dem R&uuml;cken der ukrainischen Bev&ouml;lkerung, die darunter am St&auml;rksten zu leiden hat. Ich m&ouml;chte dem Westen auch klipp und klar widersprechen in der Losung, dass die Menschen ihr Leben f&uuml;r irgendwelche omin&ouml;sen Werte opfern sollen, kurz: nicht Werte sondern der Schutz von Menschenleben sollte im Vordergrund stehen. Dass diese angeblichen Werte nur ein Instrument der Manipulation sind, m&ouml;chte ich dabei mal gar nicht n&auml;her betrachten.<\/p><p>Zwei weitere Gedanken: der Westen verh&auml;lt sich bei dem Thema wie ein Spiels&uuml;chtiger, der glaubt bereits erlittene Verluste durch immer gr&ouml;&szlig;ere bzw existenziell bedrohlichere Eins&auml;tze wettmachen zu k&ouml;nnen.<\/p><p>Gedanke Nr 2: die Geschichte der BRD und der DDR. Ein Frieden im Nachkriegsdeutschland ist ua unter der Pr&auml;misse des Abtretens des Gebietes der DDR zustande gekommen. Und Deutschland hat dieses Territorium sp&auml;ter auch ganz ohne Waffengewalt wieder zur&uuml;ck bekommen. Dh, wenn uns unsere Politiker suggerieren wollen, dass eine L&ouml;sung der Probleme nur auf dem Schlachtfeld m&ouml;glich sei, dann l&uuml;gen sie schlicht und ergreifend. Die Geschichte hat gezeigt, dass Verhandlungen &ndash; nichts Anderes waren die Gespr&auml;che zur Wiedervereinigung Deutschlands &ndash; vielf&auml;ltigste Ergebnisse hervorbringen k&ouml;nnen. Und wer wei&szlig;, vll kommt irgendwann ja in Russland ein Pr&auml;sident an die Macht, mit dem der Westen wieder besser kann, so einer wie Gorbatschow.<\/p><p>Nat&uuml;rlich hat das Ganze auch eine geopolitische Komponente, WARUM der Krieg so aggressiv und erbittert gef&uuml;hrt wird, vom Westen, wovon die Friedensgespr&auml;chen gg&uuml; ablehnende Haltung zeugt. Eigtl geht es doch darum Russland (und auch China) von der internationalen B&uuml;hne zur&uuml;ck zu dr&auml;ngen, weil&hellip;. in Afrika werden mittlerweile russische Fahnen geschwenkt (<a href=\"https:\/\/youtu.be\/f-ocQJvs-Dg\">youtu.be\/f-ocQJvs-Dg<\/a>). Kurz: Russland und China wagen es einfach die Grundfesten des kolonial agierenden Westens anzugreifen. Es geht also weniger um ideelle denn um finanzielle, ausbeuterische Werte, wovon ein Gro&szlig;teil der Bev&ouml;lkerung im Westen nicht einmal was hat, sondern vielmehr nur die Aktion&auml;re von Rohstoff-, R&uuml;stungs- und Finanzunternehmen.<\/p><p>Mfg<br>\nR.A.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>lieber Herr Berger,sehr verehrtes NDS- team,<\/p><p>genau richtig analysiert,der Wertewesten will keinen Frieden,sondern die gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Schw&auml;chung Russlands bis zu dessen Zerfall mit der Aussicht auf das gro&szlig;e Fressen&hellip;.Baerbock hat es ja schon vor l&auml;ngerem mal ge&auml;ussert: Russland die Beine wegschlagen,da&szlig; es f&uuml;r Jahrzehnte nicht mehr aufstehen kann&hellip;also vor 82 Jahren hatten die deutschen F&uuml;hrer in etwa das selbe Ziel. Da werden viele bisher zur&uuml;ckhaltende Russen erst richtig mobilisiert werden,wenn demn&auml;chst deutsche Panzer vor deren Haust&uuml;r aufkreuzen,denn so geschichtsvergessen wie unsere Politikerelite sind die bestimmt nicht(.Ein besseres Geschenk kann man Putin&rsquo;s Propagandaabteilung gar nicht machen.)<\/p><p>Russland d&uuml;rfte&nbsp; inzwischen verstanden haben,da&szlig; es um dessen Vernichtung&nbsp; geht und wird durch diese irre Politik nun direkt dazu gezwungen jetzt gr&ouml;ssere Teile oder die gesamte Ukraine zu erobern,um den bedrohlichen Waffenzufluss zu stoppen und die Nato\/Ru&szlig;landkontaktlinie dahin zur&uuml;ck zu verschieben ,wo sie per Definition vorher eigentlich verlief. Denn wenn es auch&nbsp; ausser Baerbock keiner offen ausspricht,so befindet sich Nato\/EU faktisch doch im Krieg gegen Russland,wenn auch&nbsp; sozusagen einem delegierter Krieg mit quasi ukrainischen S&ouml;ldnern, den man bequem vom seinem eigenem Elfenbeinturm aus beobachten kann und das eigene Risiko bisher verh&auml;ltnism&auml;ssig gering ist.Der riesige finanzielle Einsatz k&ouml;nnte sich am Schluss rechnen,so zynisch das klingt.<\/p><p>Man sieht,da&szlig; sich die Eskalationsspirale immer weiter und schneller dreht und ich bef&uuml;rchte stark, die Ukraine dabei komplett vernichtet wird.<\/p><p>Aber &ldquo;schei&szlig; drauf &ldquo;k&ouml;nnte so mancher Eliten- Zyniker darauf antworten &ldquo;no risk,no fun,no profit&rdquo;.<br>\nGenauso zynisch:<\/p><p>&ldquo;Waffen retten Menschenleben&rdquo;&hellip;gibt es da auch mal eine Zwischenbilanz zu dieser gewagten These,liebe Frau Baerbock und Herr Hofreiter etc.,denn ich sehe bisher nur,da&szlig; 10000&rsquo;nde sterben und Sie daf&uuml;r direkt mitverantwortlich sind,da Sie eben diese Politik weiter verfolgen und ja nicht kriegsm&uuml;de sein wollen.Mir wird &uuml;bel ,wenn ich mir ihr Gew&auml;sch immer weiter in den zwangsfinanzierten Propagandamedien&nbsp; anh&ouml;ren mu&szlig;.&nbsp;&nbsp;<\/p><p>Bruno K&auml;hlig<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>wenn man Ehetherapeuten zu einem zwischenmenschlichen Konflikt befragt, wird man gewiss niemals als Antwort erhalten: Ich h&ouml;re nur Person A zu, die Sicht von Person B spielt f&uuml;r meine Bewertung des Konflikts keine Rolle. So kann doch kein Konflikt gel&ouml;st werden! Man muss doch immer beiden Seiten zuh&ouml;ren, und zwar ohne Vorbedingungen. Vor wenigen Tagen musste ich an den Rosenkrieg denken und die kontinuierliche Eskalation, koste es, was es wolle. F&uuml;r mich f&uuml;hlt sich das aktuelle politische Handeln der Regierung genauso an. Keiner schreitet ein und sagt: STOP. Bis hierhin und nicht weiter. Mit einem Ende der Eskalation und der Bereitschaft zum Zuh&ouml;ren h&auml;tte der Rosenkrieg eventuell verhindert werden k&ouml;nnen. Und nur so kann eine weitere Eskalation im Ukrainekrieg verhindert werden. Der Film &bdquo;Der Rosenkrieg&ldquo; wurde &uuml;brigens zur Blaupause f&uuml;r ein Phasenmodell der Eskalation (<a href=\"https:\/\/sturmer.at\/rosenkrieg\/\">sturmer.at\/rosenkrieg\/<\/a>), erarbeitet von einem Konfliktforscher. Danach gibt es drei &bdquo;win-win&ldquo; Stufen, drei &bdquo;win-lose&ldquo; Stufen und drei &bdquo;lose-lose&ldquo; Stufen. Die drei letzten Stufen der Eskalation, bei der beide Seiten verlieren, hei&szlig;en: &bdquo;begrenzte Vernichtungsschl&auml;ge&ldquo;, &bdquo;Zersplitterung&ldquo; und &bdquo;gemeinsam in den Abgrund&ldquo;. Deswegen sehe ich den GLAUBHAFTEN Versuch f&uuml;r eine diplomatische L&ouml;sung ohne Vorbedingungen als dringend geboten an, es sei denn, man nimmt die letzte Stufe &bdquo;gemeinsam in den Abgrund&ldquo; in Kauf.<\/p><p>GK<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Moin Herr Berger,<br>\nmoin liebe NDS-Redaktion, <\/p><p>um es in sch&ouml;nem &ldquo;Mainstream-Redaktionsdeutsch&rdquo; zu sagen: es geht ein &ldquo;Ruck&rdquo; durch Lateinamerika, aber nicht nach rechts, sondern nach links; siehe auch den NDS-Artikel: <\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93098%20\">nachdenkseiten.de\/?p=93098<\/a><\/p><p>&ldquo;Der Westen&rdquo; ist im Grunde nichts anderes als eine Hegemonie, welche die USA wirtschaftlich, milit&auml;risch &amp; geheimdienstlich dominiert. Dem untergeordnet ist auch Deutschland, wie alle NATO-L&auml;nder. Wer nicht nach Vorgabe handelt, der wird destabilisiert &amp; sanktioniert. Auch Staatschefs oder wichtige Funktion&auml;re werden gerne mal gemeuchelt, wenn sie &ouml;ffentlichkeitswirksam Widerspruch leisten oder, schlimmer, den ihnen oktroyierten Zielen zuwider handeln. Auch Lateinamerika kann davon ein Lied singen. Der Leidensdruck erscheint mittlerweile so hoch, da&szlig; eine Allianz unausweichlich wird, wenn man sich von der westlichen Hegemonie losl&ouml;sen will. <\/p><p>Das gleiche Spiel auf der anderen Seite der Erdhalbkugel mit China, Indien &mdash; Ru&szlig;land.&nbsp; Daher ist eine Allianz von Celac mit BRICS nicht nur n&ouml;tig, sondern daf&uuml;r sogar Voraussetzung. <\/p><p>Die Frage ist, ob NATO-treue Vasallen wie S&uuml;dkorea &amp; Japan langfristig auf dem untergehenden Schiff MS USA bleiben wollen. Langfristig kann Gewalt f&uuml;r die gesamte Menschheit keine L&ouml;sung, sondern nur ihr Untergang sein. Die USA k&ouml;nnen ihren Anspruch eines planetaren Gewaltmonopols aber nicht aufgeben, das sie mit der NATO durchzusetzen versuchen, weil genau das schon zuviel Schaden in der Welt angerichtet hat. Au&szlig;erdem h&auml;tten sie dann eine Menge vor Gericht zu verantworten, wie sie nach Freigaben geheimdienstlicher Dokumente immer wieder selbst belegen. Kooperation war f&uuml;r sie noch nie eine Option. Da&szlig; die USA Weltherrscher werden wollen, das belegen US-Strategieberater. Deutschland ist (oder war?) immerhin zur Kooperation mit Ru&szlig;land bereit, das hat es mehrfach gezeigt. Auch die deutsche Bev&ouml;lkerung will das nach meinem Eindruck in gro&szlig;en Teilen nach wie vor. <\/p><p>Sie f&uuml;hren in der Einleitung den Vergleich mit Naivit&auml;t an. Diese gibt es bei politischen Aktionen aber nicht. Das hat einerseits etwas mit dem direkten Wortsinn zu tun, was auf englisch mit &ldquo;not imprinted&rdquo; und auf deutsch mit &ldquo;unbefangen&rdquo; &uuml;bersetzt werden kann. Ein jeder Mensch kommt naiv auf die Welt: unvoreingenommen, treuherzig, frei von Argwohn. Daher kann dieses Wort auch niemals ein Schimpfwort sein. <\/p><p>Je h&ouml;her man die politische Karriereleiter steigt, desto st&auml;rker wird man aber gepr&auml;gt (&ldquo;imprinted&rdquo;) oder eben befangen (man k&ouml;nnt auch sagen: &ldquo;fremdbestimmt&rdquo;). Daher verstehe ich diesen Vergleich nicht ganz. Das gleiche Denkmuster bildet der 3. Leserbrief von &ldquo;J.R.&rdquo; sehr gut ab, wenn er sagt: <\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Bedauerlicherweise ist die grundlegend falsche Betrachtungsweise, dass der Staat wie ein privater Haushalt oder ein privates Unternehmen funktioniere, noch immer weit verbreitet.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93241\">nachdenkseiten.de\/?p=93241<\/a><\/p><p>Daher kann auch die Zuteilung nicht stimmen, da&szlig; der Westen &ldquo;borniert&rdquo; sei, da diese Beschreibung &auml;hnlich mit Moral &amp; Gef&uuml;hl aufgeladen ist wie &ldquo;naiv&rdquo;. Gef&uuml;hle &amp; Moral sind hier aber Fehl am Platz. Ein ber&uuml;hmter Politiker sagte einst zutreffend, da&szlig; in der Au&szlig;enpolitik ausschlie&szlig;lich politische Interessen die Gesch&auml;fte bestimmen. <\/p><p>Die T&auml;uschung der eigenen Bev&ouml;lkerung seitens staatlicher Akteure arbeitet mit genau solchen -positiven- Unterstellungen, da&szlig; sich ein Politiker wie eine alleinerziehende Mutter oder ein sich k&uuml;mmernder Ehemann verhielte (oder wie die &ldquo;schw&auml;bische Hausfrau&rdquo;, siehe oben). Daher wird auch gelogen, auf da&szlig; sich ganze Fachwerkh&auml;user kr&uuml;mmen, da man auf diese Weise A sagen und B tun kann, ohne schmerzhafte Konsequenzen bef&uuml;rchten zu m&uuml;ssen. Bis der B&uuml;rger den Betrug erkennt, ist er l&auml;ngst in die Tat umgesetzt (frei nach Jean-Claude Juncker). <\/p><p>Ver&auml;nderte man nun seinen Standpunkt und ersetzt naive Verhaltensweisen mit Vorsatz &amp; Kalk&uuml;l, so mu&szlig; jedem klar denkenden Menschen sp&auml;testens nach den Tiraden von Scholz &amp; Baerbock einleuchten, da&szlig; sich Deutschland l&auml;ngst unter dem NATO-Stiefel befindet, und zwar liegend mit dem Kopf im Matsch. Weder wird Widerspruch noch Wehrhaftigkeit geduldet. Was geschieht, wenn das Volk entgegen politischer Irrationalit&auml;t Nord Stream II ge&ouml;ffnet sehen will, was den finanziellen Interessen der USA entgegensteht, ihr umweltzerst&ouml;rendes &amp; &uuml;berteuertes Fracking-Gas in ebenso umweltsch&auml;digenden Tankern nach Europa zu schippern, dann werden die Pipelines eben gesprengt. &ldquo;Uncle Sam&rdquo; hat entweder sprechen lassen oder gar selbst gesprochen, das wei&szlig; man heute noch nicht so genau. Jede Diskussion &uuml;ber Nord Stream wird somit irrelevant, wenn man zus&auml;tzlich noch daf&uuml;r sorgt, da&szlig; eine Reparatur verunm&ouml;glicht wird. Es hatte mich ja schon gewundert, da&szlig; die Fertigstellung &uuml;berhaupt gelungen ist, nach dem politischen wie auch wirtschaftlichen Druck, den die USA da aufgebaut hatten. <\/p><p>Der Status Quo dieser Art ist nur zu brechen, wenn gro&szlig;e Teile der Bev&ouml;lkerung endlich anfangen zu erkennen, da&szlig; man ihre eigenen Gef&uuml;hle, Moralvorstellungen und Werte (nein, nicht die westlichen) argumentativ gegen sie verwendet, um sie zu einem Denken &amp; Handeln zu manipulieren, was sie bei seri&ouml;sem Lichte betrachtet ablehnten &mdash; eine Technik, welche die Leidmedien mit tatkr&auml;ftiger Unterst&uuml;tzung von Politik &amp; Psychologie an einen Punkt gebracht haben, der &uuml;ber die Kluft zwischen Erz&auml;hlung &amp; Realit&auml;t nicht mehr hinwegt&auml;uschen kann (ganz beliebt: Salami-Taktik, siehe jetzt die Forderung nach Jagdbombern, genau das, was ich in meinem letzten Leserbrief ansprach). Wenn das System nicht gestoppt wird, dann ist der n&auml;chste folgerichtige Schritt staatliche Repression gegen die eigenen B&uuml;rger. Der Geist von &ldquo;Corona&rdquo; ist keineswegs vertrieben, sondern konvergiert flie&szlig;end und daher nahezu unerkannt mit der aktuellen Kriegstreiberei, insbesondere hier in Deutschland und EU-Europa. <\/p><p>Es geh&ouml;rt mit zur Kriegsrhetorik und Eskalationssteigerung, als Adressat f&uuml;r mutma&szlig;liche Friedensverhandlungen dem Gegner Bedingungen zu diktieren, mit denen er seine Handlungsf&auml;higkeit auf Augenh&ouml;he verliert, was ihn in eine schlechtere Position versetzt, Forderungen zu stellen. Somit w&uuml;rde er, sofern er sich darauf einlie&szlig;e, von einem Gegner zu einem Befehlsempf&auml;nger degradiert &mdash; der Krieg, die Intention des &ldquo;Westens&rdquo;, Ru&szlig;land zu unterwerfen, w&auml;re gewonnen. <\/p><p>Um den Kreis zu unsauberen Vergleichen zu schlie&szlig;en, k&ouml;nnte man auch sagen: <\/p><p>Es ist unterhalb der W&uuml;rde Ru&szlig;lands, sich der grenzenlosen Arroganz der USA zu unterwerfen. <\/p><p>Ru&szlig;land hat -mehrfach- unmi&szlig;verst&auml;ndlich deutlich gemacht, da&szlig; dies die rote Linie ist, die nicht &uuml;berschritten werden darf. Dazu geh&ouml;rt auch die Mi&szlig;achtung territorialer Grenzen, deren Teil die NATO-Ost-Erweiterung ist. Wenn die Ukraine (zumindest in Teilen) nicht neutral werden wird, dann wird dieser Krieg entweder bis in alle Ewigkeit andauern oder in einen Atomkrieg m&uuml;nden. <\/p><p>Es sollte nicht verwundern, wenn bald die ersten &ldquo;taktischen Atomraketen&rdquo; irgendwo in Eurasien einschlagen; solche r&uuml;sten die USA mit viel medialer Aufmerksamkeit (war wohl prim&auml;r zur Abschreckung gedacht) seit Jahren um, was nach Einsch&auml;tzung von Kriegsexperten deren Einsatzwahrscheinlichkeit in einem konventionellen Krieg drastisch erh&ouml;ht (eine Option, &uuml;ber die auch Ru&szlig;land verf&uuml;gen d&uuml;rfte). Zumindest gebietsweise erscheint eine atomare Verseuchung wie in Hieroshima\/Nagasaki in Eurasien unausweichlich, sollten die USA nicht mit konventionellen Mitteln zur R&auml;son gebracht werden. Gro&szlig;er internationaler Druck k&ouml;nnte tats&auml;chlich etwas bewirken: je mehr Staaten sich f&uuml;r einen Frieden in der Ukraine nachdr&uuml;cklich einsetzen und sich gleichzeitig dem Einflu&szlig; der USA verweigern, desto geringer der Spielraum f&uuml;r die USA, in dieser Frage alleine entscheiden und vor allem anderen etwas diktieren zu k&ouml;nnen. <\/p><p>Macht kann man nur mit Macht brechen. Sie sind eben nicht alleine auf diesem Planeten, also mu&szlig; man deren Ellenbogen auch mal blutig werden lassen, wenn sie nicht zur Kooperation bereit sind. <\/p><p>Danke f&uuml;r diesen zum Nachdenken anregenden Beitrag, der hoffentlich gro&szlig;e Verbreitung finden wird. <\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nMichael Schauberger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93295\">In diesem Beitrag<\/a> thematisiert Jens Berger den Brasilien-Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz. Brasiliens neuer Pr&auml;sident Lula habe eine gro&szlig;e Friedensinitiative angek&uuml;ndigt. Das sei jedoch nicht begr&uuml;&szlig;t worden. Erste Kommentare in deutschen Medien seien ablehnend ausgefallen. 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